ADFC verleiht Lastenrad in Hüfingen in der Ochsengasse.

von Martin Röder

Der ADFC-Kreisverband Schwarzwald-Baar hat eines seiner beiden Lastenräder in Hüfingen stationiert. Ab Juni bis voraussichtlich Ende August kann es von interessierten Personen kostenlos ausgeliehen und benutzt werden. Wer das Fahren und die Transportmöglichkeiten mit einem Lastenrad einmal ausprobieren möchte, hat dafür jetzt eine gute Gelegenheit. Der Verleihstandort befindet sich in der Ochsengasse in der Hüfinger Hinterstadt.

Weitere Informationen und den Kontakt zur Ausleihe gibt es unter https://lastenrad-vs.de/suedbaar.

Bschlage – D’Käther und de Marti

Von Gottfried Schafbuch

D’Käther und de Marti gelesen von Maria Simon

Bschlage

Es johlet d’Käther, schreit und schilt
am Mendig früh wie b’sässe:

„Du Lump, du ganz versoffne Siech,
bischt z’lang im Bäre g’sässe.
Jetzt guck emol din Kittel a,
sind Flecke drin, en Huufe.
Du Pfiddi, siescht, die Moose doo,
die kummet nu vom Suufe!“

De Marti stieret vor sich hear,
hört zu dem Dunderwätter.
Z mol schleet er d’Bratze uff de Disch
und brüelet a sie Käther:

„Gell, lieg mer nitt und halt die Muul,
und hör nuu uff mit blääre.
Vum Suufe kummet d’Moose nit
die giit es bim Verlääre!

Karikatur von Helmut Gross, Villingen.

Alma, das Störchlein mit den kurzen Beinen

Das Buch Alma, das Störchlein mit den kurzen Beinen, kann unter sima-ria@web.de, Friedrich-Farb-klecks@gmx.de oder im Café Vanilli’s in Donaueschingen käuflich erworben werden.

Storchekläpperle von Hubert Mauz, vorgetragen von Maria Simon am 22.06.2024

Gezeichnet von Sandra Friedrich

Störche auf dem roten RAthaus in Allmendshofen gezeichnet

Storchekläpperle

E Storchepärle jung und nett
Huckt dobbe wie uff me Tablett
Hät guete Root uff rotem Giebel
Der Uusguck, der isch gar nit ibel

Dä, z Amedshofe überm Ried
E Nescht isch wo mer ganz wiit sieht
Me trohnt dä uff me Rote Huus
Und sieht rundum i d Boor dä nuus

So kaamer Krotte, Mies und Frösche jagge
de Storche Clan bruucht nit verzagge
E Residenz uff’s Rothuus Firscht
Do isch mer halt de Storchefürscht

So kaa mer villi Störch ernähre
Die allfort kläpperlet und blähre
I so me Ort gihts drum vill Zwilling
Und immer wieder mol au Drilling

Die honds dä nett, kummet mords guet aa
Kennt wette, die gond scho bald i‘ De J K aa
Bei sore Fürsorge i dem warme Nescht
Gohts fidel zue, wie bei me Klapperstorche Fescht.

De Schurz vum Grossi isch parat:

Beim Tränli trockne im z‘ hoesse Bad
Beim Ännikeije mit em Rad
Beim erschte Kindergarte Zoff
Bruuchts au emol den sanfte Stoff

Beim Tröschte „Fünf bis Sechs“ i Spanisch
Aber Reli „Eins“, e Grossi word do koe weng panisch
Beim Wache wegem hohne Fieber
„Hai Oma, kumm doch schnell mol nieber“

Beim Wadewickel wickle,
Puhh… Lebertran, au do gihts nint zum Zickle
Beim Gosche weg dem Oefalt Phoebe
„Die Kueh, des isch e ganz e bleede“

Beim erschte grosse Liebesschmerz
Druckt d‘ Oma dich a s mollig Herz
Wenns später mol ums Schaffe goot
BHät s‘ Omi au no guete Rot

S‘ Schnuuferli Gitta vu de Enteborg
Hät Tag und Nacht e grossi Sorg
Dass Neschterplatte sind parat
Am beschte us me Schpoecherat

E Glück isch’s i dem Storcheort zum Huuse
drum gihts halt au so vill zum Schmuuse
Und so gohts bald vu Vorne los
des Storchekläppre, des Famos.

Störche auf St. Verena und Gallus

Storch auf St. Verena vor Vollmond

Fotos von Thomas Kring

Dieses Jahr gibt es zwei Jungstörche.

