Es herrscht Landtagswahlkampf, und in der Stadt hängt alles voller Plakate. Am Ortsausgang in Richtung Schwarzwald grüßt das BSW (gibt es das also auch noch in Baden-Württemberg – wie heißt es doch neuerdings?) in großer Aufmachung mit dem Slogan Lehrkraft statt Wehrkraft. Während es dann drüben in Wolterdingen an den Laternenmasten wieder überwiegend Politikerköpfe sind. Nicht anders in Hammereisenbach, wo ich ins Urachtal abzweige, um über die Kalte Herberge zum Thurner zu gelangen.
In Urach, gleich hinterm Sägewerk, haben sie aus einem ganz anderen Anlass plakatiert. Hier grüßt kein Wahlkämpfer, sondern es strahlt Eine vom Plakat, die die Republik kürzlich in einen wahren Freudentaumel versetzt hat: Skiclubkameradin Daniela Maier, die Goldmedaillengewinnerin. Mein Club, für den auch ich vor einem halben Jahrhundert noch Rennen bestritten habe und dem ich mich nach wie vor verbunden fühle, ist zu Recht stolz auf sie!
Lang genug haben wir uns doch vor der Glotze mit vierten Plätzen, mit Stürzen und Formschwächen unserer Athleten abzufinden gehabt, ehe Daniela uns endlich mit ihrem ebenso gewagten wie gekonnten Ritt erlöst hat. Und wie da Glückstränen geflossen sind – bei der Siegerin wie bei ihren im Bus angereisten Fans! Wann waren Schwarzwälder (im Publikum leicht erkennbar an roten Bollenhüten) zuletzt so aus dem Häuschen geraten wie an diesem 20. Februar in Livigno, und auch zuhause am Fernsehgerät war man überwältigt – selbst wenn einem der Sinn bis dahin nie nach Skicross, sondern eher nach nordischen Skisporterfolgen gestanden hatte. Ist der Schwarzwald auf internationaler Bühne je charmanter und sympathischer vertreten worden?
Talaufwärts wirken die Glücksgefühle weiter nach, auch wenn die Lifte, an denen die kleine Daniela einst ihre ersten Schwünge gelernt hatte, anscheinend schon länger außer Betrieb waren; nur noch ein paar schmutzige Schneereste erinnerten an den Schwarzwaldwinter. Drüben, jenseits des Hohlen Grabens, war noch weniger davon zu spüren, wo hier um diese Jahreszeit ja eigentlich das Eldorado von Langläufern und Skiwanderern zu erhoffen war: die Thurnerspur mitsamt dem Fernskiwanderweg.
Und als ob da die trüben nostalgischen Gedanken nicht schon ausgereicht hätten für ein Stimmungstief, wird der Blick neben der B 500 und gegen die Rheinebene hinunter nun urplötzlich auch noch von einem Großplakat eingefangen, als ob das Naturschutzgesetz Werbung in freier Landschaft, gar im Landschaftsschutzgebiet, nicht untersagen würde. Und die Aufschrift, unübersehbar in Großbuchstaben und bebildert mit einer zähnefletschenden Bestienschnauze neben einem zarten Lämmlein, lässt keinen Zweifel zu, worum hier geworben wird: Euer Wolf, unser Problem! Land- und Gastwirtschaft. Gemeinsam stark im Hochschwarzwald.
Ja holla, seit wann bedrohen Wölfe nicht mehr nur die Nutztierhaltung, sondern auch die Hochschwarzwälder Gastronomie? Wo die Umweltministerin im Nordschwarzwald doch kürzlich erst den „Wolfstourismus“ entdeckt und „aus Artenschutzgründen“ lebhaft beklagt hat: die Unart von Hundehaltern nämlich, sich mit ihren Lieblingen im Territorium des „Hornisgrinde-Wolfs“ in den Nationalpark aufzumachen, um so die Chancen auf eine Begegnung mit Isegrim und für ein Foto zu erhöhen. Was in der winterlichen „Ranzzeit“ der Wölfe, wie man fürchtet, in Ermangelung von artgerechten Partnern womöglich zu Hybriden, zu Kreuzungen mit Hündinnen führen könnte. Weshalb der zutrauliche Wolf nach der Entscheidung des Umweltministeriums von einem Spezialisten-Team bis spätestens zum 10. März dieses Jahres erlegt („entnommen“) werden soll, wie es der Mannheimer VGH nach der Beschwerde der Naturschutzinitiative e. V. bestätigt hat.
Vermögen Plakate je unterschiedlichere Gefühle und Assoziationen auszulösen, als jene zwischen Urach und Thurner? Hoffen wir, dass auch die Wahlplakate nächstens ihren Zweck nicht verfehlen.
Die Entscheidung des Umweltministeriums zur Tötung von GW2672m
Keine Sorge: wir befinden uns hier mitnichten in Minneapolis, wo derzeit maskierte und bewaffnete ICE-Trupps Jagd auf Einwanderer und unbescholtene Bürger machen. Der Auftrag zur „Entnahme“ des Wolfs GW2672m erging streng nach Recht und Gesetz: in einer insgesamt 21 (!) Seiten umfassenden Entscheidung des Stuttgarter Umweltministeriums über eine Ausnahmegenehmigung vom artenschutzrechtlichen Verbot des § 44 Abs. 1 Nr. 1 Bundesnaturschutzgesetz zum Nachstellen und Töten geschützter Tierarten. Ihr ist auch zu entnehmen, dass aus geschulten Spezialisten ein Entnahmeteam (dessen Namen im Text geschwärzt sind) zur Tötung bereitsteht. Sein Vorgehen, seine Bewaffnung (mit Nachtsichtgerät) und sein Einsatzgebiet sind minutiös festgelegt, selbst für den Fall, dass sich der Wolf listigerweise im Nationalpark zu verstecken versucht. Zusätzlich hat das Ministerium bei der höheren Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Freiburg Antrag auf Befreiung von den Verboten der Naturschutzgebietsverordnung gestellt, wozu sich die anerkannten Naturschutzverbände äußerst kurzfristig zu äußern hatten. Was, alles in allem, den Eindruck verstärkt, dass die Entscheidung zur Entnahme des als gefährlich eingestuften Wolfs als ein politisch hochbrisanter Fall einzuordnen ist.
