Der Bauhof war wieder fleißig gestern. Vielen Dank! Bin gespannt, wie sich alles entwickelt.
Fläche vor dem Tor am 04.12.2025
Fläche vor der Brücke am 04.12.2025
Die Winterlinde, die uns Guido Wolf geschenkt hat, steht jetzt vor dem Leänedli!
17. November 2025
Am 17. November wurde die Winterlinde gepflanzt die uns Guido Wolf bei seinem Besuch am 12. Mai versprochen hatte. Hüfingen hat jetzt eine Linde vor dem Leänedli!
Winterlinde kommt vors Leändli
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„Einverstanden, Herr Hofgärtner, bin ganz Eurer Meinung“, sagte der Feldwaibel, „und bedaure nur, daß der alte Brauch mit Pflanzen von Linden so ganz abzukommen droht. Denn abgesehen von den Gemeindelinden ist keine Kirch, kein Kirchhof, keine Kapell oder Schützenhaus gewesen, wo früher nicht Linden hingepflanzt worden sind. – So ein Lindenbaum aber ist für den Landmann eine kleine Apothek, wo er den Lindenblütentee umsonst haben kann, für die Immen im Frühling aber eine wahre Honigweid. – Und daß auch der Holzbildhauer am liebsten zum Lindenholz greift, wenn er etwas Schönes machen will, ist bekannt.“ Lucian Reich 1853 im Hieronymus
Die Freunde der Natur Hüfingen bedanken sich herzlich bei Guido Wolf für die Winterlinde am Friedhof und ein besonderes Dankeschön geht an den Bauhof, Michael Sproll und Johannes Geißler für die Umsetzung von Natur nah dran.
Am Tor und Friedhof kann man Anfang November schon was sehen, hier wurde der Boden vorbereitet:
Natur nah dran Fläche am 7. November 2025
10. November 2025
Projektbesprechung Natur nah dran mit Naturgartenplaner
28. Mai 2025
Am 28. Mai war Projektbesprechung mit dem Naturgartenplaner Sebastian Frey, Katja Wörner vom Nabu, dem stellve. Bauhofleiter Alexander Huber und unserem neuen Biotopbeauftragtem Johannes Geißler.
Es sind einige Orte rausgefallen und dafür ist ein Ort vorne beim H-Kreisel dazu gekommen. Ich werde unten die Beschreibungen aktualisieren.
Guido Wolf informiert sich über Natur nah dran
Am 12. Mai 2025 besuchte uns Guido Wolf, um sich über das Projekt zu informieren.
Die Stadt Hüfingen wird mit Unterstützung des Projektes „Natur nah dran“ Grünflächen mit Wildpflanzen in insektenfreundliche Blumenwiesen und Säume umwandeln. In 2025 wurden 15 Kommunen (von ca. 35 Bewerbern) ausgewählt an diesem vom Umweltministerium BW geförderten Projekt teilzunehmen. Am 29. April 2025 führte der NABU in Singen eine erste Schulung für die teilnehmenden Kommun durch. Für die Stadt Hüfingen nahmen Tanja Geyer (Stellv. Bauamtsleiterin) und Michael Sproll (Leiter Bauhof) sowie Thomas Kring (Freunde der Natur Hüfingen e.V.) teil.
Michael Sproll, Tanja Geyer und Thomas Kring
Worum es geht?
Das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ von NABU und dem Land wird durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten.
Im Schwarzwald-Baar-Kreis war bisher nur Bad-Dürrheim 2024 erfolgreich. Unser Bürgermeister und das Bauamt haben dies fast ganz alleine geschafft, lediglich die Freunde der Natur Hüfingen e.V. haben bisschen geholfen.
Das soll gemacht werden
Wir haben 6 Orte in der Kernstadt Hüfingen vorgeschlagen bei denen wir Hilfe brauchen etwas daraus zu machen. Was gemacht wird können wir noch nicht sagen, deswegen brauchen wir ja Hilfe. Ich möchte hier aber zuerst mal die 6 Orte vorstellen, damit jeder weiß worum es geht. Hoffentlich kann ich dies dann über das Jahr ergänzen.
Ort zwischen Landesheim und Mühlebach
Zwischen dem Mühlebach und dem Landesheim befindet sich so etwas wie eine Wiese/Rasen. Diese könnte man in eine dauerhafte Wildblumenwiese umwandeln.
Ort am Tor
Um das Tor werden jedes Jahr die Beikräuter entfernt und dann vorgezogene Pflänzchen im 50er Jahre Flair gepflanzt. Diese arbeitsintensive und auch langweilige Gestaltung soll durch adequate Wildstauden ersetzt werden.
Ort Kleiner Park um den Gedenkstein der Heimatzunft
Hier wird der Rasen angepasst und eventuell gibt es neue Wildstauden oder Büsche.
Ort beim Spielplatz „Schari“ an der Hohenstraße
Hier wird etwas für das Jugendhaus angelegt neben den Hütten. Wir wollten hier klein anfangen, da wir befürchten es wird zerstört werden.
Ort beim Hüfingen Kreisel, Aldi
Hier soll eine dauerhafte Blumenwiese angelegt werden.
Ein Mitglied vom Hüfinger Künstlerkreis war Josef Heinemann, geboren am 29. Dezember 1825 in Hüfingen und gestorben am 2. April 1901 ebenfalls in Hüfingen. Das Grab scheint leider ganz abgeräumt zu sein.
Elisabeth (Lisette) Reich (1819 – 1871) am Spinnrad; Katharina Heinemann (1828 – 1900) mit Kind; J. Nepomuk Heinemann, genannt „Muckle“ (1817 – 1902) mit Fes (Das Tragen eines Fes war im Biedermeier ein Zeichen der Gemütlichkeit); Lucian Reich (1817-1900) mit Pfeife; Rudolf Gleichauf (1826 – 1896) rechts unter der Uhr; Josef Heinemann (1825 – 1901) mit Buch. Zeichnung aus den Wanderblühten.
Der Vater, Josef Heinemann (18.03.1794 – 31.12.1855) war Naglermeister und Armenhausverwalter. Er war am Bau der Hüfinger Anlage beteiligt und wird in dieser Beziehung mehrfach in den Akten erwähnt: Akte über die Anlage auf dem Rotrain. Die Mutter Katharina Strobel (16.04.1791-20.11.1869) war die Tochter des herrschaftlichen Försters Anton Strobel (1762-02.10.1812) aus Mundelfingen.
Josef Heinemann, hat am 03.11.1857 Maria Josefa Gleichauf (10.02.1828-23.03.1891) in Bonndorf geheiratet. Josefa war eine Schwester von seinem Freund Rudolf Gleichauf und das Paar hatte 7 Kinder.
Josef Heinemann (1825 – 1901) Bleistiftzeichnung von seinem Bruder Nepomuk Heinemann.
Pfarrer Josef Heinemann, Onkel des Malers Josef Heinemann und des Lithographen Nepomuk Heinemann.
Marie Heinemann (1857 – 1948) Gemalt von ihrem Taufpaten und Onkel Josef Heinemann. Mehr zu Marie gibt es im Artikel über das Haus Nober.
Marie und Kätherli (Katharina Heinemann 30.04.1828-27.01.1900. Kätherli war die Schwester von J. Nepomuk und Josef Heinemann) Foto von Johann Nepomuk Heinemann etwa 1868
Großherzog Leopold finanzierte Josef Heinemann ein Stipendium in Höhe von 200 Gulden, das ihm einen Aufenthalt in München ermöglichte. Dort hielten sich damals auch Lucian und Xaver Reich, Rudolf Gleichauf sowie sein Bruder Nepomuk auf. Sein erster Lehrer in München wurde der Akademieprofessor Strählhuber und nach ihm Julius Schnorr von Carolsfeld. Damals arbeitete Schnorr an seinen Darstellungen aus dem Nibelungenbuch. Aus dem Denkbuch von Lucian Reich:
Mit Jäger, Gießmann und Strähuber, die unter Schnorrs Leitung dessen Nibelungen in der Residenz ausführten, bekannt geworden, beteiligte ich mich regelmäßig an ihren Kegelabenden in einem Privatgarten.
Josephsgeschichte: Jacob schenkt Joseph einen bunten Rock (1850)
Bildnis der Malerin Ida Müller, Freiburg (1841). Heinemann war hier erst 16 Jahre alt.
Xaver Reich, etwa 1850 gezeichnet von Josef Heinemann
In das vielseitige, nach außen hin aber wenig bewegte Leben unseres Frankfurter Aufenthaltes tönten bald auch schrille Mißklänge politischer Geschehnisse. Mit dem Rufe auf der Straße: Die Liberalen stürmen die Hauptwache waren eines Abends die Bewohner der freien Stadt aus ihrer Ruhe und Behaglichkeit geschreckt worden. Es galt, wie bekannt, zunächst den Sitzen der Herrn in der Eschenheimer Gasse. Das über die festgenommenen studentischen Tollköpfe verhängte, jahrelange heimliche Gerichtsverfahren, von dem nur zuweilen ein Schein gleich dem einer Blendlaterne in die Öffentlichkeit drang, war nichts weniger als geeignet, die bundestägliche Justiz populär zu machen. Und als eines Morgens — wir befanden uns just auf dem Wege zum Städelschen Institut — einer dem andern in den Straßen zurief: Sie sind durch heut Nacht! und die Leute in Gruppen vor der Konstablerwache standen und zu den Käfigen hinauf schauten, an welchen die Stricke, an denen sie sich herabgelassen, noch zu sehen waren, und es hieß, draus im Weiher beim Bethmannschen Garten habe man die Fußstapfen der Flüchtlinge entdeckt — da war unter der nach hunderten zählenden Menge gewiß nicht Einer, der ihnen nicht von Herzen glückliche Reise gewünscht hätte. … Nachdem der Sturm sich gelegt, und man in Ruhe sich wieder den Künsten des Friedens zuwenden konnte, hatten wir, ehe wir unser angefangenes Werk fortsetzten, Musterblätter für Schwarzwälder Uhrenschildmaler herauszugeben begonnen, wozu auch Joseph Heinemann und Heinrich Frank Beiträge gaben. … Im Jahr 52 hatte mich der Bau eines andern Kunsttempels wieder in die Residenz geführt, das Hoftheater, an und in welchem es Verschiedenes zu malen gab, wozu auch Joseph Heinemann und Gleichauf berufen wurden und auch mein Bruder mit seinen Terrakotten sich beteiligen sollte.