  • Storchennest auf St. Verena und Gallus am 15. Mai 2026. Storch mit zwei Babies
    Nest auf St. Verena und Gallus am 25. Mai 2026

16. Februar 2026

Dieses Jahr war der 1. Storch schon am 27. Januar auf dem Kirchturm und inzwischen ist auch seine Frau hier. Exakt am selben Tag, dem 16. Februar, wie letztes Jahr.

Störche auf Verena und Gallus
Störche auf Verena und Gallus
Störche auf Verena und Gallus
Störche auf Verena und Gallus
Störche auf Verena und Gallus

16. Februar 2026

Die drei Storchenkinder am 18. Juni 2025

Die Dohlen auf St. Verena wären auch mal einen Artikel wert.

Am 25. Mai 2025 während Hüfingen spielt.

Storchenkinder

am 30.Mai 2025

Seit 16. Februar 2025 sind sie wieder zu zweit.

28. Januar 2025

22.07.2024 von Thomas Kring

Dieses Jahr gibt es drei Jungtiere die alle gut durch das nasse Frühjahr gekommen sind.


Fertig zum Abflug in den Süden

Thomas Kring am 14. September 2022

  • viele Störche auf Dach


Thomas Kring am 29. Mai 2021

Gleich vier hungrige Schnäbel haben die Altvögel zu stopfen.

  • Storch mit drei Jungtieren auf Verena

Weißstorch mit dem später getöteten Kücken am 21. Mai 2020

Störche auf St. Verena und Gallus

Thomas Kring am 7. Juni 2020

Seit 2018 brüten auf einem Wasserspeier der Kirche St. Verena und Gallus in Hüfingen Weißstörche (Ciconia ciconia). Der männliche Storch ist beringt (AU333) und kam 2019 und 2020 nach Hüfingen zurück. 2020 war auch das weibliche Tier zu identifizieren: A1Y92. Zusammen haben sie dieses Jahr drei Eier bebrütet. Allerdings ist daraus nur ein Küken geschlüpft.

Dem ein oder anderen ist es in den letzten Tagen wohl aufgefallen: Seit Ende Mai sind die Weißstörche nicht mehr da! Nur gelegentlich schaut mal ein Alttier vorbei. Was ist also geschehen?

Anwohner beobachteten am Mittwoch, 27. Mai 2020, einen Hubwagen und jemanden, der sich am Horst „zu schaffen machte“. Der Mesner, darauf angesprochen, schaute aus dem Kirchturm ins Nest und stellte fest, dass dieses leer ist. Die nicht ausgebrüteten zwei Eier und das Jungtier sind weg!

Ein Telefonat mit dem Weißstorch-Beauftragten des Regierungspräsidium Freiburg brachte Klarheit: Bei seiner Kontrolle des Horstes lag dort ein totes Küken, aber keine Eier. Seiner Aussage nach kommt es bei den Störche immer wieder zu Konflikten. Im Zuge einer solchen Auseinandersetzung wurde das Jungtier wohl von einem rivalisierenden Storch getötet. Die beiden beringten Weißstörche sind aber wohl auf und noch auf der Baar unterwegs.

Nun hoffen wir, dass im nächsten Jahr AU333 wieder nach Hüfingen zurück kommt und mit A1Y92 oder einem anderen Partner das Brutgeschäft wieder aufnimmt.

Hier die Aufnahmen aus den Jahren 2018-2020

  • Storch
    30. Mai 2018

2018 gab es das erste Nest. Hier ein Foto vom 6. April 2018. Damals konnten wir uns nicht vorstellen, dass dies funktionieren kann. Weitere Fotos von 2018 bis heute unten.

6. April 2018

Ägetli

Ägetli von Gottfried Schafbuch vorgelesen von Maria Simon.
Ägetli auf der Dögginger Höhe

Kennscht des Blüemli, des demüetig,
wo im Wald verborge stoht ?
’s blüeit verschrocke, duftet zärtli,
wenn dor d‘ Boor de Friehling goht.

Därfscht’s nitt breche und nitt rupfe,
sunscht verliirt es d‘ Hoamet gli.
’s wär doch schad um des nett Gschöpfli,
kinnt es nimme bei is si.

Guck, ech ha baar Schößli gfunde
und dehoam in Bode gsetzt.
Bi am Sunntig zuene gsesse,
ha’s mit Hoametliebi gnetzt.

Z‘ erscht do hond si kleiweng gsäerbet,
selli schii und ängstli dau ;
aber mit viII Hätschle, Striichle
ha‘ ne ne ech de Butze gnau.

