am 9. Januar 2026 hatte ich etwas Zeit, mich in Balingen umzusehen. Das Zollernschloß an der Eyach gelegen, macht einen tollen Eindruck. Am beeindrucktesten war ich aber von etwas anderem, was ich so noch nie gesehen habe. Ich sah Eis, das unter Wasser war. Ich dachte, das gibt es doch gar nicht, Eis ist über 10 Prozent leichter als Wasser und liegt deswegen im Regelfall oben auf. Schaut die Bilder an das Eis liegt eindeutig unter dem fließenden Wasser.
Ein echter Hammer. Also einmal tief durchschnaufen, ein Video in den Status stellen und hoffen, dass jemand eine Erklärung hat. Axel Ortlieb aus dem Münstertal antwortete und schrieb: „Bei uns hieß es früher Grundeis. Mir wurde gesagt, wenn der Bach von unten zufriert, ist das Grundeis. Das entsteht sehr selten und nur bei tiefen Minustemperaturen“. Hut ab Alex, kann ich da nur sagen. Normalerweise gefriert Wasser von oben. Denn es hat bei plus vier Grad die höchste Dichte und fällt nach unten. Aber, wenn es lang saukalt ist, dann gefriert der Bach auch von unten zu, weil dann in der Gewässersohle Minustemperaturen erreicht. Das kann man ruhig den Oberhammer nennen.
In der Grafik sind die Temperaturen in Balingen vor dem 9. Januar dargestellt. Dort ist zu sehen, dass die Mitteltemperatur seit dem 22. Dezember 2025 bis zum 7. Januar 2026, also 17 Tage lang immer unter 0 Grad lag. Etliche Tage zeigten Mittelwerte um die minus 5 Grad und darunter. Auf jeden Fall so, dass anscheinend Grundeis entstehen konnte. Jetzt weiß ich auch, was der Hintergrund für den Spruch ist, „mir ging der A….. auf Grundeis“.
Etwas Interessantes fand ich in der Pressemitteilung Nr. 1/2009 des Bayerisches Landesamtes für Umwelt und des Wasserwirtschaftsamtes München. „Wenn das Grundeis nicht frühzeitig beseitigt wird, kann es auch bei normaler Wasserführung zu starken Winterüberschwemmungen kommen“, so LfU-Präsident Albert Göttle. „Am Schwebelbach im Norden Münchens sind daher die Flussmeister des Wasserwirtschaftsamtes München zusammen mit den technischen Hilfskräften im Dauereinsatz. In Wathosen stehen die Männer mit ihren sogenannten Abeislanzen im eiskalten Wasser und hacken das Grundeis auf, damit die Strömung es wegschwemmt“. Das hört sich richtig spannend an.
Dieses Bild zeigt die Situation an der Breg bei Hüfingen vor etlichen Jahren. Das dicke Eis nach langer Frostperiode wurde durch ansteigendes Wasser gebrochen und die Eisschollen ans Ufer abgelegt. Das ist der klassische Fall des Zufrierens von oben.
Diese fantastischen Bilder von Hans Lang sind in Hüfingen aufgetaucht. Vielen Dank an Alfred Riegger!
Es würde uns interessieren wo das Original ist. Vielleicht weiß wer was?
Dieses Bild wurde dem ehemaligen Hauptamtsleiter, Karl Hahn, zum Abschied geschenkt.
Das etwas andere Lebensbild des lebenslustigen Künstlers Hans Lang
gelesen von Richard Ketterer im März 2024
Eine Vita als Leporello
Nicht nur Gassen sind etwas Unverlierbares, auch Menschen, Personen, und Originalitäten.
De Lange Hans us de Wassersrooss z Eschinge
Auf den Gedanken einen Bauingenieur und Mundartler übers Leben und Wirken vom Hans Lang reden zu lassen, das kann nur der Lange Christel und Rolf Karl einfallen. Darum schwenk auch diesmal kein Kunsthistoriker oder Kunstkritiker das Weihrauchfass zu Ehren eines städtischen Universaltalentes. Dieses Leben, diese Vita, diese Hommage soll man nach dem Willen der Nachfahren, und sicher nach seiner eigenen Gedankenwelt, möglichst unterhaltsam und skizzenhaft aus dem episodischen und narrativen Gedächtnis eines jungen, heranwachsenden Eschingers erzählt werden. So sind sie halt die Langs, die Maiers us de Unterstadt, us de Wasserstroos.
Fast jeden Morgen ist mein Vater zum Bahnhof auf den Zug gegangen. Bei „Theodor Maier- Kolonialwaren“, bei den frühaufstehenden „Maier Wiebern“, Gretel und beim Tantele Bertel Maier, hat er seinen 6-er Pack Burgerstumpen als Tagesration geordert. Der Hans hat den beiden Frauen ziemlich lustlos die Regale mit den schweren Waren aufgefüllt und den Freiluftmarktstand vor dem Laden aufgebaut. Schnell hat er sich dann verdrückt um auf Motivjagt zu gehen. Während der erste Bürgerstumpen schon geglüht hat, haben sich die beiden kurz die neuesten Witze und die neuesten Stadtgeschichten, Skandälchen und Missgeschicke erzählt und zusammen einen gepafft. Vater den dicken Bügerstumpen und Hans ein Pfeifchen oder eine Gitan oder eine Troup aus dem Economat oder dem Casino. Neben fürchterlichen traumatischen Erlebnissen brachten unsere Väter auch eine schwere Sucht nach Hause. Die glühende Sehnsucht nach Zuhause wurde nämlich in der Soldatenzeit auch mit der glühenden Nikotinsucht der härtesten Sorte bekämpft. Machorka, Reval, Troup. „Bahndamm dritter Schnitt“ hießen diese Stengel- und Strunktabake im Militärjargon und sie forderten nach dem Krieg als Spätfolgen nochmals viele Opfer.
Haus Maier, zerstört 20.April 1945
Wiederaufbau Wasserstr. 1
Im Kopf vom Hans rumorte schon das nächtliche Traummotiv: Stadtkirche vom Brigachufer am Schützen, monochrome, in Kohle. Also ab mit Staffelei, Kohlestiftholzkästchen und Zeichenkarton ans Brigachufer vor der Falkenpost. Kaum war der Dreibock aufgestellt und der Karton eingespannt, schauten ihm schon die lustlose daherschlurfenden Schüler, die entrückten Frauen von der Frühmesse und die am frühen Morgen schon schlappen Bürokraten von der FF-Kammer über die Schulter. In deren ledernen, speckigen Aktentäschen ein Butterbrot, eine Thermosflasche Zichorien- Kaffee Pnache mit viel Cognac und den obligaten Ärmelschonern,: „Hans, wa hät der hit Naacht wieder troomt, wa wit hit mole?“. „Ha waisch, de böhmisch Stadtkirchearchitekt Kanka hät vorfern bestimmt als erschtes e Kohlestiftzeichnung gmacht vu de böhmische Barockkirch uff em Donauquellebuckel. Genau dem sin uusdenkte Iifall vu dämols für die Barockkirch uff dem Kalkfelsebuckel über de Dunnequell, dem will ich nochschmecke, nochmuuse. Aber nit wie ichs als Technische Zeichner glehrt han, mit Reißschiene und Tusche, sondern mit Kohlestift, so wie ebe dämols de Kanka“. Dieses Bild, dieses Sujet, war eines der besten und erfolgreichsten von Hans Langs Bildern.
Und schon steigt in seinem Kopfkino ein Karikaturen Bild auf und wird im prallgefüllten Kopfzettelkasten abgelegt: Ein dürrer oder vielleicht fülliger Kammerbürokrat mit Nickelbrille, Zigarre, Ärmelschoner, Tintenfeder und Tintenfass an einem barocken Stehpult mit englischem Banker- Schreibpultlämple.
In „Brusel“ (Bruchsal) ist Hans Lang aufgewachsen und hat unter sachkundiger Anleitung seines Decomaler-Vaters und Restaurators mit Bleistift und allen verfügbaren Papierresten ständig skizziert. Von 1934 bis 1947 war auch er, so wie viele jungen Deutschen, im doppelten Sinne gefangen vom bedrückenden und erdrückenden Nationalsozialismus. Das war die Zeit des düsteren Monochromismus in seinem Leben und in seinem Malen. Mit Bleistift und Papier hat er in den Kriegsjahren und Gefangenenjahren Hunger, Not, Erschöpfung, Düsternis aber auch Freundschaft trefflich und einfühlsam gezeichnet. Schwarz-Weiss nicht nur wegen seiner Gemütslage, sondern auch in Ermangelung von Malfarben, Leinwand und Utensilien.
Als aber nach 1947 Hoffnung aufkeimte, kamen wieder sanfte, zaghafte Aquarellfarbe zwischen die Flächen seiner grauen Linien. Bis in die Fünfziger herrschte dennoch die Monochromie vor. Sicher auch Ausdruck der Traumata die allen unseren Vätern innewohnte. Das düstere Bild des zerbombten Haus von „Theodor Maier- Kolonialwaren“ war finaler Höhepunkt der düsteren Bedrücktheit. Selbst das „Mathisle“ Porträt in Öl von 1963 hat noch diesen dunklen Taint.
Und genau an diesem Bild kommt die einfühlsame, rücksichtsvolle Skizzen- und Portraitmeisterschaft ganz deutlich zum Ausdruck. „S Mathisle“ war mehr als ein Eschinger Original. Er war der Hofnarr, der lustige August, der verkommene, muffelnde, ungepflegte Taglöhner, Rumtreiber, schlagfertige Witzbold der jeden Dutze, auch den Fürst. Von den Bildungsbürgern geduldet, wenn nicht sogar geschätzt , hielt er ihnen vorwitzig den Spiegel vor. Vermeintlich ein verhöhnter, verachteter Versager. Was macht Hans Lang daraus: Er bildet seine menschliche Würde ab. Sein Schalk, sein Gifizz kommt zum Ausdruck. Man glaubt einen stolzen, geachteten Eschinger Bauern vor sich zu haben. Nichts von all den aufgeführten Vorurteilen kommt zum Vorschein. Nur Respekt, Menschlichkeit, Wärme, Würde. Die wahre Kunst des Porträtisten. (Volksbad Episode?).
S’Mathisle
Diese Meisterschaft kommt auch zum Vorschein bei seinen legendären, aber auch berüchtigten Wirtshaus und Veranstaltungsskizzen. Vor seinem spitzen Bleistift und Skizzenblock war keiner sicher. Es wird kolportiert, dass er dem Gegenüber direkt in die Augen sah und ohne einen Blick auf den Block zu werfen mit wenigen Strichen und Schattierungen ein Porträt zeichnete. Viele halten diese „Blind Views“ sogar für seine Besten.
In den 60-ern kommt dann viel Farbe in die Bilder und in das Leben von Hans Lang. Fast hat man das Gefühl, dass die Traumatas abfallen, bewältigt sind. Ästhetik, Ironie , Satire, Stimmungen, Harmonie, Erotik werden mit wenigen Strichen aber auch farbig opulent eingefangen.
Und wieder steigen Kindheitserinnerungen auf. Eschingen war in den 50-60-ern tatsächlich eine Schlittschuhstadt. Wenig Schnee aber knackige Kälte am Kältepool Alemanniens bewirkten und beförderten diesen Kult. Wieder bewahrheitet sich der Satz: „Nicht die Herrschenden schreiben so Geschichten sondern die Landschaftsgeographie“. In dem Fall das Klima. Dennoch schaffen die Herrschenden die Voraussetzungen zu diesem Eiskult, indem sie östlich des Parkes im klirrenden Kältesee im Haberfeld einen großen Eisweiher und ein beispiellosen Eishaus bauen. Auf diesem Polareis vergnügen sich seit 1910 die Eschinger am Sonntag zu Hunderten beim Schlittschuhlaufen, Eistanzen, Eisstockschießen und Eishockey spielen.
Eiswiese um 1910
Zwei Bürger ragen davon heraus: Hans und Gretel Lang. Die beiden üben unter der Woche am Abend fast vor der Haustüre auf der damals oft zugefrorenen Brigach vor dem Irmapark Paarlauf, Eistanzen. Die beiden Turnvereinler, Körperbeherrschung, Körperspannung, grazile Bewegungen scheinen ihnen in die Wiege gelegt zu sein, proben für ihre Auftritte am Sonntag auf dem Eisweiher. Auch da werden mit wenigen Kufenspuren Skizzen, Zeichnungen, Ornamente aufs Eis gezeichnet, ja gezaubert, so wie es Hans auf dem Skizzenblock nicht besser könnte. Nur wenige Bilder prägen sich üblicherweise im episodischen Gedächtnis eines 10 jährigen ein. Eine Szene aber läuft immer noch in meinem Kopfkino beim Brigachspaziergang ab. Die Langs, die Eschinger Kilius Bäumlers, beim grazilen Eistanz auf der Brigach. Hans Lang muss diese Ästhetik geradezu pirouettenhaft umgetrieben haben. Denn immer wieder taucht dieses harmonische Eislauf- Ballett- und Tanzsujet auf. Mit wenigen Strichen in Blei- oder Kohlestift aufs Papier gezaubert.
Beim Frauenfreund Hans Lang kommt das weibliche Geschlecht bestens und formvollendet weg. Neben dem Eislaufsport brachte Hans Lang als Ski- und Tourenwart des TV auch die fast schwerelose Funktionslust dieses Skisportes eindrücklich zur Geltung.
Woher aber rühren die zahlreichen Pferdeskizzen und Graphiken? Hans Lang kam zwar als Militärmusiker nach Eschingen, wurde aber in der großen Kaserne zum „Rittmeister“, zum Kavalleristen in der großen Reithalle und den Stallungen. Dass das Reitturnier den Stift zum traben, galoppieren brachte, war deshalb naheliegend und fast zwangsläufig. Naheliegend war auch der Bezug zu den Musiktagen, für die er oft die symbolträchtigen Plakate entwarf. Obwohl er als Musiker nach Eschingen kam, kann man sich durchaus fragen, kam eigentlich die Musik- Reit- Eis-Sport und Kunststadt Eschingen zu ihm oder er zu ihr? Die Antwort liegt aber in der Mitte: Bei der Zuneigung zu der hübschen Eschingerin Gretel Maier, später eben „D Lange Gretel“.
Eins kann ich aber Hans Lang nicht vergessen und kaum verzeihen, es ist fast schon ein Kindheitstrauma, mein einziges, zwar leicht zu bewältigendes, verkraftbares, aber latent. Im altbackenen Turnsaal der Volksschule hing an der nördlichen Wand ein mächtiges Gemälde, gemalt von Hans Lang in Ocker, Bleiweiss und Kohle: Turnvater Jahn wachte streng über die Schul- und Turnvereinseleven. Und dieser bärbeißige schaute einem überall nach und machte einem wirklich Angst, weil er so lebendig wirkte und einem stechendscharf, disziplinfordernd ansah. Egal ob man sich hinter Mattenbergen, Kletterseilen oder Bündeln von Rundlaufstrickleitern versteckte, immer vermieste der Alte einem den Spaß am Turnen und Spielen. Hans Lang ließ sich vom Turnvater Jahn beim malen direkt in die Augen blicken. Dieser scharfe Blick verfolgt einem immer und überall im Saal. „Turnvater Jahn is watching you“, so könnte die Bildunterschrift lauten. Viele Ex-Volksschüler teilen noch heute diese Furcht vor dem strengen Blick des deutschen Obervorturners. (Ich glaube deshalb bin ich nicht in den Turnverein gegangen, sondern zur DJK in die modernen Gymnasiumshalle ?)
Turnvater Jahn
Sprühende, rastlose Phantasie hat den musischen Malerpoeten Hans Lang lebenslang umgetrieben. Falls dieses Erzählte doch eine kleine Vita gewesen sein sollte, haben sie vielleicht abgelauscht, dass das im reinsten Wortsinn ein „Vitales“ ein „Phantastisches, phantasievolles“ Leben war. Hans Lang bereicherte die Stadt Eschingen, die Baar, die Region und machte sie noch lebenswerter, noch anregender, noch poesievoller. Er war ein stadtverliebter, ein freiheitsliebender, ein selbstverwirklichender Bohem. Verliebt in Land, Leute, Jung und Alt, in Bauwerke, Flora, Fauna, ins Ried, die Donauauen, die Baardörfer, in Bewegung, Grazie, Genüsse aller Art, Geselligkeit, Humor, Jahreszeiten, Kontraste, Pinsel, Blei, Leinwand, Papier, Styropor, in Wasser, Eis, Luft, Licht und Liebe.
Denn die Liebe zu seiner Muse, seiner Ehefrau und Mutter seiner Kinder Monika, Christel, Hans Albert, zu Gretel Maier- Lang, machte seine freie Selbstverwirklichung erst möglich.
So ein originelles Leben kriegen nicht viele fertig. Und darum:
Memento Hans und Gretel Lang
Die zwei Bilder unten von Hans Lang waren im August 2024 in Donaueschingen zu sehen:
De klei Brueder, 65 Johr, aber mit 1,90 de gröscht vu iis 8 Kinder, hät e Reparatur bruucht. De sunscht puddelgsund Handwerker häts beim Schneeschuhefahre uff de Ranze ghaue. Am Schulterkugellager sind ihm paar Sehne verkaibet. De aagfresse Holzwurm hät koni Bretter oder Schpanplatte me lupfe kenne. „Das bekommen wir problemlos wieder verkabelt“, so des buchsprachlich OP Dokterle. Wo sen wieder us sinere Traumwelt uffgweckt hond, pfiifts, sorrets und giegsets im OP wie beim Raumschiff Enterprise. Verdacht uff Schlagafall. Dass er nit wieslos word, kunnt er kuntenent uff Intensiv. Dä hond sin wieder uff d Fiess brocht und en Dachschade abgwendet. I dere Großfamilie isch jetzt aber Fiehr unterm eng glismete Familienetz gsii. Die paar Johr älter Schwester hät Rotz und Wasser bläret wie des ihrem sorgsam verhätschlete, kleinere Briederle hät passiere kenne. Bald kunnt er direkt i d Nachsorge im Breisgau. D Frau hät nit emol me reächt Ziht zum en Koffer packe. Wo der denno zuegsesse war, en hochmodische Hartschalekoffer Modell „Digital Work Station“ , isch er de Schwägerin zum Transfer is Auto gleit wore. Blederewies isch beim Zuesitze s rot Händyladekabel us em Koffer glampet. Wo aber de älter Brueder für de Bsuech e anders Auto gnomme hät wie des wo de Koffer drin war, isch s Uuglick losgange. „Wo häsch de Koffer mit de Klamotte?“ frogt de Klei. „Jegges maraie, der parkt no de Hoem a de Relaisstation, uff de andere Siite vum Wälder Wald.“ Mit de schlapprige Turnhose und em no schlottrigere Hemdli gomer in e Stehkaffe. „Dä sind sie so Schlawacke gwähnt, bruuchsch di nit schäme wie en Rossbolle, do kennet sie iis nit“. De Kaffee und de Berliner hond mir geschmeckt, ihm i sim Uffzug nit so selli. Beim Kassiere lächlet mir d Bedienung anerkennend und friendli zue, weil ich wohlwollend und menschefreundli, gönnerhaft dem Hambis de Kako zahl. Am andere Tag bring ich de IT Koffer zum übergäe denno zum Schweschterli für Ihren Krankebsuech. Des Biebli bruucht endlich gschieds Häs zum aaziehe.
Im Gang vu de REHA kunnt er im Schweschterli mit em gliiche holose Uffzug vu Geschtert vergege. Nuu dass er jetzt no e verdlähnti Belzkappe uffhät und dicki, handglismete Socke a de hoorige Scheiche. „Jetzt do mer de Koffer uffs Zimmer und du ziehsch di aaständig aa“. „Nei, jetzt will i zerscht e Wienerli im Bischtro“. „I dem Uffzug gang ich kon Meter mit dir“. Bocksboenig war er scho immer, ihr klei verhätschlets Briederle. De Workstation Koffer bliebt uff em Gang am Empfang stau. Wo sie zruckkummet isch de Koffer weg. Wa mer uff Flugplätz mit herrelose, vermeintliche Schwarzpulvergladene- Köffer für Fürz veranstaltet, des kennt mer jo. Bestimmt isch der Belzkappe Zottle scho vu de Aastalts- Videokameras als de psychisch labil vum Zimmer 465 verortet wore. Oe Hoffnung gihts: IS Terrorischte hond gwähnlich koe Belzkappe uff. No isch kon Alarm aabi gange, und me hört koe Hubschrauberknatter vu de Anti – Terrorstaffel GSG 9. De Belzkappebue, s Schweschterle
und de Schwoger rennet dorch die labyrintartig Aastalt und suechet de Koffer. Fickerig druckt us Versehne s Schweschterle im Uffzug au no zu allem Überfluss statt „EG : Anmeldung, Auskunft, Meldungen“ de Knopf „UG 2“ . Wo sich vor ihre wie vu Geischterhand s Tor zur Unterwelt, de bunkerartige, sprengstoffdämpfende Katakombe theatralisch uffduet, stoht er einsam, schamhaft mit de knallrote Kabelfahne direkt gegenüber a de duschtere Bunkerwand. Gspenstische Stille, kon Mensch dä dunne. En heldehafte Hausel muess ihn dä mit Angstschweiß uff de Stirn todesmutig abgestellt ha.
„Des isch aber jetzt doch de Koffer“, schnuuft sie, schnappt die Box und nint wie ab, noch dem sie Lunte groche hät, is 4. OG, Zimmer 465 mit em Koffer.
Übrigens isch d Belzkappe, s Schlapperhösle, s verwäsche Hemdle und die uusgliehrete Wollsocke in Rotkriez- Kleidersack kumme.
Soll sich doch ebber Andersch mit dem Schlapperglumpp schäme.
