Worte können unser Recht und unsere Freiheit nicht erobern!

Am Sonntag sind Wahlen!

Lieber Hüfingerinnen und liebe Hüfinger,

dieses Jahr dürfen wir am 8. März einen Landtag für Stuttgart wählen. Der 8. März ist ein besonderer Tag und soll auch daran erinnern, dass Frauen in der Politik, auch heute noch, so gut wie keine Rolle spielen. Wir werden hier in Südbaden von Stuttgart fremdbestimmt und wurden für die Wahlen extra in den Schwäbischen Kreis eingegliedert.

Meine Meinung zur Stuttgarter Politik habe ich schon sehr oft kund getan: Baden nach Bayern eingliedern?

Die 35 Landkreise, 9 Stadtkreise und 70 Wahlkreise in Baden-Württemberg sind ein unsinniger Luxus und dienen der übermäßigen Versorgung der Landräte, Politiker, Landesbeamten und Dezernenten auf Steuerzahlerkosten. Eine Zusammenlegung der Landratsämter und Wahlkreise auf etwa 20 würde nicht nur Milliarden einsparen, sondern wäre auch deutlich gerechter und effektiver. Aber es wird natürlich keiner der wichtigen Männer seine Pfründe freiwillig aufgeben und die AfD steht schon in den Startlöchern an den Fleischtöpfen bereit.

S’rumoret zmol landuff, landab.
Min Nochber debret bsässe:
Jetzt, guck emol des Gschmier do aa,
d’Badenser sottes fresse.

Südweschtstaat schtoht do krottebroat,
Potzhageldunderwätter,
sott ech am End en Schwob no geä?
Ho sell, sell wär no nätter.

..
Glaub nu, iis ginges dräckig gnueg,
mier dierftet ninnt me sage.
Vum Muschterländli wäret d’Liit
… halt blos s’fifft Rad am Wage.


>Gottfried Schafbuch 1950

Wie der Hüfinger Frauenverband schon 1849 festgestellt hatte:
Worte können unser Recht und unsere Freiheit nicht erobern!

Trotz allem Frust bitte ich euch: Geht wählen!

Hier die Ergebnisse 2021 von den Parteien mit Direktkandidaten. 2021 gab nur eine Stimme von daher steht hier nur der Name des Kandidaten von 2026. Von den Wahlräumen in Hüfingen Kernstadt habe ich abgesehen.
Alle Zahlen ohne Gewähr!

Wer selber schauen möchte, hier geht es zu den Ergebnissen: Wahlergebnisse

Hüfingen gesamtErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE

1.013


29,09
Guido Wolf
CDU

906

26,2
Christine Treublut
SPD

256

7,35
Nikolai Reith
FDP
58616,83
Kay Rittweg
AfD
35410.17
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 782,24
Christane Fichter
Volt

11

0,32

Wahlberechtigte 2021: 5.539

Wähler/innen 2021: 3.524 Wahlbetteiligung 2021: 63,62 %

BehlaErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE

29


20,71
Guido Wolf
CDU

44

31,43
Christine Treublut
SPD
42,86
Nikolai Reith
FDP
3927,86
Kay Rittweg
AfD
139,29
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 21,43
Christane Fichter
Volt
0

0
FürstenbergErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE

34


16,83
Guido Wolf
CDU

75

37,13
Christine Treublut
SPD
20,99
Nikolai Reith
FDP
3316,34
Kay Rittweg
AfD
167,92
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 62,97
Christane Fichter
Volt
0

0
Hausen vor WaldErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE

32


20,92
Guido Wolf
CDU

44

28,76
Christine Treublut
SPD

11

7,19
Nikolai Reith
FDP

36

23,53
Kay Rittweg
AfD

17

11,11
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE
2

1,31
Christane Fichter
Volt

1

0,65
MundelfingenErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE

75


30,74
Guido Wolf
CDU

65

26,64
Christine Treublut
SPD

15

6,15
Nikolai Reith
FDP

42

17,21
Kay Rittweg
AfD

19

7,79
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE
8

3,28
Christane Fichter
Volt

0

0
SumpfohrenErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE

27


22,5
Guido Wolf
CDU

40

33,33
Christine Treublut
SPD

5

4,17
Nikolai Reith
FDP

21

17,5
Kay Rittweg
AfD

18

15,0
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE
2

1,67
Christane Fichter
Volt

0

0
Musterzettel für die Landtagswahl 2026
Muster für die Landtagswahl 2026

Es geht hier um die Landtagswahl am 8. März 2026 im Wahlkreis 55 Tuttlingen-Donaueschingen, im Speziellen um Hüfingen.

Für den Wahlkreis 55 hatte ich folgende Kandidatinnen und Kandidaten angeschrieben: Christane Fichter (Volt), Heinrich Alexandra Hermann (Die Linke), Jens Metzger (Bündnis 90/Die Grünen), Nikolai Reith (FDP), Kay Rittweg (AfD), Christine Treublut (SPD) und Guido Wolf (CDU).

Fragen zur Landtagswahl 2026

Vielen Dank an Christiane Fichter (Volt) für die Zeit und die klaren Antworten! Sie war die einzige die sich die Zeit für Hüfingen genommen hat.

Antworten von Christiane Fichter (Volt) für Hüfingen


1. Thema: Grünbrücke Hüfingen / B31
Mit dem Ausbau der B31 wurde das Landschaftsbild rund um Hüfingen stark verändert. Unter anderem ist das Naturschutzgebiet Deggenreuschen-Rauschachen durch die Trasse in zwei Teile geteilt, und die Durchgängigkeit für Menschen wie auch für Wildtiere ist stark eingeschränkt. Es wurde damals wie heute auf unsere Natur und die Menschen die hier leben keine Rücksicht genommen. 
In den vergangenen Jahren wurden erhebliche Summen in den Ausbau der B31/B27 investiert und weitere 70 Millionen sind für eine zweite Gauchachtalbrücke vorgesehen. Durch den ungezügelten Ausbau der Bundesstraßen wurden nicht nur die Menschen in Hüfingen selber „eingesperrt“, sondern auch alle nicht geflügelten Wildtiere am Wandern gehindert. So wurde mit dem Ausbau der B31 ein Naturschutzgebiet, ein Wildtierkorridor und sogar die Stadt Hüfingen in zwei Teile geteilt. 
Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich daher eine Grünbrücke, die sowohl Wildtieren sichere Wanderwege eröffnet als auch Fußgängerinnen und Fußgängern eine Querungsmöglichkeit bietet.

Frage: Wie stehen Sie zum Vorschlag einer Grünbrücke über die B31 in unserem Naturschutzgebiet?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Eine Grünbrücke ist ein wirkungsvolles Instrument, um Lebensräume, die durch Verkehrswege getrennt wurden, wieder miteinander zu verbinden. Sie ermöglicht Wildtieren sichere Wanderungen, erhält genetische Vielfalt und stabilisiert ganze Ökosysteme.

Ich gebe offen zu, dass ich für den Abschnitt an der Hüfingen/B31 noch nicht alle Details kenne. Aber wo wir zusammenhängende Lebensräume getrennt haben, müssen wir wieder Verbindung schaffen. Denn nur so bleibt die Natur lebendig und die Vielfalt der Tiere erhalten.

Eine Grünbrücke kann genau das leisten. Sie wirkt wie eine geheilte Wunde in der Landschaft. Aber nur, wenn wir sie wirklich den Tieren überlassen. Wenn Menschen sie als Spazierweg nutzen, bleiben die Tiere fern. Dann verliert die Brücke ihren Sinn.

Ich wünsche mir, dass wir die Natur nicht länger nachrangig behandeln. Dass wir nicht zuerst neue Straßen planen und erst dann darüber nachdenken, was das für die Tiere bedeutet. Ich möchte, dass wir zuerst fragen, wie wir das Gleichgewicht erhalten und wie wir Schaden vermeiden können.

Denn am Ende geht es um unseren gemeinsamen Lebensraum. Und um die Verantwortung, die wir dafür tragen.


2. Thema: Wahlrecht und Landkreisordnung
Am 24. September 1950 stimmten etwa 65% der hiesigen Wahlberechtigten gegen einen Südweststaat und für die Wiederherstellung Badens. Wohl aus Strafe hatte Stuttgart später Hüfingen als Wahlkreis zusammen mit Donaueschingen und Blumberg ins schwäbische Tuttlingen zwangsverlegt. Unter Missachtung der Volksbefragung untersteht Hüfingen der baden-württembergischen Landkreisordnung, wird von Stuttgart regiert und vom RP in Freiburg verwaltet. Im Unterschied zu 14 anderen Bundesländern dürfen wir den Landrat nicht direkt wählen und bekommen von Stuttgart einen 1. Landesbeamten bestimmt. Die Konsequenz hiervon ist, dass dies immer Männer mit Parteibuch einer der in Stuttgart regierenden Parteien sind. Kritikerinnen und Kritiker sehen darin eine Einschränkung demokratischer Mitbestimmungsmöglichkeiten auf Landkreisebene.

Frage: Wie stehen Sie zu einer Reform der Landkreisordnung, insbesondere im Hinblick auf die Direktwahl von Landrätinnen und Landräten und der Anordnung der Wahlkreise?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Mein Vater ist Badner, meine Mutter Württembergerin. Ich bin in Württemberg geboren und in Baden aufgewachsen. Ich bin gerne Badenerin und gerne Württembergerin – und damit stolz, Baden-Württembergerin zu sein. Gleichzeitig bin ich überzeugte Europäerin.

Nichts ist für die Ewigkeit. Reformen sind dazu da, Strukturen zu prüfen, anzupassen und an veränderte Realitäten anzupassen. Die Region Schwarzwald Baar ist wunderschön und vielfältig, und die Menschen hier verdienen ein System, das ihre Interessen abbildet. Es gibt Pro und Contra für eine Direktwahl von Landrätinnen und Landräten. Wie einige andere Bundesländer zeigen, kann die Direktwahl funktionieren. Ich denke, es gibt noch viele weitere Faktoren, die dazu gehören, dass bei uns meist Landräte sind und womöglich mit der gleichen Partei wie in der Regierung in Stuttgart. Wie zum Beispiel “haben wir immer schon so gemacht/gewählt”, patriarchale Strukturen etc. Aber ich freue mich, wenn mir jemand die Daten dazu aussucht, ob dies z.B. in Bayern mit direkt gewählten Landräten und Landrätinnen anders aussieht. 

Noch wichtiger finde ich, dass Informationen und Veranstaltungsankündigungen nicht nur über die Zeitung bekannt gegeben werden, sondern auch über Social Media und andere digitale Kanäle. Dabei geht es nicht nur um Informationsveranstaltungen, sondern um echte Bürgerbeteiligung: Diskussionsrunden, Workshops und andere Mitwirkungsmöglichkeiten sollten angeboten werden. Öffentliche Kreistagssitzungen könnten online übertragen werden, ergänzt durch weitere Beteiligungsformate. Vor allem ist wichtig, dass Informationen frühzeitig und mit allen relevanten Daten und Fakten bereitgestellt werden. Nur so können Menschen wirklich mitentscheiden, sich ein eigenes Bild machen und informiert mitwirken.

Die letzte große Kreisreform war 1973, als der Schwarzwald Baar Kreis entstanden ist. Eine strukturelle Reform kann sinnvoll sein, aktuell sehe ich jedoch keinen dringenden Handlungsbedarf. Für Nostalgikerinnen und Nostalgiker bleibt immerhin die Möglichkeit, das Kennzeichen DS zu wählen – ein kleiner, aber schöner Bezug zu unserer Geschichte.


3. Thema: Einsatz von Palantir-Software
Das Land Baden-Württemberg hat einen Vertrag über den Einsatz der US-amerikanischen Software „Palantir“ abgeschlossen. Kritisch betrachtet wird dabei zum einen, dass der Vertrag offenbar keine Ausstiegsklausel enthält, zum anderen, dass es alternative Anbieter gibt – darunter auch Unternehmen aus Baden-Württemberg – die aus Sicht vieler Fachleute mehr Transparenz und eine bessere rechtsstaatliche Einbettung gewährleisten könnten.

Frage: Wie bewerten Sie den Einsatz der Software Palantir in Baden-Württemberg? Halten Sie es für wichtig, stärker auf regionale und europäische Anbieter zu setzen?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Palantir wurde von dem rechtslibertären US-Milliardär Peter Thiel mitgegründet, der Demokratie kritisch gegenübersteht. Allein diese Herkunft und Abhängigkeit macht die Software Gotham für den Einsatz in kritischer Sicherheitsinfrastruktur hochproblematisch. Daneben geht mit der Software aber auch Intransparenz und Kontrollverlust einher. Zwar wurde 2023 durch das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie eine Überprüfung des Quellcode durchgeführt, diese gilt jedoch nur für die konkrete überprüfte Version und müsste für jedes Update neu überprüft werden, wie Netzpolitik.org hervorhebt, weshalb nicht sichergestellt werden kann, dass womöglich doch Daten abfließen, bspw. an us-amerikanische Geheimdienste und es zu Verletzungen der Rechtsstaatlichkeit kommt. Die von der Landesregierung geplante Einführung von Gotham ist daher keine einfache Softwareinstallation. Es handelt sich um eine strategische Entscheidung für ein Betriebsmodell, das Schulungen, Abhängigkeiten und langfristige Integrationen mit sich bringt. Von der Polizei genutzte Software muss aus unserer Sicht jedoch geltende Grundrechte und Datenschutz achten. Gleichzeitig sollte Baden-Württemberg sich nicht langfristig an Einzelunternehmern mit autoritären Weltbildern, sondern Investitionen auch unter dem Gesichtspunkt digitaler Souveränität betrachten. Es gibt bereits Software-Alternativen in Europa, eine Möglichkeit besteht jedoch auch in einer Eigenentwicklung, wie Europol es vorgemacht hat. Dort war man mit den Ergebnissen der Software so unzufrieden, dass sogar eine Klage erwogen wurde. Eine Möglichkeit der wäre hier aber auch Innovation Hub 110 der Polizei Hessen, der als positives Beispiel für digitale Transformation in der Polizeiarbeit gilt. Dort findet seit 2020 eine EU-orientierte Entwicklung von digitalen Tools, Apps und Analyseverfahren in transparent öffentlichen Strukturen statt. Polizeiarbeit soll und muss modernisiert werden, das unterstützen wir ausdrücklich, aber wir wollen eine Polizei, die effektiv, demokratisch kontrolliert und technisch souverän arbeitet – keine blinde Abhängigkeit von US-Konzernen.


4. Thema: Qualifikation einheimischer Ingenieurinnen und Ingenieure
Deutschland – und insbesondere Baden-Württemberg – verfügt über eine große Zahl hochqualifizierter Ingenieurinnen und Ingenieure. Angesichts dessen stellt sich die Frage, warum auf international umstrittene Anbieter zurückgegriffen wird, obwohl auch im Land selbst Expertise und Innovationskraft vorhanden sind.

Frage: Sehen Sie Defizite in der Qualifikation unserer Ingenieurinnen und Ingenieure – oder sollte deren Know-how künftig stärker genutzt werden?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Wir haben sehr viele Ingenieure und Ingenieurinnen in BW und einige international bekannte Unis und Hochschulen. Während wir gerade in der Forschung und Entwicklung Vorreiter sind, haben wir aber in der Übersetzung in Anwendungen in der Wirtschaft häufig noch Defizite. In Deutschland fehlt es häufig noch an Risikokapital für die Entwicklung und Vermarktung  von Produkten und es gibt viele Hürden für die Gründung von neuen Unternehmen. Diese wollen wir angehen und Baden-Württemberg freundlicher für Gründerinnen und Gründer machen und so langfristig die Innovations- und Wirtschaftskraft unseres Landes stärken.


5. Thema: Wissenschaftsfreiheit und die Rolle vom Staat
Das sogenannte Gender Health Gap beschreibt die Tatsache, dass medizinische Forschung und Behandlung noch immer überwiegend am männlichen Körper ausgerichtet sind, wodurch Frauen Nachteile erfahren. In den USA wurde jüngst Forschung an Frauen und Kindern teilweise als „zu woke“ eingeschränkt. Auch in Baden-Württemberg gab es in der Vergangenheit politische Anträge, die den Universitäten Vorgaben machen sollten. Von Zigeunerschnitzel, Schokokuss über Tofuwurst; Worte werden verboten oder neue Worte vorgeschrieben, ein * ist schon zu Anarchie geworden. Der ÖPNV wird im Schwarzwald-Baar Kreis momentan stark eingeschränkt und die Kommunen werden gezwungen, zusätzlich zur Kreisumlage, dies auch noch zu bezahlen. Damit stellen sich die grundsätzlichen Fragen was die Aufgabe des Staates in einer Demokratie ist und was die Politiker mit den Gesetzten erreichen wollen.

Frage: Wie stehen Sie zur Wissenschaftsfreiheit der Universitäten? Wo sehen Sie ihre legitimen Grenzen – und wo beginnt politische Einflussnahme, die Sie für problematisch halten? Welche Rolle sollte der Staat in einer modernen Gesellschaft spielen?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Wissenschaftsfreiheit ist ein grundlegendes Prinzip, das gewahrt werden muss. Staatliche Projektförderung ist zunächst kein direkter Eingriff, nimmt aber natürlich Einfluss. Wenn Programme, die sich bspw. dem Gender Health Gap widmen, gestrichen werden, also der Forschung die sich Wissenslücken in der Medizin bezüglich der gesundheit von Frauen widmet aus Ideologie heraus gestrichen wird, wie wir es in den USA derzeit beobachten können, ist das nicht nur problematisch, sondern gefährdet auch die Gesundheit von Frauen.  Gleichzeitig müssen wir auch anerkennen, dass sich unsere Gesellschaft ändert und damit auch die Sprache und wie wir miteinander sprechen. Es werden keine Worte „verboten“, sie werden gesellschaftlich anerkannt als was sie sind. Rassistisch bzw. Aus einem rassistischen und/oder abwertenden Kontext. Solche Vorgaben bei Förderanträgen stellen jedoch anders als die zuvor beschriebenen Einschränkungen der Forschung zur Frauengesundheit keinen Eingriff in die Forschung ein, geforscht werden kann weiterhin völlig frei, sofern eine sensible Sprache gewählt wird. Grundsätzlich ist es normal, dass der Staat Schwerpunkte und Spielregeln für Förderanträge festlegt, schon weil ein (zu) begrenztes Budget für Forschung und Entwicklung zur Verfügung steht.


6. Thema: Haltung zu BDS und Antisemitismusprävention
Am 17. Mai 2019 hat der Deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit (CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen) den Antrag „BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen“ angenommen. Darin werden Länder, Kommunen und öffentliche Einrichtungen aufgefordert, sich dieser Haltung anzuschließen und antisemitischen Tendenzen entschieden entgegenzutreten.
Im März 2025 fand an der Volkshochschule Baar in Hüfingen eine Veranstaltung mit Bezug zur BDS-Bewegung statt. Mit unserem Geld, in unserem Raum wurden Juden entrechtet, Schändungen an Frauen gerechtfertigt und Geschichte neu geschrieben.

Frage: Wie stehen Sie zum Beschluss des Deutschen Bundestages von 2019 und zur Durchführung von Veranstaltungen mit Bezug zur BDS-Bewegung in unserer Region?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Die BDS-Bewegung ist im Kern antisemtisch und wird maßgeblich vom Palestinian BDS National Committee geführt, zu dem das Council of National and Islamic Forces in Palestine gehören, welcher Terrorgruppen wie die Hamas und die PFLP vereint. Das BDS National Committee kann insofern auch nicht als friedliche Organisation betrachtet werden. Dazu kommt, dass Flügel des BDS in der Vergangenheit auch aktiv die Verfolgung und Ausschluss von Aktivisten und Organisationen unterstützt haben, die sich für eine Verständigung und Frieden zwischen Palästinensern und Juden eingesetzt haben. Die BDS-Bewegung wird daher auch vom Verfassungsschutz beobachtet und der Beschluss des Bundestages von 2019, Antisemitismus entschlossen entgegen zu treten unterstützenswert. Gerade auch in Zeiten von zunehmendem Antisemitismus und einer sich polarisierenden Gesellschaft sind (Bildungs-) Projekte gegen Hass und für Verständigung und ein offener Dialog sowohl mit jüdischen als auch palästinensichen Akteuren wichtig. Dazu gehört auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Politik der israelischen Regierung. Das ist und muss aber mit Akteuren möglich sein, die sich tatsächlich für ein friedliches Miteinander und Verständigung einsetzen.


Letztes Jahr zur Bundestagswahl hatten wir im Januar alle Antworten der Kandidatinnen und Kandidaten. Thorsten Frei hat sogar nur einen Tag gebraucht, um zu antworten. Was sagt uns das?
Unsere Bundestagsabgeordneten sind wirklich für alle da. Derya Türk-Nachbaur und Thorsten Frei, die wirklich genug zu tun haben – und um ehrlich zu sein – es auch nicht nötig hätten sich um die Hüfinger Provinz zu kümmern. Trotzdem nehmen sie uns ernst. Kein Wunder, dass wir von Stuttgart so absolut gar nichts zu erwarten haben. Der Stuttgarter Landtag ist halt nur für Schwaben da. Aus Nostalgie möchte ich die Reden unserer Bundestagsabgeordneten raus kramen.

Hier letztes Jahr die Bundestagswahl und Antworten aus 2021 sind hier: https://hieronymus-online.de/landtagswahl-2021/.

Derya Türk-Nachbaur am 5. Januar 2025 in der Stadthalle Hüfingen
Thorsten Frei am 5. Januar 2025 in der Stadthalle Hüfingen

Hozverwachsungen

Liebe Bürgerpostleser, 

heute kommt die nächste Holzgeschichte. Bäume sind in der Lage, Dinge, die ihnen in die Quere kommen, einfach zu umwachsen. Wir hatten schon einige schöne Beispiele, ihr erinnert Euch vielleicht noch an den Balzer Herrgott bei Gütenbach und erst vor kurzem an die grandiose Astverwachsung bei Maichingen. Die heutigen Fotos hat mir Frau Dr. Ulrike Guttenberger geschickt, die mit Ihrem Mann in Hohenlohe beheimatet ist. Sie ist aber ein Kind der Baar und wenn sie meine Fotos vom schneebedeckten Feldberg sieht, schreibt sie „ich habe Heimweh“. 

Wenn man das Bild oben anschaut, denkt man, man sei in einem falschen Film, so unverständlich sieht es aus. Zwei Schilder, die am selben Baum eingewachsen sind. Das Naturdenkmalschild habe ich übernommen, um mir klarzumachen, wie es überhaupt hängen soll. Ihr seht es, zu meiner Überraschung, mit dem Spitz nach unten, umgekehrt wie bei den Verkehrszeichen. Auf jeden Fall ist es so, dass die Grundlinie des Zeichens den Baum veranlasst hat, das Zeichen „aufzufressen“. Vielleicht war es zu eng am Baum befestigt und beim Dickenwachstum des Stammes kam es zur Überwallung. Der Hammer ist, dass fast die ganze Länge vereinnahmt wird, obwohl der Baumdurchmesser deutlich kleiner ist. Man kann nur staunen. 

Oben das zweite Schild, das unterhalb des Naturdenkmalschildes ebenfalls überwallt wurde und noch wird. Dort ist die Richtung nach oben im Gegensatz zum ersten Schild. Ironie am Rande, dass der Schildtext besagt, dass es untersagt ist, Pflanzen zu schädigen, na ja, ob eine Überwallung eine Schädigung ist, ist die andere Frage. 

Sicherlich wäre es interessant zu schauen, wie sich die Geschichte weiterentwickelt und in 10 Jahren aussieht. Ulrike, denke bitte daran. Vielen Dank.

Die Bilder oben sind selbstredend, ein großer Ackerstein verkeilt und verwachsen zwischen zwei Auslegern eines Baumes. Hier stelle ich meine obligatorische Frage, ist der Stein hochgewachsen oder war er von Anfang an in derselben Höhe – wie jetzt – platziert. Ich bin sehr gespannt auf die Antworten. Ulrikes schöner Hund scheint auch hochinteressiert an der Sache zu sein, wahrscheinlich hat er so etwas noch nie gesehen.

Ulrike, vielen Dank für die tollen Baumverwachsungsbilder, ich glaube, es wäre schade gewesen, wenn es nicht hätte thematisiert werden können.

Herzliche Grüße
Franz Maus

205 Jahre Zerstörung der Anlage

Bild vom Frank noch mit dem letzten der Bäume der schon halb zerstört wurde und die gerodete Fläche vor dem Hotel. Der Himmel wurde in dramatische Farben geändert.

In der Nacht vom 4. auf den 5. März 1821 wurden auf dem Rotrain 216 Bäume umgehauen.

In Erinnerung an die Zerstörung der „neuen“ Anlage!
Zur Mahnung, da Bäume auch über 200 Jahre später immer noch unerwünscht sind.
Für eine Zukunft der nächsten Generation mit Bäumen!

Willkommen bei den Freunden der Natur Hüfingen!

Auch 205 Jahre später leben wir noch.
Für die Hüfinger Natur!

Wie die Blätter am grünen Stamme wachsen und abfallen, so die Geschlechter der Menschen. Das Eine stirbt ab und ein Anderes wird geboren.
Epitaph des Anton Schellenberg von Luzian Reich senior

Wie die Blätter am grünen Stamme wachsen und abfallen,
so die Geschlechter der Menschen.
Das Eine stirbt ab und ein Anderes wird geboren.

aktualisierter Originalartikel vom 5. März 2021

Johann Nepomuk Schelble
(1789 -1837)
Zeichnung von unbekannt.

Vor über 200 Jahren gab es in Hüfingen den Verein „Freunde der lieben Natur“. Diesem Verein gehörten Hüfinger Künstler um Luzian Reich senior an. Mit dabei war auch Johann Nepomuk Schelble, der Bruder von Maria Josefa Reich und einer der Gründer des Cäcilienvereins in Frankfurt a. M.

Die Freunde der Natur entschlossen sich in Hüfingen mehrere Anlagen zu erbauen.