Denn bei GW2672m handelt es sich um den auffällig gewordenen, in der Bevölkerung auf den Namen „Hornisgrinden-Wolf“ getauften Rüden, dem angelastet wird, dass er sich insbesondere während der winterlichen Ranzzeit in Ermangelung einer artgerechten Partnerin allzu oft Menschen mit Hündinnen genähert hat – und dies auf weniger als 30 Meter! Alle Versuche, ihn einzufangen, zu besendern und zu vergrämen (wie es das Wolfsmanagement des Landes in derlei Fällen vorsieht) seien erfolglos geblieben. „Auch aus Gründen des Artenschutzes“, so äußerte sich bedauernd die NABU-Artenschutzreferentin Alexandra Ickes, „gilt es zu verhindern, dass sich Wölfe mit Haushunden paaren und sogenannte Hybride bilden“, wozu auch ein zu befürchtender „Wolfstourismus“ beitrage. Die Entscheidung sei traurig, aber nachvollziehbar, meint auch der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle und ergänzt: „Umweltministerin Thekla Walker liegt meines Erachtens richtig, wenn sie jetzt handelt und nicht erst wartet, bis es doch zu einer brenzligen Situation kommt.“ Die Entnahme zeige auch, dass das Wolfsmanagement in Baden-Württemberg funktioniere und die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht überflüssig sei – ein Seitenhieb auf den seit Jahren schwelenden Zuständigkeitsstreit zwischen Umwelt- und Ernährungsministerium.
Der Umgang mit „Problemwildtieren“ gilt als besonders delikat, wie man spätestens seit dem Abschuss des im Sommer 2006 nach Bayern eingewanderten (vom bayerischen Umweltminister zunächst willkommen geheißenen) Bären Bruno weiß, nach dessen Ende die öffentliche Meinung plötzlich zu kippen drohte; „Problembär“ ist seitdem zum geflügelten Schimpfwort geworden. Nach welchen Kriterien wird man also wohl das nächste Mal einen „auffällig gewordenen“ Wolf zum „Problemwolf“ abstempeln und zum Abschuss freigeben? Wo es um Isegrims Image hierzulande doch seit den Gebrüdern Grimm, seit Rotkäppchen und den sieben Geißlein, ohnehin noch nie gut bestellt war? Ab wie vielen Nutztierrissen wird es um ihn geschehen sein? Wo anfangs doch auch die Rückkehr der Wölfe noch als Erfolg des europäischen Artenschutzes gefeiert wurde – als hoffnungsvolles Zeichen wider den weltweiten Artenschwund.
Zum Jahresbeginn war wieder mal ein Arzttermin angesagt, diesmal im VS-Zentralbereich knapp neben dem ausufernden Klinikkomplex. Mein letzter Besuch dort war mir freilich in unguter Erinnerung geblieben, nicht wegen des Befunds, sondern weil ich mich an der Kasse beim Bezahlen des Parkscheins peinlich schwergetan hatte, sodass mir ein erfahrenerer Gutmensch beispringen musste. Ich war also gewarnt und hatte zuhause reichlich Münzgeld eingesteckt!
Doch zu meiner Überraschung fehlte diesmal die Schranke samt Parkscheinautomat, und so rollte ich ohne Zwischenstopp in eine der wenigen noch freien Parklücken, um sodann guter Dinge zu den Praxen zu eilen, neben deren Eingang – oha! – noch immer die Kasse platziert war. Und auch diesmal hatte sich vor ihr ein Rückstau gebildet; wie nicht zu übersehen war, wechselten die Wartenden dabei ungeduldig von einem Bein aufs andere, denn das „Sturmtief Elli“, in den Morgennachrichten bereits angekündigt, war mit seinem Ausläufer eingetroffen, und es blies heftig um die Gebäudeecken. Doch weshalb bloß der Stau vor der Kassenbox, so staunte ich im Vorübereilen, wo es doch an der Einfahrt weder eine Schranke noch einen Parkscheinautomaten mehr gab?
Schon in der Praxis beim EKG auf dem Schragen liegend erkundigte ich mich bei der Arzthelferin, wie ich die Ansammlung vor der Kasse zu deuten hätte. Ach die Schranke, so klärte sie mich auf, die sei ja immer wieder mal mutwillig oder versehentlich umgefahren worden, weshalb die Parkplatzbetreibergesellschaft ihr Bezahlsystem umgestellt habe auf ein Neues mit Überwachungskamera. Und wehe dem, der nicht bezahle! Dann komme die Rechnung nachträglich per Post – und zwar eine gesalzene.
Wahrhaftig, der Stau vor der Kasse hatte sich noch immer nicht aufgelöst, als ich nach der Untersuchung noch recht frohgestimmt wieder ins Freie trat, derweil die Böen von „Sturmtief Elli“ offensichtlich an Stärke weiter zugelegt hatten. Auch diesmal waren es vorwiegend verunsicherte Alte, umstanden und beraten von Hilfswilligen beiderlei Geschlechts und meist technikaffineren Alters. Mit zittrigen Händen machte sich soeben Einer an der (wie heißt das doch gleich?) Touchscreen-Scheibe zu schaffen. Derweil ich mit langem Hals bemüht war, deren korrekte Bedienung vorneweg zu erspähen und zu kapieren. Eben bemühte sich mein Vordermann verzweifelt, mit seiner Bank-Card klar zu kommen – war da etwa die PIN-Nummer noch gefragt – und wie war die doch noch? Erst recht: wie gibt man die mit klammen Fingern ein?
