Zum Tag der Artenvielfalt am 25. Mai 2025 luden die Freunde der Natur Hüfingen wieder zu einer Exkursion ein. Vom Schächer aus führte Thomas Kring die Gruppe entlang des Westhanges der Länge. Im Mittelpunkt standen die vorkommenden Pflanzenarten und die Pflege der Flächen sowie die Waldbereiche, die im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Baar zusammen mit der Stadt Hüfingen dauerhaft aus der Nutzung genommen wurden.
Neben Alpenmaßliebchen und Gewöhnlicher Kugelblume bestaunte die Gruppe sechs Orchideenarten. Darunter die Fliegen-Ragwurz und die Vogel-Nestwurz.
Fliegen-Ragwurz
Vogel-Nestwurz
Exkursionsbericht vom 18. Juni 2024
Vom Wanderparkplatz Schächer aus führte Thomas Kring die 14 Teilnehmer durch das Schutzgebiet. Er erläuterte den besonderen Standort, der sich aus dem Gestein des Weißen Juras entwickelt hat und wie die vorkommenden Magerrasen mit Schafen und Freischneider gepflegt werden. Bei den Pflanzenarten legte er den Schwerpunkt auf die vorkommenden zehn Orchideen-Arten. In Natura konnten unter anderem das unscheinbare Große Zweiblatt und die auffällige Mücken-Händelwurz bestaunt werden. Das high-light war aber die Bienen-Ragwurz, die in Deutschland strak gefährdet ist.
Das sogenannte „flächenhafte Naturdenkmal“ Sperbelhalde befindet sich beim Schächer am Westhang der Länge.
Als absolutes Kleinod unserer Region fristet die Sperbelhalde leider zu Unrecht ein Schattendasein. Deshalb will ich Sie hier mitnehmen auf eine kleine Bildertour durch die wunderschöne Sperbelhalde.
Ein Besuch lohnt sich!
Die Bilder aus dem Jahr 2021 sind wegen eines alten, mangelhaften plugins leider nicht mehr verfügbar.
Hüfingen bezahlt jedes Jahr viel Geld für die Donaueschinger Volkshochschule. Die genauen Beträge sind noch etwas strittig, aber unser Hauptamt meldet, dass für den Haushalt 2025 46.000 € eingestellt wurden und die VHS Baar schreibt im Wirtschaftsplan von 30.621 €. Vermutlich sind beim Haushalt noch die Raumkosten dabei. Dann gibt es noch Umlageanteile für eine Nacherhebung:
Egal was jetzt genau dabei raus kommt, es ist sehr viel Geld das unseren über 70 Vereinen fehlt!
Es ist so, dass unsere Vereine eine sehr gute Arbeit machen, diese Arbeit wird im Gegensatz zur VHS in den regionalen Donaueschinger Zeitungen meist komplett ignoriert.
Die Hüfinger Vereine engagieren sich alle rein ehrenamtlich für Bildung, Kultur, Sport und Begegnungen! Und dies im Gegensatz zur VHS für alle Bürgerinnen und Bürger.
Die Honorarkräfte, also Referenten, der VHS Baar werden nach der Honorarordnung vergütet. Von der Honorarordnung kann in „atypischen Einzelfällen“ abgewichen werden, hierbei gäbe es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Deshalb würden die Daten nicht erfasst werden.
Ich will nicht überheblich sein, auch ich mache viele Fehler, aber wer nicht in der Lage ist, sein Leitbild in ordentlichem Deutsch zu artikulieren, sollte sich nicht Bildungseinrichtung nennen.
Heute, am 21. Mai, war ich bei der VHS Verbandsversammlung im Rathaus in Donaueschingen. Im Vorfeld hatte ich nach den Honoraren der Referentinnen und Referenten gefragt – die ja nicht getrennt erfasst werden, da es keinen Unterschied gäbe. Das einzige was heute raus kam ist, dass hier mehr Geld ausgegeben wurde, als geplant.
Ich möchte jetzt auch nicht dem Bürgermeister von Donaueschingen an den Karren fahren. Er macht das toll und Donaueschingen hat sicher auch das schönere Rathaus und der Sitzungssaal ist wunderschön. Die Arbeit mit den Integrationskursen, Deutschkursen und auch die Kurse für die Firmen und die Feuerwehr ist sicher eine gute Sache. Aber es kostet Geld von Hüfingen, Bräunlingen und Blumberg – unser Geld. Es fehlt den Vereinen auf der Südbar. Der TuS macht auch Yoga Kurse, die gefördert werden sollten.
Klar ist es schön eine VHS zu haben, die mit den Kindern Ausflüge macht, aber es ist halt Luxus. Das Geld fehlt an anderen Stellen. Und ich möchte anmerken, so viel Spaß die Männer am Whisky testen haben, ich halte es auch für einen Vorwand zum Saufen und finde eine Förderung für Alkohol moralisch nicht in Ordnung. Dafür gibt es den Feierabend Hock.
Vielleicht sollte die VHS eine gGmbH werden, die Integrationskurse, Kinderbelustigung, Kochkurse, Wettsaufen oder fröhliches Backen wie bei Oma etc. anbietet. Gerne war ich auch mit dabei an der Verbandskläranlage. Es ist ja nicht schlecht, was die VHS Baar macht. Aber warum soll das die Stadt Hüfingen bezahlen? Unser Aquari zahlt uns auch niemand. Es ist Luxus.
Da die VHS sich Bildung, Kultur, Sport und Begegnungen auf die Fahne schreibt, möchte ich hier diese vier Kompetenzen den Hüfinger Vereinen gegenüberstellen.
Bildung
Jetzt weiß ich wirklich nicht, ob Kochkurse zur Bildung gehören. Aber wenn jemand mal einen Kuchen backen möchte, sind die Landfrauen sicher gerne behilflich.
Dann wird Donaueschingen eine Beteiligung der Umlandgemeinden an den Investitionskosten für die Realschule geltend machen. Wieviel das genau sein wird ist zwar noch nicht endgültig geklärt, aber auf der Seite von Donaueschingen gibt es eine erste Schätzung. Dies sind Gesamtkosten von 55,9 Millionen € und der Anteil der Hüfinger Schüler liegt vermutlich bei 13,26 %. Also kommen wir auf 7,4 Mio € (7.412.340 €). So nebenbei, liebes Bräunlingen, für euch wären es 7,19 Mio €!
Das Land Baden-Württemberg zahlt dem Schulträger auch Geld für die einzelnen Schüler. Dies wird voraussichtlich aber hier nicht abgezogen und verbleibt in Donaueschingen. Auch hatte Hüfingen bei dem Bau der neuen Realschule rein gar nichts zu melden. Also Donaueschingen baut, Hüfingen muss bezahlen und unser Gemeinderat darf gar nichts.
Doch, wir dürfen auch noch deren VHS Baar bezahlen.
Kultur
Während Hüfingen sehr viel für seine Kultur macht – vor allem auch das Stadtmuseum – konnte ich bei der VHS Baar keine Kultur entdecken.
Also zumindest keine die Hüfingen betrifft und Hüfingen hat nun wirklich eine sehr lange und große Kultur, sonst würden ja nicht in Donaueschingen überall Kunstwerke von Hüfingern Künstlern rum stehen.
Sport
Der TuS Hüfingen und FC Hüfingen mit weit über 1.000 Mitgliedern bieten deutlich mehr und dies ehrenamtlich, inklusiv und kostenfrei für Mitglieder.
Aber wenn wir schon beim Sport sind: Alle Hüfingerinnen und Hüfinger bezahlen gerne für unser Aquari! Unser Schwimmbad, das übrigens auch Donaueschingen nutzen darf, ist ein echter Mehrwert für die Donaueschinger Schülerinnen und Schüler – im Gegensatz hierzu soll Hüfingen die Realschule mit bezahlen.
Vielleicht sollten wir unser Aquari umbenennen in Schulschwimmbad, damit wir auch eine Beteiligung an den Kosten verlangen können.
Begegnungen
Dieses Wort von der VHS Baar ist fast schon frech. Klar begegne ich Menschen, wenn ich bei einem kostenpflichtigen Kurs teilnehme. Davon abgesehen kann ich das auch in Villingen tun – was ich viel lieber mache. Menschen kann ich kostenlos begegnen, wenn ich eine Veranstaltung unserer über 70 Vereine besuche.
Um mir von Männern deren Weltbild dozieren zu lassen, muss ich nun wirklich kein Geld bezahlen. Die Hüfinger Vereine begegnen mir auf Augenhöhe und sind deutlich diverser. Da gehe ich sogar lieber zu Kolping und jeder der mich kennt, weiß was ich da sage.
Fazit
Hüfingen darf keinen Supermarkt haben, da Donaueschingen dies als Mittelzentrum verbietet. Was denkt ihr, warum ein Teil vom Kreisel bei Mariahof ins Nirgendwo führt? Wovon sollen wir also die VHS bezahlen? Sollen wir das Aquari schließen für den Luxus einer VHS?
Ich möchte den Hüfinger Gemeinderat bitten in die Hüfinger Vereine und das Aquari zu investieren.
Unsere prekäre Haushaltslage hat nichts übrig für Donaueschinger Bildungseinrichtungen. Auch Bad Dürrheim hat sich zurück gezogen und da ging es nur um 11.600 €; von uns wird das vierfache gefordert.
Dafür gäbe es ein riesiges Vereinsfest bei dem alle mitmachen könnten – vielleicht im Aquari 🙂
– 14/2025 – Ein Wohnhaus in Hausen vor Wald am Fichtenweg soll erweitert werden. Hierbei soll die Baugrenze um 5,66 m überschritten werden. Der Ortschaftsrat hat einstimmig zugestimmt und der Gemeinderat ebenso.
– 15/2025 – Ein weiteres Wohnhaus in Hausen vor Wald an der Ortsstraße soll erweitert werden. Auch hier hat der Ortschaftsrat zugestimmt und auch der Gemeinderat stimmt einstimmig zu.
– 16/2025 – In der Schulstraße in Hüfingen soll eine weitere Garage angebaut werden. Diesem Bauvorhaben soll zugestimmt werden. Der Gemeinderat stimmt hier einstimmig zu.
– 18/2025 – In der Alemannenstraße in Hüfingen ist ein Carport und eine Gaube geplant und eine Gartenlaube soll nachträglich genehmigt werden. Die Laube wurde als Anbau an die Garage in den Abmessungen von 4,0m auf 6,40m mit einer Höhe von 1,95m, errichtet. Durch die Überschreitung der max. Länge der Grenzbebauung mit der Garage zusammen mit der Gartenlaube ist auf dem angrenzenden Grundstück eine Baulast notwendig. Baulasten kommen dann zum Einsatz, wenn eine Immobilie den gesetzlichen Vorgaben nicht entspricht. Damit sich das Bauvorhaben dennoch realisieren lässt, wird das Nachbargrundstücke mit einbezogen. Der Gemeinderat hat eistimmig zugestimmt.
– 19/2025 – In der Hochstraße soll ein Regenwassertank zur Grauwassernutzung eingebaut werden. Auch hier stimmt der Gemeinderat zu mit einer Enthaltung.
– 20/2025 – Im Großschönau-Ring werden mehrere Änderungen bzw. Neubauten an einem bestehenden Kettenhaus beantragt. Als Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans wurde die Errichtung des zusätzlichen Carports sowie des Gartenhauses innerhalb der Pflanzgebotsfläche beantragt. Weiter die Überdachung der bestehenden Terrasse in den Abmessungen von 4,0m auf 10,80m, die Errichtung einer Dachterrasse auf der bestehenden Flachdachgarage, der Neubau eines Carports in den Abmessungen von 4,50 m auf 7,0m mit einer Höhe des begrünten Flachdachs von 2,65m, der Neubau eines Gartenhauses in den Abmessungen von 4,50m auf 3,0m und einer Höhe von 2,20m und die Umnutzung des bestehenden Gästezimmers in ein gewerblich genutztes Nagelstudio.
SPD bittet darum dass die Einhaltung der Bepflanzung überprüft wird. Ansonsten wird zugestimmt.
– 21/2025 – Befestigung eines Holzlagerplatzes zur Lagerung von Holzhackschnitzel und Neubau Rundbogenhalle.
Der Pächter von Flächen an der Hochstraße beantragt die teilweise Befestigung der vorhandenen Holzlagerflächen sowie den Neubau einer Rundbogenhalle. Zur Lagerung von Holzhackschnitzel sollen Teile des vorhandenen Holzlagerplatzes entlang der Hochstraße auf einer Fläche von ca. 25m auf ca. 116m asphaltiert werden. Insgesamt soll dazu eine Fläche von ca. 4.275m² versiegelt werden. Die Gesamtfläche inclusive der geplanten Zufahrt beträgt ca. 5.175m². Auf der asphaltierten Fläche wird der Bau einer Rundbogenhalle mit einer Grundfläche von 25m x 36m (900m²) beantragt. Die maximale Höhe der Halle beträgt 11,80m. Die überplanten Flächen werden ebenso wie die angrenzenden Flächen bereits seit Jahrzehnten als Holzlager sowie für den Betriebshof des FF-Sägewerks gewerblich genutzt. Ein rechtskräftiger Bebauungsplan für diesen Bereich ist nicht vorhanden.
Im Jahr 1933 ging das Hüfinger Sägewerk an das Haus Fürstenberg über und hieß „Säge-und Hobelwerk Fürst Max Egon zu Fürstenberg“. Im Sägewerk arbeiteten, bis zur Befreiung 1945, von den Nazis entführte Zwangsarbeiter aus dem überfallenen und besetzten europäischen Ausland. Seit dieser Zeit werden verschiedene Imprägnieranlagen betrieben. Heute gehen wir davon aus, dass der Boden dort hochgradig verseucht ist.
Im Jahr 2022 gab es einen städtebaulichen Vertrag der Stadt Hüfingen mit der Bima für ein ETZ (Einsatz-Trainings-Zentrum für die Zollverwaltung) in Hüfingen. Da der Fürst aber deutlich zu viel Geld für das verseuchte Land wollte, hat die Bima die Verhandlungen eingestellt.
Laut Ansicht der Verwaltung kann dem Antrag zugestimmt werden sofern die Entwässerung des anfallenden Oberflächenwassers mit dem Amt für Wasser- und Bodenschutz abgestimmt wird.
Hüfingen hat einen Grundwasserschaden!
Wasserschutzgebiete im Schwarzwald-Baar-Kreis und die ausgewiesenen Zonen.
Die heute gültigen Zonen für das Trinkwasserschutzgebiet (WSG) Schaafäcker vom 30.10.1979
WSG Schaafäcker mit 70,85 ha; Zone 1: 0,5 ha Zone 2: 2,5 ha;
Beim Trinkwasserschutz wurde im Jahr 1979 das Gelände vom Imprägnierwerk an der Hochstraße ausgenommen.
Anstatt den Grundwasserschaden, den das FF-Imprägnierwerk verursacht hat, zu überbauen, wäre es hier eher angemessen diesen zu sanieren!
Ich fordere unseren Gemeinderat auf, eine Sanierung des Grundwasserschadens zu verlangen!
Hier die Rede von Mete Ünal für die SPD Fraktion hierzu:
„Die SPD-Fraktion sieht den Bauantrag Nr. 21/2025 kritisch – nicht, weil wir gewerbliche Nutzung grundsätzlich ablehnen, sondern weil hier wichtige Fragen unbeantwortet bleiben.
Allein 35 Mal passt mein Haus in diese Fläche herein, man könnte ein ganzes Fußballfeld daraufsetzen: Über 4.200 Quadratmeter sollen neu versiegelt werden. Das ist in Zeiten des Klimawandels und zunehmender Starkregenrisiken kein Bagatellthema. Wir erwarten ein klares Regenwasserkonzept. Nicht nur eine Abstimmung mit dem Amt für Wasser- und Bodenschutz.
Auch der Bau einer fast 12 Meter hohen Halle ohne gültigen Bebauungsplan wirft Fragen zur städtebaulichen Verträglichkeit auf. Hier braucht es eine landschaftsplanerische Bewertung.
Besonders brisant ist die Altlastensituation: Auf dem Gelände besteht ein bekannter Grundwasserschaden. 27 Jahre Alt genau so alt bin ich und auch genau seit 1998 wird das kontaminierte Wasser aufbereitet – eine Versiegelung könnte diese Sanierung beeinträchtigen. Und das alles in unmittelbarer Nähe zu unseren Wasserschutzgebieten.
Wir fordern daher: • ein umfassendes Regenwasserkonzept, • eine Prüfung der Auswirkungen auf die Grundwassersanierung, • eine landschaftsplanerische Einschätzung der Halle • und angemessene Ausgleichsmaßnahmen für die massive Flächenversiegelung.
Nachhaltige Standortentwicklung bedeutet auch, bestehende Nutzungen regelmäßig auf ihre Zukunftsfähigkeit hin zu überprüfen. Der vorliegende Antrag leistet das aus unserer Sicht nicht in ausreichendem Maße. Zumal wir aktuell erleben, dass wertvolle Standorte (wie etwa jener für das geplante Zollgebäude) verloren gehen, weil keine tragfähige Planung für dieses Gebiet vorliegt. Daraus müssen wir lernen: Wenn wir als Stadt solche Potenziale mit 55 Mitarbeitern zzgl. täglich Zollbeamten, die die Hüfinger Gastronomie gestärkt hätten, nicht erneut vergeben wollen, braucht es mehr Weitblick.“
Die SPD beantragt die Vertagung. Das Bauamt meint, dass die Fläche kontaminiert ist sei bekannt und es soll darüber versiegelt werden, dann wäre der Grundwasserschaden sozusagen geschützt. Für die CDU geht es um die „Gerbstoffe“ der Holzschnetzel und anscheinend ist es nicht im Hirn angekommen, dass dort schon vor 30 Jahren ein Grundwasserschaden festgestellt wurde. CDU hat heute wieder eine super Performance abgeliefert, ich kam mir vor wie in einem Wurmloch nach „5 Jahre Beobachtung der kompetenten Visionen des Patriarchats“.
Es wird zuerst abgestimmt, ob vertagt wird und mit 7 Gegenstimmen wird nicht vertagt.
CDU und Freies Forum stimmen für die Versiegelung des schwer kontaminierten Bodens und die aktive Vertuschung des Grundwasserschadens. Sollen sich doch unsere Kinder mal drum kümmern, wenn das Trinkwasser verseucht ist. Teuer wird es dann ja für die nächste Generation. Aber vielleicht gibt es einigen ja zu denken, dass alle unsere Ortschaften aus den selben Tiefbrunnen beim Schafäcker trinken. Auch Mundelfingen bekommt das hoch gepumpt. Und Behla sowieso, gell. Es sind genau eure Enkel, nicht die von anderen. Sind Wirtschaftliche Interessen dem Freien Forum und der CDU wichtiger als die eigenen Kinder?
Das Amt für Umwelt- Wasser und Bodenschutz hat gesagt, dass Hüfingen für die eigene Trinkwassersicherheit zuständig sei. Na dann Prost.
– 22/2025 – Neubau einer Lagerhalle in Holzbauweise mit Pultdach beim städtischen Bauhof im Grubengarten. Vorgesehen ist die Errichtung einer zusätzlichen Lagerhalle in den Abmessungen von 12,34m auf 13,10m mit einem 5° geneigtem Pultdach. Die Firsthöhe beträgt 5,04m. Die Halle dient zur Optimierung der Lagerung von Wasserleitungsrohren des Wasserwerks. Momentan werden die 12m langen Rohre im Freien gelagert, UV-Strahlung kann hier zur Schwächung des Materials führen.
Wird vertagt.
– 23/2025 – Errichtung einer Garage an der Bräunlinger Straße. Für die Garage gibt es eine Baugenehmigung aus dem Jahr 2015 welche jedoch abgelaufen ist und daher neu beantragt werden muss. Dem Bauvorhaben wird zugestimmt.
Öffentliche Gemeinderatssitzung ab 18:30 Uhr
TOP 4 Bebauungsplan „Römerstraße-Süd“ in Behla
Räumlicher Geltungsbereich
Der geplante Geltungsbereich des Bebauungsplanverfahrens mit einer Gesamtfläche von 0,8 ha beinhaltet Teile des Flurstücks 349.
Bebauungsplan Römerstraße Süd Behla
Innerhalb des Plangebiets befinden sich aktuell landwirtschaftliche Grün- und Ackerflächen.
Rotmilan
Auf Grund der eingegangen Anregungen und Bedenken musste der Bebauungsplanvorentwurf geändert werden:
Vergrößerung des Geltungsbereichs um die naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme A1 sowie die bestehende Römerstraße.
Vergrößerung der Grünflächen durch Verkleinerung der gewerblichen Bauflächen.
Aufnahme von Flächen zur Rückhaltung, Versickerung und verzögerten Ableitung von unbelastetem Dach- und Oberflächenwasser.
Neuformulierung der Vorschriften zur Beleuchtung.
Aufnahme einer Festsetzung zur Verhinderung von Materiallagern und Baustelleneinrichtungen im Vogelschutzgebiet.
Aufnahme von allgemeinen Maßnahmen für die Zauneidechse.
Aufnahme von Festsetzungen für Nisthilfen.
Aufnahme von Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen / Maßnahmenkonzept für den Rotmilan innerhalb des Plangebiets.
Aufnahme von CEF-Maßnahmen für die Zaun- und Waldeidechse innerhalb des Plangebiets.
Aufnahme von Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen über den Ankauf von Ökopunkten.
Verschiedene Ergänzung und Anpassungen in den Hinweisen.
Ergänzungen und Anpassungen in der Begründung (insbesondere Teiländerung Flächennutzungsplanung statt Gesamtfortschreibung, Konkretisierung der geplanten Oberflächenentwässerung, Ergänzung der Anlagen zur Begründung).
Ergänzung der Unterlagen um den artenschutzrechtlichen Fachbeitrag incl. Maßnahmenkonzept für die Zaun- und Waldeidechse und Maßnahmenkonzept für den Rotmilan.
Ergänzung der Unterlagen um den Umweltbericht inkl. Eingriffs- Ausgleichsbilanzierung und Bestandsplan der Biotop- und Nutzungsstrukturen.
Ergänzung der Unterlagen um die Natura 2000-Vorprüfung Vogelschutzgebiet ‚BAAR‘ (8017-441).
Ergänzung der Unterlagen um Ausführungen zur geplanten Oberflächenentwässerung.
Der Gemeinderat hat dem Bebauungsplanentwurf einstimmig zugestimmt.
TOP 5 Vergabe Erneuerung Schaltanlagen und Funkanlage Tiefbrunnen und Wasserturm
Die „Sanierung der fernwirktechnischen Ausrüstung Tiefbrunnen I & II und Neuerstellung einer funktechnischen Relaisstation am Wasserturm“ wurde am 23. Januar 2025 beschlossen. Im Wirtschaftsplan 2025 der Stadtwerke sind 70.000 € eingestellt.
Der GR soll eine Firma aus Blumberg für 62.394,54 € netto beauftragen. Der Gemeinderat stimmt einstimmig zu.
TOP 6 Vergabe Feuerwehrgerätehaus Hüfingen Anbau Aufzugsanlage
Die Erweiterung des Feuerwehrgerätehaus wurde in der Sitzung am 14. November 2024 beschlossen.
Vergabe von Erd- und Rohbauarbeiten wurde am 27. März 2025 für 654.015,52 € vergeben.
Hier geht es um die Aufzugsanlage, für die für 50.329,88 € eine Firma aus 88525 Dürmentingen beauftragt werden soll.
Der Gemeinderat stimmt einstimmig zu.
TOP 7 Vergabe verschiedener Arbeiten für den Hackschnitzelkessel II am Standort Bleichewiese
Es gibt einen Förderbescheid Hackschnitzelkessel II in Höhe von 1,035 Mio € und es wird mit Gesamtkosten von 3,78 Mio € gerechnet. Mit dem Bau der Hackschnitzelkesselanlage II mit einer Leistung von 2 MW wird die Bleichewiese die zentrale Heizzentrale der Wärmeversorgung der Stadt Hüfingen.
Heute geht es um folgenden Beschlussvorschlag:
Die Dachbegrünung des Gebäudes für den Hackschnitzelkessel II am Standort Bleichewiese wird an eine Firma aus Löffingen in Höhe von netto € 87.458,00 vergeben.
Die Elektroinstallationsarbeiten für den Hackschnitzelkessel II am Standort Bleichewiese wird an eine Firma aus Hüfingen in Höhe von netto € 83.995,30 vergeben.
Die Stahlbauarbeiten für den Hackschnitzelkessel II am Standort Bleichewiese wird an eine Schlosserei aus Donaueschingen in Höhe von netto € 132.278,80 vergeben.
Die Holzbauarbeiten für den Hackschnitzelkessel II am Standort Bleichewiese wird an ein Bauunternehmen aus Furtwangen in Höhe von netto € 76.616,51 vergeben.
Die Anlagenverrohrung für den Hackschnitzelkessel II am Standort Bleichewiese wird in Höhe von netto € 211.044,29 vergeben.
Dies wird mit zwei Enthaltungen beschlossen.
TOP 8 Anpassung der vertraglich vereinbarten Verwaltungskosten im Zusammenhang mit dem Betrieb der Kita Luise-Scheppler
Der aktuelle Vertrag über den Betrieb und die Förderung der kirchlichen Kindertagesstätte Luise-Scheppler in Hüfingen stammt aus dem Jahr 2004. Er wurde zuletzt 2014 im Zusammenhang mit der Professionalisierung der Kindergartengeschäftsführung durch einen Zusatzvertrag ergänzt.
Der Zusatzvertrag regelt die Höhe der berücksichtigten Verwaltungskosten mit Wirkung vom 01.11.2014 wie folgt: Die Aufwendungen für die verwaltungstechnische Betreuung der Einrichtung (z. B. Aufwendungen für die Rechnungsführung, Aufstellung des Sonderhaushaltsplanes) werden wie folgt berücksichtigt: a) Als prozentuale Pauschale mit 2,5 % der Personal- und Sachausgaben und zusätzlich für die Übernahme von Geschäftsaufgaben für die Evang. Luise-Scheppler-Kindertagesstätte durch das Evangelische Verwaltungs- und Serviceamt Villingen. b) Als prozentuale Pauschale mit 1,25 % der jährlichen Personalkosten.
Die evangelische Kirchengemeinde Hüfingen-Bräunlingen hat im Oktober 2022 den Antrag auf Erhöhung der im Betriebsvertrag vereinbarten Verwaltungskosten gestellt. Sie beantragte seinerzeit, mit Wirkung ab 01.01.2023 die verwaltungstechnische Betreuung der Einrichtung als prozentuale Pauschale mit 5 % der Personal- und Sachausgaben zu berücksichtigen. Der Bürgermeister hat mit Schreiben vom 22.11.2022 diesen Antrag abgelehnt. Grund für die Ablehnung war, dass kurz zuvor die Leistungsfreistellungszeit in Hüfinger Einrichtungen von 0,1 Fachkraftstellen je eingerichteter Gruppe auf 0,125 Fachkraftstellen je eingerichteter Gruppe angehoben worden war.
Obwohl das Evangelische Verwaltungs- und Serviceamt in 2023 nochmals den Antrag auf Erhöhung der Verwaltungskosten wiederholte, blieb die Verwaltung bei Ihrer Ablehnung. Nun haben die Trägervertreter im persönlichen Gespräch mit Herrn Bürgermeister Haas die Gründe für den bereits gestellten Antrag aus 2022 nochmals dargelegt und um Prüfung Ihres Antrages gebeten. Die Kirchengemeinde Hüfingen-Bräunlingen ist nicht mehr in der Lage, den aktuell entstehenden Differenzbetrag zwischen den vertraglich vereinbarten Verwaltungskosten und dem Betrag, den die Kirchengemeinden gemäß der Gebührenordnung der Evangelischen Landeskirche für Verwaltungskosten einrichten muss, aufzubringen.
Eine Ablehnung des Antrags auf Erhöhung der Verwaltungskosten im Betriebsvertrag könnte die Aufgabe der Trägerschaft der evangelischen Kirche zur Folge haben. Das Evangelische Verwaltungs- und Serviceamt hat für den Gemeinderat die Aufgaben der Kindergartengeschäftsführung und die Aufwendungen im Zusammenhang mit den Verwaltungskosten ausführlich dargestellt.
Dem Antrag des Evangelischen Verwaltungszweckverbandes Schwarzwald-Bodensee soll einer Anhebung der vertraglich vereinbarten Verwaltungskosten auf 5 % der Personal- und Sachausgaben bei der Kita Luise-Scheppler rückwirkend zum 01.01.2024 zugestimmt werden.
Für 2024 wird der Differenzbetrag voraussichtlich rd. 13.000 € betragen.
Der Gemeinderat will mehr Informationen und der Punkt wird vertagt.
TOP 9 Kindergarten Mundelfingen – Information zur Auslastung der Einrichtung und Entscheidung zur Schließung oder Fortführung der 3. Gruppe im Rathaus
Die zeitlich befristet eingerichtete dritte Gruppe des Kindergartens St. Theresia Mundelfingen wird nicht zur Deckung des aktuellen Bedarfs an ü3 Betreuungsplätzen in der Gesamtstadt oder im Stadtteil Mundelfingen selbst benötigt. Sie wird deshalb zum 01.06.2025 geschlossen; die Kinder der Rathausgruppe werden in den beiden Stammgruppen im Kindergarten Mundelfingen untergebracht.
TOP 10 Nutzungskonzept Gewerbeeinheit Hauptstraße 4
Am 23.01.2025 hat der Gemeinderat dem Kauf der Gewerbefläche mit einer Grundfläche von ca. 125 m² zugestimmt. Durch die großzügige Schenkung von Kunstgegenständen durch den renommierten Künstler und Keramiker Prof. Volker Ellwanger aus Lenzkirch, werden weitere Ausstellungsflächen benötigt. Gleichzeitig ist noch unklar, welche Raumkapazitäten die Stadt Hüfingen in den nächsten 5 oder 10 Jahren benötigen wird. Die Verwaltung empfiehlt daher, dem Stadtmuseum die Räume befristet zur Verfügung zu stellen. Sollte sich am Raumbedarf der Stadt keine Änderung ergeben, ist eine Nutzungsverlängerung immer wieder möglich.
Der Gemeinderat stimmt zu die Räumlichkeiten dem Stadtmuseum unter bestimmten Voraussetzungen zur Verfügung zu stellen.
TOP 11 Feuerwehr Hüfingen, Beschaffung Atemschutzgeräte, Bekanntgabe Eilentscheidung
Die Neubeschaffung von 34 Atemschutzgeräten für 64.700€ war wegen langen Lieferzeiten dringend notwendig.
Hier gab es eine Eilentscheidung durch den Bürgermeister. Die Fraktionsvorsitzenden wurden vor Auftragsvergabe informiert und stimmten der Eilentscheidung zu.
TOP 12 Antrag der SPD-Fraktion – Erarbeitung eines Schülerlotsen-Konzept
Die SPD Fraktion hat in der Sitzung am 20. Februar 2025 einen Antrag für ein professionelles Schülerlotsen-Konzept an der Lucian Reich Schule zusammen mit der Verkehrswacht gestellt.
Die Verkehrslage des Schulweges, während der Stoßzeiten ist für die Schülerinnen und Schüler sehr unübersichtlich und gefährlich. Die Verwaltung hat daher bereits Kontakt mit der Initiatorin aufgenommen und sich die örtliche Situation schildern lassen. Zudem wurde für Mai eine Verkehrsschau geplant, bei der die Situation vor Ort gemeinsam mit den zuständigen Entscheidungsträgern begutachtet wird.
Auch hier wird einstimmig zugestimmt.
TOP 13
Für den Sonnenbrunnen gibt es vielleicht eine Einweihung!
Das Buch habe ich hier 2021 veröffentlicht. Allerdings veraltet auch eine Webpage ziemlich schnell und die nächsten Monate möchte ich die einzelnen Kapitel aktualisieren. Deswegen werde ich jedes aktuelle Kapitel wieder nach vorne kramen. Das alte Buch mit der sehr eigenwilligen Schreibweise in Frakturschrift hatte ich damals vorgelesen, um den gesprochenen Text von einem Programm namens f4transkript in Buchstaben umzuwandeln. Den umgewandelten Text habe ich danach bearbeitet, da viele der Wörter dem Programm nicht bekannt waren. Aus diesen Gründen ist der Text ein Gemisch aus alter und neuer Schreibweise. Was es in den verschiedenen Kapiteln des Buches gibt, ist diese vorgelesene Tonspur mit dem Transkript in schwarz. In blau sind unten Erklärungen dabei.
Jedermann kennt den Volksglauben, nach welchem es keinen Samstag im Jahre gibt, an dem nicht wenigstens ein Stücklein blauen Himmels zum Vorschein kommt. Man sagt, die himmlische Haushaltung sei zu Gunsten Marien’s ausdrücklich so eingerichtet worden, damit unsere liebe Frau den frischgewaschenen Schleier jeden Sonntag trocken habe, um in die Kirche oder über das Gebirge gehen zu können.
Den Verweis hierfür mögen Wetter- und andere Propheten führen. So viel ist entschieden gewiss, dass zu Anfang der 20er Jahre, am 24. Juli, dem Samstag vor dem Jakobifeste, das zufällig auf den Sonntag fiel, der klarste blauste Himmel sich über dem alten Städtlein Hüfingen wölbte. Damals war sein Aus- und Eingang noch jeglicher mit einem Tore gesegnet; und hing noch ein gutes Stück der verwitterten Stadtmauer umher. Die Sonne stand schon tief. Auf dem Gartenhängen waren da und dort weiße Kleidungsstücke von jener Gattung aufgehängt, die ein redliches Gemüt geradezu Hosen zu nennen wagt, sie sahen frisch gewaschen und appetitlich aus und hatten eine kriegerische Bedeckung von Säbelkuppeln und Fangschnüren. In der Ferne hörte man trommeln. Buben von zehn, zwölf Jahren marschierten einen entlegenen Feldweg hin und übten sich in dieser nützlichen Kunst. Auf den Lauben (Galerien) der Häuser wurden dunkelblaue Uniformen mit weißen Aufschlägen ausgeklopft. Wer im Felde zu tun hatte, der machte sich früher als gewöhnlich heim, um noch so Manches für morgen herzurichten. Der hatte sein Säbelgefäß und die Rockknöpfe noch mit Ziegelmehl abzureiben, dieser mußte sein Tschako noch lackieren, jener erwartete vom Schuhmacher die neuen Stiefel, die er morgen einweihen wollte. Alles sprach nur von morgen und freute sich des schönen Wetters.
„Wenn es nur auch so hält“, sagte der alte Hafnermeister, in den er seinen Sappeursbart, den er morgen anlegen wollte, wieder ein wenig heraus ausstaffierte. „Es bleibt gut“, bemerkte ein Nachbar, der sassianene Gerbermeister. „Mein Laubfrosch sitzt jetzt schon seit vorgestern früh hoch auf der Leiter, und das Männle am Rathausfähnle läßt gutes Wetter supponieren.“ „Es wird einen merkwürdigen Zulauf von Fremden geben“, erwiderte der Andere. Und was war denn das für ein Tag, auf welchen so ausgebreitete Zurüstungen gemacht wurden? Es galt nichts weniger, als das Fest des heiligen Jakobus, Kirchenpatrons von Hüfingen, das seit uralten Zeiten mit geziemender Würde begangen wird.
Zur Zeit unserer Erzählung war dieser Tag für die ganze Baar sozusagen ein Volksfest, zu welchem die Gäste von nah und fern zusammenströmten. Nicht wenig zum Glanz des Tages trug eine bürgerliche Miliz und ein Musikkorps bei, welche beide nach dem Muster anderer kleinen Städte auch hier errichtet worden waren. Die Musik, von ihrem unermüdlichen Kapellmeister aufs trefflichste eingeübt, hatte den Beifall aller Hörer und die wackeren Musketiere exerzierten und manövrierten, dass es eine Lust war, ihnen zuzusehen. Und weil dazumal noch nicht jeder alte Student und Gevatter Handschuhmacher sich einbildete, ein größerer Mann zu sein, der das Volk beglücken und Deutschland umgestalten müsse, so ginge alles im besten Contento, zur Freude für Jung und Alt.
Der damalige Major und Bürgermeister war ein Kriegsoberster, der trefflich Manneszucht zu halten wußte, und recht stattlich sah es aus, wenn er in der Uniform mit kurzen hirschledernen Beinkleidern und Suwarowstiefeln, ähnlich einem Erzherzog Karl oder Fürst Schwarzenberg, vor der Fronte stand.
Die Seele der Armada von Hüfingen aber, wenigstens wenn man ihn selbst hörte, war der alte Marte, der zu dieser Stunde noch auf der Stiege hinter seinem Hause stand und bedächtig das Wetter beobachtete, ob die Sonne kein Wasser ziehe oder ob der Wind sich nicht drehe. Wahrscheinlich wäre er noch lange so gestanden, wenn nicht ein kleiner Bub in der Eigenschaft eines Feldjägers atemlos und schwitzend daher gelaufen wäre mit der Meldung, alles sei versammelt, man warte nur noch auf ihn.
Gedachter Marte war der Feldwaibel beim Corpo, der die Rekruten einschulen mußte, und zu diesem Behufe hatte er auch das Exerzieren gründlich studiert bei den Österreichern. Unter vier Augen ließ er oft Winke fallen, dass selbst der Major „das Meiste von ihm habe“. „Gleich!“ sagte er, „gleich werd‘ ich erscheinen.“ Er rückte noch einmal seine Waffen zurecht, und eilte durch das Städtlein, wo vor allen Häusern gekehrt, an allen Brunnen gefegt und gewaschen wurde, hinaus auf den Anger vor dem Schützenhause. Sobald er anlangte, stellte sich das Bürgerkorps in Reih und Glied und begann sämtliche Schwenkungen und Manövers, welche das morgige Fest verherrlichen sollten, zur Vorübung auszuführen. Hinter her aber zog ein Haufen von Buben mit Bohnenstecken statt der Gewehr, und machten alle Exercitien glücklich nach.
„Stellt euch“, sagt der Major und Bürgermeister, als diese beendet waren. „Stellt euch nur morgen auch Alle präzis ein und nehmt euch zusammen, besonders was das Feuern anbelangt, dass wir den alten Ruhm nicht einbüßen“.
Nach dieser öffentlichen Anrede zog er den Feldwebel Marte und den Korporal-Nachtwächter auf die Seite und flüsterte diesen seinen Vertrauen zu: „Ihr Leut‘, ich fürcht‘, dass uns die Zwei“ – hier winkte er verstohlen gegen zwei Rekruten hin – „morgen bei den Salven Confusion machen. Entweder schießen sie vor, oder, was noch schlimmer, sie laden unrichtig. Es wird gut sein, wenn sie morgen gar keine Patronen erhalten.!
„Herr Major“, warf der Feldwaibel mit wichtiger Miene ein: “ das wird’s nicht wohltun; wofür verzürnen die Leutele. Ich weiß ein besser Mittel, laßt mir mich machen. Morgen, bevor und dass wir einmarschieren, will ich tun, als visitiere ich ihre Musketen, und werde dann unvermerkt jedem einen tüchtigen Lichtstumpfen auf die Schwanzschraube hinunterstoßen; dann schießt keiner vor, es gibt kein Unglück, und die Leut‘ haben ihre Plaisir.“ – Der Major gab dieser Maßregel seine oberbefehlshaberliche Genehmigung und commandierte demnächst „Auseinander“, worauf sich die Buben schon längst gefreut hatten, weil sie jetzt ihren Alten die Musketen heimtragen durften.
Während alles dieses in der Stadt vorging, schritten zwei junge Burschen die staubige Straße von Bräunlingen her. Der eine, mit der Sense auf den Rücken, kam aus dem Felde. Der andere schien auf der Reise begriffen zu sein; er mochte etwa 24 Jahre zählen, ein stämmiger Bursche mit braunem Haar und rötlichem Backenbart. Die Reise konnte aber nicht allzu weit gehen, denn er hatte offenbar seine Sonntagskleider an: Über den neuen schwarzen Lederhosen, den neuen grünen Samtschoopen und das rote Leible. In der Hand trug eine schwanke Haselnussgerte, mit welcher er von Zeit zu Zeit durch den Schwarm Mücken hieb, der vor ihnen hertanzte. K
„Konrad“, sagte der mit der Sense, „das kann ich dir sagen, seit du auf dem Hofe bist, kennt man dich fast nicht mehr, du bist ein Weltkerle geworden“. „D’rum bin ich gesund, Gott Lob“, erwiderte der im Sonntagsstaat, „Essen und Trinken schmeckt mir, und überflüssige Sorgen mach‘ ich mir auch keine“. „Ja, wenn eine gewisse nicht wär!“ „Du hast gehört läuten, und weißt nicht wo, Franzsepp“, meinte Konrad. „Was soll denn das für eine gewisse sein? – Vom Hörensagen lügt man gern“. – Er suchte ablenkend das Gespräch auf eine andere Materie zu leiten, uls sie bald hernach gegen das Städtlein kamen, so dass man die vergoldeten Zeiger der Turmuhr sehen konnte, machte er ein Paar von den blanken runden Knöpfen an dem roten Leibe auf, zog eine Uhr an silberner Kette heraus, und nachdem er sie zuerst an das Ohr gehalten hatte, ob sie noch gehe, verglich er sie mit der Kirchturmuhr.- „Sechs Uhr!“ , sagte er, „Die geht eine halbe Stund‘ früher als die Bräunlingerin. Sechse, Siebene – bis um Achte bin ich daheim.“ „Ei was! kannst’s du auch Neune werden lassen“, rief der Franzsepp. „Jetzt müssen wir noch einen Schoppen Schweizer oder Markgräfler miteinander trinken in der Sonne, denn so jung kommen wir doch nicht mehr zusammen.“ „Nichts da, sag Dank, ein andermal! für jetzt b’hüti Gott!“ „Aha, es zieht den Menschen eben heim; ei, das muss ja ein großmächtiges Zugpflaster sein, das so stark zieht. – Aber morgen kommst doch zum Fest?“ „Ja, freili'“, rief Konrad zurück, der sich schon eilenden Fußes entfernte. Auf der steinernen Brücke, die vor dem Tore über die Bregach führt, machte er Halt und sah den eben zu Ende gehenden Evolutionen auf dem Anger drüben zu. Die Brücke ist ein Hauptschauplatz im Leben der Bürger dieser guten Stadt. Besonders am Sonntag nach dem Mittagessen wandern sie in aller Seelenruhe zum Tore hinaus und lassen sich auf der breiten steinernen Brustwehr um den heiligen Johann von Nepomuk nieder. Denn unter Gottes freiem Himmel spricht sich ja gar so gut von Allem, was die Woche über passiert, von Altem und Neuen, von Kriegs- und Friedenstagen. Diese Sonntagsfreude ist aber einem fleißigen Bürger wohl zu gönnen, sie kommt auch wohlfeiler, als die im Wirtshause.
Heute, an so einem geschäftigen Abend, war natürlich niemand auf der Brücke zu sehen als ihr Patron, der seit alten Zeiten in Stein gehauen, auf der Brustwehr steht. Zur Feier des kommenden Festes hatte man ihm bereits einen großen frischen Blumenstrauß statt des alten verwelkten in den Arm gegeben; er schien sich aber wenig daraus zu machen. Mit gesenktem Haupt und bedächtiger Miene sah er, wie immer, dem Lauf des Baches nach, der in einiger Entfernung die Stadtmühle treibt.
Der Wanderer verließ die Brücke und gegen den Fußweg hin, dadurch abgemähte Wiesen führte. Er achtete wenig auf die im Wege liegende, mit Kreuzen und Namen bezeichneten Bretter, die den Vorübergehenden zum Gebet für die Verstorbenen ermahnen, und doch hielt er mitten in seinem Geschwindschritte oft plötzlich ein, und bald ging es wie eine hoffnungsreiche Morgensonne in seinem frischen Gesichte auf, bald zog sich die gebräunten Züge wieder zusammen, als ob finstere Nacht und böses Unwetter im Anzug wäre. Solches Zögern verschaffte ihm noch einen Genuß, den kein echter Hüfinger diesen Abend entbehrt haben würde. Denn nachdem die Betglocken, welche in der Umgegend den kommenden Festtage verkündigten, ausgeklungen hatten, erfüllte die türkische Musik, nach langer gründlicher Probe auf der Rathaussstube, die Straßen mit ihrem Getöse, und in ihrer Gesellschaft rasselte der Zapfenstreich weit in die still gewordene abendliche Gegend hinaus. Er traf das Ohr des Wanderers, der aus der Zerstreuung auffuhr und plötzlich seine Schritte beflügelte.
Was trieb ihn denn so vorwärts, und hier sind immer wieder stille stehen? Dachte er an die Zeit, wo er noch mit seinem Ältern zu dem Hüfinger Feste gegangen war? oder an laue Sommerabende, wie dieser, wo er mit seinen Kameraden bis in die späte Nacht hinein auf der Bank vor dem Hause sang und schwatzte, und die Mädchen ihnen von oben zu den offenen Kammerfenstern heraus gute Nacht wünschen? Oder ging ihm die „Gewisse“, mit der ih der Franzsepp aufgezogen hatte, im Kopf herum? –
Hier ist nun der Ort, wo ihr mich meinetwegen unterbrechen mögt. Unser Freund hat seine zwei guten Stündlein von Hüfingen zu dem Dorfe zu gehen, wohin er trachtet. Wir können ihn jetzt verlassen und an einen anderen Weg einschlagen; wenn wir unsere Schritte fördern, so kommen wir immer noch zur gleichen Zeit mit ihm an.
Nun, da werden wir eben in die Gegend des russischen Feldzuges zurückgehen müssen. Richtig. Der Marsch ist so weit nicht, als es den Anschein hat. Also, wie Konrad’s Eltern starben und sein und sein Xaver aus Russland, wo er im kühlen Schneebette schlief, nicht wiederkehrte, da hatte der 13-jährige Waisenknabe nur noch einen einzigen älteren Bruder. Der aber konnte sich selbst noch nicht helfen; er ging in den Dienst zu einem Vetter, der einen Hof oberhalb Mistelbrunn besaß. Durch Rührigkeit und Sparsamkeit hatte sich der Knecht bald so emporgeschwungen, dass er als Pächter des fürstlichen Meierhofes zu Waldhausen sich dauernd wieder niederlassen konnte. So blieb denn Konrad allein im heimatlichen Dorfe zurück. Dort nahm ihm ein Verwandter zu sich, der keine Kinder hatte, aber sehr für möglich war. Dieser Vatersbruder, den man den „Riedbauer“ nannte, war ein langer, hagerer Mann und sah fast dem hölzernen heiligen Antonius ähnlich, der auf dem Seitenaltar der Dorfkirche stand. Er sprach „wenig um einen Groschen“, wie man zu sagen pflegte; im Übrigen, wenn man ihn näher kannte, war er kein so übler Mann. Seine Frau war im Dorfe nicht sehr beliebt, auch stand sie keineswegs unverdient im Rufe des Geizes, denn sie wäre in der Tat im Stande gewesen, „die Laus und den Balg zu schinden“. Dieser trockene, einsilbige Vetter und dieses knickrische Weib war nun alles, was Konrad noch im Leben besaß, und kühle Tage kamen für ihn; denn was half es ihm, dass ihn sein Vetter im Stillen ganz gut leiden konnte? Der ließ sich nie darüber aus, und da ist der arme Konrad nicht merkte, so machte es ihm auch nicht warm. Arm aber war er wie eine Kirchenmaus; denn nach dem Verkauf seines elterlichen Gutes war über die Schulden hinaus so viel wie nichts übrig geblieben, und für ihn gab es keine Hoffnung, jemals ein freier Mann zu werden. Er wurde anfangs zum Hüten verwendet, um allmählich zu der Würde eines Oberknechts emporzurücken.
Dazumal war noch die Ross- und Nachtweiden im Gange, und mit ihnen bestand noch die alte Rossbubenverfassung, welche seitdem auch von dem raschen Lauf der Zeit umgestürzt worden ist. Da nämlich die jüngeren Hüter den ganzen Sommer über mehr draußen als daheim lebten, so war es kein Wunder, dass sich nach und nach ureigene Gesetze und Einrichtungen, die von den Alten respektiert wurden, unter ihnen gebildet hatten. So oft sie das erste Mal im neuen Jahre „ausfuhren“, das heißt die Rosse auf die Weide trieben, wurde ein allgemeinenes Turnier gehalten, worin sie einzeln mit einander kämpfen mussten. Die vier Stärksten, die in diesen Ringspielen Meister wurden, hießen die „Stillieger“ und waren die Oberhäupter der anderen. Sie lagen nämlich still, das heißt müßig und behaglich, auf dem grünen Rasen ausgestreckt, und während sie ein Spiel zusammen machten oder sich sonst belustigten, mußte ihre Unterthanen alle Arbeit für sie tun. Sie mußten ihnen die Pfeifen stopfen, anzünden, die Rosse auf- und abzäunen und, wenn sie sich verlaufen hatten, aus dem „Schaden“ holen. Mit einem Wort, die Viere waren die Herrscher und bei Streitsachen auch die Richter des kleinen Hirtenvolkes. Aber es galt auch etwas, um zu solchem königlichen Ansehen zu gelangen; denn der Ringkampf war kein Kinderspiel, und es mußte nicht weniger als Arm und Bein eingesetzt werden. So geschah es unserem Konrad, dass er am Wahltage im Zweikampf einen unglücklichen Fall tat und den Arm brach. Das Schicksal wollte nicht, dass er ein Stillleger werden sollte. Der Barbier des Orts, das sogenannte „Katzendoktor“, unterwarf ihn einer schmerzlichen und langwierigen Kur. Da hatte er nun, obgleich sein Vetter, der ihm gesetzte „Pfleger“, einen wirklicher Pfleger an ihm wurde, voller Muße, die Geduld zu lernen, zu der das Leben seine Insassen auf diese oder jene Weise erzieht.
Aber er hatte auch noch Muße, um anderen Stimmungen und Empfindungen in sich wachsen zu lassen. Konrad ging jetzt in sein 18. Jahr, und begann eben, wie es in diesem Alter zu geschehen pflegte, die Mädchen des Dorfes mit anderen Augen anzusehen, als sonst. Während er nun stille lag, nur freilich nicht auf so angenehme Art wie seine Kameraden draußen auf der Weide, konnte er seine Gedanken nach Herzenslust spazieren führen, und da mußte er bald die Erfahrung machen, dass dieselben eine Richtung nahmen, die er sich kaum vermutet hätte. Was er auch tun und wohin er sich wenden mochte, seine eigensinnigen Gedanken gingen immer denselben Weg. Zu wem spazierten sie aber? War es des Storchenfrieders Mareille mit den schönen roten Backen und den vielen Ringen an den Fingern? Oder des Tony’s „zumpferne“ Agnes? oder eine von des Müllers Töchtern? Keine von all diesen, so oft er sich auch ihre Tugenden und Vorzüge ausmalen mochte. Oder war es gar am Ende die, welche als Bub bei jeder Gelegenheit geneckt und ihr zu Leid gelebt hatte nach Leibeskräften, die um seinetwillen in Tränen zu sehen, ihm ein Genuss gewesen war? Ja die, die war’s, des alten, vermöglichen Vogts sein feines Mariannle, das er einst so gern in die Hölle geholt und gepeinigt hätte. Jetzt war sie groß und schön geworden, und mancher junge Bursche des Dorfes warf ein Auge auf sie oder auch zwei.
Freilich hätte er lieber auch jetzt wieder, wenn ihr liebliches Bild vor seinen Augen trat, ein böses Gesicht gemacht, nur damit sie ihm auf immer aus dem Sinne schwinden solle, denn er wusste wohl, welch Kluft sei, zwischen der reichen Tochter des Vogts und einem armen Bauernknecht. Er konnte aber nicht, denn immer und immer mußte er sich wieder an die freundlichen Augen erinnern, mit denen sie ihn letztlich angeschaut hatte, so dass es ihm dabei war, als sähe er in das Paradies hinein. Ihr roter Mund und ihre blauen Augen waren jedoch gegen alle Menschen freundlich, und er durfte sich das nicht zu sehr zu seinen Gunsten auslegen.
Als er aber das erste Mal wieder aufstehen und zu seinem Kammerfenster oben heraus sehen durfte, da konnte er noch nicht umhin, es für eine gute Vorbedeutung zu nehmen, dass es das erste Menschenkind, auf das seine Augen fielen, Niemand anderes war, als das Mariannele. Sie ging gerade unten vorbei, kehrte das Köpflein ein klein wenig herauf, erblickte ihn, rief ihm einen freundlichen Gruß zu und erkundigte sich nach dem kranken Arme. Durch diesen Arm aber rann es zur Stunde wie ein Strom von Genesung, denn es war derjenige, der zunächst am Herzen liegt.
Abermals kamen Tage, die nicht Jedem gefallen. Konrad machte sich mit denen, die seines Alters waren, auf nach der Amtsstadt zur „Ziehung“. Zu Fuß war sie ausgezogen, das ganze Dorf hatte ihnen Glück gewünscht. Abends kamen sie auf einem Leiterwagen, den sie mit der konscriptionspflichtigen Mannschaft des nächsten Dorfes zusammengenommen hatten, zurück. Schon in weiter Entfernung hörte man sie singen und johlen.
Als der Wagen in’s Dorf hineinfuhr und an dem Hause, an welchem die Bürger und Mädchen beisammen standen, vorbeifuhr, stimmten die lärmenden Rekruten ein Lied an. Und ein Buckliger, den der lustige Zufall Nummer Eins hatte ziehen lassen, brachte mit kreischende Stimme dem Soldatenstand ein lautes Vivat.
Die Mädchen lachten. Als ihnen aber Konrad den Hut, worauf eine gezogene Nummer steckte, mit den Worten: „Verspielt! Nummer 17!“ entgegenhielt, da wurden die gute Mariann‘ blass bis in den Hals hinunter, und wenn der Konrad nicht, wie jeder verliebte junge Mensch, blind gewesen wäre, so hätte ihm doch an seinem Rekrutentage ein Licht aufgehen müssen.
Ich bin eigentlich froh, sagte er zu sich, als er sich von der lärmenden Gesellschaft losgemacht hatte, ich bin froh, dass ich fort komm‘. Je weiter, je lieber, je eher, je besser. Auf die Mariann‘ kannst du dir keine Hoffnungen machen. Sie ist hübsch – dazu reicher Leute, Kind. Du hast nichts, und wo nichts ist, da hat der Kaiser ’s Recht verloren. Und zudem, setzte er hinzu, indem er sich selbst einen Nasenstüber beibrachte, wer sagt dir denn, dass sie dir hold ist, einfältiger Kerl? Also nur fort – Unglückskind – fort, fort!
Doch so schnell sollte es nicht gehen. „Hast du denn gar keine Fehler?“ Fragte ihn sein Vetter nach einiger Zeit, als er sich zur Visitation stellen mußte. „Zwanzig Jahre und kein Fehler!“, sagte die Riedbäuerin dazwischen. „das wär mir was! Jugend hat kein‘ Tugend.“ „Von solchen Fehlern ist nicht die Red‘. Annekäther“, bemerkte der alte Rittbauer. „Keinen, dass ich weiß“, erwiderte Konrad. „Den linken Arm kann ich nicht mehr ganz biegen, seit ich ihn gebrochen habe.“ „Das kannst du auf alle Fälle bei den Herren angeben“, sagte sein Pfleger. – „Ja“, dachte Conrad, „das werd‘ ich wohl bleiben lassen; Soldat sein, das ist’s ja eben, was ich will.“ Aber das Schicksal hatte ihn so wenig zum Helden als zum Stilllieger bestimmt. „Was ist’s denn mit dem Arm da?“ Fragte der Regimentsarzt bei der Visitation, jedoch in einem anderen Ton, als dass Mariannle einst gefragt hatte. „Ich hab‘ ihn vor zwei Jahren gebrochen“. „Untauglich!“ hieß es. Denn es war eben für selbiges Jahr ein besonderer kräftiger Schlag gewachsen, und die Herren wußten, dass noch ganz andere Kerle vor der Türe standen.
Nu, weit ist’s auch nicht gefehlt, dachte Konrad, als er aus dem Amzhause ging: das hab‘ ich schon gemerkt, dass der Soldatenstand just kein Schleckhafen ist. – Ich weiß nicht, woher er sich diesen Werks genommen hat. Aber als er in die Abstandsstube unter das Maß gestellt wurde und nicht gleich ganz aufrecht dastand, trat ihm der Unteroffizier auf die Zehen, und, ihm einen heimlichen Rippenstoß verabreichend, murmelte er in den Bart hinein, „Aufrecht, dummer Bauerntölpel!“ Wie aber der Konrad auf dieses mit einem grimmigen Blick seine ganze Länge entfaltete, ließ er ihm das Maß so derb auf den Kopf fallen, dass der arme Rekrut sich darüber verschütteln mußte.
So hat ihm also das Vorhaben, durch die Nötigung der Umstände aus seinem heimatlichen Dorfe zu entkommen, fehlgeschlagen, und es blieb mir nichts anderes übrig, als ein freiwilliges Losreißen. Denn aushalten konnte er es länger nicht. Mußte er nicht tagtäglich mit ansehen, wie sich die vermöglichsten Bursche um des Vogts Tochter bewarben?
Die Familie des Mädchens gehörte zu den wohlhabendsten der Baar. Seit mehr als einem Jahrhundert war das Vogtamt beständig bei diesem Hause verblieben. Der älteste Besitzer des Stammgutes hatte unter anderem das Recht, mit eigenem Wappen zu siegeln, und selbst die regierenden Fürsten beliebten früher Zeit während der Jagd öfters ihre Einkehr in dem wohlgelegenen Bauernhause zu nehmen.
Kein Wunder also, dass der Vogt einen gewissen angeerbten Stolz und behäbige Selbstgefühl zur Schau trug. Zudem war er der Mann, der noch viel auf alte Sitten und Bräuche hielt. So herrschte zum Beispiel in dem Dorf noch die Sitte, die Gemeindeversammlungen im Freien unter der alten Linde bei der Kirche abzuhalten. Am Sonntag, wenn Wichtiges verhandelt werden sollte, postierte sich der Bannwart jedes Mal an die Kirchtür und entbot dem herauskommen den Bürger mit den Worten: „Ihr Mannen, ’s ist G’meind, Ihr sollet warten unter der Linden!“
Als einige Neurer später darauf drangen, die Versammlung, wie bereits anderwärts, im neuen Schulhause abzuhalten, stand sich der Vogt, der bei dieser Gelegenheit in eigensinnigen Widerspruch und Wortwechsel gerathen war, bewogen, das Vogtamt abzugeben, und vom Gemeindewesen gänzlich sich zurückzuziehen.