Freudentränen – wann sind sie dir bloß das letzte Mal über die Backen gelaufen? Oder sind womöglich die Zeiten nicht mehr danach? Mehr als mir lieb und recht ist verbrachte ich die Tage vor der Glotze im vergangenen so absonderlichen Winter. Denn mal hatte es zuviel, dann wieder zu wenig, noch dazu mit Saharastaub eingepuderten Schnee für meine skisportlichen Außenaktivitäten, von den Corona-Einschränkungen ganz zu schweigen. Wintersportübertragungen müssen da allzu oft als Ersatzbefriedigung herhalten, zumal wenn die jeweilige Veranstaltung an Wettkampforten stattfindet, an denen man als Langläufer auch selbst einst schon um sportlichen Lorbeer gekämpft hat oder wo man doch zumindest als Tourist schon zugange war, egal ob auf der slowenischen Pokljuka, in Lillehammer, in den Dolomiten oder in Oberstdorf.
Start in Schonach in der Morgendämmerung
Was nicht heißen soll, dass ich bei meiner nordischen Präferenz alpine Rennen gänzlich verschmähe. Wo es doch auch da bisweilen dramatisch, ja sogar hochemotional zugeht: So wie letztmals in der ARD, als aus Cortina das erste Männerrennen der alpinen Skiweltmeisterschaften, der Super-G, übertragen wurde. Und dies nach mehrmaligen Verlegungen und Programmänderungen, mal wegen zuviel Schneefall (neuerdings neckisch als „Flockdown“ abmoderiert), mal wegen einer plötzlich auftretenden Nebelbank im oberen Streckenteil, dem so gefürchteten Tofana-Schuss. Als fachkundiger, kritischer und dabei durchaus lockerer Co-Kommentator war Ex-Slalomkünstler Felix Neureuther aufgeboten, der die Linienführung der neu in den Berg gefrästen Piste nach den ersten Startern und deren spektakulären Ausfällen als gar zu selektiv, ja geradezu als allzu riskante Zumutung für die Rennläufer einstufte. Milder wurde sein Urteil erst, als die absoluten Spitzenkönner an der Reihe waren, die Cracks aus Österreich, der Schweiz und Frankreich, die mit ihren artistischen Einlagen, mit viel Courage und optimaler Materialabstimmung den heiklen Parcours dennoch irgendwie meisterten.
In pure Euphorie schlug die Stimmung im Studio um, als mit Romed Baumann, der erste deutsche Starter unterwegs war, der dank fabelhafter Linienwahl und makelloser Fahrweise die bisherige Bestzeit um die Winzigkeit von 0,07 Sekunden verfehlte. Schon kurz nach Zielsprung und Ziellinienpassage im Höchsttempo, noch bevor er vollends abgeschwungen hatte, brüllte er sein Glück und seine Erleichterung schon lauthals mit einem gutturalen Jawollll! heraus. War er doch – noch als Tiroler – vor wenigen Jahren aus dem österreichischem Nationalkader ausgemustert worden. Verheiratet mit einer Deutschen, hatte er flugs die Nationalität gewechselt und im Team des deutschen Skiverbands wieder fußgefasst. Was ihm da und dort wohl als Fahnenflucht ausgelegt worden war, gar einen Shitstorm entfacht hatte. Nun also reüssierte er im deutschen Rennanzug mit diesem überraschenden Erfolg: mit der WM-Silbermedaille! Kein Wunder, dass er vor laufender Kamera ein paar Tränen verdrücken musste. Auch Co-Kommentator Neureuther hatte feuchte Augen vor Rührung und Begeisterung bekommen. Wo sonst noch außer im Sport, so seine Schlussbemerkung, dürfen die Emotionen noch derart durchgehen mit unsereinem!
Der Autor
Im heimischen Fernsehsessel war eben dies der Moment, in dem sich mir die Frage aufdrängte: Wann zuletzt sind eigentlich auch bei mir am helllichten Tag die Freudentränen geflossen? Gewiss, im abgedunkelten Konzertsaal konnte einen plötzlich schon mal ein kurzer Lustschmerz übermannen, im langsamen Satz eines Schubert-Klaviertrios etwa, auch im Adagio eines Mozart-Klavierkonzerts, insgeheim und aus purer Ergriffenheit auch mal im Kino. Zugegeben: Damals, noch als Student, habe ich nachts am Radio aus Anlass von John F. Kennedys Ermordung unter den Klängen der Brahms´schen Symphonie Nr. 4 in e-Moll Rotz und Wasser geheult, und wann immer sie mir seitdem zu Ohren kommt, pflegt es mich wieder ein bisschen zu würgen. Aber Freudentränen, und die auch noch beim Sport – wann mögen die zuletzt geflossen sein?
Doch tatsächlich, da taucht aus dem Nebel des Langzeitgedächtnisses urplötzlich wieder ein Erinnerungsfetzen auf, noch dazu gespickt mit erstaunlichen Details: Knackig kalter Pulverschnee im Winter anno 1978 beim allerersten Rucksacklauf über die einhundert Kilometer auf dem Fernskiwanderweg von Schonach nach Multen am Belchen! Nach einer kräftezehrenden Schinderei quer durch den mittleren und südlichen Schwarzwald, mit Überquerung des Brends, der Fern- und der Weißtannenhöhe, des Grüblesattels auf dem Höchsten, mit Passieren des Notschreis, dann des Trubelsmattkopfs, schließlich nach ratternder Abfahrt zum Wiedener Eck hinunter ein letzter, nimmer enden wollender Anstieg zur Hohtann hinauf. Worauf nach Kilometer 95 endlich, endlich die finale Schlussabfahrt auf die erschöpften Läufer wartet hinab in Richtung Ziel. Und genau da, nach einem allerletzten kurzen Gegenanstieg durch Nadelwald geschieht es: Plötzlich taucht rechts unterhalb der Laufstrecke das Multenwirtshaus auf, winkt das Ziel, höre ich schon den Sprecher am Mikrofon – jetzt bitte nur ein sturzfreier Rechtsschwung noch und ich werde es geschafft haben! Und exakt da ist es offenbar um meine Fassung geschehen: Es schießen mir gänzlich unverhofft Tränen in die Augen, Tränen des Glücks und des Stolzes über die erbrachte Leistung – dazu aber auch schon im Vollbewusstsein einer gelungenen Premiere!
Rucksackläufer nach 100 km im Ziel
Ja doch, wir befinden uns da noch in der Pionierzeit der Siebzigerjahre, als der Skilanglauf erstmals als Volkssport boomte und allenthalben Loipen, Langlaufzentren samt Volksskiläufen entstanden. Und so war ich denn auch in doppelter Mission gefordert an diesem Februartag, als Teilnehmer wie als Veranstalter: Letzteres als Vorsitzender der den Rucksacklauf ausrichtenden Arbeitsgemeinschaft Skiwanderwege Schwarzwald e. V., die 1974 auf Anregung des Schwarzwaldvereins gegründet worden war, um den Wildwuchs der Loipenmarkierungen zu steuern und mit dem Fernskiwanderweg eine wintertouristische Alternative zu bieten zu den oft schon überfüllten Rundloipen. In der Nacht vor dem Lauf hatte ich kaum ein Auge zugetan bei all den auf einer hundert Kilometer langen winterlichen Wettkampfstrecke lauernden Risiken und Unwägbarkeiten. Dann endlich, nach der Anreise in aller Herrgottsfrühe, nach dem Skiwachsen und der Rucksackkontrolle, um 7.00 Uhr mit dem Glockenschlag der Schonacher Kirchturmuhr, der Massenstart in die Morgendämmerung hinaus. Doch jetzt, am fortgeschrittenen Nachmittag unterm Belchengipfel und in Sichtweite des Ziels war im Rausch der Glückshormone mit einem Mal auch der lang aufgestaute Druck von mir gewichen.
Wie sich schon bei der Premiere zeigte, war gottlob niemand von der Strecke abgekommen oder gar aus Erschöpfung liegen geblieben: Insgesamt 80 Läufer hatten damals das Ziel erreicht, die letzten kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Sieger und Gewinner des Wäldercups 1978 war der vierzigjährige Goldjörgle Thoma aus Hinterzarten mit sattem Vorsprung vor dem Zweitplazierten, dem Verfasser. Der Olympiasieger von Squaw Valley sollte in der Folge noch etliche Male gewinnen; bis heute hält er mit 5.51 Stunden die Streckenrekordzeit, erlaufen bei blitzschnellem Harsch und schneebedingt leicht modifizierter Streckenführung.
Jörgle Thoma, der Olympiasieger, unterwegs.
Soviel Nostalgie im Fernsehsessel muss erlaubt sein in diesem Krisenwinter 2021, wo doch schon die nächsten Übertragungen warteten. Der gefeierte Zweitplazierte des Super-G-Rennens, der Freudentränen vergießende Romed Baumann, war erneut am Start, diesmal in der Königsdisziplin der Speedfahrer, in der Abfahrt, wo Freud und Leid anscheinend noch enger zusammenrücken: Beim Abschwingen nach dem Überqueren der Ziellinie im Höchsttempo stürzte er, schoss unter der Bande hindurch und zog sich Schnittwunden im Gesicht sowie eine Gehirnerschütterung zu. Ob er auch diesmal wieder Tränen vergossen hat, ob aus Wut oder Schmerz, blieb ausgeblendet. Zweitplazierter und Silbermedaillengewinner wurde indes sein deutscher Teamkollege: Um eine einzige Hundertstelsekunde ist er am Weltmeistertitel vorbei geschrammt. Feuchte Augen zeigte auch er im nachfolgenden Interview. Freute er sich über die Silbermedaille oder haderte er mit sich über den so knapp verpassten Sieg? Als cool und glücklich – doch erstaunlich tränenlos – sollte sich im Zielraum-Interview einzig die überraschende Zweitplazierte im Abfahrtsrennen der Damen erweisen, auch sie Mitglied des deutschen Teams. Nicht einmal mehr auf die Klischees scheint noch Verlass zu sein beim Sport. Erst bei der so unerwarteten Goldmedaille für das Mixed Team beim Obersdorfer WM-Springen passte wieder alles zusammen: Es heulten alle Vier vor Glück!
es geht gerade so weiter, nach dem von Sohn Michael vom Flugzeug aus beobachteten Regenbogen konnte Tochter Dina diese seltsamen Lichterscheinungen, ebenfalls aus dem Flugzeug fotografieren. Wie damals war Claudia Hinz meine Helferin bei der Frage, um was es sich dabei handelt. Sie schrieb, „Glorie oder Brockengespenst die wissenschaftliche Bezeichnung dieser Lichterscheinung mit farbigen Ringen um den Schatten des Betrachters. Sie entsteht dann, wenn bei Sonnenschein der Schatten des Beobachters auf eine Wolken- oder Nebeldecke fällt. In den Bergen ist dieses Phänomen häufiger zu sehen als im Flachland. Denn dort gibt es öfters die Situation, dass die Morgen- oder Abendsonne die langen Schatten eines Beobachters auf eine Wolken- oder Nebeldecke wirft. Im Tiefland kommt es nur selten vor, zum Beispiel beim Aufsteigen von Bodennebel.
Der optische Grund der farbigen Ringe liegt in der Lichtbrechung in Wassertröpfchen um den Schatten im Nebel oder auf Wolken, wenn Flugzeugschatten auf sie fallen. Ein Klassiker ist das sogenannte Brockengespenst:
Dass man da früher Gespensterangst bekommen konnte, ist leicht verständlich.
