Hieronymus Kapitel 5

Hieronymus Kapitel 5

12. Oktober 2020 0 Von Hannah Miriam Jaag

Der Besuch in der Stadt

Fünftes Kapitel in unserer Podcast Reihe, gelesen aus dem Hieronymus von Lucian Reich:


Hier stellt sich Lucian Reich wieder deutlich auf die Seite der Landfahrer und läßt Hieronymus und seine Freunde beten, dass zumindest ihr “bester Freund und Lehrmeister” nicht aufgegriffen wird.

Später in Hüfingen trifft Hieronymus das erste mal auf Helena, die Tochter des Herrn Oberamtsrates und er geht danach mit seinem Vetter, dem Feldwaibel nach Donaueschingen auf einen Spaziergang.

Selbstverständlich wird die Donauquelle besichtigt und der jahrhundertalte Streit um die “richtige” Quelle wird diskutiert. Die Argumente waren vor 200 Jahren genau die gleichen wie heute und der Feldwaibel entscheidet, dass die Donau ihren Ursprung hier in der Baar habe, wo das “wässrige Kleeblatt gleichsam zu einem Stiel zusammenwachst”.

Dann gehen die beiden zum Hofgärtner und besichtigen die Gewächshäuser. Er erzählt ihnen, dass die fürstliche Regierung einen Befehl ergehen lasse, zur Bepflanzung der Landstraßen mit Obstbäumen. Dem Feldwaibel gefällt die Idee, aber er meint, dass die Bauern das nicht wollen, da es für “sie nichts Schöneres gebe als so ein glatter Fruchtösch, Feld an Feld wie ein Schachbrett”.
Der Hofgärtner mein hierzu: “Hätt ich aber zu befehlen, so müßte mir jeder Bauer wenigstens ein halbes Duzend Obstbäume in jeden Acker pflanzen”.

Dieses bis heute leidige Thema läßt sich auch an der Geschichte der Naturfreunde Hüfingens sehen. Der Vater von Lucian Reich, Luzian Reich senior, hatte zusammen mit dem Musiker Johann Nepomuk Schelble und anderen in der Hüfinger Anlage einige Bäume gepflanzt. Der Hauptteil selber aber wurde 1821 von wütenden Bauern zerstört. Baaremer Bauern scheinen traditionell etwas gegen Bäume zu haben, auch wen diese nicht auf ihrem Land stehen.

Später geht der Feldwaibel mit Hieronymus das Schloss in Hüfingen besichtigen, das zu der Zeit nur von einem Verwalter bewohnt war.

Am Ende des Kapitels wird der Pfingstritt der Knechte und Roßbuben beschrieben, an dessen Ende der Pfingsthagen in den Brunnen geworfen wurde.

Wir freuen uns über mehr Erkenntnisse zu diesem Podcast in den Kommentaren!

Ich wünsche allen viel Freude beim Anhören des Podcasts und habt bitte Nachsicht mit meinem “Gestammle”, ich bin Wissenschaftlerin und immer noch des amerikanischen besser geläufig, als des allemanischen des vorletzten Jahrhunderts.

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Mehr zum Hieronymus gibt es hier: