Di jung Donau

Di jung Donau von Gottfried Schafbuch

Bild von Donaueschingen von Martin Menrad 1680
Die jung Donau von Gottfried Schafbuch gelesen von Maria Simon
Foto von einem Bild von Donaueschingen mit St. Johann und Brigach

Vernehm liischt du i de Windle.
D’Modder Boor giit uff dech acht.
Zwischet Schloß und hohne Kerchderm
lehrt si ’s Laufe dier ganz gschlacht.
Kum kascht du e kleinweng tripple,
Duet mer scho vill Ehr dier aa.

Nitt nu d’Wiege ischt e Kunschtwerk;
au din Tempel nebedra.
Dor de Park duescht no scharwenzle,
’s bruddlet d’Briig mit dier vergnüegt.
Luschtig rännt dier d’Breg vergege.

… Jetz häscht du din Taufschii kriegt.
Khäb am Ufer sitzt dert d’Modder,
seit bhüet Gott! mit bsorgtem Blick.
’s Läbe word zmol ernscht, muescht schaffe.
’s ischt verbei di Kinderglück.

Bild von Karl Merz mit Pfohren und der alten Brücke

Gell, de Abschiid macht dech truurig,
uß de Boor duescht härb doch gau.
Villmool guckischt z’ruck a d‘ Wiege,
kehrscht dech um und bliibscht gearn schtau.
I de tränefiichte Auge
spieglet Treppegibel sech.

Foto der Entenburg in Pfohren

D’Enteborg di groii, duet winke,
Duuerli begleitet dech.
Mengi Mülli muescht scho triibe,
schpitzscht und hopsischt iber d’Wehr.
Wenn im Friehling d’Berg sech siibret
dnzischt gearn no kriiz und quer.

D’Schwoobe duescht du ’s meeschtmool ergre,
glii wenn due am Gränzpfohl schtohscht.
Häscht du ebbis uffm Kerbholz,
daß dech b’sinnscht ob zu’ne gohscht?

Badisch bischt und meechscht’s halt bliibe,
machscht bockboanig und verschliifscht,
kriichscht no untererdisch wiiters,
guckischt, daß du badisch bliibscht.
’s Hegi witt du oafach sähne.
Kunnscht als Trotzkopf z’Aach i d’Höh,
leischt din Name ab, du Kaibli,
und verdlaufscht in Bodensee.

Gottfried Schafbuch (03.01.1898 – 23.10.1984)

Schneckenhauskäfer

Liebe Bürgerpostleser,

das ist wieder so eine Geschichte, kann ich Euch sagen. Um halb zwei am 15. Juli 2026 entdeckte ich das Getier auf der Nordseite an unserer Hauswand. Ich dachte mir beim Anblick absolut nichts Spektakuläres. Als aber Goggle Lens zum Bild folgendes ausspuckte, „es handelt sich um die Larve eines Schneckenhauskäfers. Diese Larven sind Schneckenräuber und ernähren sich von Schnecken, oft auch in deren Häusern“. 

Schneckenhauskäfer, Larve und Ernährung der Larven von Schnecken oft auch in deren Häusern? Ein absoluter Hammer finde ich. Wer hat das schon einmal gehört oder gesehen? Wenn gesehen, dann vermute ich, dass keiner solches vermutet hat. Für mich jedenfalls hat es zugetroffen. Man muss eben immer mit etwas Besonderem rechnen und den Foto dabei haben. Und dran denken, Google Lens darüberlaufen lassen, dann dürfen solche Dinge passieren. 

Die Larven sind braun/schwarz gefärbt und besitzen eine auffällige Behaarung, besonders am Rücken des Hinterleibes. Das ist sehr schön zu sehen. Sie erreichen eine Länge von etwa 13 bis 35 mm. Der abgebildete auf Bild 1 war etwa 30 mm lang. 

Bild 2 zeigt eine Larve, die sich an eine kleine Schnecke mit Haus heranmacht. Man sieht, dass das Schnecklein in furchtsamer Vorahnung, was passierern wird, versucht, sich ins Schneckenhaus zurückzuziehen. Das grandiose Bild ist in Wikipedia eingestellt und stammt von Cécile Bassaglia. Auf ihrer homepage ist eine umfassende Vorstellung des Käfers zu finden, wer tiefer einsteigen will, kann das gerne tun.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Offener Brief: Warum hat der südliche Schwarzwald-Baar-Kreis keine unmittelbare Vertretung im Landtag?

Hinweis in eigener Sache:
Bereits am 31. Mai habe ich diese Frage über das Beteiligungsportal Baden-Württemberg eingereicht. Da ich bis heute keine Antwort erhalten habe, habe ich mich nun mit einem offenen Brief an das Beteiligungsportal, das Innenministerium, die Landtagsfraktionen sowie die Landtagsabgeordneten unserer Region gewandt. Selbstverständlich werde ich eingehende Antworten veröffentlichen und dokumentieren.

Offener Brief
an das Beteiligungsportal Baden-Württemberg,
das Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg,
die Fraktionen des Landtags von Baden-Württemberg sowie
die Landtagsabgeordneten des Schwarzwald-Baar-Kreises

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 31. Mai habe ich über das Beteiligungsportal Baden-Württemberg eine Frage zur Einteilung der Landtagswahlkreise gestellt. Da ich bis heute keine Rückmeldung erhalten habe, wende ich mich nun in Form dieses offenen Briefes an Sie alle in der Hoffnung, eine Antwort oder zumindest einen Hinweis auf die zuständige Stelle zu erhalten.

Im Zuge der Neuordnung der Landtagswahlkreise wurden die Städte Hüfingen, Donaueschingen und Blumberg dem Wahlkreis Tuttlingen zugeordnet, obwohl sie zum Schwarzwald-Baar-Kreis gehören. Bei Bundestagswahlen sind diese Städte hingegen weiterhin gemeinsam mit dem Schwarzwald-Baar-Kreis einem Wahlkreis zugeordnet.

Aus Sicht vieler Bürgerinnen und Bürger führt dies zu einer unbefriedigenden Situation: Während unsere Region auf Bundesebene durch Abgeordnete aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis vertreten wird, gibt es im Landtag keine unmittelbar aus unserer Region gewählten Abgeordneten mehr. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Interessen des südlichen Schwarzwald-Baar-Kreises in Stuttgart weniger sichtbar und weniger direkt vertreten sind.

Viele Menschen wünschen sich daher eine Wahlkreiseinteilung, die die kommunalen, historischen und regionalen Zusammenhänge des Schwarzwald-Baar-Kreises stärker berücksichtigt und die Vertretung der Region auf Landesebene verbessert.

Daher bitte ich Sie um die Beantwortung folgender Fragen:

  • Welche Möglichkeiten haben Bürgerinnen und Bürger, Kommunen oder Landkreise, auf die zukünftige Gestaltung der Landtagswahlkreise Einfluss zu nehmen?
  • Gibt es Verfahren, Beteiligungsformate oder politische Initiativen, über die eine Angleichung der Landtagswahlkreise an die bestehenden Bundestagswahlkreise angeregt oder geprüft werden kann?
  • Falls eine solche Änderung grundsätzlich möglich ist: Welche Stellen oder Entscheidungsträger sind hierfür zuständig?

Da dieses Anliegen die demokratische Vertretung einer ganzen Region betrifft, betrachte ich dieses Schreiben als offenen Brief. Ich werde eingehende Antworten dokumentieren und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Der Stadtpatron, den in Hüfingen niemand mehr feiert

Jakobusfahne vom Hofmaler Weiß

Am 25. Juli ist Jakobitag.

Einst gehörte dieser Tag zu den bedeutendsten Festtagen Hüfingens. Heute erinnern nur noch historische Zeugnisse an unseren Stadtpatron. Dabei wird der Gedenktag des Apostels Jakobus des Älteren in vielen Städten und Gemeinden bis heute mit einem Jakobifest begangen.

Ausgerechnet in Hüfingen, das so gerne betont, auf seine Geschichte zu stehen, ist dieses alte Fest nahezu in Vergessenheit geraten. Der Stadtpatron Jakobus ist zwar noch an vielen Stellen sichtbar – auf einer historischen Prozessionsfahne, am Jakobusaltar in der Stadtkirche, am Jakobusbrunnen und nicht zuletzt in der Geschichte des Jakobswegs. Gefeiert wird er jedoch nicht mehr.

Dabei führte bereits im Mittelalter ein Abzweig des Jakobswegs durch Hüfingen. Zahlreiche Pilger machten hier Station, die sogenannten Jakobsbrüder. Daran erinnert bis heute eine rund 300 Jahre alte Fahne der Jakobuspilgerbruderschaft, geschaffen vom fürstlich-fürstenbergischen Hofmaler Franz Joseph Weiß (*15. Februar 1735 in Hüfingen, †14. Juni 1790 in Donaueschingen). Sie wird heute an Fronleichnam mitgetragen.

Geschichte lebt nicht allein von Logos oder Slogans. Sie lebt davon, dass man sich an sie erinnert – und sie weiterträgt. Der Jakobitag wäre dafür ein guter Anlass.

Jakobsfahne vom Hofmaler Weiss

Jakobusfahne vom Hofmaler Weiß
Vielen Dank an Markus Leichenauer für das Foto!

Jakobusbrunnen im Jahr 1976

Jakobusstele von Bernhard Wintermantel.


Jakobus mit Wanderstab in der Hand, dem Volke predigend aus 1774.

Die links unten auf der Tafel gemalte Männergestalt soll ein Selbstbildnis des Hofmalers Franz Josef Weiß sein.*


In den Wanderblühten beim Kapitel über den armen Konrad beschreibt Lucian Reich das Jakobifest und wie sich Hüfingen darauf vorbereitet hatte. Da er von einem Sonntag spricht, war hier das Jahr 1824 gemeint und Lucian Reich war 7 Jahre alt:

…So viel ist entschieden gewiss, dass zu Anfang der 20er Jahre, am 24. Juli, dem Samstag vor dem Jakobifeste, das zufällig auf den Sonntag fiel, der klarste blauste Himmel sich über dem alten Städtlein Hüfingen wölbte. Damals war sein Aus- und Eingang noch jeglicher mit einem Tore gesegnet; und hing noch ein gutes Stück der verwitterten Stadtmauer umher.

Das untere Tor zu Hüfingen
gemalt von Karl von Schneider 1909


Zu den Hüfinger Stadtanlagen gehörte das untere und das obere Tor. Im Jahre 1814 wurde zuerst das obere Tor in seiner bisherigen Form abgerissen und neu überbaut und 1829 wurde das untere Tor abgebrochen. Dies war nötig geworden, wegen der großen Frachtwagen.*

Die Sonne stand schon tief. Auf den Gartenhägen waren da und dort weiße Kleidungsstücke von jener Gattung aufgehängt, die ein redliches Gemüt geradezu Hosen zu nennen wagt, sie sahen frisch gewaschen und appetitlich aus und hatten eine kriegerische Bedeckung von Säbelkuppeln und Fangschnüren. In der Ferne hörte man trommeln. Buben von zehn, zwölf Jahren marschierten einen entlegenen Feldweg hin und übten sich in dieser nützlichen Kunst. Auf den Lauben (Galerien) der Häuser wurden dunkelblaue Uniformen mit weißen Aufschlägen ausgeklopft. Wer im Felde zu tun hatte, der machte sich früher als gewöhnlich heim, um noch so Manches für morgen herzurichten. Der hatte sein Säbelgefäß und die Rockknöpfe noch mit Ziegelmehl abzureiben, dieser mußte sein Tschako noch lackieren, jener erwartete vom Schuhmacher die neuen Stiefel, die er morgen einweihen wollte. Alles sprach nur von morgen und freute sich des schönen Wetters.

„Wenn es nur auch so hält“, sagte der alte Hafnermeister (Ofenbauer), in den er seinen Sappeursbart (sapeur = Steinhauer), den er morgen anlegen wollte, wieder ein wenig heraus ausstaffierte.
Es bleibt gut“, bemerkte ein Nachbar, der sassianene Gerbermeister. „Mein Laubfrosch sitzt jetzt schon seit vorgestern früh hoch auf der Leiter, und das Männle am Rathausfähnle läßt gutes Wetter supponieren.“
Es wird einen merkwürdigen Zulauf von Fremden geben“, erwiderte der Andere.
Und was war denn das für ein Tag, auf welchen so ausgebreitete Zurüstungen gemacht wurden? Es galt nichts weniger, als das Fest des heiligen Jakobus, Kirchenpatrons von Hüfingen, das seit uralten Zeiten mit geziemender Würde begangen wird.

Jakobsfahne vom Hofmaler Weiss

Das Fest des heiligen Jakobus, Kirchenpatrons von Hüfingen, wurde seit uralten Zeiten mit geziemender Würde begangen.




*Jakobusfahne vom Hofmaler Weiß
Vielen Dank an Markus Leichenauer für das Foto!

Zur Zeit unserer Erzählung war dieser Tag für die ganze Baar sozusagen ein Volksfest, zu welchem die Gäste von nah und fern zusammenströmten. Nicht wenig zum Glanz des Tages trug eine bürgerliche Miliz und ein Musikkorps bei, welche beide nach dem Muster anderer kleinen Städte auch hier errichtet worden waren. Die Musik, von ihrem unermüdlichen Kapellmeister aufs trefflichste eingeübt, hatte den Beifall aller Hörer und die wackeren Musketiere exerzierten und manövrierten, dass es eine Lust war, ihnen zuzusehen. Und weil dazumal noch nicht jeder alte Student und Gevatter Handschuhmacher sich einbildete, ein größerer Mann zu sein, der das Volk beglücken und Deutschland umgestalten müsse, so ginge alles im besten Contento, zur Freude für Jung und Alt.

Der damalige Major und Bürgermeister war ein Kriegsoberster, der trefflich Manneszucht zu halten wußte, und recht stattlich sah es aus, wenn er in der Uniform mit kurzen hirschledernen Beinkleidern und Suwarowstiefeln, ähnlich einem Erzherzog Karl oder Fürst Schwarzenberg, vor der Fronte stand.

Die Seele der Armada von Hüfingen aber, wenigstens wenn man ihn selbst hörte, war der alte Marte, der zu dieser Stunde noch auf der Stiege hinter seinem Hause stand und bedächtig das Wetter beobachtete, ob die Sonne kein Wasser ziehe oder ob der Wind sich nicht drehe. Wahrscheinlich wäre er noch lange so gestanden, wenn nicht ein kleiner Bub in der Eigenschaft eines Feldjägers atemlos und schwitzend daher gelaufen wäre mit der Meldung, alles sei versammelt, man warte nur noch auf ihn.

Gedachter Marte war der Feldwaibel beim Corpo, der die Rekruten einschulen mußte, und zu diesem Behufe hatte er auch das Exerzieren gründlich studiert bei den Österreichern. Unter vier Augen ließ er oft Winke fallen, dass selbst der Major „das Meiste von ihm habe“. „Gleich!“ sagte er, „gleich werd‘ ich erscheinen.“ Er rückte noch einmal seine Waffen zurecht, und eilte durch das Städtlein, wo vor allen Häusern gekehrt, an allen Brunnen gefegt und gewaschen wurde, hinaus auf den Anger vor dem Schützenhause. Sobald er anlangte, stellte sich das Bürgerkorps in Reih und Glied und begann sämtliche Schwenkungen und Manövers, welche das morgige Fest verherrlichen sollten, zur Vorübung auszuführen. Hinter her aber zog ein Haufen von Buben mit Bohnenstecken statt der Gewehr, und machten alle Exercitien glücklich nach.

Postkarte von 1890 aus der Sammlung Dieter Friedt.

Das Schützenhaus war immer sehr wichtig in Hüfingen und 1814 vor dem Schloss

Postkarte von 1943 aus der Sammlung Dieter Friedt.

Hüfingen mit dem Schützenhaus von Martin Menradt 1664.
Vielen Dank an Dr. Jörg Martin für das Foto!

Postkarte von 1929 aus der Sammlung Dieter Friedt.

Das Schützenhaus hat mehrfach den Ort gewechselt und ist jetzt Richtung Hausen vor Wald.

Stellt euch“, sagt der Major und Bürgermeister, als diese beendet waren. „Stellt euch nur morgen auch Alle präzis ein und nehmt euch zusammen, besonders was das Feuern anbelangt, dass wir den alten Ruhm nicht einbüßen“.

Nach dieser öffentlichen Anrede zog er den Feldwebel Marte und den Korporal-Nachtwächter auf die Seite und flüsterte diesen seinen Vertrauen zu: „Ihr Leut‘, ich fürcht‘, dass uns die Zwei“ – hier winkte er verstohlen gegen zwei Rekruten hin – „morgen bei den Salven Confusion machen. Entweder schießen sie vor, oder, was noch schlimmer, sie laden unrichtig. Es wird gut sein, wenn sie morgen gar keine Patronen erhalten!

„Herr Major“, warf der Feldwaibel mit wichtiger Miene ein: das wird’s nicht wohltun; wofür verzürnen die Leutele. Ich weiß ein besser Mittel, laßt mir mich machen. Morgen, bevor und dass wir einmarschieren, will ich tun, als visitiere ich ihre Musketen, und werde dann unvermerkt jedem einen tüchtigen Lichtstumpfen auf die Schwanzschraube hinunterstoßen; dann schießt keiner vor, es gibt kein Unglück, und die Leut‘ haben ihre Plaisir.“ – Der Major gab dieser Maßregel seine oberbefehlshaberliche Genehmigung und commandierte demnächst „Auseinander“, worauf sich die Buben schon längst gefreut hatten, weil sie jetzt ihren Alten die Musketen heimtragen durften.

Die Brücke ist ein Hauptschauplatz im Leben der Bürger dieser guten Stadt. Besonders am Sonntag nach dem Mittagessen wandern sie in aller Seelenruhe zum Tore hinaus und lassen sich auf der breiten steinernen Brustwehr um den heiligen Johann von Nepomuk nieder. Denn unter Gottes freiem Himmel spricht sich ja gar so gut von Allem, was die Woche über passiert, von Altem und Neuen, von Kriegs- und Friedenstagen. Diese Sonntagsfreude ist aber einem fleißigen Bürger wohl zu gönnen, sie kommt auch wohlfeiler, als die im Wirtshause.

Heute, an so einem geschäftigen Abend, war natürlich niemand auf der Brücke zu sehen als ihr Patron, der seit alten Zeiten in Stein gehauen, auf der Brustwehr steht. Zur Feier des kommenden Festes hatte man ihm bereits einen großen frischen Blumenstrauß statt des alten verwelkten in den Arm gegeben; er schien sich aber wenig daraus zu machen. Mit gesenktem Haupt und bedächtiger Miene sah er, wie immer, dem Lauf des Baches nach, der in einiger Entfernung die Stadtmühle treibt.

Der Müller Josef Frank

Der Wanderer verließ die Brücke und gegen den Fußweg hin, dadurch abgemähte Wiesen führte. Er achtete wenig auf die im Wege liegende, mit Kreuzen und Namen bezeichneten Bretter, die den Vorübergehenden zum Gebet für die Verstorbenen ermahnen, und doch hielt er mitten in seinem Geschwindschritte oft plötzlich ein, und bald ging es wie eine hoffnungsreiche Morgensonne in seinem frischen Gesichte auf, bald zog sich die gebräunten Züge wieder zusammen, als ob finstere Nacht und böses Unwetter im Anzug wäre. Solches Zögern verschaffte ihm noch einen Genuß, den kein echter Hüfinger diesen Abend entbehrt haben würde. Denn nachdem die Betglocken, welche in der Umgegend den kommenden Festtage verkündigten, ausgeklungen hatten, erfüllte die türkische Musik, nach langer gründlicher Probe auf der Rathaussstube, die Straßen mit ihrem Getöse, und in ihrer Gesellschaft rasselte der Zapfenstreich weit in die still gewordene abendliche Gegend hinaus. Er traf das Ohr des Wanderers, der aus der Zerstreuung auffuhr und plötzlich seine Schritte beflügelte.


Im nächsten Kapitel der Wanderblühten beschreibt Lucian Reich das Jakobifest:

In der Stadt aber dämmerte kaum der erste Morgenstrahl, als die guten Hüfinger durch die „Tagwacht“ aus ihren Träumen aufgerufen wurden. Mit innerlichem Behagen hörten sie von ihren Federn aus, wie die türkische Musik durch alle Straßen zog. Dazwischen knallten Schüsse freudig in den jungen Tag hinein und luden Nah und Fern zum Feste. Sie kamen von vom unteren Thore, wo die kurzen Böller, Katzenköpfe genannt, aufgestellt waren, die ein grauer Veteran bediente.

Vom frühen Morgen an war das Militär auf dem Exerzierplatz beim Schützenhause versammelt. Der Major ließ es nicht an Ermahnungen fehlen, während seine Mannschaft fröhlich zusah, wie auf allen Wegen die Einwohner der umliegenden Dörfer in Scharen zu den Toren der Stadt hineinströmten. Alles freute sich über den klaren Tag und den schönen blauen Himmel.

Hüfingen mit dem Schützenhaus von Martin Menradt 1664

Schützenhaus 1664 von Martin Menradt

Das Musikkorps aber hatte den goldenen Ochsen zum Sammelplatz gewählt, um sich auf die bevorstehenden Strapazen des Tages gehörig vorzubereiten. Ein ansehnliches Gabelfrühstück wurde aufgetragen, denn die Weisheit der Völker weiß, dass es sich mit leerem Magen mangelhaft musiziert, besonders was Blasinstrumente anbelangt. Eben kam noch eine volle Platte geschmälzter Kutteln auf den Tisch, als eine Ordonnanz vom Major erschien und den Tagesbefehl überbrachte: schleunig aufbrechen! Es war Zeit zum Einmarsch, die Glocken konnten jeden Augenblick in die Kirche läuten. Auf! rief der Kapellmeister. Alle griffen nach ihren Instrumenten und stürzten mit pflichtschuliger Eile zu Tür und Tor hinaus. Nur einer blieb noch ein wenig zurück. Die volle Schüssel mit der köstlichen, fein zubereiteten Leibspeise hielt seine Seele gefesselt. Wie? die sollte unberührt, gewissermaßen unbegraben bleiben? – Ich seh‘ nicht ein, warum ich dem Ochsenwirt das schenken sollte, sagte er kaltblütig, indem er das Futter seines geräumigen Tschakos aufknüpfte und den duftenden Inhalt der Schüssel hineinschüttete. Dies getan, zog er den Knoten wieder zu, setzte den Tschako auf und eilte mit der Gottesbescherung seiner Truppe nach.

…Als nämlich der Major „Angetreten!“ kommandierte und die Trommler sich eben in Bereitschaft setzten, den Wirbel zu beginnen, bemerkte man erst, dass die große Trommel ihres Bearbeiters ermangele. Ohne diese Hauptperson war nichts zu machen. Noch fünf Minuten höchstens! und außer Vermutung und Gerüchte, wie sie täglich in den Zeitungen zu finden sind, war nicht Sicheres über den Vermißten in Erfahrung zu bringen. Jeder wollte ihn in einer anderen Schenke gesehen haben. Der Tambour-Major rückte seine große Bärenmütze etwas seitwärts auf das linke Ohr und murmelte Flüche. Lauf, sagte er dem Kapellmeister zu dem Triangelspieler, einem 11-jährigen Dilettanten in einem faltigen roten Frack, dessen Flügel bis auf den Boden hingen: Lauf! und zählte ihm ein halbes Dutzend Bierhäuser an den Fingern her.

Der Triangelist gab sein Instrument in die Hände des Brentenschlägers, dessen Tonwerkzeug auch Rollensieb oder zur Abwechslung Tambourin geheißen wird, nahm den großen Tschako unter den einen, den rolandsmäßigen Hirschfänger unter den anderen Arm, verteilte seine beiden Frackflügel eben so und begann nach solchen Vorbereitungen spornstreichs zum Tor hineinzurennen, als im gleichen Augenblick der sehnlichst Erwartete noch eiliger zum Thor herausrannte, so dass ihr Zusammentreffen einen musikalischen Klang, ähnlich einem Schlag auf die große Pauke, zur Folge hatte.

Nachdem der Spätling von allen Seiten gehörig abgekapitelt wurde und der verblüffte Triangulist an seinen Posten zurückgekehrt war, wirbelten die Trommeln und der Einmarsch begann. Unter dem gewölbten Tore erscholl die Musik. Zur gleichen Zeit fiel das Glockengeläut ein. Eine unabsehbare Menschenmenge wälzte sich neben und hinter dem Zuge her. Alle Fenster waren mit geputzten Menschen, mit fröhlichen Gesichtern gefüllt; über die ganze Stadt verbreitete sich das herrliche Festgefühl. Die Bajonnete der Bürgersoldaten blinkten und blitzten im goldenen Sonnenschein; die blaue Fahne mit dem Stadtwappen und dem Wahlspruch „für Gott und sein Volk“ flatterte freudig in der klaren Morgenluft. Im Taktschritte bewegte sich die Menge gegen die Kirche.

Seht! sagten die Bauersleute, der dort spielt das schwerste Instrument, der schwitzt wie ein Präceptor. Damit meinten sie ohne Zweifel den, welcher das Frühstück im Tschako hatte. Das Fett mochte durch das Futter seiner Kopfbedeckung gedrungen sein, und da und dort über das Gesicht des Musikanten herunter rieseln. Gleichwohl machte der Wackere eine so zufriedene Miene, als ob er sagen wollte: „Das Spiel des Lebens sieht sich heiter an.“

Nach der Predigt erfolgte ein feierlicher Umgang durch die Stadt, wobei sechs schmucke Jungfrauen in Schappeltracht das blumengeschmückte Muttergottesbild trugen.

Hausener Tracht mit Gürtelkette

Tracht Hausen vor Wald mit Gürtelkette

Foto der Lithographie von Heinemann von der Schnitterin

Bataillon, fertig!“ wurde vor der Kirche commandiert.
Feuer!“ und die Gewehre krachten so dass das arme Mariannele beinahe vor Schrecken das Buch zu Boden fallen ließ. Dumpfe Böllerschüsse schlugen unteren Tore her an die Kirchenfenster.

Nach dem Gottesdienst spielte die Musik noch eine Zeit lang vor dem Pfarrhofe und Rathause. Der Schmelz und die Blüte des Festes war aber jetzt vorüber. Wohl wurde noch exerziert und musiziert, manche Gewehrsalve krachte noch, aber die eigentliche Feststimmung war verflogen.

Um den rechten Übergang vom Außerordentlichen zum Alltäglichen zu treffen, gibt es eine äußerst scharfsinnige Erfindung, welche auf der Uhrtafel gewöhnlich mit der Ziffer Zwölf bezeichnet ist. Diese traten auch jetzt zur angemessenen Zeit in ihre Rechte ein, oder, wenn es sich unverblümt sagen soll, die Leute begaben sich zum Mittagessen. Die Zahl der fremden Zuschauer war bedeutend angewachsen, und die vierfüßigen sowohl als auch die geflügelten Bewohner der Baar erlitten an diesem Tage eine Niederlage, welche die Geschichte zu den schwersten zählt.

In der Wirtsstube ging es sehr lärmend und lustig her. Die halbe Baar saß da und zechte wacker. Soldaten und Musikanten der Stadt verzehrten ihre Löhnung; denn nach Beendigung der Parade war jedem 15 Kreuzer Gage aus der Stadtkasse verabreicht worden, und wer sich eines Schnurrbarts rühmen konnte, der hatte noch eine Zulage von einem Groschen erhalten. Auf den Tischen lagen musikalische Instrumente umher; an den Wänden hingen da und dort die abgeschnallten Seitengewehre.


Auch im Hieronymus erwähnt Lucian Reich mehrfach das Jakobifest. Im Kapitel 13 steht:

Ein anderes, ihm ebenso neues Gepräge trug das Jakobifest zu Ehren des Kirchenpatrons, wobei die gesamte Jakobsbruderschaft sich von nah und fern in Pilgertracht mit Stab und Muschelhut zu versammeln pflegte, um, geleitet von sämtlichen Zünften, einen Umzug zu halten.

Bei all der andächtigen Stimmung, die unsern Lehrling an solchen Tagen zu erfassen pflegte … Und so können wir nicht verschweigen, daß ihn die am Herz-Jesu-Fest von Händlern aus dem nahen Klettgau hergebrachten Kirschenkörbe und am Jakobifest die Zainen (Körbe) voll duftender „Bestlebirnen“ fast ebensosehr interessierten wie die vorgenannten Umzüge.

Im Kapitel 23 schreibt Lucian Reich:

Er hielt den Wanderer seiner Kleidung nach für einen Jakobsbruder, der auf dem Wege nach Hüfingen im Begriffe stehe, zum dortigen Jakobifest zu pilgern.


Quellen

* Kirchen und Kapellen in der Stadt Hüfingen von Dr. Maren Nickel (2006)
* Chronik der Stadt Hüfingen von August Vetter (1984)
* Sippenbuch der Stat Hüfingen (1962)
* Hieronymus und Wanderblühten von Lucian Reich

Warum das Informationsfreiheitsgesetz für Hüfingen wichtig ist

Die Bundesregierung plant weitreichende Änderungen am Informationsfreiheitsgesetz (IFG). Künftig sollen Auskünfte nur noch unter strengeren Voraussetzungen möglich sein. Die CDU hatte bereits die Abschaffung des IFG in seiner bisherigen Form gefordert. Geplant sind unter anderem eine Begründungspflicht für Anfragen sowie Einschränkungen beim Kreis der Antragsberechtigten. Dagegen regt sich bundesweit erheblicher Widerstand von Medien, Journalisten, Wissenschaftlern und zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen. 