Siehscht, mer kas scho herzhaft binde,
mache e Buketli druus.
Trags jetz keckli nu i d‘ Hiiser,
wo mer schätzt en Hoametstruuß.

Ägetli sind still, verdattret,
hanget zäh am Hoametgrund.
Pflegs reacht guet mit Lieb‘ und Güeti,
daß en frische Triib nohkunnt !

Gell, du duersch es nitt usriiße
und no werfe an ’nen Roa.
’s Ägetli loscht nitt verdorre,
selli weh wur‘ im sell doa.

Gottfried Schafbuch
(03.01.1898 – 23.10.1984)

Vogelschutzgebiet Baar

09. März 2023 von Thomas Kring

Wer aktuell mit offenen Augen über die Baar wandert, kann eine Vielzahl von Vogelarten entdecken.

Einige Wintergäste, wie die Kornweihe (Circus cyaneus) und der Raubwürger (Lanius excubitor), sind noch nicht in ihre nördlich gelegenen Brutgebiete abgeflogen. Andere Arten machen bei uns auf der Baar einen Zwischenstopp nach Norden. Dazu gehören auch die Pfeifente (Mareca penelope) und die Schnatterente (Mareca strepera). Kurz- oder Mittelstreckenzieher, zum Beispiel die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) oder der Star (Sturnus vulgaris), sind teilweise schon zurück. Ein richtiger Langstreckenzieher hingegen ist der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius). Das Blässhuhn (Fulica atra) bleib teilweise hier bei uns. Dies gilt auch für unseren „Neubürger“ (Neozoe/invasive Art) die Nilgans (Alopochen aegyptiacus).
Alle Fotos entstanden zwischen dem 4. März und dem 8. März 2023 auf den Gemarkungen Donaueschingen, Pfohren und Hüfingen.

  • Gebirgsstelze
    Gebirgsstelze

Engel auf der Gruftkirche in Neudingen von Xaver Reich

Als nach dem Brand des Klosters Maria Hof bei Neudingen Fürst Karl Egon II. in den Jahren 1835-56 die Gruftkirche erbauen ließ, wurde Franz Xaver Reich mit der Ausschmückung beauftragt. Er modellierte die vier Engel aus Zinkguß auf den vier Nebentürmchen, die die Kuppel flankieren. Von ihm stammen ebenso die Madonna und die beiden Heiligenfiguren über der Portalwand wie die beiden Klosterfrauen über dem Portal. Ganz Raphael nachempfunden, dessen Werke Reich während seines Romaufenthaltes besonders stark beeindruckt hatten, ist das Verkündigungsrelief des Hauptaltars. Im Jahre 1870 entstanden die beiden Seitenaltäre, die wiederum eine Madonna und die acht Seligkeiten darstellen. Vielleicht spendet uns ja mal jemand Fotos von innen.

Adebar auf der Gruftkirche

Beitrag vom 5. Juni 2021von Wolf Hockenjos

Was für ein hoffnungsvolles Signal in Zeiten des weltweiten Artenschwunds: Die Störche, Symbole für Fruchtbarkeit, Wachstum und Kindersegen, nehmen auch auf der Baar wieder kräftig zu. Allein in Neudingen bezogen dieses Frühjahr wieder acht Storchenpaare ihre Brutplätze, ob auf Giebeln, Telegrafenmasten oder Bäumen und, ganz wie es sich gehört, auf dem Dach des Gasthauses Zum Storchen, ein weiteres nebenan auf der Sonne. Doch das spektakulärste Nest hatte ein Paar im Frühjahr 2019 auf den Schwingen einer der Engelsgestalten des Bildhauers Adolf Heer erbaut, welche die Außensäulen der F.F. Gruftkirche von 1853 schmücken. Leider waren im Frühjahr 2020 die Engel auf ihren Säulen mitsamt dem Storchennest verschwunden. Wurden sie womöglich entfernt, um fortan allfällige Zweckentfremdungen zu verhindern? Wollte man auf solch rigorose Weise die Verunzierung durch ätzenden Storchenkot, gar die Beschädigung der Engel unterbinden? An Stelle der Skulpturen zieren jetzt antennenartige Metallstäbe alle vier Säulen rundum, anscheinend eigens dazu ersonnen, den Störchen das Rasten, erst recht das Nisten zu vergällen.