„Die Ruhe im Tempel der Natur besänftiget die Stürme des Gemüts“ war die Inschrift an der „Johannishütte“ in den gemeinsam von Bürgern und Beamten geschaffenen „Anlagen“ im nahen Tannengewälde des „Rotenraines“. (Lucian Reich im Denkbuch)

Eingang der Anlage von der Nordost Seite. Gewidmet Seiner Wohlgebohren Herrn Hofrath Baur, Director des Vereins gezeichnet von Luzian Reich senior 1820
StAF B 695/1 Nr. 731

Waldhisli an der Stelle der ehemaligen Johannishütte oder Johanniskapelle

Fast die ganze Stadt Hüfingen stand hinter der Anlage und sehr viele hatten geholfen sie aufzubauen. So wurde ein Steg über die Breg gebaut und ein Forstweg errichtet. Auch wurde eine Kapelle errichtet mit einem „Johannes in der Wüste“. Die Anlagen ist in „erstaunungswürdiger Anstrengung“, so der damalige Hofrat Anton Baur, in kürzester Zeit entstanden. In der Nacht zum Fasnet Sonntag, vom 4. auf den 5. März 1821, wurden große Teile in der Nacht von Frevlern zerstört.

39 – Lehrer Reich
40 – Musiker Schelble

Mehr zur Zertörung der Anlage gibt es in der Akte:
Akte über die Anlage auf dem Rotrain aus 1820 bis 1845

Mitgliederliste der Freunde der Natur 1833.
(Staatsarchiv Freiburg Akte Rotrain StAF B 695/1 Nr. 731)

In der Akte vom Staatsarchiv ist die Abschrift eines später verfassten Spottgedichts über die Zerstörungsnacht mit dem Akrostichon: „FALLER AUER RUF“ vorhanden. Der Verfasser des Gedichts wollte damit auf die Identitäten der Missetäter hinweisen (Landesarchiv Baden-Württemberg).

Spottgedicht von 1821
Staatsarchiv Freiburg B 695/1 Nr. 731

Abschrift

Die Zersterung der neuen Anlag in der Nacht vom 4. auf den 5. März 1821

Fallet Bäumchen fallet
Alles heute nacht erschallet
Laut vom Jubelthon
Luna selbst wird mich erheren
Eine Anlag zu zersteren
Ruf ich auch noch Pluto an

Als uns gedanken=Räthe niemand wollte Mehren
Unterstand ich mich, und half zersteren
Ein Erholungsort sehr angenehm und schön
Ruf ich jetzt Ruhe es ist geschehen.

Ruft nicht so laut! Sprach nach vollbrachter That ein Heüchlerischer Bether
Und nehmt euch wohl in Acht, es gibt ein fürchterliches Wetter.
Fort fort es ist geschehen, wir müssen jetzt ganz still nach Hause gehen.

Ein alter Briefkopf zeigt Hüfingen etwa 1840 mit den Pappelpflanzungen und der Anlage am Rotrain.

Die Namen der Zerstörer der Anlage waren damals bekannt, aber sie wurden vor einem Verfahren geschützt. Der Schutz ging noch bis ins Jahr 1984 in die Chronik von August Vetter über. So steht zu den Freunden der Natur in der Chronik gleich gar nichts, sondern es wird nur eine „Baumschule“ erwähnt:

Äpfel- und Birnbäume sollten in ihr gezogen werden. Mit besonderem Eifer setzte sich Oberamtmann Baur für diese Baumschule am Rotrain ein. Oberlehrer Luzian Reich und Stadtrat Josef Burkhard überwachten die Ausführung der Pläne, die auch eine Allee zur Baumschule vorsahen.

Ansicht von Hüfingen 1833 vom Roten Rain aus. Zeichnung von Josef Brukhard.
Ansicht von Hüfingen 1833 vom Roten Rain aus. Zeichnung von Josef Brukhard.

Diese Allee wurde mit 400 Pappeln bepflanzt, die vom Fürsten Karl Egon von Fürstenberg gestiftet wurden. Er übernahm auch den größten Teil der Kosten für den Steg im Mühlöschle, der dort über die Breg führte und 1823 gebaut wurde.

Als die Anlage fertiggestellt war und die Bäume kräftig heranwuchsen, wurden in der Nacht vom Fastnachtssonntag zum Fastnachtsmontag in dieser Anlage 216 Bäume frevelhafterweise umgehauen.
Zwar wurden die Täter ermittelt, aber im Hinblick auf deren Familien schonlich behandelt.

Die heute kaum noch erkennbare Anlage mit den 216 Bäumen befand sich im Gewann Rotrain also westlich vom Römerbad.

Aus Orthophotos 1968 von leo-bw
Gewann Rotrain

Was noch lange stand war das „Waldhisli“ an der Stelle der Johanneskapelle, oder wie Lucian Reich im Denkbuch sagt, Johanneshütte. Heute befindet sich auf dem Fundament ein Teil vom Römerpfad und es war ein Teil vom nicht realisierten Konzept des Architekten Hermann Sumser.

Weg durch den alten Steinbruch angelegt durch die Freunde der Natur 1820
Bild aus der Hüfinger Chronik mit dem Brunnen
Vielleicht war es der Johannes von der Kapelle. Foto: 1886 J. Nepomuk Heinemann
Der Weg führte zur Kapelle mit einer Statue des heiligen Johannes in der Wüste auf dem Giebel

Das Waldhisli wurde vermutlich auf das Fundament der Johannes Kapelle gebaut

Schild auf derAnlage am Rothrain mit Waldhisli

Stein vom Fundament

Die Zerstörung der Anlage wird auch im Hieronymus von Lucian Reich junior in Kapitel 5 mehr- oder weniger thematisiert:

Das schien auch dem Kleinen das vernünftigste zu sein; und der Vetter sagte ihm dann, sie wollten jetzt noch einen Gang durch den fürstlichen Hofgarten machen. Der Hofgärtner besorgte früher den Dienst im Schloßgarten zu Hüfingen, wo ihn der Feldwaibel oft besucht und manche Tulpenzwiebel oder sonstige Sämerei von ihm erhalten hatte. Sie trafen den Mann im Garten, vor dem Treibhaus; und während er ihnen bereitwillig die Pflanzen und Blumen zeigte, erzählte er seinem Freunde, daß die fürstliche Regierung nächstens einen Befehl ergehen lassen werde zur Bepflanzung der Landstraßen mit Obstbäumen. „Es ist wahrhaftig kein Überfluß”, meinte er, „wenn die Baar mit Bäumen geziert wird. Denn, sagt selbst, Feldwaibel, ist es nicht ein trostloser Anblick, wenn man zum Beispiel aus dem schönen Kinzigtal heraufkommt und unsere baumlose Hochebene überschaut?”

„Wie man’s nimmt”, entgegnete der Feldwaibel. „Als Gärtner habt Ihr vollkommen recht. – Fragt aber einmal einen Bauern, der wird Euch sagen, daß es in der Welt nichts Schöneres gebe als so ein glatter Fruchtösch, Feld an Feld wie ein Schachbrett – insonderheit wenn die Ernt reif ist und das Aug über die gelben, im Sonnenschein wie ein Meer schwankenden Kornfelder hinschauen kann.”
„Ganz richtig”, versetzte der Hofgärtner. „Hätt ich aber zu befehlen, so müßte mir jeder Bauer wenigstens ein halbes Dutzend Obstbäume in jeden Acker pflanzen.”
„Würde nicht lang guttun”, meinte der Feldwaibel, „der Bauersmann ist kein Freund vom Schatten; und das hiesige Klima ist dem veredelten Obstbaum nicht günstig. Besser als das wäre meines Erachtens, wenn man das Wildobst im Wald und Feld mehr schonen würd. Erinnere mich noch recht wohl, wie wir daheim den ganzen Winter über gedörrte Holzäpfelschnitz oder teige Holzbirnen im Vorrat gehabt haben. Und eine ordentliche Kunkelstube hätt Euch den Abend nicht rumzubringen gewußt, wenn die Spinnerinnen keine Schnitz oder gedörrte Schlehen zum ‚Annetzen’ gehabt hätten. – Und jetzt noch darf in keinem rechten Bauernhaus das Fäßle hinterm Ofen fehlen, in dem die Bäurin ihren Essig aus Wildobst aufbewahrt.«

„In dem Punkt mögt Ihr recht haben, Feldwaibel”, räumte der Hofgärtner ein. „Andernteils aber müßt Ihr wieder zugeben, daß so manches unbenützte Plätzlein um Haus und Dorf vorhanden ist, wo ein Baum, gleichviel, ob Obstbaum oder sonst einer, recht gut stehen und niemand im Weg sein würde.”

„Einverstanden, Herr Hofgärtner, bin ganz Eurer Meinung”, sagte der Feldwaibel, „und bedaure nur, daß der alte Brauch mit Pflanzen von Linden so ganz abzukommen droht. Denn abgesehen von den Gemeindelinden ist keine Kirch, kein Kirchhof, keine Kapell oder Schützenhaus gewesen, wo früher nicht Linden hingepflanzt worden sind. – So ein Lindenbaum aber ist für den Landmann eine kleine Apothek, wo er den Lindenblütentee umsonst haben kann, für die Immen im Frühling aber eine wahre Honigweid. – Und daß auch der Holzbildhauer am liebsten zum Lindenholz greift, wenn er etwas Schönes machen will, ist bekannt.“

Kapitel 5 Hieronymus

Akte über die Anlage auf dem Rotrain aus 1820 bis 1845. Geschichte der Freunde der Natur Hüfingen.

Plakate, Plakate…

Es herrscht Landtagswahlkampf, und in der Stadt hängt alles voller Plakate. Am Ortsausgang in Richtung Schwarzwald grüßt das BSW (gibt es das also auch noch in Baden-Württemberg – wie heißt es doch neuerdings?) in großer Aufmachung mit dem Slogan Lehrkraft statt Wehrkraft. Während es dann drüben in Wolterdingen an den Laternenmasten wieder überwiegend Politikerköpfe sind. Nicht anders in Hammereisenbach, wo ich ins Urachtal abzweige, um über die Kalte Herberge zum Thurner zu gelangen.

In Urach, gleich hinterm Sägewerk, haben sie aus einem ganz anderen Anlass plakatiert. Hier grüßt kein Wahlkämpfer, sondern es strahlt Eine vom Plakat, die die Republik kürzlich in einen wahren Freudentaumel versetzt hat: Skiclubkameradin Daniela Maier, die Goldmedaillengewinnerin. Mein Club, für den auch ich vor einem halben Jahrhundert noch Rennen bestritten habe und dem ich mich nach wie vor verbunden fühle, ist zu Recht stolz auf sie!

Daniela Maier Olympiasiegerin im Skicross Der SC Urach ist stolz auf dich!

Lang genug haben wir uns doch vor der Glotze mit vierten Plätzen, mit Stürzen und Formschwächen unserer Athleten abzufinden gehabt, ehe Daniela uns endlich mit ihrem ebenso gewagten wie gekonnten Ritt erlöst hat. Und wie da Glückstränen geflossen sind – bei der Siegerin wie bei ihren im Bus angereisten Fans! Wann waren Schwarzwälder (im Publikum leicht erkennbar an roten Bollenhüten) zuletzt so aus dem Häuschen geraten wie an diesem 20. Februar in Livigno, und auch zuhause am Fernsehgerät war man überwältigt – selbst wenn einem der Sinn bis dahin nie nach Skicross, sondern eher nach nordischen Skisporterfolgen gestanden hatte. Ist der Schwarzwald auf internationaler Bühne je charmanter und sympathischer vertreten worden?

Talaufwärts wirken die Glücksgefühle weiter nach, auch wenn die Lifte, an denen die kleine Daniela einst ihre ersten Schwünge gelernt hatte, anscheinend schon länger außer Betrieb waren; nur noch ein paar schmutzige Schneereste erinnerten an den Schwarzwaldwinter. Drüben, jenseits des Hohlen Grabens, war noch weniger davon zu spüren, wo hier um diese Jahreszeit ja eigentlich das Eldorado von Langläufern und Skiwanderern zu erhoffen war: die Thurnerspur mitsamt dem Fernskiwanderweg.

Und als ob da die trüben nostalgischen Gedanken nicht schon ausgereicht hätten für ein Stimmungstief, wird der Blick neben der B 500 und gegen die Rheinebene hinunter nun urplötzlich auch noch von einem Großplakat eingefangen, als ob das Naturschutzgesetz Werbung in freier Landschaft, gar im Landschaftsschutzgebiet, nicht untersagen würde. Und die Aufschrift, unübersehbar in Großbuchstaben und bebildert mit einer zähnefletschenden Bestienschnauze neben einem zarten Lämmlein, lässt keinen Zweifel zu, worum hier geworben wird: Euer Wolf, unser Problem! Land- und Gastwirtschaft. Gemeinsam stark im Hochschwarzwald.