Für viele war das Informationsfreiheitsgesetz ohnehin nur ein erster Schritt. Die eigentliche Hoffnung war ein echtes Transparenzgesetz, bei dem staatliche Informationen von sich aus veröffentlicht werden – ohne dass Bürger sie erst mühsam beantragen müssen. Stattdessen drohen nun Einschränkungen. 

Dabei zeigt gerade ein Blick nach Hüfingen, warum ein funktionierendes Informationsfreiheitsgesetz unverzichtbar ist. Der Grundwasserschaden durch das FF Säge- und Imprägnierwerk konnte überhaupt erst durch Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz umfassend nachvollzogen werden. Die Unterlagen machen deutlich, wie lange die Belastung bekannt war und welche Maßnahmen ergriffen – oder eben nicht ergriffen – wurden. Zugleich zeigen sie, dass wesentliche Informationen über den Grundwasserschaden öffentlich kaum oder gar nicht thematisiert wurden. Ohne Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz wären viele dieser Informationen bis heute nicht öffentlich bekannt.

Wer sauberes Trinkwasser, wirksamen Umweltschutz und eine transparente Verwaltung will, braucht Zugang zu amtlichen Informationen. Demokratie lebt nicht nur von Wahlen – sie lebt auch davon, dass Bürger staatliches Handeln nachvollziehen und kontrollieren können. Das Informationsfreiheitsgesetz ist dafür eines der wichtigsten Werkzeuge.

Es geht nicht um Berlin, sondern auch um unser Wasser in Hüfingen!

Bitte hier unterschreiben: https://weact.campact.de/petitions/spd-stoppt-den-frontalangriff-auf-die-informationsfreiheit

Antworten vom Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz zu unserem Trinkwasser

Im August 2024 hatte ich die Sicherheit unseres Trinkwassers aus den Tiefbrunnen am Schaafäcker bezweifelt (siehe weiter unten) und deswegen an das Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz eine Anfrage als Auskunft zu Umweltinformationen gesendet.

Ich möchte mich hier ganz herzlich bei Maria Friderich, der Amtsleiterin, für die ausführliche Antwort bedanken! Es ist nicht selbstverständlich, dass sich jemand vom Landratsamt Schwarzwald-Baarkreis eine solche Mühe macht für unsere Fragen.

Hier nochmals die Fragen und die Antworten:

  • Warum wurde das Industriegelände vom Säge- und Imprägnierwerk aus den Wasserschutzzonen 1979 heraus genommen?

Das aktuelle Wasserschutzgebiet Schafäcker der Stadt Hüfingen wurde erstmals auf Grundlage eines Gutachtens des Landesamtes für Geologie aus dem Jahr 1958 abgegrenzt. Für die Abgrenzung wurden die Erkenntnisse einer Geländebegehung und die Geologie des Brunnenaufschlusses verwendet. Weitere Untersuchungen waren damals nicht üblich. Die Abgrenzung erfolgte entsprechend den damaligen Vorgaben und wurde nicht weitergehend begründet. Den Akten ist nicht zu entnehmen, dass das Säge- und Imprägnierwerk explizit aus dem Wasserschutzgebiet herausgenommen worden wäre. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass das Wasserschutzgebiet entsprechend des damaligen Stands der Technik so abgegrenzt wurde. Die Stadt Hüfingen beantragte im Jahr 1966 aufgrund neuer rechtlicher Regelungen die Festsetzung des Wasserschutzgebietes Schafäcker in einer Rechtsverordnung auf der Abgrenzungsgrundlage von 1958. Die Rechtsverordnung wurde nach der Abstimmung der Regelungen für die Rechtsverordnung und nach Errichtung des zweiten Brunnens im Jahr 1979 erlassen.

  • Warum wurden die Wasserschutzzonen in den letzen 50 Jahren nicht angepasst?

Im Jahr 1999 hat das Landratsamt das Landesamt für Geologie mit der Überarbeitung der Wasserschutzgebietsabgrenzung beauftragt. Das neue Abgrenzungsgutachten liegt seit dem Jahr 2002 vor. Anlass für die Neuabgrenzung war insbesondere die Absicht der Stadt die Fördermenge zu erhöhen. Dies wurde aber nach Abschluss des Gutachtens von der Stadt Hüfingen aufgrund der damals aktuellen städtebaulichen Entwicklungen nicht mehr für erforderlich gehalten, sodass die Schutzgebietsvergrößerung zunächst nicht weiterverfolgt wurde. Im Jahr 2017 wurde die Neuabgrenzung aufgrund der damaligen Einstufung des Wasserschutzgebiets als Nitrat-Problemgebiet erneut aufgegriffen. Zuletzt wurden unter Federführung der Stadt Hüfingen und unter Beteiligung der Stadt Bräunlingen in den vergangenen Monaten frühzeitige Informationsveranstaltungen für die von der Neuabgrenzung betroffenen Landwirte und Gewerbebetriebe durchgeführt. Als nächster Schritt steht die Antragstellung zur Neuabgrenzung durch die Stadt Hüfingen an.

  • Zur Einhaltung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung musste der Boden auf Altlasten untersucht werden. Ist dies geschehen und was sind die Ergebnisse?

Das genannte Betriebsgelände wurde bereits vor 30 Jahren erkundet. Es wurde ein Grundwasserschaden mit Schwermetallen auf dem Betriebsgelände festgestellt, der durch eine Grundwasserentnahme mit anschließender Aufreinigung saniert wird. Die Grundwassersanierung läuft seit 1998. Im halbjährlichen Monitoring sind auch die entsprechenden Brunnen der Stadt Hüfingen integriert. Die Messwerte in den Brunnen sind unauffällig.

  • Wie beabsichtigt das Amt die Trinkwassersicherheit der Stadt Hüfingen für die Zukunft sicherzustellen?

Gemäß § 44 Wassergesetz Baden-Württemberg obliegt der Kommune die öffentliche Wasserversorgung als Aufgabe der Daseinsvorsorge sicherzustellen. Das Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz steht der Kommune hier bei Fragen beratend zur Verfügung.



Beitrag vom 20. August 2024

Trinkwasser aus unseren Wasserschutzgebieten

Bei der Geschichte um das Säge- und Imprägnierwerk an der Hochstraße kamen mir die Altlasten und die Karte vom Bodenschutz unter:

Altlastenkartaster

Schellenbergstraße A
Quecksilbergehalte [mg/kg] : 1.85

Schellenbergstraße B
Quecksilbergehalte [mg/kg] : 0.64

Dann fiel mir noch ein, dass ich gehört hatte, dass die Wasserschutzgebiete im Schwarzwald-Baar-Kreis viel zu klein bemessen sind und in falsche Zonen eingeteilt wurden.

Das Trinkwasser der Gesamtstadt Hüfingen kommt ja aus zwei Tiefbrunnen im Schafäcker (früher Schaafäcker).

Wasserschutzgebiete im Schwarzwald-Baar-Kreis und die ausgewiesenen Zonen.

Die heute gültigen Zonen für das Trinkwasserschutzgebiet (WSG) Schaafäcker vom 30.10.1979

WSG Schaafäcker mit 70,85 ha;
Zone 1: 0,5 ha
Zone 2: 2,5 ha;



Beim Trinkwasserschutz wurde im Jahr 1979 das Gelände vom Imprägnierwerk an der Hochstraße ausgenommen.

Ziele und Abgrenzungen der Schutzzonen laut Wasserschutzgebiets-verordnungen

Das Amt für Umwelt- Wasser- und Bodenschutz behauptet auf seiner Seite:

Jedes Wasserschutzgebiet besteht aus verschiedenen Schutzzonen. Diese werden festgelegt, um die Verunreinigung von Trinkwasser zu vermeiden und sind mit Auflagen und Verboten für die Entnahmegebiete verbunden. Allgemeine Informationen zu den unterschiedlichen Schutzzonen und ihren Regelungen sowie eine interaktive Karte zu den Wasserschutzgebieten des Schwarzwald-Baar-Kreises finden Sie unter den nachfolgenden Verlinkungen.
Die Verlinkung und auch die Rechtsverordnungen werden nur noch angekündigt, aber wurden wohl aus Gründen von der Seite des Landratsamtes entfernt. Alle Infos hier sind von den Seiten der LUBW.

Da der Hieronymus auch eine historische Seite ist, hier die immer noch gültige Rechtsverordnung vom 30.10.1979, unterzeichnet von einem Herrn Kühner, seligen Angedenkens, unter dem Landrat Rainer Gutknecht, seligen Angedenkens.

In Baden-Württemberg gilt die Verordnung des Umweltministeriums über Schutzbestimmungen und die Gewährung von Ausgleichsleistungen in Wasser- und Quellenschutzgebieten (Schutzgebiets- und Ausgleichs-Verordnung – SchALVO) vom 20. Februar 2001. Diese Verordnung gilt aber nur für die Landwirtschaft und nicht für Betriebe die wegen ihren Altlasten 1979 aus den Schutzgebieten herausgestrichen wurden.

Sanierung von Altlasten

Nach § 4 Abs. 2 und 3 BBodSchG ist die Gefahrenabwehr das vorrangige Ziel der Altlastenbearbeitung. Danach müssen Verunreinigungen von Boden und Gewässern so saniert oder gesichert werden, dass dauerhaft keine Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen davon ausgehen.

Die Sanierungsnotwendigkeit wird auf der Grundlage der Prüf- und Maßnahmenwerte der BBodSchV, unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Bewertungskommission, von der unteren Bodenschutz- und Altlastenbehörde festgestellt.

Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung

§ 10 Erforderlichkeit von Untersuchungen
(1) Anhaltspunkte im Sinne des § 9 Absatz 1 Satz 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes für das Vorliegen einer Altlast bestehen bei einem Altstandort insbesondere, wenn auf Grundstücken über einen längeren Zeitraum oder in erheblicher Menge mit Schadstoffen umgegangen wurde und die jeweilige Betriebs-, Bewirtschaftungs- oder Verfahrensweise oder Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebs nicht unerhebliche Einträge solcher Stoffe in den Boden vermuten lassen. Die jeweilige Betriebsweise lässt einen solchen Eintrag insbesondere vermuten, wenn die angewendeten Sicherheitsmaßnahmen erheblich vom heutigen Stand der Technik abweichen. Bei Altablagerungen sind diese Anhaltspunkte insbesondere dann gegeben, wenn die Art des Betriebs oder der Zeitpunkt der Stilllegung den Verdacht nahelegen, dass Abfälle nicht sachgerecht behandelt, gelagert oder abgelagert wurden.
(2) Absatz 1 Satz 1 gilt für schädliche Bodenveränderungen durch Schadstoffe entsprechend. Anhaltspunkte für das Vorliegen einer schädlichen Bodenveränderung ergeben sich auch durch Hinweise auf
1. den Eintrag von Schadstoffen über einen längeren Zeitraum oder in erheblicher Menge über die Luft oder Gewässer oder durch eine Aufbringung erheblicher Frachten an Abfällen oder Abwässern auf Böden,
2. eine erhebliche Freisetzung von Schadstoffen aus Böden mit naturbedingt höheren Gehalten,
3. erhöhte Schadstoffgehalte in Nahrungs- oder Futterpflanzen am Standort oder
4. das Austreten von Wasser mit erheblichen Frachten an Schadstoffen aus Böden oder Altablagerungen
sowie aus Erkenntnissen auf Grund allgemeiner Untersuchungen oder von Erfahrungswerten aus Vergleichssituationen insbesondere zur Ausbreitung von Schadstoffen.
(3) Bestehen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Altlast oder einer schädlichen Bodenveränderung, soll die altlastverdächtige Fläche oder die Verdachtsfläche zunächst einer orientierenden Untersuchung nach § 12 unterzogen werden.
(4) Konkrete Anhaltspunkte, die den hinreichenden Verdacht einer schädlichen Bodenveränderung oder Altlast im Sinne des § 9 Absatz 2 Satz 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes begründen, liegen in der Regel vor, wenn Untersuchungen eine Überschreitung von Prüfwerten nach Anlage 2 Tabelle 2 bis 4 oder 6 bis 8 ergeben oder wenn auf Grund einer Sickerwasserprognose eine Überschreitung von Prüfwerten nach Anlage 2 Tabelle 2 oder 3 zu erwarten ist.
(5) Besteht der hinreichende Verdacht einer schädlichen Bodenveränderung oder Altlast, soll eine Detailuntersuchung nach § 13 durchgeführt werden. Von einer Detailuntersuchung kann abgesehen werden, wenn Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen nach Feststellung der zuständigen Behörde mit einfachen Mitteln abgewehrt oder auf andere Weise beseitigt werden können.
(6) Wenn auf Grund der örtlichen Umstände oder nach den Ergebnissen von Bodenluft- oder Deponiegasuntersuchungen Anhaltspunkte für die Ausbreitung von flüchtigen Schadstoffen aus einer Verdachtsfläche oder altlastverdächtigen Fläche in Gebäude bestehen, soll im Rahmen der Detailuntersuchung eine Untersuchung der Innenraumluft erfolgen; die Aufgaben und Befugnisse anderer Behörden bleiben unberührt.

Zuständigkeiten

Unmittelbare Ansprechpartner für kommunale Altlasten sind die unteren Bodenschutzbehörden bei den Stadt- und Landkreisen. Also das Amt für Umwelt-, Wasser und Bodenschutz vom Landratsamt Schwarzwald-Baar Kreis.

Ansprechung der zuständigen Stelle

  • Warum wurde das Industriegelände vom Säge- und Imprägnierwerk aus den Wasserschutzzonen 1979 heraus genommen?
  • Warum wurden die Wasserschutzzonen in den letzen 50 Jahren nicht angepasst?
  • Zur Einhaltung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung musste der Boden auf Altlasten untersucht werden. Ist dies geschehen und was sind die Ergebnisse?
  • Wie beabsichtigt das Amt die Trinkwassersicherheit der Stadt Hüfingen für die Zukunft sicherzustellen?

Ein waldpädagogisches Exempel

Die Forstbehörden haben die ihnen nach diesem Gesetz und sonstigen Rechtsvorschriften zugewiesenen Aufgaben auszuführen, insbesondere…die Waldpädagogik als Bildungsauftrag.  (§ 65 (1) Pkt. 5 LWaldG)

Nach dem Holzhieb und nach Wiederherstellung der Wege

Im Donaueschinger Stadtwalddistrikt Buchberg, hart am Stadtrand gelegen und daher vielbesucht, hatte im Frühjahr 2021 ein heftiger Holzhieb stattgefunden, sodass die Bürger, nachdem die Sperrung der Wege endlich wieder aufgehoben werden konnte, mit Unmutsäußerungen nicht zurückhielten. Um die Wogen zu glätten, beschloss die Stadt, aus der Not eine waldpädagogische Tugend zu machen: Mit Baggerhilfe wurde ein Teil der Eschenstämme den verkaufsfertigen Poltern wieder entnommen und in Wegnähe eingepflanzt. Weil sich der Sinn der – indianischen Totempfählen nicht unähnlichen – Hölzer nicht jedermann sogleich erschloss, versah man sie am Wegrand mit erläuternden Hinweistafeln; in Bild und Text wurden die Waldbesucher darauf über die waldökologischen Vorzüge von Totholz wie über Sinn und Zweck der ungewöhnlichen Maßnahme aufgeklärt. Denn an Totholz hatte es bislang weithin gefehlt, zumal im gewohnt besenrein aufgeräumten und also besucherfreundlichen Walddistrikt Buchberg, wo es natürlich auch Verkehrssicherungs- und Haftungsprobleme zu beachten gilt. Weshalb man nun also zu dieser unorthodoxen Lösung griff, verdankten die Waldbesucher sicher nicht nur dem waldpädagogischen Bildungsauftrag, sondern gewiss auch in der Hoffnung, dass auch die eingepflanzten Stämme alsbald Flechten, Moos und Patina ansetzen werden, sodass sie in ihrem Erscheinungsbild bald echtem, naturbelassenem Totholz zum Verwechseln ähneln würden. Und auch der Specht möge sich, bitteschön, an ihnen zu schaffen machen.  Oder ließen etwa Schilda und Potemkin grüßen? 

Waldpädagogik?

Das hier praktizierte Experiment wollte dem pensionierten Forstbeamten (dessen fast tägliche Waldrunde hier vorbeizuführen pflegt) derart kurios erscheinen, dass daraus ein kleiner Bericht für die Fachzeitschrift und eine Kolumne für den Hieronymus-Blog resultierte (Totholznot. Wenn Ökologie und Verkehrssicherung aufeinanderprallen. Holz-Zentralblatt Nr. 40, 8. Oktober 2021). Doch wie würde sich die waldpädagogische Maßnahme über die Jahre hinweg weiterentwickeln? Würde die Totholz-Imitation die Erwartungen erfüllen, würden Spechte, Kleiber, Meisen oder gar Fledermäuse sich davon womöglich täuschen lassen, und würden sich alsbald auch wieder Moose und Flechten darauf einfinden?

Nachdem auch Waldspaziergänge heutzutage nicht ohne Smartphone-Begleitung üblich geworden sind, lag es nahe, den weiteren Werdegang der waldpädagogischen Maßnahme fotografisch zu begleiten und festzuhalten. Nach einem halben Jahrzehnt lässt sich immerhin ein vorläufiges Fazit ziehen: Die gesteigerte Aufmerksamkeit der Waldbesucher scheint die Maßnahme nicht eben erregt zu haben: Kaum jemals sah man jemanden verweilen und die Erläuterungen auf der Tafel lesen. Und so dürfte diese mittlerweile wohl auch kaum vermisst werden, nachdem sie im Gestrüpp verschwunden ist. Wie tot, wenn schon nicht wie natürlich abgestorbenes Totholz, verstecken sich dahinter auch die „Totempfähle“ – Bildungsauftrag erfüllt?

  • 2021

Totholznot vom 16. August 2021

Totholz stellt im Ökosystem Wald eine enorm wertvolle Ressource dar. Pilze, Flechten, Moose, Schnecken, Käfer, Vögel und Säuger stellen rund 11.000 Arten in den Wäldern Deutschlands dar. Von diesen Arten ist ein Großteil auf das Vorhandensein von Totholz z.B. als Unterschlupf, Brutplatz oder Nahrungsquelle angewiesen. Das bedeutet, dass Totholz ein entscheidender Faktor für die Sicherung der biologischen Vielfalt im Ökosystem Wald ist. (Aus dem Alt- und Totholzkonzept Baden-Württemberg)

Im Donaueschinger Walddistrikt Buchberg, hart am Stadtrand gelegen und daher vielbesucht, hat im Frühjahr 2021 ein heftiger Holzhieb stattgefunden. Der galt zwar vornehmlich den erkrankten bis abgestorbenen Eschen, womit die Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist, doch im nämlichen Aufwasch fiel auch allerlei weiteres Holz an, gesundes wie erntereifes. Weshalb  die Bürger, nachdem die Sperrung der Wege endlich wieder aufgehoben werden konnte, mit Unmutsäußerungen nicht zurückhielten. Die „Wüstenei“, die die Forstmaschinen hinterlassen hatten, erbosten manche derart, dass sogar der Oberbürgermeister sein Fett abbekam. Hätte der Eingriff nicht doch auch ein bisschen moderater ausfallen können im Erholungswald? Immerhin beeilte sich die Stadt, Pfade und Wege vom Schlagraum zu befreien und wieder herzurichten. Nur mit der Abfuhr der geschlagenen Hölzer längs der Spazierwege haperte und dauerte es.

Um die Wogen zu glätten, beschloss die Stadt, aus der Not eine waldpädagogische Tugend zu machen: Mit Baggerhilfe wurde ein Teil der Stämme den verkaufsfertigen Poltern entnommen und in Wegnähe wieder eingepflanzt, egal ob in der ursprünglichen Wuchsform oder mit dem Fällschnitt zuoberst. Und weil sich der Sinn der eingegrabenen – indianischen Totempfählen nicht unähnlichen – Holzblöcke nicht jedermann sogleich erschließt, versah man sie mit Hinweistafeln, die den geneigten Waldbesucher nun in Bild und Text aufklären über die waldökologischen Vorzüge von Totholz wie über Sinn und Zweck der ungewöhnlichen Maßnahme. Denn an Totholz hat es bislang weithin gefehlt, zumal im gewohnt besenrein aufgeräumten und also besucherfreundlichen Walddistrikt Buchberg. Weshalb man jetzt also zu dieser unorthodoxen Lösung griff. Verspricht man sich doch davon, dass die künstlich eingepflanzten Stämme alsbald Flechten, Moos und Patina ansetzen werden, sodass sie in ihrem äußeren Erscheinungsbild echtem, naturbelassenem Totholz zum Verwechseln ähnlich sehen werden. Selbst der Specht soll sich, bitteschön, recht bald an ihnen zu schaffen machen.  Oder sollten hier etwa Schilda und Potemkin grüßen lassen? 

Dass die Anreicherung mit Totholz dem Ökosystem Wald, auch dem Nutzökosystem Wirtschaftswald, dessen Nährstoff- und Wasserhaushalt zugute kommt, entnehmen die Donaueschinger Waldfreunde und Hundehalter jetzt den Hinweistafeln. In natura tut sich die Stadt offenbar schwerer mit der ökologischen Aufwertung ihres insgesamt 2305 ha großen Waldes, wie zuletzt einem Südkurierbericht (vom 18. April 2017) zu entnehmen war. Das für den Staatswald seit Jahren verbindlich vorgeschriebene Alt- und Totholz-Konzept, entwickelt von der Freiburger Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) und der Landesanstalt für Umweltschutz (LUBW), wird längst wärmstens auch dem Kommunal- wie dem Privatwald empfohlen, stärkt es doch die Selbstheilungskräfte des vom Klimawandel gestressten Waldes. In Donaueschingen war es indessen auf Ablehnung gestoßen, auch wenn der Stadt damit Ökopunkte gewunken hätten: „Viel zu restriktiv und viel zu belastend für den Betrieb“, so zitiert der Südkurier den für den Stadtwald zuständigen Bürgermeister, auch zu gefährlich für Waldarbeiter und Spaziergänger. Zumal nach den Vorgaben des Konzeptes ja nicht nur Einzelbäume stehen zu bleiben hätten, sondern auch „Habitatbaumgruppen“ und „Waldrefugien“ ausgewiesen werden müssten, in denen die Nutzung ruht. Das den Stadtwald betreuende Forstamt bezifferte den bei Übernahme des Konzepts zu erwartenden jährlichen Minderertrag sogar exakt mit 22.400 Euro.

Im ostwärtigen Teil des Buchbergs, dort wo im kommenden Jahr ein weiterer Holzhieb geplant ist und wo die Sperrung in der Zeitung bereits vorangekündigt wurde, war im Jahr 1905 zum hundertsten Todestag Friedrich Schillers der Schillerstein im Rahmen eines Festakts von Stadtverwaltung, Fürstenhaus, Gymnasium und breiter Öffentlichkeit feierlich eingeweiht worden. Das Denkmal am von Joggern und Nordic Walkern viel genutzten Fußpfad mag uns heute aus Anlass unserer Erörterung forstwirtschaftlicher Maßnahmen an eine Schillersche Episode erinnern: Auf einem seiner Waldspaziergänge im Ilmenauer Forst, so hat es die Zeitschrift Sylvan des Jahrgangs 1814 überliefert, soll der Dichterfürst einem Forsttaxator begegnet sein, von dem er sich die weit ins nächste Jahrhundert vorgreifenden Planungen zur Sicherung der Holzversorgung habe erläutern lassen. Erstaunt und voller Hochachtung habe Schiller ausgerufen: „Ich hielt Euch Jäger für sehr gemeine Menschen, deren Taten sich über das Töten des Wildes nicht erheben. – Aber Ihr seid groß, – Ihr wirket unbekannt, unbelohnt, frei von des Egoismus Tyrannei – und Eures stillen Fleißes Früchte reifen der späteren Nachwelt noch.“ 

Ach, wäre es Friedrich Schiller doch gegönnt, in unserem 21. Jahrhundert durch den trotz  Eschensterben und Klimawandel noch immer leidlich intakten Buchberg-Wald zu spazieren. Wie würde er die Arbeit der Förster („Jäger“) heute kommentieren? Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft, so würde ihn der Forstexperte aufklären(sofern er einem solchen im Wald begegnen würde, nachdem im Jahr 2021 wohl wieder einmal eine Forsttaxation ansteht), sei längst nicht mehr das, was vor 300 Jahren der sächsische Berghauptmann Hans Carl von Carlowitz erstmals benannt und in seiner Sylvicultura oeconomica als forstliches Prinzip zur nachhaltigen Versorgungssicherheit von Bergwerken und Hütten  festgeschrieben hatte. Dessen inzwischen so abgenutzter, allgegenwärtiger Nachhaltigkeitsbegriff sei längst um eine ökologische Komponente erweitert worden – auch und gerade in der Waldwirtschaft. 

Vielleicht würde der Dichter, sofern es zu der Begegnung im Wald denn doch nicht gekommen sein sollte, die Handynummer des Forstrevierleiters wählen, wie sie fürsorglich auf den Hinweistafeln zum Thema Totholz vermerkt ist. Mag sein, er würde auch sinnend verweilen, um deren Text vollends durchzumustern: „Der Buchberg“, so heißt es da, „wird von vielen Menschen zur Erholung genutzt. Aus Sicherheitsgründen können alte und kranke Bäume nur bedingt dem natürlichen Verfall überlassen werden. Um den vielen totholzbewohnenden Lebewesen trotzdem einen Rückzugsort zu bieten, hat der städtische Forst Donaueschingen hier diese Holzstücke aufgestellt. Wir hoffen auf viele neue Bewohner der Holzstämme, die das Holz zersetzen. Darin werden am Ende wieder große Bäume auf den zersetzten Stämmen wachsen.“

Ob er sich wohl von den Bemühungen der Donaueschinger beeindruckt gezeigt hätte, wie sie ihre liebe Not mit dem fehlenden Totholz und mit der Verkehrssicherungspflicht nachhaltig zu beheben gedenken?

Schillerstein im Stadtwalddistrikt Buchberg

Die Donau von ihrem Ursprung bis Tuttlingen

von Anton Schlude 1858


Die Donau von ihrem Ursprung bis Tuttlingen.

Wenn die Donau auch nicht, wie ihr Bruder der Rhein, aus himmelanstrebenden Gletschern tobend und schäumend herabstürzt, so ist sie doch eine echte Tochter des Gebirges. Es ist bekannt, dass sie nicht erst bei Donaueschingen, wo man früher im Abfluss des fürstlichen Schloßbrunnens fälschlicherweise die Donauquelle suchte *), sondern in der Vereinigung der beiden, den Schwarzwaldhöfen (um 3000′ hoch) entstammten Schwesterbäche Brege und Brigach mit dem genannten Abfluss ihren Ursprung hat.

Donautempel

*) Die heutzutage auch im Volksmunde zu Gunsten der Brig und Breg bestrittene Berechtigung der Donauquelle im Schlosshof. („Brig und Breg bringen d’Donau z’weg“) zwar freilich seit dem römischen Schriftstellern, die den Tiberius in einem Tagesmarsche vom Bodensee zu den Donauquellen gelangen lassen, nicht nur, wie von jenem Österreicher, der die Röhre des Schloßbrunnens mit der Hand zu hielt und lachend ausrief: „Schauen’s, wie werden die Wiener sich wundern, wenn die Donau ausbleibt,“ sondern bis auf neueste Topografien herab anerkannt. Der Ursprung bot sich eben in den zahlreichen Quellen und dem großen Weiher bei Donaueschingen dem Anblick natürlicher dar, als in den zwei Bächen, die sich in den großen Wasserpfuhl, das sogenannte Ried bildete, ergossen.

Die Junge Donau im Sommer 2019

Kaum ihren Quellen entlaufen, verlässt sie in östlichem Laufe bald das Land ihrer Geburt, welches sie nur noch einmal auf einer kurzen Strecke bei dem Bergschlosse Wildenstein wiedersieht, und als ziemlich bedeutender Fluss bei Gutenstein ganz verlässt, um 381 Meilen weit durch Sigmaringen, Württemberg, Bayern, Österreich und die Türkei bis zu ihrer siebenfachen Mündung ins Schwarze Meer zu reisen.

Verfolgen wir rasch den Lauf des jungen Flusses, der in mancher Windung und oft weiter Ausdehnung, doch immer der Sonne entgegen (daher von den Alten „Sonnentrotzer“ genannt) munter über Stock und Stein hüpft.