Wie gut, dass ich mich zuhause mit Münzgeld eingedeckt hatte. Endlich war auch ich an der Reihe: Aha, es war das Autokennzeichen einzutippen, Buchstabe für Buchstabe – Bindestrich – Zahl für Zahl … und prompt musste ich mich vertippt haben! Hinter meinem Rücken wurde bereits geraunt, und von der Seite her will auch mir jemand behilflich sein. „WEITER“ befiehlt mir endlich die gläserne Scheibe, und ich werde (mit Symbolen) gefragt: mit Card oder mit Münzgeld? Klar, bei gerade mal 1,40 € nichts wie den Geldbeutel rausgekramt, doch – o Schreck – weder die Ein-, noch die Zweieuromünze will in den Schlitz passen, die letztere ist mir dann auch noch vor lauter Aufregung entglitten und davongerollt, um von einem hilfsbereiten Mitmenschen aufgelesen zu werden. Hatte man die Münzgeld-Zahlweise mittlerweile gestrichen? Unterdessen ist das Gemurmel hinter mir lauter und lauter geworden. Was bleibt da zu tun? Die Karte aus dem Geldbeutel genestelt und in mehreren Versuchen an der vorbezeichneten Stelle des Bildschirms eingelegt! Doch auch jetzt streikt das System – offenbar mag es mich einfach nicht.
Schließlich resigniere und entschuldige ich mich bei den Nachgerückten, suche frustriert meinen Wagen, steige ein und starte – Hauptsache, der kardiologische Befund hat keinen Anlass gegeben, mir Sorgen zu machen. Spätestens an der Kasse wäre womöglich ja doch ein Herzflimmern zu befürchten gewesen, gar ein Infarkt vor lauter Stress. An der Ausfahrt grüßt von hoch oben die Kamera auf ihrem Mast.
Noch immer nicht ist zuhause die schriftliche Zahlungsaufforderung eingetroffen. Immerhin war zwischenzeitlich zu erfahren, dass mit dem Jahreswechsel auch meine Bank-Card hätte ausgewechselt werden müssen.
Freudentränen – wann sind sie dir bloß das letzte Mal über die Backen gelaufen? Oder sind womöglich die Zeiten nicht mehr danach? Mehr als mir lieb und recht ist verbrachte ich die Tage vor der Glotze im vergangenen so absonderlichen Winter. Denn mal hatte es zuviel, dann wieder zu wenig, noch dazu mit Saharastaub eingepuderten Schnee für meine skisportlichen Außenaktivitäten, von den Corona-Einschränkungen ganz zu schweigen. Wintersportübertragungen müssen da allzu oft als Ersatzbefriedigung herhalten, zumal wenn die jeweilige Veranstaltung an Wettkampforten stattfindet, an denen man als Langläufer auch selbst einst schon um sportlichen Lorbeer gekämpft hat oder wo man doch zumindest als Tourist schon zugange war, egal ob auf der slowenischen Pokljuka, in Lillehammer, in den Dolomiten oder in Oberstdorf.
Start in Schonach in der Morgendämmerung
Was nicht heißen soll, dass ich bei meiner nordischen Präferenz alpine Rennen gänzlich verschmähe. Wo es doch auch da bisweilen dramatisch, ja sogar hochemotional zugeht: So wie letztmals in der ARD, als aus Cortina das erste Männerrennen der alpinen Skiweltmeisterschaften, der Super-G, übertragen wurde. Und dies nach mehrmaligen Verlegungen und Programmänderungen, mal wegen zuviel Schneefall (neuerdings neckisch als „Flockdown“ abmoderiert), mal wegen einer plötzlich auftretenden Nebelbank im oberen Streckenteil, dem so gefürchteten Tofana-Schuss. Als fachkundiger, kritischer und dabei durchaus lockerer Co-Kommentator war Ex-Slalomkünstler Felix Neureuther aufgeboten, der die Linienführung der neu in den Berg gefrästen Piste nach den ersten Startern und deren spektakulären Ausfällen als gar zu selektiv, ja geradezu als allzu riskante Zumutung für die Rennläufer einstufte. Milder wurde sein Urteil erst, als die absoluten Spitzenkönner an der Reihe waren, die Cracks aus Österreich, der Schweiz und Frankreich, die mit ihren artistischen Einlagen, mit viel Courage und optimaler Materialabstimmung den heiklen Parcours dennoch irgendwie meisterten.
In pure Euphorie schlug die Stimmung im Studio um, als mit Romed Baumann, der erste deutsche Starter unterwegs war, der dank fabelhafter Linienwahl und makelloser Fahrweise die bisherige Bestzeit um die Winzigkeit von 0,07 Sekunden verfehlte. Schon kurz nach Zielsprung und Ziellinienpassage im Höchsttempo, noch bevor er vollends abgeschwungen hatte, brüllte er sein Glück und seine Erleichterung schon lauthals mit einem gutturalen Jawollll! heraus. War er doch – noch als Tiroler – vor wenigen Jahren aus dem österreichischem Nationalkader ausgemustert worden. Verheiratet mit einer Deutschen, hatte er flugs die Nationalität gewechselt und im Team des deutschen Skiverbands wieder fußgefasst. Was ihm da und dort wohl als Fahnenflucht ausgelegt worden war, gar einen Shitstorm entfacht hatte. Nun also reüssierte er im deutschen Rennanzug mit diesem überraschenden Erfolg: mit der WM-Silbermedaille! Kein Wunder, dass er vor laufender Kamera ein paar Tränen verdrücken musste. Auch Co-Kommentator Neureuther hatte feuchte Augen vor Rührung und Begeisterung bekommen. Wo sonst noch außer im Sport, so seine Schlussbemerkung, dürfen die Emotionen noch derart durchgehen mit unsereinem!
Der Autor
Im heimischen Fernsehsessel war eben dies der Moment, in dem sich mir die Frage aufdrängte: Wann zuletzt sind eigentlich auch bei mir am helllichten Tag die Freudentränen geflossen? Gewiss, im abgedunkelten Konzertsaal konnte einen plötzlich schon mal ein kurzer Lustschmerz übermannen, im langsamen Satz eines Schubert-Klaviertrios etwa, auch im Adagio eines Mozart-Klavierkonzerts, insgeheim und aus purer Ergriffenheit auch mal im Kino. Zugegeben: Damals, noch als Student, habe ich nachts am Radio aus Anlass von John F. Kennedys Ermordung unter den Klängen der Brahms´schen Symphonie Nr. 4 in e-Moll Rotz und Wasser geheult, und wann immer sie mir seitdem zu Ohren kommt, pflegt es mich wieder ein bisschen zu würgen. Aber Freudentränen, und die auch noch beim Sport – wann mögen die zuletzt geflossen sein?
