was ist bei mir das Besondere während der Winterfütterung? Zum einen, dass ein Trupp von neun Stieglitzen – auch Distelfinken genannt – unser Leben bereichern. Sie zanken gerne untereinander und gehen nicht beziehungsweise ganz selten an die Futterkette, sondern in die Tröge. Dort sind sie so aufmerksam, dass sie meistens verschwunden sind, bis ich mit dem Händifoto gerichtet bin. Unten die neun Exemplare, eines ist etwas versteckt, auf unserer Gartenlärche. Auf dem Bild daneben sehen wir vier auf Ästen sitzend dicht neben der Futterstelle. Die rechten zwei zeigen die farbliche Schönheit dieser Vögel.
Das Bild unten demonstriert die Dominanz einer Vogelart in diesem Winter, die der Blaumeisen. Vermutlich hatten sie die letzten Brutsaisons durch bestimmte Umstände sehr hohe Aufzuchtraten. Früher beherrschten Hausspatzen das Geschehen. Zählt alle durch, kommt Ihr auch auf 14 Stück? Alles nur Blaumeisen. Das ist doch ein Hammer, nicht wahr?
Unten: Ich bin hell begeistert, dieses Jahr zum ersten Mal Schwanzmeisen an der Futterkette beobachten zu können. Bis jetzt sind es vier Stück. Sie sind schnell und behänd und die langen Schwänze sind so was von klasse. Die Schnäbel sind sehr fein und die schwarzen Kulleraugen wissen zu beeindrucken. Interessant ist, sie sind nicht im Haus anzutreffen, sondern – im Unterschied zu den Stieglitzen – nur an der Futterkette. Das letzte Bild zeigt drei Fotos der gleichen Schwanzmeise. Sie ist mit einem weißen Kopf ausgestattet, das heißt, sie stammt aus Skandinavien und ist zu uns über den Winter eingeflogen. Meistens kommt der Trupp zweimal am Tag kurz vorbei zum Fressen und verschwindet dann wieder.
Wer hat Schwanzmeisen diesen Winter auch schon erleben dürfen? Waren auch weißköpfige dabei?
heute darf ich Euch eine ornithologische Sensation vorstellen. Die Bilder hat mir Thomas Kring aus Hüfingen überlassen Er ist Projektleiter des Naturschutzgroßprojektes Baar beim Schwarzwald-Baar-Kreis. Er meinte, das wäre doch sicher auch einen Beitrag wert. Ihr erinnert Euch, von ihm erhielt ich auch die Bilder für den Libellen-Schmetterlingshaft Beitrag.
Also, wieso ist das Ganze eine Sensation? Ganz einfach, weil diese Ente, die Ringschnabelente heißt, in großer Anzahl in Kanada und den USA lebt. Die Bestände steigen, obwohl in den USA jährlich 700.000 Exemplare gejagt werden. Bei uns dagegen erscheinen sie nur in ganz geringen Anzahlen: avi-fauna/ringschnabelente. Zur Zeit sind am Bodensee vier Standorte mit jeweils nur einem Exemplar bekannt. Pro Jahr gibt es deutschlandweit etwa zehn Meldungen überwiegend von Einzelexemplaren über das Winterhalbjahr. Der klassische Begriff für eine solche Vogelart ist „Irrgast“. Man vermutet, dass sie durch Stürme nach Europa „verweht“ wurden. Und hier leben sie im Verbund mit zahleichen anderen Enten, man muss sich wundern, dass sie überhaubt erkannt werden. Wenn dann aber eine Meldung im Internet unter www.ornitho.de eingestellt wird, dann machen sich Vogelfans auf die Suche. So kam Thomas Kring auch zu seinen herrlichen Fotos.