Bei den drei Bildern von Dina aus dem Flugzeug, seht Ihr da einen Unterschied? Aber klar doch, Euch fällt sicher auf, dass nur auf Bild 3 der Flugzeugschatten zu sehen ist, bei Bild 1 und 2 nicht. Claudia Hinz schreibt dazu: „Das hängt damit zusammen, wie weit die „Leinwand“ für die Schattenabbildung entfernt ist. Wenn sie zu weit weg ist, dann wird der Schatten zu klein und ist irgendwann nicht mehr zu sehen. Auch wenn die „Leinwand“ nicht eben ist, wird kein Schatten sauber abgebildet. Übrigens, es gibt auch Schatten ohne Glorie, wenn die Tröpfchen nicht einheitlich groß sind“.
Also, so weit so gut. Ganz verständlich ist mir die Sache noch nicht, weil ich dachte, die Glorie sei immer auf Höhe des Schattens zu sehen. Jetzt sieht es so aus, dass es auch anderst sein kann.
Vielleicht ist ein kundiger Leser dabei, der uns das noch genauer erklären kann. Mich würde das sehr freuen.
Wie all Johr sind sie wieder do gsi, d` Sternsinger. Über de Huusdere hond sie : C * M * B * mit Kriede ännigmoolet. Wa des eigentlich hoasst , des wisset die wenigschte Liit hit no. Sogar wemmer die kleine Sternsinger frogt, die Buebe und Maidli meischtens vu de Minschtrante oder de Katholische Jugend, saget se meischtens „Caspar, Melchior und Balthasar“. Stimme duets zwar nit, aber e gueti Gedächnisbruck isch es trotzdem. Au Desjohr hond se ihs e Liedli vu de Heilige Drei König usem Morgeland gsunge und ihs e Guets Neis Johr gwinscht. De drei Buechstabe hond sie wieder mit Kriede a de Huusdere-Storz gschribbe und am allerbeschte war, dass sie ihs d` Stubbe mit Weihrauch iigneblet hond. Desell Guu liit denno e paar Dag i iisere „ Mansion“, i iiserm Huuswese. Vor 50 Johr hanni dem Bruuch nimme vill vermacht. Gott sei Dank hann i mi do gherig täuscht.
Me schriebbet dieselle Johr us de Fufzger. Zwische de Johr hond d`Minschtrante , aber au d` Bieble vu de katholische Jugend vu St. Marie, im Mariehuus all Dag Probe kha. De Vikar Kistler, en lange Lulatsch wo mit Hilf vume kleine Honda- Motorrollerle si Dagwerk zwischem Pfarrhuus, em Krankehuus, de Schuele und em Friedhof verrichtet hät, der probt mit iis s` Dreikönigssinge. Rolle wered verdoalt, d` Hääser und Gwänder iidoalt und aprobiert und die Liedli und Segensprich iigstudiert. Desjohr simmer gli 3 Sternsingergruppe. Wunderfitzig spannemer druf wer desjohr de Moorekönig mache word. On isch eigentlich immer scho gsetzt. En Kerli der so kruseligi Hoor hät wie ebe die Schwarze us de Afrikanische Missionsgebiet. Des wissemer well fascht jedes Johr so en Schwarze usem Kongo als Pfarrlehrbue bi iis i de Mariegmond de letzscht Schliff im katholische Pfarrwese kriegt. Dieselle 3 wo de Schwarz König, de Melchior, i de onzelne Gruppe spile mond, wered vor em Uusrucke mit ere dicke Nivea-Crem iigsalbet und denno mit Ruess iipuderet. Daß des bim Abschminke und Abwäsche e Mordsauerei war und mer d` Rescht am andere Dag i de Aadacht all no gsänne hät, hät die Attraktivität vu dere Rolle nit erhöht. Drum hät de Vikar au all Johr e Machtwort schwätze messe. Zum Glick bin i vu dere Rolle all die Johr verschont blibe. Ech war immer en suubere König.
Am Dreikönig- Mittag isches also losgange. Mit ere letschte Hauptprobe simmer, bewaffnet mit em Batterie- betriebene, elektrische Stearn, mit em Rauchfass, mit Gold , Weihrauch und Myrre im Schiffle usgschwärmt um die Frohbotschaft vum Bsuch vu de Heilige Drei König am Krippli z` verkünde. Die sind mit dem Helle Stern am Himmel gi Bethlehem an Heuschopf navigiert wore. Mit iisere Gruppe ische de Vikar Kistler mitgange, mit de zweite de Manus, de Oberminschtrant Karlheinz Stadelmann und mit de dritte de Vize- Oberminschtrant Koni Kunze. Die guete Seele vu de Mariekerch, Stadelmanne Annemie mit de Freundin und Helferin Elisabeth Zink, hond gholfe iis usztafiere, schminke und hond gugget dass mer reacht aagrschierret waret, d` Sptichli kenne hond und au alls parat ghet hond. Iiser Revier war zwische de Millistroß und de Lehe- Friedhofstrooß. De Manus hät d` Eile mit de Käfer- und Herdstrooß kha und de Kunze Koni d` Siedlung; s` Westend. Nebe de liturgische Utensilie war s` wichtigscht Gschier, fascht no wichtiger wie de helle Stern und s` Sammelbichsli , en klepprige Loaterewagge. Des war zwar nit ganz stilgerecht für die Gegend und die Ziit vor 2000 Johr. E Kamel het besser passt. Aber wo nimmsch z Mitts im Winter uff de Boor e Kamel her ? So simmer also loszoge bi Wind und Wetter. Am erschte Huus hät de Sterneträger gschellet und d` Liit hond freundlich d` Huusdere uffgmacht. Bi de Passiv- Katholische hommer d` Sprichli und d` Liedli vor de Derre im Kalte ufgsait. Bi de Aktiv- Katholische im Huusgang und bi de ganz fromme Katholike simmer i die warm Stubbe iiglade wore. De Christbomm hät denno aazunde were messe und s` Weihrauchfass hät nomol kräftig gscherret werre messe.
De Großvater im Ohresessel häts denno fascht gar nimme verschnuufet und hät beischtet und gröchlet. Manchmol hät e Maidli am Klavier gspillt, oder en Bue uff de Giege giigset und gsäget oder d` Klindli uf de Blockflöte mitspille messe. I dene Stubbe isch denno au meeschtens e Papier- Graschel in de Schatzbichs zum vernämme gsi. I dene Huusgangzeremonie häts Minzgeld zwei- dreimol klepperet und i de kalte Huusdiere – Vorführung häts ehnder noch Kupfer glunge. So feingstimmt uff Geld waret iseri Spenderohre scho. S´ hät wenig Fäll ghäe wo entweder gar nit ufgmacht wore isch oder d` Derre vor iisere Nase zuegschlage wore isch. S`näscht Johr hät mer aber wieder oder erscht reacht und no ufdringlicher gschellet. I de seltenschte Fäll aber hät`s d` Herzer doch emol erweicht. Wenn s` letzscht Sprichle vum Balthasar verklunge isch, isch die Sammelbichs oder die Schatulle ufghebt wore. De Caspar hät en Segensproch ufgsait und de Melchior hät die drei Buechstabe : C + M + B über de Huusderebalke mit Kriede ännigschgribe. Eweng ufdringlich und verlege simmer denno no still ummegstande bis d` Hausherrin no eweng ebbis zum Schneigge usigruckt hät. Der Schoklad, die Orange, Mandarine, Spekulatius, Lebkuchebretli oder Niklausmanne sind denno id Pappedeckelschachtle in Loaterewage kumme. So geg Zehni noch 3- 4 Stund war der guet gfillt. Die Füllung war de Gradmesser vum Tageserfolg und war ver iis wichtiger wie de Inhalt vu de Schatulle, Vu dem homm mir jo nint kha. De Vikar aber , der hät mit dem Schatzkäschle bim Stadtpfarr aagäe kinne. Natierli isch unter de Gruppe au e Rivalität gsi wer am meischte Naturalie und au Geld gschefflet hät. I paar Hieser isch au so um achti e Paus gmacht wore wo die güetig Hausherrin en Herdepfelsalot mit Wienerli und Kako grechtet hät zum Ufwärme und zur Stärkung vu dere usdörrte Wüschte- Karawane. A om Obet sind die Sternsingergruppe au immer no bei de Reichin vorbei, bei de Fotographin us de Krankehuusstrooss. Diesell hät iis mit ihrere rauchige, legendäre Brumbassstimm uffgstellt und ännitrapiert, dass es passt hät. Mit erem stadtbekannte Rauchstimme- Kommando : „ Lache !“ , innerlich häsch sowieso scho glachet wege dem uvermeindliche Aapfiff, hät sie des rappeschwarz Tuch hinterm grosse Plattefoto über eren borstige Riebel gleit und unter eme Blitzlichtgwitter vu gli 3 Blitzscherm isch e wunderbar Foto ver s`Album entstande. De Bue, de Xaver, wo au bei de Minschtrante war, hät ver jeden die Bilder innere Minschtrantestund mitbrocht und verdoalt.
So um Zehni sind alli wieder im Mariehuus zemetkumme. Jetzt isch die Beute vu de Loaterwäge abglade wore und Orange, Mandarine, Bretli und Schokoladtafle ufbieget wore. Die drei Karawaneführer hond jetzt akribisch die Schätz gliichmässig a die erschöpfte, daigige Reisende dorchs Morgeland verdoelt. Jeder isch mit eme guet gfillte Leinesäckli vergnüegt, stolz und zfride hoam zottlet. D` Eltere und Gschwischter hond jede Obet gschpannt uf die leibliche Genüsse gwartet und Komplimenter verdoalt. Natierli isch dehoam au fascht alles verdoalt wore. Fascht alles. Bevor i nämli dehom gschellet han und inni bi, hanni no e paar Tafle Schoklad wie e Eichhörnli i de Holzbieg und im Schopf ver knappere Ziite bevorratet und verschobbet. Wenn de no im bissige Winter amel de grösser Brueder vum Vatter usi in Schopf gschgickt wore isch zume Zoane Holz hole zum Kachelofe- Scherre, isch der manchmol mit ere Schokolad- Tafle triumphierend uftaucht und hät den Kako- Nussgenuss grosszügig zum allgemeine Verzehr verdoalt. S` Eichhörnle hät natierli nint verrote kinne woher die Tafle kunnt und schwer ufs Muul hucke messe. Und natierli hät des Hörnle sich schwer gergeret dass des Haselnussdepot vume andere plünderet wore isch. So isch scho mancher Haselnussbosche us Vergesslichkeit usme Versteck ussi gwaase. Gwunderet hät sich des Hörnli aber all, wieso de Bruder so grosszügig verdoalt hät und selber gönnerhaft nu oa gotzigs Rippli khafflet hät. Der Satan hät nämli die ander gfunde Tafle scho vor em Huus rubis und stubbis gfresse. Woni sell mol gschpannt ha, ab dert hanni kapiert dass ech immer nu oa Tafle, also onzeln, weiträumig i de Holzbieg verschobbe sot.
