Zirkumzenitalbogen

Liebe Bürgerpostleser,

heute möchte ich Euch etwas „Himmlisches“ zeigen. Auf Bild 1 ist es nur schwach zu sehen, aber ich bin mir sicher, Ihr seht es mit etwas Mühe, wie es mir auch ergangen ist. Einen Farbbogen als Kreisausschnitt im unteren Teil des Bildes. Ich sah das am 22. August 2026 abends um 19.17 Uhr. Jetzt kommt der Hammer, ich erinnerte mir, dass ich so etwas schon einmal gesehen und fotografiert habe, und der Oberhammer ist, dass ich es relativ flott gefunden habe. Und zwar am 11. Juni 2017. Bild 2 und 3 zeigen das Phänomen noch um einiges deutlicher. 

Wolken mit Schlieren und ganz schwach der bunte Bogen
22. August 2026 abends um 19.17 Uhr
Bild vom Himmel der überwiegend blau ist farbigem Bogen und Wolken
11. Juni 2017
Bild vom Himmel mit Farben und Wolken und einer sichtbaren Kurve

Habt Ihr eine Ahnung, was es sei könnte? Ich bin fündig geworden beim Arbeitskreis Meteore e.V. https://www.meteoros.de/themen/halos/haloarten. Es handelt sich um einen Zirkumzenitalbogen (Abkürzung ZZB). Er ist eine Haloerscheinung, wie die Nebensonne, die ich kürzlich am 2. September von Pfohren-Mittelmeß aus aufgenommen durfte. Der ZZB sei eine der schönsten und farbenprächtigsten Haloerscheinungen. Seine Farbigkeit und Helligkeit kann dem Regenbogen gleichkommen. Daher wurde er auch schon häufiger mit einem Regenbogen verwechselt. Im Gegensatz zum Regenbogen, der einen Kreis um den Sonnengegenpunkt bildet, ist der Zirkumzenitalbogen ein Bogen um den Zenit, wobei nur der zur Sonne gerichtete Teil zu sehen ist. Normalerweise ist etwa ein Viertel eines Kreisbogens sichtbar, in Ausnahmefällen auch ein Halbkreis. Bei einer Sonnenhöhe von 32° über dem Horizont verschwindet der Zirkumzenitalbogen im Zenit. Seine größte Helligkeit erreicht der Zirkumzenitalbogen bei einem Sonnenstand von 22,1°. Zwischen 15° und 25° Sonnenhöhe wird er am häufigsten gesehen.

Bild vom Himmel mit Farben und Wolken
Pfohren-Mittelmeß am 2. September 2026

Der Zirkumzenitalbogen entsteht genauso wie die Nebensonnen an horizontal schwebenden Eisplättchen. Hier tritt das Licht allerdings an der Basisfläche des Plättchens ein und an einer Seitenfläche wieder aus. Da die Seitenflächen senkrecht zur Basisfläche sind, beträgt der Brechungswinkel 90°. Falls Nebensonnen sichtbar sind, besteht, insbesondere bei einer Sonnenhöhe zwischen 15° und 25°, eine große Wahrscheinlichkeit, dass auch der Zirkumzenitalbogen gesehen werden kann. Leider ist der Zirkumzenitalbogen kaum jemandem bekannt, obwohl er fast ebenso häufig wie der Regenbogen auftritt. Der Hauptgrund dafür liegt wohl darin, dass man fast senkrecht nach oben schauen muss, um ihn zu sehen. Das sollte nach diesem Beitrag nicht mehr passieren. Einfach bei den beschriebenen Konstellationen mit den Blicken hinauf in den Zenit, liebe Beitragsleser. Ich werde mich auch daran halten, weil es mir auch jetzt erst klargeworden ist. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

Schreibe einen Kommentar

The maximum upload file size: 32 MB. You can upload: image, audio, video, document, spreadsheet, interactive, text, archive, code, other. Links to YouTube, Facebook, Twitter and other services inserted in the comment text will be automatically embedded. Drop file here

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner