Warzenbeißer ist das Insekt des Jahres 2026

Die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main gab dies bekannt. Sie erklärte, der bis zu vier Zentimeter große Warzenbeißer stehe exemplarisch für die bedrohte Insektenvielfalt in halbtrockenen Wiesenlandschaften.

Warzenbeißer Foto: Thomas Kring
Warzenbeißer
Foto: Thomas Kring

Seinen Namen verdankt der Warzenbeißer einem alten Volksglauben. Man war überzeugt, dass der kräftige Biss und der „scharfe Saft“ des Insekts Warzen heilen könnten. Auch der Lebenszyklus des Warzenbeißers ist spannend. Die Weibchen legen im Spätsommer und Herbst 200 bis 300 Eier im Boden ab, manche überdauern dort bis zu sieben Jahre. Schlüpfen dann diese „Spätzünder“, brauchen die Larven viel Wärme und Sonne, um zu überleben. Auch wenn die Jungtiere sich in hoher Vegetation vor Fraßfeinden verstecken, ist die Sterblichkeitsrate sehr hoch. Erwachsene Tiere sind von Juni bis Oktober aktiv, am häufigsten im August. Neben pflanzlicher Nahrung sind sie vor allem räuberisch und jagen andere Insekten. Obwohl Decticus verrucivorus flugfähig ist, bewegen sich die tagaktiven Tiere vor allem mit kräftigen Sprüngen. Mehr Infos beim Nabu: Warzenbeißer

Natur nah dran nimmt Form an

Der Bauhof war wieder fleißig gestern. Vielen Dank! Bin gespannt, wie sich alles entwickelt.

Fläche vor dem Tor am 04.12.2025
Fläche vor dem Tor am 04.12.2025
Fläche vor der Brücke am 04.12.2025
Fläche vor der Brücke am 04.12.2025

Die Winterlinde, die uns Guido Wolf geschenkt hat, steht jetzt vor dem Leänedli!

17. November 2025

Am 17. November wurde die Winterlinde gepflanzt die uns Guido Wolf bei seinem Besuch am 12. Mai versprochen hatte. Hüfingen hat jetzt eine Linde vor dem Leänedli!

Winterlinde kommt vors Leändli

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„Einverstanden, Herr Hofgärtner, bin ganz Eurer Meinung“, sagte der Feldwaibel, „und bedaure nur, daß der alte Brauch mit Pflanzen von Linden so ganz abzukommen droht. Denn abgesehen von den Gemeindelinden ist keine Kirch, kein Kirchhof, keine Kapell oder Schützenhaus gewesen, wo früher nicht Linden hingepflanzt worden sind. – So ein Lindenbaum aber ist für den Landmann eine kleine Apothek, wo er den Lindenblütentee umsonst haben kann, für die Immen im Frühling aber eine wahre Honigweid. – Und daß auch der Holzbildhauer am liebsten zum Lindenholz greift, wenn er etwas Schönes machen will, ist bekannt.“
Lucian Reich 1853 im Hieronymus

Die Winterlinde wird vors Leändli gepflanzt

Die Freunde der Natur Hüfingen bedanken sich herzlich bei Guido Wolf für die Winterlinde am Friedhof und ein besonderes Dankeschön geht an den Bauhof, Michael Sproll und Johannes Geißler für die Umsetzung von Natur nah dran.

Am Tor und Friedhof kann man Anfang November schon was sehen, hier wurde der Boden vorbereitet:

Natur nah dran Fläche am 7. November 2025
Bauhofmitarbeiter vor dem Stadttor
10. November 2025
Natur nah dran Fläche

Projektbesprechung Natur nah dran mit Naturgartenplaner

28. Mai 2025

Am 28. Mai war Projektbesprechung mit dem Naturgartenplaner Sebastian Frey, Katja Wörner vom Nabu, dem stellve. Bauhofleiter Alexander Huber und unserem neuen Biotopbeauftragtem Johannes Geißler.

Es sind einige Orte rausgefallen und dafür ist ein Ort vorne beim H-Kreisel dazu gekommen. Ich werde unten die Beschreibungen aktualisieren.



Guido Wolf informiert sich über Natur nah dran




Am 12. Mai 2025 besuchte uns Guido Wolf, um sich über das Projekt zu informieren.

Die Stadt Hüfingen wird mit Unterstützung des Projektes „Natur nah dran“ Grünflächen mit Wildpflanzen in insektenfreundliche Blumenwiesen und Säume umwandeln.
In 2025 wurden 15 Kommunen (von ca. 35 Bewerbern) ausgewählt an diesem vom Umweltministerium BW geförderten Projekt teilzunehmen. Am 29. April 2025 führte der NABU in Singen eine erste Schulung für die teilnehmenden Kommun durch. Für die Stadt Hüfingen nahmen Tanja Geyer (Stellv. Bauamtsleiterin) und Michael Sproll (Leiter Bauhof) sowie Thomas Kring (Freunde der Natur Hüfingen e.V.) teil.

Michael Sproll, Tanja Geyer und Thomas Kring

Worum es geht?

Das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ von NABU und dem Land wird durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten.

Die Stadt Hüfingen hat sich hier letzten Herbst beworben und am 11. März gab es die Pressemeldung, dass wir unter den Gewinnern sind: https://rp.baden-wuerttemberg.de/neue-natur-nah-dran-kommunen-ausgewaehlt.

Im Schwarzwald-Baar-Kreis war bisher nur Bad-Dürrheim 2024 erfolgreich. Unser Bürgermeister und das Bauamt haben dies fast ganz alleine geschafft, lediglich die Freunde der Natur Hüfingen e.V. haben bisschen geholfen.

Das soll gemacht werden

Wir haben 6 Orte in der Kernstadt Hüfingen vorgeschlagen bei denen wir Hilfe brauchen etwas daraus zu machen. Was gemacht wird können wir noch nicht sagen, deswegen brauchen wir ja Hilfe. Ich möchte hier aber zuerst mal die 6 Orte vorstellen, damit jeder weiß worum es geht. Hoffentlich kann ich dies dann über das Jahr ergänzen.

Ort zwischen Landesheim und Mühlebach

Zwischen dem Mühlebach und dem Landesheim befindet sich so etwas wie eine Wiese/Rasen. Diese könnte man in eine dauerhafte Wildblumenwiese umwandeln.

Ort am Tor

Um das Tor werden jedes Jahr die Beikräuter entfernt und dann vorgezogene Pflänzchen im 50er Jahre Flair gepflanzt. Diese arbeitsintensive und auch langweilige Gestaltung soll durch adequate Wildstauden ersetzt werden.


Ort Kleiner Park um den Gedenkstein der Heimatzunft


Hier wird der Rasen angepasst und eventuell gibt es neue Wildstauden oder Büsche.


Ort beim Spielplatz „Schari“ an der Hohenstraße


Hier wird etwas für das Jugendhaus angelegt neben den Hütten. Wir wollten hier klein anfangen, da wir befürchten es wird zerstört werden.


Ort beim Hüfingen Kreisel, Aldi

Hier soll eine dauerhafte Blumenwiese angelegt werden.

Unsere interkommunale Eiche wurde gefeiert!

Eine Tafel für die Eiche!

Michael Sproll (Bauhofleiter), Johannes Geißler (Biotopbeauftragter), Dr. Hans Joachim Blech (Naturschutzwart a.D.), Henry Probst (Reparatur-Café), Irene Schenzinger (Umweltgruppe Südbaar), Reinhard Isak (Stadtrat)

Die Freunde der Natur Hüfingen bedanken sich herzlich bei der Umweltgruppe Südbaar und dem Reparatur-Café Donaueschingen für die interkommunale Eiche auf dem Plattstein.
Die Eiche steht für Resilienz und auch für Kraft, Beständigkeit, Weisheit sowie Langlebigkeit.

Einweihung Stieleiche

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Herbst 2025

Der Feldahorn auf dem Flurstück mit dem Namen Plattstein musste gefällt werden, da er fast schon tot war. Keine Ahnung, warum der gestorben ist, aber in letzter Zeit habe ich ähnlich kranke Feldahorn gesehen. Vielleicht ist es eine Krankheit oder es war eine Trockenheit.

Das Flurstück ist auf Hüfinger Gemarkung am Rand zu Allmendshofen.

Stieleiche über Hüfingen
Die Umweltgruppe Südbaar und das Reparatur-Café Donaueschingen haben uns diese interkommunale Stieleiche geschenkt.
Der sterbende Feldahorn über Hüfingen
Der sterbende Feldahorn über Hüfingen im August 2025
Baumstumpf über Hüfingen
Der gefällte Baum
Flurstück Plattstein. Hier soll die interkommunale Eiche hin.

Hüfinger Leuchtturmprojekt  zerhäckselt

Leserbrief von Heike Boeke im Südkurier am 3. Dezember 2025
Leserbrief von Heike Boeke im Südkurier am 3. Dezember 2025

Es fing alles so schön an! Der Kauf des Hotels Frank durch die Stadt Hüfingen und der im SÜDKURIER am 28.11. vorgestellte strukturierte Projektentwicklungsprozess beginnt mit einem Vernichtungsfeldzug gegen fast 100jährige Bäume die in der Vergangenheit Tieren eine Heimat, Menschen beim Feierabendbier Schatten und als grüne Lunge Staub und Partikel aus der Luft gefiltert haben. Bei dieser Größe mehr als 100 Kilogramm pro Jahr. Während andere Städte solche Oasen erst mal wieder herstellen müssen wird in Hüfingen gesägt. Obwohl noch überhaupt keine Planung zur Nutzung und städtebaulichen Ausgestaltung vorliegt, wurden gesunde Bäume, die sicherlich in das zukünftige Areal mit eingeplant hätten werden können, ohne Grund gefällt. Kein guter Anfang eines Projektes, das eigentlich für Hüfingen ein Leuchtturmprojekt hätte sein können. Und auch, wenn irgendwo eine Ausgleichsmaßnahme als Feigenblatt der Verwaltung durchgeführt wird – 100 Jahre Geschichte sind unwiederbringlich verloren. Kein Ruhmesblatt und sicherlich nicht zum Nachmachen geeignet. Hüfingen sagt Danke für den Verlust einer weiteren grünen Oase im Ort.

Heike Boeke

Das Gashaus zum Bahnhof wurde bereits im Jahr 1897 eröffnet und ging 1930 von Gustav Adolf Fehrenbach an seine Tochter Frieda Maria Frank (03.07.1904-24.02.1945) und ihren Mann Adolf Frank (14.05.1893-?).

Postkarte: Hüfingen, Gasthaus zum Bahnhof. Ehemaliges Hotel Frank von 1930
Gasthaus zum Bahnhof. Postkarte von 1930
Landgasthof Frank Logo
Landgasthof Frank Logo
Anna Höfler (16.04.1855-13.09.1931) und Josef Frank (01.05.1852 – 31.10.1923)
Umzugswagen vom Gashof Frank am 11. Februar 2002
Umzugswagen vom Gashof Frank am 11. Februar 2002

Alte Bäume am Frank wurden grundlos gefällt

In der Gemeindratssitzung am 16. Oktober und 20. November ging es um die Projektentwicklung. Der Gemeinderat hat auch einstimmig beschlossen, dass das Hotel abgerissen wird. Damals schon schrieb ich: Ganz gleich, welche Maßnahmen umgesetzt werden, bitte ich darum, die alten Bäume zu erhalten und ihr Umfeld als naturnahe Grünfläche zu gestalten – mit einem Spielplatz im Grünen und einer wilden, naturbelassenen Ecke.