Wir gehen aus von Donaueschingen, das einst durch Schenkung Kaiser Arnulfs (889) Besitzung des Klosters Reichenau, einen eigenen Lehnsadel hatte und nach dessen Aussterben (1488) an das Haus Fürstenberg überging. Um 1750 wurde die Residenz des um diese Zeit vereinigten Fürstentums hierher verlegt und das jetzige Schloss erbaut. Im schönen Schlossgarten bieten ein ansehnliches Gewächshaus, Parkanlagen mit trefflichen Baumschlag, in ihnen ein Denkstein, dem Dichter der Emilia Galotti von Fürst Carl gesetzt, eine Festsäule zur Erinnerung an die silberne Hochzeit des verstorbenen Fürsten Carl Egon, eine Bronzebüste des verstorbenen Arztes und Menschenfreundes Hofrat Rehmann, eine treffliche Sandsteingruppe – Donau, Brig und Breg – von Xaver Reich ausgeführt, sehenswerte Gegenstände.*).

*) Gasthöfe: Post, Schützen, Linde, Traube, Lamm, Hirsch.

Die junge Donau als Kind im Schoße der Mutter Baar. Sandsteingruppe von Franz Xaver Reich (1815–1881) am Zusammenfluss von Brigach und Breg in Donaueschingen im Jahr 2009.
Dr. Wilhelm Rehmann im Schloßpark

An Pfohren vorbei, wo am Flusse ein altes Schloss von Kaiser War, der bei Grafen Wolfgang von Fürstenberg hier einige Tage der Jagd oblag, scherzweise „Entenburg“ (Entenfang, nennt es jetzt der Volksmund) genannt, führt die Donau uns in süd-südöstliche Richtung nach Neudingen mit seiner kaiserlichen Pfalz, in welcher Kaiser Karl der Dicke 888 starb.*)

*) So nach der Geschichte. Der Volkssage und Dichtung aber (vergl. I.W. Scheffels trefflichen Roman „Ekkehard“ Frankf. 1855) „gefiel es, den letzteren Träger des Karoling’schen Weltreichen an einemstillen Ort zu entrücken und ihm eine Gerechtigkeit angedeihen zu lassen, die ihm die Mitlebenden versagten“ Das Volk hielt nämlich in Alemannien, lange an dem Glauben fest, daß der alte abgesetzte Kaiser gar nicht gestorben sei und noch, (wie früher und später manch ein anderer Held in irgend einer Höhle) in den Heidenlöchern am Ueberlinger See verborgen sitze, um zu rechter stunde wieder herauszutreten und die Zügel seines Reiche zu Händen zu nehmen.

Donaubrücke von Karl Merz
Entenburg

Auf ihr wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts das Dominikaner- (später Zisterzienser-) Nonnenkloster Mariahof gegründet und zur Grablege der Grafen von Fürstenberg bestimmt. Nach Aufhebung des Klosters Taubstummen-Anstalt, später Rettungshaus für verwahrloste Kinder, brannten die Gebäude 1850 ab. Auf ihrer Stätte wurde die jetzige Gruftkirche der Fürsten von Fürstenberg erbaut. Die Pfarrkirche hat vom alten Bau noch ein byzantinisches Portal aus dem 12. Jahrhundert


Sofort zwischen dem Fürstenberg (südlich) und Wartenberg nördlich hin nach Geisingen. Jener, schon im 11. Jahrhundert ein Besitztum des Zollerschen Hauses, kam im 12. an die Uracher und gab, bei der Erteilung dieses Hauses einem Zweige desselben den Namen. Das über die ganze Baar herniederschauende Schloss wurde im Bauernkriege überrumpelt. Im 30-jährigen Krieg zerstört, das Städtchen aber, das später auf der Höhe des Berges stand, brannte 1841 ab, worauf an dessen Einsattellung das jetzige Dorf erbaut wurde.


Der Wartenberg, ein hoher Basaltkegel, früher Sitz eines mächtigen Dynastenadels, von welchen ein Zweig das Hofrichteramt zu Rottweil verwaltete, bis er durch Mißheirat den Adel verlor, ging durch Erbe im 14. Jahrhundert an Fürstenberg über. Jetzt trägt er ein fürstlich Fürstenbergisches Lustschloss mit hübschem Park und reizender Aussicht über die ganze Baar bis zum Schwarzwald. In dem freundlichen Städtchen Geisingen verdienen die in der Friedhofskirche sich findenden Grabmäler der Grafen von Fürstenberg Geisinger-Linie, Beachtung.

Die Eremitage und der Englische Garten wurden 1783 von Fürst Joseph Maria Benedikt angelegt.

In nordöstlicher Richtung windet der Fluss sich nun nach dem alten Ort Immendingen. Hier in der Nähe der Möhringer Straße, Spuren einer untergegangenen germanischen Niederlassung im Grundmauern und Gräberfunden. Vom 12. Jahrhundert an im Besitz eines Lehnsadels, später in 2 Schlossgüter aufgeteilt, die durch verschiedener Herren Hände hindurch endlich an Fürstenberg kamen – ist der Ort jetzt durch ein Maschinenfabrik auch weiterhin bekannt. Bei dem Dorfe wird die Donau in großen Rissen teilweise vom Boden eingesogen und soll als Aachquelle im Hegau wieder zu Tage kommen, was neuerdings mehrmals gerichtliche Prozesse veranlasst hat.

Donauversickerung 18. Mai 2022

Unferen dem Städtchen Möhringen, das nur durch seine großen Schafmärkte, sowie als Heimat des am Hofe Karls VI. lebenden Mathematikers und Optikers Anton Braun und des früheren Mannheimer Galeriedirektors Zoll, von welchem ein erhebliches Gemälde in der Pfarrkirche sich befindet, nennenswert ist, verlässt die Donau das Großherzogtum Baden und betritt eine halbe Stunde südwestlich von Tuttlingen das Königreich Württemberg. Nachdem sie von Donaueschingen mit dem nicht unbedeutenden Gefälle von 137 Bar. Fuß eine Bahn von 12 Stunden zurückgelegt hat.

Anton Schlude (* 17. November 1808 in Hausen im Tal; † 4. Mai 1863 ebenda) war ein deutscher Natur- und Heimatdichter sowie Heimat- und Burgenforscher.
https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Schlude

Roswitha Schafbuch

Als ältestes von fünf Kindern von Gottfried Schafbuch und seiner Frau Paula, geborene Nabholz, wuchs Roswitha zusammen mit ihren Geschwistern in der Hauptstraße auf und zog später in den Wagrain um.

Sie galt als das Synonym für die Muettersproch schlechthin und hielt die Erinnerungen an den großen Heimatdichter durch Vorträge wach. „Kratzete“ oder „Doroste“ waren Begriffe, die sie dabei neu belebte.

Hier ein altes Video von der Goldenen Hochzeit meiner Großeltern vom 12.12.1998. Der Ton ist leider sehr schlecht, aber ein bisschen kann man raus hören.

Roswitha Schafbuch am 12.12.1998

Einladung vom Katholischen Bildungswerk 1992

Roswitha Schafbuch starb im Alter von 87 Jahren im Dezember 2012.

Grundwasserschaden in Hüfingen

Das Thema ist komplex. Wer sich durch die Akten arbeitet, stellt schnell fest, dass technische, geologische und wissenschaftliche Fragen oft hinter verwaltungsrechtlichen Zuständigkeiten und formalen Verfahren zurücktreten. Gerade deshalb versuche ich hier, die bekannten Fakten verständlich zusammenzustellen.

Auf dem Gelände des FF Sägewerk besteht seit Jahrzehnten ein Grundwasserschaden. Bereits vor rund 30 Jahren wurden auf dem Betriebsgelände Belastungen des Bodens und des Grundwassers festgestellt. Die Sanierung erfolgt seit 1998 durch die Entnahme und Aufbereitung des belasteten Grundwassers und dauert nach den vorliegenden Unterlagen bis heute an.

Am 8. Mai genehmigte der Gemeinderat den Bau einer Halle auf einem Teil des belasteten Geländes. Dadurch wird die Fläche teilweise versiegelt. 

Aus meiner Sicht trägt diese Entscheidung dazu bei, dass der Grundwasserschaden künftig noch weniger im öffentlichen Bewusstsein präsent ist, anstatt transparent aufgearbeitet zu werden.

Das Flurstück 600 im Eigentum der Stadt Hüfingen wurde im Jahr 2021 untersucht. Auf diesem Grundstück wurde nach den Unterlagen ausschließlich Holz gelagert.

Die eigentliche Kontamination und der bekannte Grundwasserschaden befinden sich weiter westlich auf Privatgelände. Untersuchungsergebnisse für diesen Bereich wurden bislang nicht veröffentlicht und sind daher der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Das Trinkwasser aus den Tiefbrunnen betrifft nicht einzelne Straßenzüge, sondern die gesamte Kernstadt und alle Ortsteile. Es geht deshalb nicht um ein abstraktes Umweltproblem, sondern um die Trinkwasserversorgung heutiger und künftiger Generationen.

Antworten vom Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz zu unserem Trinkwasser

Erweiterung der Industrieanlagen Palmhof

3. Februar 2026

Was soll man da noch weiter sagen? Vom Finanzamt gibt es für die Industrieanlage nach 20 Jahren nicht mehr genug Geld, deswegen muss der Irrsinn nun „weiterentwickelt“ werden. Wir bezahlen diesen Energieaustausch auf Kosten unserer Natur nicht nur mit Steuergeldern, sondern auch eines Tages mit unserem Trinkwasser.

Industriegebiet Palmhof bedroht unser Trinkwasser

Alter Hochbehälter beim Römerbad.

1897 beschloss der Hüfinger Gemeinderat eine Hochdruckwasserleitung zu bauen und am am 24. Oktober 1903 konnte Hüfingen das Brunnenfest begehen. Die Hochdruckwasserleitung wurde von den Dellinger Brunnen gespeist. *

Schafäcker und Wasserlanden auf einem Kartenausschnitt der LUBW.
Auf dem Furstück Schafäcker sieht man auch die zwei Tiefbrunnen.