Um diese Zeit waren namentlich Zwei, der Sohn des Krämermichels und der Sternenwirtssohn: die waren nach anderthalb jähriger Abwesenheit wieder in’s Dorf zurückgekommen, trugen städtische Kleider und konnten etwas französisch. Diese „Modebuben“, wie sie von den Bauern genannt werden, fanden natürlich das Heimatleben gar nicht mehr nach ihrem Sinn. Anfangs taten sie, als ob sie gleich wieder umkehren wollten; der eine wollte sich in Straßburg oder Lyon, der andere in Bern oder Lausanne ein Geschäft gründen. Nur ihren Eltern zu gefallen, entschlossen sie sich endlich zu bleiben. So sagten sie wenigstens. Für diese Aufopferung aber machten sie sich durch stehende Redensarten bezahlt. „In Frankreich ist es so und so“ pflegte der Eine, der ein halbes Jahr im Elsass gewesen war, bei jeder Gelegenheit zu sagen. Der Andere hatte die Parole umgekehrt: „So ist’s in der welschen Schweiz nicht“, warf er hin, so oft ihm etwas mißfiel.
Leider aber stieß er erste, der Franzos‘, auf etwas, das er in Frankreich nicht so gefunden zu haben schien; denn er begann auf einmal der Mariann‘ auf’s Angelegentlichste den Hof zu machen. Als Konrad das gewahrte, so litt es ihn nicht mehr im Dorfe.
Sein Bruder hatte ihm schon früher den Antrag gemacht, zu ihm auf dem Maierhof zu kommen, um den Dienst eines Oberknechts bei ihm zu versehen. Ein Antrag, der unserem Konrad eben recht kam.
Am „Bündelstage“ nach Weihnachten, wo das Gesinde wechselt, schnürte auch er sein Bündel. Sein wortkarger Vetter machte ihm den Abschied nicht sonderlich sauer. Seine Kleider hatte er einem Krämer aufgeladen, und eines Morgens, von dem ich nicht weiß, ob er schön war, verließ er das Dorf mit seinem Bündeleien, das er in ein rotes Taschentuch eingewickelt trug. Es war ein eigener Zufall, dass das Mariannele just unter der Hausthür stehen mußte, als er vorüberkam. Sie wünschte ihm Glück auf den Weg und sah ihm eifrig nach. Seines Vetters großer Hofhund aber begleitet ihn noch eine Strecke vor das Dorf hinaus; dann trollte er sich wieder heim.
Auf der Höhe blieb Konrad stehen und sah sich um. Einen Schritt und noch einen, da war sein Dorf hinter dem Walde verschwunden. Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn.
Der Pachthof, zu dem wir den jungen Landwirt begleiten, liegt auf einem stillen, waldbegrenzten Tal hinter dem Städtlein Bräunlingen, auf der Grenze zwischen der Baar und dem Schwarzwald. Auf kahler Anhöhe schauen die Überreste einer Burg. Das Wiesengelände, in dessen Mitte der Maierhof, ein weitläufiges steinernes Gebäude mit zackigen Giebeln sich erhebt.
Wenn es wahr ist, dass Tätigkeit und Unmuße am Besten geeignet sind, von Fällen von selbstquälerischen Sinnen und Grillenfangen abzulenken, so hätte es hier unzweifelhaft unserem Konrad gelingen müssen, seine Gedanken loszuwerden. Denn da galt es tüchtig Hand anzulegen von morgens früh bis abends spät. So sehr der Oberknecht und Gehilfe aber auch mit Arbeit überladen war, fand er dennoch Zeit genug, sich wachend und schlafend an die Heimat zurück zu träumen. –
Wenn die Schneestürme durch die winterliche Gegend wehten oder in kalten, hellstirnigen Nächten das Eis im nahe Teiche krachte, und Abends das Gesinde um den warmen Ofen sich gelagert hatte, führten ihn seine Gedanken nach Hause. – Jetzt, dachte er, werden sie beim Pfleger um den runden Tisch sitzen, und die Weiber spinnen, dass der Ofen zittert, und die Männer liegen auf der Ofenbank. Jetzt wird der alte Kasper hereinkommen, er reibt die Hände, klagt über die Grindskälte und setzt sich in den Herrgottswinkel, wo er zu erzählen anhebt.
Von den „alten Zeiten“ kommt er auf sein Lieblingsthema, die Geister, um so lieber, wenn der Wind gerade recht schauerlich um Kamin und um die Dächer rumort und die „Nachtfrau“, wie er sagt, um die Häuser schleicht. – So hörte ihn Konrad alle die alten Geschichten wieder vorbringen: vom „Berchenappele“ und anderen gespenstischen Weiblein, die in den Wäldern zwischen Hüfingen und seinem Heimatorte ihr so neckisches Wesen treiben sollen. – „Der Krieg“, schloss der Alte gewöhnlich, „hat die Geister alle vertrieben, d’rum hört man auch so wenig mehr davon“.
Solche und ähnliche Szenen malte sich in ungestörten Augenblicken der Träumer gerne aus. Aber der Besuch in der Stube seines Pflegers war gleichsam nur Vorwand, denn von da begaben sich seine Gedanken alsbald um ein Haus weiter zu kehrten in das Vogtes Heimwesen ein, obgleich sie daselbst eigentlich ein kein Hausrecht hatten. – Doch wir dürfen uns nicht zu lange aufhalten, wenn wir heute noch, da er sich leiblich der Heimat nähert, gleichen Schritt mit ihm halten wolle, denn seht, er ist auf einmal bedeutend in der Marsch geraten, und wenn ihm das „Appele“ unterwegs keinen Streich spielt, so kann er noch zeitig genug kommen, um den alten Kaspar von ihm erzählen zu hören.
An einem hellen Februartag ging Konrad, vor der Sonntagskirche, auf einen der nächsten Berge, die „Windstelle“ genannt, und erstieg hier die höchste Tanne, um nur wieder einmal den Kirchturm seines Dorfes zu erblicken. Er hatte eine weite, weite Aussicht da oben, über all die dunklen Tannenwälder hinaus, in die Baar, bis an den blauen Osterberg und den hohen Randen. Da saß er denn, während ringsum die vielen Morgenglocken zusammen klangen, und sah und suchte; aber er konnte den wohlbekannten Turm nicht finden. Da, sagte er, indem er mit der Hand gegen den Fürstenberg wies, da muss er liegen. Eine ganze Stunde saß er auf dem Baum, bis sich die Ferne in bläulich weißen Duft gehüllt hatte; dann stieg er ein wenig mißmutig herunter doch war es dabei wunderlich zu Sinne, just als schon der Frühling anbrechen wollte.
Als er auf dem Hofe zurückkam, grüßte ihn ein Landsmann und richtete ihm aus, dass seine Base, die Riederbäuerin, gestorben sei. Der gute Vetter dauerte ihn herzlich, denn er wusste wohl, dass ihm seine Frau trotz ihres unfreundlichen Wesens unentbehrliche geworden war. Die Ehe hatte unter manchen wunderbaren Geheimnissen auch das, dass sie selbst widersprechende Charaktere mit einem unauflöslichen Bande umschlingt, und es gibt Beispiele, dass zwei Leute selbst durch Zanken und Keifen, das einzige Produkt ihres Ehevereins, so aneinander gewöhnt und gefesselt waren, dass der überlebende Teil bald seinen losgelassenen Widerpart nachwelken musste.
Am Donnerstag, sagte, der Bote, sei das erste „Opfer“. Dann überbrachte er dem Konrad noch verschiedene Grüße, darunter aber auch einen ganz besonderen vom – Mariannele.
Letzterer traf ihn wie ein Blitzstrahl. Und es schien kein kalter Streich gewesen zu sein; denn am folgenden Morgen ging Konrad mit entschlossenen Schritten im Hause umher, wie wenn ihm der schwarzwäldische Unternehmergeist in den Kopf gestiegen wäre. Ich wag’s! , sagte er endlich und ging auf seine Kammer. Was er aber wagen wollte, sagte er nicht. Nur war er den übrigen Teil des Tages das Gegenteil von dem, was er Morgen gewesen. Es schien ihn etwas zu gereuen, was er nicht wieder rückgängig machen konnte; er schlicht betreten umher und fast schüchtern, so dass der alte Veitle, der Karrenknecht, vermutete, es sei ihm der Geist begegnet, der in dem Hofe zu weilen sich hören lasse, wenn er mit seinem Viergespann rassend durch das Haus fahre. – So viel ist übrigens gewiss, dass der junge Mensch so zerstreut war, dass er den Pferden den Wasserkübel statt des Heu’s in die Krippe schüttete.
Was hatte er denn gewagt? Es gab Jemanden, dem dies nicht lange ein Geheimnis bleiben sollte. Denn wie das Mariannele den nächsten Abend aus der Vesper kommt, steht ein Schneidergeselle, der früher im Ort gearbeitet hatte, ihr auf dem Weg, richtet er viele hundert Grüße aus vom Konrad, – der sei nämlich bei ihm gewesen auf dem Waldhauserhof – und praktizierte ihr dabei ein Brieflein in die Hand.
Sie wurde blass und rot vor Schrecken und hätte beinahe das schwarz im Goldschnitt eingebundene Gebetsbuch und den Rosenkranz mit den blanken silbernen „Gottesregeln“ (Pathengulden) aus der Hand fallen lassen. Nichts desto weniger flog sie, nachdem sie den Schneider mit halber Stimme gedankt hatte, auf ihr Kämmerlein, wo sie das stark verklebte Brieflein öffnete und unter Herzklopfen las. Von diesem aber liegt das Original bei den Alten und lautet folgendermaßen:
Das Jokobifest war in Hüfingen sehr wichtig und wird auch schon im Hieronymus behandelt.
In Hüfingen ist schon seit dem Mittelalter ein Abzweig zum Jakobusweg. In früheren Zeiten gab es in Hüfingen viele Pilger. Ein Pilger auf dem Weg war deshalb ein Jakobsbruder. Deshalb bemerkt der Hafnermeister (Ofenbauer) mit dem Sappeursbart (sapeur=Steinhauer):
„Es wird einen merkwürdigen Zulauf von Fremden geben“.
Eine etwa 300 Jahre alte Fahne der Jakobuspilgerbruderschaft erinnert noch heute an diese Pilgerwanderungen. Die Jakobusfahne wird an Fronleichnam bei Prozessionen mitgeführt und wurde vom FF Hofmaler Franz Joseph Weiß (*15.02.1735 Hüfingen – 14.06.1790 Donaueschingen) gefertigt (siehe im Hieronymus Kapitel 17). Ebenfalls erinnert der Jakobusbrunnen vor dem Hüfinger Stadtmuseum und der Jakobusaltar in der Hüfinger Stadtkirche St. Verena und Gallus an die Jakobusverehrung.
Fahne der Jakobsbruderschaft
Bildstock zu Ehren des Stadtpatrons St. Jakobus von Bernhard Wintermantel 1987
Im Jahre 1824 fiel der Samstag auf den 24. Juli, also war das Jakobifest auf das sich Hüfingen vorbereitet am Sonntag den 25. Juli 1824.
Lucian Reich beschreibt hier genau die Vorbereitungen in Hüfingen auf das Fest, an dem er selber 7 Jahre alt gewesen ist.
Schützenhaus
Das Schützenhaus stand bis 1839 auf dem Anger beim Farrenstall und die Breg wird in jener Gegend noch immer Schützenbach genannt. 1848 wurde dann im “unteren Angel” ein neues Schützenhaus errichtet. Nach der Schützenordnung des Fürsten Karl Friedrich vom 8. Juni 1744 wurde das “Ordinarii- Wochen- und Gesellenschießen” mit “Bürstenbüchsen” zur Pflicht gemacht. (1)
Das Schießen begann nach dieser Ordnung alljährlich am Sonntag nach Georgi (23. April).
Der Schützenmeister Franz Xaver Reich (der Bruder von Lucian Reich) schrieb am 2. April 1859, dass der Fürst zu Fürstenberg der Gesellschaft das Abbruchmaterial des Kegelhauses im Schloßgarten zum Bau eines neuen Schützenhauses als Geschenk überlassen habe. (1)
Postkarte von 1929 aus der Sammlung Dieter Friedt.
Das Fürstenbergische Kontigent Schwäbischen Kreises (1)
Mit dem „Bündelstag“ ist sicher Mariä Lichtmess gemeint. Dies war einer der wichtigsten Tage im Bauernjahr, da am 2. Februar Knechten und Mägden in der Landwirtschaft erlaubt war, ihren Dienstherrn zu wechseln.
Heiliger Nepomuk in Hüfingen
Ölbild von Martin Menradt 1682 mit der alten Bregbrücke. Foto aus der Chronik von August Vetter 1984
Der Hüfinger Kirchturm hatte es damals den Menschen wohl sehr angetan. Hierzu fällt mir der Ferienbummler von Josef Schelble aus dem Jahre 1899 ein. Hier kann man auch dem Mühlenbach und dem damaligen Stadtmüller begegnen:
Nach der lieben Vaterstadt Die den grünen Kirchturm hat
Der Maierhof und die Schafweide Waldhausen gehörte damals dem Kloster Bebenhausen, einer Zisterzienserabtei, wobei Lucian Reich schrieb „fürstlicher Maierhof zu Waldhausen“. Waldhausen gehörte tatsächlich den Fürsten zu Fürstenberg und war bis zur Eingemeindung nach Bräunlingen selbstständig.
Die „Riedbauern“ lebten vermutlich Richtung Rieböhringen bei Hausen vor Wald, da er ein bis zwei Stunden von Hüfingen unterwegs war, den Fürstenberg sehen konnte und der Vogt gerne im Adler einkehrt.
Da am 20. März 2025 in der Hüfinger Stadthalle ein Vortag über die Ausgrabungen im Ziegeleschle war, möchte ich hier nochmal auf die Ausgrabungen aus dem Jahr 2022 in Fürstenberg verweisen.
Also im Mai 2023 hieß es, dass in Fürstenberg römische Artefakte und Urnengräber gefunden wurden. Auch wurde behauptet, dass diese Funde analysiert und dann in Hüfingen vorgestellt würden. Leider ist dies alles in einem Freiburger Archiv verschwunden. Hoffen wir mal, dass die Funde vom Ziegeleschle nicht auch dort auf unbestimmte Zeit verbleiben, wie alles andere was bisher aus Hüfingen vom RP beschlagnahmt wurde.
Unten nochmal die alten Beiträge hierzu:
Beitrag vom 3. Mai 2023
Die Rettungsgrabungen von ArchaeoTask (siehe auch Fürstenberg von oben) in Fürstenberg sind abgeschlossen. Die Villa Rustica wurde im Bereich des Neubaugebietes nicht gefunden. Es gibt aber deutliche Anhaltspunkte, dass sie ganz in der Nähe war. Aber sie kann jetzt dort im Boden auf interessiertere Zeiten harren.
Was auch noch gefunden wurde, ausser römischen Artefakten, sind Urnengräber. In der Urnenfelderzeit scheint die Gegend um Hüfingen relativ dicht besiedelt gewesen zu sein. Sobald die Funde analysiert und ausgewertet sind, wird uns jemand vom Denkmalamt einen Vortrag halten.
Der Artikel unten erschien bevor sich das Denkmalamt einschaltete. Der Bm hatte aufs Versehen vergessen das Landesamt für Denkmalpflege über das Bauvorhaben zu informieren und auch bei der ersten Abwägung nicht mit einbezogen. Deshalb hatte sich alles etwas verzögert.
Beitrag vom 12.12.2020
„3 km weiter nach Westen konnte ich im Herbst 1913 am Fuße des Fürstenbergs am Südrand des Städtchens ein weiteres Gehöft auffinden. Ein Loch, das mir der Landwirt Jakob Gut auf seinem Grundstück auf meine Vermutungen hin machte, förderte sofort Bruchstücke von Leistenziegeln, Heizkacheln, Ziegelbeton, polierte Alabasterplätttchen zutage. Der Platz wurde vom Volk „Ziegelbühl” genannt. In seiner unmittelbaren Nähe befindet sich eine Quelle. In den benachbarten Äcken ließen sich die Spuren von Nebengebäuden erkennen. … Von Hüfingen bis Schwenningen ist nicht eine einzige mit Sicherheit nachgewiesen. Münz- und andere Funde fehlen auf dieser Strecke fast vollständig. Man wird sich bei der Suche vor allem von den Quellen führen lassen müssen, die sich bei Hüfingen als untrügliche Begleiter der ländlichen Gehöfte erwiesen haben.
So zahlreich wie bei Hüfingen werden wir sie nicht erwarten dürfen. Erfahrungsgemäß häufen sich diese Villen im Schutze und in der Umgebung der militärischen Stützpunkte.
Es ist eine Pflicht des Dankes, der Unterstützung und Förderung zu gedenken, die die Ausgrabungen durch den Gemeinderat der Stadt Hüfingen und vor allem durch den damaligen Bürgermeister Bausch erfahren haben.“
So schreibt Professor Dr. Paul Revellio 1921 in den Schriften der Baar.
Genau 100 Jahre später soll diese römische Villa von einem Bürgermeister, Ortschafts- und Gemeinderat mit grauen Häuschen überbaut werden. (Zitat Bm: „Sie wollten doch nicht etwa bunte Häuser?!.“)
Die zukünftigen Häuslebesitzer werden im Bebauungsplan noch gewarnt, römische Artefakte dürfen sie nicht behalten, sondern müssen sie abgeben.
Um dies alles durchzusetzen wurde bei den Abwägungen einfach mal die Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege „vergessen“. Nach Abmahnung des Regierungspräsidiums entschuldigt Mann sich wortgewandt und gestattet höflichst, dem Denkmalamt zu kommen und die Artefakte für das Archiv zu sichern.
Was wir lernen?
Der Hüfinger Gemeinderat ist nicht kulturfähig.
Die lokale Zeitung ist nicht kulturfähig.
„Die Kinder wollen Bauplätze, nicht eine römische Villa.“
Das Buch habe ich hier 2021 veröffentlicht. Allerdings veraltet auch eine Webpage ziemlich schnell und die nächsten Monate möchte ich die einzelnen Kapitel aktualisieren. Deswegen werde ich jedes aktuelle Kapitel wieder nach vorne kramen. Das alte Buch mit der sehr eigenwilligen Schreibweise in Frakturschrift hatte ich damals vorgelesen, um den gesprochenen Text von einem Programm namens f4transkript in Buchstaben umzuwandeln. Den umgewandelten Text habe ich danach bearbeitet, da viele der Wörter dem Programm nicht bekannt waren. Aus diesen Gründen ist der Text ein Gemisch aus alter und neuer Schreibweise. Was es in den verschiedenen Kapiteln des Buches gibt, ist diese vorgelesene Tonspur mit dem Transkript in schwarz. In blau sind unten Erklärungen dabei.
Mehrere Jahre, erzählt unser Reisender weiter, waren seit meinem ersten Aufenthalt über Wald verflossen, als mich Geschäfte wieder in jene, mir in mancher Beziehung liebgewordenen Schwarzwald-Thäler führten. Und da es stets etwas Ansprechendes hat, Orte und Gegenden zu betreten, wo wir früher heitere Stunden verlebt haben, so unternahm ich manche Wallfahrt zu bekannten Plätzen und Menschen. Wie wir aber eine Landschaft nach Jahren zwar unverändert als dieselbe wieder finden, manches Bäumlein darin jedoch zum Baume aufgewachsen, manch vormals blühendes Gewächs verdorrt sehen, also ergeht es auch mit den Menschen und ihren Verhältnissen: die Gesamtheit erscheint uns unverändert dieselbe, am Einzelnen jedoch bemerken wir den allmächtigen Einfluss der Zeit.
