Liebe Bürgerpostleser,
habt Ihr eine Vorstellung davon, wie viele Vogelarten man sehen und/oder hören kann bei einer gut dreieinhalbstündigen Exkursion? Als mögliche Hilfestellung gebe ich bekannt, dass es weltweit etwa 10.000 Vogelarten gibt. In Deutschland kennt man etwa 250 Brutvogelarten. Und wie viele haben wir am Samstag, den 9. Mai ab 7 bis 10.30 Uhr erleben dürfen? Die tolle Anzahl von 50 Arten. Hättet Ihr das gedacht?
Die Exkursion wurde organisiert von den Freunden der Natur Hüfingen. An den Start gingen elf Personen. Die Umrundung des Hüfinger Riedsees war das Exkursionsareal. Die ersten gut 1,5 Stunden waren von Nebel begleitet und mit 3° Celsius war es recht frisch, so dass nur zwei mit dem Fahrrad anreisten. Das Hören aus dem Nebel war zu Beginn der wichtigste Sinn. Hilfreich war, dass einige Teilnehmer Vogelstimmenapps zur Hand hatten. Aber man durfte sich nicht voll darauf verlassen, es wurde zum Beispiel die Heidelerche genannt, die aber nicht zu sehen/hören war.
Thomas Kring hat mit seinem starken Tele die Aufnahmen unten gemacht. Auf den Bildern ist u.a. ein brütendes Bläßhuhn auf einem Schilfnest und ein Flußregenpfeifer, der seine Eier ausbrütet. Nachdem wir merkten, dass er sich gestört fühlt, sind wir weitermarschiert. Auf einem Bild ist ein Rohrammermann, der wegen seines Gesangs auch Rohrspatz genannt wird. Er ist auf Schilf und Röhricht als Lebensraum angewiesen. Im Wald und auf der Heide sucht man ihn vergebens. Thomas hat eine Wiesenschafstelze super beim Tanz für die Erlangung der Gunst des Weibchen erwischt. Zum Schluß ist ein Biber durch den Riedsee geschwommen, logischerweise kein Vogel, aber wann sieht man schon einmal einen Biber? Es ist zumindest mein erster.
Wenn Ihr Lust habt, geht die alphabetische Liste von Amsel bis Zaunkönig durch und überlegt, welche Arten ihr erkannt hättet im Sehen aber auch im Hören. Eine solche Vogelführung schafft Sicherheit im Bestimmen und im Erkennen von Rufen und Gesängen. Wer in Sachen Vögel etwas dazulernen möchte, kann sich freuen, als Teilnehmer mitzugehen. Hocherfreut waren wir, den Kuckuck zu hören, weil das heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Erwähnenswert sind Zilzalp und Fitis, die nur über den sehr unterschiedlichen Gesang zu unterscheiden sind.
Bei der Führung 2025 waren nur 43 Arten zu benennen, dieses Jahr 50. Womit hängt das zusammen? Ganz einfach, weil das Landschaftsgefüge dieses Jahr vielfältiger war mit Wald, See und Freiflächen als 2025 im Hammeltal. Je reicher strukturiert eine Landschaft, desto mehr Arten können existieren.
Vielleicht habe ich Euer Interesse geweckt, dann macht mit bei einer Führungen z.B. am Tag der Artenvielfalt da gehts ins Hammeltall und den Hüfinger Orchideenwald: https://www.freunde-der-natur-huefingen.de/veranstaltungen/

Falls sich auf diesen Beitrag jemand meldet, könnte man überlegen, spontan ein Angebot zu machen.
Herzliche Grüße
Franz Maus















































