Josef Heinemann kam danach wieder zurück nach Hüfingen. Hier wurde er berühmt durch die Bilderbibel die er im Auftrag der Herderschen Verlagsbuchhandlung schuf.
Nach dieser Bilderbibel schnitten die Holzschneider die Illustrationen in der Schulbibel für Volksschulen des Freiburger Weihischofs von Dr. Friedrich Justus Knecht, die später von Dr. J. Schuster und G. May neu bearbeitet, in mehreren Diözesen offiziell eingeführt und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Ein Foto einer kolorierten Fassungen ist sogar schon in den Kommentaren auf dem Hieronymus aufgetaucht.
Zu den Arbeiten Josef Heinemanns zählen auch 14 Kreuzwegstationen für die Kirche in Ettlingen, Wandbilder in der Kirche von Ohlsbach und Oberöwisheim und ein Apostelzyklus im Chor und in der Kuppel der Gruftkirche zu Neudingen. Er malte auch die Fresken in der Kapelle des Schlosses Heiligenberg und das Rosenkranzbild für einen Seitenaltar in der Stadtkirche zu Donaueschingen, der im Jahre 1873 aufgestellt wurde. Er zeichnete 1868 die Kartons für die Glasfenster der Donaueschinger Stadtkirche. Im Treppenhaus eines Museums in Donaueschingen war auch mal eine Kohlenzeichnung mit dem Titel: Graf Heinrich zu Fürstenberg nach der siegreichen Schlacht bei Dürnkrut 1278 auf seine Burg Fürstenberg zurückkehrend.
Unten die Biblische Geschichte für Schule und Haus
Biblische Geschichte für Schule und Haus
Die Erschaffung der Welt
Adam und Eva
Kain und Abel
Die Sündflut
Noah geht aus der Arche und opfert
Turmbau zu Babel
Abraham
Joseph wir von seinen Brüdern verkauft
Joseph prüft seine Brüder
Jakobs und Josephs Tod
Der geduldige Job
Moses‘ Geburt
Moses‘ Flucht und Berufung
Die zehn Plagen
Das Osterlamm und der Auszug aus Ägypten
Der Durchgang durch das Rote Meer
Die Wunder in der Wüste
Gott verkündet die zehn Gebote
Das heilige Zelt
Der Hohepriester, die Priester und die Leviten
Moses‘ und Marons Zweifel. Die eherne Schlange.
Der Einzug in das Gelobte Land.
Heli und Samuel
David wird zum Könige gesalbt
Davids Kampf mit dem Riesen Goliath
David, der fromme und gotterleuchtete König
Salomons Gebet und weises Urteil.
Der Bau und die Einweihung des Tempels.
Der Prophet Elias.
Das Opfer des Elias.
Elias wird getötet und beruft den Elisäus. Seine Auffahrt.
Tobias und der Engel Raphael.
Judith
Jeremias
Daniel rettet die keusche Susanna.
Die drei Jünglinge im Feuerofen
Daniel in der Löwengrube
Esther
Die makkabäischen Brüder
Die Verkündung der Geburt des Johannes
Die Verkündung der Geburt Jesu
Mariä Heimsuchung
Die Geburt unseres Herrn Jesus Christus
Die Darstellung Jesu im Tempel
Die Darstellung Jesu im Tempel
Die Weisen aus dem Morgenlande
Die Flucht nach Ägypten und die Rückkehr
Der Knabe Jesu im Tempel
Jesu wird von Johannes getrauft
Die Hochzeit zu Kana
Jesus reinigt den Tempel
Jesus und die Samariterin
Jesus lehrt, treibt den Teufel aus und heilt Kranke
Der reiche Fischfang
Die Bergpredigt
Der Erweckung des Jünglings von Raim
Die Büßerin Magdalena
Die Seepredigt
Der Sturm auf dem Meer
Die Tochter des Jairus und das kranke Weib
Jesus vermehrt Brote
Bekenntnis und Vorrang des Petrus. Gewalt der übrigen Apostel
Die Verklärung Jesu
Das Gleichnis vom bamherzigen Samariter
Jesu der gute Hirt
Das Gleichnis vom verlorenen Sohne.
Das Gleichnis von dem reichen Manne und dem armen Lazarus.
Jesu segnet Kinder.
Die Auferweckung des Lazarus.
Der feierliche Einzug Jesu in Jerusalem.
Das Osterlamm und die Fußwaschung.
Jesus sagt den Verrat des Judas, die Flucht der Apostel und die Verleugnung des Petrus vorher.
Jesus am Ölberge.
Jesus wird dem Barabbas nachgesetzt, gegeiselt und gekrönt.
Jesus wird dem Volke vorgestellt und zum Tode verurteilt.
Jesus wird gekeuzigt.
Jesus spricht die sieben letzten Worte und stirbt.
Die Eröffnung der Seite und das Begräbnis Jesu.
Die Auferstehung Jesu.
Die Himmelfahrt Jesu.
Die Ausgießung des Heiligen Geistes.
Stephanus der erste Märtyrer.
Der Kämmerer aus Äthopien.
Die Bekehrung des Saulus.
Die Taufe des Heiden Kornelius.
das letzte Bild fehlt im Buch. Falls jemand noch ein vollständiges hat, freue ich mich über ein Foto!
Leider wurde die künstlerische Arbeit Josef Heinemanns seit dem Beginn der 1870er Jahre durch den Grünen Star (Glaukom) immer stärker gehemmt. Es zwang ihn schließlich, Pinsel und Stift für immer aus der Hand zu legen. Am 2. April 1901 starb Josef Heinemann in Hüfingen.
Fridolin Heinemann (19.12.1859-4.2.1926) führte später das künstlerische Erbe des Vaters weiter. Er stand als Glasmaler in München in hohem Ansehen. Die Glasgemälde in der Heiliggeistkirche in München und in St. Verena und Gallus in Hüfingen wurden im 2. Weltkrieg zerstört. In der Lorettokapelle ist ein Gemälde von ihm zu finden.
„Madonna“ (laut Chronik von August Vetter 1984 sei das eine Madonna?) in der Lorettokapelle von Fridolin Heinemann.
Michael Sproll (Bauhofleiter), Johannes Geißler (Biotopbeauftragter), Dr. Hans Joachim Blech (Naturschutzwart a.D.), Henry Probst (Reparatur-Café), Irene Schenzinger (Umweltgruppe Südbaar), Reinhard Isak (Stadtrat)
Die Freunde der Natur Hüfingen bedanken sich herzlich bei der Umweltgruppe Südbaar und dem Reparatur-Café Donaueschingen für die interkommunale Eiche auf dem Plattstein. Die Eiche steht für Resilienz und auch für Kraft, Beständigkeit, Weisheit sowie Langlebigkeit.
Einweihung Stieleiche
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Herbst 2025
Der Feldahorn auf dem Flurstück mit dem Namen Plattstein musste gefällt werden, da er fast schon tot war. Keine Ahnung, warum der gestorben ist, aber in letzter Zeit habe ich ähnlich kranke Feldahorn gesehen. Vielleicht ist es eine Krankheit oder es war eine Trockenheit.
Das Flurstück ist auf Hüfinger Gemarkung am Rand zu Allmendshofen.
Die Umweltgruppe Südbaar und das Reparatur-Café Donaueschingen haben uns diese interkommunale Stieleiche geschenkt.
Der sterbende Feldahorn über Hüfingen im August 2025
Der gefällte Baum
Flurstück Plattstein. Hier soll die interkommunale Eiche hin.
Leserbrief von Heike Boeke im Südkurier am 3. Dezember 2025
Es fing alles so schön an! Der Kauf des Hotels Frank durch die Stadt Hüfingen und der im SÜDKURIER am 28.11. vorgestellte strukturierte Projektentwicklungsprozess beginnt mit einem Vernichtungsfeldzug gegen fast 100jährige Bäume die in der Vergangenheit Tieren eine Heimat, Menschen beim Feierabendbier Schatten und als grüne Lunge Staub und Partikel aus der Luft gefiltert haben. Bei dieser Größe mehr als 100 Kilogramm pro Jahr. Während andere Städte solche Oasen erst mal wieder herstellen müssen wird in Hüfingen gesägt. Obwohl noch überhaupt keine Planung zur Nutzung und städtebaulichen Ausgestaltung vorliegt, wurden gesunde Bäume, die sicherlich in das zukünftige Areal mit eingeplant hätten werden können, ohne Grund gefällt. Kein guter Anfang eines Projektes, das eigentlich für Hüfingen ein Leuchtturmprojekt hätte sein können. Und auch, wenn irgendwo eine Ausgleichsmaßnahme als Feigenblatt der Verwaltung durchgeführt wird – 100 Jahre Geschichte sind unwiederbringlich verloren. Kein Ruhmesblatt und sicherlich nicht zum Nachmachen geeignet. Hüfingen sagt Danke für den Verlust einer weiteren grünen Oase im Ort.
Heike Boeke
Das Gashaus zum Bahnhof wurde bereits im Jahr 1897 eröffnet und ging 1930 von Gustav Adolf Fehrenbach an seine Tochter Frieda Maria Frank (03.07.1904-24.02.1945) und ihren Mann Adolf Frank (14.05.1893-?).
Gasthaus zum Bahnhof. Postkarte von 1930
Landgasthof Frank Logo
Anna Höfler (16.04.1855-13.09.1931) und Josef Frank (01.05.1852 – 31.10.1923)
Umzugswagen vom Gashof Frank am 11. Februar 2002
Alte Bäume am Frank wurden grundlos gefällt
In der Gemeindratssitzung am 16. Oktober und 20. November ging es um die Projektentwicklung. Der Gemeinderat hat auch einstimmig beschlossen, dass das Hotel abgerissen wird. Damals schon schrieb ich: Ganz gleich, welche Maßnahmen umgesetzt werden, bitte ich darum, die alten Bäume zu erhalten und ihr Umfeld als naturnahe Grünfläche zu gestalten – mit einem Spielplatz im Grünen und einer wilden, naturbelassenen Ecke.
Diese Bitte hat der Bauamtsleiter wohl dahingehend aufgefasst, möglichst schnell Tatsachen zu schaffen. Er hat die Bäume vorsorglich gleich mal fällen lassen.
Letzter Baum vor dem Frank der heute auch noch fallen soll.
Platt gemachte alten Bäume vor dem Frank am 27. November 2025
27. November 2025
Der nächste Starkregen wird uns die Quittung dafür geben. Aber dann kann der Bauamtsleiter nach dem Fällen und Versiegelen einer weiteren Lieblingsbeschäftigung , dem Kanalbau, nachgehen. Wir wissen ja, Spitzenabflüsse müssen reduziert werden.
Gasthof Frank am 3. Februar 2021 mit den alten Bäumen.
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Garten vom Gashof Frank am 1. Oktober 2021
Ein Bauer und Gretel in Tracht vom Malermeister Herbert Labor
Gashaus Frank am 21. Oktober 2021
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Kommentare zum Beitrag unten über den Fischadler am Roten Meer sind Anlass, drei Punkte über den herrlichen Vogel aufzugreifen.
Punkt eins ist die Situation, wie der Kerle auf dem Geländer sitzt, und zwar auf einem Fuß. Jemand befürchtete, dass er nur einen Ständer, wie der Fuß in der Fachsprache genannt wird, besitzt. Was denkt Ihr? Nein, er hat zwei Füße, der andere ist ins Gefieder eingezogen. Hier war ChatGPT sehr hilfreich: Fischadler würden – wie andere Greife – sehr häufig auf einem Fuße stehen. Es gäbe drei Gründe dafür, zur Wärmeregulierung, zur Entspannung der Muskulatur und bei der Ruhehaltung beim Sitzen. Reiher sieht man auch oft auf einem Beine stehen.
Punkt 2: An Menschen gewöhnte Fischadler. Das war spannend, werte Leser. Denn es gibt zwei Gegenden, in denen die Fischadler sich so an die Menschen gewöhnt haben, dass Rita Schorp das Bild überhaupt schießen konnte. Die eine ist Florida mit seiner sehr großen Fischadlerdichte und die zweite kennen wir bereits, das Rote Meer in Ägypten. Christoph Piela schreibt in https://naturfotografen-forum.de/o735924-Fischadler: „Beim Tauchurlaub in Ägypten waren doch tatsächlich drei Fischadler, die im Bereich unserer Hotelanlage ihr Jagdrevier hatten. Sie gingen in einer Badebucht auf Fischfang. Die Tiere wurden von Gästen und Angestellten in Ruhe gelassen, so dass man sich ihnen, ohne sie zu stören, bis auf wenige Meter nähern konnte. Dabei haben die Vögel einen kaum registriert und schauten weiter konzentriert aufs Wasser nach Fischen in der Nähe der Oberfläche. Bis jetzt konnte ich dieses Verhalten nur in Florida beobachten“. Na wer sagts denn. Auch ChatGPT hat die Sache mit Florida bestätigt. Aber, aufgemerkt, ich habe kein solch aussagekräftiges Bild für die Vertrautheit von Mensch und Fischadler gesehen, wie es Rita auf dem Bild gelungen ist. Deshalb ihr nochmal ein herzlicher Glückwunsch dazu.
Was sagt Ihr zu diesem Bild? Das ist Punkt 3 des Beitrags. Dieses Bild ist mir gelungen am 7. April 2013, also vor über 12 Jahren beim Durchzug des Greifes Richtung Norden. Es zeigt nicht nur einen, sondern zwei Fischadler, ich vermute beim rasanten Balzflug über dem Unterhölzer Weiher. Bedingt durch tagelangen Nebel mussten die beiden Glückseligen im Gebiet blieben, sie konnten nicht weiterziehen und feierten statt dessen Hochzeit.
26. November 2025
Liebe Bürgerpostleser,
zur Zeit in Ägypten am Roten Meer Urlaub zu machen, ist sicherlich keine schlechte Sache. Wir beneiden unsere Nachbarn etwas, vor allem, als Rita Schorp diese Bilder geschickt hat. Sie wollte wissen, was das für ein Vogel ist. Mir kam es wie die Kugel aus dem Gewehrlauf, ein Fischadler. „Und Du bist so nahe an ihn herangekommen“? Eine holländsche Mittouristin konnte sich auch so nähern, der Fischadler machte keinen Muckser. Da muss man erstmal durchschnaufen, finden Sie nicht auch, ein absoluter Oberhammer. Otto Körner interpretierte das Bild so: „Ist das Ritas Haustier und handzahm“? Er machte wohl ein Spässchen.
Ich muss etwas ausholen. Gibt es in Ägypten überhaupt Fischadler? Ja antwortete ChatGPT, es gibt etwa 40 Brutpaare vor allem am Roten Meer. Es gibt aber deutlich mehr Durchzieher vor allem im Herbst aus dem Norden ins Überwinterungsgebiet südlich der Sahara und ein Teil bleibt auch als Wintergast, vor allem am Roten Meer. Also das wäre geklärt. Ein Detail ist in dem Zusammenhang vielleicht noch wichtig, ist das Prachtexemplar ein Jung- oder ein Altvogel? Ein Blick in den Neuen Kosmos Vogelführer zeigt anhand des Weiß auf den Flügeln, es ist ein Jungvogel von 2025, denn die Altvögel sind ganz ohne Weiß im Oberflügelbereich. Habt Ihr bereits eine Ahnung einer Erklärung? Auf jeden Fall hat der junge Fischadler noch keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht. Vielleicht wurde er in einer menschenleeren Ecke von Skandinavien ausgebrütet, vielleicht aber auch in Ägypten am Roten Meer. Es kann sein, er überwintert hier, es kann aber auch sein, dass er nach einer Weile weiterzieht.
Fischadler in Ägypten
Bild 1 von 5
Die ersten vier Bilder sind abends kurz vor Sonnenuntergang entstanden. Seine Augen sind stark fokusiert auf die Wasseroberfläche. Hatte er möglicher Weise noch keine Beute gemacht und brauchte dringend einen Fisch für die Abendmahlzeit? Normaler Weise rütteln sie über Wasser und stürzen im Sturzflug auf einen Fisch im Wasser. Ob die Entfernung von der Brücke ausreichen würde, um Beute machen zu können? Ich weiß es nicht, könnte es mir aber vorstellen. Vielleicht will er aber einfach nur seine Ruhe haben. Seht ihr wie er sicher auf einem Bein steht? Die Klauen sind schon gewaltig. Interessant ist, dass die hintere sehr beweglich ist. Die sei hilfreich beim Fischfang. Ja, was kann man zu dieser Geschichte sagen? Ich finde hammermäßig. Bild 4 und 5 zeigt ihn auf einer Fahnenstange sitzend, die Aufnahmen sind vom 24. November 2025, fünf Tage nach den anderen Bilder. Vielleicht bleibt er ja dort.
In Deutschland gibt es vor allem im Osten etwa 20 mal so viele Brutpaare wie in Ägypten, Tendenz steigend. In Bayern sind es 16 und in Baden-Württemberg seit 2023 bei Rastatt eines, das zweimal erfolgreich mit fünf Jungen gebrütet hat. Dieses Jahr hat vermutlich ein Baummarder die Eier gefressen. Es sind im Ländle 30 Nistplätze eingerichtet worden, na wenn das nicht fruchtet.
Übrigens, durch die Baar sind zur Zugzeit regelmäßig Fischadler zu sehen. Hier Fotos von Thomas Kring vom Zollhausried am 05. April 2024:
Fischadler im Zollhausried
Bild 1 von 3
Erinnert Ihr Euch an den Disney Tierfilm, in dem ein Vielfrass die beiden bereits großen Jungvögel erledigt hat? Das ist mir sehr im Gedächtns hängen geblieben.
Vielen Dank Rita für die Bilder für diesen Beitrag.
Unten noch einige Fotos von einem Fischadler in Korsika am 19. Juni 2023 von Thomas Kring:
Das Mühlöschle ist heute mit einem Gewerbegebiet überbaut
In Hüfingen konnte die Besiedelung schon im Endneolithikum nachgewiesen werden. Diese Zeit ist ca. 2800–2200 v. Chr. und bezeichnet die jüngste, neolithische Unterstufe am Übergang zur Bronzezeit. Es wird mit dem Beginn der „Schnurkeramik“ gleichgesetzt. Siehe auch Fürstenberg und Ziegeleschle.
Es gab schon vor dreitausend Jahren um die Breg recht viele Menschen. (Unten ist der Artikel aus dem Gräberfeld im Mühlöschle. ) Die Seemühle wird am 1. März 1291 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Menschen konnten sich nachweislich seit dreitausend Jahren frei zwischen der Seemühle, dem Höllenstein, dem Rotrain und dem Ziegeleschle bewegen.