Für mich war hoch interessant, dass die beiden Enten auf dem Bild oben von zwei Experten auf den ersten Blick für eine Art nämlich für Reiherenten gehalten wurden, bis ich auf ein genaueres Hinsehen hinwies. „Die vordere ist jedenfalls eine Reiherente“. Genau, charakteristisch ist für sie die schwarz-weiße Färbung und der Federschopf am Hinterkopf. Die zweite Ente auf dem Bild ist das Männchen der Ringschnabelente, auch eine schwarz-gräulichweiße Grundfärbung aber ohne Federschopf. Dafür mit weißer Schnabelumrandung und weiß-schwarzem Schnabel. Klar, man muss wirklich genau hinschauen. Bild unten zeigt sie zusammen mit einer Moorente, sie macht den Eindruck, wie wenn sie dazugehörte.
Die nächsten beiden Bilder sind wunderschöne Portraitaufnahmen dieses einen Ringschnabelenten Mannes vom Bodensee.
Seit einigen Wochen gibt es von mehreren Orten am Bodensee fast tägliche Meldungen jeweils einer einzelnen männlichen Ringschnabelente. Vermutlich sind es mehrere Tiere, die sich am Bodensee aufhalten. Aber die genau Anzahl läßt sich nicht sagen. In jedem Falle hat Thomas Kring seine Fotos am 07. Februar 2026 geschossen und am 11. Februar 2026 könnt Ihr es genießen.
Vielen Dank an Thomas Kring für die Ermöglichung des sensationellen Berichtes. Ich glaube, er lag richtig, als er meinte, dass das einen Beitrag wert ist.
ich muss sagen, die Rätselbilder hatten es in sich. Es haben einige sich an die Aufgabe gewagt, sie lagen aber daneben. Am häufigsten wurde der Schleimpilz Hexenbutter genannt, einige vermuteten, dass es sich um die Eiablage von der Gottesanbeterin oder der Wespenspinne handelt. Den Nagel auf den Kopf getroffen hat Ingeborg Jaag aus Hüfingen. Sie schrieb, „das ist die Kinderstube einer Wespenart“. Auf die Frage, ob sie so etwas schon gesehen habe, kam die Antwort, „sie habe einen Garten und dort sie habe so etwas schon gesehen“. Hut ab und herzlichen Glückwunsch Ingeborg Jaag, sie hatte als einzige die richtige Spur.
Der Entwicklungszyklus von Brackwespen ist eine hochspezialisierte, parasitische Abfolge, die meist in vier Stadien verläuft: 1. Eiablage mit Legebohrer im oder ohne Legebohrer am Wirt, 2. Larvenentwicklung, 3. Verpuppung oft in Kokons und 4. Erwachsene. Die Larven fressen ihre Wirte, Schmetterlingsraupen oder Käferlarven, von innen oder außen, wobei der Wirt stirbt. Der Zyklus dauert bei optimalen Temperaturen von über 20° C nur etwa 10–12 Tage. Die Larve verpuppt sich entweder im Inneren des Wirts oder spinnt einen Kokon auf oder neben dem toten Wirt. Die fertige Brackwespe schlüpft, paart sich und beginnt nach kurzer Zeit (oft nach wenigen Tagen) mit einer erneuten Eiablage. Sie lebt höchstens 30 Tage. Brackwespen sind als Nützlinge in der Landwirtschaft und im Vorratsschutz von Bedeutung, da sie Schädlingspopulationen (z.B. Mottenlarven) stark dezimieren. Der Kokon, den wir hier auf den Fotos sehen, gehört höchstwahrscheinlich zur Kohlweißling-Brackwespe. Denn diese überwintert darin als verpuppungsbereite Altlarve, bis sie im Frühjahr ausschlüpft. Wie denkt Ihr über diese Geschichte? Ich kann nur sagen, ein wahrhafter Oberhammer.
Auf der Webpage Schadbild wird hier gezeigt, wie sich die Räupchen der Kohlweißlig-Brackwespe über eine Kohlweißlingraupe hermachen. Da wird sicher nichts mehr übrigbleiben. Die Brackwespen sind relativ klein, in der Regel keinen Zentimeter groß.