So fand ich auch bei meinen Besuchen Manches, was mich des Lebens Flüchtigkeit mahnte. In dem bekannten Wirtshause zum Beispiel traf ich meinen gesprächigen Freund, der mir vor Jahren seine Lebensgeschichte erzählt hatte, nicht mehr; ein Fremder, der das Haus an sich gebracht, bewillkommente den Fremden, während der frühere Eigentümer seit Monaten von dem Mühseligkeiten dieses Lebens ausruhte – auf dem Kirchhofe zu Friedenweiler.
Nach kurzer Rast trieb es mich weiter, hinaus in die sonnig-grüne Landschaft mit ihrem ruhsamen Talgründen und hohen von Pfriemen vergoldeten Bergkuppen, über welche das Auge frei hinaus schweifte bis zu den fernen lichtblauen Linien des Jura.
Mittag war vorüber, und jene Stunde eingetreten, welche die Alten die Schlummerstunde des Pan nannten, wo die ganze Natur schweige, um den träumenden Feldgott nicht aufzuwecken. Und wahrlich, die Stille ringsum schien Alles, was Leben hatte, in Schlummer gewiegt zu haben, so vereinsamt lagen die Hütten und Höfe, und wie blankgeschliffene, von keinem Hauch getrübte Spiegel, die Weiher und Lachen in den grünen Tälern; das einzige Lebendige in der Landschaft waren allein die ruhelos fortwellenden Bächlein und plätschernden Brunnen, sowie ein Paar Schmetterlinge, die über die sonnigen Halden flatterten.
Ich hatte langsam eine letzte Höhe erstiegen und war stille gestanden, die zu meinen Füßen liegende Landschaft zu überschauen. Vor mir, gegen Süden, drang der Blick hinaus, bis wo die Landschaft in vielen Abstufungen gegen den Rhein sich verliert, während die nächsten Taleinschnitte zu meiner Linken, schon der jungen Donau ihre Quellen und Bächlein zutrugen.
Eine Weile hatte ich so gestanden, als eine Pilgerin, welche des Weges daherkam, meine Betrachtung ablenkte. Der gelbe Strohhut sowie die üppige übrige Tracht zeigten eine Landeseingeborene, während das schwarzseidene Halstuch und die gleiche Farbe der anderen Kleidungsstücke die Leidtragende verrieten. Die Züge schienen mir bekannt, und als sie näher gekommen war, erkannte ich die Tochter meines verewigten Freundes; dieselbe, welche an jedem Morgen bei meiner ersten Einkehr in dem Wirtshause den Kindern die Kränze und Blumen geordnet hatte: Philippine, das Ebenbild der seligen Mutter, wie sie ihr Vater genannt hatte.
Wir begrüßten einander als Bekannte, denn auch sie hatte mich folglich wiedererkannt. Ihr verständiges blaues Auge nahm einen eigenen Glanz und Ausdruck an, als ich in warmen, lobenden Worten ihres verewigten Vaters gedachte. Es war etwas von wehmütigen Dank für meine Anteilnahme darin zu lesen.
Ich erfuhr, dass sie seit dem Tode ihres Vaters bei der Schwester ihrer Mutter und dem Onkel Valentin wohne, im Augenblick aber im Begriffe stehe, eine Wallfahrt zum „Schneekreuz“ bei Löffingen zu machen und zur Begleitung noch eine Freundin in der Nähe abholen wollte. Auch sagte sie mir ferner, dass sie Lust habe, nach Amerika auszuwandern – und fragte, was ich hier rathe?
„In solchen Fällen“, meinte ich, „ist guter Rat teuer. – Im Allgemeinen, ich muss es gestehen, will es mir nicht sonderlich gefallen, wenn ich sehe, dass namentlich Frauen und Mädchen gar keine Anhänglichkeit an ihre Heimat haben. Liebt ja doch die Blume, der Baum, seinen heimatlichen Boden, warum nicht auch der Mensch? Doch wenn es einmal sein muss, und ein solcher Schritt durch Umstände geboten ist, so soll er auch resolut ohne verzagenden Kleinmut geschehen, mit dem man in der Regel ja nur sich und Anderen das Leben versauert. – Was Euch anbetrifft, werteste Freundin, fuhr ich im Ton eines Predigers fort, so glaube ich nicht, dass Ihr Ursache habt, zeitlicher Güter wegen fremde Weltenteile aufzusuchen. (ich wusste nämlich, dass er Vater ein ansehnliches Vermögen hinterlassen hatte), es müßte denn nur sein, fügte ich scherzhaft bei, dass etwa euer Holderstock drüben blüht“, und deutete auf einen goldenen Ring, den sie am Finger trug. – Das Mädchen aber schüttelte den Kopf. „Ihr Männer,“ sagte sie mit treuherziger Schalkhaftigkeit, „meint auch gar immer, wir täten Alles nur um Euretwillen. Es kann ja auch noch etwas anderes sein, was mich forzieht. Hab‘ ich nicht die einzige Schwester drüben, und mit Ausnahme der Schwester meiner Mutter selig gar niemand Eigenes mehr hier? Und doch – je mehr ich es überlege, desto unschlüssiger werde ich. Vor einigen Tagen hab‘ ich einen Brief bekommen aus Amerika von meiner Schwester. Sie können ihn lesen, und dann will ich hören, was Sie dazu sagen.“ Mit diesen Worten hatte sie den Brief hervorgezogen und mir dargereicht. – So viel mir noch erinnerlich, lautet das Sendschreiben etwa folgendermaßen:
„Teure, liebe Schwester Philippine! Dass Ihr mein Schreiben zu spät erhalten habt, und solches dem gottseligen Vater nicht mehr am Leben getroffen, hat mich schwer gekränkt. Doch will ich das, was mich anbetrifft, in Gottesnamen mit Stillschweigen übergehen. Was aber das anbelangt, was Du mir geschrieben hast, dass die Mutter nach ihrem Ausspruche, am großen Gerichtstage mir die Rechnung selber vorlegen werde, weil ich durch meine Heirat und mein Fortziehen ihr so viel Kummer verursacht habe, darauf ist mir gar nicht bange; denn mein Gewissen hat mir noch niemals Vorwürfe gemacht. – Auch habe ich meine Kindespflicht immer redlich an ihr erfüllt. Übrigens hatte ich manchen stillen Kummer, sie in ihrer Krankheit nicht verpflegen helfen zu können. – Doch, was man nicht ändern kann, tut man besser, sich darein zu schicken. – Liebe Schwester, wenn Du von heim abreisest, so tritt die Reise in Gottesnamen an, und lasse frischen Mut. Ich bitte Dich, wenn Du etwas gegen Jemand hast, so versöhn dich noch und trage nichts Böses in deinem Herzen fort; lass alles Böse zurück, das Gute aber nehme mit – Bringe mir, wenn du kannst, auch die Bücher mit, verfaßt von Christoph Schmid, und dem Alois, meinem Mann, ein konstanzer Gesangbuch. Vergesse auch nicht, mir etwas Zeichnungsgarn, sowie wenig Blumen-, Kopfsalat- und Rettichsamen mitzubringen. Sonst, liebe Schwester, nehmen mir nicht zu viel unnötige Sachen mit, aber Weißzeug so viel du hast. Tu alles in Kisten und nehme sie wohl in Acht, denn in der Fremde darf man auf die Ehrlichkeit der Leute nicht allzu viel bauen.
Es hat freilich viel arme deutsche Leut in Amerika, aber auch viele, die es wieder besser haben, als draußen. Es kostete uns sehr viel, bis wir alles in guter amerikanischer Ordnung hatten, und doch müssen wir noch Manches entbehren, was wir daheim hatten und wenig schätzten. Überhaupt mache dir sowohl von dem Guten wie Schlimmen, was dich hier erwartet, keine zu übertriebene Vorstellung, ziehe aber auch die Annehmlichkeiten in Betracht, die du zu Hause zurücklassen mußt.
Ich bitte Dich, gehe noch einmal für mich nach Löffingen zum Winterschneekreuz, und bete für mich und grüße mir alle Freunde und Bekannte herzlich u.s.w. Deine Schwester Martha“
„Sie sehen“, nahm die schöne Pilgerin wieder das Wort, „dass von nichts der Art, wie Sie meinen die Rede ist. – Was raten Sie mir aber? Man folgt oft lieber fremden Leuten, als den eigenen oder sich selbst.“ „Weil ihr mich“, versetzte ich, „durchaus zu Eurem Rat haben wollt, ich diesen Titel aber nicht, wie so viele Räte in Germanien, lediglich umsonst haben möchte, so rate ich Euch: in dem Lande zu bleiben, wo ihr geboren seid und wo Eure braven Eltern und Vorältern gelebt haben und begraben liegen. Überhaupt ist, meiner Meinung nach, das Streifchen irdischen Lebens zu kurz, als dass es sich der Mühe lohnte, gar zu große Logisveränderung vorzunehmen. Was jedoch den Umstand mangelnder Angehörige anbelangt, so denke ich, hat ein hübsches Mädchen Gelegenheit genug, diesem Übelstand in Ehren abzuhelfen. Sindtemal und alldieweilen es eine Menge Junggesellen im Vaterlande gibt, denen es zu ihrem Glück nichts mehr und nichts weniger fehlt, als die schönere Hälfte des Lebens, ein braves Weib!“ „Ich sehe wohl“, unterbrach mich lachend die Schöne „Ihr macht halb Spaß halb Ernst,doch will ich’s überlegen und das Beste daraus wählen.“ Ich versprach ihr, wenn sie meinen Rat befolgen würde, ihrer Hochzeit als Gast und wirklicher Geheimer Rat anzuwohnen, worauf sie mir lachend die Hand gab.
Und so schieden die Pilgrime, auf entgegengesetzten Wegen ihre Reise weiter fortsetzend.
Über Berg und Tal war ich gewandert und kehrte erst spät am Tage zurück. Die Sonne war schon untergegangen, als ich auf die Höhe kam, und die aus der Tiefe wachsenden Schatten verkündeten das Nahen der Nacht. Wie in zärtlichem Geflüster scheidend zog der Abendwind durch Gras und Laub, und über dem blaßgrünen Saatfelde wirbelte allein noch eine Lerche ihr einsames Lied. Höher in der Luft schwebten einzelne rosige Wölklein, wie abgeschiedene Seelen, gegen Osten, der Nacht und dem Norden entgegen; und die Vögel flogen ihrer Herberge zu, dem schweigsamen Walde. Erstorben war das unruhevolle Jagen und Tosen des Tages, nur ein Paar ferne, weitgetragene Stimmen von Wandernden trafen das Ohr des Lauschers. – Endlich verloren sich auch diese, und tiefes Schweigen herrschte ringsumher.
Jetzt erklang es fast wie Gesang – näher und näher unterschied ich die Stimmen Betender. Es waren Wallfahrerinnen, die unten durch das Tal zogen; ich glaube die Gestalt Philippines zu erkennen. Und wie das Beten mehr und mehr verklang, schien in jedner Richtung Erd‘ und Himmel in lichtem glühendem Dufte sich zu vermählen, und unwillkürlich kamen mir die Worte des Psalms in den Sinn:
Wir sind nur Pilger dieser Erde, und sehnen nach der ew’gen Heimath uns!
Wir kehren zu unserem Junker Harold zurück und begleiten ihn hinaus in die Hochebene der Baar, zu den grünen Buchenwäldern der „Länge„, wo, alles breit gelagerter Vorberg des Jura, der Fürstenberg sich erhebt:
„Als sey er Ausgang einer Bergesreihe, Ein Vorgebirg, nur daß die See ihm nicht Den Fuß umringt; statt ihrer siehet man Lebendig sich die Landschaft vor ihm breiten, Der Wälder und der korngefide Wellen, Der Menschenwohnung auch umhergestreut Und Rauch, der von des Bauern Dach sich hebt“
Von seinem Gipfel, auf dem ehemals das Städtlein Fürstenberg gestanden*, schauen öde, ausgebrannte Mauerzacken in die Niederung, und vergeblich sucht der Besucher die Reste des der Stammburg des durchlauchtigen Hauses der alten Landgrafen der Baar. Die Stürme des 30-jährigen Krieges haben, wie vermutet wird, die Veste in Trümmer gelegt, und auch diese sind im Laufe nachfolgender Zeiten verschwunden. Der Fernblick, der uns dieser hohe Punkt thun läßt, gibt uns ein deutliches Panorama der fruchtreichen, von der jungen Donau durchschlängelten Ebene, die südöstlich mit dem Jura, und westlich mit dem Schwarzwald zusammenhängt, welch‘ letzterer wie ein fernes grünes Meer vor unseren Blicken liegt. * Das Städtlein brannte im Jahr 1841 an einem stürmischen Sonntag (den 18. Juli) gänzlich ab, und wurde später am Fuße des Berges wieder aufgebaut.
So anziehend ein solches Gemälde auch immer sein mag, so weiß ich doch nicht, ob es einem Landschafts- und Aussichtenschwärmer modernsten Schnittes die halbstündige Mühe des Aufsteigens lohnen wüde. Wahrscheinlich möchte ein solcher finden, dass ein Sonnenaufgang auf dem Rigi oder Montblanc eben doch ungleich „wundervoller“, eine Landschaft aber ohne Ruinen, Schweizerhäuser und Alpen gar nicht „romantisch“ und nichts sei, gegen eine italienische mit „tiefblauen“ Himmel u.s.w.
Ich hatte den Berg im Geleite des alten Schulmeisters und Meßners erstiegen, und er versicherte mich, dass er früher, zur Zeit, als die Stadt noch oben gestanden, selten Morgens bei Tagesanbruch vom Betläuten zurückgekommen sei, ohne noch einen Rundgang um die stillen Ringmauern des Städtleines zu machen, und hinauszuschauen in die dämmernde Hochebene, in welcher er 98 Ortschaften und Meierhöfe zählte. –
Auch berichtete er mir von einem geisterhaften Reiter, der früher zuweilen am Fuße des Berges sich gezeigt habe. Er selbst habe ihn einmal gesehen, als er, noch ein kleiner Bub‘ mit mehreren Kindern an einem schönen Sonntag-Mittag in die Buchenwälder der Länge gegangen, um Erdbeeren zu pflücken. Auf dem Heimweg in der Talschlucht, wo die Kapelle steht, hätten sie einen Reiter erblickt, der in halbem Trab daher geritten und im Walde verschwunden sei. Diese Gestalt habe eine schwarze Kriegsrüstung getragen, sowie auch Sattel und Reitzeug von derselben Farbe gewesen seien. Während die Kinder noch unter sich gezankt hätten, ob der Reiter zu Fuß oder zu Pferd gewesen, habe sie ein alter Kuhhirt am Wege um die Ursache des Streits gefragt, und als er solche vernommen, gesagt: „den schwarzen Reiter habe sich schon oft gesehen, und jedesmal, wenn er sich zeigt, gibt es Unwetter, was auch sicherlich jetzt der Fall sein wird“.
Ob solches eingetroffen, war meinem Gewährsmann nicht mehr erinnerlich, doch, meinte er, sei es das letzte Mal gewesen, dass der Reiter gesehen worden sei. –
Noch heut zu Tage aber ist der Berg, den Bewohnern der Ebene ein Wetterkündiger. So lange nämlich Nebel seinen Gipfel umlagern, ist anhaltend trockene Witterung nicht zu hoffen.
Statt jedoch dem Leser ein weitläufige Beschreibung der Gegend liefern zu wollen, nehmen wir Veranlassung ein kleines Geschichtlein hier einzuschalten, welches in der Baar seine Heimat hat, und eine frühere Arbeit des Verfassers ist.
Vorher nur die kurze Bemerkung, dass damals bei diesem Geisteskindlein ein schriftgeübter Freund und Sohn der Musen zu Gevatter gestanden und dem Neugeborenen manch‘ gute Regel und poetische Blume als Angebinde unter das Deckbettlein gelegt hat, so wie auch im Vorbericht (der hier unverändert beibehalten worden) der kleine Held meist an dieses Freundes Hand in’s Leben eingeführt wird.
Nachdem Lucian Reich die Chronik des Kirner abgeschrieben hatte, geht er unvermittelt zurück auf einen späteren Besuch in Friedenweiler, um seinen Freund, der bei den Befreiungskriegen auf beiden Seiten mitgekämpft hatte, zu besuchen.
Lucian Reich ergeht sich hier in längeren Beschreibungen der Landschaft und dass sein Freund, der Wirt gestorben sei und auf dem Friedhof in Friedenweiler begraben liege.
Die Schneekreuzkapelle bei Löffingen 1855 von Nikolaus Ganter. Aus „Der Maler Nikolaus Ganter” in den Schriften der Baar Band 55, 2012 von Gerrit Müller.
Die hölzerne Wallfahrtskapelle war erst 1849/50 neben einer schon bestehenden offenen Andachtsstätte errichtet worden. Die heute das Landschaftsbild eindrucksvoll prägende neoromanische Kapelle wurde erst 1894–97 in der direkten Nachbarschaft erbaut und nach Fertigstellung der Innenarbeiten 1901 geweiht. Die Wallfahrt zum wundertätigen Schneekreuz spielte im 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle auf der Westbaar und den angrenzenden Waldgebieten. Da hier ein entsprechend guter Absatz für Heiligenbildchen, Agathenzettel u.ä. bestand, ist gut denkbar, dass auch Nikolaus Ganter am Anfang seiner künstlerischen Laufbahn für diesen Markt produzierte. Die auf dem Bild dargestellten Biedermeier-Figuren sind Ganter gut gelungen, auch wenn sie dem Geiste der Zeit folgend alle nur von hinten zu sehen sind. Der an zwei Stöcken gehende gut gekleidete Herr dürfte ein Pilger sein, der sich am Gnadenort Besserung seiner Gesundheit erbitten will. Die Mühle in der Mitte des Bildes und auch die links oberhalb davon sichtbaren Häuser am Ahlenberg sind in der Höhe überproportioniert und wirken wie gegenüber dem ansonsten klein gemalten Städtchen wie Riesenbauten. Rechts im Hintergrund sieht man den Schnee des Säntis in den Schweizer Alpen, die bei klarer Luft tatsächlich aus diesem Blickwinkel sichtbar sind. Es ist das einzige Mal, dass Ganter in seinem Werk den Alpenblick dokumentiert, der doch von Friedenweilers Höhen aus keine Seltenheit ist und den „echten“ Schwarzwaldmalern um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert sicher ein dankbares Motiv gewesen wäre.
“Der Maler Nikolaus Ganter” in den Schriften der Baar Band 55, 2012 von Gerrit Müller.
Schneekreuz 1980
Dann kehrt Lucian Reich spontan „zu unserem Junker Harold zurück“ (keine Ahnung was er damit meint) und begleiten ihn hinaus auf die Hochebene der Baar, „zu den grünen Buchwäldern der Länge, wo, als bereit gelagerter Vorberg des Jura, der Fürstenberg sich erhebt“
Fürstenberg von Guido Schreiber (13.05. 1886-12.11.1979)
Da Fürstenberg am 18.Juli 1841, „einem stürmischen Sonntag“ abbrannte, kannte Lucian Reich noch die „öden, abgebrannten Mauerzacken„.