Diese Bitte hat der Bauamtsleiter wohl dahingehend aufgefasst, möglichst schnell Tatsachen zu schaffen. Er hat die Bäume vorsorglich gleich mal fällen lassen.

Letzter Baum vor dem Frank der heute auch noch fallen soll.
Letzter Baum vor dem Frank der heute auch noch fallen soll.
Platt gemachte alten Bäume vor dem Frank am 27. November 2025
27. November 2025

Der nächste Starkregen wird uns die Quittung dafür geben. Aber dann kann der Bauamtsleiter nach dem Fällen und Versiegelen einer weiteren Lieblingsbeschäftigung , dem Kanalbau, nachgehen. Wir wissen ja, Spitzenabflüsse müssen reduziert werden.

Gasthof Frank am 3. Februar 2021 mit den alten Bäumen.
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von apple maps.
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Garten vom Gashof Frank am 1. Oktober 2021
Ein Bauer und Gretel in Tracht vom Malermeister Herbert Labor
Gashaus Frank am 21. Oktober 2021
Gashaus Frank am 21. Oktober 2021
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.

Gasthof Frank am 01. Oktober 2021

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Mehr zum Fischadler

Liebe Bürgerpostleser, 

Kommentare zum Beitrag unten über den Fischadler am Roten Meer sind Anlass, drei Punkte über den herrlichen Vogel aufzugreifen.

Punkt eins ist die Situation, wie der Kerle auf dem Geländer sitzt, und zwar auf einem Fuß. Jemand befürchtete, dass er nur einen Ständer, wie der Fuß in der Fachsprache genannt wird, besitzt. Was denkt Ihr? Nein, er hat zwei Füße, der andere ist ins Gefieder eingezogen. Hier war ChatGPT sehr hilfreich: Fischadler würden – wie andere Greife – sehr häufig auf einem Fuße stehen. Es gäbe drei Gründe dafür, zur Wärmeregulierung, zur Entspannung der Muskulatur und bei der Ruhehaltung beim Sitzen.
Reiher sieht man auch oft auf einem Beine stehen.

Punkt 2: An Menschen gewöhnte Fischadler.
Das war spannend, werte Leser. Denn es gibt zwei Gegenden, in denen die Fischadler sich so an die Menschen gewöhnt haben, dass Rita Schorp das Bild überhaupt schießen konnte. Die eine ist Florida mit seiner sehr großen Fischadlerdichte und die zweite kennen wir bereits, das Rote Meer in Ägypten.
Christoph Piela schreibt in https://naturfotografen-forum.de/o735924-Fischadler: „Beim Tauchurlaub in Ägypten waren doch tatsächlich drei Fischadler, die im Bereich unserer Hotelanlage ihr Jagdrevier hatten. Sie gingen in einer Badebucht auf Fischfang. Die Tiere wurden von Gästen und Angestellten in Ruhe gelassen, so dass man sich ihnen, ohne sie zu stören, bis auf wenige Meter nähern konnte. Dabei haben die Vögel einen kaum registriert und schauten weiter konzentriert aufs Wasser nach Fischen in der Nähe der Oberfläche. Bis jetzt konnte ich dieses Verhalten nur in Florida beobachten“.
Na wer sagts denn. Auch ChatGPT hat die Sache mit Florida bestätigt. Aber, aufgemerkt, ich habe kein solch aussagekräftiges Bild für die Vertrautheit von Mensch und Fischadler gesehen, wie es Rita auf dem Bild gelungen ist. Deshalb ihr nochmal ein herzlicher Glückwunsch dazu.

Was sagt Ihr zu diesem Bild? Das ist Punkt 3 des Beitrags. Dieses Bild ist mir gelungen am 7. April 2013, also vor über 12 Jahren beim Durchzug des Greifes Richtung Norden. Es zeigt nicht nur einen, sondern zwei Fischadler, ich vermute beim rasanten Balzflug über dem Unterhölzer Weiher. Bedingt durch tagelangen Nebel mussten die beiden Glückseligen im Gebiet blieben, sie konnten nicht weiterziehen und feierten statt dessen Hochzeit.

26. November 2025

Liebe Bürgerpostleser,

zur Zeit in Ägypten am Roten Meer Urlaub zu machen, ist sicherlich keine schlechte Sache. Wir beneiden unsere Nachbarn etwas, vor allem, als Rita Schorp diese Bilder geschickt hat. Sie wollte wissen, was das für ein Vogel ist. Mir kam es wie die Kugel aus dem Gewehrlauf, ein Fischadler. „Und Du bist so nahe an ihn herangekommen“? Eine holländsche Mittouristin konnte sich auch so nähern, der Fischadler machte keinen Muckser. Da muss man erstmal durchschnaufen, finden Sie nicht auch, ein absoluter Oberhammer. Otto Körner interpretierte das Bild so: „Ist das Ritas Haustier und handzahm“? Er machte wohl ein Spässchen. 