05.08.2019
18.04.2020

Die Rückfrage im Fürstenhaus brachte ernüchternde Entwarnung: Die Engelsgestalt samt Nest habe aus Sicherheitsgründen entfernt werden müssen. Das Postament sei am Zerbröseln, die Skulptur selbst auf der Rückseite gespalten gewesen. Doch drohte das nämliche Schicksal auch den anderen drei Engeln? Waren etwa auch sie marode, oder wollte man einfach vorbeugen, dass nicht auch sie Störche anlockten? Schade drum, für kunstsinnige Parkbesucher wie für die Störche! Das Paar war inzwischen umgezogen. Es nistete jetzt, weit weniger spektakulär als auf Engels Fittichen, unmittelbar über dem Eingangsportal zur Gruft, und sie hatten auch schon für Nachwuchs gesorgt im neuerbauten Nest.

Ob sich die fürstliche Liegenschaftsverwaltung auch hier mit Fragen zur Verkehrssicherungspflicht konfrontiert sehen würde? Oder ob man den Störchen unbesehen weiterhin Gastrecht gewähren wird – auch dann noch, wenn die Storchenjugend geschlüpft sein wird, wenn der Flugbetrieb zunehmen wird und auch der kalkweiße Storchenkot zunehmend als Ärgernis empfunden werden sollte?

13.06.2020
15.08.2020


Mitte August 2020, die Jungstörche hatten sich bereits auf den Wiesen der Riedbaar versammelt, um die Thermik des nächstbesten Hochdruckgebiets zum Start nach Süden zu nutzen, als die Tageszeitung unter der Überschrift Storchennest ist plötzlich weg die nachstehende Notiz aus Donaueschingen-Neudingen brachte: „Plötzlich war es weg. Und lange scheint dieser Zustand niemandem aufgefallen zu sein. Unbekannte Personen haben laut Mitteilung der Polizei im Marienpark des Klosters Neudingen ein Weißstorchennest entfernt, das sich auf der Gruftkirche der Fürsten zu Fürstenberg befand. Die Polizei ordnet den Vorfall in einem Zeitraum zwischen 12. und 26. Juli ein. Warum drei Wochen lang keine Anzeige erfolgt ist, kann sich Jörg Kluge, Polizeisprecher beim Präsidium Konstanz, auch nicht erklären. Möglicherweise hänge es damit zusammen, dass das Gelände schwer zugänglich ist. Oder man wisse nicht, dass ein Storchennest auch nach der Aufzucht der Brut nicht abgebaut werden darf. Da Weißstörche nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt sind ist es verboten, ihre Brut- und Ruhestätten zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.“

Doch egal: im Frühjahr 2021 war das Storchenpaar jedenfalls wieder da, um sich aus Astmaterial an gleicher Stelle über dem Eingangportal der Gruftkirche erneut sein Nest zu bauen. Und Frau Storch machte sich auch alsbald ans Brüten. Der April war der kälteste seit vierzig Jahren und auch der Mai war kühl und nass – fürs Brutgeschäft keine günstigen Voraussetzungen. Für die Neudinger Störche sah es dennoch nicht schlecht aus gegen Ende Mai: In allen Nestern war Nachwuchs zu versorgen. Einzig das Nest auf der Gruftkirche war offenbar aufgegeben worden. Was war passiert? War es ein erneuter Platzverweis? Ein Schelm, wer Zweifel hegt an der Willkommenskultur des Fürstenhauses!

08.05.2021
02.06.2021

Im Frühlingswald

06. März 2026 von Thomas Kring

Wer im Frühjahr durch den Wald spaziert, wird viele Pflanzen finden, die bereits blühen. Manchmal ein wahres Blütenmeer, wie beim Märzenbecher.

  • Märzenbecher

Der Märzenbecher ist auch als Frühlings-Knotenblume bekannt.

Diese früh blühenden Pflanzen im Wald werden auch Frühlingsgeophyten genannt. Bei Geophyten handelt es sich um mehrjährige krautige Pflanzen, die eine ungünstige Jahreszeit, zum Beispiel den Winter oder trockene Sommer, unterirdisch überdauern. Sie bilden dann bei günstigeren Verhältnissen aus unterirdischen Erneuerungsknospen (Wurzeln, Knollen, Zwiebeln) neue Triebe.

Die Frühlingsgeophyten der Laubwälder blühen so früh, weil dann noch viel Licht den Waldboden erreicht. Damit können die Pflanzen Photosynthese betreiben und genug assimilieren, um Früchte auszubilden. Damit müssen die Pflanzen weitestgehend fertig sein bevor der Lichtreichtum endet, wenn die Bäume mit dem Laubaustrieb beginnen.