3-4 Tag isch des ergibig Sternsinger- Sammle gange. Und oemol, do kann i mi no ganz guet erinnere, homm mir Mariekerchler 7 000.- Mark gsammlet und hond zu de Sammelkönig vu de Diözese ghert. Sogar im Konradsblättle simer kumme. I dem Johr waret sogar mir genussüchtige Naturaljäger mords Stolz wege dem Mammon der in Schwarze Kontinent gschickt wore isch und wege dem Bericht im Diözesanblättle. Die drei Buechstabe überm Türestock und de Guu vum Weihrauch im Huus hond sit Johrzehnte iis und iser Huss vor Schade bewahrt und segensriich gwirkt. Sogar alljohr währende de Sternsingerprobe isch iis iibleut wore dass es nit „Caspar, Melchior und Balthasar“ hoasst. Desell Fehler haltet sich au hit no zäh i de Dreikönigsgmonde. Hoasse duet er in Wohrhet : „Christus masionem benedikat“ , wa soviel bedietet, dass Christus des Huus beschütze soll.
Fer iis und villi andere gilt der Spruch gottseidank und glückseligerwiies sit langer, langer Ziit.
Jo so wars , des Buebeglick zEschinge und snächstmol verzell ich eich ebbis über die geheimnisvolle, mystische Loosdäg im Baarschwarzwald.
Neilich woni ums Eishuus, um d` Eiswies und um die Zuelaufkanäl und Stellfalle vu dere Kuriosität umme gmuset bi, hät mer en Maa vu de Prinz-Fritzi Allee her zuegucket und mech au aagschwattiert : „Sagnsemal Junger Mann, er hät tasächlich Junge Maa gsait, wat isen dat für eehn Jebäude. Keene Fenster, nur en hojes Scheunentor und mächtje Mauern mit sone Feiler anne Wände. So wat ha ick noch nie jesehen“. Ech ha mi beschts Hochdietsch usikromet i de Erwartung dass ers au verstoht. S` häts denno au einigermaasse dau. Ech hann ihm also verzellt dass des s` Eishuus vu de Brauerei sei und dennebet e Eiswies. Zertscht häter mech aagucket wie wenn ihn verseckle wet, aber s` moss bald so glaubwerdig aakumme sie, dass ers kapiert und au glaubt hät. „Dat is ja n` Ding, so wat ha ick noch nie jehöhrt un jesehn. Scheenen Tach ooch noch und nischt für Unjut, wa“.
S` Eishuus am Park z` Eschinge / 4. Eishaus 1922 – jetzt
Eishuus vu Weste
Des wann ech dem Berliner i 10 stark mundartlaschtige, trochene Sätz verzellt han, des hehreter jetzt uf Booremerisch und uusfiehrlicher.
Jeder vu iis will e scheen zapfts, guet kiehlts Pils vum Fass. Wenn de Zinke Franz vum Bergerstiebli Aafang vu de Woch mit dem Henschel vu de Brauerei s` Holzkischte- Bier, s` Fassbier und de Sprudel kriegt hät, hät er und die Brauereimanne so 4-5 Eisschibbel in Kähr abitreit. Die Bier- oder besser die Eiskutscher hond grossi Lederlappe über d` Schulter glait, dass die Saukälte vu dene Iiisschibbel nit dorch Mark und Boa gange isch. Mit Iiseklammhoocke , so Art Steigeise zum d` Issschibbel hebe, hond sie die kalt Ware in Käer abi trait. Die Schibbel waret ugfähr so groß wie die sauschwere Granitrandstäe wo de Stroossebauer Fischbach i de ganze Stadt versetzt hät. Well sie us Wasser waret, waret sie nit ganz so schwer wie selli Granitbolle. Des Iis hät ver die ganz Woch des Bier kiehl halte messe. Wenns im Summer hoass war hät de Franz e paar Schiebbel meh kriegt. Vu de Pritsche vu de Brauerei- Henschel, Magirus, MAN oder au Daimler häts all abitropfet. S` war koa Tropfbier, s waret die Iisschibbel wo halt verloffe sind. Wenn die Bierkutscher i de Brauerei glade hond sind sie no dorch d` Prinz- Fritzi Allee as Eishuus gfahre und dert, bim Iis- Moaschter, hond sie die Iisschibbel ufglade. S hät schnell gau messe und die klei dopplet Nebederre isch nu korz ufgmacht wore, dass koa Wermi vu dusse inne kumme isch. Dert drin wars au im Summer iisig kaalt. D` Neistädter hond sit e paar Johr e mords grossi Gosche well sie de erscht und greescht Gletscher im Wälderwaald erfunde und und gmacht hebet. Die Wälderdossele hond halt no nie ebbis vu de Ferschtliche Eishieser us de Johrhundertwendi ghert mit denne Eisschätz. Dert sind au mindschtens 2500 cbm Naturgletscher glege. Erscht noch dem des Winter- Iis glade war, sind denno die Bierkutsche zu de oanzelne Wertschafte zugglet.
Kiehlschränk, Kiehlaggregat oder Kiehlhieser wie hit mit Strom häts halt dämolds no nit gäe. De Bierkäer uf de Buechhalde, dert gohts mit Ufzieg granate tief abi in kiehel Lettebode, hät oafach nit des Kiehl Bier hergäe wiemers halt im Summer gern ghet hät. Dert änni hät d`Brauerei en Toal vum Bier au uusglageret. Die Verkarrerei vu de War war aber au selli ufwändig und halt au koschtschpielig. Do war natierli Natur- Iis die Lösung.
Wiederkehr Nordsiite wo de Schrägufzug (Elevator) war
Anne 1898 im Oktober hät mer sich überleit ob mer des Bierdepot, so hät de Bierkäer i de Buechhalde dämols ghoasse, in en Eiskäer ummodlet. Im Hammer, im Bregtal bim Ferschtliche Hammerwerch, hät mer en Eisweiher aalege welle. Wege de Transportkoschte aber hät mer des kheie lau. Me sieht dass au dämols des Fuhrwerche au scho dier war. Jetzt hät mer anne 1901 z` Immedinge bi de FF Maschinegiesserei en Eiskäher mit eme Weiher baue welle. Dert im Dunnedaal ischs au selli kaalt und s` Iis hät mer mit em Zug, de neie Schwarzwaldbah, gi Eschinge fiehre welle. Au des isch nint woore. 1903 hät mer de Bahhof z` Eschinge als Standort ver en Iiskäer usguckt und bi de Maschinefabrik Otto Wehrle us Emmedinge nocheme Koschtevoraaschlag aagfrooget. Die hond so e Iishuus abote zemet mit eme „ Eis- Elevator (später kummemer nomol druf wa des isch). D` Isolierung hät mer bim Bau mit Sägmähel zwischet de zweischalige Wänd usgfillt. Daß mer so ebbis guet Dämme muess, des hond die au scho genau gwisst. Des Sägmähel hät de Sägwerker Ruppert Bader us Wolterdinge glieferet und de Zimmermoaschter Hirt häts iigfilt. S` erscht Aagebot war vum Sägwerk Kromer usem Hammer. Der war aber, wahrscheinlich au wieder wege de Fracht, z` dier.
De Aastrich war, wörtlich us de Genehmigung „ Haagfarbe“ wa so vill wie hoasset wie des stinkig Carbolineum, also Teerfarb. En ziemli schwarze Kaschte inne, usse aber heal aagstriche gege d` Sunnestrahle. Imme Iishuus – Lehrbuech vu 1890 word aber vor Carbolineum gwarnt weil de stechend Guu is Iis innischlupfe dät und stinke dai und wells sichs vu de Sunne mit Wärmi uflade dät. Viel besser wär usse en Aastrich mit wiisse Kalchmilch – Farb. Der Maa hät ebbis verstande und wenn si dem gfolget hettet, hetes sie des Maleur 1919 nit khaa. Anne 1911 nämlech war die Buddi scho dringend reparaturbedierftig. Wahrschienlich war des Sägmähel wege de Nässi vum Iis vermauchet und soachnass dass es nimme isoliert hät. Wa mer ganz nei war: Z` Friedewieler, e FF- Niederlassung mit Forstamt und ere FF- Verwaltung, häts au e FF Brauerei gähe mit eme Iisweiher und eme Iiskäher im Granit/ Gneis Berg. S` Bier hät „Kloschterbräu“ koasse und isch au im Friedewielemer Kloschter, wa de Ferscht i de Säkularisierung saparalisiert hät, braut wore. Den Iiskäer- Stolle sieht mer hit no wemmer usem Ort Friedewiehler wieder uf d` Kreisstrooß ussi fahrt. Die Brauereimäeschter Noll vu Eschinge und de Pietsch vu Freidewieler hät mer 1911 uusduuscht well de Friedewielemer Pietsch amend e bessers Pils zweag broacht hät und sech mit Iis au besser uskennt hät.
Well also des Bahhofsiishuus am verricke und vermauche war hät mer scho 1909 im FF- Sennhof imme „ Ökonomiehof „ au en Iiskäer ver de Iibergang iigrichtet. Wie mer glii no dietlicher sieht, war des Iis zum Kiehle e mords Kummedi und trotzdem aber au wechtig. 1907 hät mer nebe denne beide andere Iishieser de Platz am jetzige Iishuus, also a de Prinz -Fritzi Allee, mit iberschissigem Uushub vume Brauerei- Neibau uffgfillt. De Uftrag vers Muure vum dem neie Bau hät de Muurer Christian Weber us Briilinge griegt. Desmol hät mer d` Isolierung mit Torf aabiete lau. Wahrschienli hät sich des Sägmähl nit bewährt wie mer am Bahhofsiishuus gsähne hät. De Torf hät denno de Max Gliemann us Mannheim glieferet, man höhre und staune. Waret d`Pfohremer dämols grad nit gut aagsähne oder hond se nit liefere kinne, welle oder war vermuetlich der Torf z` wenig breeselig, ebe z` schibblig, z` boschig ? Alles isch meglich. Aber hauptsächlech hond d`Pfohremer de Torf ver sech selber bruucht dass se im Winter nit an Ranze gfrohre hond. Usserdem het mern no mahle messe dass es breeseliger, mealiger und luftiger wore wär.
D` Fa. Ohrenstein& Koppel, kurz O&K, Feld – und Kleinbahnbau/ Niederlassung Straßburg, hät de Uftrag griegt ver ebe so en „Eis- Elevator“. Strossborg war dämols Diischs Reichsgebiet. So en Elevator hät iis Bube über 50 Johr später immer no fasziniert, beschäftigt und au zume kleine Nebeiikumme verholfe. Aber au des kummt no später. Der Elevator war en Schrägufzug usre Iiseträgerkonschtruckzion wo schreeg so mit 45° a de Nordsiite vum Eishuus aagloehnet war. Er isch us de Eiswies bis iunters Dach vum Iishuus gange und dert imme Wiederkehr- Door verschwunde. Die Iiseträgerrampe hät zwei umlaufendi riesige, giegsigi Ketteme kha a denne luuter Iisedorne wie e Folter- Nagelbrett muntiert waret, hit dät mer Spikes dezu sage. Über die dorneriich Schrägbah sind d` Iisschiebbel uffi transportiert wore zum Iilagere. Die Firma O&K war ibrigens noch em Krieg bis i 90-er Johr e nahmhafte Bagger Fabrik mit eme gute Ruef für Soalbagger aber au Pionier im Hydraulikbaggergschäft. Am 10.Dez. 1906 war schomol en Ufrichtschmaus. S` isch aaznähme dass es dä z` kaalt war zum feschte. Drum hond de Zimmerpolier 3 Mark griegt, de Zimmergsell 2 mark, de Taglöhner 50 Pfennig, de Lehrling sogar oa Mark, de Muurerpolier 2 Mark, also weniger wie de Zimmermaa, und de Muurerhandlanger 50 Pfennig. So ischs imme Schpeserodel verewigt.