Ich muss etwas ausholen. Gibt es in Ägypten überhaupt Fischadler? Ja antwortete ChatGPT, es gibt etwa 40 Brutpaare vor allem am Roten Meer. Es gibt aber deutlich mehr Durchzieher vor allem im Herbst aus dem Norden ins Überwinterungsgebiet südlich der Sahara und ein Teil bleibt auch als Wintergast, vor allem am Roten Meer. Also das wäre geklärt. Ein Detail ist in dem Zusammenhang vielleicht noch wichtig, ist das Prachtexemplar ein Jung- oder ein Altvogel? Ein Blick in den Neuen Kosmos Vogelführer zeigt anhand des Weiß auf den Flügeln, es ist ein Jungvogel von 2025, denn die Altvögel sind ganz ohne Weiß im Oberflügelbereich. Habt Ihr bereits eine Ahnung einer Erklärung? Auf jeden Fall hat der junge Fischadler noch keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht. Vielleicht wurde er in einer menschenleeren Ecke von Skandinavien ausgebrütet, vielleicht aber auch in Ägypten am Roten Meer. Es kann sein, er überwintert hier, es kann aber auch sein, dass er nach einer Weile weiterzieht.

Fischadler in Ägypten

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Die ersten vier Bilder sind abends kurz vor Sonnenuntergang entstanden. Seine Augen sind stark fokusiert auf die Wasseroberfläche. Hatte er möglicher Weise noch keine Beute gemacht und brauchte dringend einen Fisch für die Abendmahlzeit? Normaler Weise rütteln sie über Wasser und stürzen im Sturzflug auf einen Fisch im Wasser. Ob die Entfernung von der Brücke ausreichen würde, um Beute machen zu können? Ich weiß es nicht, könnte es mir aber vorstellen. Vielleicht will er aber einfach nur seine Ruhe haben. Seht ihr wie er sicher auf einem Bein steht? Die Klauen sind schon gewaltig. Interessant ist, dass die hintere sehr beweglich ist. Die sei hilfreich beim Fischfang. Ja, was kann man zu dieser Geschichte sagen? Ich finde hammermäßig. Bild 4 und 5 zeigt ihn auf einer Fahnenstange sitzend, die Aufnahmen sind vom 24. November 2025, fünf Tage nach den anderen Bilder. Vielleicht bleibt er ja dort.

In Deutschland gibt es vor allem im Osten etwa 20 mal so viele Brutpaare wie in Ägypten, Tendenz steigend. In Bayern sind es 16 und in Baden-Württemberg seit 2023 bei Rastatt eines, das zweimal erfolgreich mit fünf Jungen gebrütet hat. Dieses Jahr hat vermutlich ein Baummarder die Eier gefressen. Es sind im Ländle 30 Nistplätze eingerichtet worden, na wenn das nicht fruchtet.

Übrigens, durch die Baar sind zur Zugzeit regelmäßig Fischadler zu sehen. Hier Fotos von Thomas Kring vom Zollhausried am 05. April 2024:

Fischadler im Zollhausried

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Erinnert Ihr Euch an den Disney Tierfilm, in dem ein Vielfrass die beiden bereits großen Jungvögel erledigt hat? Das ist mir sehr im Gedächtns hängen geblieben. 

Vielen Dank Rita für die Bilder für diesen Beitrag.

Unten noch einige Fotos von einem Fischadler in Korsika am 19. Juni 2023 von Thomas Kring:

Fischadler Korsika

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Herzliche Grüße
Franz Maus

Zitterpappel: Baum des Jahres 2026

Ende eines Sommers
Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume!
>Günther Eich; 1954/55; Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1973, 1991

Diesmal hat das Kuratorium Baum des Jahres eine weise Wahl getroffen: Als ob die jüngste Weltklimakonferenz nicht eine Zitterpartie gewesen wäre! Angesichts des so deprimierenden Anstiegs der Erderwärmung, mutmaßlich bereits über die 1,5°C-Grenze hinaus aufgrund der weiter ansteigenden CO2-Emissionen bei zugleich nachlassenden politischen und gesellschaftlichen Bemühungen zu deren Eindämmung, herrscht ein Zittern und Zagen vor dem nächsten Extremereignis: Wann immer es dann eintritt, zittern die Menschen vor Angst wie Espenlaub. Die Zitterpappel (Populus tremula L.), auch Espe oder Aspe genannt, und das Zittern ihrer langgestielten Blättchen schon beim leichtesten Luftzug ist so charakteristisch für diese Baumart, dass der Volksmund ihr Laub gleichsetzt mit unserem Verhalten in Angstsituationen. 

Und auch sonst passt diese Baumart perfekt in unsere krisengeschüttelte Zeit: Sie ist mit ihrem weitfliegenden Samen (neben Birken, Ebereschen und Salweiden) unsere wichtigste „Pionierbaumart“, wie geschaffen zur Reparatur von Schadflächen in den gestressten, von Trocknis, Brand und Borkenkäfern geschädigten Wäldern. Wobei ihr die weite „eurosibirische“ Verbreitung zustattenkommt, passend von den Auewäldern über die kollinen und montanen Zonen hinweg bis in alpine Höhen hinauf. Weil Wälder hierzulande zuallermeist intensiv bewirtschaftet werden, trifft man den Baum des Jahres 2026 am ehesten noch an verhagerten und untersonnten Waldrändern an oder auf lichten, felsigen oder moorigen Extensivstandorten sowie in Flurgehölzen. Pionierbaumarten dienen dem Ökosystem als  Nährstoffpumpen wie als Schutzschirm über spätfrost- und hitzegefährdeten Jungpflanzen der nachfolgenden Waldgesellschaft. Espenlaub vermodert nicht nur rasch zu Humus, es ernährt auch eine Vielzahl von Schmetterlingsarten. Zwar wird der Baum nicht sonderlich alt und mächtig, doch ist sein weiches Holz besonders beliebt bei Buntspechten, die sich hier leichter tun beim Anlegen ihrer Bruthöhlen.  Sehr zu Recht weist die Schirmherrin für den Baum des Jahres 2026, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Silvia Breher, darauf hin, dass die Zitterpappel eine wahre Anpassungskünstlerin und Allrounderin unter unseren heimischen Baumarten ist und „eine unverzichtbare Helferin bei der Wiederbewaldung“. Sie stehe für Vielfalt, Lebenskraft und Erneuerung. 