Die hier gezeigten Aufnahmen sind alle vom 06. März 2026.

  • Weiße Pestwurz
    Weiße Pestwurz


Eine Besonderheit ist der Zinnoberrote Kelchbecherling, dessen Fruchtkörper vor allem zwischen Januar und April auf totem Laubholz zu finden ist.


Zinnoberrote Kelchbecherling oder auch Scharlachroter Prachtbecherling genannt.

  • Zinnoberrote Kelchbecherling

Auch die Vogelwelt ist hoch aktiv. So lassen sich verschiedene Meisen, Zaunkönige, Buchfinke, Singdrosseln und Waldbaumläufer vernehmen.

Anhand des letzten Fotos kann der ein oder andere bestimmt feststelle, wo die Aufnahmen für den Artikel entstanden sind.

Wächter der Wutach
Wächter der Wutach

Der Zuckerbäcker

Süsser Winkel Hüfingen 9.3.24 von Wolfgang Kleiser
Süsser Winkel Hüfingen 9.3.24 von Wolfgang Kleiser
Schwarzwälder Kirsch Torte
De Zuckerbeck von Hubert Mauz, gelesen von Maria Simon

De Zuckerbeck, am Siesse Winkel Eck

Es giht en Beck der no meh khaa
Drum fange mer vu vorne aa
Nuu Wecke, Halbwiess, Buurelaib
On woess vum Bache no meh bscheid

Es isch de Zuckerbeck, Conditor gnennt
Der hät bigott mords gschickti Händ
Im Kopf vill zuckrigi Rezept
Wa der alls khaa, Respekt, Respekt

Er doeget zerscht en Tortebode
Fürs Fundament muß mer ihn scho lobe
Wa dä druff kunnt, loset jetzt guet zue
Des haut di fascht scho us de Schuhe

I ville Häfe Zimt Zucker, Meähl
De Safran macht e Torte geäl
En Huufe Zuetate stond parat
Iidolt, gwoge, akkurat

Sie hohe Kunscht isch Schwarzwald Kirsch
Wer die genießt word zu me Hirsch
Sie Kaffeestub isch drum en Kult
Und Bsuecher lobets, voller Huld

Au Sachertorte hät er druff
De Duft verschleht der fascht de Schnuff
Schwarzbeer vu de Beerliewieber
En Torte Zauber, konn wid meh lieber

En Schoko Traum, so zart und fein
Sind d Pralinee, ob gross, ob klein
Au Nougat kha ganz guet der Maa
Nuu Feinback – Fraue kummet a den draa

Wa wär e Städtle ohni Zuckerbeck
Verzicht wär schad uffs Feingebäck
Drum lobet mir de Städtli Beck
Am Huefinger Siesse Winkel Eck

Was ein Zuckerbecker alles kann von Maria Simon, Alemannisch von Hubert Mauz

Was ein Konditor alles kann

Er kann backen wie ein Bäcker,
doch auch wie ein Apotheker
mengen, wiegen, extrahieren,
wie ein Stuckateur verzieren.

Er kann kandieren und gelieren,
aber auch noch modellieren,
macht Figuren aus Marzipan
wie`s aus Ton der Künstler kann.

Wie ein Maurer Stein auf Stein
dazwischen Mörtel streichet ein.
Mit zarter Krem, wenn`s ist vonnöten
streicht ein der Konditor Tortenböden

Er kann hobeln wie ein Schreiner
Schokospäne, so kann´s keiner.

Wie ein Gipser verputzt die Wände,
Torten überzieht er ganz behände.

Er entwirft ein Ornament
wie ein Grafiker das kennt,
spritzt dann aus `nem feinen Tütchen
schokoladig schmucke Hütchen.

Kunstmaler sind berühmt und bekannt
für ihre feinmotorische Hand.
Auch ein Konditor zeichnet mit Bravour,
er spritzt auf Torten Bilder mit Glasur.

Aus flüssigem Glase formt der Bläser,
formvollendet seine Gläser.
Auch der Konditor bläst mit Gefühl
aus Zucker ein schönes Formenspiel.

Schneidet der Konditor dann
zuallerletzt sein Kunstwerk an,
so muss es zart und locker, fein
verzehrbar mittels Gäbelchen sein.

Moderne Landwirtschaft

von Heinrich Musch aus Bad Schussenried

Die Welt versinkt im Chaos. Kriege, Unwetter, Hitze, Dürren, Ernteausfälle … usw., als habe die Endzeit begonnen. Bad news all over, so dass man´s bald nicht mehr hören mag.