Fürstenberg von oben 2021 Foto: Simon Rottler (ArchaeoTask)
Blick vom Fürstenberg über die Baar 2020
Geschichten von Schwarzen Reitern gibt es viele. Hier einer in Niederbayern
Damit es bei den nächsten Kreistagswahlen nicht wieder untergeht möchte ich hier einen kleinen Artikel veröffentlichen bei dem ich Hüfingen erzähle, was unser Kreistag und sein Landrat so treibt.
Es ist nämlich so, dass hier draußen in Hüfingen sich aufgeregt wird, wenn man mit dem Landratsamt zu tun haben muss, aber sonst nicht hin guckt. Der Landrat, der nicht mal von uns gewählt werden darf und der Kreistag bestimmen nämlich sehr viel über unser Leben. Auch die hohen Beamten (Landrat, Landesbeamter, Amtsleiter) verdienen sehr viel Geld – unser Geld – und wenn unsereins was möchte, stellen die sich tot. Es sei denn, man zwingt sie sich mit uns Bürgern abzugeben, dann kann man sicher sein, dass der Aktionismus sehr steigt, um dem Störenfried zu zeigen wo der Hammer hängt. Siehe auch: Fremdverwaltet von oben herab
Heute geht es als Einstieg um die Erhöhung der Kreisumlage.
Kreisumlage
Finanztechnisch und rechtlich ist die Kreisumlage ein Instrument des interkommunalen Finanzausgleichs in Form einer öffentlich-rechtlichen Geldleistung der kreisangehörigen Gemeinden an den Kreis. Die Festsetzung der Kreisumlage ist unabdingbarer Bestandteil der Haushaltssatzung des Landkreises. (*aus Wikipedia)
Kreisumlage im Schwarzwald-Baar-Kreis
Die Verwaltung – also der Landrat – forderte eine Erhöhung dieser Umlage auf 33 %. Also mehr Geld von uns und der Stadt Hüfingen. Jetzt muss man fast von Glück sprechen, dass der Kreistag nur eine Erhöhung auf 32 % genehmigt hat. Die Stadt Hüfingen rechnete im Haushalt 2025 mit 32,50 % .
Steuern, Zuweisungen und Umlagen aus dem Haushalt 2025,
Hüfingen muss also mehr bezahlen für Nichts! Wenn wir krank werden oder was brauchen, müssen wir nach VS fahren. Die Kreisaufgaben, wie der Sozialbereich, beschränken sich nämlich auf das Oberzentrum. Hier in der zahlenden Provinz sind wir auf das Ehrenamt angewiesen wie unsere unermüdlichen Helfer vor Ort .
Die Deckelung der Personalkosten auf 76,5 Millionen Euro trifft wieder nur die Angestellten vom Landratsamt. Diese müssen jetzt mehr arbeiten, weil vakante Stellen nicht besetzt werden. Aber die wichtigen Männer, die bedeutsam für ein sehr hohes Gehalt auf Fotos posieren, betrifft dies nicht.
– 07/2025- Dem Umbau und der Sanierung eines Zweifamilienhauses mit Errichtung von zwei Gaupen in Hüfingen, Kernstadt wird einstimmig zugestimmt.
– 08/2025- Dem Anbau von einer Außen-Stahltreppe an ein bestehendes Wohnhaus im Hohen II wird auch einstimmig zugestimmt.
– 09/2025- Unterirdischer Löschwassertank für den Windpark Länge
Die solarcomplex GmbH & Co KG beantragen die Errichtung eines unterirdischen Löschwassertanks auf auf Gemarkung Fürstenberg. Eigentümer des Grundstücks ist die Stadt Donaueschingen.
Unterirdischer Löschwasserbevorratungstank mit einem Volumen von 100m³ und mit einem Durchmesser von 2,90m und eine Länge von 16,0m.
Die geplanten sechs neuen Windkraftanlange auf der Länge
Hier gibt es keine Einwendungen und auch der Ortschaft hat einstimmig zugestimmt.
– 10/2025- Der Errichtung von Gaupen im 2. Dachgeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses an der Hauptstraße in Hüfingen wird einstimmig zugestimmt.
– 11/2025- Umbau Wohnhaus zu zwei Wohneinheiten
Die Erwerber eines Hauses in der Grabengasse beantragen den Umbau des bestehenden Wohnhauses zu zwei Wohneinheiten. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein zweigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach aus dem 17. Jahrhundert. In der Denkmalliste des Landesdenkmalamtes ist das Gebäude als „Prüffall“ eingetragen. Der bestehenden Schleppdach-Anbau soll entfernt werden. Als Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans muss die Ausführung als Flachdach anstatt eines Steildach mit einer Dachneigung von 45-55° wird einstimmig zugestimmt.
– 12/2025- Dem Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage in Behla an der Römerstraße wird auch einstimmig zugestimmt.
– 13/2025- Der Errichtung einer Mehrfachgarage mit 7 Stellplätzen im Dreiangel wird auch einstimmig zugestimmt. Die überplanten Flächen sind bereits versiegelt und werden z.Zt. als Lagerplatz, Stellplätze und Containerstellplätze genutzt.
Öffentliche Gemeinderatssitzung ab 18:30 Uhr
Der Gemeinderat hat beschlossen für 750.000 € das Grundstück vom Gasthaus Frank zu kaufen! Super! Danke!
TOP 4 Umnutzung und Umbau der Lagerfläche im DG des städt. Bauhofes zur Schaffung von Büro- und Sozialräumen, 2. BA – Vergabe der Planungsleistungen
Der Bauhof soll umgebaut werden. Hierbei wird die ehemalige Lagerfläche im Dachgeschoß, mit Umkleideräumen, mit Duschen und WC‘s für die Mitarbeiter des Bauhofs, der Stadtwerke, Wasserwerk und neu auch des Forstbetriebes umgebaut. Zusätzlich wird auch ein schwarz-weiß Bereich für den Kanalreiniger geschaffen. Der Forstbetrieb erhält im Erdgeschoss des Gebäudes eine Werkstatt zur Wartung der Gerätschaften, da die Forsthütte auf Loretto zukünftig entfallen wird. Der neue Sozialraum wird künftig groß genug für die gesamte Belegschaft sein. Um zukünftig auch weibliches Personal im Bauhof einstellen zu können, erhalten die Damen einen eigenen Dusch- und Umkleidebereich. Die Planungsleistungen werden 47.762,32 € kosten und es soll der übliche Architekt beauftragt werden.
Der Gemeinderat lässt sich erklären warum die Planungsleistungen so teuer sein sollen und wurde anscheinend vom Bauamtsleiter überzeugt. Der Gemeinderat hat dann einstimmig zugestimmt.
TOP 5 Erweiterung FGH Hüfingen – Vergabe von Erd- und Rohbauarbeiten
Die Submission zur Vergabe Erweiterung Feuerwehrgerätehaus fand am 06.03.2025 statt. Bei der öffentlichen Ausschreibung haben sechzehn Firmen die Angebotsunterlagen angefordert, insgesamt sieben Firmen haben ein Angebot abgegeben.
Nach der Nachberechnung und fachtechnischen Überprüfung durch ein Ingenieurbüro ergab sich eine Bieterreihenfolge. Das wirtschaftlichste Angebot kam von einer Firma aus Hohentengen mit einer Bruttoangebotssumme 654.015,52 €.
Hier stimmt der Gemeinderat mit einer Enthaltung zu.
TOP 6 LRS Trafostation – Vergabe Lieferung Trafostation und Erdarbeiten
Die Submission zur Vergabe „Neue Stromversorgung Lucian-Reich-Schule“ fand am 07.03.2025 statt. Es wurden zwei Angebote abgegeben. Nach der Nachberechnung und fachtechnischen Überprüfung durch ein Planungsbüro aus Donaueschingen ergab sich, dass eine Firma aus Hüfingen als wirtschaftlichster Bieter mit den Arbeiten für die Trafostation mit Mittelspannungsanlage in Höhe von 333.277,08 € beauftragt werden soll.
Hier stimmt der Gemeinderat einstimmig zu.
TOP 7 Vergabe Umbau barrierefreie Bushaltestellen Hüfingen und Ortsteile
Zur öffentlichen Ausschreibung des barrierefreien Ausbaus der Bushaltestellen wurden sechs Angebote und ein Nebenangebot abgeben. Die Submission zur Vergabe „Barrierefreier Ausbau Bushaltestellen“ fand am 07.03.2025 statt. Nach der Nachberechnung und fachtechnischen Überprüfung durch ein Ingenieurbüro aus Donaueschingen wird ein Angebot von 361.626,59 € brutto ausgewählt. Hier werden 75% über Fördermittel vom Land Baden-Württemberg finanziert, da in jeder Ortschaft mindestens ein barrierefreier Zugang nachgewiesen werden muss. Der von Behla wird verbunden mit der neuen Ortsmitte.
Auch dies wird einstimmig beschlossen.
TOP 8 Vergabe EKVO 2025 Hüfingen 2. Abschnitt
Die Stadt plant die Befahrung der Kanalisation in Hüfingen gemäß der Eigenkontrollverordnung (EKVO). Die Schmutz- und Regenwasserkanäle sollen durch eine Kanaltechnikfirma gereinigt und befahren werden. Die Dokumentation der TV-Befahrung soll in die Kanaldatenbank übernommen und hinsichtlich der Schäden ausgewertet werden.
Es wird Zeit, dass hier mal Pläne angefertigt werden durch die auch jemand durchsteigt. Hoffentlich gibt es dieses Mal auch Männer die kapieren was auf den Plänen steht. Ich freue mich, wenn zukünftig alles Schmutzwasser ins Klärwerk kommt und nicht in unseren Biotopen endet.
Die Verwaltung schlägt den günstigsten Bieter für 55.657,73 € vor. Auch diesem wird einstimmig zugestimmt.
TOP 9 Vergaberichtlinien der Stadt Hüfingen Antrag der CDU-Fraktion
Gemäß dem Antrag der CDU-Fraktion folgt eine Erläuterung zu den Vergaberichtlinien der Stadt Hüfingen:
Ausschreibungen werden prinzipiell nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) und der Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen (VOL) getätigt.
Direktvergabe: Die Stadt Hüfingen vergibt Aufträge bis zu einer Gesamtsumme von 5.000 € als Direktvergabe. Hier werden zwischen zwei bis vier Firmen direkt aufgefordert, ein Angebot für die zu vergebende Leistung abzugeben. Die Vergabe der Leistungen erfolgt formfrei, d. h. es bedarf keines vorherigen Vergabeverfahrens und es kann verhandelt werden. Ab einer Gesamtsumme von 5.000 € werden mindestens 3 Angebote von Firmen eingeholt.
Reparaturvergabe: Praxisbeispiel: Heizungsausfall im Winter in den Turnhallen. Ein ortsansässiger, für die Leistung qualifizierter Handwerker kann direkt für die Leistung der Ersatzbeschaffung/Reparaturarbeiten angefragt und beauftragt werden. Die Höhe der Gesamtsumme des Auftrags ist hier nicht von Bedeutung. Dies steht mit den Vergaberichtlinien für Kommunen im Einklang. Es geht darum, bei unvorhersehbaren Ausfällen/Schäden schnellstmöglich handeln zu können.
Beschränkte Ausschreibung: Die Vergabestelle überlegt im Vorfeld, welche Firmen für die Ausführung der auszuschreibenden Leistungen qualifiziert sind. Dies kann z. B. aufgrund Bekanntheit aus früherer Zusammenarbeit, guter Referenzen, räumlichen Aspekten (Ortsansässigkeit), etc. geschehen. Es handelt sich hier um eine Ausschreibung im nationalen Bereich.
Öffentliche Ausschreibung: Die Vergabestelle fordert eine unbegrenzte Anzahl von Firmen öffentlich zur Abgabe eines Angebots auf. Hierfür wird ein Leistungsverzeichnis auf der Vergabeplattform „AI Vergabemanager“ eingestellt, auf das berechtigte Unternehmen über die Plattform zugreifen und ein Angebot abgeben können. Die Plattform filtert die Unternehmen bereits vor. Das heißt: Wenn eine Vergabe zu Straßenbauarbeiten geplant ist, haben auch nur Firmen mit Zugang als Straßenbaufirma die Möglichkeit auf Einsichtnahme des Leistungsverzeichnisses. Für einen Schreiner z. B. ist diese Ausschreibung dann nicht ersichtlich. Bei der öffentlichen Ausschreibung liegt die Gesamtsumme des Auftrags noch unterhalb des EU-Schwellenwerts von derzeit 5.538.000 € (ohne USt.) bei öffentlichen Bauaufträgen und 221.000 € (ohne USt.) bei öffentlichen Liefer- und Dienstleistungsaufträgen 1. Es fällt somit unter das nationale Vergaberecht.
Offene Ausschreibung: Bei der offenen Ausschreibung wird ebenfalls, wie bei der öffentlichen Ausschreibung, eine unbegrenzte Anzahl an Firmen zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Unterschied ist, dass der EU-Schwellenwert mit der Vergabesumme überschritten wird. So haben Firmen aus dem gesamten EU-Raum die Möglichkeit, das Leistungsverzeichnis herunterzuladen und mit einem Angebot an der Vergabe teilzunehmen. Laut Vergaberecht und Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) ist die öffentliche und offene Ausschreibung bevorzugt zu behandeln, weil hier der Wettbewerb unter den Unternehmen am ehesten erhalten bleibt (unbegrenzte Anzahl an Unternehmen kann teilnehmen). Zudem sorgt das EU-Recht bei der offenen Ausschreibung dafür, dass qualifizierte Unternehmen aus dem gesamten EU-Raum die Möglichkeit auf Teilnahme an der Ausschreibung erhalten.
Der CDU Fraktionssprecher möchte die Richtlinien etwas präzisieren und eigentlich eine Entlastung. Die SPD Fraktionssprecherin und der Sprecher vom Freien Forum wollen das Bauamt nicht mit Vorschriften überlasten, ebenso nicht die LBU. Der CDU Sprecher präzisiert dann nochmal sein Vorhaben. Er möchte nur einen verbindlichen Handlungsrahmen schaffen der dann den Handwerkern bekannt ist. Unser Bürgermeister meint, dass die Vergabe oft schwierig sei, damit sich niemand zurückgesetzt fühlt und alles möglichst transparent zu machen. Das Bauamt und der Bürgermeister hätten fast täglich damit zu tun. Deswegen wird das Thema nochmal in die Fraktionssprechstunde gelegt.
TOP 10 Erwerb und Umrüstung der PV-Anlage auf der Aubachhalle in Mundelfingen
Die Stadt Hüfingen hatte bis zum 31.12.2025 die Dachfläche auf der Aubachhalle an die Solargemeinschaft Mundelfingen GbR verpachtet. Bislang speiste die PV-Anlage der Solargemeinschaft in das Stromnetz der ESB ein.
Die Solargemeinschaft Aubachhalle GbR hat der Stadt Hüfingen angeboten, die PV-Anlage auf der Aubachhalle mit 39,1 kWp zu erwerben. Die PV-Anlage ist nach 20 Jahren vollends abgeschrieben. Die Stadt Hüfingen hat der Solargemeinschaft für die PV-Anlage I mit 39,1 kWp ein Kaufpreis von netto 5.000 € geboten.
Die PV-Anlage I auf der Aubachhalle soll zu einem Kaufpreis von netto 5.000 € von der Solargemeinschaft Mundelfingen GbR erworben werden.
Die Arbeiten für die Umrüstung auf Eigenverbrauch nebst Erwerb eines Stromspeichers mit 13,8 kWh sollen für 16.426,08 € netto vergeben werden.
Dies wird auch einstimmig beschlossen.
TOP 11 Beschluss über die Annahme der Geld- und Sachspenden 2024; Spendenbericht 2024
Den Spendenbericht kann ich hier nicht veröffentlichen, aber es wurden 2024 insgesamt 7.600 € an Spenden eingenommen. Der größte Anteil macht das Sommertheater mit 6.400 € und enttäuschend klein sind die Spenden für die Jugendfeuerwehr. Irgendwie sind unsere Unternehmer hier sehr knausrig. Schade eigentlich für das tolle Projekt.
Die Spenden und Zuweisungen sollen gemäß dem beiliegenden Spendenbericht zur Kenntnis genommen und angenommen werden. Dem wird auch einstimmig zugestimmt.
TOP 12 Finanzielle Beteiligung von Umlandgemeinden an weiterführenden Schulen – Villingen-Schwenningen, Sanierung Gymnasium Romäusring, Investition Gymnasium am Hoptbühl, Sanierung und Ausbau Sprachheilschule
Nach Furtwangen kommt nun die Stadt Villingen-Schwenningen und will auch die Umlandgemeinden zur finanziellen Beteiligung der Schulbauinvestitionen heranziehen. Dies umfasst das Gymnasium Romäusring mit 2 Schülern, das Gymnasium am Hoptbühl mit 1 Schüler und die Sprachheilschule mit 2 Schülern.
Diese Thema war schon in der Sitzung am 24. Oktober 2024 und in der Sitzung am 20. Februar 2025. Es geht wieder um dieses obsolete VGH-Urteil vom 6. Dezember 2022. Seitens des Gemeindetags gibt es Bestrebungen hier Lösungen zu erarbeiten, allerdings ohne einen ungefähren Zeitrahmen nennen zu können.
Diese Thema ist meiner Meinung nach Teil unseres dysfunktionalen Staates, absolut unnötige Arbeitsbeschaffung und hetzt die Kommunen gegenseitig auf. Vor allem auch angesichts der Tatsache, dass Stuttgart sich selber nicht sonderlich um Gesetze schert, aber die Kommunen sollen es dann, aber auch nur bei bestimmten Themen. Nicht nur beim Lidllager wurde EU Recht gebrochen, ich habe weiteres hier aufgeführt: Fremdverwaltet von oben herab . Gesetzte werden nur dort eingehalten bei denen auch jemand klagen darf und kann. Stuttgart schaut dem Gemetzel der Gemeinden untereinander tatenlos zu.
Wenn die Gemeinden die Freiwilligkeitsphase ablehnen, dann wird das Verfahren beschleunigt. Also müssen die Gemeinderäte hier mal wieder zustimmen, was sie auch mit einem Stöhnen tun.