Bahnhof- Eishuus vu 1903 – 1911
1917 hät mer e Angebot bruucht ver neie Zuelaufkanäl und Stellfalle zum Eisweiher. Die Halbwertziite vu dene Iishieser waret selli korz. Scho anne 1920 hät d` Fa. Brenzinger us Friiborg e Aagebot wieder ver e nei Iishuus gmacht mit Elevator. Des isch die Firma die au 1909, also glii nochem Stadtbrand, die im ganze Südweschte onzigartig Jugenstilbruck z` Wolterdinge baut hät als erschti „ Eisenbetonbrücke „ in Baden. Also scho wege dem e hischtorischs Unikat. Der Ruef vu dere Ferma muess bis anne 1920 glanget haa, so dass sie im Feber 1920 de Uuftrag ver des nei Iishuus griegt hät. Gnaugnomme s` Viert innerhalb vu so 20 Johr. Desmol in „ Eisenbetonbauweise „ und mit 2 Elevatoren vu de Firma Otto Beck us Bieberach im Elzdaal. (Ibrigens war de Baumoaschter Brenzinger en Vorfahr vum Tobias Brenzinger der ufem Stadtbauamt Eschinge glehrt hät und de Sohn war vu de beliebte Eschinger Musiklehrerin Frau Brenzinger. Der Eschinger Lehrbue isch jetzt Stadtbaumoeschter z` Waldkerch) . D` Abbrucharbete vum aalte Glächter war mit drin aber d` Fundament waret „ verwertbar „. De Lohn ver de Vorarbeiter vum Neibau hät de Brenzinger mit 55 Pfennig aabote, de Facharbeiter mit 54 Pfennig und de Helfer mit 45 Pfennig. Ufschlussriech wär i dem Zemethang wa dämols s`Kilo Brot koschtet hät ? Scho anne 1919 wars Dach vum 3. Iishuus und d` Wänd so desolat, dass die Sanierung 70 000.- Mark koschtet het. Des Geld aber hät mer nit uusgähe, sondern später ebe komplett nei baut.
Ver de Neibau hät mer offesechtlich oageni Eishaus- Ing. Büros aagstellt nämlich die Firme Zangerl us München, Langeloth us Frankfurt und Arnold us Nürnberg. Ver des Ziitalter ohne Fax, Mail, Kopierer und Autobah, kaum e Telefon, ganz scheh „global“. Us dere Kummedi mit dem Sägmähel und dem Torf und Holz hät mer anscheinend glehrt. D` Wänd hät mer 1,75 m !! dick gmacht und hät domit gnug Isolation ghet zum de Gletscher s` ganz Johr z` hebbe. Desmol hät mer au den Fehler mit dere schwarze„ Haagfarb “, die d` Wermi sogar aagsuuget statt zruckwirft, nimme gmacht. D` Wänd waret ockerheal aagmolet dass d` Sunnestrahle zruckgworfe wered und geg Süde waret riesige Laubbämm wo die Iis- Kathetrale verschattet hond. Und so stohts hit no. Ziemli uubeachtet vu de Stadt- und de FF- Verwaltung, wenig äschtemiert und fascht übersehnne. Wenns nit so en Riesebolle wär hetetses bestimmt scho iber de Huufe gschobbe. Wers woass stuunt, hät Respekt dass es so lang ghebt hät und beduuret selli dass de Elevator vor so 25 Johr verschrottet woare isch. Au der Eschinger Bau hät en hohne bauliche und induschtriehischtorische Selteheitswert. Z ́ Dietschland gihts grad no 2-3 ähnlichi, aber viel kleineri Eishieser. Dieselle wered aber au als Event- Hiiser und Gaschtronomie vermärtet. Wie wärs mol mit eme Eiswiesefescht im und am Eishuus so bei minus 20° ?
E Kleinod i dere Art gihts aber au no z` Breitnau. Dert isches us Holz im Schwarzwaldstil und hoasst dert „ Eisschopf“ statt „ Boscheschopf“, wa eigetlich genau s` Gegetoal isch. Im oane hofft mer uf Kälte , usem andere erwaartet mer molligi Wermi. Der Schopf war au amme Iis- und Brandweiher und war ver e Milchbuuregnosseschaft zum Milch, Rohm, Wii, Bier und Butter kiehle.
S` Eishuus in Eschinge mit Eiswies von Nord im Hintergrund s`Maschiehuus der FF Brauerei
Wa hät des aber alls mit iisere Jugendziit z`dond ? Viel, wie mer glii sehnnet. Wenn also de Brauerei- Iis- Moaschter Mitti November die Stellfalle am Grasellihuus ufgmacht hät und korz vorem Eisweiher die zweit au no, denno isch des Bregwasser usem Kraftwerkskanal i die gmaijet Eiswies gloffe. Je noch Keltiibroch usem Oschte häts sie kinne, dass es Aafang Dezember scho 8- 10 cm Iis dä unne ghet hät. Zum Schlittschuhe fahre hät des scho guet glanget. Dämols war mer nit so verschrocke wie hit, womer mont 15 cm daiet nit trage. Des war also die Ziit bis zum Dreikönig wo Eschinge zum Schlittschuhe – Eldorado wore isch. Die ganz Eiswies hät mer zum fahre kaa.
Eissäge Sammlung Oscar Rohr / Ewattingen ( Zahnung in Stoss- u. nicht in Zugrichtung ! )
Holzeishaus auf Eiswiese von ca. 1912 – 1920 genutzt / Fussballer auf der Eiswiese
Aafang vume „ Canale Grande“
Noch Dreikenig isch d`Fläche aber kleiner wore. D` Brauerei- Iis- Kneacht, verstärkt mit Buure us Eschinge die i de Winterruhe waret, hond jetzt die uugfähr 25 cm dick Iisschecht vum Elevator, also vum Eis- Schrägufzuug, Richtung Norde mit Iissäge ufgsäget. Die Iissäge waret wie langi Fuchsschwänz mit om T- fermige Griff a dene mer mit beide Händ ziehe und Stosse hät kinne. Des warte grobzähnigi Säge wo Zähn i Stossrichtung uusgrechtet hond. Des hät de Sinn kha dass mer i Stossrichtung säget und s` Wasser om beim Zieh nit so entgege spritzt und om nit so soachnass macht. Regelrächte Kanäl wie holländischi Grachte sind entstande. Zerscht hond sie en Hauptkanal freigsäget. Die Manne hond Eisflöß mit so 3 * 4 m mit erne grosse Blattsäge, wie grossi Waldsägefuchsschwänz hond sie uusgsähnne, zuegsäget. Jetzt hond mir Buebe en Flösser- Bohnestäcke wie die Gondoliere z` Venedig i die nasse Fuuschthändsche kriegt und hond die Iisflöß zum Ufzug gondle miesse. Dert isch mer vu dere wacklige Iisplatte abi ghoppet und isch mit de Stang wieder zu de Sägimanschaft gloffe wo de wieder e neis Floß zudoalt griegt häsch. Vorem Ufzug sind Manne gstande und hond die Flöß zu kleinere Schiebbel versäget dass mer se uf des Nagelbett vum Elevator bugsiere hät kinne und sie mit dem giegsige Schrägufzuug gmietli is Eishuus uffi gräslet sind. Im Eishuus hond anderi Manne die Schibbel zu de endgiltige „ Randstoa“ – Gressi zuegsäget und akkurat i Regal und Niesche Iiglageret. Später hond d`Wirt, aber au d`Mezger und Buure die Iisbolle in Käer gliefret griegt zum s` Bier kiehle, Worscht mache und kiehle oder ebe d` Milch und de Butter bi de Buure zum kiehle. Daß des mit dem Flöße uf dene arschglatte und gautschige Iisplatte nit uhni nassi Fiess abgange isch, wenn Pech gha häsch bisch au mol bis as Fiddle im Wasser gstande, des war natierli klar.
Schlittschuehvergniege 2014
Jetzte kummt des groß Manko vu de Unterstadt. Dä hät es ebbe koa Warmluftheitzung gähe, wie i iisere Mariekerch. Ver des hert, kaalt, soachnass und risikoriichs Fleeßergschäft isch mer au entlohnt wore. Am Mittag häsch , je nochdem wie dech aagstellt häsch und wie langs uusghalte häsch, vum Iis- Moaschter so oa Mark oder en Fufzgerle kriegt und 2 iiskaalti „Silberperle“ Schprudel. Daß des Eishuus e Rarität, e Kuriosität, e Einmaligkeit isch im ganze Südweschte, dass dert koa Gras und Schilf dorchs Iis hät waase derfe, dass de Iis- Moaschter de Wasserstand dauernd genau usmebiliere hät messe daß es guets Iis gieht, dass d` Eiswiesflächi noch dere Iis- Earn nu no halb so gross war und dass es im Iishuus au im Summer saukaalt war und dass es ver iis Buebe au im Winter ufregendi Nebeerwerbsquelle gäe hät, des dierft jetzt au ufklärt sie. Übrigens war de Eishuus und die Naturiis – Earn no bis anne 1970 i Betrieb. En Zeitzeug, de Öhler – Fritz, sait dass mer emol 46 cm dicks Eis gernet hät were kinne. D` FF- Brauerei war no die letscht gross Brauerei die so lang des guet, dicht und klar Naturiis gnutzt hät.
Jo , so war`s dämols .
Stellfalle am Maschinehuuskanal, Zuelaufkanal zu de Eiswies
Zu Weihnachten 1961, sechs Jahre nach Gründung der Bundeswehr, schenkte ich meinem Vater eine Sammlung selbstgefertigter Karikaturen, die aus dem Alltag bei den Mittenwalder Gebirgsjägern stammten. Dorthin war ich – wunschgemäß – eingezogen worden, nachdem mir die Musterungskommission gleich nach dem Abitur die Wehrdiensttauglichkeit bescheinigt hatte. „Mit allem schuldigen Respekt“, so vermerkte ich in der „Gebrauchsanleitung“ meiner Blätter, wolle ich damit meinem (als Weltkriegsveteran vorbelasteten) Vater vermitteln, „dass sich auch zu Zeiten der Überschalljäger und Superbomben hie und da Situationen ergeben, die Vätern und Großvätern aus deren eigener Praxis wohlvertraut erscheinen werden.“ Will heißen: Wehrdienst, gleich welcher Art und in welcher Bedrohungslage, hat nicht nur düstere Seiten – zumal bei der Gebirgstruppe.
„San mir die solzn Alpenjager“ (aus einem Marschlied der Gebirgstruppe)
Daran wurde ich am 6. Dezember 2025, dem Nikolaustag, erinnert, als im Berliner Reichstag das neue Wehrdienstgesetz beschlossen wurde; begleitet wurde dieser heikle gesetzgeberische Akt allenthalben von Demos zahlloser Jugendlicher, die sich darüber entrüstet zeigten, dass ausgerechnet sie, die Betroffenen, nicht gefragt worden seien. Für Deutschland erschossen zu werden, so las man es auf Transparenten und Plakaten, nein danke!