Im Jahr 1820 hat Fürst Karl Egon mit Hofrath Anton Baur und zusammen mit Freunden der Natur den Weg ausgebaut und einen neuen Steg über die Breg zum Römerbad gebaut. (Akte über die Anlage auf dem Rotrain aus 1820 bis 1845). Dies war nötig, da es zum einen an der Breg entlang gefährlich war, aber man auch einen Steg benötigte, um auf die andere Seite zu gelangen. Vermutlich war dort auch früher schon ein Steg, da die Menschen vom Mühlöschle in das Ziegelöschle mussten. Unser Alt-Bürgermeister, Anton Knapp, hat diesen Steg wieder bauen lassen. (Bregbrücke).
Heute wird der Weg von vielen Hüfingerinnen und Hüfingern als Naherholungsgebiet genutzt. In den Auen vom Steinerbächle und Höllenstein leben mindestens zwei Biber und es ist nicht nur ein Biotop, sondern zählt auch als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet).
Jetzt ist es so, dass der FCH meint, der ganz Bereich gehöre ihnen allein und deswegen soll der Platz eingezäunt werden, damit niemand mehr dort laufen kann. Der Hüfinger Tennisverein hat Einspruch erhoben, da sich dort auch das Tennisheim und die Tennisplätze befinden. Damit der FCH sich hier durchsetzten kann, hat der Bauamtsleiter beschlossen den Weg an das Steinerbächle zu verlegen. Mitten in das FFH-Gebiet und durch „Biberland“.
Natürlich haben wir berechtigte Bedenken dass, wie beim Areal vom Frank, möglichst schnell Tatsachen geschaffen werden sollen, da hier Diskussionen mangels Argumenten von Seiten der Stadt, schwierig sind.
Deswegen jetzt frühzeitig eine Warnung an die Stadtverwaltung an dieser Stelle:
Wir wollen ein Wegerecht für alle auf den Wegen wie sie seit 3000 Jahren bestehen! Und den Biber und unsere Natur lasst ihr in Ruhe!
Ein Gräberfeld im Mühlöschle aus der Bronzezeit
8. August 2022
Bei den Ausgrabungen auf dem Mühlöschle wurden im Jahre 1958 zwei urnenfelderzeitliche Gräber gefunden, die von den römischen Anlagen nicht gestört worden waren.
Die Urnenfelderkultur bestand etwa von 1300 v. Chr. bis 800 v. Chr. in der Urnenfelderzeit. Der Bestattungsritus (Leichenverbrennung auf einem Scheiterhaufen und die Beisetzung des Leichenbrandes in Urnen) ist durch weitere Kriterien, wie typische Bronze- und Keramikformen, definiert. Die Urnenfelderkultur folgt der Hügelgräberkultur der mittleren Bronzezeit.
Ausgrabungen 1958 auf dem Mühlöschle Foto: Karl Schweizer
Grab 1 lag unter dem westlichen Graben der römischen Straße in etwa 1,20 m Tiefe unter der heutigen Oberfläche, Grab 2 lag in 80 cm Tiefe. *
Beide Gräber durften zusammen mit einer Bronzenadel, die während der Grabung 1957 als Einzelfund geborgen wurde, der Beweis dafür sein, dass sich in der Breg-Schleife, die später von der römischen Siedlung eingenommen wurde, ein urnenfeldzeitliches Gräberfeld befunden hat. *
Ausgrabungen 1958 auf dem Mühlöschle Foto: Karl Schweizer
Beide Gräber waren echte Urnenflachgräber ohne weitere erkennbare Grabanlage, bei denen sämtliche Beigefäße und sonstigen Grabbeigaben innerhalb der Urne auf dem Leichenbrand niedergelegt waren.*
Hier eine Liste der Funde von Edward Sangmeister:
Liste der Funde aus Grab 1 (1)
Urne und Beigefäße der Urnenfeldgräber im Mühlöschle (2)
Liste der Funde aus Grab 2 (1)
Beide Gräber seien Musterbeispiele für die gegenseitige Durchdringung der untermainisch-schwäbischen und der rheinsch-schweizeischen Gruppe im Gebiet des Hegaus.
Die Kegelhalsurne aus Grab 1 tendiert gerade wegen ihres Kegelhalses zur untermainisch-schwäbischen Gruppe während in der Verzierung die Halbbuckel, vielleicht auch die Reihe stehender schraffierter Dreiecke auf die rheinisch-schweizerische Gruppe hindeuten.
kammstrichverzierter Schulterbecher (1,2), kannelurenverzierter Schulterbecher (3), flache Deckschale mit Innenverzierung aus Kanneluren (4), Kegelhalsurne (5),
Schalen und Schüsseln mit schwach gewölbter Wandung
Ganz eindeutig zur untermainisch-schwäbischen Gruppe dürfte die Amphore gehören.
Aufgrund der Keramik ist eher an eine Zugehörigkeit beider Gräber zur rheinisch-schweizerischen Gruppe zu denken, während nur in den Urnen und in der Amphore der Einfluß der untermainisch-schwäbischen Gruppe zu spüren ist.
Urne bei der Ausgrabung 1958
Foto: Karl Schweizer
bronzene Mohnkopfnadel (2), schwalbenschwanzförmiger Anhänger (6a), Anhänger in Kammform mit blitzähnlichen Auswüchsen am Aufhängering (6b),
Eine Begegnung zwischen den Kulturen am Rande der Baar wird durch den Einzelfund der Mohnkopfnadel vom Bereich des ehemaligen Urnengräberfeldes Hüfingen deutlich, mag sie doch belegen, dass hier der Friedhof vielleicht schon in dieser Stufe begann.
Wir befinden uns in einer Zone des Austauschs von Kulturelementen, der in der schwierigen Deutung der letzten Bronzezeiterscheinungen schon faßbar, in der Auseinandersetzung der untermainisch-schwäbischen und der rheinisch-schweizerischen Gruppe der älteren Umenfelderkultur fortgesetzt und in der Vorrangstellung der Schweiz in der jüngeren Urnenfelderkultur besonders deutlich wird. (1)
Edward Sangmeister meinte 1962, dass die Gräber sicher aus Ha A2 seien.
Urnenfeldkultur in Hüfingen
Die Urnenfelderkultur wird in mehrere chronologische Stufen eingeteilt, die als Bronzezeit D, sowie Hallstatt A und B (Ha) bezeichnet werden, da die Unterscheidung zur eisenzeitlichen Hallstattkultur zunächst undeutlich war.
So haben wir hier die späte Hallstattzeit A2. Diese war 1100 v. Chr. bis 1050 v. Chr.
Also sind die Gräber gut 3.000 Jahre alt.
Grabungen im Mühlöschle 1958. Fotos von Karl Schweizer.
(1) Gräber der Urnenfeldkultur von Hüfingen, Ldkrs. Donaueschingen, Edward Sangmeister, Badische Fundberichte, 22. Jahrgang, Seite 9-13 (1962). Vielen Dank an die Universitätsbibliothek Heidelberg für die digitale Version unter https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0447
(2) Chronik der Stadt Hüfingen von August Vetter 1984.
Ende eines Sommers Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume! >Günther Eich; 1954/55; Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1973, 1991
Diesmal hat das Kuratorium Baum des Jahres eine weise Wahl getroffen: Als ob die jüngste Weltklimakonferenz nicht eine Zitterpartie gewesen wäre! Angesichts des so deprimierenden Anstiegs der Erderwärmung, mutmaßlich bereits über die 1,5°C-Grenze hinaus aufgrund der weiter ansteigenden CO2-Emissionen bei zugleich nachlassenden politischen und gesellschaftlichen Bemühungen zu deren Eindämmung, herrscht ein Zittern und Zagen vor dem nächsten Extremereignis: Wann immer es dann eintritt, zittern die Menschen vor Angst wie Espenlaub. Die Zitterpappel (Populus tremula L.), auch Espe oder Aspe genannt, und das Zittern ihrer langgestielten Blättchen schon beim leichtesten Luftzug ist so charakteristisch für diese Baumart, dass der Volksmund ihr Laub gleichsetzt mit unserem Verhalten in Angstsituationen.
Und auch sonst passt diese Baumart perfekt in unsere krisengeschüttelte Zeit: Sie ist mit ihrem weitfliegenden Samen (neben Birken, Ebereschen und Salweiden) unsere wichtigste „Pionierbaumart“, wie geschaffen zur Reparatur von Schadflächen in den gestressten, von Trocknis, Brand und Borkenkäfern geschädigten Wäldern. Wobei ihr die weite „eurosibirische“ Verbreitung zustattenkommt, passend von den Auewäldern über die kollinen und montanen Zonen hinweg bis in alpine Höhen hinauf. Weil Wälder hierzulande zuallermeist intensiv bewirtschaftet werden, trifft man den Baum des Jahres 2026 am ehesten noch an verhagerten und untersonnten Waldrändern an oder auf lichten, felsigen oder moorigen Extensivstandorten sowie in Flurgehölzen. Pionierbaumarten dienen dem Ökosystem als Nährstoffpumpen wie als Schutzschirm über spätfrost- und hitzegefährdeten Jungpflanzen der nachfolgenden Waldgesellschaft. Espenlaub vermodert nicht nur rasch zu Humus, es ernährt auch eine Vielzahl von Schmetterlingsarten. Zwar wird der Baum nicht sonderlich alt und mächtig, doch ist sein weiches Holz besonders beliebt bei Buntspechten, die sich hier leichter tun beim Anlegen ihrer Bruthöhlen. Sehr zu Recht weist die Schirmherrin für den Baum des Jahres 2026, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Silvia Breher, darauf hin, dass die Zitterpappel eine wahre Anpassungskünstlerin und Allrounderin unter unseren heimischen Baumarten ist und „eine unverzichtbare Helferin bei der Wiederbewaldung“. Sie stehe für Vielfalt, Lebenskraft und Erneuerung.
