Was war das doch für ein schockierender Wahlabend an diesem 6. September: mit Siegestänzen und Triumphgeheul schon um 18 Uhr bei der AfD, mit Leichenbittermienen und Ratlosigkeit bei der halbierten CDU, mit Bangen noch beim BSW, ob es die fünf Prozent diesmal schaffen wird – und mit Fassungslosigkeit vor dem Fernsehbildschirm! Wie hat es der ewig grinsende neue AfD-Star Siegmund auf seinem nostalgischen blauen DDR-Motorroller bloß geschafft, 44 Prozent der Wahlberechtigten quer durch alle Alters- und Berufsgruppen wie beiderlei Geschlechts für die vom Verfassungsschutz als „in Teilen gesichert rechtsextrem“ eingeschätzte Partei zu gewinnen – und dies bei einer Rekordwahlbeteiligung und mit einem hanebüchenen Wahlprogramm, das Schlimmstes befürchten lässt?
Karikatur von Wolfgang Horsch in der Süddeutsche Zeitung am 9. Sept. 2026
Drei Sitze, so stellt es sich schließlich heraus, fehlen der AfD zur Mehrheit – ob da nun Sarah Wagenknecht, die vormals eher Linksextreme, aushelfen wird?
Wann immer die TV-Sender nach Sachsen-Anhalt schalteten an diesem beklemmenden Abend (wie auch an den überaus turbulenten Tagen zuvor und danach), grüßte der Magdeburger Dom. Waren da nicht kürzlich erst die Gebeine von Kaiser Otto I, dem Großen, feierlich neu bestattet worden, und hatte die AfD womöglich auch hiervon noch profitiert? Spätestens da kamen in dem so heftig in Unruhe versetzten Ruheständler Erinnerungen hoch: Erinnerungen an seinen eigenen Besuch des Doms – lang, lang ist´s her. In den Sommerferien des Jahres 1958 war er zusammen mit seinem jüngeren Bruder auf strammer Deutschland-Tour per Rad auch in Magdeburg zwischengelandet; denn selbstverständlich durfte dabei auch die „Ostzone“ nicht ausgespart werden, zumal sich hier die Patentante als Etappenziel anbot, bevor ein Stück weiter, knapp jenseits von Sachsen-Anhalt, auch ferne Verwandtschaft noch lockte. Ob es sich da – zur Ablenkung vom garstigen Tagesgeschehen – nicht lohnen würde, mal wieder den gemeinsam verfassten, mit Fotos und Skizzen ausgeschmückten „Fahrtenbericht“ (wie er in jugendbewegten Jahren üblich war) von jener Tour hervor zu holen und darin zu blättern.
Anno 1958 noch beschädigt: der Dom in Magdeburg
Plakatwerbung fürs Zentralkomitee
„Es war eigentlich gar nicht so recht einzusehen“, lese ich in meinem handschriftlich verfassten, mittlerweile fast 70 Jahre alten Text, „dass wir nun plötzlich in einem anderen Deutschland sein sollten. Ein schlacksiger Junge, der eng verwandt schien mit einer Kategorie Jugendlicher, die bei uns halbstark genannt wurde, erwies sich uns bereitwilligst als Fremdenführer und gondelte mit seinem Fahrrad vor uns her, bis vor die Haustür der Tante.
Sonntagmorgen in Magdeburg. Rolf und sein kleiner Bruder Kitty (die Söhne der Tante) übernehmen es gern, uns die Stadt zu zeigen und dazu die notwendigen Kommentare zu liefern. Großzügig geplante und halbfertige (stalinistische) Prunkbauten wechselten ab mit den Trümmern der zerbombten Altstadt…
Stalinistische Prunkbauten mitsamt Vopos
Wir kamen gerade noch recht zum Gottesdienst im altehrwürdigen gotischen Dom. Ich erinnere mich nicht mehr genau an den Predigttext, aber ich habe noch die Worte im Ohr, mit denen der Pfarrer die Gemeinde zum Aushalten aufrief. Er sprach auf eine so feine und mutige Art, dass wir einfach aufhorchen mussten. Das große Schiff war vollbesetzt bis zur letzten Bank. Vorwiegend bestand die Gemeinde wohl aus älteren Leuten, doch entdeckten wir auch Jugendliche in unserem Alter. Was bloß die russische Reisegesellschaft so an der gotischen Architektur interessierte, die nach dem Gottesdienst den Dom besichtigte?“
Natürlich stand auch noch ein Kinobesuch auf dem Programm: Angeschaut wurde der überall angepriesene sowjetische Monumentalfilm „Ein Kommunist“, der den „Freiheitskampf“ der Kommunisten in eindrucksvollster Taiga-Landschaft nachzeichnet, in der der Held schließlich, zu Tode verwundet, geradezu in die Kamera zu stürzen scheint. Doch wir hatten schon bessere Wildwestfilme gesehen, wie ich festhielt, sodass wir „von kommunistischen Ideen gottlob nicht überzeugt“ werden konnten.
Dann wurden die Räder wieder gesattelt, und nach einem Abstecher ins Brandenburgische zur Verwandtschaft (nach Zitz bei Wusterwitz) ging es südwärts über den Kyffhäuser, den Harz, weiter an der Werra und der Fulda, schließlich dem Main, der Regnitz und der Altmühl entlang bis nach Kelheim an der Donau. Auch dort wie in Magdeburg gab es ja noch eine Freundin der Mutter aus BDM-Zeiten, um noch ein paar Tage verweilen zu können, wo uns doch gewiss auch die Tochter Heidi noch bestens betreuen würde. Aber es nahte das Ferienende und auch das Heimweh hatte zugenommen, sodass wir schließlich nach einer Tag-Nacht-Gewalttour – ein Stück weit freilich auch noch per Anhalter auf einem Lkw – so erschöpft wie glücklich wieder zuhause im Schwarzwald gelandet waren.