Ja holla, seit wann bedrohen Wölfe nicht mehr nur die Nutztierhaltung, sondern auch die Hochschwarzwälder Gastronomie? Wo die Umweltministerin im Nordschwarzwald doch kürzlich erst den „Wolfstourismus“ entdeckt und „aus Artenschutzgründen“ lebhaft beklagt hat: die Unart von Hundehaltern nämlich, sich mit ihren Lieblingen im Territorium des „Hornisgrinde-Wolfs“ in den Nationalpark aufzumachen, um so die Chancen auf eine Begegnung mit Isegrim und für ein Foto zu erhöhen. Was in der winterlichen „Ranzzeit“ der Wölfe, wie man fürchtet, in Ermangelung von artgerechten Partnern womöglich zu Hybriden, zu Kreuzungen mit Hündinnen führen könnte. Weshalb der zutrauliche Wolf nach der Entscheidung des Umweltministeriums von einem Spezialisten-Team bis spätestens zum 10. März dieses Jahres erlegt („entnommen“) werden soll, wie es der Mannheimer VGH nach der Beschwerde der Naturschutzinitiative e. V. bestätigt hat.

Plakat mit Eurer Wolf, unser Problem von Land- und Gastwirtschaft.

Vermögen Plakate je unterschiedlichere Gefühle und Assoziationen auszulösen, als jene zwischen Urach und Thurner? Hoffen wir, dass auch die Wahlplakate nächstens ihren Zweck nicht verfehlen. 

In der Touri-Info gibt es Taschenaschenbecher!

In der Tourist-Information gibt es Taschenaschenbecher geschenkt.

Das 1. Fröhliche Hüfinger Kippenpulen

Beitrag vom 26. Oktober 2025

Beim 1. Fröhlichen Hüfinger Kippenpulen hatten die Freunde der Natur Hüfingen schlagkräftige Hilfe von den City Cleaners Germany – Schwarzwald-Baar-Kreis mit Miriam Steup und Georg Bentele aus Bad Dürrheim. Dank ihrer Hilfe ist die Hauptstrasse jetzt kurzfristig hübscher anzuschauen und das Kippenpulen wurde richtig fröhlich. Wir werden es im Frühjahr wiederholen und bis dahin haltet bitte unsere Umwelt sauber!

alle fünf vor dem Kirchturm
Miriam Steup, Thomas Kring, Hannah M Jaag, Norbert Deininger, Georg Bentele
gesammelte Kippen in Hüfingen
Kippenhaufen vor Gully

Jede einzelne achtlos weggeworfene Kippe verseucht unser Wasser, schädigt Bodenorganismen, tötet Amphibien und Insekten. Die Nanopartikel mit den Toxinen und das Plastik belasten unsere Umwelt dauerhaft.

Poster Umweltproblem Zigarettenkippe
600 Kippen in Messbecher
Cellulose-Acetat Fasern auf Straßen und Wegen
Kippen vor Gully
stopp! Kippen

Hüfingen Kippenfrei!

Hüfingen im Mai 2025

Liebe Hüfingerinnen,
liebe Hüfinger,

es ist mir ein großes Anliegen, dass Zigarettenkippen nicht mehr in der Natur und auch nicht auf der Straße entsorgt werden!

Deswegen haben wir ein kleines Projekt mit Taschenaschenbecher gestartet.


Im Rahmen dieses Projektes haben wir Taschenaschenbecher auf einschlägigen Bänken verteilt. Diese dürfen gerne gefüllt oder auch mitgenommen werden.

Des weiteren gibt es unser Taschenaschenbecher zu verschenken:

  • Im Krokodil
  • In Rosis Blumenstudio
  • In der Tourist-Info

Genaueres kann man auch auf der Webpage der Freunde der Natur Hüfingen nachlesen:
Hüfingen kippenfrei

Vorher, währenddessen und auch nach dem Rauchen: Menschen, Amphibien, Fische, Insekten, Pflanzen – alles Leben wird beeinträchtigt.
Bitte haltet unsere Umwelt gesund!

Inhalsstoffe von Tabak

Infos von: proRauchfrei

Teer

Teer verklebt die Flimmerhärchen in den Atemwegen und der Lunge. Dadurch bedingt kann beispielsweise Staub nicht mehr abgehustet werden. Als Folge davon lagern sich Staubpartikel und daran haftende Schadstoffe und Krankheitserreger in den Atemwegen und der Lunge ab.

Teer wird u. a. im Straßenbau verwendet und wurde im Jahr 2002 im Zusammenhang mit dieser Anwendung als überwachungsbedürftiger, gefährlicher Abfall eingestuft (Abfallschlüssel 17 03 01 – kohlenteerhaltige Bitumengemische).

Bei einem täglichen Konsum von einer Schachtel Zigaretten nimmt die Lunge im Laufe eines Jahres etwa die Menge Teer auf, die eine handelsübliche Teetasse fassen kann.

Quecksilber

Quecksilber wirkt u.a. als Zellgift auf Proteine, daher sind lösliche Verbindungen des Quecksilbers giftig. Quecksilber-Dämpfe gelangen z. B. durch die Schleimhäute und über die Lunge in den Körper und werden im zentralen Nervensystem sowie in der Niere eingelagert, wo sie ihre toxische Wirkung entfalten. Bei einer chronischen Quecksilber-Exposition kommt es zu Mattigkeit, Schwindel, Schlaflosigkeit, Gedächtnisschwund, Abfall der Konzentrationsfähigkeit, Übererregbarkeit, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen, Zittern, Haarausfall und Depressionen.

Quecksibler wird industriell u. a. im Bereich der Schädlingsbekämpfung und bei Spezialleuchtmitteln eingesetzt. Früher wurde Quecksilber auch bei der Herstellung von Amalgamplomben verwendet. Bei der Zigarettenherstellung wird Quecksilber zur Reinigung der Tabakblätter eingesetzt.

Auf normalem Wege tritt bei regelmäßigen Fischessern eine erhöhte Queck-silberkonzentration auf. Besonders belastet sind hier Hai, Schwertfisch, Markrele, Marlin und Thunfisch (Stand 5. 2. 2003). Auch in Gemüse ist in den letzten Jahren ein Ansteig der Quecksilberbelastung nachzuweisen (bedingt durch Schädlingsbekämpfungsmittel) – besonders belastet sind Blattgemüse.

Arsen

Arsen ist ein Element der Stickstoffgruppe, zusammen mit den ebenfalls giftigen Elementen Phosphor, Antimon und Bismut. Arsen hat halbmetallischen Charakter, wobei es in seinen metallischen Eigenschaften zwischen Phosphor und Antimon steht. Wie Phosphor ist es als Stickstoffgruppenelement sehr reaktionsfreudig und kommt in vielerlei organischen und anorganischen Verbindungen vor.

In der Natur vorkommend findet man das goldgelbe Arsentrisulfid, das unter dem Namen Auripigment oder Rauschgelb von Malern als Goldersatz verwendet wurde. Da die so gemalten Bilder eine gewisse Giftigkeit verbreiteten, wird es heute in geschlossenen Räumen nicht mehr benutzt.

Organische Arsen-Verbindungen wurden vor der Penicillin-Ära zur Chemotherapie der Syphilis und verschiedener Protozoen-Erkrankungen benutzt. Damit war Arsen eines der ersten Antibiotika (anti: gegen, bios: leben, z. B. Salvarsan). Es bringt Kleinstlebewesen, besonders Parasiten, schnell den Tod. Leider zu leicht auch dem Wirt. Diese Eigenschaft von Arsen, sich gerne an Parasiten und anderen Mikroben zu vergreifen, war lange Zeit Grund für eine der hauptsächlichen gewerblichen Verwendungen von Arsen: Es wurde und wird noch in Pflanzenschutzmitteln eingesetzt. Dabei können Rückstände zu schädlichen Anhäufungen auf Obst, Früchten und sogar im Tabak führen. Im Tabak war es (zumindest bis 1951) in zunehmendem Maße vorhanden (1932: 12,6 Mikrogramm, 1951: 42 Mikrogramm). Dort erhöht es die anderen kanzerogenen Eigenschaften der Zigaretten.

In folgenden Industriezweigen ist Arsen zu finden: Arzneimittelherstellung, Bergbau/Hüttenwesen, Druckereitechnik, Lederwarenherstellung, Sprengstoffindustrie; außerdem ist Arsen Bestandteil von Klärschlämmen und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Die Toxizität von Arsen und seinen Verbindungen ist unterschiedlich. Metallisches Arsen und schwer lösliche Sulfide sind fast ungiftig, während 3-wertiges Arsen hoch giftig ist. Beim Einatmen von Arsendämpfen werden Schleimhautreizungen, Lungenödeme, Störungen der Nieren- und Leberfunktionen verursacht. Eine Vergiftung äußert sich in Hautreizungen, Kopfschmerzen oder sogar in Tumorbildung.

Cyanide

Cyanide sind Salze der Blausäure (Cyanwasserstoffsäure), die das giftige Cyanid-Anion enthalten. CN sind industriell im Bergbau/Hüttenwesen, in der Metallverarbeitung und Galvanik, in Schädlingsbekämpfungsmitteln, in Farben und Lacken sowie in Erdöl und Kohle zu finden. In diesen Betrieben sind die CN besonders in den Abwässern eine Problemsubstanz. Cyanide wirken toxisch, wenn Blausäure durch Hydrolyse freigesetzt wird, der entstandene Cyanwasserstoff wirkt durch Lähmung des Atemzentrums sofort tödlich.

Cyanide sind für Menschen und Tiere, insbesondere Fische. aber auch Algen hochgiftig. Nach Auskunft des Umweltbundesamtes kann freies Cyanid schon bei einer Konzentration von 40 Millionstel Gramm (Mikrogramm) pro Liter Forellen töten.

Blausäure

Blausäure, also Cyanwasserstoff, ist eine farblose, nach Bittermandeln riechende, sehr giftige und schnellwirkende Substanz, die über die Blockade von Atmungsenzymen die Verbrennung des Sauerstoffs in den Zellen verhindert. Die Wirkung der Blausäure führt damit zu einer Art innerem Ersticken.

Es sei erwähnt, dass bei der Verbrennung von Polyurethanen, also von zahlreich verwendeten Kunststoffen, Blausäure freigesetzt wird. Daher können u. U. sogar Wohnungsbrände zu tödlichen Blausäurevergiftungen führen. Dabei gilt als Faustformel, dass von den dabei entstehenden giftigen Gasen rund 1/3 Kohlendioxid/Kohlenmonoxid, 1/3 Rauchgase und 1/3 Blausäure sind. Ansonsten kommen Vergiftungen mit Blausäure in der metallverarbeitenden und chemischen Industrie, bei der Schädlingsbekämpfung sowie bei der Verschwefelung organischen Materials vor. Weiterhin enthält Tabakrauch teilweise erhebliche Blausäurekonzentrationen.

Nitrosamine

Nitrosamine kommen in der Umwelt des Menschen in vielen Bereichen, u.a. auch in Nahrungsmitteln, Tabak, Kosmetika, Bedarfsgegenständen aus Latex u.a.m. vor (exogene Belastung).

Auch im menschlichen Organismus selbst ist eine Nitrosaminbildung möglich (endogene Belastung), da sowohl die Umwelt als auch die Nahrung nitrosierbare Amine und nitrosierende Stoffe enthält (z. B. Nitrit oder Stickoxide). Bei diesen Substanzen handelt es sich um „Vorläufer“ der Nitrosamine, die erst nach dem Übergang aus dem Produkt in den Speichel oder Magensaft des Menschen durch chemische Reaktion mit Nitrit zu den krebserzeugenden Nitrosaminen umgewandelt werden können.

Die krebserzeugende Wirkung beruht auf reaktiven Metaboliten der Nitrosamine im Stoffwechsel, die mit der Erbsubstanz DNA reagieren, sie dadurch schädigen und Tumore auslösen können. Beim Menschen ist aufgrund der niedrigen Dosierung die Latenzzeit sehr lang, sodass ein kausaler Zusammenhang schwierig zu beweisen ist.

Eine grundsätzlich unschädliche Konzentration kann für Nitrosamine ebenso wenig wie für andere krebserzeugende Stoffe ermittelt werden. Jedoch nimmt die mutmaßliche kanzerogene Wirkung ab, wenn die aufgenommene Menge abnimmt. Heute stellen neben Tabakrauch vor allem Gewürze, gepökelte Fleischwaren und geräucherter Bacon (Frühstücksspeck), denen zwecks Umrötung und Konservierung Nitritpökelsalz zugesetzt wurde, die Hauptnitrosaminquelle dar.

Eine detaillierte Auflistung gibt es auf den Seiten vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: https://service.bmel.de/tabakerzeugnisse/

Tabakanbau

Kinderarbeit im Tabakanbau ist sehr gefährlich und weltweit verboten. Trotzdem arbeiten in allen bedeutenden Tabakanbauländern Kinder auf den Feldern.

Kinder auf den Feldern

Allein in Malawi arbeiten etwa 78.000 Kinder auf den Tabakplantagen. Aber auch in Brasilien, Indonesien, den USA und anderen Ländern ist Kinderarbeit im Tabakanbau weit verbreitet.

Kinder ab 5 Jahren bereiten Saatbeete vor, indem sie Felder umgraben und Bäume fällen. Sie jäten Unkraut auf den Feldern, sie düngen den Tabak und sie sprühen Pestizide, ohne Schutzkleidung zu tragen.

Bei der Ernte der grünen Tabakblätter setzen sie sich der Gefahr einer Nikotinvergiftung aus. Denn sie nehmen das Nikotin aus den Blättern durch die Haut in den Körper auf. Schon eine kleine Menge des Nervengifts führt bei ihnen zur Nikotinvergiftung: Die Grüne Tabakkrankheit verursacht Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel und Schwächeanfälle.

Kinder in Malawi nehmen bis zu 54 Milligramm Nikotin pro Tag über die Haut auf, zeigt eine Studie von Plan International. Das ist soviel Nikotin wie in 50 Zigaretten enthalten ist.

Mehr Infos bei Unfairtobacco: https://unfairtobacco.org


Frau, Leben, Freiheit!

ژن، ژیان، ئازادی
Jin, Jiyan, Azadî,



Solidarität mit den tapferen Perserinnen und Persern!

Brandenburger Tor in den Farben vom Iran und Woman Life Freedom
Brandenburger Tor am 28. Februar 2026
Frau, Leben, Freiheit ژن، ژیان، ئازادی Jin, Jiyan, Azadî

8. März 2025

Heute dürfen in der Provinzpresse paar Frauen sprechen und morgen werden wieder ausschließlich die Männer gehypt. Über 50% der Bevölkerung werden einfach mal ignoriert und dann behauptet „die wollen ja gar nicht“.

Diese Jahr viele Grüße aus Wien!

Es gab in Wien keine Demo zum Frauentag, sondern nur eine antisemitische Veranstaltung für ein Kalifat und ich bin gleich wieder weg. Die eigentliche Veranstaltung war im Rathaus mit der gesamten Zivilgesellschaft. In Österreich übernimmt der Stadtrat, Landtag und Bürgermeister und gibt allen demokratischen Kräften eine Bühne. Eine wirklich sehr gelungene Veranstaltung!

Die meisten Ukrainerinnen waren im Rathaus

Zwei einsame Ruferinnen vor der antisemitischen Veranstaltung der KPÖ

Aus dem Rathaus

Im Rathaus gab es bestimmt an die 50 solcher Tafeln zu wichtigen Österreicherinnen

Sitzungssaal im Rathaus Wien

Festsaal vom Rathaus

Klio

Die Muse der Geschichtsschreibung mit den Schreibtafeln der festgehaltenen Heldentaten sinniert in weiser Vorausahnung des Zukünftigen über den letztlich unveränderbaren Lauf der Geschichte.


Badische Dorfschrabnelle auf dem Frauentag in Berlin

am 8. März 2024

Sprengt alle Ketten!

We are the grandaughters of the witches you couldn’t burn.

Wir wehren uns gegen die Diffamierung der Genderpolitik!

Danke den Ukainischen Soldatinnen, dass ich hier heute demonstrieren kann.

Gerechtigkeit statt Blumen.

Kämpfen bis wir frei sind.

Jeder Tag ist Frauentag.

Frau, Leben, Freiheit
ژن، ژیان، ئازادی
Jin, Jiyan, Azadî,

Istanbul Konvention. Weltweit, vollumfänglich umsetzen!

In Berlin gibt es Presse!

Der Zug ging vom Oranienburger Platz zum Brandenburger Tor.

Neder von Nizza Thobi am Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor

Ähm Vorschlag – vielleicht sollte Frau zumindest am Frauentag den Cis-Männern mal für einen Tag das Mikrofon weg nehmen? Gilt auch für Hüfingen!

Stop to mansplain
start to empower.

Melodien der Baar

1. Version war am 7. Oktober 2022

Kirchenglocken der Baar

Die Reihenfolge ist rein zufällig und hat keinerlei Bedeutung!


St. Verena und Gallus

Sechsuhrläuten
Storchkinder auf St. Verena und Gallus während Hüfingen spielt.

St. Verena und Gallus


St. Leonhardskapelle

S’Leänedli




Vielen Dank an Arthur Lehnert fürs Bimmeln!


St. Georg, Mundelfingen

Sechsuhrläuten
Kartenausschnitt mit Mundelfingen

Vielen Dank an Michael Steinemann fürs Aufnehmen!


St. Silvester, Sumpfohren

Zwölfuhrläuten
Bürgermeister Patrick Haas vor einem Luftbild von Sumpfohren


St. Georg, Behla

Zwölfuhrläuten


St. Peter und Paul, Hausen vor Wald

Zwölfuhrläuten

St. Peter und Paul, Hausen vor Wald


St. Maria, Fürstenberg

Zwölfuhrläuten


Lorettokapelle

Loretto, Hüfingen
Vielen Dank an Artur Lehnert fürs Läuten!

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Ich freue mich über mehr Aufnahmen in die Kommentare oder per E-Mail!

Abbruch Gasthaus Frank, Feuerwehrbedarfsplan, Ökopunktekonto, Zubringer – Allmendshofen, Schulinvestitionskosten, Ganztagsförderungsgesetz, Dirigenten der Stadtmusik, Gaststättenrecht Gebühren, Förderprogramm „Digital aufs Amt, Kosten RÜB

Die Unterlagen gibt es wie immer hier: huefingen-sitzungsdienst

Hier geht es um die Gemeinderatssitzung am 26. Februar 2026

Ausschuss für Umwelt und Technik um 18:20 Uhr

Plan vom Gasthaus Frank mit den alten Bäumen
Plan vom Gasthaus Frank mit den alten Bäumen

Bauantrag Nr. 04/2026
Umbau Wohnhaus mit Errichtung von zwei Gaupen, Neubau Garage in Fürstenberg.

Es wird einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 05/2026
Errichtung Werbeanlage in Behla.

Auch hier wird einstimmig zugstimmt.

Bauantrag Nr. 06/2026
Kenntnisgabeverfahren – Abbruch Gasthaus Frank

Man beachte auf dem Plan oben wie absolut wichtig es war die alten Bäume im Vorfeld zu fällen weil sie ja „im Weg“ waren. Und ja, ich bin immer noch ziemlich sauer!

Bild vom Frank noch mit dem letzten der Bäume der schon halb zerstört wurde und die gerodete Fläche vor dem Hotel. Der Himmel wurde in dramatische Farben geändert.

ÖFFENTLICHE SITZUNG DES GEMEINDERATES am Donnerstag , 26.02.2026 um 18:30 Uhr

TOP2 Bürgerfragestunde

Etwa 20 Feuerwehrleute und 20 weitere Zuschauer.

Architekt Rolf Schafbuch gefällt die Lösung am Zubringer Allmendshofen nicht, er findet einen Kreisverkehr viel besser.

Die Feuerwehr Hausen vor Wald bittet um Betrachtung des Plans in Ruhe und möchte keine schnellen Entscheidungen.

TOP3 Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen

Es wurde ein landwirtschaftliches Grundstück gekauft wo habe ich nicht verstanden, war zu schnell.

TOP4 Feuerwehrbedarfsplan

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 25.09.2025 die Verwaltung ermächtigt, die Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplans extern zu vergeben. Ziel war eine fachlich fundierte, objektive und unabhängige Analyse der örtlichen Gefahrenlage sowie der daraus resultierenden personellen, organisatorischen und sächlichen Anforderungen.

Am 04.02.2026 gab es eine Erläuterung der Entwurfsfassung durch die Feuerwehrkommandanten an den
Bürgermeister. Die Übergabe der Endfassung mit entsprechenden Erläuterungen an den Feuerwehrkommandanten sowie an den Bürgermeister gab es am 20.02.2026

Information der Führungskräfte der Feuerwehr gibt es am Mittwoch 25.02.2026

Die Sitzung dient der erstmaligen Information des Gemeinderats.
Es erfolgt:

  • eine Vorstellung durch Branddirektor Dipl.-Ing. Sebastian Fischer.
  • eine Einordnung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Ergebnisse,
  • sowie die Möglichkeit zu Verständnisfragen.

Eine inhaltliche Beratung über den Umgang mit den Ergebnissen, Priorisierungen oder mögliche Umsetzungsentscheidungen ist nicht Gegenstand dieser Sitzung.
Die vertiefte Beratung sowie die politische Bewertung des Feuerwehrbedarfsplans sind für eine der kommenden Sitzungen – voraussichtlich im Mai – vorgesehen.

Veröffentlichung des Feuerwehrbedarfsplans

Der Feuerwehrbedarfsplan enthält detaillierte fachliche Bewertungen und sensible organisationsbezogene Aussagen.
Um eine sachgerechte Erstinformation sicherzustellen und einer vorzeitigen oder fragmentarischen öffentlichen Diskussion vorzubeugen, wird der Feuerwehrbedarfsplan erst nach den Erläuterungen von Herrn Fischer öffentlich zur Verfügung gestellt. Bis zur Gemeinderatssitzung im Mai ist dann genügend Zeit, den Feuerwehrbedarfsplan auszuwerten, zu diskutieren und mögliche Entscheidungen im engen Austausch mit der Feuerwehr vorzubereiten.

Ab 18:38 Uhr stellt Herr Fischer den Plan vor und bedankt sich für die Kooperation aller Hüfinger Feuerwehren. Er meint, dass Hüfingen mit 1,3 % Kameradinnen deutlich unter dem Schnitt liegt und regt an hier etwas zu tun, da auch Kameradinnen sehr wertvoll seien.

Hausen vor Wald ist das Feuerwehrhaus zwar schön, aber nicht mehr zeitgemäß, da zu eng, zu alt und vor allem zu klein. Es ist kein Platz für ein modernes Auto oder Gerätschaft und es besteht Handlungsbedarf. Der Standort ist nicht mehr geeignet.

Er meint die Drehleiter aus Donaueschingen oder Blumberg sei ausreichend und Hüfingen braucht nicht unbedingt ein eigenes Fahrzeug mit Drehleiter.

Es stellt zur Diskussion auf den Standort Hausen vor Wald zu verzichten, da es keine nachhaltige Optimierungsmöglichkeit gibt. Hausen ist von Hüfingen, Mundelfingen und auch Behla gut zu erreichen.

Markus Leichenauer (CDU Fraktionssprecher) kann inhaltlich nicht Bezug nehmen, da er von den 170 Seiten jetzt nur 43 kenne, aber die CDU will sich auf den Weg begeben, dass das Ergebnis dann eines Tages für alle tragbar ist. Kerstin Skodell (SPD Fraktionssprecherin) meint ebenso, dass sie sich die nächsten Wochen intensiv damit auseinander setzen werden. Das Freie Forum hält eine längere Grundsatzrede über die Feuerwehren und deren Aufgaben. Dann möchten die Männer gerne die Digitalform ausgedruckt haben, da sie digital nicht richtig lesen könnten.

TOP5 Vorstellung Ökopunktekonto der Stadt Hüfingen

Seit 1998 führt das Umweltbüro des GVV Donaueschingen das Ökokonto für die Stadt Hüfingen. Dort wird dokumentiert, welche Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt wurden, um die Eingriffe durch Bebauungspläne zu kompensieren. Die Ausgleichspflicht besteht seit 1998. Zuletzt wurde das Ökokonto im Gemeinderat im Jahr 2021 umfassend vorgestellt.
Im Jahr 2013 wurde das Bilanzierungsverfahren im kommunalen Ökokonto auf Beschluss des Gemeinderates auf das landeseinheitliche Verfahren der Ökokontoverordnung umgestellt. Mit diesem Verfahren erfolgt auch die Eingriffs-/Ausgleichsbilanzierung für Bebauungspläne, so dass die Zuordnung von Ausgleichsmaßnahmen problemlos möglich ist.
Die zum Ausgleich herangezogenen Maßnahmen sind insbesondere Bachrenaturierungen, Grünlandextensivierungen sowie eine Vielzahl von Bepflanzungs- und Biotopgestaltungsmaßnahmen. In Abstimmung mit dem Forst wurden größere Waldumbau-Maßnahmen im Wuhrholz in die Wege geleitet.

Im Moment sieht der Stand wie folgt aus: Seit 2013 wurden rd. 2,64 Mio. baurechtliche Ökopunkte durch eigene Maßnahmen im Gemeindegebiet Hüfingen erzielt. Aktuell stehen davon rd. 825 Tsd. Ökopunkte im baurechtlichen Ökokonto noch zur Verfügung.
Der zunehmende Bestand an Ökokontomaßnahmen bedarf laufender Pflege. Außerdem besteht eine gesetzliche Monitoringpflicht. Solche Kontrollen werden im GVV-Bereich im 5-Jahres-Turnus durchgeführt, in Hüfingen zuletzt 2025.

Im Zuge der Biotopverbundplanung wurde ein Konzept zur Gehölzpflanzung an Gewässern entwickelt.

Gerodetes Heckenbiotop auf der Längewiese im Jahr 2022

Auf der Längewiese wurde im Zuge der Neuverpachtung eine extensivere Wiesenbewirtschaftung eingeleitet. Nach Abstimmung mit weiteren Planungsvorhaben könnten Teilflächen ins Ökokonto übernommen werden.