Ein herzliches Dankeschön Karl Wild aus Maichingen, dass er die Bilder zur Verfügung gestellt hat. Dann Hans-Peter für die Hilfestellung und Euch allen, die Ihr mitgemacht habt. Für Ingeborg Jaag nochmals ein herzlicher Glückwunsch zur Rätselslösung.
Rätselgebilde
Rätsel vom 28. Januar 2026
Liebe Bürgerpostleser,
heute seid Ihr gefragt. Ich möchte Euch drei Bilder von Karl Wild vorstellen, die er Ende Dezember/Anfang Januar 2026 in Maichingen, einem Ortsteil von Sindelfingen aufgenommen hat.
Wer hat eine Idee, um was es sich handelt? Hat jemand von Euch so etwas schon gesehen? Ich bin gespannt, ob jemand auf die Lösung kommt. Die Gebilde sind etwa 2,5 cm lang und haben einen Durchmesser von 1,5 cm. Mehr Hinweise gibt es nicht. Die Lösung erfolgt das nächste Mal. Also viel Freude beim Recherchieren.
am 9. Januar 2026 hatte ich etwas Zeit, mich in Balingen umzusehen. Das Zollernschloß an der Eyach gelegen, macht einen tollen Eindruck. Am beeindrucktesten war ich aber von etwas anderem, was ich so noch nie gesehen habe. Ich sah Eis, das unter Wasser war. Ich dachte, das gibt es doch gar nicht, Eis ist über 10 Prozent leichter als Wasser und liegt deswegen im Regelfall oben auf. Schaut die Bilder an das Eis liegt eindeutig unter dem fließenden Wasser.
Ein echter Hammer. Also einmal tief durchschnaufen, ein Video in den Status stellen und hoffen, dass jemand eine Erklärung hat. Axel Ortlieb aus dem Münstertal antwortete und schrieb: „Bei uns hieß es früher Grundeis. Mir wurde gesagt, wenn der Bach von unten zufriert, ist das Grundeis. Das entsteht sehr selten und nur bei tiefen Minustemperaturen“. Hut ab Alex, kann ich da nur sagen. Normalerweise gefriert Wasser von oben. Denn es hat bei plus vier Grad die höchste Dichte und fällt nach unten. Aber, wenn es lang saukalt ist, dann gefriert der Bach auch von unten zu, weil dann in der Gewässersohle Minustemperaturen erreicht. Das kann man ruhig den Oberhammer nennen.
In der Grafik sind die Temperaturen in Balingen vor dem 9. Januar dargestellt. Dort ist zu sehen, dass die Mitteltemperatur seit dem 22. Dezember 2025 bis zum 7. Januar 2026, also 17 Tage lang immer unter 0 Grad lag. Etliche Tage zeigten Mittelwerte um die minus 5 Grad und darunter. Auf jeden Fall so, dass anscheinend Grundeis entstehen konnte. Jetzt weiß ich auch, was der Hintergrund für den Spruch ist, „mir ging der A….. auf Grundeis“.
Etwas Interessantes fand ich in der Pressemitteilung Nr. 1/2009 des Bayerisches Landesamtes für Umwelt und des Wasserwirtschaftsamtes München. „Wenn das Grundeis nicht frühzeitig beseitigt wird, kann es auch bei normaler Wasserführung zu starken Winterüberschwemmungen kommen“, so LfU-Präsident Albert Göttle. „Am Schwebelbach im Norden Münchens sind daher die Flussmeister des Wasserwirtschaftsamtes München zusammen mit den technischen Hilfskräften im Dauereinsatz. In Wathosen stehen die Männer mit ihren sogenannten Abeislanzen im eiskalten Wasser und hacken das Grundeis auf, damit die Strömung es wegschwemmt“. Das hört sich richtig spannend an.