Das sechste große Artensterben ausgelöst durch menschliche Dummheit und Gier. Vollzogen durch die Ausbeutung und Zerstörung der Biodiversität und natürlichen Ressourcen. Hauptakteur ist die  moderne Landwirtschaft oder besser gesagt die Industrielandwirtschaft und diese ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen. WELTWEIT! Nicht nur alle wildlebenden Tiere wurden durch diese raubtierhafte Bewirtschaftung nahezu ausgerottet bzw. dramatisch reduziert, sondern auch die Biodiversität im Gesamten zerstört. Gedeckt und gefördert wird dieses Treiben durch Lobbyismus, Scheinheiligkeit und dumme Profitgier.

Es scheint, als wären wir aller Instinkte beraubt, gepaart mit erschreckender Gleichgültigkeit. Wir sehen, wie sich z.B. eine Kulturlandschaft in eine Monokulturlandschaft verwandelt, und es ist uns schlichtweg egal. Wir spüren die Auswirkungen der Pestizideinsätze, aber ignorieren sie. Die Pestizide wirken heute systemisch, was bedeutet, dass auch die jeweilige Frucht selber toxisch wird. Wir sehen was auf uns zukommt und zucken noch nicht einmal mit den Schultern. 

Die Leidtragenden jedoch sind am langen Ende trotzdem wir. Immer mehr Krebstote, immer mehr Allergien, immer mehr Autoimmunerkrankungen … usw. Die Agrarlobby argumentiert, dass nur mit Pestizideinsatz Lebensmittelsicherheit gewährleistet werden kann. Das Gegenteil ist der Fall! Die vergifteten Böden können bereits heute nur noch mit massivem Einsatz von künstlichem Dünger überhaupt noch Ernteerträge erzeugen. 

Landwirtschaftsminister Özdemir verlängert z.B. nach Vorgabe der EU den Glyphosateinsatz um 10 Jahre. In einer Studie an 182 Stadtbewohnern aus 18 europäischen Ländern wurde bei 45 % der Teilnehmer Glyphosat im Urin nachgewiesen.  Besorgniserregend ist dies, da Glyphosat bereits in geringen Mengen menschliche Embryonal- und Plazenta-Zellen sowie die DNA von Menschen und Tieren schädigt: So stellte eine französische Studie fest, dass Glyphosat menschliche Zellen innerhalb eines Tages abtötet – und das selbst bei einer 100.000-fachen Verdünnung des Wirkstoffes. Zudem wirken viele Pestizide beim Menschen wie Östrogene und sind nachweislich für hormonbedingte Krebserkrankungen mit verantwortlich. Parkinson wird bei Landwirten zwischenzeitlich als Berufskrankheit anerkannt. Spinnen wir eigentlich?

Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Hauk forderte neulich, dass neue Pflanzenschutzmittel schneller zugelassen werden und dass bereits verbotene doch wieder verwendet werden sollten. Das macht sprachlos! Mit immer noch mehr Gift das heilen, was durch  Gift krank wurde. Respekt – das ist durchdacht! 

Fakt ist, dass ein Höfesterben in der ganzen EU stattfindet, mit dem Ergebnis, dass immer weniger Landwirte immer mehr Fläche bewirtschaften und sich die Höfe in landwirtschaftliche Großindustriebetriebe transformieren. Also immer mehr Tiere in Massenhaltung gehalten werden.  Seuchen, Krankheiten, Salmonellen und daraus resultierender Antibiotikamissbrauch sind vorprogrammiert. Immer größere Ackerflächen werden von noch größeren Maschinen bewirtschaftet. Bodenverdichtung, Monokultur mit allen Ausprägungen und Biodiversitätsverlust sind die Folge. Wie kann es zu solchen Fehlentwicklungen kommen, fragt man sich? Nun, wenn der europäische Präsident des Bauernverbandes mitunter einer der größten Nutznießer einer verfehlten europäischen EU Agrarsubventionspolitik ist, braucht man sich eventuell nicht wundern? Vollstrecker dieses programmierten Wahnsinns sind die örtlichen Landwirtschaftsämter, welche die restlichen Landwirte so lange reglementieren, schikanieren und zur Aufgabe zwingen, bis sie schließlich das Handtuch werfen. 