Weil ich eben „per Anhalter“ schrieb, drängt sich mir doch prompt die Wahl in Sachsen-Anhalt wieder in den Sinn: Wie wird es weitergehen mit der AfD bei den nächsten Landtagswahlen? Wird die „Deutschlandtour“ der Partei nächstens auch erfolgreich durch den Westen und den Süden führen – um letzten Endes die ganze Republik aufzumischen? Oder droht ihr zuvor die Disqualifikation?
heute möchte ich Euch etwas „Himmlisches“ zeigen. Auf Bild 1 ist es nur schwach zu sehen, aber ich bin mir sicher, Ihr seht es mit etwas Mühe, wie es mir auch ergangen ist. Einen Farbbogen als Kreisausschnitt im unteren Teil des Bildes. Ich sah das am 22. August 2026 abends um 19.17 Uhr. Jetzt kommt der Hammer, ich erinnerte mir, dass ich so etwas schon einmal gesehen und fotografiert habe, und der Oberhammer ist, dass ich es relativ flott gefunden habe. Und zwar am 11. Juni 2017. Bild 2 und 3 zeigen das Phänomen noch um einiges deutlicher.
22. August 2026 abends um 19.17 Uhr
11. Juni 2017
Habt Ihr eine Ahnung, was es sei könnte? Ich bin fündig geworden beim Arbeitskreis Meteore e.V. https://www.meteoros.de/themen/halos/haloarten. Es handelt sich um einen Zirkumzenitalbogen (Abkürzung ZZB). Er ist eine Haloerscheinung, wie die Nebensonne, die ich kürzlich am 2. September von Pfohren-Mittelmeß aus aufgenommen durfte. Der ZZB sei eine der schönsten und farbenprächtigsten Haloerscheinungen. Seine Farbigkeit und Helligkeit kann dem Regenbogen gleichkommen. Daher wurde er auch schon häufiger mit einem Regenbogen verwechselt. Im Gegensatz zum Regenbogen, der einen Kreis um den Sonnengegenpunkt bildet, ist der Zirkumzenitalbogen ein Bogen um den Zenit, wobei nur der zur Sonne gerichtete Teil zu sehen ist. Normalerweise ist etwa ein Viertel eines Kreisbogens sichtbar, in Ausnahmefällen auch ein Halbkreis. Bei einer Sonnenhöhe von 32° über dem Horizont verschwindet der Zirkumzenitalbogen im Zenit. Seine größte Helligkeit erreicht der Zirkumzenitalbogen bei einem Sonnenstand von 22,1°. Zwischen 15° und 25° Sonnenhöhe wird er am häufigsten gesehen.
Pfohren-Mittelmeß am 2. September 2026
Der Zirkumzenitalbogen entsteht genauso wie die Nebensonnen an horizontal schwebenden Eisplättchen. Hier tritt das Licht allerdings an der Basisfläche des Plättchens ein und an einer Seitenfläche wieder aus. Da die Seitenflächen senkrecht zur Basisfläche sind, beträgt der Brechungswinkel 90°. Falls Nebensonnen sichtbar sind, besteht, insbesondere bei einer Sonnenhöhe zwischen 15° und 25°, eine große Wahrscheinlichkeit, dass auch der Zirkumzenitalbogen gesehen werden kann. Leider ist der Zirkumzenitalbogen kaum jemandem bekannt, obwohl er fast ebenso häufig wie der Regenbogen auftritt. Der Hauptgrund dafür liegt wohl darin, dass man fast senkrecht nach oben schauen muss, um ihn zu sehen. Das sollte nach diesem Beitrag nicht mehr passieren. Einfach bei den beschriebenen Konstellationen mit den Blicken hinauf in den Zenit, liebe Beitragsleser. Ich werde mich auch daran halten, weil es mir auch jetzt erst klargeworden ist.
Die für ihre Handelsketten Lidl und Kaufland bekannte Schwarz-Gruppe will 5,6 Milliarden Euro in den Bau eines Rechenzentrums in Dummerstorf bei Rostock investieren. Geplant sei der Aufbau eines Datacenters mit einer Kapazität von 240 Megawatt bis 2033, teilte das Unternehmen mit. (Bad. Zeitung v 28. August 2026)
Wo sie neuerdings doch überall diese riesigen Zentren errichten – was steckt da bloß dahinter? Die in Heilbronn beheimatete Schwarz-Gruppe baue bereits ein weiteres Rechenzentrum in Brandenburg für elf Milliarden Euro, berichtet die Badische Zeitung und zitiert den Chef des Unternehmens, Gerd Chrzanowski: „Digitale Souveränität entsteht nicht durch Appelle oder Reden. Sie entsteht durch Handeln, durch verlässliche Infrastruktur und durch praxistaugliche Anwendungen.“ Standortsvorteile würden Mecklenburg-Vorpommern wie auch Brandenburg bieten durch die hier produzierte Windenergie, wo solche Rechenzentren doch Unmengen von Energie benötigen – spätestens dann, wenn sich der Einsatz künstlicher Intelligenz vollends durchgesetzt haben wird.
Vor unbeherrschbaren Risiken der KI-Revolution glaubt inzwischen allerdings sogar ein Bill Gates warnen zu müssen, der sich bei Microsoft aus dem operativen Geschäft längst zurückgezogen hat. Sein Unternehmen plant unterdessen im Elsass drüben dennoch gerade ebenfalls ein Rechenzentrum gigantischen Ausmaßes. Ob auch dort die dafür verfügbare Energie den Standortsvorteil bringt, scheint eher zweifelhaft zu sein, nachdem das AKW in Fessenheim doch schon seit Jahren stillgelegt ist und nun endlich rückgebaut werden soll. Dass auch auf Kühlung und Wasserkraft des Rheins spätestens seit diesem Hitzesommer kein Verlass mehr ist, sollte sich eigentlich doch auch bis in die Vereinigten Staaten herumgesprochen haben, so sehr man dort weiterhin den Klimawandel meint ignorieren zu können. Oder setzt man bei Microsoft (wie auch beim französischen Energieversorger EDF) bereits auf die Kernfusion als Schlüsseltechnologie der Zukunft?
Ob man sich da nicht auch auf der Baar auf derlei Rechenzentren gefasst machen sollte, seien sie von Lidl oder von ALDI? Ob man sich für die kommunalen Haushalte nicht sogar schon darauf verlassen darf – wo doch bereits die Zentrallager bzw. Logistikzentren dieser Firmen hier angesiedelt sind? Und schaut man auf die Horizonte ringsum: Haben wir in Sachen Wind- und Sonnenenergie nicht mächtig aufgeholt und in den zurückliegenden Jahren schon beinahe mecklen- bis brandenburgische Verhältnisse erreicht. Schade nur, dass wir, was die hiesige Windhöffigkeit anbetrifft, noch immer nicht so ganz konkurrenzfähig sind. Aber was soll´s: wenn rundum alle Windräder 250 Meter hoch wären, so wie unsere neuen auf der Länge, so müsste es doch klappen – allenfalls Repowering der Altanlagen ist also angesagt, wo auf „digitale Souveränität“ (G. Chrzanowski) Wert gelegt wird!
Oder sollte ich da womöglich ein bisschen geträumt haben nach der Lektüre der Tageszeitung bei schwüler Mittagshitze? War es gar ein Albtraum? Vor neun Jahren hatte ich in der Zeitschrift Schwäbische Heimat (2/2017 unter der Überschrift Albtraum badische Alb. Wie ein Waldgebiet der Windkraft geopfert wird) einen recht kritischen Beitrag über die Vorgänge auf der Länge veröffentlicht. Denn kurz vor Jahresschluss 2016 war hier die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für zwei Windparks mit zusammen 13 Anlagen erteilt worden. Was war das damals doch für eine Aufregung unter den Wald-, Landschafts-, Vogel- und Fledermausfreunden – und an was alles werden die sich künftig erst noch zu gewöhnen haben … trotz oder wegen der sich verschärfenden Klima- und Biodiversitätskrisen!
mögt Ihr auch stattliche große Bäume? Dann dürftet Ihr begeistert sein, was heute an der Reihe ist. Es geht um die Kohlwaldtanne. Ein wahrer Koloß, aber bisher wenig bekannt komischerweise. Wolf Hockenjos, der Tannenexperte in Baden Württemberg und Buchautor unter anderem von „Tannenbäume: Eine Zukunft für abies alba“, schrieb mir, nachdem ich ihn darauf aufmerksam gemacht hatte: „Donnerwetter – was für ein stattliches Exemplar! Ich schäme mich schier, dass ich die Kohlwaldtanne bisher nicht gewürdigt habe. Ich habe sie heute per Rad besucht und danke Ihnen nachträglich nochmals für den Tipp“! Das will etwas heißen aus solch profundem Munde.
Nun, eigentlich kenne ich sie schon seit wir nach Hausen vor Wald gezogen sind vor 30 Jahren. Denn sie steht in unmitelbarer Nähe zur Kohlwaldhütte unweit des Waldweges von Hausen vor Wald nach Mundelfingen. Am 11. Januar 2026 brachte mich unser Nachbar Wolfgang Schorp auf die Idee, sie genauer mit ihm anzuschauen. „Das musst Du gesehen haben, wie ihr Stammfuß aussieht“. Und in der Tat, schaut Euch die Bilder an, kann man da glauben, dass dieser Baum nicht schon längst abgestorben ist? Nein, er macht einen vitalen Eindruck und wir hoffen, dass er noch deutlich älter und dicker werden darf. Grund sind Verletzungen durch Holzschleifen, in der Nähe war ein Holzlagerplatz.
AAAA
Ihr kennt meine Art, den Durchmesser zu bestimmen? Ganz einfach, Ihr seht es auf Bild 2 und auf Bild 4. Gemäß Leonardo da Vinci entspricht die Breite der ausgebreiteten Arme der Größe seines Menschen. Ihr könnt das gerne bei Euch testen. Ich bin 174 cm groß, wie ist dann der Durchmesser auf Bild 2 und Bild 4? Auf Bild 2 sage ich 170 cm und auf Bild 4 werden es etwa 150 cm sein. Bild 4 ist gegenüber von Bild 2 aufgenommen worden. Zwei Gründe für den Unterschied gibt es, der Stamm ist nicht rund und bei Bild 4 stehe ich höher als bei Bild 2. Der Umfang wird gerechnet Durchmesser mal der Zahl „pi“, die etwa 3,14 entspricht. Bei 170 cm ergibt sich ein Umfang von 533,8 cm und bei 150 cm Durchmesser beträgt der Umfang 471 cm. Am 13. Juli bat ich Wolfgang, zur Umfangmessung mitzugehen. Könnt Ihr das Ergebnis lesen auf dem Bild unten?
Das Fünfmeter Maßband reichte nicht aus, ich schätze, 512 cm ist passend. Bei solchen Messungen besteht die Forderung, dass in Brusthöhe gemessen wird. Brusthöhe ist aber kein eindeutiger Begriff, den es eigentlich mit einer genauen Zahl, zum Beispiel 140 cm ersetzt gehört. Eine der stärksten Tannen im Ländle ist die Großvatertanne bei Freudenstadt. In Brusthöhe hat sie 528 cm und in einem Meter Höhe 560 cm Umfang. Die Kohlwaldtanne ist sehr nah dran, echt hammerhart.
Was macht Wolfgang auf dem Bild? Er vermißt die Tanne mithilfe eines gleichschenkligen Dreiecks. Er kam auf über 45 m Höhe. Die Großvatertanne ist 46 Meter hoch. Unten habe ich die auch stattliche Weißtanne beim Waldlehrpfad zur Gauchach zum Vergleich dargestellt. 2017 kam sie auf 339 cm Umfang, man kann sagen, ein Zwerg gegen die 512 cm der Kohlwaldtanne.
Historisch interessant ist das letzte Bild. Hans Hasenfratz aus Mundelfingen hat es mir zur Verfügung gestellt. Es zeigt die Musikkapelle Mundelfingen und stammt aus dem Jahre 1983. Was sehen wir im Hintergrund? Die Kohlwaldtanne und das Holzlager. Grund der Aufnahme sei kein Jubiläum gewesen, sondern das Schützenfest „Preussisch Oldenburg“ bei Minden.
Quelle: Historisches Filmmaterial aus dem Nachlass von Ernst Kramer. Die Veröffentlichung dient ausschließlich der Dokumentation der Hüfinger Ortsgeschichte. Sollten Rechteinhaber Einwände haben, bitten wir um eine kurze Mitteilung.
Vu Loeterewäge, Heinze stelle, vum Wiisbom, Karresalbi und Micki tribble. E Lebensbild Post Mortem über de Beppi Kramer vum Süesse Winkel.
So „Gäbeli Zettle“, Do kinnt i wette Im Kramer Beppi wärs en Graus Für iis isch es en Augeschmaus
Die Heiberei am Galgeberg Wa war des für e hert Tagwerk E Ochsefuhrwerk, alls vu Hand Die Kramerbloos schafft mitenand. „Ab i d‘ Schier, vum Schose kunnt e Gwitterwand“
Des Ochsegschier, de Hans und Franz Des waret konni Hoppedanz lahmarschig all im glieche Schritt Nu so kunnt do de Beppi mit
Koe Wunder, de letschte aaltbache Städlibuur Konn hät no so e Kugelfuhr Alls vu Hand und Koe Maschie En andre wär do scho lang hii
De Ernst, de Gettibue, hät des alls gfilmet Dass so Erinnrunge nit bald mol himmlet So bliibt d‘ Gedankewelt halt wach Wie s Hei vu Hand kunnt unters Dach
Alls vu Hand: Maije, worbe und verzettle Zatte mache und zemetreche Hainze stelle, Hei druff winde Vor em Dunderwetter, moss mer schinde
Ihr erinnert Euch noch, dass die wilde Karde vor nicht allzu langer Zeit Thema war wegen Ihrer Wassertanks.
Ich mache sie nochmals zum Thema und zwar aus dem einfachen Grund, wegen der Frage, ob der Fruchtstand Samen enthält oder nicht. Ihr könnt Euch schon einmal Gedanken machen.
Zunächst wollen wir aber noch anschauen, wie Schmetterlinge die lilablauen Blüten besuchen.
Das Bild zeigt zwei Kaisermäntel und ein Tagpfauenauge. Kaisermäntel waren die meisten Vertreter, bis zu zehn waren gleichzeitig an den zwei Pflanzen zu sehen.
Das Bild oben schmückt ein schöner Zitronenfalter, so wie er aussieht, ist er noch nicht allzu lange geschlüpft . Wahrscheinlich tragen Schmetterlinge auch zur Befruchtung des Samens bei. Nach der Blüte sehen alle Blütenstände wie tot aus. Vom optischen Eindruck her dachte ich, da sollte kein Samen mehr vorhanden sein. Das dachten übrigens auch viele Betrachter, die meinen Status zu diesem Thema angeschaut hatten. „Leer“ schrieben einige kurz und knapp.
Also ging ich der Sache auf den Grund und schnitt einen Fruchtstand ab. Ich klopfte ihn auf weißem Papier aus und siehe da, viele kleine braune Partikel fielen heraus.
Zunächst dachte ich, das sei der Samen. Aber als ChatGPT die Samengröße mit 3 bis 5 mm Länge und 1 bis 2 mm Breite angab, war klar, dass das nicht der Same war. Vermutlich waren es Blühreste. Jetzt half nur noch eines, den Fruchtstand auseinanderschneiden. Das Ergebnis zeigt sich unten sehr eindrucksvoll, der Same ist in einer Vielzahl vorhanden und das grün zeigt, dass er noch nicht vollens abgereift ist. Wenn das kein Hammer ist, dann weiß ich auch nicht, was man noch schreiben kann.
Annelie aus Uttenhofen gab eine sehr gute zielsichere Antwort: „Meiner Meinung nach ist der Same noch drin. Denn die Distelfinken hängen immer erst spät im Jahr an den Karden“. Sagenhaft beobachtet Annelie. Dafür gibt’s den Oberhammer.
Wenn möglich, will ich die Karden stehen lassen, bis ich Stieglitze/Distelfinken beim Herauspicken des Samens bestaunen kann.
S Hüfinger Krokodil, zappe mer mol dorch d Krokodilwelt
Dass de Name vum Huefinger Krokodil i de Hinterstadt vunere Baiz z Karlsruhe mit dem Name Krokodil stamme dai, des hät de Sigwarte Roland iis verkartet. Au die i dere badische Fächerstadt e aagsehnene Vereins- Gesellschafts- und Kulturwirtschaft, die gihts immer no. Gwunderet häts mi scho immer wieso die Huefinger Traditionswirtschaft den Name hät. Won i denno im Filmli vum Onkel Ernst Kramer vu de Hotzig vu sinere Tochter Anni mit em Karl Preis us Amedshofe überm Wirtshuusname „Zum Krokodil“ au no de Name Joseph Schafbuch gsehne han, hät mi s Krokodil endgültig a de Gorgle packt. Des Filmle gihts im Hieronymus zum aagucke. Und de Baizer, de Schofbueche Beppi, isch au no en Vorfahre. So kunnt oes noch em andere und es kunnt no dicker.
S Internet sait, dass es no z Hornberg, z Balingen und am fränkische Brombachsee Wirtschafte mit dem zooligische Name gäb. I dem am Brombachsee han ich scho mol gschpeisst und uuruhig gschloofe. Wahrschiinli weil i troomt ha, dass mer so e Vieh am Fuess ummignagge will. Dert a dere grosse Seenplatte, die de Bayernhäuptling F. J. Strauss, baue lau hät, passt der Name sogar eweng. Dä siehts uus wie a dene See ‚e im Kongo wo die blutrünstige Krokodil hinterhältig uff e liichtsinnige Gazelle a de Tränke laueret. Überhaupt wunderets om, wieso die schrundig, schuppig, eigentlich mords wüeschte, grossmäulige, glupschäugige, krallepfotige, bestialische Raubechse bei iis so aagsehne und populär sind. Koe Fleckli kuschligs Fell oder zarti Federli wie bei me Bärli, Häsli oder Entli. Naselöcher wie beim fauchende Nibelunge Drache.
E Gebiss und Zai wo nit emol de todesmutig Zahnarzt Ernscht Kramer e Amalgam Füllung trotz Maulsperre mache dät. Mit 3 to Beisskraft hät es s stärkscht Gebiss im Tierreich. Koe weng e Kuscheltier. Und doch so populär. Sogar beim Kaschperle i sim Theater spielt des grossgoschig Tier e tragende Roll. Dert spielt es e harmlose, klapper Hauptrolle und i kom Playmobilzoo derf e Krokodil fehle.
Sogar e Eidechse Brünneli, die europäisch Verniedlichungform vum Kaiman, gihts z Eschinge a de Buchhalde. Leider isch die wasserspeiend Bronze Echs scho so vill mol gstohle wore, dass mer se nimme erneueret hät. Schad drum.
Wirtschafte lauret wahrscheinlich mit dem Name uff hungrige, gfrässige und dorschtigi Gäscht. Wurum hät des gemein Raubtier im Ferne Europa so en Freundeskreis bei Alt und Jung? Spätestens bei dene abstossende Greuelpartys a dene Afrikanische Krokodil See‘ e vum gruusige Bokassa und vum holose Idi Amin het mer doch monne kinne, dass de Ruef als Kinderzimmer Tier und Lokomotivname endgültig ruiniert sei. So kha mer sich täusche. Sogar beim neue Ami Präsi us sim Florida Domizil gruuset om der us em Kopfkino uffstiegend Phantasie Gedanke, dass der en Kaimane – Pool im Mar a Lago hät, woner die europäische widerborschtige, unfolgsame, uudankbare, bocksboenige Fehldemokrate us Old Germani enthemmt inni wirft.
Wonni d Uusstellung i de FF Sammlungen :„Wolterdingen in 50 zig Sache“ iigrichtet han, bin i wiedermol i die wundersame zooligische Sammlung inni dapet. Dert lauret am Iigang e gross, uusgstopfts Krokodil geduldig uff Bsuecher. Sit über hundert Johr macht es en delikate Bäreschunke aa. Nämlich vum bedrohliche, mächtige, maiestätische au uusgstopfte Braunbär us de Karpaten, sim Nochber. Die beide kummet aber friedlich mitenand uus. Also sinds doch d Vorlag vu de Kuscheltierle.
Wo ni denno im Ijoma Mangold sin Beschtseller: „Das Deutsche Krokodil“ raubgierig verschlunge han, han au ich wieder min Friede mit dem vielfältige Viech gschlosse. Aber us ganz andere, unbiologische, us elektrische kraftprotzerei Gründ.
De Ijoma Mangold isch sit Johre de Literaturchef vu de ZEIT und en witzige Buchkritiker. Wie kunnt so en hochgschiede Maa uff so en Buchtitel mit eme winzige Kunscht Holzkrokodil uffem Cover ?
Ich glaub nit, dass des gschied Bieble, de Ijoma, dä z Heidelberg lang mit em Kasperle sim Krokodil gschnäblet hät und mit Playmobil Krokodil gäggelet hät. Nai, ihn hät scho frühe s „Deutsche Krokodil“ in Bann zoge. Verrotet mir oe Biebli us de 60-er Johr wo nit vum 6 achsige, gräene Märklin Krokodil geschwärmt und troomet hät? De no größer, ehnder unerreichbar Troom war der vum 8 achsige bruune oder gräene Schwiizer Gotthard- oder Simplon- oder Löschbergbah Krokodil. Oder vum knallrote Ösi Semmeringbah Krokodil. So ebe au de Kindheitstroom vum dunkelhäutige Ijoma mit dickem schlesische aber au afrikanischem Bluet.
Verrotet mir doch bittschee emol, wieso dass mit zunehmendem Alter d Zufälle so überhand nähmed? So wie jetzt grad, wie Hit grad.
Geschterd han i de Hannah ver de Hieronymus des uusuufernd Gschichtle über s Hiefinger und andere Krokodil druckfertig geschickt. Am Tag druf, also Hit, muess i Skiservice Material, wa grad us Skandinavie z Innsbruck aakumme isch, hoem in Schwarzwald hole. Natierli dorschluurfet mer no d Innsbrucker Altstadt, schlappet dorch d Maria Theresiastross, trinkt no en Kaffee und me lot sich stilgerecht an Kaiserschmorrn kredenze. Während dem Gaumeschmaus gihts plötzli au no en Augeschmaus. Die Glotzbeppel bliebet wie blendet, starr vor Überraschung, a me Wirtshuusschild uff de andere Strossesiite hange. „CROKODILES“ stoht i silberne Buechstabe über de Glasfront. Zahle muss jetzt d Frau und blitzschnell, wie vu me Krokodil is Fiddle pfetzt, renn i dorri zu me Foto vu dere Wirtschaft mache.
Hinter de Theke stot e hübsche, frindliche Frau und hät e Freid, dass ich ihri Wirtschaft abfötele due. S Emblem vum Restaurant muss au no in Fotospeicher und denno gang ich inni, wo die Frau mich galant begrüesst. Wie sie uff die Idee kumme seiet, des Restaurant uusgrechnet „Crocodiles“ z nenne, frog Ich verdatteret die nett Frau. Ich heb grad e Gschicht Gschribe über e Hifinger Wirtschaft wo au Krokodil hoesse dai, erklär ich ihre. Sie und de Brueder Emil seiet us Bulgarie und de Emil heb gsait, der Name dai d Liit unweigerlich zum guets Esse verschlinge aarege. Der Iifall het ganz genau uff de Zwölfer troffe. D Gäscht kämet i Schaare und dätet Esse fresse und Trinke suufe wie die Crocodiles mit ihrene gwaltige Gebiss. Im übrige dai sie Hüfingen und vor allem iiseri Donauquell kenne. So wie d Muselmane oemol im Lebe gi Mecka hatsche miesstet, so wär au jeder Bulgar dezue vergatteret, oemol im Lebe a d Dunnequell z‘ gau. Vu nere Breg Quell wisst sie und ihre au dunneseelige Landsliit gar nint.
A Neun Länder dät des Dunnequellewasser vorbeifliesse und sie, d Bulgare, dätet den für sie heilige Strom denno fascht spirituell im Meer übergähe. Mir aber währed die Dunne Spender, und sie die gütige Übermittler in ewige Wasserkreislauf. So poesievoll, so ergriffen, so fascht aadächtig han i des no nie ghöhrt wie des die gschied Bulgarefrau gefühlvoll erklärt. Wa Krokodil doch alls z weäeg bränget. Jetzt ware mer ganz platt und um e seelevolle Dunnegschicht riicher.
Jetzt hät die hübsch Tiroler Bulgarin iis friendli am Arm gnomme, ums Huuseck geführt und stolz i die am heale Tag prallvoll Holzofe Pizzeria „Crocodiles“ begleitet, die zweit Gastronomie wo sie und de Bruder Emil mit Herzbluet umtriebet. Dass de Emil mit sinnere Namenswahl für sini Gaststätte, ganz i de Näh vum Goldene Dacherl, goldrichtig glege isch, des hommer gsenne. D Frau Malcheva glaubt, dass nu sie den gfrässige Name hebet i ganz Austria.
Die Donau Einwanderer honds gschafft. Verdanke kennet sie des au eweng im Krokodil, dem sie koe Krokodilsträn nobläre Mond. Ganz im Gegetoel. Für sie isch der Name en Sege. Hoffentlich au fürs Huefinger Krokodil.
Wa wär Tirol ohne die fliessige „Neumitbürger“. Nuu oe onzige Tirolerin hommer ums Golde Dächerl rum bediene gsänne. Alls nuu umtriebige Iiwanderer oder Ösimundart palavernde Secondos.
Für so e Gschicht bruuchts no e paar guetige Bildli vu dene Iisebah Krokodil. Also Gang i zu de Modell Iisebahfreund is Vereinsheim im Stellwerk am Bahhof z Eschinge. De Kleiser Bernd loset mir zerscht uugläubig zue wa der Spinner verzellt. Allmählich schnallt er wan ich will. Und jetzt gohts Modellbah Krokodil au i ihm dorch. Begeischteret, fascht euphorisch verzellt er mir fundiert die Geschichte vu dene vier Iisebahkrokodil. Oe Vitrine noch de andere macht er uff und leit die unerfüllte Träum vu minere Modelliisebah Kindheit uff e Sammettuech. Erscht s sechsachsig, lindgräe, s Deutsche Krokodil. Baureihe xy…, woes de Kenner Bernd uuswendig us em Kopf. Denno die beide 8 achsige Schwiitzer Krokodil, gräe und bruu. Aber er isch no nit fertig mit de Vorstellung: Jetzt holt er no s Austris- bluetrot Östricher Semmering Krokodil us de tabernakelartige Vitrin. Do dätet die Äugli vum Ijoma Mangold aber glühje.
Eidechsebrünnele und Bombeleger
Weils natürli au e sanfte, heimische Art vu so Lurche giht, muess mer au no die Gschicht vum ehemals kultige Eschinger Eidechsebrünnele verzelle. Und au die artet ghörig uus. I de fufzger Johr hät s Gregori Fescht uff de grosse Hohebni uff em Schelleberg bei de Amaliehitte und de Uussichtsplattform stattgfunde. Um Nieni isch de knusprig Gregoriwecke vum Schütze Beck, den de Fürscht gstiftet hät, i de Volksschul und im Gymnasium vertoelt wore. Denno sind alli Klasse in zweireihige Marschordnung dorch Stadt, d Wolterdingerstroos, de Borer uffi und unterm Naturfreundehuus gege de Schelleberg gwanderet. Dä unterm Zeltplatz vu de Naturfreund isch im Wald e Brünnele: S Eidechsebrünnele. E grosse bronzene Eidechs, fascht scho e Krokodil, speiht us em Muul frisches, erfrischends Quellwasser. Dä muess jeder vu dene hunderte Schüler natierli en durschtstillende Schluck nehme. Jeder kennt des Brünnele, es isch Eschinger Kult, fascht so aagsehne wie d Dunnequell. Au am Sunntig wered Familieuusflieg dä änni gmacht. Sogar d Uuffemer Pfuttlimusik macht dä e idyllischs Eidechsebrünnele Waldfest. Kummedi isch nuu, dass die Bronze- Echs immer wieder mol klaut word. Aber d Stadt lot sie immer wieder mache. Trotzdem isch sie sit gut 30 Johr leider doch verschwunde. No immer hommer bisher nit emol e Bild devu gfunde. Nu no s Brunnebeckeli isch no do und useme triviale Röhrli brienzlet immer no e Muckeseckeli Wasser. Leider nimme us eme Eidechsemuul. Und plözli schnapps Raubkrokodil doch wieder mol gruusig zue. Z mols isch d Eidechs en Drache us de Bundesgschicht, wenn nit sogar de Weltgschicht. Wiedermol isch d Eidechs abgsäget, abmontiert , klaut wore. Für on junge Eschinger Kerli hät des kultig Echsle uubedingt wieder her messe. Er goht uffs Rothuus zum Zimmermanne Erscht und bietet ihm en neue, selbergmachte, selbergossene Nochbildung i Originalgrösse aa. Natierl isch de Hauptamtsleiter ganz begeischtere, nimmt des Präsent aa und lot die neu gschenkt Eidechs, allerdings vermutli nimme i Bronze, sondern ehnder silbrig, stahlgussmässig vum Wassermoeschter montiere. Wie der jung, freundlich Kerli die gmacht hät, des frogt frogt de Ernscht nit. Uugfähr sechs Woche später isch d Rothuussportgruppe uff ere Bergtour. Beim hoemfahre höred sie am Radio verdatteret vum Oktoberwiese- Attentat und dass de Bombeleger vermuetlich en Eschinger sei. De Gundolf Köhler. Uusgrechnet desell, wo vor paar Woche die neu Eidechs bäschtlet hät und de Stadt gschenkt hät. Mit de Gaudi und em Spass noch dere Bergtour isch es umme. Kah en Bombebäschtler au Eidechse bäschtle und giesse? Des triebt de Zimmermanne Ernscht und sini Spezie beim Hoemfahre ghöhrig und zerknitscht um. Sit her isch die Gundolf Köhler Eidechs übrigens wieder verschwunde. Isch sie amend i de Asservatekammer vum BND, isch sie amend sichergstellt wore? Und will mer sie sellewäeg nimme als Art Religvie und als Wallfahrtsort fer Rechtsradikale aabringe?