Dieses Bild zeigt die Situation an der Breg bei Hüfingen vor etlichen Jahren. Das dicke Eis nach langer Frostperiode wurde durch ansteigendes Wasser gebrochen und die Eisschollen ans Ufer abgelegt. Das ist der klassische Fall des Zufrierens von oben.
es geht gerade so weiter, nach dem von Sohn Michael vom Flugzeug aus beobachteten Regenbogen konnte Tochter Dina diese seltsamen Lichterscheinungen, ebenfalls aus dem Flugzeug fotografieren. Wie damals war Claudia Hinz meine Helferin bei der Frage, um was es sich dabei handelt. Sie schrieb, „Glorie oder Brockengespenst die wissenschaftliche Bezeichnung dieser Lichterscheinung mit farbigen Ringen um den Schatten des Betrachters. Sie entsteht dann, wenn bei Sonnenschein der Schatten des Beobachters auf eine Wolken- oder Nebeldecke fällt. In den Bergen ist dieses Phänomen häufiger zu sehen als im Flachland. Denn dort gibt es öfters die Situation, dass die Morgen- oder Abendsonne die langen Schatten eines Beobachters auf eine Wolken- oder Nebeldecke wirft. Im Tiefland kommt es nur selten vor, zum Beispiel beim Aufsteigen von Bodennebel.
Der optische Grund der farbigen Ringe liegt in der Lichtbrechung in Wassertröpfchen um den Schatten im Nebel oder auf Wolken, wenn Flugzeugschatten auf sie fallen. Ein Klassiker ist das sogenannte Brockengespenst:
Dass man da früher Gespensterangst bekommen konnte, ist leicht verständlich.
Bei den drei Bildern von Dina aus dem Flugzeug, seht Ihr da einen Unterschied? Aber klar doch, Euch fällt sicher auf, dass nur auf Bild 3 der Flugzeugschatten zu sehen ist, bei Bild 1 und 2 nicht. Claudia Hinz schreibt dazu: „Das hängt damit zusammen, wie weit die „Leinwand“ für die Schattenabbildung entfernt ist. Wenn sie zu weit weg ist, dann wird der Schatten zu klein und ist irgendwann nicht mehr zu sehen. Auch wenn die „Leinwand“ nicht eben ist, wird kein Schatten sauber abgebildet. Übrigens, es gibt auch Schatten ohne Glorie, wenn die Tröpfchen nicht einheitlich groß sind“.
Also, so weit so gut. Ganz verständlich ist mir die Sache noch nicht, weil ich dachte, die Glorie sei immer auf Höhe des Schattens zu sehen. Jetzt sieht es so aus, dass es auch anderst sein kann.
Vielleicht ist ein kundiger Leser dabei, der uns das noch genauer erklären kann. Mich würde das sehr freuen.
Liebe Bürgerpostleser, heute gibt es eine Geschichte, die zumindest irgendwie zur Weihnachtszeit passt.
Denn es wurde Zeit, den Christbaumständer vom Speicher zu holen. Den habe ich – gut auffindbar – auf einem Balken gelagert, so dass ich ihn mit Verpackung schön herausziehen kann. Doch halt, was zappelt da wie verrückt unterhalb des Kartons? Sofort stoppte ich das Geschehen, denn ich erkannte, dass da ein Schmetterling seine Winterruhe abhielt. Mit äußerster Vorsicht konnte ich in der Lage den Karton aufmachen und den Christbaumständer herausnehmen. Einmal noch zappelte er vehement, aber er blieb Gott sei Dank sitzen. Ich vermute, dass das seine Abwehrreaktion gegen wen auch immer ist. Der Schreckmoment ist ganz schön heftig und signalisiert schon eindeutig, lass mich ja in Ruhe.
