Wer kennt den Vogel?

Liebe Bürgerpostleser,

endlich mal wieder ein Bericht über einen Vogel, werden manche von Euch vielleicht denken. Ihr dürft Euch gerne testen, schaut die Kollage an und zu welchem Schluß kommt ihr? Habt ihr eine Spur, welcher Vogel auf dem Nest sitzt?
Wie komm ich zu den Bildern? Ingo Kirchhoff aus Wietzen in Niedersachsen schickte mir sie dankenswerter Weise. „Schau mal Franz, es wird jede Höhle genutzt, wie hier in einem Fachwerkbalken, den ich im Garten aufgestellt habe“. Aber auch Ingo wußte nicht, welcher Vogel bei ihm brütet, denn auf meine Frage antwortete er „es müsste eine Gartengrasmücke oder so sein“. Apropos, seid ihr schon weiter in der Bestimmung?

Es ist ein Vogel, den ich aus meiner Kindheit kenne. Wir hatten einen großen Garten mit hohen Bäumen und da war er zu sehen. Am besten, wenn er sich von einem Ast in die Luft erhob, um ein Fluginsekt zu erbeuten. Das ist zu 💯 Prozent seine Jagdmethode. Farblich und gesanglich ist er kein Juwel, man hört ein „ziet“ oder ein warnendes „zie-tek-tek“. Er ist auch nicht lange bei uns, bereits Ende Juli verlässt er uns wieder, nachdem er erst im Mai gekommen ist. Diese kurze Zeit spielt vermutlich auch eine Rolle, dass er nicht so wahrgenommen wird.
Und, seid Ihr schon draufgekommen, wer es ist?
Die Nestform im Fachwerkbalken ist absolut typisch für ihn, man nennt ihn Halbhöhlenbrüter wie den Hausrotschwanz. Geschlossene Nistkästen haben keinen Wert für ihn. Im Fachhandel werden sie angeboten. Man kann sie aber auch einfach selber herstellen.
Die Art ist in Deutschland noch weit verbreitet, befindet sich aber seit Jahrzehnten in einem schleichenden Rückgang. Der Erhalt alter Bäume und naturnaher Gärten und ein hohes Insektenangebot gilt als entscheidend, um die Bestände langfristig zu stabilisieren. 

Bei den Lindenbäumen am Brigachufer in Donaueschingen habe ich in den letzten Jahren immer welche gesehen. Wer sowieso in Donaueschingen weilt, kann versuchen, ihn dort zu finden, ich bin überzeugt, das Beobachten wird Euch Freude bereiten. Achso, bevor ich es noch vergesse, wie heißt der nun beschriebene Bursche? Natürlich …….. Grauschnäpper.

Ingo, vielen Dank für die Überlassung der Bilder, die diesen Beitrag über den unscheinbaren Grauschnäpper ermöglicht haben.

Herzliche Grüße
Franz Maus

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