Vielen Dank Pfohren und Hüfingen für die 148 kg Kronkorken!

Kronkorkenplakat am Sammelkörbchen vor meinem Küchenfenster

Am 12. Juni wurden 148 kg Koronkorken von Joachim Jantzen persönlich abgeholt:

Die Wege der Kronkorken wurden letztes Jahr in der Landesschau beschrieben und können in der Mediathek angeschaut werden:

Hannah und Thomas mit den Kisten voll Kronkorken
4 volle Kisten Kronkorken gingen am 17. März 2026 nach Bad Dürrheim.
Kronkorken mit Miriam Steup, Thomas Kring und Hannah Miriam Jaag
Übergabe der Hüfinger Kronkorken an Miriam Steup von den City Cleaners Germany – Schwarzwald-Baar am 3. November 2025

Kronkorkensammelstelle in Hüfingen für den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V.

Die Freunde der Natur Hüfingen haben seit 19. August in Kooperation mit den City Cleaners Germany – Schwarzwald-Baar eine Sammelstelle für Kronkorken eingerichtet:


Plakat für die Kronkorken Sammelaktion


Kronkorken können in die Kiste gelegt werden oder auch bei den Freunden der Natur Hüfingen abgegeben werden.

Sammelkörbchen vor meinem Küchenfenster

Die Kiste befindet sich vor unserer Geschäftsstelle bei Rosis Blumenstudio.

Wir werden diese dann zu gegebener Zeit nach Bad Dürrheim zu Miriam Steup von den City Cleaners bringen. Die Kronkorken dürfen aber auch gerne direkt nach Bad Dürrheim gebracht werden.

Miriam Steup vor einem Haufen Kronkorken

Miriam Steup im Sommer 2025 mit gesammelten Kronkorken

Der Erlös geht zu 100% an den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V.!

Frauenschuh

Liebe Bürgerpostleser,

wenn ich es recht im Kopf habe, war der Frauenschuh noch nicht thematisiert. Dieses Jahr bewegen mich zwei Dinge, über ihn etwas zu schreiben, erstens seine Vermehrungsstrategie und zweitens die Anzahl Blüten pro Stängel. Ich habe mich erinnert, vor langer Zeit, genauer gesagt, vor 20 Jahren dreiblütige Stängel auf dem Tannbüel an einer Stelle gesehen zu haben. Und tatsächlich, im Archiv habe ich zwei Bilder heraus fischen können.

Ich finde drei Blüten pro Stengel sind etwas besonders Schönes beim eh schönen Frauenschuh. Ich denke, das könnt ihr nachvollziehen.  Dieses Jahr waren dreiblütige Fehlanzeige, es waren zwar viele zweiblütige Stengel zu sehen, aber nicht eine einzige dreiblütige. Auch ein Aufruf im Status gab keine positive Rückmeldung. Vielleicht auch hier noch der Aufruf, wer so etwas zu Gesicht bekommt, es mir bitte mitzuteilen.

Dann hat Karl Wild aus Maichingen beim Rundgang auf dem Tannbüel das Bild geschossen und mich aufgeklärt, wieso diese Wildbiene, vermutlich eine Sandbiene im Frauenschuh hockt.

Wenn Ihr befürchtet, dass der Frauenschuh eine fleischfressende Pflanze sei, so gebe ich knallharte Entwarnung. Es hängt mit der Vermehrungsstrategie zusammen. Die Blüte lockt kleine Insekten durch Farbe und Duft an. Die schuhförmige Lippe der Blüte ist wie eine Falle: Das Insekt rutscht hinein und kann nicht direkt wieder heraus. Das wird Kesselfallen-Prinzip genannt. Beim einzigen Ausgang muss das Insekt an den Pollensäcken vorbei. Hat es vorher Pollen von einer anderen Frauenschuh-Blüte mitgebracht, bleibt dieser an der Narbe hängen und die Blüte wird befruchtet. Danach entsteht eine Samenkapsel mit sehr vielen winzigen Samen.

Das Bild zeigt eine solche Kapsel vom letzten Jahr mit einer zweiblütigen Pflanze von diesem Jahr. Das Insekt nimmt neue Pollen mit und kann weitere Blüten besuchen, in die Falle gehen und befruchten. Das nenn ich mal einen Oberhammer.

Vor 20 Jahren habe ich das Bild geschossen mit der Haarfliege im Kessel, jetzt erst verstehe ich, dass auch sie zur Befruchtung beigetragen. Ist das nicht fantastisch? Die Samen haben kaum Nährstoffe. Sie können deshalb nur keimen, wenn sie mit bestimmten Bodenpilzen zusammenarbeiten, was die Vermehrung schwierig macht.

Zusätzlich kann sich der Frauenschuh über sein unterirdisches Rhizom, das ist ein unterirdisch wachsendes Sprossachsensystem, ausbreiten und neue Triebe bilden. Interessant ist auch, dass der Frauenschuh sehr langsam wächst – oft dauert es mehrere Jahre, bis aus einem Samen eine blühende Pflanze entsteht.

Zu guter Letzt nochmals ein Hammerbild. Seht Ihr die veränderliche Krabbenspinne? Veränderlich deshalb, weil sie Ihre Färbung der Umgebung anpasst. Gelb auf Gelb, bestens getarnt. Offenbar weiß sie instinktiv, dass da Insekten vorbeikommen an der Frauenschuhblüte zur Befruchtung. Seht Ihr, wie sie für eine liebevolle, sprich tödliche Umarmung vorbereitet ist? Der Frauenschuhkessel ist voller Beutetiere, also Verhungern mußte sie garantiert nicht. 

Also die nächsten Tage ist die Vollblüte vorbei, trotzdem lohnt sich noch eine Besuch zum Beispiel auf dem Hüfinger Orchideenpfad, auf Tannbühl und auf Schopfeln Rehletal bei Hattingen.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Brigobanne glarea deserta est

Gerne möchte ich mal wieder darauf hin weisen, dass Schottergärten illegal sind. Schon im Jahr 2023 hatten wir die zuständige Behörde auf dem Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis angeschrieben und gebeten sich um den schlimmsten Schottergarten in Hüfingen zu kümmern.

Am 9. Juli 2023 schrieb ich folgenden Text an das Baurechtsamt:

Die Stadt Hüfingen hat leider keine Baurechtszuständigkeit, deshalb wendet sich der Verein Freunde der Natur Hüfingen e.V. an Sie. In Hüfingen ist vor einigen Jahren ein Schottergarten an der Donaueschinger Straße angelegt worden. Es ist zwar nicht der einzige in Hüfingen, aber mit Abstand der größte, heißeste und direkt an der Hauptstraße, also für jeden sichtbar. Der alte Baumbestand wurde hierfür damals auch entfernt, es ist gar nicht so lange her.

Das ist ein Verstoß gegen § 9 der Landesbauordnung BW.

Im Gegensatz zur verbreiteten Auffassung sind Schottergärten nicht erst seit 2019 verboten (Biodiversitäts-Stärkungsgesetz), sondern seit Inkrafttreten der Landesbauordnung. Wobei dieser Schottergarten sogar nach 2019 angelegt wurde.

Hier das Urteil vom Verwaltunsggericht vom Januar 2023:
https://kommunal.de/schottergarten-entfernen-gericht

Vom Baurechtsamt kam gleich am 8. Februar 2023 die Antwort, man würde sich kümmern. Am im Juni 2024 wurde nachgehakt und es kam am 12. Juni 2024 wieder die Antwort, man würde sich kümmern.

Haupsache die Kreisumlage stimmt und die hoch bezahlten Beamten bekommen ihre Pensionen.

Folgender Text war im Newsletter des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg im Jahr 2023 über „Gärten des Grauens vor Gericht“ von Dr. Gerhard Bronner (LNV-Vorsitzender)

Liebe Naturschützerinnen und Naturschützer,

das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen hat Schottergärten rückwirkend ab 1995 für illegal erklärt. Damals wurde in den Landesbauordnungen der folgende Passus aufgenommen: “Die nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke müssen Grünflächen sein, soweit diese Flächen nicht für eine andere zulässige Verwendung benötigt werden.“

Wir könnten uns nun mit einem „Haben wir doch gleich gesagt!“ zurücklehnen, aber das zaubert den bereits verbauten Schotter nicht weg. Immerhin ist nun entschieden, wer im baden-württembergischen Konflikt zwischen dem Umweltministerium und dem Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Recht hat.

Und wir können nun die Baubehörden auffordern, von den Schotterbesitzern eine Begrünung einzufordern.

Man kann zu Recht fragen, ob wir Naturschützer nichts Wichtigeres zu tun haben, als gegen ein paar Quadratmeter (in Summe: etliche Quadratkilometer) Schotter anzugehen, die sich über kurz oder lang ohnehin mit „Unkraut“ begrünen werden. Ich denke aber, es stellt sich eine kulturelle Frage. Wenn der Garten der Spiegel der Seele seines Besitzers ist, wie mag es dort aussehen? Es geht auch um die Deutungshoheit für den gesellschaftlichen Umgang mit der Natur: Wollen wir als Teil der Natur leben oder in Opposition zu ihr?

Wenn wir im Kampf gegen den Flächenverbrauch kleinere Baugrundstücke forderten, wurde uns entgegengehalten, die Leute wollten große Grundstücke und das trage doch zur Durchgrünung bei. Warum will jemand ein möglichst großes Grundstück und schottert dann die Hälfte davon zu?

Wird Ulf Soltau, der Schöpfer der Seite „Gärten des Grauens“, nach dem aktuellen OVG-Urteil arbeitslos? Das wird noch dauern. Denn nun kommt es auf die Kommunen an, das Verbot der Schottergärten auch konsequent umzusetzen. Die Unterstützung der Naturschutzverbände haben sie.

Wir sollten den unbekannten Beschäftigten eines Ministeriums ehren, der in den 90er-Jahren unbemerkt, aber sehr weitsichtig, den oben zitierten Passus in die Bauordnungen schmuggelte. Ob er geahnt hatte, was für Perversitäten der Gartengestaltung in den 2000er-Jahren Mode werden würden?

Störche auf St. Verena und Gallus

Storch auf St. Verena vor Vollmond

Fotos von Thomas Kring

Dieses Jahr gibt es zwei Jungstörche.

  • Storchennest auf St. Verena und Gallus am 15. Mai 2026. Storch mit zwei Babies
    Nest auf St. Verena und Gallus am 25. Mai 2026

16. Februar 2026

Dieses Jahr war der 1. Storch schon am 27. Januar auf dem Kirchturm und inzwischen ist auch seine Frau hier. Exakt am selben Tag, dem 16. Februar, wie letztes Jahr.

Störche auf Verena und Gallus
Störche auf Verena und Gallus
Störche auf Verena und Gallus
Störche auf Verena und Gallus
Störche auf Verena und Gallus

16. Februar 2026

Die drei Storchenkinder am 18. Juni 2025

Die Dohlen auf St. Verena wären auch mal einen Artikel wert.

Am 25. Mai 2025 während Hüfingen spielt.

Storchenkinder

am 30.Mai 2025

Seit 16. Februar 2025 sind sie wieder zu zweit.

28. Januar 2025

22.07.2024 von Thomas Kring

Dieses Jahr gibt es drei Jungtiere die alle gut durch das nasse Frühjahr gekommen sind.


Fertig zum Abflug in den Süden

Thomas Kring am 14. September 2022

  • viele Störche auf Dach


Thomas Kring am 29. Mai 2021

Gleich vier hungrige Schnäbel haben die Altvögel zu stopfen.

  • Storch mit drei Jungtieren auf Verena

Weißstorch mit dem später getöteten Kücken am 21. Mai 2020

Störche auf St. Verena und Gallus

Thomas Kring am 7. Juni 2020

Seit 2018 brüten auf einem Wasserspeier der Kirche St. Verena und Gallus in Hüfingen Weißstörche (Ciconia ciconia). Der männliche Storch ist beringt (AU333) und kam 2019 und 2020 nach Hüfingen zurück. 2020 war auch das weibliche Tier zu identifizieren: A1Y92. Zusammen haben sie dieses Jahr drei Eier bebrütet. Allerdings ist daraus nur ein Küken geschlüpft.

Dem ein oder anderen ist es in den letzten Tagen wohl aufgefallen: Seit Ende Mai sind die Weißstörche nicht mehr da! Nur gelegentlich schaut mal ein Alttier vorbei. Was ist also geschehen?

Anwohner beobachteten am Mittwoch, 27. Mai 2020, einen Hubwagen und jemanden, der sich am Horst „zu schaffen machte“. Der Mesner, darauf angesprochen, schaute aus dem Kirchturm ins Nest und stellte fest, dass dieses leer ist. Die nicht ausgebrüteten zwei Eier und das Jungtier sind weg!

Ein Telefonat mit dem Weißstorch-Beauftragten des Regierungspräsidium Freiburg brachte Klarheit: Bei seiner Kontrolle des Horstes lag dort ein totes Küken, aber keine Eier. Seiner Aussage nach kommt es bei den Störche immer wieder zu Konflikten. Im Zuge einer solchen Auseinandersetzung wurde das Jungtier wohl von einem rivalisierenden Storch getötet. Die beiden beringten Weißstörche sind aber wohl auf und noch auf der Baar unterwegs.

Nun hoffen wir, dass im nächsten Jahr AU333 wieder nach Hüfingen zurück kommt und mit A1Y92 oder einem anderen Partner das Brutgeschäft wieder aufnimmt.

Hier die Aufnahmen aus den Jahren 2018-2020

  • Storch
    30. Mai 2018

2018 gab es das erste Nest. Hier ein Foto vom 6. April 2018. Damals konnten wir uns nicht vorstellen, dass dies funktionieren kann. Weitere Fotos von 2018 bis heute unten.

6. April 2018

Auf der Wilden Weide: Wasserbüffelbaby schaut beim beim Suhlen zu

Seit dem Wochenende gibt es einen Unterstand und auch noch genug Wasser zum Suhlen bei der Hitze.

15. Mai 2026

Es ist ein Bub!

Auf der Wilden Weide in Pfohren gab es gestern eine große Überraschung mit der niemand gerechnet hatte.

Vielen Dank an Markus Handschuh für die Fotos!

Die «Wilde Weide Michelbrunnengraben»

Im Naturschutzgebiet Birken-Mittelmeß bei Donaueschingen-Pfohren entstand ein besonderes Naturschutzprojekt.

Ziel dieses Vorhabens ist es, durch extensive Beweidung eine vielfältige Landschaft mit Feuchtstellen, Offenlandbereichen und Flachufern zu entwickeln. Dadurch werden insbesondere bodenbrütende Vogelarten wie Kiebitz und Braunkehlchen gefördert und zugleich der Naherholungsraum der Gemeinde Pfohren nachhaltig aufgewertet.

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Freiburg, der Ortsgemeinde Pfohren sowie einem ortsansässigen landwirtschaftlichen Betrieb umgesetzt und ist ein bedeutendes Leuchtturmvorhaben in der Region.

Weideauftrieb der Wasserbüffel in Pfohren

15. April 2026

Heute war Projektstart und Weideauftrieb der Wasserbüffel.

Ortsvorsteher Gerhard Feucht kann zu Recht stolz sein auf die Pforener Landwirte

Hüfinger Trinkwasser-Reise

Blick auf den Auberg bei Hausen vor Wald
Blick auf den Auberg bei Hausen vor Wald

1. Version war am 9. Februar 2022

Vor 1903 gab es in der Stadt Hüfingen vier Pumpbrunnen, die allerdings den Bedarf nicht decken konnten, so dass ein Teil der Bevölkerung das „Kochwasser“ aus der Breg schöpfen musste. *

Pumpbrunnen 1876 neben der Lägel mit Elisabeth Heinemann (Grießhaber) und ihrer Cousine Marie Heinemann (Nober). Marie Heinemann war die Tochter von J. Nepomuk Heinemann und Elisabeth Reich.
Foto: J.N. Heineman

Bild aus der Hüfinger Chronik mit dem Brunnen

Die Statue des Johannes auf einem Brunnen in Hüfingen. Vermutlich der Johannes von der Kapelle auf dem Rotrain. Allerdings ist dies kein Pumpbrunnen.
Foto: 1886 J. Nepomuk Heinemann

Am Pumpbrunnen im Jahr 1930

1897 beschloss der Hüfinger Gemeinderat eine Hochdruckwasserleitung zu bauen und am am 24. Oktober 1903 konnte Hüfingen das Brunnenfest begehen. Die 1. Hochdruckwasserleitung wurde von den Dellinger Brunnen gespeist. *

Alter Hochbehälter beim Römerbad.

Am alten Brunnen neben der Lägel war aus Anlass des Brunnenfestes ein Plakat angebracht. Darauf hatte der Wagner Josef Rieger mit der Unterschrift „Die Unterstädter“ aus seiner Feder diese Verse schreiben lassen*:

Nimm zum Abschied unseren Dank.
Jahrzehnte lang spendetest du uns Trank.
Warst begehrt von jedem Weib.
Erhieltest gesund uns den Leib.
Manchem jungen schönen Mägdelein
verschaffteste du ein Stelldichein.
Daß du manchmal rochest schlecht,
sagt ein Nachbar. Ob mit Recht?
Stehst du einstens nicht mehr hier,
Sucht man Trost beim Lägelbier.

Josef Rieger

Wirtschaft zur Lägel 1928

Schafäcker und Wasserlanden auf einem Kartenausschnitt der LUBW.
Auf dem Furstück Schafäcker sieht man auch die zwei Tiefbrunnen.

Seit dem Bau des Kirnbergsees 1921 von der Stadt Bräunlingen nahm die Schüttung der Dellinger Quellen immer weiter ab. So entschloss man sich auf Hüfinger Gemarkung einen Tiefbrunnen zu graben. Nach einiger Suche fand man im Gewann „Wasserlanden“ eine Wasserader.*

Wo heute die Tiefbrunnen sind hieß damals allerdings Im Wangen. Der Schaafaecker war an der Ruckhalde – dort wo heute Donaueschingen einen Tiefbrunnen hat. Beim Hasenwäldle war eine Ziegelhütte. Nördlich der Sieren war ein Kalksteinbruch. Den sieht man heute noch. Unten die Karte von 1840 im Vergleich zu heute.

1840-2026 Hüfingen mit Open Street Map

Da in den 1950ern auch Hausen vor Wald und Mundelfingen eine bessere Wasserversorgung benötigten, entschloss man sich 1956 einen zweiten Tiefbrunnen zu graben und den Wasserturm zu bauen. Da dies alles sehr viel Geld kostete, nannte man den Hüfinger Wasserturm damals auch „Schuldenturm“.*

1956 gebauter Hüfinger Wasserturm.

Hüfinger Trinkwasser

Also nochmal von vorne:
Das Hüfinger Trinkwasser kommt aus zwei Tiefbrunnen auf dem Flurstück Schafäcker (oder Schaafäcker).

Tiefbrunnen auf dem Schafäcker

Probleme unseres Trinkwassers im Jahr 2017

Wasserchutzgebiet Schafäcker Nitrat-Problemgebiet 2025

Die Fabrikanalgen des Palmhofes über den Hüfinger Tiefbrunnen

Vielleicht wird nun dem ein oder anderen klar, warum wir im Jahr 2019 so sehr gegen die gigantische Erweiterung des Palmhofes gekämpft hatten. Die Qualität des Trinkwassers der Gesamtstadt Hüfingen hängt maßgeblich vom Wohlwollen der Stadt Bräunlingen ab. Dies war früher schon so, als Bräunlingen die Dellinger Quellen versiegen ließ und dies ist heute kein bisschen anders. Damals haben allerdings Hüfinger Bürgermeister und Gemeinderäte sogar vor Gericht (vergeblich) für unser Wasser gekämpft. Heute gibt es in Hüfingen fast niemanden mehr der sich für unser Trinkwasser einsetzten würde.