Doch tatsächlich, da taucht aus dem Nebel des Langzeitgedächtnisses urplötzlich wieder ein Erinnerungsfetzen auf, noch dazu gespickt mit erstaunlichen Details: Knackig kalter Pulverschnee im Winter anno 1978 beim allerersten Rucksacklauf über die einhundert Kilometer auf dem Fernskiwanderweg von Schonach nach Multen am Belchen! Nach einer kräftezehrenden Schinderei quer durch den mittleren und südlichen Schwarzwald, mit Überquerung des Brends, der Fern- und der Weißtannenhöhe, des Grüblesattels auf dem Höchsten, mit Passieren des Notschreis, dann des Trubelsmattkopfs, schließlich nach ratternder Abfahrt zum Wiedener Eck hinunter ein letzter, nimmer enden wollender Anstieg zur Hohtann hinauf. Worauf nach Kilometer 95 endlich, endlich die finale Schlussabfahrt auf die erschöpften Läufer wartet hinab in Richtung Ziel. Und genau da, nach einem allerletzten kurzen Gegenanstieg durch Nadelwald geschieht es: Plötzlich taucht rechts unterhalb der Laufstrecke das Multenwirtshaus auf, winkt das Ziel, höre ich schon den Sprecher am Mikrofon – jetzt bitte nur ein sturzfreier Rechtsschwung noch und ich werde es geschafft haben! Und exakt da ist es offenbar um meine Fassung geschehen: Es schießen mir gänzlich unverhofft Tränen in die Augen, Tränen des Glücks und des Stolzes über die erbrachte Leistung – dazu aber auch schon im Vollbewusstsein einer gelungenen Premiere!
Rucksackläufer nach 100 km im Ziel
Ja doch, wir befinden uns da noch in der Pionierzeit der Siebzigerjahre, als der Skilanglauf erstmals als Volkssport boomte und allenthalben Loipen, Langlaufzentren samt Volksskiläufen entstanden. Und so war ich denn auch in doppelter Mission gefordert an diesem Februartag, als Teilnehmer wie als Veranstalter: Letzteres als Vorsitzender der den Rucksacklauf ausrichtenden Arbeitsgemeinschaft Skiwanderwege Schwarzwald e. V., die 1974 auf Anregung des Schwarzwaldvereins gegründet worden war, um den Wildwuchs der Loipenmarkierungen zu steuern und mit dem Fernskiwanderweg eine wintertouristische Alternative zu bieten zu den oft schon überfüllten Rundloipen. In der Nacht vor dem Lauf hatte ich kaum ein Auge zugetan bei all den auf einer hundert Kilometer langen winterlichen Wettkampfstrecke lauernden Risiken und Unwägbarkeiten. Dann endlich, nach der Anreise in aller Herrgottsfrühe, nach dem Skiwachsen und der Rucksackkontrolle, um 7.00 Uhr mit dem Glockenschlag der Schonacher Kirchturmuhr, der Massenstart in die Morgendämmerung hinaus. Doch jetzt, am fortgeschrittenen Nachmittag unterm Belchengipfel und in Sichtweite des Ziels war im Rausch der Glückshormone mit einem Mal auch der lang aufgestaute Druck von mir gewichen.
Wie sich schon bei der Premiere zeigte, war gottlob niemand von der Strecke abgekommen oder gar aus Erschöpfung liegen geblieben: Insgesamt 80 Läufer hatten damals das Ziel erreicht, die letzten kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Sieger und Gewinner des Wäldercups 1978 war der vierzigjährige Goldjörgle Thoma aus Hinterzarten mit sattem Vorsprung vor dem Zweitplazierten, dem Verfasser. Der Olympiasieger von Squaw Valley sollte in der Folge noch etliche Male gewinnen; bis heute hält er mit 5.51 Stunden die Streckenrekordzeit, erlaufen bei blitzschnellem Harsch und schneebedingt leicht modifizierter Streckenführung.
Jörgle Thoma, der Olympiasieger, unterwegs.
Soviel Nostalgie im Fernsehsessel muss erlaubt sein in diesem Krisenwinter 2021, wo doch schon die nächsten Übertragungen warteten. Der gefeierte Zweitplazierte des Super-G-Rennens, der Freudentränen vergießende Romed Baumann, war erneut am Start, diesmal in der Königsdisziplin der Speedfahrer, in der Abfahrt, wo Freud und Leid anscheinend noch enger zusammenrücken: Beim Abschwingen nach dem Überqueren der Ziellinie im Höchsttempo stürzte er, schoss unter der Bande hindurch und zog sich Schnittwunden im Gesicht sowie eine Gehirnerschütterung zu. Ob er auch diesmal wieder Tränen vergossen hat, ob aus Wut oder Schmerz, blieb ausgeblendet. Zweitplazierter und Silbermedaillengewinner wurde indes sein deutscher Teamkollege: Um eine einzige Hundertstelsekunde ist er am Weltmeistertitel vorbei geschrammt. Feuchte Augen zeigte auch er im nachfolgenden Interview. Freute er sich über die Silbermedaille oder haderte er mit sich über den so knapp verpassten Sieg? Als cool und glücklich – doch erstaunlich tränenlos – sollte sich im Zielraum-Interview einzig die überraschende Zweitplazierte im Abfahrtsrennen der Damen erweisen, auch sie Mitglied des deutschen Teams. Nicht einmal mehr auf die Klischees scheint noch Verlass zu sein beim Sport. Erst bei der so unerwarteten Goldmedaille für das Mixed Team beim Obersdorfer WM-Springen passte wieder alles zusammen: Es heulten alle Vier vor Glück!