Doch ab 2026 haben 18jährige Jugendliche (die männlichen obligatorisch, die weiblichen freiwillig) nun also einen Fragebogen aus dem Verteidigungsministerium auszufüllen, der Auskunft geben soll über den Fitnesszustand der Befragten, vor allem über deren Bereitschaft zu dienen. Sollte sich die benötigte Zahl an Soldaten nach dem Freiwilligkeitsprinzip nicht realisieren lassen, so soll die im Jahr 2011 ausgesetzte Wehrpflicht für Männer wieder in Kraft gesetzt werden; für die Frauen wird es hierzu erst noch einer Grundgesetzänderung bedürfen, wie sie unter den gegenwärtigen parlamentarischen Kräfteverhältnissen freilich nahezu ausgeschlossen ist.
Flugabwehr bei der Gebirgstruppe
Wann jemals ist Wehrpflicht so schonend, ja, so weichgespült wiedereingeführt worden? Und wann war Mitteleuropa, wann die Bundesrepublik stärker bedroht als seit dem Einfall Putins in die Ukraine? Damals, in den 1960er bis in die 1990er Jahre war es „nur“ der Kalte Krieg mit seinem atomaren Säbelrasseln beidseits des Eisernen Vorhangs; was dazu geführt hat, dass Keiner danach gefragt wurde, ob er denn gewillt ist, als „Bürger in Uniform“ seiner Wehrpflicht nachzukommen. Verweigerer hatten immerhin die Möglichkeit, Ersatzdienst zu leisten.
Seit vier Jahren tobt unterdessen ein heißer Krieg – keine zwei Flugstunden von uns entfernt. Und es finden auch hier täglich hybride Attacken mit Aufklärungsdrohnen statt, derweil Moskau obendrein mit seinem Atomraketenarsenal droht. All dies bei zunehmender Durchlöcherung des Nato-Schutzschirms durch einen exzentrischen US-Präsidenten. Wie soll da mal nicht von „Zeitenwende“, nicht von „Verteidigungsfähigkeit“, von „Kriegstüchtigkeit“ die Rede sein?
Anno 1961, zu Zeiten des Verteidigungsministers Franz-Josef Strauß selig, glaubte ich meinem Vater noch versichern zu müssen: „Sollte sich bei aller Einfalt und Skurrilität meiner Zeichnungen versehentlich ein makabrer Unterton eingemischt haben, so sind – angesichts der leider viel weniger komischen Weltlage – Ähnlichkeiten mit wirklichen Begebenheiten oder gar mit lebenden Personen rein zufälliger Natur!“
Ob sich unsere Gesellschaft soweit entstauben lassen wird, dass sie von Moskau und Washington als verteidigungsfähig, von Putin als unangreifbar wahrgenommen wird?
Stubendurchgang des UvDs (des Unteroffiziers vom Dienst)
Spätlese steht hier einmal nicht für Prädikatswein, den man im Badischen bekanntlich »sürpfle, nitt suffe« soll.
Gemeint ist vielmehr das »Spätwerk«, das einer im fortgeschrittenen Seniorenalter abgeliefert hat.
Eigentlich wollte der Autor es ja mit dem Bücherschreiben endlich gut sein lassen, spätestens 2018 mit dem Erscheinen von Unterhölzer – Liebeserklärung an einen alten Wald, dem letzten von insgesamt sechs Bildtextbänden. Doch dann hat sich plötzlich eine neue, ungemein verlockende »Spielwiese« auf-getan: Nach einer Jubiläumsveranstaltung aus Anlass des 200. Geburtstags des Hüfinger Schriftstellers Lucian Reich, bei der ich einen bebilderten Vortrag (»Zwischen Dichtung und Wahrheit – Hieronymus und der Wald«) beisteuerte, war hier der Blog hieronymus-online.de entstanden, in welchem mir eine Kolumne eingeräumt wurde. In ihr sammelten sich Texte zu Themen an, die mir aktuell und mitteilenswert erschienen sind – jeweils wohlwollend aufgenommen und begrüßt, mitunter auch kommentiert von der überaus engagierten Hüfinger Bloggerin, der Naturwissenschaftlerin Dr. Hannah Miriam Jaag. Und irgendwann kam die Idee auf, eine Auswahl aus der Kolumne – sozusagen als »Spätlese« – nun doch auch noch analog in lesbarerer Papierform zu veröffentlichen: ein Sammelsurium teils bereits in Zeitschriften erschienener, teils unveröffentlichter Texte zu mich in meinem Ruhestand umtreibendem Zeitgeschehen. Die meisten kreisen natürlich auch diesmal wieder um Baum, Wald und Landschaft, doch mehr und mehr drängten sich mir auch ganz andere Themen auf, seien es die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende auf Wald und Landschaft oder persönliche Wertungen von Vorgängen in unserer so krisengeschüttelten Gegenwart. In der sich Großeltern immer öfter die Frage stellt: Werden sich unsere Enkel in dieser Welt wohl noch zurechtfinden und wohlfühlen können?
Es traf sich gut, dass sich in Donaueschingen, unserem Alterssitz, mit Morys Hofbuchhandlung erneut ein Verleger fand, sodass mir der Entschluss leicht gemacht wurde, es doch noch einmal zu versuchen, diesmal nicht mit einem Bildtextband, sondern mit einem bebilderten Lesebuch. An Ermunterungen zu diesem Wagnis hat es nicht gefehlt. Bleibt zu hoffen, dass meine »Spätlese« gehaltvoll, frisch und fruchtig genug, doch nicht gar zu trocken ausgefallen ist und so auch diesmal wieder Leser und Liebhaber finden wird.
Die Buchvorstellung
Am 23. April 2025 in der Stadtbücherei, Donaueschingen.
Wolf Hockenjos wurde mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet
13. Mai 2025 Pressemitteilung aus Donaueschingen
Am Montag, 12. Mai 2025, wurde Wolf Hockenjos im Donaueschinger Rathaus mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die Ehrung nahm Minister Peter Hauk MdL vom Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz des Landes Baden-Württemberg im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor.
Mit der Auszeichnung wird das langjährige, vielseitige und außergewöhnliche Engagement von Wolf Hockenjos gewürdigt. Als Forstmann, Naturschützer, Autor zahlreicher heimatkundlicher und naturwissenschaftlicher Publikationen sowie Mitbegründer und Vorsitzender des Clubs Thurnerspur e.V. hat er über Jahrzehnte hinweg nachhaltige Spuren hinterlassen.
„Wolf Hockenjos steht für eine Haltung, die unser Gemeinwesen stärkt. Er übernimmt Verantwortung und gestaltet im Kleinen wie im Großen unsere Gesellschaft aktiv mit“, sagte Oberbürgermeister Erik Pauly in seiner Begrüßung. „Die Stadt Donaueschingen ist stolz, ihn in ihrer Mitte zu wissen.“
An der Feierstunde nahmen Weggefährten, Vertreter von Umwelt- und Sportverbänden sowie Mitglieder der Familie Hockenjos teil.
Das Bild zeigt bei der feierlichen Veranstaltung im Sitzungssaal des Rathauses (v.l.): den Landtagsabgeordneten Niko Reith, Peter Hauk (Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz), Wolf Hockenjos, Oberbürgermeister Erik Pauly und Manfred Kreutz, Bürgermeister von St. Märgen. (Foto: Martina Bolkart, Stadtverwaltung Donaueschingen)
Ich möchte hier erwähnen, dass ich das alte Buch von 1853 mit der sehr eigenwilligen Schreibweise in Frakturschrift vorgelesen habe, um den gesprochenen Text von einem Programm namens f4transkript in Buchstaben umzuwandeln. Den umgewandelten Text habe ich danach bearbeitet, da viele der Wörter dem Programm nicht bekannt waren. Aus diesen Gründen ist der Text ein Gemisch aus alter und neuer Schreibweise.
Was es in den verschiedenen Kapiteln des Buches gibt, ist diese vorgelesene Tonspur mit dem Transkript und zusätzlich ein paar Bildern.
Hier das 4. Kapitel:
Die Kinder waren an der Hand ihrer Eltern erwartungsvoll in die, nur schwach von dem Feuer des Öfleins erhellte Zelle, eingetreten. Im Hintergrund bemerkte man den geschäftigen Bruder Martin, halb verhüllt von einem Vorhang von Binsengeflechte. – Nach einer Weile kam er hervor, seine Gäste zu begrüßen und ihnen Plätze anzuweisen, wo sie Alles gut sehen konnten.
Der Alte schritt wieder gegen die Wand, – die Kinder verhielten den Atem, – man hätte ein Mäuslein in dem engen Raume laufen hören. – Jetzt sank die Verhüllung, und: – o, wie schön! Tönte es wie aus einem Munde. – Die Kleinen klatschten vor Freude in die Händchen, während die Größeren sich schweigsam dem Eindrucke der lieblichen Erscheinung hingaben.
So etwas Herrliches hatten die guten Schwarzwälder-Kinder ihrer Tage des Lebens noch nicht gesehen.
In Mitten der Landschaft, welche die ganze Wandvertiefung ausfüllte, erblickte man zwischen Felsen und Bäumen einen Stall, in welchem Maria und Josef zu sehen waren, nebst den Hirten, welche betend das zarte, in der Krippe liegende, süß schlummernde Christkindlein umstanden.
Über der heiligen Familie schwebte ein strahlender Stern sowie liebliche Engelsgestalten, welche ein Band in den Händen hielten, worauf in goldener Schrift die Worte standen: „Gloria in excelsis Deo.“ In den grünen Wiesen um den Stall weideten die Lämmer, und hoch oben auf zackigem Felsgestein sah man die Stadt Bethlehem, vor deren Tore der Wächter soeben Mitternacht rief.
Als der erste Eindruck der Überraschung bei den Zuschauern vorüber war, ging das Fragen an, so dass der gute Martin nicht schnell genug auf alles antworten konnte.
Klärchen wollte wissen, warum denn das Christkind allein nur auf Stroh und in gar keinem guten Bettlein liege. Und Wolfgang fragte, wer den Hirten denn schon gesagt habe, dass das Christkindlein heute Nacht auf die Welt gekommen sei und wer in der schönen Stadt auf dem Berge wohne usw..
Ich sehe wohl, sagte Bruder Martin lächelnd, daß ich Euch alles von Anfang bis zu Ende erzählen soll. Und wenn Ihr mir versprecht, hübsch still und aufmerksam zu sein, so will ich es herzlich gerne tun.
O ja! riefen die Kinder, wir bitten darum. Und auch den Ältern war es erwünscht, die lehrreichen Geschichten wieder einmal im Zusammenhange zu hören, was ihnen in dieser Einöde, entfernt von einem geistlichen Lehrer, nicht oft zuteil ward.
Zuerst, begann Bruder Martin, muss ich Euch von dem Vorläufer Christi sagen: – welches von euch Kinder weiß seinen Namen?
Johannes der Täufer, antworteten die Größeren, und die Kleineren wiederholen: ja Johannes.