Aber zurück zum Thema.

Das Wasser aus den Tiefbrunnen wird in zwei Hochbehälter über Hüfingen gepumpt. Einer ist über dem dem Oberen Schosenhof (Mostschöpfle) auf dem Flurstück „Rauhschachen“. Den Wasserturm kennt wohl jeder.


Wasserhochbehälter (HB) Schosen

Von diesen „HB Schosen“ und dem Wasserturm wird mehr oder weniger die 72 km lange Leitung über die Ortschaften bedient.

So geht vom Wasserturm eine Leitung nach Sumpfohren und wird oben nach Behla abgezweigt.

Blick vom „Im Dreiangel“ bei Sumpfohren über den Wasserturm und die Eichhöfe.

Messstelle auf dem Hinnenberg von Sumpfohren.

Von Sumpfohren geht es zum Pumpwerk nach Behla. Dort wird wird das Wasser aus Fürstenberg vom Schächer ultrafiltriert.

In Fürstenberg ist die dritte Hüfinger Quelle die noch in Funktion ist: Die Schächerquelle mit dem Hochbehälter von 1976.

Die Schächerquelle mit dem Hochbehälter von 1976.

Leider hat wohl jemand vor Jahrzehnten ziemlich große Mengen Atrazin (ein Pflanzenvernichtungsmittel) verloren. Vielleicht erinnert sich jemand an das große Fischsterben im Rhein 1986, weil Atrazin über die Abwässer des Unternehmens Ciba-Geigy abgelassen wurde?

Atrazin ist seit 1. März 1991 in Deutschland verboten. Wie große Mengen davon auf den Fürstenberg gelangen konnten, ist bis heute ein ungelöstes Rätsel.

Auf jeden Fall hat die Stadt Hüfingen 2017 für 181 000 Euro eine neue Ultrafiltrationsanlage gekauft, um die Schächerquelle wieder nutzen zu können. Diese befindet sich nun in Behla, reinigt das Wasser und pumpt alles zusammen nach Hausen vor Wald.

Auch das Wasser vom Wasserhochbehälter Schosen kommt über das Hammeltlal über eine Messstelle nach Hausen vor Wald.

Hammeltal mit Blick auf den Wasserturm

Messtation an der B31 beim Hammeltal

Pfaffenhölzle bei Hausen vor Wald.
Hier kommt von Osten die Leitung aus Behla mit dem Wasser aus der Schächerquelle Fürstenberg und aus dem Wasserturm und vereinigt sich mir dem Wasser von Norden aus dem Hochbehälter Schosen das über das Hammeltal nach Hausen vor Wald geleitet wird.

Das gesamte Wasser aus der Ringleitung wird den Kohlwald herauf gepumpt in den Mundelfinger Hochbehälter.

Zentrale Wasserversorgung der Stadt Hüfingen
Hochbehälter Kohlwald 750 cbm
Eröffnet 15.08.1975

Ich muss also die Mundelfinger enttäuschen. Obwohl ihr hinter der Wasserscheide lebt, seid ihr in punkto Trinkwasser durchaus auch „Donauquelland“.

Mundelfingen
Hier kommt hinter der neuen Kohlwaldhütte die Wasserleitung ins Dorf

Hiefinger Wasserleitunge

* aus der Chronik der Stadt Hüfingen von August Vetter 1984

Baumschutzsatzung für Hüfingen

Die Freunde der Natur Hüfingen hatten schon im September 2025 bei der Stadt und auch beim Gemeinderat eine Baumschutzsatzung vorgeschlagen. Dies wurde von den CDU und SPD Fraktionen durchaus positiv gesehen und auch unterstützt.

Vielen Dank an dieser Stelle an die zwei größten Fraktionen für ihre Unterstützung für die Hüfinger Natur!