TOP 13 Antrag der CDU-Fraktion – Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit
Unten sind nur die Antworten, die ich für wichtig erachte. Wer alle will, möge selbst schauen.
zu 1. Welche (kommunalverbandlichen / gewerblichen) Anbieter gibt es? Es gibt eine sehr große Auswahl an App-Anbietern aus der freien Wirtschaft. Darüber hinaus wird auch über Komm.One als kommunales Rechenzentrum eine Bürger-App angeboten. Eine sinnvolle Lösung kann auch der jeweilige Homepage-Anbieter sein, da hier die Inhalte nur einmal gepflegt werden müssen und sich somit automatisch synchronisieren.
zu 3. Welche Städte und Gemeinden haben bereits eine kommunale App? Villingen-Schwenningen bietet seit 2016 eine App für die Bürger an, die zum Informieren, Parkplatz suchen, Tickets kaufen, Kita finden usw. ausgelegt ist. Umgesetzt wurde die App vom Anbieter „Make a Smile Media“ aus Villingen-Schwenningen. Mönchweiler nutzt seit 2017 die „City Hub App“ vom Schramberger Unternehmen digital softfolio. Die App hat in ganz Baden-Württemberg die gleiche Oberfläche. Jede Kommune kann ihren persönlichen Auftritt selbst gestalten. Durch die optische und digitale Mängelverwaltung können die Meldungen über Lob und Tadel direkt mit einem Bild (inkl. Standortlieferung über Google Maps) an die Gemeindeverwaltung übersendet werden. St. Georgen (seit 2020) und Bad Dürrheim (seit 2021) nutzen den „digitalen Dorfplatz“ vom Schweizer Anbieter „Crossiety“, der als App genutzt werden kann. Besonders ist die Kommunikationsmöglichkeit für die Bürger untereinander. Unterkirnach nutzt eine Bürger-App vom Anbieter „Hirsch & Wölfl“ aus Vellberg. Auch hier sind die informativen Inhalte der Webseite verfügbar. Furtwangen nutzt seit 2024 eine Park-App zur Bezahlung der Parktickets (Anbieter ist „Parkster GmbH“ aus München). Donaueschingen bietet seit 2024 die Erlebnis-App „Donaueschingen erleben“ an, die eine interaktive Tour durch Donaueschingen ermöglicht. Blumberg bietet „Blumberg digital“ als App an, mit der Funktion 3D-Modelle, historisches Film- und Bildmaterial, interaktive Bildergalerien und Animationen anzeigen zu lassen. Zukünftig werden auch aktuelle kommunale Themen wie z.B. Baugebiete ebenfalls bereitgestellt.
zu 7. Wie viele Bürger (in der Kernstadt und je Ortsteil) haben den Hüfinger Boten zum Stichtag 31.12.2024 abonniert?
zu 16. Welche Kosten kämen auf die Stadt Hüfingen bei einer Vollverteilung zu? Für die Stadt Hüfingen würden nach heutigem Stand folgende Positionen anfallen: 12.100€ Herstellungskosten (48 Ausgaben á 12 Seiten, 3.337 Exemplare) 49.300€ Zustellung über Austräger (Mindestlohn) 3.900€ Verwaltungskosten für die Angestellten Austräger
65.300€/Jahr
zu 17. Gäbe es ein Modell, nachdem der Verlag die Kosten trägt und durch den Anzeigenteil refinanziert? Eine Finanzierung ausschließlich von Anzeigen ist nicht möglich. Die Kosten können durch Reduzierung des Redaktionellen Umfanges erreicht werden. Ebenfalls können die Kosten bei Verzicht auf die 4-farbigkeit im Innenteil stark reduziert werden. Eine weitere Reduzierung der Kosten ist möglich, wenn der Produktionsverlauf optimiert wird (Anpassung der Abgabe und Freigabe-Zeiten).
Der CDU Fraktionssprecher bedauert, dass sich dann wohl eine kostenlose Vollverteilung ausschließt, da es leider viel zu viel Geld kostet. Die SPD fragt wie wohl eine App angenommen wird, ob man da was weiß. Der Bürgermeister war mit dem Hauptamtsleiter in St. Georgen und konnte sehen wie die App dort ein ganz großer Erfolg ist. Über 7.000 Leute hätten die App und sie würde sehr gut angenommen. St. Georgen hat laut google 8.500 Einwohner. Der Bürgermeister schlägt vor mit dem Hüfinger Boten alles so beizubehalten und parallel eine App zu entwickeln.
TOP 14 Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Gemeinderat
Hier die Ergebnisse 2025 und drunter 2021 Parteien von 2021 die nicht mehr antreten habe ich weg gelassen Alle Zahlen ohne Gewähr!
Hüfingen gesamt
Erststimmen
Zweitstimmen
Prozent Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei, CDU
2.211 1.839
1.690 1.240
47,6 43,3
36,4 29,1
Derya Türk-Nachbaur SPD
646 623
474 768
13,9 14,7
10,2 18
Marin Jurić GRÜNE Thomas Bleile,
272 444
454 578
5,9 10,4
9,8 13,6
Mark Hohensee FDP Dr. Klinge
188 495
265 703
4,1 11,6
5,7 16,5
Sebastian van Ryt AfD Rothweiler
968 426
1.084 499
20,9 10
23,3 11,7
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE
185 80
222 84
4,0 1,9
4,8 2
die Basis Herrmann
179
18 142
4,2
0,4 3,3
Tierschutzpartei
58 61
1,2 1,4
Die PARTEI
20 27
0,4 0,6
Leon Dold FREIE WÄHLER Maier
63 160
58 82
1,4 3,8
1,2 1,9
MLPD 2021 Kruse-Günter
3
0 2
0,1
0 0
BSW
256
5,5
Selina Schmidt Volt
47
31 10
1,0
0,7 0,2
ÖDP
12
0,3
Bündnis C
5
0,1
Louis Weißer
61
1,3
2025: Wahlberechtigte in ganz Hüfingen 5.548 davon haben 4.684 gewählt Wahlbeteiligung 2025: 84,4 %
2021: Wahlberechtigte in ganz Hüfingen 5.538 davon haben 4.301 gewählt. Wahlbeteiligung 2021: 77,7%
Für die einzelnen Wahlräume beschränke ich mich auf über 5 %! Dann fehlen hier natürlich die Briefwähler. Die Zahlen sind die Menschen die aktiv in dem Raum wählen waren. Alle Zahlen ohne Gewähr!
Behla
Behla
Erststimmen
Zweitstimmen
Prozent Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei CDU
111 105
93 77
52,4 54,4
43,9 39,7
Derya Türk-Nachbaur SPD
25 19
16 30
11,8 9,8
7,5 15,5
Marin Jurić GRÜNE Thomas Bleile
9 15
20 18
4,2 7,8
9,4 9,3
Mark Hohensee FDP Dr. Klinge
7 21
10 32
3,3 10,9
4,7 16,5
Sebastian van Ryt AfD Rothweiler
45 19
42 21
21,2 9,8
19,8 10,8
2025 Wahlberechtigte: 348 davon haben 213 in Behla gewählt. 2021: Wahlberechtigte 339 davon haben 194 in Behla gewählt.
Fürstenberg
Fürstenberg
Erststimmen
Zweitstimmen
Prozent Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei CDU
149 111
129 91
60,8 51,2
52,7 42,1
Derya Türk-Nachbaur SPD
24 32
15 31
9,8 14,7
6,1 14,4
Marin Jurić GRÜNE Thomas Bleile
13 7
20 15
5,3 3,2
8,2 6,9
Mark Hohensee FDP Dr. Klinge
5 29
12 31
2,0 13,4
4,9 14,4
Sebastian van Ryt AfD Rothweiler
39 18
42 22
15,9 8,3
17,1 10,2
2025 Wahlberechtigte 351 davon haben 246 in Fürstenberg gewählt. 2021: Wahlberechtigte 361 davon haben 219 in Fürstenberg gewählt.
Hausen vor Wald
Hausen vor Wald
Erststimmen
Zweitstimmen
Prozent Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei CDU
125 107
84 75
52,7 51,4
35,6 36,1
Derya Türk-Nachbaur SPD
20 25
20 29
8,4 12,0
8,5 13,9
Marin Jurić GRÜNE Thomas Bleile
7 6
11 13
3,0 2,9
4,7 6,3
Mark Hohensee FDP Dr. Klinge
10 28
14 35
4,2 13,5
5,9 16,8
Sebastian van Ryt AfD Rothweiler
54 23
69 32
22,8 11,1
29,2 15,4
2025 Wahlberechtigte 376 davon haben 237 in Hausen vor Wald gewählt. 2021: Wahlberechtigte 397 davon haben 211 in Hausen vor Wald gewählt.
Mundelfingen
Mundelfingen
Erststimmen
Zweitstimmen
Prozent Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei CDU
167 127
124 80
51,5 45,2
38,3 28,4
Derya Türk-Nachbaur SPD
28 34
24 44
8,6 12,1
7,4 15,6
Marin Jurić GRÜNE Thomas Bleile
22 30
29 42
6,8 10,7
9,0 14,9
Mark Hohensee FDP Dr. Klinge
17 36
19 56
5,2 12,8
5,9 19,9
Sebastian van Ryt AfD Rothweiler
64 30
75 28
19,8 10,7
23,1 9,9
2025: Wahlberechtigt 564 davon haben 329 in Mundelfingen gewählt. 2021: Wahlberechtigte 553 davon haben 286 in Mundelfingen gewählt.
Sumpfohren
Sumpfohren
Erststimmen
Zweitstimmen
Prozent Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei CDU
87 68
70 41
56,1 51,1
45,8 30,8
Derya Türk-Nachbaur SPD
12 7
8 12
7,7 5,3
5,2 9,0
Marin Jurić GRÜNE Thomas Bleile
2 11
6 13
1,3 8,3
3,9 9,8
Mark Hohensee FDP Dr. Klinge
5 23
11 36
3,2 17,3
7,2 27,1
Sebastian van Ryt AfD Rothweiler
39 19
44 21
25,2 14,3
28,8 15,8
2025: Wahlberechtigt 212 davon haben in Sumpfohren 155 gewählt. 2021: Wahlberechtigte 209 davon haben in Sumpfohren 133 gewählt.
LRS Hüfingen
LRS Hüfingen
Erststimmen
Zweitstimmen
Prozent Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei CDU
303 196
234 142
43,5 41,1
33,5 29,8
Derya Türk-Nachbaur SPD
103 70
82 91
14,8 14,7
11,7 19,1
Marin Jurić GRÜNE Thomas Bleile
43 44
75 52
6,2 9,2
10,7 10,9
Mark Hohensee FDP Dr. Klinge
36 73
41 84
5,2 15,3
5,9 17,6
Sebastian van Ryt AfD Rothweiler
171 43
186 50
24,5 9,0
26,6 10,5
2025: Wahlberechtigte 1334 davon haben in LRS 705 gewählt. 2021: Wahlberechtigte 1304 davon haben in LRS 480 gewählt.
Verena Hüfingen
Verena Hüfingen
Erststimmen
Zweitstimmen
Prozent Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei, CDU
228 178
186 114
37,6 36,6
30,6 23,1
Derya Türk-Nachbaur SPD
89 95
59 106
14,7 19,5
9,7 21,5
Marin Jurić GRÜNE Thomas Bleile
15 36
19 45
2,5 7,4
3,1 9,1
Mark Hohensee FDP Dr. Klinge
24 64
33 81
4,0 13,1
5,4 16,4
Sebastian van Ryt AfD Rothweiler
204 73
207 85
33,6 15,0
34 17,2
2025: Wahlberechtigt 1161 davon haben in Verena 614 gewählt. 2021: Wahlberechtigte 1165 davon haben in Verena 502 gewählt.
Rathaus Hüfingen
Rathaus Hüfingen
Erststimmen
Zweitstimmen
Prozent Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei CDU
228 168
163 104
37,4 35,3
26,7 22,1
Derya Türk-Nachbaur SPD
108 83
66 105
17,7 17,4
10,8 22,3
Marin Jurić GRÜNE Thomas Bleile
42 53
81 68
4,9 11,1
13,3 14,5
Mark Hohensee FDP Dr. Klinge
21 47
31 70
3,4 9,9
5,1 14,9
Sebastian van Ryt AfD Rothweiler
147 67
162 80
24,1 14,1
26,6 17,0
2025: Wahlberechtigte 1202 davon haben 618 im Rathaus gewählt. 2021: Wahlberechtigte 1210 davon haben 480 im Rathaus gewählt.
Briefwahl ist 001 Hüfingen I und 002 Hüfingen II – diese Ergebnisse liste ich nicht gesondert auf, die fließen dann ganz oben bei Hüfingen gesamt ein.
Es gibt jetzt einen extra Briefkasten für die Briefwahlunterlagen!
Damit eure Stimmen sicher sind. Nutzt sie!
Leider hat sich niemand von den Wahlkämpfern auf unseren Wochenmarkt getraut.
Sehr bizarres Wahlplakat auf der Hüfinger Wand am 8. Februar 2025!
Dazu fand ich von 2019 diesen Kommentar: „Seit 2009 sind die kommunalen Freien Wähler in Baden-Württemberg darauf bedacht, sich von der gleichnamigen Partei in Bayern abzugrenzen – sie sehen sich als das „Original“.
Das mit der Abgrenzung funktioniert ja super!
16. Januar war Derya Türk-Nachbaur in Hüfingen unterwegs!
Was ich momentan auch mache ist unten die Ergebnisse der Wahlen von 2021 aufzulisten, damit man das dann mit 2025 vergleichen kann. Also die Wahlbeteiligung von 2021 ist wirklich ausbaufähig, das können wir besser.
Geht wählen!
Unten erst mal der Neujahrsempfang. Eigentlich wollte ich nur paar Fotos machen, aber da die Reden von Thorsten Frei und Derya Türk-Nachbaur an uns alle waren, möchte ich sie doch mit ganz Hüfingen hier teilen. Leider müsst ihr heute auf unseren Bürgermeister verzichten – obwohl seine Rede wirklich großartig war – aber kommt doch einfach selber das nächste Mal, diese Seite hier ist nun mal nur für die Bundestagswahl.
Zuerst redete Thorsten Frei
Thorsten Frei
Anschließend Derya Türk-Nachbaur
Derya Türk-Nachbaur
Unten stehen vier Fragen, die ich am 9.12.2024 unseren Bundestagskandidaten geschickt habe. Am 10.12.2024 habe ich schon die Antworten von Thorsten Frei bekommen. Vielen Dank an Herrn Frei für die superschnellen und ausführlichen Antworten!
Am 7.01.2025 hat uns Derya Türk-Nachbaur geantwortet. Vielen Dank an Derya Türk-Nachbaur für die persönlichen Worte an alle Hüfingerinnen und Hüfinger!
Am 15.01.2025 hat uns Marin Jurić geantwortet. Vielen Dank an Marin Jurić!
Dann möchte ich allen Nörglern sagen, dass ich hier nur das veröffentliche, was nun mal in Hüfingen los ist und nur die Antworten der Kandidaten, die mir diese auch schicken. Wenn jemandem ein Kandidat besonders wichtig ist, kann er sich gerne selber darum kümmern, dass er sich bei mir meldet. Ich werde bei keinem klingeln und betteln. Wenn mir jemand vorwirft unausgewogen zu sein, kann ich dazu nur sagen: Ihr bekommt hier die Kandidaten, denen auch Hüfingen wichtig ist!
Gelegen in einem vergessen Landstrich von Südbaden ist Hüfingen seit über 200 Jahren herausragend in Kunst, Kultur, Naturschutz und auch Bürgerbeteiligung. Sowohl die Bürgerinnen als auch die Bürger engagieren sich mit vielen Ideen. Deswegen haben wir Berlin als potentiellen Fördergelder-Geber ausgemacht.
1. Die letzte Regierung hat einige Förderprogramme auslaufen lassen. Kunst, Kultur und Naturschutz sind aber besonders darauf angewiesen. Würden Sie sich für nationale Förderprogramme aussprechen und wenn ja für welche?
Thorsten Frei: Sie kennen die Weisheit „Kultur ist nicht alles, aber ohne Kultur ist alles nichts“. Deshalb sollten Kunst und Kultur auch in Zukunft angemessen durch den Bund gefördert werden. Klar ist aber, dass verfassungsrechtlich die Kulturförderung in die Zuständigkeit der Länder fällt. Der Bund wird sich also auf national bedeutsame Projekte beschränken müssen. Beispielsweise bin ich überzeugt, dass es auch in Zukunft die wichtigen Denkmalschutzsonderprogramme geben wird, die den Erhalt national bedeutender Kulturschätze adressieren. Und selbstverständlich werden wir auch im Bereich des Klimaschutzes weiter fördern, beispielsweise bei der Dekarbonisierung im Gebäudebereich. Unser Ziel ist aber mehr Zielgenauigkeit. Klar ist, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch bei der Förderung knapp kalkuliert und entsprechend priorisiert werden muss. Alles wie bisher weiter laufen zu lassen, dürfte nicht zu erwarten sein.
Derya Türk-Nachbaur: Kunst, Kultur und Naturschutz sind nicht nur schön, nicht nur ein nice-to-have, sie sind der Kern unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts und unserer Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Ich setze mich dafür ein, dass nationale Förderprogramme in diesen Bereichen langfristig und verlässlich finanziert werden. Besonders wichtig finde ich Programme, die auf die Stärkung des ländlichen Raums abzielen, wie das Programm ‚Kultur in ländlichen Räumen‘ oder die Förderung nachhaltiger Naturschutzprojekte. Mein Ziel ist es, dass Kommunen wie Hüfingen direkt profitieren können und dabei die bürokratischen Hürden so niedrig wie möglich sind.
Marin Jurić: Ich würde nicht sagen, dass Hüfingen in einem vergessenen Landstrich liegt! Kunst und Kultur sind wichtig und deshalb haben wir Claudia Roth 2021 als Kulturstaatsministerin eingesetzt. Damit wurde dieses wichtige Amt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, das 1999 eingeführt wurde, fortführen. Förderprogramme sind dynamisch und oft so gestaltet, dass sie als Anschubfinanzierung dienen sollen. Gerade ihre Förderung der jungen Menschen durch den Kulturpass unterstreicht unser Bewusstsein für die Relevanz. Kunst und Kultur sind Gemeinwohl und werden auch oft von Privatpersonen und Institutionen gefördert, denen dieses Gemeinwohl wichtig ist. Vor allem die vielen Menschen, die im Ehrenamt dafür arbeiten, sei es in Brauchtumsvereinen, Naturschutzorganisationen oder in Museen, helfen dabei, Kunst und Kultur zu stärken. Das Naturschutzgroßprojekt ist eine Chance. Es ist ein wichtiges und gefördertes Projekt des Bundes für die Baar. Naturschutz liegt uns Grünen besonders am Herzen, und wir können hier aus Baden-Württemberg starke Impulse in Richtung Bund mit unserem Biodiversitätsstärkungsgesetz aus dem Jahr 2020 oder der Errichtung und Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald setzen. Auch die Förderung des Ökolandbaus ist uns Grünen wichtig, um Landwirtschaft und Naturschutz zu vereinen.
2. Wie würden Sie in Berlin Anträge von uns bei Förderprogrammen vom Bund unterstützen?
Thorsten Frei: Ja. Selbstverständlich unterstütze ich alle Vorhaben meines Wahlkreises in Berlin im Rahmen meiner Möglichkeiten. Das ist schon immer eine meiner Kernaufgaben als direkt gewählter Abgeordneter gewesen. Sofern ich über Bewerbungen informiert oder um Unterstützung gebeten werde, versuche ich geeignete Ansprechpartner oder Fördertöpfe zu identifizieren, Gesprächsmöglichkeiten zu eröffnen und auch im Namen der Bürgerinnen und Bürger der Wahlkreise für die hiesigen Projekte zu werben. Mit diesem Weg haben wir in der Vergangenheit viele schöne Erfolge erzielen können.
Derya Türk-Nachbaur: Als Abgeordnete dieses wunderschönen Wahlkreises sehe ich es als meine Hauptaufgabe, neben meiner Tätigkeit als Fachpolitikerin in Berlin, vollen Einsatz für unsere Region zu leisten. Der Wahlkreis und seine Anliegen haben für mich oberste Priorität. Wann immer sich die Möglichkeit bietet, den Auswahlprozess positiv zu beeinflussen – sei es durch Gespräche, unterstützende Schreiben oder den direkten Kontakt zu Entscheidungsträgern – nutze ich diese Chance, um Hüfingen bestmöglich zu unterstützen. Bereits in der letzten Legislaturperiode konnte ich als Mitglied der Regierungsfraktion zeigen, wie wichtig mir diese Aufgabe ist: Über 500 Millionen Euro sind mit meiner Unterstützung in die Region geflossen. In Fällen, in denen ich von Bürgermeister:innen und Gemeinderäten über Förderanträge informiert wurde, konnte ich gezielt nachfassen und unterstützen. Der Zugang zu Fördergeldern darf nicht wie ein Hindernisparcours wirken. Mein Ziel ist es, Hüfingen weiterhin dabei zu helfen, Förderanträge strategisch und erfolgreich einzureichen. Das bedeutet, die Hüfinger Entscheidungsträger:innen nicht nur auf mögliche Programme aufmerksam zu machen, sondern sie auch aktiv zu unterstützen – etwa durch mein Netzwerk oder direkte Gespräche mit den zuständigen Ministerien in Berlin. Zudem setze ich mich dafür ein, dass Beratung und Transparenz in Förderprozessen verbessert werden. Keine Kommune sollte aufgrund mangelnder Unterstützung oder Informationen benachteiligt werden
Marin Jurić: Als Abgeordneter ist es ein wichtiger Teil meiner Aufgaben, Vorhaben im Wahlkreis zu unterstützen. Wichtig ist dabei, dass ich rechtzeitig darüber informiert werde und gute Argumente vorhanden sind.