Eidechsenbrünnele Buchhalde Eschingen
Wa so schuppige Echse doch alls z`wäeg bränget. Zu de Kummunion vu iisere Enkelin sind die langjährige guet Freund us Nordnorwege aagreist. Am letschte Tag vor em Rückflug gommer mit ene a d Albulabahn. Dä stoht vor em Bahmuseum e stillgleits, bruus Albulabah Krokodil. Endlich han i emol Ziit des Kultobjekt vu nohem und nit nuu im Vorbeifahre mit de Berninabah genau aazgucke und aadachtsvoll abzfotograpiere. Au des isch en stimmungsvolle Moment. De Norges verzell ich denno die Krokodilsgschicht im stilvolle Bahnmuseums- Bischtro. Au d Astrid un de Helge flieget mit dere uubachene, gmüetsvolle Gschicht beeidruckt wieder zruck an krokodilfreie Polarkreis.
Und immer no isch s Krokodil nit verschlupft. Woni bei dere Sauhitz e Summerhemdli us em Kaschte zieh, wa schnappt do zue: uf de linke Bruscht schnablet und zwickt mi s Lacost Krokodil i d Bruschtwarz. Au Werbung khaa des Viech. Mit em Kraftwerksmoeschter Willi Brugger triff i mi im KW Waldhuse vum Kirnbergstromprojekt. Und wa laueret am Rand vu sim Fischweiherli: E Krokodilsculpur, fascht i Lebensgrösse und laueret uff e Fischli. Überall isch mer vu dem Satan umzinglet. Es hört oefach nit uff: Woni die uubache kurios Gschicht i de Mundartrundi vorlis, do trau i mine Auge nit. Mir gegenüber huckt de Ecke Bächle und wa hät er a dem Summerobet aa? Und nimmt mer fascht de Schnuuf? E Lacost Hemdli. Wie wenn er gwisst het wa a dem Obet bote word.
Paar Tag später muess i a mim Gebiss wieder emol e weng ummibäschtle lau. Und wa lieht do uff em gschmackvolle Fenschterbank vum kunstsinnige Zahschlosser Constantin Keller: E wunderschees Eidechsli, fascht wie e nochgmachti Sculptur vum Eidechsebrinneli. Woni ihm die Gschicht vum Gundolf Köhler aadeut, isch er ganz verdatteret.
Jetzt am End vu dere Gschicht woess i überhaupt nimme, wa des eigentlich fer en Storiax isch :
Isch es e Essay, e Satire, isch es en Troom, e Komödie, en Klamauk, e Hirngspinnscht, e Cabaret? Oder isch es e Kaschperle Gschicht? E Hinterstädtle Stammtisch Wirtshuus Gschicht? E Bulgarische Dunne Crocodil Gschicht? E Austria Krokodil Gschicht? E Afrikanisch Schauermärli? E Verzehl Vita vu de Krokodil? E Gotthardbah, e Semmeringbah, oder e Hölletalbah Krokodil Gschicht? E Märklin Iisebähnli Gschicht? En Playmobil Kinderzimmer Zoo Gschicht? E Eidechsebrünnele Gschicht? Oder e Hommage as gross, uusgstopft FF Sammlunge Krokodil? Oder wurum verströmet mir Europäer uusgrechnet Krokodilstränli, obwohl der wild Drache beim Gazelle Vesper mit dem gewaltige Gebiss bestimmt koe onzige Trän verdruckt?
Oder oefach nuu:
Weils Huefinger Hinterstadt Krokodil iis oefach so e schees allerwelts Märli nebem Vesper und em Bier kredenzt.
Wie wärs mol mit ere philosophisch- tiefenpsychologische Bätschelerarbet mit dem Thema: „Das afrikanische Krokodil im Dienste der Gaststätten, Kinderzimmer, Eisenbahnen und Zooligischen Sammlungen“.
am 15. Juli 2026 sah ich glücklicher Weise an unserer Hauswand den realtiv großen Falter ruhen. Schaut Euch seine großen Augen an, sofort ist klar, das es ein Nachfalter ist. Sie zeichnen sich zudem durch wenig Farbpracht aus im Vergleich zu den Tagfaltern. Ich hatte einen Verdacht, wer es sein könnte, aber dazu musste ich die Unterflügel sehen. Ich versuchte ihn, dazu zu bewegen, aber das gefiel ihm nicht und er flog weg. Allerdings konnte ich die Unterflügel erkennen und mir war klar, entweder es ist das rote Ordensband oder ein Weidenkarmin. Diese Entscheidung lassen wir noch etwas offen. Ich hoffte, ihn nochmals zu sehen und mit den Unterflügeln abzulichten. Was jetzt kommt hört sich fantastisch an. Tatsächlich sah ich ihn tagsdarauf auf der Norseite unseres Hauses sehr aufgeregt hin- und herfliegen. Ich befürchtete, dass es nichts wird mit dem Unterflügelbild. Und jetzt kommt der absoluter Oberhammer: Unbedachter Weise hatte ich die Hintertür einen Spalt offengelassen und was macht der Kerle? Genau, er fliegt hinein, ich vermute, weil er gemerkt hat, dass es drinnen kühler ist. Egal, man kann auch interpretieren, damit ich das Bild schießen konnte:
Denn schnell machte ich die Tür zu. Er wollte wieder über den hellen Glasteil der Türe hinaus und ich konnte abdrücken. Kommt da nicht etwas Herrliches heraus auf den Unterflügeln? Und durch die Fotografie gegen das Licht sieht man auch die hellen Partien im Oberflügel, nicht schlecht Herr Specht. Ich ließ ihn anschließend in Ruhe auf die Nacht vorbereiten. Zu später Stunde gegen 23.30 Uhr war er im Obergeschoß, beim Licht anmachen sah ich ihn herumfliegen. So, was tat ich dann? Ich machte im Bad das Licht an, wie erhofft, flog er hinein, setzte sich an die Decke und ich konnte ihn mit einem Plastikbehälter einfangen und in die Nacht entlassen. Wow, was für ein Geschichte.
Dann erinnerte ich mich, dass ich diesen Gesellen schon einmal hatte im Jahre 2015, das schöne Bild oben stammt von damals. Sie erinnern sich vielleicht noch, ich hatte eine schmackhafte Mixtur an unseren Apfelbaum gestrichen und neben vielen anderen Nachtgestalten tauchte auch er auf. Damals habe ich ihn als Weidenkarmin bestimmt. Jetzt ging es noch um diese Frage, was ist er in Wirklichkeit und was war der von 2015. Langer Rede kurzer Sinn, beides Mal war es ein rotes Ordensband. Der Hauptunterschied ist die graue statt braune Grundfärbung mit mehr Struktur beim Weidenkarmin. Grundsätzlich heißt es, eine Unterscheidung ist nicht einfach.
Übrigens, die Unterflügel zeigt er im Sitzen deshalb, um mögliche Feinde zu erschrecken.
Vernehm liischt du i de Windle. D’Modder Boor giit uff dech acht. Zwischet Schloß und hohne Kerchderm lehrt si ’s Laufe dier ganz gschlacht. Kum kascht du e kleinweng tripple, Duet mer scho vill Ehr dier aa.
Nitt nu d’Wiege ischt e Kunschtwerk; au din Tempel nebedra. Dor de Park duescht no scharwenzle, ’s bruddlet d’Briig mit dier vergnüegt. Luschtig rännt dier d’Breg vergege.
… Jetz häscht du din Taufschii kriegt. Khäb am Ufer sitzt dert d’Modder, seit bhüet Gott! mit bsorgtem Blick. ’s Läbe word zmol ernscht, muescht schaffe. ’s ischt verbei di Kinderglück.
Gell, de Abschiid macht dech truurig, uß de Boor duescht härb doch gau. Villmool guckischt z’ruck a d‘ Wiege, kehrscht dech um und bliibscht gearn schtau. I de tränefiichte Auge spieglet Treppegibel sech.
D’Enteborg di groii, duet winke, Duuerli begleitet dech. Mengi Mülli muescht scho triibe, schpitzscht und hopsischt iber d’Wehr. Wenn im Friehling d’Berg sech siibret dnzischt gearn no kriiz und quer.
D’Schwoobe duescht du ’s meeschtmool ergre, glii wenn due am Gränzpfohl schtohscht. Häscht du ebbis uffm Kerbholz, daß dech b’sinnscht ob zu’ne gohscht?
Badisch bischt und meechscht’s halt bliibe, machscht bockboanig und verschliifscht, kriichscht no untererdisch wiiters, guckischt, daß du badisch bliibscht. ’s Hegi witt du oafach sähne. Kunnscht als Trotzkopf z’Aach i d’Höh, leischt din Name ab, du Kaibli, und verdlaufscht in Bodensee.
am 26. Juni 2026 gab es ein phantastisches Himmelsphänomen. Ich glaube nicht, dass einer von uns so etwas schon gesehen hat:
Oder sollte ich mich täuschen? Dann freue ich mich auf eine Rückmeldung. Ein erstes Bild erhielt ich von Andrea Meyer aus Behla, aber die Qualität war leider zu schwach. Dann sah ich diese Bilder im Facebook. Dietmar Schweigler vom Randen hatte es eingestellt. Natürlich mit der Frage, was das ist. Ich konnte mit ihm Kontakt aufnehmen und Dietmar schickte mir die beiden Bilder und auch den selbst hergestellten Kartenausschnitt. Mit einer Veröffentlichung klärte er sich freundlicher Weise einverstanden.
Ich war überfragt mit der Geschichte. In atmosphärischen Fragen ist Claudia Hinz vom Meteor e.V. meine Ansprechpartnerin. Sie schrieb: „Auf dem farbenprächtigen Bild sind Dämmerungs-, in der Fachsprache Crepuscularstrahlen zu sehen. Das sind Schatten entweder von entfernten Bergen oder, wie in unserem Fall, Wolken, die auf einer höher liegenden „Leinwand“ abgebildet werden“. Sehr schön sieht man dieses Phänomen auch auf meinen Bildern:
Jetzt geht’s um Bild 1. Und da kommt der Oberhammer. Diese Dämmerungsstrahlen können sich über den gesamten Himmel bis in den Gegendämmerungsbereich verlaufen. Deshalb werden sie Gegenstrahlen beziehungsweise Antikrepuskularstrahlen genannt. Und dieses relativ seltene Phänomen ist eindrucksvoll auf Bild 1 zu sehen. Man sieht übrigens auch den zunehmenden Mond rechts im Bild. Vielleicht muss man bewußt bei Dämmerungsstrahlen in die Gegenrichtung schauen, damit man sie wahrnehmen kann.
Etwas Interessantes ist erwähnenswert: Durch die Perspektive scheinen die Strahlen am Gegenpunkt der Sonne am Horizont wieder zusammenzulaufen – genau in die Richtung, in die das Foto aufgenommen wurde. In Wirklichkeit verlaufen sie nahezu parallel über viele Kilometer. Die scheinbare Zusammenlaufen ist derselbe perspektivische Effekt wie bei Eisenbahnschienen, die je weiter weg, umso näher sie sich kommen. Man kann es kaum nachvollziehen, aber jeder glaubt das mit den Eisenbahnschienen, oder? Das ist der zweite Oberhammer.
Die Karte zeigt, dass dass Bild 2 gegen die Sonne aufgenommen wurde und Bild 1 genau gegenüber.
Herzlichen Dank an Dietmar Schweigler vom Randen für die Überlassung der Bilder und die Ermöglichung dieses Beitrags.