Schon nach den verheerenden Orkanschäden gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde im Staatswald Baden-Württembergs daher per Ministerialerlass die Devise ausgegeben: jetzt nur keine überstürzten Pflanzaktionen auf den entstandenen Kahlflächen! Vielmehr sollten die Selbstheilungskräfte des Waldes genutzt werden – im Klartext: Es soll abgewartet werden, bis sich die raschwüchsigen Pioniere als Helfer in der Not von allein eingefunden und ausgebreitet haben.
Neben ihrer ökologischen Rolle tritt in Mitteleuropa die Verwendung von Zitterpappelholz längst in den Hintergrund, so leicht es durch seine geringe Dichte und seine Weichheit auch zu bearbeiten sein mag. Wie alle Pappelhölzer hat es eine geringe Witterungsbeständigkeit und ist überdies anfällig für Schädlinge, sodass es allenfalls in der Papier- und Zellstoffproduktion gefragt ist. Doch in größeren, wirtschaftlich relevanten Kontingenten ist Zitterpappelholz hierzulande ohnehin nicht zu haben. Auch für die Herstellung von Zündhölzern oder Zahnstochern taugen eher hybride (aus Züchtungen mit Ausländersorten hervorgegangene) Wirtschaftspappeln. Und die Zeiten, als die Schneflerzunft aus Pappelholz noch Holzpantoffeln fertigte, sind längst vorbei.
Was für die Bevölkerung aber in neblig-trüben Herbst- wie in Krisenzeiten kaum weniger zählt als der bloße Nutzwert, ist die ästhetisch überaus reizvolle, gar tröstlich empfundene Herbstverfärbung: vorwiegend in leuchtendem Gelb, mitunter jedoch auch in flammendem Rotorange. Im laublosen Winterzustand erscheinen Zitterpappeln dann silbrigweiß und unterscheiden sich damit noch immer deutlich von allen sonstigen Baumkronen.
Ein Trost spendender Baum: passt der etwa nicht perfekt in unsere Gegenwart?
Verglühender Herbst: Zitterpappeln am Kirnbergsee
Nach dem Laubabwurf: Zitterpappeln am Rand der Jungviehweide
Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr
S’giit nu on Ort uf dere Welt Wo mir jeder winzigscht Winkel Ganze Schare vu lebendige Erinnerunge zuewirft Wo jedes Plätzli i jedere Gass Ver mich ebs Erlebts, Entbehrts, Uverlierbars isch Und no en Nochglanz vu dem fabelhafte, riiche, lideschaftliche Lebe a sich trait Daß ich als Bue do glebt han
Hubert Mauz frei nach Hermann Hesse
„e` Sechzehner- Lok“ au e` Christkindle- Gschicht
Aafang Dezember isch mer fascht jede Dag nochdem d` Huusufgabe gmacht häsch, d` Krankehuusstroß rab. Bim Zinke- Ernschtle vorbei, den häsch miteme Pfiff dorch Zai obe abi glockt. Schnell simmer mitenand über de Rothuusplatz und zum Thedy a s` groß Schaufenschter gwetzt. A dem Spielwareschaufenschter vum „Eisenwaren- Haushaltswaren und Spielwaren Otto Thedy “ häsch der denno ufem kaalte Stoafenschterbank d` Nase a de froschtige Schiebe fascht platt druckt. Hinter de Schiibe hät de Stocker , de Chef vum Lade , scho vorem 1. Advent die groß Iisebah ufbaut. Jedes Johr bisch gspannt gsi wanner Desjohr ver e neii Schlaufe dezuebaut hät und wa ver e Landschaft wieder dezue kumme isch. Amend endlich emol d` Sauschwänzli- Bah ? De Kaltebrunner- Kurt oder ebe de Stocker hond Punkt zwei s` Derli i de mit wiisse Wolke bemolte Kulisseruckwand ufgmacht und a de Trafo vu dem Wunderwerk triblet und uf Stufe „ 2 „ gschaalte. Denno isch die elektrisch Iisebah , Spur H0, mit 2-3 Züg de ganz Mittag bis in Obet inni, vu usse kum hörbar, liisli und i oe Fiddle dorch de ganz Schwarzwald und s` Voralpeland im Ring umme gloffe.
Iberal sind Liechtli und Lämpli aagange, Schranke sind wie vu Geisterhand uf und zue gange, a de Kreuzungsweich hät on Zug beim Rote Signal uf de ander gwaartet und hät en vorbeiglau. Am Bahhof hond d` Ziig ver paar Secunde ghaalte dass die Passagier, die häsch der halt Iibilde messe, uus – und iistige hond kinne. Ufem Güterwagegleis a de Rampe hät de ewiglang Gieterzug ghaalte. Milchkante usem Breg- und Brigital sind schepprig a de Milchzentale usglade wore, Langholzstämm sind vum Tiefbettgüeterwage abibolderet, Kohle und Koks isch abkippt, verwoge und abgsackt wore und Bierkischte und Bierfässer vu de Brauerei sind ufglade wore. En andere Gieterzug hät a de Silotürm vu de ZG stillghebt und Fruecht und Getreide vu de Kornkammer Boor iigfillt griegt i die Silowäge. Am Rampe vu de Franzose sind Laschtkärre und Panzer vu de Flachbettwäge abglade wore und denno sind sie is Proviantamt über die Nebegleis a de Millibruck vum kleine Rangierlökli innirangiert wore. Ufem Trittbrett vu om Wage isch en Iisebähnler mitere Karbitfunzle gstande und hät mit de Lampe gschwaiet und de Pfiefe im Muul dirigiert. De ganz Eschinger Wirtschaftskosmos isch hinter dere Schiebe uf on Blick abgloffe, real aber au i iiserm Kopfkino.
D` Kinderphantasie hät konni Grenze und konni Begrenzunge kennt. Vum Bahhof eweg sind die Züg i paar Secunde über de Ravenna- Viadukt gsorret und, ruck zuck, war er scho wieder i de Hochalpe , im Allgäu und am Voralpsee bi Füssen mit de Königsschlösser im Hintergrund. A de Kulissewand kunstvoll und märlihaft ännigmoolet. Zugspitz im Hintergrund war us Gips usmodelliert und a de Abhäng uf dene untere Blume- Matte sind Alpekühli, Älpler wo jodlet und Sennerinne wo winket gstande. Rundum Fallerhiesli im Alpestil mit Stäe uf de Dächer dass se de Storm nit nimmt. Am Ravenna- Viadukt natierli Schwarzwälder Walmdächer mit Wälderkiehli und Schwarzwälder Füchs uf de satte Woade. Gsoffe hond die a de us Staniolpapier ännitrappierte Wiesebäch, me hät die quellfrische Bächli im Ohr fermlich gluttere ghört. Rund um de Tittisee und unterm türmlebsetzte Feldberg hät die Idylle stattgfunde. On Bahhof vum legendäre „Fallerhiesli“ Bauer usem Gietebach war de Zindelstoaner Bahhof. En andere, de Konstanzer Bahhof mit dem Minarett und isern Eschinger Bahhof, die hond natierli au nit fehle derfe. Mühlräder hond sogar draiet ohni Wasser. A historische Wäldermillene und i Sägwerk hond sech d` Gatter uf- und abbewegt und suuber und akkurat hunderti vu Festmeter Diele, Bretter und Kanthölzer gsäget. Natierli hond zu dere Idylle au zwei, drei Kerche ghert und au Kapelle und Feldkriezer hond ver die Verrichtung vu de Volksfrömmigkeit uf de Höf und de Felder nit fehle derfe.
Desjohr hät de Stocker- Thedy au s` Donautal dezuebaut. De Schienebus fahrt uf s` Kloschter Beuron zue, am mächtige Gips- Petersfelse mit em Kriez obedruf vorbei, d` Burg Werewoog taucht am reachte Ufer vu de Donau uf und uf de andere Siite vum mit hohne Kalchfelse umsäumte, liebliche Wiesetal taucht au die vertroomt Burg Wildestoa uf. Und kumm isch de Schienebus imme Felsetunnel korz vor Sigmaringe verschwunde, do pforreter au scho wieder hinneferri und sorret i die topfebe Boor mit dene zahlriche Donauschlinge zwische Guetmedinge und Pfohre ummenand.
Uf de „Spanische“ Kulissewänd war de ganz Landschaftsblick vum Schelleberg feschtghaalte. Vum Berner – Oberland, zum Titlis, Säntis, de Churfirschte, über de Bodesee bis zum Allgäu häsch bildhaft und hoametkundlich s` ganz wunderschee Panorama gsänne. Erdkunde wies de Lehrer Otsche Frank nit aaschaulicher und kindgerechter und nit besser mache hät kinne.
Ab- und zue hät de Kaltebrunner- Kurt i Pause, wonner mol konni Nägel und Schruube hät abwiege und uszelle hät messe, s` Kulissederli ufgmacht und hät on Zug aaghalte und en andere renne lau. Verschiedeni Dampflocke hät er usem Lokschuppe schnuufe lau. Die Märklin- Manne hond ebs neis broocht: En Zusatz zu de grössere Dampflocke mit eme Öl wo bim Fahre fascht genauso scheen Dampf und Rauch us em Lokomotive- Kämmig uusbloose hät wie die Dampflocke wo usem Eschinger Bahhof geg Gräninge gschnuufet sind. Wenn de Glick khet häsch hät de Kurt onni grad mol mit Öl gfillt. No isch der Zug zwar vu unne über de Stromschliefer mit Strom versorget wore, aber doch fer e paar Minute unter schneewiessem „ Dampf „ gstande. Die wiiess- rot, neimodisch Diesellock, selli BR 216, und de „ Rot Arnold „ de Schienebus VB 142 wo zwische Eschinge und Villinge allfort hin und her gschleche isch, ab und zue halt au mol geg Pfohre, Giisinge und Immedinge, dieselle Dieselstinker hät er us verkaufsstrategische Gründ natierli au ufgleist.