Viele Ding sind in Deutschland reine Ländersache. So sind wir in Hüfingen abhängig von Stuttgart und dem „zuständigen RP“ in Freiburg. Nach unserem Empfinden verhält sich das RP aber eher wie ein Stadthalter und fordert Millionen von der Stadt ohne etwas zu liefern. So haben wir für eine vollkommen verpfuschte „Lärmschutzwand“ bezahlt, die nicht den Lärm sondern den Verkehr aufhält. Dann hat Hüfingen 1,5 Millionen für Ausgrabungen bezahlen müssen und auch noch die Kosten für den Abtransport unserer Kulturgüter nach Freiburg. Die Liste lässt sich beliebig fortführen. Deswegen wünschen sich einige Hüfinger mehr Hilfe aus Berlin oder auch aus Brüssel.
3. Wie stehen Sie zu den föderalen Strukturen? Sollte der Bund mehr Einfluss nehmen können und wobei?
Derya Türk-Nachbaur: Ich bin überzeugt von der Stärke des Föderalismus – er ist ein Kernstück unserer Demokratie. Aber er darf nicht dazu führen, dass kleinere Kommunen wie Hüfingen in einem ungleichen Machtverhältnis zurückbleiben. Der Bund muss in Schlüsselbereichen wie Infrastruktur, Kulturförderung und Daseinsvorsorge mehr direkte Verantwortung übernehmen können. Es ist nicht akzeptabel, dass das Regierungspräsidium Entscheidungen trifft, während Kosten und Lasten bei den Kommunen hängen bleiben.
Deshalb setze ich mich dafür ein, dass der Bund als verlässlicher Partner stärker eingebunden wird und Fördermittel direkt an die Kommunen fließen können, ohne den Umweg über die Länder. Unser Föderalismus ist eine Errungenschaft, die wir bewahren müssen – aber auch anpassen, wo nötig. Ob Klimaanpassung, Unterstützung für sozial Benachteiligte oder wirtschaftliche Hilfen: Der Bund muss dort handeln, wo er gebraucht wird. Dabei zählt immer die konkrete Lösung, nicht pauschale Ansätze. Ein handlungsfähiger Bund ist unerlässlich, um gemeinsam die großen Aufgaben unserer Zeit zu bewältigen.
Marin Jurić: Ich begrüße die föderalen Strukturen in unserem Land. Das Bundesstaatsprinzip des Grundgesetzes verpflichtet Bund und Länder zu wechselseitiger Rücksichtnahme und Hilfeleistung. Dabei werden Aufgaben zwischen Gesamtstaat (Bund) und Einzelstaaten (Länder) aufgeteilt. Beide politischen Ebenen sind für bestimmte, verfassungsgemäß festgelegte Aufgaben selbst zuständig. Der föderale Aufbau soll dazu beitragen, dass Entscheidungen näher an den Bürgern getroffen werden und regionale Unterschiede besser berücksichtigt werden.
4. Wie stehen Sie zum Einfluß der Europäischen Union? Sollte diese mehr Einfluss nehmen können?
Thorsten Frei: Die föderalen Strukturen haben sich in Deutschland bewährt. Für einen leistungsfähigen Staat ist die konsequente Anwendung des Subsidiaritätsprinzips erforderlich. Das bedeutet, dass möglichst viele Aufgaben so nah als möglich an den Bürgern erledigt werden. Und nur die Aufgaben, die von den Kommunen nicht zu bewältigen sind oder weit über die Kommune hinausgehen von Land, Bund oder EU übernommen werden. Leider haben wir in der Vergangenheit erlebt, dass insbesondere in Brüssel, aber auch im Bund, überproportional viel neue Bürokratie geschaffen wurde, die bis in die Kommunen hineinwirkt. Dadurch lähmt sich unser Land, Menschen werden frustriert und wir verlieren an Wettbewerbsfähigkeit. In diesem Sinne wäre ich für eine Entflechtung der Ebenen und Bürokratieabbau. Mein Leitmotto in Bezug auf Europa lautet: Die EU muss in den kleinen Dingen klein und in den großen Dingen groß sein. Soll heißen, in Brüssel müssen wir uns gemeinsam mit unseren Partnern um Migration, Sicherheit- und Verteidigung oder auch Außenhandel kümmern. Auf der anderen Seite sollte sich Europa in vielen Detailfragen zurückhalten und auf Reglementierung verzichten. Auch im Verhältnis von Bund und Ländern gibt es immer wieder ein Gerangel um Aufgaben und Kompetenzen. Ich würde es aber sehr begrüßen, wenn der Bund eine generelle Verantwortung für die Abschiebung von Flüchtlingen erhalten würde, da sich in diesem Bereich das föderale Geflecht nicht bewährt hat.
Derya Türk-Nachbaur: Europa ist unsere Zukunft und bekommt angesichts der multipolaren Krisen eine noch viel größere Bedeutung. Nur ein starkes Europa wird die Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind, gut bewältigen können. Ich glaube, dass die EU dort mehr Einfluss nehmen sollte, wo grenzüberschreitende Themen wie Klimaschutz, Digitalisierung, Migration oder der Schutz des kulturellen Erbes betroffen sind. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass EU-Fördermittel direkt in die Kommunen gelangen, ohne dass bürokratische Hürden in den Ländern den Zugang erschweren. Für Hüfingen heißt das konkret: Wenn Gelder aus Brüssel für Kultur- oder Naturschutzprojekte bereitstehen, müssen sie schnell und unkompliziert abrufbar sein.
Marin Jurić: Die europäische Einigung ist unfassbar wertvoll. Sie hat uns vieles gebracht, was vorher nicht selbstverständlich war: demokratische Freiheit, Sicherheit vor Kriegen, wirtschaftlichen Fortschritt und Wohlstand. Gerade heute, wo von Russland, China und leider auch den USA unter Trump Bedrohungen unserer Freiheit und Sicherheit ausgehen, müssen wir den Einigungsgedanken stärken, Gefahren gemeinsam mit unseren Partnern abwehren, freiheitliches Denken erhalten und durch Zusammenarbeit unsere Wirtschaft stärken. Alleine, als Nationalstaat, wäre Deutschland hilflos ausgeliefert. Nur ein geeintes Europa kann erfolgreich Spielregeln in der digitalen Welt gegenüber den Musks und Zuckerbergs durchsetzen. Des Weiteren kann sich ebenfalls nur ein geeintes Europa gegen Putins Expansionsstreben wehren. Aber es gilt auch: Alles, was sinnvoller in den Gemeinden, Ländern oder im Bund entschieden werden kann, muss dort entschieden werden. Möglichst nahe an den Bürgerinnen und Bürgern und durch sie selbst!
Dem Neubau eines Wohnhauses mit Einliegerwohnung im Baugebiet von Behla wird zugestimmt. Ebenso einer PV-Anlage auf bestehenden Garagen.
Der dritte Punkt ist die Errichtung eines Parkplatzes mit 27 Stellplätzen am Weiherweg 10. Der Parkplatz soll mit 8 E- Ladesäulen für 16 Stellplätze ausgestattet werden und es sollen 4 neue Bäume gepflanzt werden.
Es ist ja löblich Bäume zu pflanzen, um die Autos irgendwann zu beschatten. Es wundert mich aber wieso man nicht gleich ein Solardach drauf kann? Damit hätte man auch Strom für die Ladesäulen und die Autos wären immer beschattet. Ich bin absolut gegen Solaranlagen auf der grünen Wiese so lange man sich nicht in der Lage sieht, versiegelte Flächen damit zu überdachen. Diesen nutzlosen Flächenverbrauch über den Autos halte ich für Irrsinn.
In Hausen vor Wald soll ein ehemaliges Bauernhaus saniert werden und 3 Wohneinheiten sowie ein Carport errichtet werden. Dem wird einstimmig zugestimmt.
In Sumpfohren soll eine Lagerhalle für landwirtschaftliche Güter und als Unterstand für sogenannt Kälberiglus errichtet werden. Ich lebe jetzt fast 60 Jahre in dieser grausamen Kultur, trotzdem werde ich mich nie daran gewöhnen, dass Babies gleich nach der Geburt ihrer Mutter entrissen werden, um sie in eine Kiste zu sperren. Diese Selbstverständlichkeit erschüttert mich immer wieder. Ja, ich muss mich damit abfinden, wie mit so Vielem, aber es wird niemals von mir einfach so hingenommen werden. Ebenso der letzte Antrag für die Erweiterung eines Milchviehstalls in Behla. Echte Männer trinken sowieso kein Eutersekret!
Beiden Bauanträgen wurde einstimmig zugestimmt.
Fragen aus dem Gremium
Ein Stadtrat fragt am Ende der Ausschusssitzung ob der Weg vom Bahnhof zum Stellwerk nicht asphaltiert werden soll, weil man sich dort dreckige Schuhe holt. Meine Meinung dazu: Ich bin dagegen alles zu asphaltieren! Der Weg ist gut wie er ist. Problem ist der Schneepflug der dort immer wendet und mit der Schaufel Löcher gräbt. Diese Löcher laufen dann jedes Frühjahr mit Wasser voll und werden im Herbst vom Bauhof wieder repariert. Hört einfach auf, mit dem Schneepflug da rein zu fahren und alles ist gut!
Bitte kein Asphalt!
Öffentliche Gemeinderatssitzung ab 18:30 Uhr
Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen
Die Preise vom Aquari bleiben gleich und werden nicht erhöht.
Die Stadt Hüfingen hat das Flurstück 191 gekauft. Das ist das Haus vom ehemaligen Blumenladen, also Hauptstraße 4. Super! Das freut mich!
TOP 4 Biotopvernetzungsplanung – Berichterstattung 2024 und Vorstellung der Planung 2025 durch den Biotopvernetzungsbeauftragten
Unter 1a) 2024 steht: Anlegen von Blühstreifen Unterwieden, Hammeltal und Vor Gatter. Diese 3 Flächen sollen neu eingesät werden, weil sie „ausgeblüht“ seien. Es steht da: „Sie müssen aber für die Neueinsaat bestellt werden, also beackert.“
Ein mehrjähriger Blühstreifen ist nicht „ausgeblüht“. Sauerampfer und Disteln sind auch keine Zeigerpflanzen für ein „Ausblühen“. Dieses Wort gibt es nicht in diesem Zusammenhang. Wissenschaftliche Infos hierzu gibt es auf der Seite vom Nabu.
Unter 1b) steht: „Die Flächen Burgmühle und Lochmühle werden zurzeit zum größten Teil von Privaten als Holzlagerplatz benutzt. Die angelegten Blühflächen sind zerstört und somit entfallen 15.264 Ökopunkte.“ Liebe Mundelfinger, das geht gar nicht! Macht so was auf eigenem Land!
Im Mai 2024 wurde zur Biotopverbundplanung eine gemeinsame Veranstaltung mit den Hüfinger BLHV-Vertretern durchgeführt. Hierbei wurden alle Maßnahmen abgelehnt. Streuobstwiesen wurden ebenso gestrichen, wie Extensivierung, Beweidung und Wiedervernässung. Das einzige was getan werden muss ist unter 4h) „Öffnen der Gräben mit Bagger“. Ich möchte hierzu erwähnen dass für den Unterhalt der Drainagen der Steuerzahler her halten muss. Das Ried, von dem wir hier reden, haben in den 1930er Jahren die Nazis zerstört und ihren loyalen Anhängern vermacht.
Entwässerung vom Ried 1939
Unter 2024 9b) werden die Pachtverhältnisse der Längewiese erläutert und dass das Ausgraben und Häckseln des geschützten Heckenbiotopes keine Flurbereinigung gewesen sei.
Längewiese im September 2022
Längewiese im September 2024 mit nachgepflanzten Hecken
Bei zwei Grundstücken auf ca. 0,75 ha wurde der Humus abgeschoben. Diese Flächen werden wohl für die Montage der Windräder benötigt, allerdings fand hier keine Absprache statt. Mir ist im Januar auch der Müll aufgefallen der bei der Aktion einfach mal so fallen gelassen wurde. Anscheinend muss den Herren mit den Windrädern etwas mehr auf die Finger geguckt werden.
Den Müll auf der Längewiese hat es inzwischen in den Wald verblasen.
TOP 5 Bebauungsplanverfahren „Kopfacker, 1. Änderung“ Satzungsbeschluss Abwägung zu den in der Offenlage und Behördenbeteiligung (TÖB) eingegangenen Stellungnahmen
Der Kopfacker wurde am 24. Oktober 2024 auf den Weg gebracht. Der Produktionsablauf Fa. FB Food GmbH soll künftig zur Einsparung von Energie, Flächenbedarf und Arbeitszeit auf „Senkrechttransport“ ausgerichtet werden. Dazu ist eine wesentlich größere Bauhöhe notwendig, die eine Änderung des geltenden Bebauungsplans „Kopfacker“ für das ausgewiesene Baufenster im Bereich der geplanten zweiten und dritten Bauabschnitte erforderlich macht. Bisher ist dort eine Bauhöhe von ca. 20,5 m zulässig. Die neue Planung erfordert eine Bauhöhe von ca. 33 m.
Heute soll über die eingegangenen Stellungnahmen aus der Abwägungstabelle gesprochen werden. Der Bebauungsplan „Kopfacker 1. Änderung“ soll gemäß § 10 Baugesetzbuch (BauGB) als Satzung beschlossen werden und dem Satzungstext zugestimmt werden.
Mit zwei Gegenstimmen wird der Satzung zugestimmt.
Die Verwaltung wird beauftragt, den Satzungsbeschluss des Bebauungsplans „Kopfacker 1. Änderung“ öffentlich bekanntzumachen.
TOP 6 Bestellung ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Stadt Hüfingen (m/w/d)
Die 5-jährige Amtszeit des „ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten“ läuft ab und es ist eine neue Bestellung erforderlich.
Hier hat unser Gemeinderat die gute Idee als neuen Beauftragten für Menschen mit Behinderung Lars Hauser zu wählen. Lars Hauser ist der Träger vom Sozialpreis 2024, vielseitig engagiert und kennt sich gut aus. Es freut mich sehr hier frischen Wind von einem jungen Mann zu bekommen und ich bedanke mich für seine Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen!
Allerdings empfehle ich die Wortwahl unserer verstaubten Verwaltung in das 21. Jahrhundert zu heben und er soll der 1. Beauftragte für Menschen mit Behinderung von Hüfingen werden.
Die CDU schlägt ehrenamtlicher Inklusionsbeauftragter vor. Danke, finde ich sehr gut, sogar besser.
TOP 7 Abschluss einer öffentllich-rechtlichen Vereinbarung zur gegenseitigen Vertretung von Standesbeamten
Die Städte auf der Südbaar Hüfingen, Bräunlingen und Blumberg wollen enger zusammenarbeiten. Ein Themenfeld hierbei ist dabei das Standesamt, sowie die Möglichkeit zur gegenseitigen Vertretung der Vollstandesbeamten. Durch die Vereinbarung wird die interkommunale Zusammenarbeit unter den Städten und Gemeinden gestärkt und hilft mögliche Personalengpässe in diesem Bereich der Pflichtaufgaben sicher überbrücken zu können. Zudem wird noch das Gespräch mit der Stadt Donaueschingen gesucht, ob ebenfalls Interesse besteht in den öffentlich-rechtlichen Vertrag aufgenommen zu werden.
Der Gemeinderat soll den Bürgermeister ermächtigen diesem zuzustimmen. Dies wird mir einer Gegenstimme beschlossen.
TOP 8 Finanzielle Beteiligung von Umlandgemeinden an weiterführenden Schulen – Sanierung des Otto-Hahn-Gymnasiums mit Realschule Furtwangen; Freiwilligkeitsphase
Auch diese Thema war schon in der Sitzung vom 24. Oktober 2024 und es geht wieder um dieses obsolete VGH-Urteil vom 6. Dezember 2022. Seitens des Gemeindetags gibt es Bestrebungen hier Lösungen zu erarbeiten, allerdings ohne einen ungefähren Zeitrahmen nennen zu können. Aktuell lassen sich diese aufwändigen Verhandlungen nicht vermeiden.
Teil dieser Verhandlungen ist nun, dass die Stadt Hüfingen der Stadt Furtwangen sich im Rahmen der Freiwilligkeitsphase i.S.d. § 31 Abs. 1 S. 1 SchG bereit erklärt zur Verhandlung einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung.
Diese Thema ist meiner Meinung nach Teil unseres dysfunktionalen Staates, absolut unnötig und hetzt die Kommunen gegenseitig auf. Vor allem auch angesichts der Tatsache, dass Stuttgart sich nicht sonderlich um Gesetze schert, aber die Kommunen sollen es dann, aber auch nur bei bestimmten Themen. Nicht nur beim Lidllager wurde EU Recht gebrochen, ich habe weiteres hier aufgeführt: Fremdverwaltet von oben herab . Gesetzte werden nur dort eingehalten bei denen auch jemand klagen darf und kann. Stuttgart schaut dem Gemetzel der Gemeinden untereinander nun tatenlos zu. Von daher ist es gut unser Bürgermeister sucht den Schulterschluss mit unseren Nachbarn.
Der CDU-Fraktionssprecher hat sich übrigens hierzu gepflegter ausgedrückt als ich, aber er hat eine ähnliche Meinung.
TOP 9 Personal – Einführung einer Regelung zur Durchführung von Teambuilding-Maßnahmen
In der Stadtverwaltung Hüfingen gibt es bislang keine Regelungen hinsichtlich der Durchführung von Teambuilding-Maßnahmen. Der Personalrat hat daher eine entsprechende Dienstvereinbarung entworfen, welche mit dem Bürgermeister abgestimmt ist. Das Ziel von Teambuilding-Maßnahmen besteht darin, das Vertrauen der Mitarbeiter zu stärken, die Kommunikation zu verbessern, die Zusammenarbeit zu steigern und die Motivation zu erhöhen oder aufrechtzuerhalten.
Als Grundsätze der Förderung wurden folgende Punkte festgelegt:
Die Teambuiliding-Maßnahme findet außerhalb der Kernarbeitszeit statt.
Jedes teilnehmende Team-Mitglied erhält eine Zeitgutschrift von max. 2 Arbeitsstunden
Jedes teilnehmende Team-Mitglied erhält einen Zuschuss von 20,00-€ als Zuschuss zur Verwendung für Verpflegung bzw. Eintritt usw.
Die Förderung kann einmal jährlich in Anspruch genommen werden.
Der Gemeinderat stimmt einer Dienstvereinbarung zur Durchführung von Teambuilding-Maßnahmen zu. Die entsprechenden Mittel werden bereitgestellt.
TOP10 Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Gemeinderat
SPD stellt einen Antrag für ein professionelles Schülerlotsen-Konzept an der Lucian Reich Schule zusammen mit der Verkehrswacht. Eine Lehrerin von der LRS Schule stellt das Konzept kurz vor.
Um 20:03 Uhr wird der öffentliche Teil geschlossen.