Seit dem Bau des Kirnbergsees 1921 nahm die Schüttung der Dellinger Quellen immer weiter ab. So entschloss man sich auf Hüfinger Gemarkung einen Tiefbrunnen zu graben. Nach einiger Suche fand man im Gewann „Wasserlanden“ eine Wasserader.*

Das Hüfinger Trinkwasser kommt jetzt aus zwei Tiefbrunnen auf dem Flurstück Schafäcker (oder Schaafäcker). Das Trinkwasser unserer ganzen Gemeinde: Hüfingen, Behla, Fürstenberg, Hausen vor Wald, Sumpfohren und Mundelfingen. Ohne Ausnahme!

Tiefbrunnen auf dem Schafäcker.

Wasserschutzgebiet Schafäcker Nitrat-Problemgebiet 2017

Wasserschutzgebiet Schafäcker Nitrat-Problemgebiet 2025

Die Fabrikanalgen des Palmhofes über den Hüfinger Tiefbrunnen

Vielleicht wird nun dem ein oder anderen klar, warum wir im Jahr 2019 so sehr gegen die gigantische Erweiterung des Palmhofes gekämpft hatten. Die Qualität des Trinkwassers der Gesamtstadt Hüfingen hängt maßgeblich vom Wohlwollen der Stadt Bräunlingen ab. Dies war früher schon so als Bräunlingen die Dellinger Quellen versiegen ließ und dies ist heute kein bisschen anders.

Im Jahr 2019 fand eine Belehrung eines Handelsvertreters von Biogasanlagen statt. Da der Herr wenig Ahnung von der Baar und der Landwirtschaft hatte, hat man sich darauf beschränkt, über die technischen Gegebenheiten der Biogasanlage zu berichten. Nach den technischen Highlights wurde der Gemeinderat mit einer Milchmädchenrechnung beehrt, mit der die Nachhaltigkeit einer solchen, von Steuergeldern hoch subventionierten Anlage, bewiesen werden sollte.

Die Ausschüttung an Energie der Anlage wird direkt in Heizöl umgerechnet und damit hat man dann eine angebliche Ersparnis. Der Einsatz von Energie für den Anbau und Transport vom Mais, den Fahrzeugpark, die vielen Anfahrten von weit her, die Chemikalien und deren regelmäßige Ausbringung, die Zerstörung der Umwelt, die Vernichtung von Lebensräumen spielt bei der Berechnung keinerlei Rolle. Als ob sich eine Biogasanlage befüllen ließe wie ein Öltank. Der wissenschaftliche Konsens, dass eine solche Anlage nicht nachhaltig ist, spielt keine Rolle. Wissenschaftler und alle anderen die die Nachhaltigkeit anzweifeln, wären ungebildet und uninformiert.

Meine Meinung als Agraringenieurin und Wissenschaftlerin
Biogasanlagen sind Industrieanlagen, die auf Kosten der Natur einen hoch subventionierten Energieaustausch durchführen.

Ich habe mich seit dem letzten Brand auf dem Palmhof gar nicht mehr getraut etwas zu sagen, da ich vermutlich sonst in Zukunft für jede Havarie verantwortlich gemacht werde. Dabei hoffe ich einfach nur, nicht eines Tages Kassandra zu sein. Ganz unten gibt es noch einen Teil vom dazugehörigen Steuermodell.


Wasserschutzgebiet Schafäcker Nitrat-Problemgebiet

Schafäcker

Fakten zum chlorieren vom Trinkwasser

18. Februar 2025

Hier ein sehr aktueller Review vom 21. Januar 2025 in Environmental Health Perspectives von der Universität Upsala: Exposure to Drinking Water Trihalomethanes and Risk of Cancer: A Systematic Review of the Epidemiologic Evidence and Dose–Response Meta-Analysis .

Die Schlussfolgerung lautet: „Gemäß den Kriterien des World Cancer Research Fund haben wir Hinweise darauf gefunden, dass Trihalomethan im Trinkwasser das Risiko von Blasen- und Darmkrebs erhöht und zwar bei Werten, die unter den derzeitigen Grenzwerten in den USA und der EU liegen, was darauf hindeutet, dass diese nicht vor Krebs in der Allgemeinbevölkerung schützen.“

Ich habe noch viel mehr Veröffentlichungen hierzu gefunden. Aber erhöht, oder nicht erhöht, eine prophylaktische Chlorierung von Trinkwasser sollte unbedingt unterbleiben.

Nicht nur das Krebsrisiko ist problematisch, auch führt das Vorhandensein von Chlor/Chloraminen im Abwassersystemen zu zahlreichen Problemen. So die potenzielle Freisetzung von Metallionen und die Beschleunigung der Rohrkorrosion, die Erzeugung toxischer stickstoff- und jodhaltiger Desinfektionsnebenprodukte, sowie die Förderung horizontaler Übertragungen von Bakteriengenen unter der Belastung durch unterschiedliche Chlor-/Chloraminarten, was zur Verbreitung von Chlorresistenzgenen oder Antibiotikaresistenzgenen führen kann.

Durch die unbeabsichtigte Mischform von Chlor/Chloraminen könnten die oben genannten Probleme weit weniger kontrolliert und vorhersehbar werden, was zu zahlreichen gesundheitlichen Bedenken und wachsender Besorgnis führt. Einen Übersichtsartikel hierzu von 2023 gibt es hier:

Mixed chlorine/chloramines in disinfected water and drinking water distribution systems (DWDSs): A critical review

Alles zum Trinkwasser auf dem Hieronymus: https://hieronymus-online.de/?s=Trinkwasser

Wie deutsche Bauern das Finanzamt melken

Die Brüsseler Behörde hatte die Klage gegen die deutsche Umsatzsteuerpauschalierung in der Landwirtschaft am 10. Februar 2022 zurück gezogen, da der Satz der Pauschalierung jedes Jahr angepasst würde. Dies ändert allerdings nichts daran, dass die Landwirte sich selber ihre eigenen Gülle verkaufen und daran gut verdienen. Aber ich weise darauf hin dass der Artikel unten 6 Jahre alt ist.

von Hannah Miriam Jaag am 12. August 2019

Am 25. Juli 2019 verklagte die EU Kommission Deutschland vor dem EU-Gerichtshof wegen Nichtanwendung der EU-Mehrwertsteuer-Regelung für Landwirte.

Nach den geltenden EU-Vorschriften können die Mitgliedstaaten eine Pauschalregelung anwenden, wonach die Landwirte ihren Kunden einen Pauschalbetrag („Pauschalausgleich“) auf ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Dienstleistungen in Rechnung stellen können. Die Regelung ist eigentlich für Landwirte gedacht, die bei der Anwendung der normalen Mehrwertsteuerregelung auf verwaltungstechnische Schwierigkeiten stoßen dürften.

Deutschland wendet die Pauschalregelung jedoch standardmäßig auf alle Landwirte an. Siehe Besteuerung: Kommission verklagt Deutschland vor dem EU-Gerichtshof wegen Nichtanwendung der EU-MwSt-Regelung für Landwirte

Hierzu kam in der taz am 11. August 2019 der Bericht:

Wie deutsche Bauern das Finanzamt melken

So berechnen Landwirte einen Preis von bis zu 14 Euro pro Tonne Gülle, obwohl auf dem Markt nur 3 Euro üblich sind. Die Biogasanlagen haben damit kein Problem, da ihre Betreiberfirma den Landwirten selbst gehört. Wegen des überhöhten Preises kassieren die Landwirte mehr Umsatzsteuer.

Im Groben zusammengefasst: Die Landwirte verkaufen sich selber zu überhöhten Preisen Gülle und kassieren dafür Umsatzsteuer.

Dies funktioniert über eine Pauschale, die das Finanzministerium festsetzt. Der Bauernverband liefert den Landwirten dann Steuerberater die wissen, wie man diese Pauschale anwendet.

Der Bundesrechnungshof vermutet, dass Landwirte im Jahr 200 Mio Euro mehr Umsatzsteuer einnehmen, als sie an den Staat weiterleiten.

Deutsche Landwirte bekommen also eine „Überkompensation“. Dies ist nach den EU-Vorschriften nicht zulässig und führt zu großen Wettbewerbsverzerrungen auf dem Binnenmarkt, insbesondere zugunsten großer Landwirte.

Dieses Geschäftsmodell fördert die Produktion von Gülle und belohnt industrielle Tierställe.

* Chronik von Hüfingen von August Vetter 1984

Flausbau – Bau von fassadenintegrierten Fledermauskästen


Lebensraum statt nur Fassade
Langfristige Quartierlösungen für Fledermäuse bei energetischen Gebäudesanierungen

Artenhilfsmaßnahmen für Fledermäuse im Rahmen energetischer Gebäudesanierungen – FLAUSBAU

Wer Heizkosten sparen und Treibhausemissionen reduzieren möchte, entscheidet sich häufig für eine energetische Haussanierung mittels Wärmedämmverbundsystemen (WDVS). Diese Maßnahme soll aber nicht zulasten von gebäudebewohnenden Fledermausarten gehen, die insbesondere in Altbauten geeignete Quartiere finden. Dafür startet der NABU Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) das Forschungsprojekt FLAUSBAU.

FLAUSBAU ist ein vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gefördertes Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E Vorhaben), welches neue Quartierangebote für Fledermäuse bei Gebäudesanierungen schaffen soll.

Dabei entstehen Fledermauskästen, die als Modul in die WDVS integriert werden können. Diese Fledermauskastenmodule könnten nicht nur wegfallende Quartiere ersetzen, sondern auch langfristig das Quartierangebot steigern. Dafür werden Prototypen entwickelt und deren Annahme durch Fledermäuse wissenschaftlich erprobt. Im Anschluss erfolgt dann die Installation und Überwachung der praxisgeprüften/bewährten Module im Zuge der Sanierungsarbeiten.

Gesucht werden Teststandorte!

Wer bundesweit Sanierungsprojekte in den Jahren 2027/2028 mit Fledermausvorkommen kennt, die sich möglicherweise als Monitoring-Standorte eignen, kann sich gerne wenden an:

Flausbau (ät) NABU-RLP.de

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