Zu Weihnachten 1961, sechs Jahre nach Gründung der Bundeswehr, schenkte ich meinem Vater eine Sammlung selbstgefertigter Karikaturen, die aus dem Alltag bei den Mittenwalder Gebirgsjägern stammten. Dorthin war ich – wunschgemäß – eingezogen worden, nachdem mir die Musterungskommission gleich nach dem Abitur die Wehrdiensttauglichkeit bescheinigt hatte. „Mit allem schuldigen Respekt“, so vermerkte ich in der „Gebrauchsanleitung“ meiner Blätter, wolle ich damit meinem (als Weltkriegsveteran vorbelasteten) Vater vermitteln, „dass sich auch zu Zeiten der Überschalljäger und Superbomben hie und da Situationen ergeben, die Vätern und Großvätern aus deren eigener Praxis wohlvertraut erscheinen werden.“ Will heißen: Wehrdienst, gleich welcher Art und in welcher Bedrohungslage, hat nicht nur düstere Seiten – zumal bei der Gebirgstruppe.
„San mir die solzn Alpenjager“ (aus einem Marschlied der Gebirgstruppe)
Daran wurde ich am 6. Dezember 2025, dem Nikolaustag, erinnert, als im Berliner Reichstag das neue Wehrdienstgesetz beschlossen wurde; begleitet wurde dieser heikle gesetzgeberische Akt allenthalben von Demos zahlloser Jugendlicher, die sich darüber entrüstet zeigten, dass ausgerechnet sie, die Betroffenen, nicht gefragt worden seien. Für Deutschland erschossen zu werden, so las man es auf Transparenten und Plakaten, nein danke!
Doch ab 2026 haben 18jährige Jugendliche (die männlichen obligatorisch, die weiblichen freiwillig) nun also einen Fragebogen aus dem Verteidigungsministerium auszufüllen, der Auskunft geben soll über den Fitnesszustand der Befragten, vor allem über deren Bereitschaft zu dienen. Sollte sich die benötigte Zahl an Soldaten nach dem Freiwilligkeitsprinzip nicht realisieren lassen, so soll die im Jahr 2011 ausgesetzte Wehrpflicht für Männer wieder in Kraft gesetzt werden; für die Frauen wird es hierzu erst noch einer Grundgesetzänderung bedürfen, wie sie unter den gegenwärtigen parlamentarischen Kräfteverhältnissen freilich nahezu ausgeschlossen ist.
Flugabwehr bei der Gebirgstruppe
Wann jemals ist Wehrpflicht so schonend, ja, so weichgespült wiedereingeführt worden? Und wann war Mitteleuropa, wann die Bundesrepublik stärker bedroht als seit dem Einfall Putins in die Ukraine? Damals, in den 1960er bis in die 1990er Jahre war es „nur“ der Kalte Krieg mit seinem atomaren Säbelrasseln beidseits des Eisernen Vorhangs; was dazu geführt hat, dass Keiner danach gefragt wurde, ob er denn gewillt ist, als „Bürger in Uniform“ seiner Wehrpflicht nachzukommen. Verweigerer hatten immerhin die Möglichkeit, Ersatzdienst zu leisten.
Seit vier Jahren tobt unterdessen ein heißer Krieg – keine zwei Flugstunden von uns entfernt. Und es finden auch hier täglich hybride Attacken mit Aufklärungsdrohnen statt, derweil Moskau obendrein mit seinem Atomraketenarsenal droht. All dies bei zunehmender Durchlöcherung des Nato-Schutzschirms durch einen exzentrischen US-Präsidenten. Wie soll da mal nicht von „Zeitenwende“, nicht von „Verteidigungsfähigkeit“, von „Kriegstüchtigkeit“ die Rede sein?
Anno 1961, zu Zeiten des Verteidigungsministers Franz-Josef Strauß selig, glaubte ich meinem Vater noch versichern zu müssen: „Sollte sich bei aller Einfalt und Skurrilität meiner Zeichnungen versehentlich ein makabrer Unterton eingemischt haben, so sind – angesichts der leider viel weniger komischen Weltlage – Ähnlichkeiten mit wirklichen Begebenheiten oder gar mit lebenden Personen rein zufälliger Natur!“
Ob sich unsere Gesellschaft soweit entstauben lassen wird, dass sie von Moskau und Washington als verteidigungsfähig, von Putin als unangreifbar wahrgenommen wird?
Stubendurchgang des UvDs (des Unteroffiziers vom Dienst)
Doch wollen wir nicht von des Feldbergs Höhe scheiden, ohne den Wunsch auszusprechen, es möge in aller Zukunft hier oben der alte behagliche und herzliche Ton herrschen bleiben, auf dass nicht eines Tages ein Abschreckungsbädecker nötig falle. (Prof. Dr. Ludwig Neumann: Der Schwarzwald in Wort und Bild. Stuttgart, 1897)
Mit dem Bädecker hatten sie es nie so arg im Schwarzwald, sehr viel angesagter waren die Führer von Seydlitz, Bayer und Schnars, die über viele Jahrzehnte und in ungezählten Auflagen zu Schwarzwaldtouren einluden, nicht zuletzt rund um den Feldberg. Von den Viehhütten einmal abgesehen, die nur halbjährig genutzt und bewohnt worden sind und in denen der Wanderer notfalls Unterschlupf fand, begann die eigentliche Besiedlung und die touristische Nutzung des Feldbergs erst ums Jahr 1864: Eine Menzenschwander Aktiengesellschaft, zu der sich einige Bürger zusammengetan hatten, eröffnete etwas oberhalb ihrer Viehhütte in geschützter Muldenlage östlich des Seebucks eines der ersten Berggasthäuser des Schwarzwalds, den Feldbergerhof. An dessen Standort lässt ein Neuer Wegweiser durch den Schwarzwald von Dr. G. v. Seydlitz aus dem Jahr 1870 allerdings noch kein gutes Haar: „Dieser neue Gasthof liegt in einer muldenartigen Hochebene, ohne Aussicht, ohne hübsche Umgebung, [ist] offenbar ganz verfehlt angelegt.“ Doch werde er Jedermann zur Stärkung angenehm sein und biete allen wünschenswerte Bequemlichkeit zur Nacht, die auf dem Berg bleiben wollen. Der Durstige finde Bier allerdings nur ausnahmsweise, wenn an schönen Sonntagen viel Besuch aus den umliegenden Tälern erwartet werde „und die Hirten und Knechte hier zahlreich verkehren.“ Bei der Anlage des Hauses sei sogar eine Molken- und Luftkuranstalt beabsichtigt gewesen. Wanderführer durften damals anscheinend auch noch kritisch sein, ohne gleich wegen Geschäftsschädigung verklagt zu werden.