Schon nach den verheerenden Orkanschäden gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde im Staatswald Baden-Württembergs daher per Ministerialerlass die Devise ausgegeben: jetzt nur keine überstürzten Pflanzaktionen auf den entstandenen Kahlflächen! Vielmehr sollten die Selbstheilungskräfte des Waldes genutzt werden – im Klartext: Es soll abgewartet werden, bis sich die raschwüchsigen Pioniere als Helfer in der Not von allein eingefunden und ausgebreitet haben.

Neben ihrer ökologischen Rolle tritt in Mitteleuropa die Verwendung von Zitterpappelholz längst in den Hintergrund, so leicht es durch seine geringe Dichte und seine Weichheit auch zu bearbeiten sein mag. Wie alle Pappelhölzer hat es eine geringe Witterungsbeständigkeit und ist überdies anfällig für Schädlinge, sodass es allenfalls in der Papier- und Zellstoffproduktion gefragt ist. Doch in größeren, wirtschaftlich relevanten Kontingenten ist Zitterpappelholz hierzulande ohnehin nicht zu haben. Auch für die Herstellung von Zündhölzern oder Zahnstochern taugen eher hybride (aus Züchtungen mit Ausländersorten hervorgegangene) Wirtschaftspappeln. Und die Zeiten, als die Schneflerzunft aus Pappelholz noch Holzpantoffeln fertigte, sind längst vorbei.

Was für die Bevölkerung aber in neblig-trüben Herbst- wie in Krisenzeiten kaum weniger zählt als der bloße Nutzwert, ist die ästhetisch überaus reizvolle, gar tröstlich empfundene Herbstverfärbung: vorwiegend in leuchtendem Gelb, mitunter jedoch auch in flammendem Rotorange. Im laublosen Winterzustand erscheinen Zitterpappeln dann silbrigweiß und unterscheiden sich damit noch immer deutlich von allen sonstigen Baumkronen.

Ein Trost spendender Baum: passt der etwa nicht perfekt in unsere Gegenwart?

Verglühender Herbst: Zitterpappeln am Kirnbergsee
Verglühender Herbst: Zitterpappeln am Kirnbergsee
Nach dem Laubabwurf: Zitterpappeln am Rand der Jungviehweide
Nach dem Laubabwurf: Zitterpappeln am Rand der Jungviehweide

Vielen Dank Hüfingen für die Kronkorken!

Kronkorkenplakat am Sammelkörbchen vor meinem Küchenfenster

Die erste Ladung konnte schon nach Bad Dürrheim abgegeben werden.

Kronkorken mit Miriam Steup, Thomas Kring und Hannah Miriam Jaag
Übergabe der Hüfinger Kronkorken an Miriam Steup von den City Cleaners Germany – Schwarzwald-Baar

Kronkorkensammelstelle in Hüfingen für den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V.

Die Freunde der Natur Hüfingen haben seit 19. August in Kooperation mit den City Cleaners Germany – Schwarzwald-Baar eine Sammelstelle für Kronkorken eingerichtet:


Plakat für die Kronkorken Sammelaktion


Kronkorken können in die Pappkiste gelegt werden oder auch bei den Freunden der Natur Hüfingen abgegeben werden.

Sammelkörbchen vor meinem Küchenfenster

Die Kiste befindet sich vor unserer Geschäftsstelle bei Rosis Blumenstudio.

Wir werden diese dann zu gegebener Zeit nach Bad Dürrheim zu Miriam Steup von den City Cleaners bringen. Die Kronkorken dürfen aber auch gerne direkt nach Bad Dürrheim gebracht werden.

Miriam Steup vor einem Haufen Kronkorken

Miriam Steup im Sommer 2025 mit gesammelten Kronkorken

Der Erlös geht zu 100% an den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V.!

Neue Leiterin vom GVV-Umweltbüro

Zum Jahresbeginn 2026 übernimmt Wiltrud Siegfried aus Hüfingen die Leitung des GVV-Umweltbüros.

Die Bauingenieurin hat an der TU Kaiserslautern studiert, wohnt seit 5 Jahren in Hüfingen und möchte künftig stärker Brücken schlagen – zwischen Verwaltung, Ehrenamt und Landwirtschaft.

Von der neuen Leiterin erhoffen sich die Mitgliedsgemeinden neue Impulse für den Umwelt- und Naturschutz, eine offenere Kommunikation und eine bessere Vernetzung der Projekte in der gesamten Region.

Wir haben mit ihr über ihre Pläne, Ziele und den Blick auf die kommenden Aufgaben gesprochen.

Wiltrud Siegfried am Mühlebach
Wiltrud Siegfried ab Januar 2026 Leiterin des GVV Umweltbüros

Fragen an die neue Leiterin des GVV-Umweltbüros

1. In den vergangenen Jahren war die Zusammenarbeit zwischen dem Umweltbüro und den ehrenamtlich Engagierten nicht immer ganz einfach.
Was möchten Sie anders machen, um künftig ein besseres Miteinander zwischen Haupt- und Ehrenamt zu erreichen?

2. Nach außen war vom Umweltbüro bisher eher wenig zu hören.
Wie wichtig ist Ihnen eine aktive Öffentlichkeitsarbeit – und planen Sie, den Austausch auch mit dem ehrenamtlichen Naturschutz und dem BLHV stärker zu suchen?