Allmählich hond d` Pfote ghorniglet und d` Fiddlebacke waret vum Hucke uf dem saukaalte Schaufenschterbank fasch scho aagrfore. Aber de Höhepunkt, wo all Stund aagstande isch, den häsch nit verpasse derfe, den häsch no winterhert abgwetteret.
S` Krokodil, seller langstreckt, mit zwei Drehschemel usgstattet elektrisch Moloch mit wa woes ich wievill Tonne und Kilowatt, den häsch no gsenne ha messe (6 Achse, 18,5 m lang, 1750 PS, 120 t). Jetzt macht de Stocker de Lade uff, grinst gönnerhaft is Buebepublikum und lot mit ere theatralische Handbewegung am Trafo, so wie wenn en Dirgent a s` Pult goht, des Unikum, der Kraftprotz, des legendär Krokodil mit eme ewig lange und zigtausend Tonne schwere Gieterzug hinnedraa usem Hangar , useme Tunnel gleite. Majestätisch schloapft der brutal, des war dämols s`Modewort wie hit „geil“, Kraftbolze den mit Holz, Maschine, Kohle, Kies und Brauereibiertank schwerbeladene, elendlange Gieterzug ohne on Zucker, ohne on Mucks, federliicht, mühelos wie wenn`s nint wär, über die steile Schwarzwaldrampe , über s` Ravenna- Viadukt, dorch d` Triberger Kehrtunnel. Jedesmol wenn es erhabe über d` Ravennabruck schuuset, monsch jetzt krachets Vidukt zämet. So wie am End vum Krieg, wo die Nazidubbel des Viadukt i de letschte Däg im Endsieg gopfert und no gsprengt hond. Es ruuscht de Schwarzwald wieder abi und fahrt hoffärtig z` Eschinge in wichtigschte Bahhofsknotepunkt z` ganz Bade mit eme luute, lange Pfiefe ganz majestätisch ii. Jetzt glänzet d` Kinderauge und selig troomsch, dass irgend wenn emol die Lokomotive- Königin, so e gottgliichs Krokodil, au unter dim Christbomm liit. No besser wärs natierli, wenn des Schwizer Gotthard Krokodil, wa no grösser, no stärker isch wie iisers, dä unterm Wunderkerze ertrahlende Dännli liege dät. Denn sell helvetisch Krokodil muess no längere und no schwerere Gieterzüg de Gotthard uffi und dorchs Gotthardloch i d` Tschinkei schloapfe (8 Achse, 20 m lang, 2500 PS, 130 t).
No kentsch erscht reacht aagäe und d` Nase strecke und wärsch de Krokodil König. So wie de fett Lumumba mit dene Viile Wieber und em Büffelhoor- Fliegewadel als Zepter. Ob der überhaupt woass wa e Abendländisch Krokodil isch?
Jetzt word dä z` Eschinge am Güeterbahhof uff- und abgalde und so sieht mer, wa z` Eschinge uff de Boor dorch die Iisebbahne, wo vu glii 4 Siite Gleis zemetkummet, so alles bote isch. Sogar e Drehschiebe zum umdrille vu de Lokomotive, dass sie schee vorwärtsfahret und nit mit em Fiddel voruus schnuufet, hond mir do am Schienegwirr. A de Rüebäcker und de Labrante, wie des Gwann uff Almedshofer Gmondsfeld wo der Bahhof baue wore isch anne 1868. So kapiersch dass Ware, Milch, Holz und Liit vu Fortwange, vu Friborg Wii und Gmies, vu Konstanz, em Hegau, de Reichenau Obst und Salot und vu Offeborg und Kehl am Rhii Koks und Kohle do bei iis aakummt und wieder mit Bierfässer vu de FF- Brauerei belade wieder devupfufferet. Und so stohts au uf dene Aa- und Abfahrtstafle vu de Faller- Bahhofsschilder: Hamborg, Frankfort, Kassel, Lindau, Amsterdam und Köln. Des kamer grad no so entziffere. De Lehrer Pfingschtler hät halt doch reacht kha, dass mir Eschinger d` Drehschiebe, wenn nit sogar fascht de Nabel vu de Welt sind.
„Heieiei, Ernschtle, war des wieder schee, kumm, jetzt gommer zum Guetbrod i d` Wasserstroß“. Bim Beck Nobs, dä giihts die beschte Brezeli i de Stadt, dert spendiert de Ernschtle no e Brezeli fer 15 Pfennig. De Zinke- Ernschtle hät all Geld, Penunze hond mir dämols gsait, im Sack well er zerscht i de Mamme und de Tante. Em Freili Wassmer, paar Pfennig us de Bürgerstibbli Wirtschaftkasse abfuggeret oder au mopst. Und klei weng später bettlete er d` Tante, s` Freili Wassmer hählinge au no aa. So hät er meistens s`Dopplet im Hosesack. Und manchmol bohret er au no de gross Brueder aa, desell Pils-Zapfhane – Virtuos und begnadete, berüchtigte Pilsblume – Teschter und Bier- Vorkoschter.
Im Schaufenschter vum Gutbrode- Fritz sind Schriftzüg ufbäbbet mit, kursiv, „Fleischmann“ und i Großdruckbuechstabe „TRIX“. Des „Fleischmann“ hät sich scho aaghert und glese wie wenns e Metzgerei- Maschinefabrik wär mit Fleischwolf-Worschtschnied-maschiene und Riergerät. Der Name scho isch innere ghobene Spielzeug- Iisebahn uuwürdig. Und erscht rächt no„TRIX“ : Des hert sich aa wie bschiesse, mauschle, halt trixe. Wie wenn sie om ebbis dritt- Klassigs aadrehe wetet. „Märklin“, des klingt melodisch wie Bahschienetackt, halt wie schwäbische Fleiss, Präzision, Zueverlässigkeit, Produktbräeti und Langlebigkeit. Au eweng wie „ Merlin“, de Zauberer us de Kindertraumwelt, des hersch eweng us dem Name drus ussi. Aaregendi Kinderträum stieget drum mit dem wundersame Name Merklin unstillbar i om uff.
„Siesch dä, die Schiene us schwarzem Bagelitt, nit emol Mittelstromabnehmer hond die, grad nu emol 3-4 Loke, koe Krokodil, kon Triebwage. Hubi, des guckemer nit lang aa.“ . „Guck dä, koe Bergstrecki, koa Viadukt, alles im Flache, im Ebene. Die Loke verziehnet nit emol fünf D- Zug Wäge“. „Ernschle, und statt oberschlächtige Schwarzwälder Wasserräder hond die Windmüllene wie im dupfebene Holland oder z` Holstein, Jessesmareie, so e Glump. Und guck, dä, sel TRIX– Miki- Maus Oval. E kleini, krippligi Dampflock, zwei Bregtäler Personewägeli und zwei winzigi Gieterwägeli, Ohje , Ohje, jegesmareie, so e armehiesler Bah ! Ernschtle, kumm mir gond wieder zum Thedy, zu de Märklin- Bah. Dä hond d` Schiene scho e iibauts Schotterbett und dä giihts sogar Strom- Oberleitunge“.
So gohts de halb Dezember und jetzt isch e Entscheidung fällig. A villne kaalte Mittäg häsch innere kleine, wendige, wuselige und zueverlässige Dampflock zueguckt. De Sechzehner-Lok, wie sie i de Kenner- Fachsprooch khoasse hät, well sie 16.- Mark koschtet hät. Über Johre war sie preisstabil, wertbeständig, robuscht, zueverlässig bi Wind und Wetter, halt mit legendärem Ruf. De Renner vu Märklin, de VW, de Käfer, s`Arbeitstier ufem Lokmärt, kennt mer au sage. De ganz Dezember häsch de Kassestand prüft, Kassesturz gmacht, kalkuliert, abgwoge, überschlage wa sunsch no bruuchsch und en Vorgriff, e Vorkalkulation gmacht, wa a Wihnächte no so a Zahlungsiigäng kumme kintet. S` Minschtrantegeld am Stephansdag dierft wieder so 18- 20 Mark bringe, vu de Gotte kennt en Zehner kumme, d` Oma lot au en Batz, en 5-er hoppe und andere Wünsch wie neii Schiihschue erfüllet dier d` Motter und de Vatter. De Haushalt ver s` näscht Buebe- Johr isch, ganz im Gegesatz zu de Stadtkass, meh als uusgliche und solid ufgstellt.
Am 20. Dezember, nochem 4. Advent, stürm ech mit rotgliehige Backe ufem letschte Knopf, mit Herzbumbere und ugwehnlich hohem Puls ganz ufgregt de Thedy Lade. D` Ladeschelle macht Ding-Dong und schellet de Kaltebrunner usem Iisewarelager hinneverri. „Wa wit Bieble?“ . „E, e Se- Sechz…ehner- Lok“, stottere ech ufgregt, „ diesell BR 89.0 het i gern“.„Sapperlot, do häsch der aber ebbis reachts usigsuecht. Bisch nit du de halb Dezember am Schaufenschter ghanget und häsch der kalte Backe, kalti Pfote und e kalts Fiddle gholt ? So, So ?? Wer so viel Liedeschaft fer sie Märklin Bah ufbringt, dem gib i sie sogar ver 15 Mark. Liesli Bue, saisch es aber nähmert, versprichschs mers ! sunscht kummet nämmli alli gi fechte. Solle mer se iipacke oder kaasch`s scho nimme verhebbe bis de Chrischtbomm brennt?“ . „Iipacke bittschee, des Päckli leg i mer selber under de Bomm. Uf Wiedersähne und scheeni Wihnächte, Vergelt`s Gott, Dankschee Herr Kaltebrunner“. „Sooo, Herr Stocker , dem Biebli hani oa Mark nooglau, der kunnt die näschte paar Johr no villmol, der isch ganz aabrennt, der bliibt Marke- und Firmetreu“. „Hond sie guet gmacht, Kaltebrunner, so kinnet mir mit dem Biebli no lang gschäfte und zemet mit dem Biebli hond mir no villi scheene Iisebah- Wihnächte“.