Werbung anno 1865
Der freundliche Feldberger Hof sei „ein kleines Häuschen, das zunächst dem bescheidenen Zuspruch reichlich gerecht wurde“. So wohlwollend beschreibt indessen 1897 in einem opulenten Goldschnitt-Prachtband Der Schwarzwald in Wort und Bild Prof. Dr. Ludwig Neumann das Gasthaus, im Ehrenamt Präsident des 1864 in Freiburg gegründeten Badischen Vereins von Gastwirten und Industriellen, der alsbald in Schwarzwaldverein umbenannt worden war.
Doch schon damals scheinen den Autor leise Zweifel beschlichen zu haben, ob der touristische Aufschwung nicht eines Tages einen „Abschreckungsbädecker“ erforderlich mache, um der Verrummelung des Bergs vorzubeugen. Neumanns Schreckbild war der aufdringliche „Salonschwarzwälder“, der es womöglich bald nicht mehr erlauben werde, „das Dasein auf der herrlichen Höhe auch weiterhin einfachen und anspruchslosen Menschen sympathisch zu erhalten“. Mit der Eröffnung der Höllentalbahn 1887 sei im Feldberger Hof die Besucherzahl derart sprunghaft angewachsen, „dass an Sonn- und Feiertagen oft 300 Gäste und mehr gleichzeitig hier weilen; die alte Stube wurde zu klein, das Gastzimmer mit den Hebelbildern bekam den großen neuen Speisesaal als Anbau … das Haus ist zu einer großen, umfangreichen Anlage geworden gleich einem stattlichen Herrschaftshof.“ Soweit Ludwig Neumann ausgangs des Jahrhunderts.
Feldberger Hof 1897
(Foto: Netzfund)
Stattlich, herrschaftlich…kein Wunder, wo der Feldberger Hof ja doch, „wie die weiten Waldungen auf der Ostseite des Berges Eigentum des Fürsten von Fürstenberg“ sei, wie Wilhelm Jensen, der holsteinische Reiseschriftsteller, 1901 in seinem kaum minder opulenten und reich bebilderten Werk Der Schwarzwald mutmaßt. Es sei ein großräumiger Gasthof, „in dem auch der zahlreichste Besuch ziemlich sicher, sei es in eigenen Zimmern, sei es in hergerichteten Betten am Boden rechnen darf“. Sicherheitshalber solle man sich telefonisch anmelden. Übrigens erstrecke sich seine Gastlichkeit neuerdings bis zum „Höchsten“, wo von dem rührigen, aber „höchst zuvorkommenden Wirt“ neben dem Luisenturm ein Rasthaus errichtet worden sei. Eine nicht geringe Rolle spiele bei der Befriedigung der Wünsche und Bedürfnisse der Gäste „die erquickliche Beschaffung trocknen Fußzeugs, im Notfall auch Kleidungsstücke für trübselig durchnässte Ankömmlinge, deren Zahl auch im besten Sommer keine unbedeutende ist.“
Erst in Schnars Schwarzwaldführer (dessen Erstauflage wohl 1878 gedruckt wurde) ist in der 16. Auflage von 1908 zum Stichwort Feldberger Hof auch vom Winter die Rede: „Schneeschuhlaufen wird hier als Sport getrieben.“ In seiner 22. verbesserten und erweiterten Ausgabe aus dem Jahr 1922 bekommt die Wintersaison im Feldberger Hof einen noch höheren Stellenwert: „Großartiger Neubau mit allen Erfordernissen eines modernen Gashofes, 200 Zimmer mit über 300 Betten. Schönstes Feld für Skiläufer (Wettläufe im Februar, Skiclub Schwarzwald).“ Und in seiner 25. verbesserten Auflage von 1928 wird daraus ein „gernbesuchtes Familienhotel“ mit Touristenunterkunft, und es wird noch mehr hervorgehoben: „Erster deutscher Wintersportplatz: schönstes Feld für Skiläufer (Wettläufe im Februar, Skiclub Schwarzwald):“
Umso erstaunlicher ist es, dass die beiden prominenten Autoren Neumann und Jensen in ihren Bänden über den Schwarzwald zum Winterbetrieb noch kein Wort verloren haben. Dabei hatten im Feldberger Hof doch bereits seit den 1890er Jahren die Wintertouristen Einzug gehalten und sogleich für einen rasanten Aufschwung der Wintersaison gesorgt, wie es im Gästebuch des Hauses die Einträge der namhaftesten Pioniere der deutschen Skisportentwicklung dokumentieren. Den Boom ausgelöst haben in Todtnau die Berichte über Fridtjof Nansens Grönlanddurchquerung auf Skiern im Winter 1888; sie hatten den hiesigen Arzt Dr. Tholus dazu animiert, sich ein Paar Ski aus Norwegen schicken zu lassen. Die Erstbesteigung des Feldbergs per Ski erfolgte prompt im Winter 1890/91: Kurioserweise zeitgleich von Todtnau aus vom Rheinländer Fritz Breuer zusammen mit einem einheimischen Begleiter sowie von Titisee aus vom französischen Diplomaten Dr. Pilet in Begleitung eines baltischen Grafen. Beide Partien trafen zum großen wechselseitigen Erstaunen im Feldberger Hof zusammen, ehe sie dann gemeinsam zum Gipfelsturm ansetzten. Noch im nämlichen Jahr gründete Breuer im Todtnauer Ochsen den ersten Skiclub Deutschlands, der bekanntlich Nansen die Ehrenmitgliedschaft antrug, dessen Dankschreiben (v. 5. Januar 1892) seither unstrittig das Gründungsjahr 1891 belegt.