3. Der Schwerpunkt der bisherigen Arbeit lag deutlich in Donaueschingen.
Werden künftig auch die anderen Mitgliedsgemeinden mehr Beachtung finden – etwa durch die Vorstellung von Projekten in Gemeinde- oder Ortschaftsratssitzungen?

4. Sie sind die wahrscheinlich die Erste im Umweltbüro, die nicht in Donaueschingen wohnt.
Wie empfinden Sie das – eher als Nachteil oder vielleicht sogar als Chance, mit einem neuen, unabhängigen Blick auf die Region zu schauen?

Das 1. Fröhliche Hüfinger Kippenpulen

Beim 1. Fröhlichen Hüfinger Kippenpulen hatten die Freunde der Natur Hüfingen schlagkräftige Hilfe von den City Cleaners Germany – Schwarzwald-Baar-Kreis mit Miriam Steup und Georg Bentele aus Bad Dürrheim. Dank ihrer Hilfe ist die Hauptstrasse jetzt kurzfristig hübscher anzuschauen und das Kippenpulen wurde richtig fröhlich. Wir werden es im Frühjahr wiederholen und bis dahin haltet bitte unsere Umwelt sauber!

alle fünf vor dem Kirchturm
Miriam Steup, Thomas Kring, Hannah M Jaag, Norbert Deininger, Georg Bentele
gesammelte Kippen in Hüfingen
Kippenhaufen vor Gully

Jede einzelne achtlos weggeworfene Kippe verseucht unser Wasser, schädigt Bodenorganismen, tötet Amphibien und Insekten. Die Nanopartikel mit den Toxinen und das Plastik belasten unsere Umwelt dauerhaft.

Poster Umweltproblem Zigarettenkippe
600 Kippen in Messbecher
Cellulose-Acetat Fasern auf Straßen und Wegen
Kippen vor Gully
stopp! Kippen

Hüfingen Kippenfrei!

Hüfingen im Mai 2025

Liebe Hüfingerinnen,
liebe Hüfinger,

es ist mir ein großes Anliegen, dass Zigarettenkippen nicht mehr in der Natur und auch nicht auf der Straße entsorgt werden!

Deswegen haben wir ein kleines Projekt mit Taschenaschenbecher gestartet.


Im Rahmen dieses Projektes haben wir Taschenaschenbecher auf einschlägigen Bänken verteilt. Diese dürfen gerne gefüllt oder auch mitgenommen werden.

Des weiteren gibt es unser Taschenaschenbecher zu verschenken:

  • Im Krokodil
  • In Rosis Blumenstudio
  • In der Tourist-Info

Genaueres kann man auch auf der Webpage der Freunde der Natur Hüfingen nachlesen:
Hüfingen kippenfrei

Vorher, währenddessen und auch nach dem Rauchen: Menschen, Amphibien, Fische, Insekten, Pflanzen – alles Leben wird beeinträchtigt.
Bitte haltet unsere Umwelt gesund!

Inhalsstoffe von Tabak

Infos von: proRauchfrei

Teer

Teer verklebt die Flimmerhärchen in den Atemwegen und der Lunge. Dadurch bedingt kann beispielsweise Staub nicht mehr abgehustet werden. Als Folge davon lagern sich Staubpartikel und daran haftende Schadstoffe und Krankheitserreger in den Atemwegen und der Lunge ab.

Teer wird u. a. im Straßenbau verwendet und wurde im Jahr 2002 im Zusammenhang mit dieser Anwendung als überwachungsbedürftiger, gefährlicher Abfall eingestuft (Abfallschlüssel 17 03 01 – kohlenteerhaltige Bitumengemische).

Bei einem täglichen Konsum von einer Schachtel Zigaretten nimmt die Lunge im Laufe eines Jahres etwa die Menge Teer auf, die eine handelsübliche Teetasse fassen kann.

Quecksilber

Quecksilber wirkt u.a. als Zellgift auf Proteine, daher sind lösliche Verbindungen des Quecksilbers giftig. Quecksilber-Dämpfe gelangen z. B. durch die Schleimhäute und über die Lunge in den Körper und werden im zentralen Nervensystem sowie in der Niere eingelagert, wo sie ihre toxische Wirkung entfalten. Bei einer chronischen Quecksilber-Exposition kommt es zu Mattigkeit, Schwindel, Schlaflosigkeit, Gedächtnisschwund, Abfall der Konzentrationsfähigkeit, Übererregbarkeit, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen, Zittern, Haarausfall und Depressionen.

Quecksibler wird industriell u. a. im Bereich der Schädlingsbekämpfung und bei Spezialleuchtmitteln eingesetzt. Früher wurde Quecksilber auch bei der Herstellung von Amalgamplomben verwendet. Bei der Zigarettenherstellung wird Quecksilber zur Reinigung der Tabakblätter eingesetzt.

Auf normalem Wege tritt bei regelmäßigen Fischessern eine erhöhte Queck-silberkonzentration auf. Besonders belastet sind hier Hai, Schwertfisch, Markrele, Marlin und Thunfisch (Stand 5. 2. 2003). Auch in Gemüse ist in den letzten Jahren ein Ansteig der Quecksilberbelastung nachzuweisen (bedingt durch Schädlingsbekämpfungsmittel) – besonders belastet sind Blattgemüse.

Arsen

Arsen ist ein Element der Stickstoffgruppe, zusammen mit den ebenfalls giftigen Elementen Phosphor, Antimon und Bismut. Arsen hat halbmetallischen Charakter, wobei es in seinen metallischen Eigenschaften zwischen Phosphor und Antimon steht. Wie Phosphor ist es als Stickstoffgruppenelement sehr reaktionsfreudig und kommt in vielerlei organischen und anorganischen Verbindungen vor.