Eine Baumschutzsatzung sieht vor, dass Bäume mit einem Stammdurchmesser von 20 cm oder mehr nur mit einem „vernünftigen Grund“ beeinträchtigt oder gefällt werden dürfen. Typische Gründe sind zum Beispiel Gefahrenabwehr (kranke oder umsturzgefährdete Bäume) oder baurechtliche Maßnahmen.

Bild vom Frank noch mit dem letzten der Bäume der schon halb zerstört wurde und die gerodete Fläche vor dem Hotel. Der Himmel wurde in dramatische Farben geändert.

Mit einer Baumsatzung hätte die Stadt die Bäume am Frank nicht in einer Nacht- und Nebelaktion umsägen dürfen. Es wäre zwar durchaus möglich gewesen, aber nicht ohne dies vorher zu begründen.

Leider hat die Stadt Hüfingen bisher kein Interesse an einer Satzung für unsere Bäume gezeigt und ich möchte hier nochmal meine Enttäuschung darüber ausdrücken.


Vogelführung

Liebe Bürgerpostleser, 

habt Ihr eine Vorstellung davon, wie viele Vogelarten man sehen und/oder hören kann bei einer gut dreieinhalbstündigen Exkursion? Als mögliche Hilfestellung gebe ich bekannt, dass es weltweit etwa 10.000 Vogelarten gibt. In Deutschland kennt man etwa 250 Brutvogelarten. Und wie viele haben wir am Samstag, den 9. Mai ab 7 bis 10.30 Uhr erleben dürfen? Die tolle Anzahl von 50 Arten. Hättet Ihr das gedacht? 

Die Exkursion wurde organisiert von den Freunden der Natur Hüfingen. An den Start gingen elf Personen. Die Umrundung des Hüfinger Riedsees war das Exkursionsareal. Die ersten gut 1,5 Stunden waren von Nebel begleitet und mit 3° Celsius war es recht frisch, so dass nur zwei mit dem Fahrrad anreisten. Das Hören aus dem Nebel war zu Beginn der wichtigste Sinn. Hilfreich war, dass einige Teilnehmer Vogelstimmenapps zur Hand hatten. Aber man durfte sich nicht voll darauf verlassen, es wurde zum Beispiel die Heidelerche genannt, die aber nicht zu sehen/hören war. 

Thomas Kring hat mit seinem starken Tele die Aufnahmen unten gemacht. Auf den Bildern ist u.a. ein brütendes Bläßhuhn auf einem Schilfnest und ein Flußregenpfeifer, der seine Eier ausbrütet. Nachdem wir merkten, dass er sich gestört fühlt, sind wir weitermarschiert. Auf einem Bild ist ein Rohrammermann, der wegen seines Gesangs auch Rohrspatz genannt wird. Er ist auf Schilf und Röhricht als Lebensraum angewiesen. Im Wald und auf der Heide sucht man ihn vergebens. Thomas hat eine Wiesenschafstelze super beim Tanz für die Erlangung der Gunst des Weibchen erwischt. Zum Schluß ist ein Biber durch den Riedsee geschwommen, logischerweise kein Vogel, aber wann sieht man schon einmal einen Biber? Es ist zumindest mein erster.  

  • Am Riedsee beim Vogelspaziergang


Wenn Ihr Lust habt, geht die alphabetische Liste von Amsel bis Zaunkönig durch und überlegt, welche Arten ihr erkannt hättet im Sehen aber auch im Hören. Eine solche Vogelführung schafft Sicherheit im Bestimmen und im Erkennen von Rufen und Gesängen. Wer in Sachen Vögel etwas dazulernen möchte, kann sich freuen, als Teilnehmer mitzugehen. Hocherfreut waren wir, den Kuckuck zu hören, weil das heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Erwähnenswert sind Zilzalp und Fitis, die nur über den sehr unterschiedlichen Gesang zu unterscheiden sind.