I dem Johr därf ech i de Mitternachts- Christmett s` Jesuskind. iigwicklet innere Persil- suubere Windel, i dere feierliche Prozession dorch die ganz Mariekerch trage. Mit ere kleine Kinder- Albe, eme Cingulum und ere Minschtrante- Stola hät mi de Messmer Klebo usstaffiert und aagschieret wie e kleis Lilliputaner- Pfärrli. De Kleischt Minschtrant vum Dienstjohr därf nämli des Christkindli zum Krippli trage. Sell hät de Zimmermaa Köpfer- Sepp kunstvoll bäschtlet, zimmeret und ufbaut. D ́ Auguschte Köpfer, sie Frau, hät dene Krippli- Figure je noch Funktion prachtvolle oder armselige Häser gnaijet und aagleit. Des ganz Krippli war fascht e stilgerechti Landschaft usem Morgeland, Betlehem, ihr Bube und Maildi, hoasst des Ort. Mit Felse, Wüschtesand, Höhle, Kameler, rassige Araber- Resser, Gstripp- Esel, Goasse, mageri Schäfli, e Kuhe und en Ochs und eme Hittli.. En Schwarzwälder Heuschopf mit tiefabizogenem Dachwalm und ere Petroleumfunzle im Gräch. So khaa de Rege und de Schnee wo i dem hoasse Morgeland alli par hundert Johr mol abikunnt, nit in Heustock fege und s` Strau und s` borschtig Hei nit vernässe und verkaibe. De Erscht aber verzeihlich Stilbruch vum hoametverbundene Zimmemaa Köpfer- Sepp. En Schwarzwälder Holzworm kha halt nit us sinnere Huut, au oder erscht rächt nit, wenns um Wihnächte goht. I sim Zimmermaas- Koleg, dem Seppli usem Morgeland, hät er nebem Kripli e helzerni Zimmemaas- Kischte ännigstellt mit ere Sägi drin, ere Bundaxt, eme Stechbeitel und eme Latthammer. Dodemit hät er no schnell bevor des Kindli uf d` Welt kumme isch us Dachlatte, vermauchete Bretter woner i dem Schopf gfunde hät, e gmietliche Krippe zemetgnaglet. De Maja hät Köpfer Auguschte en scheene , blaue Booremer Burremaidli Schorz aaglait. Der Gsell war halt au uf de Walz. Aber nit freiwillig als Handerksbursch zum s` Handwerk kennelehre wie de Köpfer i junge Johre. Er hät mit siener Maja ufreiwillig vor dem Menscheschinder Herodes vertlaufe messe. Palme us Schilf hät de Köpfer zwar stilgrecht ufgstellt, Dännli aber ufzstelle, des hät er tatsächlich grad no so mit Mühe verhebbe kinne. Sovill muen er vum Gelobte Land Palästina scho gwisst haa, au uhni Fernseh und Wikipedia. Daß aber die üppig moosgräe Landschaft us Moos, Riißnodle und grasgräe iigfärbtem Sägmeahl nit so ganz i die karg und kahl Wüeschtelandschaft passt hät, des hond sogar mir scho gwisst und gmerkt und des war de Zweit, aber au verzeihlich Griff in Ofe vum fromme und gottesfürchtige Booremer Zimmermaa und sinere güetige Frau Auguschte.
Des Christkindli – Trage i dem feierliche Umgang, dere rituelle Prozession dorch die ganze Reihe und Gäng vu de Mariekerch, war im wohrschte Sinn erhebend. De Lauber Albert hät sie Orgle jodle, pfiefe, trompete und brause lau mit allem waner ghet hät. Alli Regischter, dieselle Zugknöpf über de Taschtemanual, hät er zoge und s` elektrisch Gebläse hät de Wind, wonner bruucht hät zum des himmlisch Brause zum Erzeuge, fascht nit zämetbroocht. Do hät er mit em Oberkörper gumpe und im Tackt wiege kinne wiener hät welle, ums Hoor isch dene Bleiblech- Pfiife, dene Holzflöte und dene grosse Bass- Oferohr d` Luft und de Wind uusgange. De Kerchechor war übertönt, überstimmt und nimme zum höre. I dere entruckte Stimmung, umgähe vu Nebelschwade us Weihrauch und Myrre, vu hingebungsvollem Minschtranteschelle und em Liite vu allne Glocke im Glockestock vum Gabriel, i dem allerhöchschte Hochamt vum Johr, do warscht de Hauptkerli.
De Christkindli – Träger vu dem Johr und en wechtige Verkünder vum Christetum und de Frohe Botschaft i de Stadt und uf de Boor.
E grossi, erhebende Ehr. D` Gotte , d` Oma und d` Motter hond gschraue vor Rührung woni würdevoll mit em Christkindli i de Ärm a ihre Kniebank vorbeigschritte bin. I de entruckte Gsiechter het mer ganz bestimmt lese kinne: „Wa word des emol ver en nette, fromme Pfarr gähe“. „ Hette, Hette, Fahradkette“ (hät de Fabian Riesle mol de Sportpresse is Microfon gjublet), wenn do nit später mol der fett Fünfer i Griechisch gsi wär.
Ganz grosses Ritual und Zeremonie war des wa do jede Christmett zelebriert wore isch. Usdenkt und i paar Minschtranteprobe uf Schritt und Tritt und Haltung und Würde iistudiert vum Stadtpfarr Helmut Baumgärtner, em begnadetschte Prozessionszelebrant vum Dekanat, wenn nit sogar vu de ganze Diözöse. Unterstützt vu de erfahrene, Kopfnüss- Oberminschtrante Konrad Kunze und Karlheinz „Manus“ Stadelmann.
Ech aber, wonni s` Christkindli i die Köpfer- Krippe i dere bodeständige Schwarzwälder Ständer- Bohle Heuschier zmitte i de Wüschte inni bettet han, ech han denkt:
„Wa wär des Krippli ver e wunderscheeni, ussergwähnlichi Märklin– Iisebahlandschaft wo ech mit minere nigel- nagelneii Sechzehner Lok im ganze Morgeland ummenand schlieche kinnt„
Jo so wars , des Buebeglick z` Eschinge. So e Glick hond iseri Kamerädli z` Betlehem nit kaa.
D` Sechzehner-Lok
Am Mittag noch de Huusufgabe Zum Thedy bisch, i d` Karlstroß aabe Dä häsch des gsänne i dem Fenschter dinne Wa sooo guet bruuche hettisch kinne
Dä rennt e Iisebähnli im Ring all umme D` Städtli Bube, alli zämet sind sie kumme Zum troome wa fer Wünsch sie hettet Und wa vum Christkind sie no wetet
Jetzt guck mol dert, dä wetzt e Lok Me kennt grad monne über Stoa und Stock Des Lökli häts mir schwer aadau Im Mage word` es mir ganz flau
Taguus – tagii stand ech am Schiiebe Konn Wind, konn Schnee kha mech vertriebe Sell herzig Lökli mosch bald poschte Do guckisch nit uf s`Geld und Koschte
Die Sechzeh Mark, die grieg ech zämme Wenn des nit schaffsch no mosch di Schämme Uf Wihnächte ghert die Lok no mir Der Kindertroom isch mir nit z` dier
Am Vierte Advent, dä ischs so wiit E Lok dä unterm Chrischtbomm liit Die Sechzehner – Lok des isch min Troom Vor allem ischs konn Fleischmann Kroom
E Märklin ischs, vum Schwobbe duss Mit dere häsch halt konn Verdruss Die sorret , rennt taguus – tagii Und goht halt nit noch paar Dag hii
Und so erfillt sich Stuck um Stuck En Kindheitstroom wo loot nit luck Do glänzet d` Auge, glihjet d` Bäckli Wenns rennt im Kreis, des keckli Lekli
Auf Alemannisch übersetzt von Hubert Mauz, gelesen von Maria Simon am 29. November 2025.von Maria Simon am 24. Oktober 2023 auf Hochdeutsch
Die Geschichte von der „Schürze“
Ich glaube, dass nicht alle Kinder heute wissen was eine Schürze ist…. Der Hauptzweck von Omas Schürze bestand darin, das Kleid darunter zu schützen, da Oma nur wenige Kleider hatte. Es lag auch daran, dass Schürzen einfacher zu waschen waren als Kleider und Schürzen auch weniger Material verbrauchten. Darüber hinaus diente sie aber auch als Topflappen, zum Herausnehmen heißer Pfannen aus dem Ofen.
Sie eignete sich wunderbar zum Trocknen von Kindertränen und wurde gelegentlich sogar zum Reinigen schmutziger Ohren verwendet.
Im Hühnerstall wurde die Schürze zum Tragen von Eiern verwendet.
Über den Holzofen gebeugt, wischte man sich mit der Schürze den Schweiß von der Stirn. In dieser Schürze wurden Späne und Anzündholz für’s Feuer in die Küche gebracht. Aus dem Garten brachte sie allerlei Gemüse.
Im Herbst wurde die Schürze zum Einholen von Äpfeln verwendet, die von den Bäumen gefallen waren. Als unerwarteter Besuch die Straße herauf lief, war es überraschend, wie viel Möbel diese alte Schürze in Sekundenschnelle abstauben konnte.
Als das Abendessen fertig war, ging Oma auf die Veranda, schwenkte ihre Schürze und die Männer wussten, dass es Zeit war, von den Feldern zum Abendessen zu kommen.