Es ist doch blanker Hohn von Biogas bzw. Bioethanol zu sprechen, wenn man weiß, dass dafür einerseits in Südamerika Urwald abgeholzt wird und sich Agrarbarone durch Anbau von Soja oder Palmöl dumm und dämlich verdienen. Aufbereitet, wird dieses nach Deutschland verfrachtet, dort unseren Treibstoffen beigemischt um dann von 10% Bioethanolanteil zu reden, welcher ein aktiver Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen sei! Wirkungsgrad in Richtung null! Haben wir eigentlich noch alle Tassen im Schrank? Das Mercosur Abkommen ist jetzt unterzeichnet, von all den scheinheiligen Politikern, wohlwissend, dass dies sowohl dem südamerikanischen Urwald als auch den europäischen Landwirten den endgültigen Todessstoß versetzen wird.

Andererseits ist unsere Produktion von Biogas nicht besser, eher (noch) schlimmer. Um die flächendeckende Zerstörung durch Produktion von Biogas zu sehen, brauchen wir nur vor die Haustüre zu schauen. Wiesen werden mitunter bis zu sechs mal im Jahr gemäht. Supertraktoren mit „Butterflymähwerken“ (welche Ironie!) mähen in etwa eine Schnittbreite von 10 Meter und das bei einer Geschwindigkeit von um die 20 km/h. Das überlebt kein einziges Tier! Kein Frosch, kein Insekt und keine sonstigen Wiesenbewohner. Was dort an Tieren noch nicht zerhäckselt werden sollte, wird anschließend auf den Feldern zu Tode vergiftet. Aber auch die Bodenbiodiversität wird durch das Biogaskonzentrat – ausgebracht als Gülle – vollkommen vernichtet. Eine bunt blühende Wiese verliert bereits durch ein einziges Düngen mit diesem Substrat sämtliche Blumen. Nach mehrmaligem Düngen überlebt nur noch Weidelgras diese Tortur und selbst dieses dünnt von Jahr zu Jahr mehr aus. Rechnet man dann noch den enormen Dieselverbrauch der Traktoren, die Verdichtung der Böden … etc. dazu, stellt sich doch die Frage, wie dieses Verfahren zur Bioetikette kommt?

Man kann feststellen, dass nicht nur vielen Landwirten, sondern uns allen, sowohl das Gefühl für die Natur, als auch der Respekt vor ihr, restlos verloren ging. Das hochgelobte Mercosur Handelsabkommen wird dem (Rest-)Urwald wohl nun endgültig den Garaus machen! Großgrundbesitzer, welche zur Ernte- und/oder Fleischerzeugung „nur“ ein Feuerzeug brauchen, dürfen ihre Produkte dann zu Billigstpreisen bei uns verhökern. Natürlich werden wir diese Billigprodukte kaufen  – Ideologien hören meistens an der Theke auf! Peter Hauk, baden württembergischer Landwirtschaftsminister, sagte vor kurzem, dass in 2024 weniger Pflanzenschutzmittel als in den Vorjahren eingesetzt worden seien. Das Gegenteil ist der Fall! Die neuartigen Neonicotinoide sind ca. 7000 (www.mellifera.de) mal wirksamer als beispielsweise DDT. Eine Kurzbeschreibung zu Neonicotinoide:

Neonicotinoide sind hochwirksame systemische Insektizide, die über Wurzeln oder Blätter in die gesamte Pflanze aufgenommen werden und Schädlinge (saugende und beißende Insekten) durch Störung ihres Nervensystems töten, wobei sie als Kontakt- oder Fraßgift wirken und lange anhaltend sind, was sie besonders effektiv macht, aber auch massive Risiken für Nicht-Zielorganismen wie Bienen, Hummeln und Vögel birgt, da sie schon in geringsten Mengen zu Orientierungsverlust, Reproduktionsstörungen und Massensterben führen können. Die Gifte sind natürlich auch im Fruchtkörper vorhanden, der von uns gegessen wird.

Eine Kettenreaktion der Vernichtung beginnt: 

Die Äcker werden mit Pestiziden behandelt. Diese gelangen auf Nachbargrundstücke, in Gewässer und ins Grundwasser. Bodenbiodiversität wird getötet. Insekten an Land und im Wasser sterben. Vögel und Fische sterben. Ökosysteme brechen zusammen. Soweit sind wir bereits! Auf diesen Moment aber warten die Spezialisten unter den Insekten, die mit den bisherigen Giften nicht getötet werden können. Glasflügelzikaden und Japankäfer, um nur mal zwei Beispiele zu nennen. Natürliche Fressfeinde sind keine mehr da, die Nematoden im Boden vernichtet. Das ist genau die Basis auf welche diese Generalisten unter den Insekten gewartet haben. Im Badischen geht´s übrigens bereits los. Immer mehr deutsche Landwirte sehen bereits ihre Existenz durch diese Insekten bedroht. Landwirtschaftsminister Hauk hat aber eine einfache Lösung: noch mehr Gift – noch schnellere Zulassungsverfahren – bereits verbotene Gifte aus dem Giftkeller holen … usw.