In der Natur vorkommend findet man das goldgelbe Arsentrisulfid, das unter dem Namen Auripigment oder Rauschgelb von Malern als Goldersatz verwendet wurde. Da die so gemalten Bilder eine gewisse Giftigkeit verbreiteten, wird es heute in geschlossenen Räumen nicht mehr benutzt.

Organische Arsen-Verbindungen wurden vor der Penicillin-Ära zur Chemotherapie der Syphilis und verschiedener Protozoen-Erkrankungen benutzt. Damit war Arsen eines der ersten Antibiotika (anti: gegen, bios: leben, z. B. Salvarsan). Es bringt Kleinstlebewesen, besonders Parasiten, schnell den Tod. Leider zu leicht auch dem Wirt. Diese Eigenschaft von Arsen, sich gerne an Parasiten und anderen Mikroben zu vergreifen, war lange Zeit Grund für eine der hauptsächlichen gewerblichen Verwendungen von Arsen: Es wurde und wird noch in Pflanzenschutzmitteln eingesetzt. Dabei können Rückstände zu schädlichen Anhäufungen auf Obst, Früchten und sogar im Tabak führen. Im Tabak war es (zumindest bis 1951) in zunehmendem Maße vorhanden (1932: 12,6 Mikrogramm, 1951: 42 Mikrogramm). Dort erhöht es die anderen kanzerogenen Eigenschaften der Zigaretten.

In folgenden Industriezweigen ist Arsen zu finden: Arzneimittelherstellung, Bergbau/Hüttenwesen, Druckereitechnik, Lederwarenherstellung, Sprengstoffindustrie; außerdem ist Arsen Bestandteil von Klärschlämmen und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Die Toxizität von Arsen und seinen Verbindungen ist unterschiedlich. Metallisches Arsen und schwer lösliche Sulfide sind fast ungiftig, während 3-wertiges Arsen hoch giftig ist. Beim Einatmen von Arsendämpfen werden Schleimhautreizungen, Lungenödeme, Störungen der Nieren- und Leberfunktionen verursacht. Eine Vergiftung äußert sich in Hautreizungen, Kopfschmerzen oder sogar in Tumorbildung.

Cyanide

Cyanide sind Salze der Blausäure (Cyanwasserstoffsäure), die das giftige Cyanid-Anion enthalten. CN sind industriell im Bergbau/Hüttenwesen, in der Metallverarbeitung und Galvanik, in Schädlingsbekämpfungsmitteln, in Farben und Lacken sowie in Erdöl und Kohle zu finden. In diesen Betrieben sind die CN besonders in den Abwässern eine Problemsubstanz. Cyanide wirken toxisch, wenn Blausäure durch Hydrolyse freigesetzt wird, der entstandene Cyanwasserstoff wirkt durch Lähmung des Atemzentrums sofort tödlich.

Cyanide sind für Menschen und Tiere, insbesondere Fische. aber auch Algen hochgiftig. Nach Auskunft des Umweltbundesamtes kann freies Cyanid schon bei einer Konzentration von 40 Millionstel Gramm (Mikrogramm) pro Liter Forellen töten.

Blausäure

Blausäure, also Cyanwasserstoff, ist eine farblose, nach Bittermandeln riechende, sehr giftige und schnellwirkende Substanz, die über die Blockade von Atmungsenzymen die Verbrennung des Sauerstoffs in den Zellen verhindert. Die Wirkung der Blausäure führt damit zu einer Art innerem Ersticken.

Es sei erwähnt, dass bei der Verbrennung von Polyurethanen, also von zahlreich verwendeten Kunststoffen, Blausäure freigesetzt wird. Daher können u. U. sogar Wohnungsbrände zu tödlichen Blausäurevergiftungen führen. Dabei gilt als Faustformel, dass von den dabei entstehenden giftigen Gasen rund 1/3 Kohlendioxid/Kohlenmonoxid, 1/3 Rauchgase und 1/3 Blausäure sind. Ansonsten kommen Vergiftungen mit Blausäure in der metallverarbeitenden und chemischen Industrie, bei der Schädlingsbekämpfung sowie bei der Verschwefelung organischen Materials vor. Weiterhin enthält Tabakrauch teilweise erhebliche Blausäurekonzentrationen.

Nitrosamine

Nitrosamine kommen in der Umwelt des Menschen in vielen Bereichen, u.a. auch in Nahrungsmitteln, Tabak, Kosmetika, Bedarfsgegenständen aus Latex u.a.m. vor (exogene Belastung).

Auch im menschlichen Organismus selbst ist eine Nitrosaminbildung möglich (endogene Belastung), da sowohl die Umwelt als auch die Nahrung nitrosierbare Amine und nitrosierende Stoffe enthält (z. B. Nitrit oder Stickoxide). Bei diesen Substanzen handelt es sich um „Vorläufer“ der Nitrosamine, die erst nach dem Übergang aus dem Produkt in den Speichel oder Magensaft des Menschen durch chemische Reaktion mit Nitrit zu den krebserzeugenden Nitrosaminen umgewandelt werden können.

Die krebserzeugende Wirkung beruht auf reaktiven Metaboliten der Nitrosamine im Stoffwechsel, die mit der Erbsubstanz DNA reagieren, sie dadurch schädigen und Tumore auslösen können. Beim Menschen ist aufgrund der niedrigen Dosierung die Latenzzeit sehr lang, sodass ein kausaler Zusammenhang schwierig zu beweisen ist.