Meine Meinung hierzu:
Wenn ein Landwirt seine Gülle auf der Längewiese entsorgt, ist dies keine „extensive Wiesenbewirtschaftung“. Was dort im Nordost-Bereich ist, ist keine Wiese sondern überdüngte Grasmonokultur. Eine „Wiese“ als Müllplatz für Nebenerzeugnisse der Fleisch- und Milchproduktion.
Das Roden eines Heckenbiotopes und die anschließende Wiederherstellung, was vom Bauamtsleiter in der Sitzung am 20. November so gelobt wurde, hat die Stadt ziemlich viel Geld gekostet: Ungebremste Zerstörungswut

Karten von der Längewiese was vorhanden ist und was geplant ist
Biotope auf der Längewiese
Bilder vom Graben vorher und nachher
Gewässerbepflanzung Im Brühel/Pfaffenhölzle
Hausen vor Wald

An der Sitzung nimmt auch Wiltrud Siegfried als neue Leitung des Umweltbüros teil.
Sie stellte zwei weitere Themen im Bereich der Energiewirtschaft und Energieeffizienz in Zusammenarbeit zwischen der Stadt Hüfingen und dem Umweltbüro vor.

TOP6 Zubringer – Allmendshofen

Per E-Mail übersandte die Stadtverwaltung Donaueschingen der Stadt Hüfingen die Verkehrsrechtliche Anordnung betreffend „Donaueschingen, L 171 Zubringer Allmendshofen; Einmündung Zubringer B 27 auf die L 171“ zur Kenntnis.
Die Testphase von 01.03.2026 bis 31.08.2026 soll zeigen, ob die Leistungsfähigkeit des Verkehrsknotens auf diese Weise erhöht werden kann und es so zu einer Reduzierung von Staulagen kommt.
Die Stadt Hüfingen hat hier kein Mitbestimmungsrecht. Die Unterlagen werden dem Gemeinderat zur Kenntnis vorgelegt.

Karte mit den neuen Regeln
Verkehrsregelung für die Testphase vom 01.03.2026 bis 31.08.2026

Herr Göggel vom Landratsamt (Amtsleiter Straßenbauamt) wird bei der Sitzung anwesend sein und die Unterlagen erläutern.

Der Hüfinger Gemeinderat ist sehr skeptisch und verärgert, dass er vorher nicht gefragt oder zumindest informiert wurde. Mete Ünal macht auf die 25.000 Euro aufmerksam die das ganze Experiment kostet. Herr Göggel meint ein Kreisverkehr würde Donaueschingen etwa 1 Million kosten und eine Ampelanlage müsste das Land bezahlen, das auch kein Geld habe.

TOP7 Beteiligung von Umlandgemeinden an Schulinvestitionskosten Interkommunale Pro-Kopf-Pauschale

Die Stadt Villingen-Schwenningen hat mit einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss vom 09.04.2025 beschlossen, keine individuellen Investitionsbeteiligungen mit den Umlandgemeinden mehr anzustreben. Stattdessen sollen feste Kostenbeteiligungen in Form von Interkommunalen Pro-Kopf-Pauschalen je Schuljahr vereinbart werden. Diese orientieren sich in ihrer Höhe an den Regelungen des § 17 FAG in Verbindung mit § 2 der Schullastenverordnung.
Für jeden auswärtigen Schüler ist damit ein pauschaler Betrag an die Schulstandortkommune zu entrichten. Hierfür ist der Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung erforderlich.
Mit Schreiben vom 06.08.2025 wurde die Stadt Hüfingen aufgefordert, den Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur Interkommunalen Pro-Kopf-Pauschale zu beraten.
Nach § 31 Absatz 1 Schulgesetz (SchulG) Baden-Württemberg können Gemeinden zur Erfüllung der ihnen als Schulträger obliegenden Aufgaben Schulverbände bilden oder öffentlich-rechtliche Vereinbarungen gemeinsam mit den Umlandgemeinden abschließen. Hierzu zählt auch die Finanzierung baulicher Maßnahmen an Schulen.

Freiwilligkeitsphase § 31 Abs. 1 S. 1 SchG
Die Umlandgemeinden werden angehört und es wird auf den freiwilligen Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung hingewirkt. Hierfür sind in allen Kommunen entsprechende Gemeinderatsbeschlüsse notwendig. Alle beteiligten Kommunen müssen zustimmen, ansonsten gilt die Freiwilligkeitsphase als gescheitert.

Zwischenphase § 31 Abs. 1 S. 2 SchG
Die Zwischenphase wird eingeleitet, wenn die Freiwilligkeitsphase gescheitert ist. Die Schulstandortgemeinde hat daraufhin das Kultusministerium als oberste Schulaufsichtsbehörde einzuschalten, sodass diese das dringende öffentliche Bedürfnis zum Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung oder zur Bildung eines Schulverbandes feststellt. Das Kultusministerium hört dabei die Umlandgemeinden an. Ist das dringende öffentliche Bedürfnis festgestellt, sind die Umlandgemeinden zur Mitfinanzierung verpflichtet und die Zwischenphase endet mit dem Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung.

Zwangsphase § 31 Abs. 1 S. 3 SchG
Sollte nach Feststellung eines dringenden öffentlichen Bedürfnisses die beteiligten Kommunen weiterhin nicht zur Bildung eines Schulverbands oder zum Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung kommen, trifft die Rechtsaufsichtsbehörde die notwendigen Maßnahmen.

Landkreisphase § 28 Abs. 2 S. 3 SchG
Die Landkreisphase wird eingeleitet, wenn die Zwangsphase zu keinem Ergebnis führt. Hier besteht die Möglichkeit, die Schulträgerschaft an den Landkreis zu übertragen.

Die vorgeschlagene Pauschalregelung berücksichtigt weder die individuellen finanziellen Möglichkeiten noch die tatsächliche Nutzung der Schulstandorte durch Umlandgemeinden ausreichend. Für kleinere Gemeinden kann die feste Pro-Kopf-Abgabe zu finanzieller Überlastung führen, besonders bei demografischen Schwankungen oder überdurchschnittlich großen Jahrgängen. Das starre Modell lässt keine Anpassungen an besondere Umstände oder individuelle Investitionsbedarfe zu. Zudem ist unklar, welche Investitionen genau durch die Pauschale abgedeckt werden, was die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Kosten mindert. Trotz Pauschalierung sind weiterhin aufwendige Prüfungen nötig, was kleinere Kommunen zusätzlich belastet. Insgesamt besteht das Risiko einer unfairen und finanziell belastenden Kostenverteilung.

Meine Meinung, da es in 10 oder 20 Jahren eh beim Landkreis landet:
Die 35 Landkreise und 70 Wahlkreise in Baden-Württemberg sind ein unsinniger Luxus und dienen der übermäßigen Versorgung der Landräte, Politiker, Landesbeamten und Dezernenten auf Steuerzahlerkosten. Eine Zusammenlegung der Landratsämter und Wahlkreise auf etwa 20 würde nicht nur Milliarden einsparen, sondern wäre auch deutlich gerechter und effektiver. Aber es wird natürlich keiner der wichtigen Männer seine Pfründe freiwillig aufgeben und die AfD steht schon in den Startlöchern an den Fleischtöpfen bereit.

Beschlussvorschlag:

  • Der Gemeinderat nimmt den Vorschlag der Stadt Villingen-Schwenningen zur Interkommunalen Pro-Kopf-Pauschale zur Kenntnis.
  • Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung mit der Stadt Villingen-Schwenningen im Rahmen der Freiwilligkeitsphase erneut zu verhandeln und für beide Kommunen eine tragbare Lösung zu finden und ggf. bei fehlendem Einvernehmen die Zwischenphase einzuleiten.
  • Der Gemeinderat stimmt der Einführung einer Interkommunalen Pro-Kopf- Pauschale nicht zu.

Der Gemeinderat ist geschlossen mit der Sitzungsvorlage einverstanden. Das alles sei Aufgabe vom Land und die Kommunen sind sich einig, dass sie keine Einigung wollen und das Land, bzw. Stuttgart in der Pflicht sehen.

TOP 8 Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG)

Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Kinder der Klassenstufen 1 bis 4 stufenweise eingeführt.

Eltern sind verpflichtet, ihren Bedarf bis zum 15.03. eines Jahres bei der Verwaltung anzumelden.
Die Teilnahme am Ganztagsbetrieb im Rahmen des Besuchs einer Ganztagsschule ist kostenfrei. Für eine Betreuung am Freitagmittag, in den Ferien und ergänzenden Betreuungsangeboten (z.B. VGS) kann der Schulträger Elternbeiträge erheben. Auch über die Höhe des Entgeltes des Mittagessens entscheidet der Schulträger.

Beschlussvorschlag:

  1. Der Gemeinderat der Stadt Hüfingen beschließt, den Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Kinder der Klassenstufen 1 bis 4 ab dem Schuljahr 2026/2027 schrittweise umzusetzen.
  2. Das bestehende Ganztagsangebot an der Lucian-Reich-Schule (Ganztagsschule nach Alt-Erlass mit Angeboten von Montag bis Donnerstag) wird auch im Schuljahr 2026/2027 unverändert fortgeführt. Die Einführung einer Freitagnachmittagsbetreuung wird derzeit nicht vorgesehen. Die Verwaltung wird beauftragt, bei einer Bedarfsmeldung, den Bedarf allgemein zu überprüfen und dem Gemeinderat entsprechend über erforderliche Anpassungen zu berichten.
  3. Die Schulferienbetreuung wird ab dem Schuljahr 2026/2027 um zwei zusätzliche Wochen erweitert, und zwar um eine Woche in den Osterferien sowie um eine weitere Woche in den Sommerferien. Das Ferienbetreuungsangebot umfasst damit bis auf Weiteres insgesamt sieben Wochen pro Jahr.
  4. Die Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) zur Durchführung der Ganztagsbetreuung wird fortgeführt und vertraglich abgesichert. Beim KiFaZ wird eine stellvertretende Ganztagsleitung mit einem Stellenumfang von 20 % eingerichtet.
  5. Im Rahmen der Schulferienbetreuung wird festgelegt, dass in den letzten zwei Wochen der Sommerferien auch Vorschulkinder am Betreuungsangebot der Stadt Hüfingen teilnehmen können. Die Aufnahme erfolgt nachrangig und ausschließlich im Rahmen verfügbarer Kapazitäten.
  6. Bei der Platzvergabe im Rahmen der Ferien- und Ganztagsbetreuung sind Kinder mit einem gesetzlichen Rechtsanspruch nach dem Ganztagsförderungsgesetz vorrangig zu berücksichtigen. Dies betrifft ab dem Schuljahr 2026/2027 zunächst Kinder der Klassenstufe 1 sowie im weiteren Verlauf den sukzessiven Ausbau bis zur Klassenstufe 4.
  7. Das Angebot der Verlässlichen Grundschule (VGS) im Anschluss an den Vormittagsunterricht wird aufgrund der geringen Inanspruchnahme zum Ende des Schuljahrs 2025/2026 eingestellt. Die Frühbetreuung vor Unterrichtsbeginn wird weiterhin angeboten.
  8. Für Angebote der Ganztags- und Ferienbetreuung werden Mindestgruppengrößen von in der Regel zehn Kindern festgelegt. Unabhängig von der Gruppengröße sind mindestens zwei Betreuungskräfte einzusetzen.
  9. Bei Unterschreitung der festgelegten Mindestgruppengröße ist die Verwaltung berechtigt, die Elternbeiträge entsprechend anzupassen.
  10. Die Verwaltung wird beauftragt, den Gemeinderat regelmäßig über die weitere Entwicklung des Ganztagsförderungsgesetzes sowie über die Auswirkungen auf die Stadt Hüfingen zu informieren. Dabei wird eine weitergehende Ausweitung der Ganztagsangebote vorbehaltlich einer verbindlichen Regelung zur finanziellen Beteiligung des Landes Baden-Württemberg stetig thematisiert.

Die CDU möchte kleine Änderung dass Nr. 3 und 4 einen Vorbehaltszusatz bekommen, deswegen werden die zwei Punkte vertagt. Dem Rest wird zugestimmt.

TOP 9 Mögliche Nachfolgeregelungen des Dirigenten der Stadtmusik Hüfingen und der musikalischen Leitung der Bläserschule Hüfingen/Bläserklasse LRSH

Der Gemeinderat hat am 23.11.2023 beschlossen, die Stelle eines hauptamtlichen Dirigenten für Blasmusik in der Entgeltgruppe 11 mit einem Stellenumfang von 50% im städtischen Stellenplan aufzunehmen.
Die Stelle beinhaltet die Aufgaben eines Dirigenten der Stadtmusik Hüfingen, die Leitung der Bläserschule Unisono der Gesamtstadt Hüfingen und die Leitung der Bläserklasse der Lucian-Reich-Schule Hüfingen.

Der Dirigent hat zum 31.03.2026 seinen Arbeitsvertrag mit der Stadt Hüfingen gekündigt. Er wird eine 100% Stelle als Leiter einer anderen Musikschule antreten.
Die Stadtmusik Hüfingen wünscht sich eine Fortsetzung der bisherigen erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Dirigenten der Stadtmusik Hüfingen. Er wäre bereit, die Position des Dirigenten der Stadtmusik zukünftig parallel
zu seiner hauptamtlichen Tätigkeit im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung fortzuführen.
Für die Leitung der Bläserschule Unisono und der Bläserklasse der Lucian-Reich-Schule Hüfingen müsste allerdings ein Ersatz gefunden werden.