Dass mir wiederum so etwas passieren darf, kann ich nur als einen absoluten Oberhammer bezeichnen. Denn der Schmetterling hätte überall hinsitzen können, unser Speicher ist groß, nein er setzt sich unter den Christbaumständer. Abschließend geht es um die Frage, welcher Schmetterling ist es. Klar, es ist einer, der als Falter überwintert. Da gibt es eine ganze Reihe, Zitronenfalter, C-Falter, Kleiner und Großer Fuchs, Trauermantel und, und das Tagpfauenauge. Das ist es, google lens hat es sicher erkannt. Überraschend wie unterschiedlich die Flügelunter- und die -oberseite aussehen. Sofort erkennt man, dass die Unterseite voll zur Tarnung dient und das Überleben sichert.
Das Bild mit den drei Tagpfauenaugen hat mir Pensionärskollege Dr. Günther Gronbach geschickt, herzlichen Dank dafür.
die Bilder schickte mir meine Frau aus St. Blasien mit der Frage, „was ist das für ein Phänomen“? Ich musste zunächst passen. Eine Lichtsäule ist es nicht, denn die verläuft erstens gerade und ist zweites entweder vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang auf der Verlängerung der gedachten Sonnenlinie zu sehen. Die Krümmung ließ an einen Regenbogen denken, aber wo sind die Regenbogenfarben?
Die Bilder sind kurz nach Sonnenaufgang aufgenommen. Auf Bild 1 sieht man vereinzelt das Morgenrot.
Die Erklärung fand ich durch Claudia Hinz auf www.meteoros.de/themen/atmos/wassertropfen/roter-regenbogen „Wenn die Sonne flach über dem Horizont steht, können Regenbögen teilweise oder komplett rot erscheinen. Hierbei tritt genau derselbe Effekt auf wie beim Abend- bzw. Morgenrot. Bei einem niedrigen Sonnenstand muss das Licht einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen. Das kurzwellige blaue Licht wird dabei stärker gestreut als das rote Licht. Der Regenbogen erscheint rot.“
Das Bild oben stammt von Ulrike Guttenberger aufgenommen in der Abenddämmerung mit Abendgelb. Interessant ist, dass die Wolke in der Mitte den Regenbogen verdeckt. Ein herzliches Dankeschön an meine Frau und an Ulrike Guttenberger für die Bildüberlassung und an Claudia Hinz für die Rätselslösung.
mein Forstexperte Reinhold Mayer antwortete zu den Bilder kurz: „Noch nie gesehen“. Mir ging es genauso, und wer so etwas schon gesehen hat, darf sich gerne melden. Die Bilder erhielt ich von Karl Wild aus Sindelfingen. Er hat sie am Nikolaustag 2025 in 71106 Magstadt im Gemarkungswald aufgenommen, der Verbindungsast verläuft zwischen zwei Buchen. Das verdient gleich einen Oberhammer genannt zu werden. Sofort fragte ich ihn, ob ich dazu etwas schreiben darf, „ja klar, ich würde mich freuen, wenn andere auch an dem schönen Naturwunder teilhaben könnten“. Übrigens, Karl Wild nahm am 7. November 2025 am Naturwundervortrag in der Bürgerhalle Hausen vor Wald teil, er war der mit der größten Anreiseentfernung. Was sagt man dazu? Den zweitlängsten Weg hatte mein elsäßischer Freund Damian Baltenwek aus Ottmarsheim. Bei ihm waren es fünf Kilometer weniger.