Richtig! nahm Martin wieder das Wort. – Zur Zeit des Königs Herodes lebte in den Gebirgen Judäas ein Priester mit Namen Zacharias und seine Frau, welche Elisabeth hieß; beide waren fromm und gottesfürchtig wie Wenige im Lande, und hatten keine Kinder und waren schon wohl auf Jahren. Längst hatten sie alle irdischen Hoffnungen aufgegeben; nur Eines wünschten sie noch zu erleben: die Geburt des verheißenen göttlichen Königs.
Den Priester Zacharias hatte wieder einmal das Loos getroffen, im Tempel zu Jerusalem dem Herrn zu dienen, als er im priesterlichen Gewande in das Heiligtum getreten, während das Volk draußen betete, erschien ihm ein Engel Gottes. – Zacharias erschrak, der Engel aber sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, dein Gebet ist erhört, deine Gemahlin Elisabeth wird dir einen Sohn schenken und den sollst du Johannes heißen. An diesem Kinde wirst du Freude und Wonne erleben, und viele werden dich über seine Geburt freuen, denn er wird ein Liebling des Herrn sein. Wein und starke Getränke wird er nicht trinken, erfüllt vom Heiligen Geiste, wird er viele Israeliten zu Gott ihrem Herrn bekehren, und dem kommenden Erlöser die Wege bahnen.
Zacharias voll Erstaunen konnte kaum glauben, dass ihre Ehe in so hohem Alter noch mit einem Sohne gesegnet werden solle, und sprach zu dem Engel: Was soll mich von der Verheißung überzeugen? Der Engel antwortete: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, dir die Freudennachricht zu bringen. Und siehe – weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, so wirst du stumm sein bis auf den Tag, an dem die Verheißung wird in Erfüllung gegangen sein.
Während dieses im Tempel geschah, wartete das Volk außerhalb auf Zacharias, und konnte nicht begreifen, warum er so lange im Heiligtum verweile. Als er endlich herauskam, bemerkten sie sogleich, dass ihm etwas Außergewöhnliches begegnet sein müsse. Er gab durch Zeichen zu verstehen, dass er stumm sei, und segnete schweigend die harrende Menge.
Seht, Kinder! sagte Bruder Martin, so war denn das Außerordentliche und Wichtigste, was ich seit der Geschichte der Menschheit zugetragen: die Geburt des lang verheißenen Heilandes, auch auf außerordentlichem Wege angekündigt von einem der erwählten, seligen Geister, welche um den Thron des Höchsten stehen.
Zur selben Zeit, fuhr der Erzähler fort, lebte in dem kleinen Städtlein Nazareth, welche ihr, liebe Kinder, hier auf dem Felsen abgebildet sehet, Maria, eine Jungfrau aus dem Geschlecht des Königs David; Joseph, ein Zimmermann, hatte das Versprechen, sie mit der Zeit einmal zur Ehe zu bekommen. Maria war arm an irdischen Gütern, aber reich an Gottesfurcht und Demut. Ihr liebendes Gemüt sehnte sich, wie viele gute Seelen jener Zeit, voll Gottvertrauen auf die Ankunft des verheißenen göttlichen Erlösers.
Als sie einst in ihrem einsamen Kämmerlein zu Gott betete – da trat auf einmal, umflossen von himmlischer Glorie, der Engel zu ihr und sprach: Gegrüßet seist du Holdseligste, der Herrn ist mit dir, du Gesegnete deines Geschlechtes!
Maria erschrak und dachte: welch ein Gruß ist das? Der Engel aber sprach: Fürchte dich nicht, Maria! denn du hast Gnade gefunden vor Gott, du wirst die Mutter eines Sohnes werden, dem du den Namen Jesus geben sollst. Dieser wird groß sein, und der Sohn des Allerhöchsten genannt werden, Gott wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakobs ewiglich, sein Reich wird ohne Ende sein.
Maria fragte verwundert: Wie kann das sein, Ich weiß ja von keinem Manne?
Der Engel aber sprach: Der Heilige Geist wird über dich herabkommen, darum wird dein heiliges Kind – Sohn Gottes genannt werden, auch Elisabeth deine Base, wird einen Sohn erhalten, denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.
Maria antwortete in Demut und Vertrauen: Ich bin eine Dienerin des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort! Der Engel aber verschwand.
Kurze Zeit darauf machte Maria eine Reise über das Gebirge, um Elisabeth, ihre Base, zu besuchen. Diese, als sie die heilige Jungfrau erblickte, kam ihr entgegen und begrüßte sie voll des heiligen Geistes: Gesegnete deines Geschlechtes, rief sie, wie kommt es, dass die Mutter meines Herrn mich heimsucht? O selig bist du, dass du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.
Und Maria sprach voll himmlischer Freude: Hoch preiset meine Seele den Herrn, und mein Geist frohlockend in Gott, meinem Heilande. Denn er hat angesehen die Niedrigkeit seiner Magd. Siehe, von nun an werden mich selig, preisen alle Geschlechter: denn Großes hat an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. Er ist barmherzig denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arme, zerstreuet, die da hoffärtig sind in ihren Herzend Sinne. Die Mächtigen stößt er vom Throne und erhört die Niedrigen. Die Hungrigen erfüllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich Israels an, seiner Dieners: eingedenk seiner Barmherzigkeit, die er gesprochen hat zu unseren Vätern, zu Abraham und seine Nachkommen auf ewig.
Dieses, meine Kinder, fuhr der Waldbruder fort, nennt man den Lobgesang Maria’s, wie ihn uns der heilige Evangelist genau verzeichnet hat.
Bevor wir nun zur Geburt Christi kommen, muss ich euch noch etwas von Johannes erzählen.
Als die Weissagung des Engels in Erfüllung gegangen war und Gott dem Zacharias und der Elisabeth wirklich einen Sohn geschenkt hatte, berieten die Anverwandten des frommen Ehepaars lange, wie das Kind heißen solle. Zuletzt wurden sie einig, dass es seinen Vatersnamen Zacharias haben müsse. Aber die Mutter sagt: nein, er soll Johannes heißen. Die Anverwandten machten Einsprache in der ganzen Freundschaft, sagten sie, ist ja kein Mensch, der also heißt, und winkten dem Vater, wie er ihn nennen solle. Zacharias aber war noch immer stumm. Er forderte ein Täfelein und schrieb: Johannes ist sein Name. Im nämlichen Augenblicke bekam er zur Verwunderung aller die Sprache wieder und pries mit lauter Stimme den Herrn und weissagte von dem Kinde: dass es ein Prophet des Höchsten heißen und vor dem Herrn hergehen werde, damit er seine Wege bereite.
Und siehe! alles dieses ging genau in Erfüllung. Der Knabe wuchs und ward stark im Geiste, und als er größer geworden war, begab er sich in die Wüste und blieb daselbst bis zur Zeit, wo er öffentlich auftreten sollte, wie es von ihm vorausgesagt war.
Während dieses geschah, begab es sich, dass ein Engel des Herrn dem Joseph im Traume erschien und ihm offenbarte, dass Maria auserwählt sei, Mutter des Sohnes Gottes zu werden, und dass er Maria zu sich nehmen und das Kind Jesus heißen solle.
Ehe jedoch der Messias geboren ward, erschien ein Befehl des Kaisers Augustus, dass alle Untertanen des Römischen Reiches sollen eingeschrieben werden. Jedermann müsse daher in die Stadt gehen, wo sein Geschlecht herstamme, um sich da zu melden.
Maria und Josef waren aus dem Geschlechte Davids, daher machten sie sich gehorsam nach den weltlichen Geboten auf den Weg und zogen nach Bethlehem, der Vaterstadt des Königs David.
Es war Abend, als sie dem Städtlein ankamen. Schon waren viele Fremde da, die sich wollten einschreiben lassen; alle Häuser waren überfüllt. Vergebens suchte Joseph für sich und Maria eine Herberge. Überall wurde er abgewiesen. – Bei den letzten Häusern des Städtleins fand er endlich eine Höhle, welche arme Hirten und ihren Herden zum zeitweisen Aufenthalte diente. In diesem Orte nahmen sie ihre Nachtherberge. – Hier kam nun das Christkindlein zur Welt. – Maria wickelte es in Windeln und legte es, weil sonst nirgends ein besseres Plätzlein war, in die Krippe.
Aber warum hat es denn nicht einmal ein Bettlein? fragte Klärchen. Darum, sagte die Mutter, dass die Menschen schon bei seiner Geburt sehen sollten, Arm und Reich gelten bei ihm gleich, und dass es nicht auf äußerliche Güter und Reichtümer ankomme, sondern auf Tugend und Heiligkeit.
Ganz richtig, fiel der Bruder Martin ein, nun wirst du auch hören, Wolfgang, wie den Hirten die Ankunft des Erlösers kund ward. – Die guten Leute hielten eben die Nachtwache bei ihren Herden, als Engel über ihnen erschienen und verkündigten: dass in dieser Nacht der Heiland geboren worden sei, in Bethlehem der Stadt Davids. Das Zeichen, woran sie dies erkennen würden, solle sein, dass sie ein Kind in Windeln eingewickelt in der Krippe liegend finden würden.
Nach diesem erschien neben dem Engeln die Menge der himmlischen Heerscharen, welche Gott lobten und sangen: – Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind.
Die Engelschöre verschwanden; die Hirten aber sagten zueinander: Kommt, wir wollen nach Bethlehem gehen und das Wunder sehen, welches uns die Engel verkündet haben. Und sie liefen eilends fort und fanden in ihrer Hütte die heilige Familie, Maria und Joseph, und in der Krippe das Christkindlein.
Ja, rief der kleine Wolfgang, auf die Darstellung an der Wand zeigend – da bringen die Hirten dem Christkindlein ihre Schäflein und Blumen vom Felde, dort auf dem Berge ist die Stadt Bethlehem und dahinten kommt der Mond –
Und die Englein oben singen das Gloria – nicht wahr, Mutter? fragte Klärchen. Ja, erwiderte diese; sehet, die Hirten haben dem heiligen Joseph und der heiligen Jungfrau Maria alles erzählt, was sie von den Engel gehört hatten, und Maria, die glückseligeste aller Mütter, war hocherfreut darüber und behielt alle Worte in ihrem Herzen.
Wie das Christkindlein so schön die Händchen ausstreckt! rief Wolfgang; -damit will es sagen, erklärte die Mutter, dass alle Kinder zu ihm kommen sollen – um so gut und fromm zu werden wie es selbst, und dass es allen Menschen hilfreich die Hand reichen wolle.
Zum Schlusse, sagte Bruder Martin, will ich euch noch ein schönes Weihnachtslied lernen, und sehen, wer es von euch am besten auswendig lernt und morgen, am heiligen Weihnachtsfeste, wenn ihr Alle wieder zu mir kommt, ohne Fehler hersagen kann:
Weihnachts-Liedchen von J.W. Kalliwoda, gespielt von Ursula Albert.
Gotthard hatte sich ein Blatt Papier erbeten, um das Liedlein aufzuschreiben. –
Lange verweilten Alle noch freudig und betend vor dem Kripplein; es war schon beinahe Mitternacht, als die gute Familie dankend und erfüllt von dem anmutigen Eindrücken des heiligen Abends auf den Heimweg sich begab.
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