Es wurde ein Vorschlag gemacht der nun als Beschlussvorlage vorliegt:

  1. Der Gemeinderat stimmt der inhaltlichen und arbeitszeitlichen Neu-Aufteilung der aktuell noch bestehenden 50% Stelle für die Leitung der Bläserschule, Leitung der Bläserklasse und Dirigent der Stadtmusik Hüfingen ab 01.04.2026 grundsätzlich zu.
  2. Die 50% Stelle wird ab 01.04.2026 auf 30% gekürzt und mit 30% im Stellenplan der Stadt berücksichtigt. Inhaltlich wird die Stelle ab 01.04.2026 auf die Leitung der Bläserschule und der Bläserklasse an der Lucian-Reich-Schule Hüfingen begrenzt.
  3. Die beschriebene 30% Stelle wird von der Stadtverwaltung umgehend ausgeschrieben.
  4. Herr Markus Burger bleibt Dirigent der Stadtmusik Hüfingen. Ab 01.04.2026 nimmt er diese Funktion im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung wahr. Die Kosten für diese geringfügige Beschäftigung übernimmt die Stadt.

Den Beschlussvorschlägen wird einstimmig zugestimmt.

TOP 10 Änderung der Verwaltungsgebührensatzung – LGastG

Zum 01.01.2026 ist eine wesentliche Gesetzesänderung in Kraft getreten.
Es gilt ein vereinfachtes, einheitliches Anzeigeverfahren nach § 2 Abs. 2 LGastG. Werden gastronomische Leistungen aus besonderem Anlass vorübergehend angeboten, genügt künftig eine Anzeige bei der Kommune, die in der Regel mindestens zwei Wochen vor Beginn der Veranstaltung erfolgen muss.

Diese Anzeige ersetzt die ehemals zu beantragende Gestattung vollumfänglich.

Beschlussvorschlag:

Der Gemeinderat beschließt die Änderung der Satzung über die Erhebung von Gebühren für öffentliche Leistungen (Verwaltungsgebührensatzung unter der lfd. Nummer 12 wie folgt:

Gaststättenrecht
Anzeige einer Veranstaltungsgastronomie nach § 2 Abs. 2 Landesgaststättengesetz (LGastG)
für den ersten Veranstaltungstag

bei Raumgrößen bis 350 m²
bei Raumgrößen über 350 m²
für jeden weiteren Veranstaltungstag
Sperrzeitverkürzung bei einzelnen Betrieben für einzelne Tage

19,00 € / Fall
25,00 € / Fall
5,00 € / Tag
22,50 € / Fall

Dem wird auch einstimmig zugestimmt.

TOP 11 Teilnahme am Förderprogramm „Digital aufs Amt (Virtuelles Amt)“ und Implementierung einer browserbasierten Online Beratungsplattform für die Stadtverwaltung Hüfingen.

Das Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg fördert gemeinsam mit der Digitalakademie@bw den Ausbau des sogenannten „Virtuellen Amts“. Dieses System ermöglicht es Kommunen, Behördengänge vollständig digital, rechtssicher und dennoch mit persönlicher Beratung abzuwickeln.
Hintergrund ist das Bestreben des Landes, insbesondere kleinen und mittleren Kommunen den Einstieg in moderne digitale Angebote zu erleichtern. Das System ist browserbasiert, was bedeutet, dass weder auf Seiten der Verwaltung noch auf Seiten der Bürger eine Softwareinstallation erforderlich ist. Die Stadt Hüfingen hat bereits am 22. Januar 2026 schriftlich ihr Interesse an der Teilnahme bekundet.

Das aktuelle „Online-Bürgerbüro“ der Stadt Hüfingen beschränkt sich primär auf die Bereitstellung von Informationen und statischen Formularen.
Die Vorteile des Virtuellen Amts umfassen: Medienbruchfreie Prozesse: Dokumente (z. B. Ummeldungen) können im Video-Chat gemeinsam ausgefüllt und per rechtssicherer Online-Signatur (SMS-TAN oder Schriftbild) unterzeichnet werden. Integrierte Bezahlung: Gebühren werden direkt während des Termins via ePayBL beglichen.
Barrierefreiheit: Das System bietet Funktionen wie High-Contrast-Modus und Text-to-Speech.

Durch die Ortsunabhängigkeit der Plattform kann zukünftig flexibler mit dem Thema „Mobiles Arbeiten“ umgegangen werden und somit die Mitarbeiterbindung, beispielsweise bei jungen Eltern, erhöht werden. Darüber hinaus würde es uns auch die Möglichkeit eröffnen, zukünftig noch bürgerfreundlichere Öffnungszeiten zu gewährleisten. Beispielsweise wäre eine Abendsprechstunde (wöchentlich/monatlich) im „Digitalen Amt“ denkbar.

Finanzierung:
Durch die Nutzung des Förderprogramms (verlängert bis zum 31.03.2026) reduzieren sich die einmaligen Einführungskosten um 50 %. Die Kalkulation basiert auf der Ausstattung von 5 Mitarbeitenden (Paket S), da diese für Hüfingen aktuell wirtschaftlicher sind als eine pauschale Kommunenlizenz.

Einmalige Kosten (geförderter Aktionspreis):
◦ Einführungspaket S (Setup, Customizing, Hosting): 7.499,00 € (statt 15.000 €).
◦ Schulungskonzept (Basisschulung für 5 User): 750,00 €.
◦ Gesamtsumme einmalig: 8.249,00 €

Laufende Kosten:
◦ 5 Named User Lizenzen à 107,00 €: 535,00 € / Monat.

Die Förderung erfolgt nach dem Windhundprinzip für die ersten 200 Kommunen. Da die Stadt bereits im Austausch mit dem Dienstleister Komm.ONE steht, ist eine zeitnahe Beschlussfassung geboten, um die Mittel zu sichern.

Beschlussvorschlag:

  1. Die Stadtverwaltung Hüfingen führt das „Virtuelle Amt“ im Rahmen des Förderprogramms „Digital aufs Amt“ ein.
  2. Der Bürgermeister wird ermächtigt, das Einführungspaket S (5 User) bei der Komm.ONE zu beauftragen.
  3. Die hierfür notwendigen Haushaltsmittel werden außerplanmäßig zur Verfügung gestellt.

Wenn wir beim Digitalisieren sind, Donaueschingen hat ein KI Programm namens Speechmind zum Protokolle schreiben eingekauft. Kosten soll die Lizenz für die Testphase über drei Monate 400 Euro, womit 90 Stunden protokolliert werden können.

Johannes Bogenschütz bespricht dies hier für die CDU und geht auch kurz auf Donaueschingen ein. Die CDU will zustimmen. Die SPD ist hier geteilter Meinung und Mete Ünal findet 14.000 Euro im Jahr etwas viel und er sieht keinen Kosten- Nutzenfaktor für noch eine App.

Es wird mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung zugestimmt.

TOP 12 Beschluss über die Annahme der Geld- und Sachspenden 2025, Spendenbericht 2025

Die Spenden und Zuweisungen sollen gemäß beiliegenden Spendenberichten angenommen werden.

Wer die Spendenaufstellung sehen möchte, soll zeitnah hier schauen, da ich dies nicht auf die Webpage kopiere:
huefingen-sitzungsdienst.komm.one

Hier wird einstimmig zugestimmt.

TOP 13 Vergabe von Bauleistungen für den Bauhof

Eine Firma aus Hüfingen wird mit den Verglasungsarbeiten in Höhe von 27.159,62 € brutto beauftragt.

Dem wir auch einstimmig zugestimmt.

TOP 14 Vergabe Ausstattung Mess-, Steuer- und Regeltechnik für Regenüberlaufbecken Sumpfohren

Diese Regenüberlaufbecken (RÜB) habe ich in den letzten 7 Jahre schon ziemlich oft diskutiert:

Spitzenabfluss in den Bach wird reduziert
Pflichtausgaben auf Kosten der kommenden Generation

Kosten RÜB
Kosten RÜB

RÜB sind ein zentraler Bestandteil der Siedlungsentwässerung und spielen eine wichtige Rolle im Schutz gegen sogenannte Spitzenabflüsse. Sie puffern Niederschlagsmengen und entlasten kurzfristig die Kanalisation. Was die also tun, ist unsere Häuser vor Hochwasser schützen, da das Wasser durch die versiegelten Flächen nicht mehr versickern kann. Ja, ist natürlich ganz toll für uns, möchte ich nicht abstreiten. Wenn unsere Keller mit Wasser und Fäkalien voll laufen, geht der ganze Dreck dann in die Kanalisation und würde dort Schaden anrichten. Deswegen behaupten die es sei Gewässerschutz. Somit gehören dann diese RÜB zu den Pflichtausgaben beim Naturschutz.

Kosten RÜBen für Neubaugebiet
RÜB für Neubaugebiet

Es gibt in jeder Ortschaft mehrere dieser Dinger. So zwei neue in Fürstenberg, eins in Behla und eins in Sumpfohren. Man kann locker von ner halben Million ausgehen, was allein die Anschaffung von einem RÜB kostet. Allein beim Strom kann man mit 26.000 Euro im Jahr rechnen.

Was diese RÜB übrigens auch nebenher tun, ist das Regenwasser davon abzuhalten unser Grundwasser aufzufüllen. Also der Regen kommt von der versiegelten Fläche in die RÜB und in die Kanalisation, von wo aus das ganze Wasser direkt in die Breg geleitet wird.

Wir spülen also das Trinkwasser der nächsten Generation mit viel Geld die Donau runter.

Nächstes Jahr soll es in Hüfingen drei neue RÜB geben!

Eine Firma aus Müllheim wird mit der Ausstattung zur Mess-, Steuer- und Regeltechnik des Regenüberlaufbeckens Sumpfohren in Höhe von 101.501,22€ brutto beauftragt.

TOP 15 Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Gemeinderat

Für die Projektentwicklung Frank gab es schon Gespräche mit Ärzten.
In der nächsten Sitzung wird es ein Konzept für die Jugendarbeit geben.
Flüchtlinge: Aktuell gibt es in Hüfingen 27 Ukrainer und 71 aus anderen Ländern und 2 Obdachlose.

Moderne Landwirtschaft

von Heinrich Musch aus Bad Schussenried

Die Welt versinkt im Chaos. Kriege, Unwetter, Hitze, Dürren, Ernteausfälle … usw., als habe die Endzeit begonnen. Bad news all over, so dass man´s bald nicht mehr hören mag.

Das sechste große Artensterben ausgelöst durch menschliche Dummheit und Gier. Vollzogen durch die Ausbeutung und Zerstörung der Biodiversität und natürlichen Ressourcen. Hauptakteur ist die  moderne Landwirtschaft oder besser gesagt die Industrielandwirtschaft und diese ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen. WELTWEIT! Nicht nur alle wildlebenden Tiere wurden durch diese raubtierhafte Bewirtschaftung nahezu ausgerottet bzw. dramatisch reduziert, sondern auch die Biodiversität im Gesamten zerstört. Gedeckt und gefördert wird dieses Treiben durch Lobbyismus, Scheinheiligkeit und dumme Profitgier.

Es scheint, als wären wir aller Instinkte beraubt, gepaart mit erschreckender Gleichgültigkeit. Wir sehen, wie sich z.B. eine Kulturlandschaft in eine Monokulturlandschaft verwandelt, und es ist uns schlichtweg egal. Wir spüren die Auswirkungen der Pestizideinsätze, aber ignorieren sie. Die Pestizide wirken heute systemisch, was bedeutet, dass auch die jeweilige Frucht selber toxisch wird. Wir sehen was auf uns zukommt und zucken noch nicht einmal mit den Schultern. 

Die Leidtragenden jedoch sind am langen Ende trotzdem wir. Immer mehr Krebstote, immer mehr Allergien, immer mehr Autoimmunerkrankungen … usw. Die Agrarlobby argumentiert, dass nur mit Pestizideinsatz Lebensmittelsicherheit gewährleistet werden kann. Das Gegenteil ist der Fall! Die vergifteten Böden können bereits heute nur noch mit massivem Einsatz von künstlichem Dünger überhaupt noch Ernteerträge erzeugen. 

Landwirtschaftsminister Özdemir verlängert z.B. nach Vorgabe der EU den Glyphosateinsatz um 10 Jahre. In einer Studie an 182 Stadtbewohnern aus 18 europäischen Ländern wurde bei 45 % der Teilnehmer Glyphosat im Urin nachgewiesen.  Besorgniserregend ist dies, da Glyphosat bereits in geringen Mengen menschliche Embryonal- und Plazenta-Zellen sowie die DNA von Menschen und Tieren schädigt: So stellte eine französische Studie fest, dass Glyphosat menschliche Zellen innerhalb eines Tages abtötet – und das selbst bei einer 100.000-fachen Verdünnung des Wirkstoffes. Zudem wirken viele Pestizide beim Menschen wie Östrogene und sind nachweislich für hormonbedingte Krebserkrankungen mit verantwortlich. Parkinson wird bei Landwirten zwischenzeitlich als Berufskrankheit anerkannt. Spinnen wir eigentlich?

Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Hauk forderte neulich, dass neue Pflanzenschutzmittel schneller zugelassen werden und dass bereits verbotene doch wieder verwendet werden sollten. Das macht sprachlos! Mit immer noch mehr Gift das heilen, was durch  Gift krank wurde. Respekt – das ist durchdacht! 