Schon 1892 verfasste der umtriebige Todtnauer Skiclubvorsitzende Fritz Breuer seine „Anleitung zum Schneeschuhlaufen“, auch organisierte er im Feldberger Hof eine erste „Weltausstellung von Schneeschuhrequisiten“. Die Mitgliederzahl wuchs so rasch an, dass man sich schon 1895 dazu entschloss, einen Verband mit Ortsgruppen, den Skiclub Schwarzwald (nachmals Skiverband Schwarzwald) zu gründen. Noch vor der Jahrhundertwende wurden erste Wettkämpfe, im Winter 1897/98 sogar bereits die ersten Damenskirennen ausgetragen. Im Jahr 1900 fand die erste Deutsche Meisterschaft im Dauerlauf statt mit Start am Belchen und Zieltransparent am Feldberger Hof, gewonnen von einem norwegischen Studenten. Drei Winter später sollte diese strapaziöse Veranstaltung sogar bereits als „Erster Internationaler Dauerlauf um die Meisterschaft in Deutschland“ durchgeführt werden.
Die Begeisterung für die Nordländer und ihre Skilaufkunst war so immens, dass man von Norwegen damals nicht nur Ski, Ausrüstung und Trainer importierte, sondern zu wintersportlichen Zwecken sogar Rentiere. Die Tiere waren von 1898 bis 1901 im Feldberger Hof stationiert unter der Obhut der Wirtsleute, der skienthusiastischen Karl und Fanny Mayer. Auf der Speisekarte standen nun plötzlich auch Telemarker Bauernsuppe, Grönländer Wal mit Thrantunke, Rentierwürste und Multebeeren. Für die überaus gastfreundliche Umsorgung der Wintergäste sollte Fanny Mayer alsbald den Ehrennamen „Feldbergmutter“ erhalten.
Feldberger Hof 1904 – 1936
Nichts von alledem erwähnen Ludwig Neumann und Wilhelm Jensen, die beiden Autoren, in ihren Standardwerken: Noch kein Wort zum so jäh aufblühenden Wintertourismus! Fast sieht es so aus, als ob ihnen die geradezu atemberaubende Entwicklung vom traditionellen Sommergeschäft zum Ganzjahresbetrieb, gar zum Wintersportrummel, nicht ganz geheuer erschienen wäre. Schon 1904, nicht lange nach dem Erscheinen der beiden prächtigen Schwarzwaldbände, war aus dem heimeligen Berggasthaus ein neues großes Hotelgebäude geworden.
Was vom älteren Teil des Hauses erhalten geblieben war, ist 1936 inklusive Hebelstube und Bismarcksaal abgerissen worden und einem noch größeren Neubau gewichen, jetzt nicht mehr mit Walm- sondern mit Flachdach, geräumig genug, um darin auch Großveranstaltungen ausrichten zu können. So wie anno 1939 die 75-Jahr-Feier des Schwarzwaldvereins. Doch auch damit nicht genug der Innovation: In den 1970er Jahren musste auch dieser Bau dem heutigen Hotelkomplex Feldberger Hof weichen, dem Sporthotel mit 700 Appartements und 300 Hotelbetten, dazu Restaurants für jeden Anspruch, Tiefgarage, Ladenpassage und Badelandschaft mit Saunen und Solarien.
Skibetrieb am Feldberger Hof 1975
Parallel zur Verwandlung des Feldberger Hofs veränderte sich auch dessen Umgebung. Im Wald gleich hinterm Hotelkomplex, wo Wilhelm Jensen noch einen „prachtvollen, urwaldartigen Tannenforst“ beschreibt, wurden für die kleinen Gäste Rutschen und Schaukeln, für die größeren der Kletterwald-Feldberg (Kletter- und Abenteuerspaß für Groß & Klein) angelegt sowie (als bei weitem attraktivste Zugnummer) der Wichtelpfad durch den Auerhuhnwald. Wo der Pfad den Wald verlässt, befindet sich ein offensichtlich dem Zerfall überlassenes Skiläuferdenkmal, das den gefallenen Skiläufern des Ersten Weltkriegs gewidmet ist. Höchstwahrscheinlich ist es um 1920 auf Initiative des Skipioniers, Lawinenforschers und Karlsruher Geographie-Professors Wilhelm Paulcke entstanden, der mit seinen Skikameraden im Winter regelmäßiger Gast im Feldberger Hof war und auf dem Köpfle nebenan auch schon paramilitärische Jägerrennen und Skipatrouillen-Wettkämpfe veranstaltet hatte, bevor er in die Türkei entsandt wurde, um auch dort Skitruppen auszubilden.
Feldberger Hof mit Haus der Natur
Kaum weniger gründlich als die Waldseite wird der im Sommer beweidete Hang zum Bismarckdenkmal-gekrönten Seebuck hinauf für den Skibetrieb hergerichtet. Denn die seit den ersten Anfängen sich hier austobenden, erst Telemark- und Kristiania-, dann Parallelschwünge der Arlbergschule übenden Skiläufer benötigen seit den Wirtschaftswunderjahren Lifte – und spätestens seit der Jahrtausendwende auch mehr und mehr Schneekanonen. Erfunden hatte den Schlepplift bereits im Jahr 1908 ein Schwarzwälder Gastwirt, Schneckenwirt Robert Winterhalder aus Schollach; der wollte mit seiner patentierten Erfindung natürlich nicht nur seine Hausgäste, sondern auch die Feldberger beglücken. In seinem Nachlass finden sich neben technischen Zeichnungen und Rentabilitätsberechnungen auch die Lagepläne zweier Schlepplifte für den Seebuck: Der eine war eben dort geplant, wo 1950 der bis heute (mit jährlich bis zu einer halben Million verkauften Liftkärtchen) bestfrequentierte Sessellift des Schwarzwalds errichtet wurde; der andere sollte im nahen Wald an der Max-Egon-Schanze die Skispringer wieder zum Anlauf hinauf befördern, das Nonplusultra moderner Skisprungstadien. Doch die Feldberger lehnten sein Angebot ab – mit der wahrhaft zeitlosen Begründung, es werde die Landschaft zu sehr verschandelt.