Bei der Führung 2025 waren nur 43 Arten zu benennen, dieses Jahr 50. Womit hängt das zusammen? Ganz einfach, weil das Landschaftsgefüge dieses Jahr vielfältiger war mit Wald, See und Freiflächen als 2025 im Hammeltal. Je reicher strukturiert eine Landschaft, desto mehr Arten können existieren. 

Vielleicht habe ich Euer Interesse geweckt, dann macht mit bei einer Führungen z.B. am Tag der Artenvielfalt da gehts ins Hammeltall und den Hüfinger Orchideenwald: https://www.freunde-der-natur-huefingen.de/veranstaltungen/

Falls sich auf diesen Beitrag jemand meldet, könnte man überlegen, spontan ein Angebot zu machen.

Herzliche Grüße

Franz Maus

Trockenstress im Plattenmoos?

Wann endlich blüht das Wollgras denn wieder im Plattenmoos, so fragte ich mich dieses Frühjahr im Vorbeiradeln zum soeben in Vollblüte stehenden „Rosenbaum“, dem spektakulären, uralten Wildapfelbaum im (ansonsten heute weithin baumlosen) Tannheimer Gewann Rosenbaum. Eigentlich müsste der vom Weg aus zu überblickende Randbereich des Hochmoors doch jetzt schneeweiß erscheinen. Nachschauen also im heimischen PC, wo ja bekanntlich alles fein säuberlich datiert wird, auch was sich an Fotos über die Jahre hinweg angesammelt hat. Richtig: vom 15. Mai 2022 stammt das letzte Wollgrasfoto, daneben unverkennbar die rauborkige Moorbirke und die abgestorbene Kiefer.

Wollgrasblüte im Frühjahr 2022
Wollgrasblüte im Frühjahr 2022

Doch dieses Frühjahr scheint sich das Wollgras rar gemacht zu haben – kein weißer Teppich, nur einzelne schüttere Blüten sind auszumachen inmitten störrischer Riedgras-Bulten. Reste eines Weidezauns stehen und liegen noch umher, die vor vier Jahren noch fehlten. Demnach muss die Fläche zwischenzeitlich ja wohl mal beweidet worden sein: eine Naturschutzmaßnahme? Für das Wollgras offenbar ein Flop, zumal sich statt seiner nun der Faulbaum ausgebreitet hat, auch er ein Hochmoorbewohner, doch kann sein Gedeihen hier ja wohl nicht Zweck der Übung gewesen sein. Was also mag die eigentliche Ursache sein für die Verdrängung des Wollgrases? Ist es eine Spätfolge der sich seit 2018 häufenden Trocken- und Hitzejahre, womöglich im Zusammenwirken mit dem Stickstoffeintrag aus der baarweiten Agrarindustrielandschaft? Oder hatte die Beweidung, die inzwischen offenbar wieder aufgegeben worden ist, die falsche Wirkung erzielt im Schutzgebiet? Und falls ja, lässt sich der Schaden reparieren? Könnten gar die Tannheimer im angrenzenden Quellschutzgebiet zu viel Wasser entnommen haben?

Im Frühjahr 2026 Faulbaumbewuchs statt Wollgras
Im Frühjahr 2026 Faulbaumbewuchs statt Wollgras

Hätte ich vor vier Jahren nicht die Kamera gezückt angesichts der weißen Blütenpracht, wer weiß, ob ich diesmal gestutzt und das Ausbleiben des Wollgrases überhaupt bemerkt hätte. Wie mag sich unterdessen das Zentrum des Hochmoors weiterentwickelt haben, wo den Mooren heutzutage doch als CO2-Senken eine überlebenswichtige Funktion zukommt. Wächst das Torfmoos noch und wächst es wieder, nachdem dort jahrhundertelang Torf zu Heizungszwecken gestochen worden ist, ehe der Bau der Schwarzwaldbahn den Umstieg auf fossile Brennstoffe ermöglicht hat, auf Kohle, Öl und Gas? Nichts erscheint uns daher heute vordringlicher, als die Ertüchtigung von Mooren und Wäldern – zumal wenn sie auch noch schön anzuschauen sind.

Wollgras im Frühjahr 2022
Wollgras im Frühjahr 2022