Fakt ist, dass ein Höfesterben in der ganzen EU stattfindet, mit dem Ergebnis, dass immer weniger Landwirte immer mehr Fläche bewirtschaften und sich die Höfe in landwirtschaftliche Großindustriebetriebe transformieren. Also immer mehr Tiere in Massenhaltung gehalten werden.  Seuchen, Krankheiten, Salmonellen und daraus resultierender Antibiotikamissbrauch sind vorprogrammiert. Immer größere Ackerflächen werden von noch größeren Maschinen bewirtschaftet. Bodenverdichtung, Monokultur mit allen Ausprägungen und Biodiversitätsverlust sind die Folge. Wie kann es zu solchen Fehlentwicklungen kommen, fragt man sich? Nun, wenn der europäische Präsident des Bauernverbandes mitunter einer der größten Nutznießer einer verfehlten europäischen EU Agrarsubventionspolitik ist, braucht man sich eventuell nicht wundern? Vollstrecker dieses programmierten Wahnsinns sind die örtlichen Landwirtschaftsämter, welche die restlichen Landwirte so lange reglementieren, schikanieren und zur Aufgabe zwingen, bis sie schließlich das Handtuch werfen. 

Es ist doch blanker Hohn von Biogas bzw. Bioethanol zu sprechen, wenn man weiß, dass dafür einerseits in Südamerika Urwald abgeholzt wird und sich Agrarbarone durch Anbau von Soja oder Palmöl dumm und dämlich verdienen. Aufbereitet, wird dieses nach Deutschland verfrachtet, dort unseren Treibstoffen beigemischt um dann von 10% Bioethanolanteil zu reden, welcher ein aktiver Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen sei! Wirkungsgrad in Richtung null! Haben wir eigentlich noch alle Tassen im Schrank? Das Mercosur Abkommen ist jetzt unterzeichnet, von all den scheinheiligen Politikern, wohlwissend, dass dies sowohl dem südamerikanischen Urwald als auch den europäischen Landwirten den endgültigen Todessstoß versetzen wird.

Andererseits ist unsere Produktion von Biogas nicht besser, eher (noch) schlimmer. Um die flächendeckende Zerstörung durch Produktion von Biogas zu sehen, brauchen wir nur vor die Haustüre zu schauen. Wiesen werden mitunter bis zu sechs mal im Jahr gemäht. Supertraktoren mit „Butterflymähwerken“ (welche Ironie!) mähen in etwa eine Schnittbreite von 10 Meter und das bei einer Geschwindigkeit von um die 20 km/h. Das überlebt kein einziges Tier! Kein Frosch, kein Insekt und keine sonstigen Wiesenbewohner. Was dort an Tieren noch nicht zerhäckselt werden sollte, wird anschließend auf den Feldern zu Tode vergiftet. Aber auch die Bodenbiodiversität wird durch das Biogaskonzentrat – ausgebracht als Gülle – vollkommen vernichtet. Eine bunt blühende Wiese verliert bereits durch ein einziges Düngen mit diesem Substrat sämtliche Blumen. Nach mehrmaligem Düngen überlebt nur noch Weidelgras diese Tortur und selbst dieses dünnt von Jahr zu Jahr mehr aus. Rechnet man dann noch den enormen Dieselverbrauch der Traktoren, die Verdichtung der Böden … etc. dazu, stellt sich doch die Frage, wie dieses Verfahren zur Bioetikette kommt?

Man kann feststellen, dass nicht nur vielen Landwirten, sondern uns allen, sowohl das Gefühl für die Natur, als auch der Respekt vor ihr, restlos verloren ging. Das hochgelobte Mercosur Handelsabkommen wird dem (Rest-)Urwald wohl nun endgültig den Garaus machen! Großgrundbesitzer, welche zur Ernte- und/oder Fleischerzeugung „nur“ ein Feuerzeug brauchen, dürfen ihre Produkte dann zu Billigstpreisen bei uns verhökern. Natürlich werden wir diese Billigprodukte kaufen  – Ideologien hören meistens an der Theke auf! Peter Hauk, baden württembergischer Landwirtschaftsminister, sagte vor kurzem, dass in 2024 weniger Pflanzenschutzmittel als in den Vorjahren eingesetzt worden seien. Das Gegenteil ist der Fall! Die neuartigen Neonicotinoide sind ca. 7000 (www.mellifera.de) mal wirksamer als beispielsweise DDT. Eine Kurzbeschreibung zu Neonicotinoide:

Neonicotinoide sind hochwirksame systemische Insektizide, die über Wurzeln oder Blätter in die gesamte Pflanze aufgenommen werden und Schädlinge (saugende und beißende Insekten) durch Störung ihres Nervensystems töten, wobei sie als Kontakt- oder Fraßgift wirken und lange anhaltend sind, was sie besonders effektiv macht, aber auch massive Risiken für Nicht-Zielorganismen wie Bienen, Hummeln und Vögel birgt, da sie schon in geringsten Mengen zu Orientierungsverlust, Reproduktionsstörungen und Massensterben führen können. Die Gifte sind natürlich auch im Fruchtkörper vorhanden, der von uns gegessen wird.

Eine Kettenreaktion der Vernichtung beginnt: 

Die Äcker werden mit Pestiziden behandelt. Diese gelangen auf Nachbargrundstücke, in Gewässer und ins Grundwasser. Bodenbiodiversität wird getötet. Insekten an Land und im Wasser sterben. Vögel und Fische sterben. Ökosysteme brechen zusammen. Soweit sind wir bereits! Auf diesen Moment aber warten die Spezialisten unter den Insekten, die mit den bisherigen Giften nicht getötet werden können. Glasflügelzikaden und Japankäfer, um nur mal zwei Beispiele zu nennen. Natürliche Fressfeinde sind keine mehr da, die Nematoden im Boden vernichtet. Das ist genau die Basis auf welche diese Generalisten unter den Insekten gewartet haben. Im Badischen geht´s übrigens bereits los. Immer mehr deutsche Landwirte sehen bereits ihre Existenz durch diese Insekten bedroht. Landwirtschaftsminister Hauk hat aber eine einfache Lösung: noch mehr Gift – noch schnellere Zulassungsverfahren – bereits verbotene Gifte aus dem Giftkeller holen … usw.

Anderes Beispiel: 

Die Tigermücke breitet sich rasant aus und hat nahezu keine Fressfeinde. Frösche, Molche … etc. sind fast vollständig ausgerottet. Die Tigermücke überträgt Malaria, Dengue-, Zika- und Chikungunya-Fieber sowie das West-Nil-Virus. Zudem kann sie bei Tieren auch Herzwürmer übertragen. Aus diesen Gründen schlägt BAYER Managerin, Chefin von BAYER CropScience Deutschland, Karin Guendel Gonzales, Alarm! Kurz gesagt empfiehlt sie einen höheren Pestizideinsatz. Mit (noch mehr) Gift retten, was durch Gift aus dem Gleichgewicht geriet! So ein Denkansatz macht sprachlos?

Die Tigermücke wird aber zunehmend resistent gegen die gängigen Insektizide. Bereits heute gibt es zwei nachgewiesene Mutationen. Und jetzt …. ?

Ein Mitarbeiter eines Landwirtschaft Amtes sagte, ich zitiere: „früher war alles so bunt und farbenfroh, weil es die Landwirtschaft noch nicht besser konnte!“ Was soll man darauf antworten?

Noch heute wird in den Landwirtschaftsschulen gelehrt, dass es eine „Spritzschande“ sei, wenn in einer Ecke eines Kornfeldes noch eine einzige Blume blühen würde und dass ein Pferd mit seinen Hufen den Boden stärker verdichten würde, als ein Traktorgespann mit 40 to. Gesamtgewicht – auf mm³ bezogen … etc.

Wo fängt ein Umdenken an? An der Ladentheke, an der landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim, in den Landwirtschaftsschulen oder in der Politik? Wann fängt ein Umdenken an?         Zu spät, dessen bin ich mir sicher. 

Um aber von all dem abzulenken nimmt statt dessen unsere Regierung die Bevölkerung auf´s Korn. So gestattet sie einerseits der Landwirtschaft die vollständige Ausrottung aller Insekten stellt aber das Töten z.B.: einer einzigen Wespe unter Strafe. Kann es sein, dass ein Ordnungsgeld bis zu 5000,-€ verhängt werden würde? Es werden Fledermaustunnel und Fledermausüberflugschneisen und weiß was Gott noch alles gebaut, koste es was es wolle, gestattet aber parallel die Vernichtung der Lebensgrundlage dieser Tiere – absurd!

Warum berichten Sie nicht über unsere Meere und der abscheulichen, gnadenlosen Ausbeutung derselben? Wie dort mit den Tieren umgegangen wird?

Warum berichten Sie nicht über die brutale Ausbeutung unserer Wälder? Wie dort mehrmals im Jahr mit modernsten Vollerntern buchstäblich alles kurz und klein geholzt wird. Ein Bild der Zerstörung. Falls aber ein Bürger im falschen Moment einen Baum einkürzt, drohen ihm bis zu 50.000,-€ Strafe, verhängt von einem Staat, der vorgibt Umweltstandards mit einem FSC Siegel zu setzen, welches zwischenzeitlich zu 100% IKEA gehört. Diese Firma ist hauptverantwortlich für die Abholzung des nahezu gesamten europäischen Urwalds. Natürlich unter Einhaltung der FSC Standards!

Ich weiß nicht, was mit uns allen los ist? Mir scheint, dass wir alle unserer Instinkte und eines normalen Menschenverstandes beraubt sind. Irgendwann stellt sich doch die Frage nach dem „Warum“! Warum sind wir, wie wir sind und warum machen wir all diese Dinge? 

In welcher Welt wollen wir zukünftig leben? In einer schrillen, lärmenden und zerstörten Welt ohne Tiere und Blumen? Das würden auch wir nicht überleben. Es ist für uns alle beschämend, dass wir diesen Zustand herbeiführen und anscheinend resignierend akzeptieren. Ein happy end jedoch wird das nicht geben.

Lassen Sie mich mit der Weissagung der Cree-Indianer enden:

„ Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch gefangen und der letzte Fluss vergiftet ist, werden wir begreifen, dass man Geld nicht essen kann. “ 

Wimmerwuchs

Liebe Bürgerpostleser, 

heute und auch das nächste Mal geht es um Erstaunliches rund ums Holz. Anfangs seid Ihr gefragt, wisst Ihr, was da zu sehen ist und wie wird das Phänomen genannt? Ich vermute einmal die wenigsten werden es wissen, ich jedenfalls nicht. 

Mein Wissen habe ich auf der Homepage: https://www.achtsamkeitimwald.com/wimmerwuchs/ von Klaus Heidel aus Hiddenhausen gefunden. Er schreibt: „Für mich ist eine solche Wuchsform ein wunderschöner Anblick. Zu sehen ist nämlich ein stark ausgeprägter Wimmerwuchs am Stamm einer Rotbuche. Dies ist eine Wuchsanomalie, die noch nicht erschöpfend erforscht und erklärt ist“.

Wimmerwuchs an Buchen sei eher seltener zu sehen, er kommt aber an Nadelbäumen, Birken und Ahorn etwas öfters vor. Manchmal sei zu lesen, dass dieser Wimmerwuchs etwas mit dem Standort des Baumes zu tun hat und an Bäumen im Hochgebirge häufiger vorkommt als an Bäumen im Flachland.

Dieser Wimmerwuchs verläuft immer quer zur Stammachse und wirkt manchmal wie viele kleine „Schwimmringe“ unter der Rinde. Ein so stark ausgeprägter Wimmerwuchs wie an dieser Buche werde zum Problem für die weitere Verarbeitung, da solch ein Holz nicht so stabil ist, wie Holz ohne diese Wuchsanomalie. Dieses Holz neigt zu einer verstärkten Rissbildung und Verformung. Daher werden solche Bäume meistens nur als Brennholz gehandelt. 

Das werde nach Klaus Heidels Meinung diesem schönen Phänomen nicht gerecht, denn es gibt auch einiges Positives über diesen seltenen Wimmerwuchs zu berichten: „Zur Herstellung seltener Furniere wird solches Holz von so mancher Manufaktur sehr gerne verarbeitet und in ganz einmaligen Holzwerkstücken verbaut. Auch zur Herstellung von anderen kunsthandwerklichen Gegenständen ist dieses Holz recht beliebt. Zum Schnitzen und Drechseln zum Beispiel. Aber auch Musikinstrumente schmückt diese einmalige Holzmaserung oft mit ihrer ungewöhnlichen Struktur und macht so jedes Instrument zu einem einmalig schönen Stück“.

Ist das nicht interessant, dass das Besondere und nicht Normale doch als Nischenprodukt Bedeutung gewinnen kann? Ich finde das sehr faszinierend.

Zum Schluss darf ich dankbar bekannt geben, dass Karl Wild aus Maichingen mir diese Bilder eines Sonntagsspaziergangs zu Verfügung gestellt hat. Vielen Dank dafür Karl.

Und, wer hat das Phänomen bereits gekannt? Ich freue mich über Rückmeldungen.

Herzliche Grüße
Franz Maus