Wikipedia hat mir weitergeholfen. Den Prozeß nennt man „Inosculation“. Das ist ein natürliches Phänomen, bei dem Stämme, Äste oder Wurzeln zweier Bäume zusammenwachsen und zwar auf eine biologisch ähnliche Weise, wie beim künstlichen Veredeln. Die Äste wachsen zunächst getrennt voneinander, aber in der Nähe zueinander, bis sie sich berühren. Dabei wird die Rinde an den Berührungsflächen durch die Bewegung der Bäume im Wind allmählich abgerieben. Sobald sich das Kambium zweier Bäume berührt, verwachsen sie sich manchmal selbst und wachsen beim Dickenwachstum zusammen. Das Kambium ist – kurz erklärt – die dünne Wachstumsschicht bei Pflanzen und damit auch bei Bäumen, die zwischen dem Holz und der Rinde liegt und aus sich aktiv teilenden Zellen besteht. Dadurch wächst der Baum in die Dicke, indem es innen neues Holz und außen neuen Bast bildet. Diese Zellteilung ist für das sekundäre Dickenwachstum verantwortlich und führt zur Bildung der jährlichen Jahresringe. Beinhart finde ich das. So kann also aus zwei Ästen ein Ast entstehen. Man kann wiederum nur stauen. Bei Buchen käme das öfters vor, weil die Rindenschicht relativ dünn ist.
Solche Bäume werden umgangssprachlich oft als „Ehepaarbäume“ oder „Hochzeitsbäume“ bezeichnet. Was sagt man zum Bild oben? Es ist von Rebecca Herbert. Der englische Text dazu lautet übersetzt, „der dünnere Baum wurde vor Jahren abgesägt und der dicke hält ihn und gibt ihm seither Nahrung. Sie wachen zusammen auf im Frühling und sie gehen schlafen im Herbst“. Eine herrliche Beschreibung eines grandiosen Bildes. Das Bild unten ist nochmal was Besonderes. Es zeigt die Verwachsung zweier verschiedener Arten, nämlich einer Buche und einer Eiche. Das käme viel seltener vor als bei gleichen Arten. Der Hammer ist, ich brauchte nur an den Rand des Kohlwalds gehen, um das Bild heute machen zu können.
Eine Frage habe ich noch, wird der Verbindungsast sich in zehn Jahren noch in der gleichen Höhe befinden wie jetzt? Ich bin gespannt auf Eure Antworten.
Zum Schluß herzlichen Dank an Karl Wild für die Bildüberlassung und die Beitragsermöglichung. Ich bin gespannt, ob wir so etwas auch noch live sehen dürfen.
Kommentare zum Beitrag unten über den Fischadler am Roten Meer sind Anlass, drei Punkte über den herrlichen Vogel aufzugreifen.
Punkt eins ist die Situation, wie der Kerle auf dem Geländer sitzt, und zwar auf einem Fuß. Jemand befürchtete, dass er nur einen Ständer, wie der Fuß in der Fachsprache genannt wird, besitzt. Was denkt Ihr? Nein, er hat zwei Füße, der andere ist ins Gefieder eingezogen. Hier war ChatGPT sehr hilfreich: Fischadler würden – wie andere Greife – sehr häufig auf einem Fuße stehen. Es gäbe drei Gründe dafür, zur Wärmeregulierung, zur Entspannung der Muskulatur und bei der Ruhehaltung beim Sitzen. Reiher sieht man auch oft auf einem Beine stehen.
Punkt 2: An Menschen gewöhnte Fischadler. Das war spannend, werte Leser. Denn es gibt zwei Gegenden, in denen die Fischadler sich so an die Menschen gewöhnt haben, dass Rita Schorp das Bild überhaupt schießen konnte. Die eine ist Florida mit seiner sehr großen Fischadlerdichte und die zweite kennen wir bereits, das Rote Meer in Ägypten. Christoph Piela schreibt in https://naturfotografen-forum.de/o735924-Fischadler: „Beim Tauchurlaub in Ägypten waren doch tatsächlich drei Fischadler, die im Bereich unserer Hotelanlage ihr Jagdrevier hatten. Sie gingen in einer Badebucht auf Fischfang. Die Tiere wurden von Gästen und Angestellten in Ruhe gelassen, so dass man sich ihnen, ohne sie zu stören, bis auf wenige Meter nähern konnte. Dabei haben die Vögel einen kaum registriert und schauten weiter konzentriert aufs Wasser nach Fischen in der Nähe der Oberfläche. Bis jetzt konnte ich dieses Verhalten nur in Florida beobachten“. Na wer sagts denn. Auch ChatGPT hat die Sache mit Florida bestätigt. Aber, aufgemerkt, ich habe kein solch aussagekräftiges Bild für die Vertrautheit von Mensch und Fischadler gesehen, wie es Rita auf dem Bild gelungen ist. Deshalb ihr nochmal ein herzlicher Glückwunsch dazu.