Anderes Beispiel: 

Die Tigermücke breitet sich rasant aus und hat nahezu keine Fressfeinde. Frösche, Molche … etc. sind fast vollständig ausgerottet. Die Tigermücke überträgt Malaria, Dengue-, Zika- und Chikungunya-Fieber sowie das West-Nil-Virus. Zudem kann sie bei Tieren auch Herzwürmer übertragen. Aus diesen Gründen schlägt BAYER Managerin, Chefin von BAYER CropScience Deutschland, Karin Guendel Gonzales, Alarm! Kurz gesagt empfiehlt sie einen höheren Pestizideinsatz. Mit (noch mehr) Gift retten, was durch Gift aus dem Gleichgewicht geriet! So ein Denkansatz macht sprachlos?

Die Tigermücke wird aber zunehmend resistent gegen die gängigen Insektizide. Bereits heute gibt es zwei nachgewiesene Mutationen. Und jetzt …. ?

Ein Mitarbeiter eines Landwirtschaft Amtes sagte, ich zitiere: „früher war alles so bunt und farbenfroh, weil es die Landwirtschaft noch nicht besser konnte!“ Was soll man darauf antworten?

Noch heute wird in den Landwirtschaftsschulen gelehrt, dass es eine „Spritzschande“ sei, wenn in einer Ecke eines Kornfeldes noch eine einzige Blume blühen würde und dass ein Pferd mit seinen Hufen den Boden stärker verdichten würde, als ein Traktorgespann mit 40 to. Gesamtgewicht – auf mm³ bezogen … etc.

Wo fängt ein Umdenken an? An der Ladentheke, an der landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim, in den Landwirtschaftsschulen oder in der Politik? Wann fängt ein Umdenken an?         Zu spät, dessen bin ich mir sicher. 

Um aber von all dem abzulenken nimmt statt dessen unsere Regierung die Bevölkerung auf´s Korn. So gestattet sie einerseits der Landwirtschaft die vollständige Ausrottung aller Insekten stellt aber das Töten z.B.: einer einzigen Wespe unter Strafe. Kann es sein, dass ein Ordnungsgeld bis zu 5000,-€ verhängt werden würde? Es werden Fledermaustunnel und Fledermausüberflugschneisen und weiß was Gott noch alles gebaut, koste es was es wolle, gestattet aber parallel die Vernichtung der Lebensgrundlage dieser Tiere – absurd!

Warum berichten Sie nicht über unsere Meere und der abscheulichen, gnadenlosen Ausbeutung derselben? Wie dort mit den Tieren umgegangen wird?

Warum berichten Sie nicht über die brutale Ausbeutung unserer Wälder? Wie dort mehrmals im Jahr mit modernsten Vollerntern buchstäblich alles kurz und klein geholzt wird. Ein Bild der Zerstörung. Falls aber ein Bürger im falschen Moment einen Baum einkürzt, drohen ihm bis zu 50.000,-€ Strafe, verhängt von einem Staat, der vorgibt Umweltstandards mit einem FSC Siegel zu setzen, welches zwischenzeitlich zu 100% IKEA gehört. Diese Firma ist hauptverantwortlich für die Abholzung des nahezu gesamten europäischen Urwalds. Natürlich unter Einhaltung der FSC Standards!

Ich weiß nicht, was mit uns allen los ist? Mir scheint, dass wir alle unserer Instinkte und eines normalen Menschenverstandes beraubt sind. Irgendwann stellt sich doch die Frage nach dem „Warum“! Warum sind wir, wie wir sind und warum machen wir all diese Dinge? 

In welcher Welt wollen wir zukünftig leben? In einer schrillen, lärmenden und zerstörten Welt ohne Tiere und Blumen? Das würden auch wir nicht überleben. Es ist für uns alle beschämend, dass wir diesen Zustand herbeiführen und anscheinend resignierend akzeptieren. Ein happy end jedoch wird das nicht geben.

Lassen Sie mich mit der Weissagung der Cree-Indianer enden:

„ Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch gefangen und der letzte Fluss vergiftet ist, werden wir begreifen, dass man Geld nicht essen kann. â€œ