Es wird lange dauern, bis jemand etwas erfindet, das die „alte Schürze“ ersetzt, die so vielen Zwecken diente.
Wie viele Keime sich wohl auf dieser Schürze befanden ??? Ich glaube nicht, dass sich jemals wer was von dieser Schürze eingefangen hat – außer Liebe…
Vielen Dank für den Beitrag an Prof. Martin Hummel, der dies als Vortrag beim Neujahrsempfang 2025 über seinen Vater Bertold Hummel gehalten hatte.
Prof. Martin Hummel am 5. Januar 2025
Lieber Herr Bürgermeister Haas – liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hüfingen!
Es freut mich sehr, heute hier zu sein und ich gratuliere Ihrem Bürgermeister, dass er den Mut hatte, bei seinem ersten Neujahrsempfang als Bürgermeister der Stadt, mich, den Sohn von Bertold Hummel hier heute ans Pult zu lassen. Denn bei einem Neujahrsempfang ist es eigentlich nicht üblich gleich 100 Jahre zurückzublicken.
Ich denke, das ehrt Sie, Herr Haas, denn Sie scheinen zu wissen, dass Zukunft für eine Stadtgesellschaft ohne das Bewusstsein von Herkunft selten vernünftig ist.
Dass in Hüfingen Geschichte präsent ist, sieht man am Stadtbild, an der langen Tradition der Vereine sowie am klug konzipierten Stadtmuseum, für das sich Ihre Ehrenbürgerin Eva von Lintig, eine Freundin meines Vaters aus Kindertagen, so unvergleichlich engagierte.
Ihr Vater der Arzt und Orchideenschützer Dr. Erwin Sumser, der wiederum mit meinem Großvater dem Hüfinger Lehrer und Kirchenmusiker Gustav Hummel gut befreundet war, war es, der meinen Vater hier vor hundert Jahren im benachbarten Schellenberghaus am 27. November 1925 ans Licht der Welt hob.
Auf diesen Bildern sehen Sie, dass die Behausung eines Lehrers damals noch nicht ganz so repräsentabel war, wie das prachtvolle Schellenberghaus heute den Eindruck machen könnte. Es musste damals darin sehr beengt zugegangen sein, sagte man.
Die ersten sieben Jahre seiner Kindheit lebte mein Vater unbeschwert hier in der Geborgenheit der Familie, mit seinen Eltern und den drei deutlich älteren Geschwistern. Er wird Benni genannt, der Jüngste. Fotographien zeigen ein geliebtes Kind in kurzen Hosen, festtags im Matrosenanzug.
1927
1927
1930
In Hüfingen nahm er die vielen musikalischen Eindrücke auf, die diese klingende Stadt zu bieten hatte. Sein erster großer musikalischer Eindruck, erzählte er, war eine Aufführung der Oper Freischütz durch den hiesigen Gesangsverein. Das Orgelspiel seines Vaters, Hausmusik, Kirchengesänge und die Fronleichnamsprozessionen, die er hier erlebte, entzündeten seine musikalische Fantasie.
Nach dem Osterfest 1932 wurde er eingeschult und obwohl er bereits im Herbst desselben Jahres mit seiner Familie nach Merzhausen bei Freiburg übersiedelte, wurde er bis zu seinem Lebensende in regelmäßigen Abständen zu den Hüfinger Klassentreffen eingeladen, die er auch immer wieder gerne besuchte.
Bis 1955 lebte er mit seinen Eltern in Merzhausen und studierte von dort aus – nach Krieg und Gefangenschaft in Frankreich – an der neu gegründeten Freiburger Musikhochschule Violoncello und Komposition.
1959 Kinderchor St. Konrad
Bis 1963 war er Kirchenmusiker in Freiburg St. Konrad und komponierte und musizierte als freier Mitarbeiter des Südwestfunks für zahlreiche Rundfunkproduktionen. Als Komponist machte er sich schnell einen Namen und so wurde bereits 1951 bei den Donaueschinger Musiktagen eine Messe und 1957 im Freiburger Stadttheater eine Kammeroper von ihm uraufgeführt.
Ich möchte Sie nicht mit zu vielen Details ermüden, man kann sie im Netz nachlesen. Deshalb sei hier nur kurz sein weiterer Weg skizziert:
1963 zieht er mit seiner Frau Inken, die er in Freiburg beim Streichquartettspiel kennenlernte, und seinen 4 Söhnen nach Würzburg, 1968 sollen es dann sechs Söhne werden. In Würzburg hatte er sich erfolgreich um eine Kompositionslehrerstelle am Staatskonservatorium beworben. Hier war er von 1979-1987 Präsident der Musikhochschule und prägte das kulturelle Leben der Stadt in dieser Zeit maßgeblich. Er wurde u.a. mit dem Kulturpreis der Stadt Würzburg, dem Kulturpreis der Deutschen Katholiken sowie dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und war ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der schönen Künste.
Bei noch so vielen beruflichen und familiären Verpflichtungen (bis zu seinem Lebensende betreute er immer wieder gerne seine 16 Enkelkinder) komponierte er unbeirrt ein Werk nach dem anderen. Seine Kompositionen wurden und werden in vielen Ländern aufgeführt. Er schrieb für die Berliner Philharmoniker ebenso wie für das Blockflötenensemble der Musikschule. Er liebte die Menschen und sagte:
Als Komponist fühle ich mich der Gemeinschaft, in der ich lebe, verpflichtet. Mein Bestreben ist es, einen bescheidenen Beitrag zu leisten bei dem Bemühen, die Welt humaner und lebenswerter zu gestalten.
Nun wieder zu Hüfingen. Hier lebte seine Schwester Erika, die mit dem hiesigen Betriebsleiter des Elektrizitätswerkes an der Seemühle Franz Josef Mayer verheiratet war und ihr ganzes Leben in Hüfingen verbrachte.
Regelmäßig, wenn er im Herbst im benachbarten Donaueschingen die Konzerte für Neue Musik mit seinen Studierenden besuchte, übernachtete er bei seiner Schwester und ließ sich den neuesten Gossip aus Hüfingen erzählen.
So war er hier nie ein Unbekannter und als ihn Bürgermeister Max Gilly im Jahr 1984 fragte, ob er nicht für die 900-Jahr-Feier der Stadt Hüfingen eine Festmusik schreiben wolle, sagte er sofort zu. Und weil, wie er damals süffisant bemerkte, im Gegensatz zu den Donaueschingern, die für ihre Musiktage immer das SWF-Orchester Baden-Baden benötigen, die Hüfinger auf eine traditionsreiche Stadtkapelle zurückgreifen konnten, wurde sein Werk Musica urbana der Hüfinger Stadtmusik auf den Leib geschrieben.
Hier ein Foto der Probe mit dem Komponisten.
Sie hören also heute wohl proportioniert dieses Werk in drei Teilen. Im eben gehörten 1. Satz haben sie unschwer den Choral „Lobe den Herren“ dem heutigen festlichen Anlass entsprechend erkennen können. Im 2. Satz dachte er an die flotten Märsche der Stadtmusik und man hört die Melodie, die im Hüfingen seiner Kinderzeit mit dem Text unterlegt wurde: David wenn de Brot witt, in de Schublad liit en Aschnitt
Im 3. Satz, der mit Volkslied und Ausklang betitelt ist, erklingt das von ihm sehr geliebte und mehrfach bearbeitete alemannische Lied Han ame ort ä Bluemli gsäh, ä Bluemli rot un wiiss und dazu gibts den Hüfinger Narrenmarsch: Hans blieb do, du woascht jo nit wiäs Wetter wird.
Wie Bürgermeister Gilly damals in seiner Dankesrede bemerkte, brauchte Hummel allerdings ein paar Anläufe bis der ganze Marsch zu erkennen war. Ja so ist das halt bei den modernen Komponisten. Zur Vervollständigung sei noch berichtet, dass im Jahr 1996 die Familie Hummel ein Festkonzert in der Stadthalle gestaltete und im Jahr 2000 Filmaufnahmen zum 75. Geburtstag des Komponisten stattfanden.
Zwei Jahre nach Hummels Tod enthüllte Bürgermeister Knapp eine Gedenktafel von Bernhard Wintermantel am Schellenberghaus.
Bernhard Wintermantel, Inken Hummel und Anton Knapp im Jahr 2002 bei der Einweihung der Gedenktafel.
Heute beginnt also hier in Hüfingen der Reigen der Aufführungen seiner Werke im Jubiläumsjahr und wird bereits am nächsten Sonntag in der Hamburger Elbphilharmonie fortgeführt. Veranstaltungen u.a. in Freiburg, Frankfurt und Würzburg werden in diesem Jahr an Bertold Hummel erinnern.
Wir, die Familien Hummel, Himmelseher und Mayer, danken dem Bürgermeister und der Stadt Hüfingen für diesen festlichen Rahmen zum Einläuten des Gedenkjahres.
Werke von Dichtern und Malern können, wenn sie einmal geschaffen sind, von jedem Menschen jederzeit nachgelesen und betrachtet werden. Das Werk eines Komponisten muss von lebendigen, viele Jahre gut ausgebildeten Musikerinnen und Musikern nachgeschaffen und zum Klingen gebracht werden. Es erlischt im Moment des letzten Tons.
Ganz besonders herzlich möchte ich mich deshalb bei dem jungen Hornisten Serkan Özyildirim, bei Herrn Otmar Mayer und den wunderbaren Musikerinnen und Musikern der Hüfinger Stadtmusik und ihrem exzellenten Dirigenten Herrn Burger bedanken, die sich mit dem Werken meines Vaters so gründlich auseinandergesetzt haben und uns deshalb heute seine Musik so nahe bringen können. Vielen, vielen Dank!
Nun wünsche ich noch einen guten weiteren Verlauf der Veranstaltung und der Stadt Hüfingen ein prächtiges Jahr 2025! Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
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