Was sagt Ihr zu diesem Bild? Das ist Punkt 3 des Beitrags. Dieses Bild ist mir gelungen am 7. April 2013, also vor über 12 Jahren beim Durchzug des Greifes Richtung Norden. Es zeigt nicht nur einen, sondern zwei Fischadler, ich vermute beim rasanten Balzflug über dem Unterhölzer Weiher. Bedingt durch tagelangen Nebel mussten die beiden Glückseligen im Gebiet blieben, sie konnten nicht weiterziehen und feierten statt dessen Hochzeit.
26. November 2025
Liebe Bürgerpostleser,
zur Zeit in Ägypten am Roten Meer Urlaub zu machen, ist sicherlich keine schlechte Sache. Wir beneiden unsere Nachbarn etwas, vor allem, als Rita Schorp diese Bilder geschickt hat. Sie wollte wissen, was das für ein Vogel ist. Mir kam es wie die Kugel aus dem Gewehrlauf, ein Fischadler. „Und Du bist so nahe an ihn herangekommen“? Eine holländsche Mittouristin konnte sich auch so nähern, der Fischadler machte keinen Muckser. Da muss man erstmal durchschnaufen, finden Sie nicht auch, ein absoluter Oberhammer. Otto Körner interpretierte das Bild so: „Ist das Ritas Haustier und handzahm“? Er machte wohl ein Spässchen.
Ich muss etwas ausholen. Gibt es in Ägypten überhaupt Fischadler? Ja antwortete ChatGPT, es gibt etwa 40 Brutpaare vor allem am Roten Meer. Es gibt aber deutlich mehr Durchzieher vor allem im Herbst aus dem Norden ins Überwinterungsgebiet südlich der Sahara und ein Teil bleibt auch als Wintergast, vor allem am Roten Meer. Also das wäre geklärt. Ein Detail ist in dem Zusammenhang vielleicht noch wichtig, ist das Prachtexemplar ein Jung- oder ein Altvogel? Ein Blick in den Neuen Kosmos Vogelführer zeigt anhand des Weiß auf den Flügeln, es ist ein Jungvogel von 2025, denn die Altvögel sind ganz ohne Weiß im Oberflügelbereich. Habt Ihr bereits eine Ahnung einer Erklärung? Auf jeden Fall hat der junge Fischadler noch keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht. Vielleicht wurde er in einer menschenleeren Ecke von Skandinavien ausgebrütet, vielleicht aber auch in Ägypten am Roten Meer. Es kann sein, er überwintert hier, es kann aber auch sein, dass er nach einer Weile weiterzieht.
Fischadler in Ägypten
Bild 1 von 5
Die ersten vier Bilder sind abends kurz vor Sonnenuntergang entstanden. Seine Augen sind stark fokusiert auf die Wasseroberfläche. Hatte er möglicher Weise noch keine Beute gemacht und brauchte dringend einen Fisch für die Abendmahlzeit? Normaler Weise rütteln sie über Wasser und stürzen im Sturzflug auf einen Fisch im Wasser. Ob die Entfernung von der Brücke ausreichen würde, um Beute machen zu können? Ich weiß es nicht, könnte es mir aber vorstellen. Vielleicht will er aber einfach nur seine Ruhe haben. Seht ihr wie er sicher auf einem Bein steht? Die Klauen sind schon gewaltig. Interessant ist, dass die hintere sehr beweglich ist. Die sei hilfreich beim Fischfang. Ja, was kann man zu dieser Geschichte sagen? Ich finde hammermäßig. Bild 4 und 5 zeigt ihn auf einer Fahnenstange sitzend, die Aufnahmen sind vom 24. November 2025, fünf Tage nach den anderen Bilder. Vielleicht bleibt er ja dort.