Eine grundsätzlich unschädliche Konzentration kann für Nitrosamine ebenso wenig wie für andere krebserzeugende Stoffe ermittelt werden. Jedoch nimmt die mutmaßliche kanzerogene Wirkung ab, wenn die aufgenommene Menge abnimmt. Heute stellen neben Tabakrauch vor allem Gewürze, gepökelte Fleischwaren und geräucherter Bacon (Frühstücksspeck), denen zwecks Umrötung und Konservierung Nitritpökelsalz zugesetzt wurde, die Hauptnitrosaminquelle dar.

Eine detaillierte Auflistung gibt es auf den Seiten vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: https://service.bmel.de/tabakerzeugnisse/

Tabakanbau

Kinderarbeit im Tabakanbau ist sehr gefährlich und weltweit verboten. Trotzdem arbeiten in allen bedeutenden Tabakanbauländern Kinder auf den Feldern.

Kinder auf den Feldern

Allein in Malawi arbeiten etwa 78.000 Kinder auf den Tabakplantagen. Aber auch in Brasilien, Indonesien, den USA und anderen Ländern ist Kinderarbeit im Tabakanbau weit verbreitet.

Kinder ab 5 Jahren bereiten Saatbeete vor, indem sie Felder umgraben und Bäume fällen. Sie jäten Unkraut auf den Feldern, sie düngen den Tabak und sie sprühen Pestizide, ohne Schutzkleidung zu tragen.

Bei der Ernte der grünen Tabakblätter setzen sie sich der Gefahr einer Nikotinvergiftung aus. Denn sie nehmen das Nikotin aus den Blättern durch die Haut in den Körper auf. Schon eine kleine Menge des Nervengifts führt bei ihnen zur Nikotinvergiftung: Die Grüne Tabakkrankheit verursacht Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel und Schwächeanfälle.

Kinder in Malawi nehmen bis zu 54 Milligramm Nikotin pro Tag über die Haut auf, zeigt eine Studie von Plan International. Das ist soviel Nikotin wie in 50 Zigaretten enthalten ist.

Mehr Infos bei Unfairtobacco: https://unfairtobacco.org


Nashornkäfer

Liebe Bürgerpostleser,

schaut, was ich Euch heute anbieten kann, den Nashornkäfer. Nicht weil ich ihn gefunden hätte, sondern weil Frau Marion Wagner aus Abtsgmünd mir Ende Juni 2025 die Käferbilder schickte. Eigentlich wollte ich damals schon etwas schreiben, aber Marion meinte, wir sollten abwarten, ob sich nicht auch Larven fänden. Dann am 28. September kam die freudige Nachricht, dass eine Larve aufgetaucht ist. Ich hab kurz vorher gedacht, ob das noch etwas wird. Manchmal gibt es so etwas wie Gedankenübertragung, Tage später schickte Sie mir noch weitere zwei jüngere Larven. 

Jetzt, was sagt man dazu? Hat jemand schon diesen imposanten 4 cm langen Käfer, gesehen? Ich schätze, die wenigsten von uns. Was denkt Ihr, ist es ein Männchen? Ja, so ist es. Hat das Weibchen auch Hörner? Nein hat es nicht. Hier gibt es Fotos: https://www.natur-in-nrw.de/HTML/Tiere/Insekten/Kaefer/Scarabaeoidae/TK-3326.html.

Die Frage, wie das bei Nashörnern ist, steigt automatisch in den Fokus. Was meint Ihr? Also KI gibt als Antwort: „Beide Geschlechter tagen Hörner, die der Weibchen sind typischerweise länger und dünner als die der Männchen“. Die Weibchen schützen damit ihre Jungen, und was die Männer machen, bedarf keiner Erklärung. 

Nun zum Nashornkäfer. Der Grund, wieso er selten zu sehen ist, liegt daran, dass er sich bei Tag nicht blicken läßt, er ist dämmerungs- und nachtaktiv. Marion hat ihr Exemplar auch nur gefunden, weil es tot war. Kurzer Einschub, wie lange leben die großen Käfer wie zum Beispiel Hirsch- und Moschusbockkäfer? Vier bis sechs Wochen, also relativ kurz. Die Ernährung der erwachsenen Nashornkäfer ist bisher nicht ganz geklärt. Wenn sie in ihrem kurzen Leben überhaupt Nahrung aufnehmen, ernähren sie sich vermutlich von Baumsäften. Lang ist dagegen die Larvenzeit, beim Nashornkäfer drei bis fünf Jahre je nach den Umweltbedingungen. Man muss sagen,  der Mensch hat die Lebensbedingungen für ihn deutlich verbessert durch große Sägemehlhaufen an Sägewerken und anderen holzverarbeitenden Betrieben, durch Haufen von Rindenmulch und durch Komposte. Früher war er angewiesen auf den Mulm abgestorbener großer Bäume. Das gibt es nur noch selten. Das Bild unten zeigt das Gartenbeet von Marion, mit Pferdeäpfeln seit drei Jahren aufgefüllt. Sie freut sich am reichen Ertrag der Zucchini und Paprikapflanzen. Dort hat sie die Larven gefunden

Die Larve ist in der Lage, Zellulose zu verdauen. Allerdings hat man im Darm keine Enzyme gefunden, die zum Abbau aber nötig sind. Man hat festgestellt, dass sich im Enddarm eine Gärkammer befindet, in der Bakterienarten den Abbau vornehmen. Jetzt kommt ein Hammer: Die Larven verdauen zum Teil diese Bakterien, was für sie zur Proteinquelle wird.

Marion, Dir ein dickes Dankeschön für die Überlassung der Bilder. Dadurch wurde dieser Beitrag möglich.

Herzliche Grüße
Franz Maus