In Deutschland gibt es vor allem im Osten etwa 20 mal so viele Brutpaare wie in Ägypten, Tendenz steigend. In Bayern sind es 16 und in Baden-Württemberg seit 2023 bei Rastatt eines, das zweimal erfolgreich mit fünf Jungen gebrütet hat. Dieses Jahr hat vermutlich ein Baummarder die Eier gefressen. Es sind im Ländle 30 Nistplätze eingerichtet worden, na wenn das nicht fruchtet.
Übrigens, durch die Baar sind zur Zugzeit regelmäßig Fischadler zu sehen. Hier Fotos von Thomas Kring vom Zollhausried am 05. April 2024:
Fischadler im Zollhausried
Bild 1 von 3
Erinnert Ihr Euch an den Disney Tierfilm, in dem ein Vielfrass die beiden bereits großen Jungvögel erledigt hat? Das ist mir sehr im Gedächtns hängen geblieben.
Vielen Dank Rita für die Bilder für diesen Beitrag.
Unten noch einige Fotos von einem Fischadler in Korsika am 19. Juni 2023 von Thomas Kring:
Christiane Willmann, eine Bekannte aus Titisee-Neustadt-Schwärzenbach schickte mir dieses Bild und fragte, ob ich wisse, was es mit den kleinen Dächle an dem Giebel auf sich hat.
Natürlich habe ich es nicht gewußt. Wisst Ihr es? Sie hat es übrigens in Gutenstein im Donautal kurz vor Sigmaringen aufgenommen. Das Haus ist ein Bauernhaus mit Wohnteil auf der anderen Seite und das ist der Giebel des Ökonomieteiles. Also gings ans Erkunden über Whatsapp und über eine Anfrage an das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck. Der Leiter Christof Heppeler schrieb: „Auf den ersten Blick würde ich auf einen Taubenschlag tippen. Allerdings kann ich auf dem Foto nicht recht erkennen, ob in dem Giebel überhaupt entsprechende Öffnungen vorhanden sind“. Das klärte Christiane auf: „Es gibt nur ein Loch unterhalb des Firstes, bei den 15 Dächle ist keine Öffnung zu sehen“. Darauf Christof Heppeler: „Ein Loch wäre nun für einen Taubenschlag in der Tat zu wenig. Ich würde jetzt die Öffnungen auch über diesen „Dächle“ erwarten, in der Annahme, dass die Taube darauf landen können. Möglicherweise wurden die Öffnungen auch verschlossen, als der Taubenschlag stillgelegt wurde, um unerwünscht Eindringlinge fern zu halten. Die Verteilung der „Dächle“ erinnert halt sehr an einen Taubenschlag“. Diese Ansicht mit dem Taubenschlag kam von einigen Statuslesern, aber keiner konnte erklären, wieso nur ein Loch da ist….. bis Rudi Willmann aus Titisee-Neustadt-Rudenberg die Manege betrat. Er vergewisserte sich: „Oben ist doch ein Loch? Die Dächle sind ein Anflug-Sitz-Platz für die Tauben, dass es keinen Rückstau am Loch gibt“. Rudi kennt das von seinem Heimathof, dort hätten sie auch solche Anflug-Plätze gehabt. „Leider kann ich nicht mehr dazu sagen“. Lieber Rudi, das ist auch gar nicht nötig, der Fall ist klar.
Vielen Dank Christiane für die Bildüberlassung und allen fürs Mitmachen, besondern natürlich Rudi für die Lösung.
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