Seit die Skiläufer massenhaft in Pkws anrücken, hatte sich die Parkproblematik rund um den Feldberger Hof dramatisch zugespitzt, weshalb 2015 am Hangfuß, ein Steinwurf vom Hotel entfernt, für 15 Millionen Euro ein gigantisches Parkhaus mit 1200 Stellplätzen, errichtet wurde; um die Kritik der Naturschützer zu entschärfen und das Landschaftsbild zu schonen, erhielt es ein Satteldach „in alpenländischem Stil“ und wurde komplett mit Holz verkleidet. Der winterlichen Parkplatznot wurde dennoch kaum abgeholfen: Was vermisst wird, ist ein Verkehrskonzept mit obligatorischem Shuttle-Betrieb – was freilich auch in Zeiten eines galoppierenden Klimawandels noch immer kaum durchzusetzen sein dürfte.
Kaum Entspannung der Parkmisere auf dem Berg
Weil der Feldberg seit 1937 mit dem ältesten und mit 42 km2 dem größten Naturschutzgebiet des Landes aufwarten kann, wurde dem Hotelkomplex aus Beton und Glas noch vor der Jahrtausendwende ein Haus der Natur in modernster Tonnenform und Holzbauweise zur Seite gestellt. Mit seinen Ausstellungs- und Seminarräumen zu Naturschutzthemen ist es zugleich Sitz des Naturschutzzentrums Südschwarzwald und des Naturparks. Doch auch für deren Raumbedarf sieht man sich bereits genötigt, das Haus durch Anbau oder Abriss und Neubau massiv zu vergrößern.
Mitten im Hitzesommer 2022 überraschte der Bürgermeister der Gemeinde Feldberg, zu welcher die Besiedlung mit vielerlei weiteren Hotels und Ferienhäusern unterdessen herangewachsen ist, mit neuerlichen Ausbauplänen: „Wir wollen unser Skigebiet für die Zukunft fit machen“, erläuterte er den Medien. Hierzu soll das Speicherbecken für die Kunstschneeproduktion vergrößert werden, und eine Ganzjahres-Kabinenbahn soll auf den Seebuck hinauf führen, denn die bis fünfsitzigen Sessellifte scheinen an ihre Belastungsgrenzen zu stoßen.
Dass der Massentourismus am Feldberg eine Kehrseite hat, ist jedenfalls keine neue Erkenntnis, wo doch bereits die frühen Tourismuspioniere von Albträumen heimgesucht worden sind. So braucht es wohl nicht einmal mehr den von Ludwig Neumann erwogenen „Abschreckungsbädecker“. In den Monatsblättern seines Schwarzwaldvereins vom Oktober 1912 findet sich im Beitrag eines H. Flamm „Aus der Geschichte des Feldbergs“ die wohl düsterste Prophezeiung: …es scheint dem herrlichen Berg noch eine Epoche seiner Erschließung bevorzustehen. Der Bau von Millionenhotels wird ernstlich erwogen, und die „Elektrische“ soll nicht nur, was zu billigen wäre, an den Berg heran, sondern hinauf auf seine Höhen führen. Ein leidiger Schluss einer unentweihten Vergangenheit.
Oder sollte H. Flamm mit seiner „Elektrischen“ womöglich die E-Motorisierung vorausgeahnt haben? Es läuft sich derzeit nicht nur das Klima warm, auch die Klima- und Umweltschützer stehen in den Starlöchern.
Es liegt unter Normalbedingungen in Form des zweiatomigen Moleküls F2 gasförmig vor und ist das reaktivste aller Elemente. (Fluor – Wikipedia)
Wann immer ich vom Element Fluor und seinen brisanten Verbindungen lese, werde ich an meinen Start als Villinger Forstamtsleiter erinnert. Damals, im Sommer 1980 und noch in den Tagen der Amtsübernahme, besuchte ich gemeinsam mit meinem in den Ruhestand verabschiedeten Vorgänger das Tuninger Blähtonwerk, genauer: den unmittelbar daran angrenzenden Haldenwald. Denn dort waren ihm in den zurückliegenden Wochen kupferrot benadelte Tannen aufgefallen. Die Aufklärung dieses Phänomens wollte er mir doch ganz besonders noch ans Herz gelegt haben. Weshalb ich in der Folge zwei forstpathologische Gutachten einholte, die beide zum nämlichen Ergebnis kamen: Es handele sich eindeutig um Nahimmissionsschäden, verursacht durch Fluor, wie es beim extremen Erhitzen von Opalinuston zur Herstellung der als Dämmstoff verwendeten Blähtonkügelchen entweicht.
Die Liapor-Werksleitung reagierte erstaunlich rasch, wo doch in jenen Jahren das Thema Waldsterben zu rumoren begann; und „der Druck der Straße“ sollte alsbald dafür sorgen, dass der Automobilindustrie der Katalysator aufgenötigt und bundesweit eine neue Großfeuerungsanlagenverordnung durchgesetzt wurde. Im Blähtonwerk wurde nun eine Entschwefelungsanlage installiert, und die Beheizung des Drehrohrofens erfolgte fortan mit Abgas aus der Tuninger Kreismülldeponie. Womit es offenbar auch gelang, die Fluor-Emissionen zu verringern und die Schädigung der Tannen rundum zu stoppen – eine umweltpolitische Erfolgsgeschichte.
Das Element Fluor geriet dennoch nicht aus den Schlagzeilen. Denn nun rückte, in weit größerem Ausmaß, eine andere Bedrohung in den Blickpunkt der Öffentlichkeit: das Schwinden der Ozonschicht in der Stratosphäre durch langlebige chlor- und bromhaltige Verbindungen wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW). Um diesem dramatischen Vorgang entgegenzuwirken, wurde im Jahr 1987 das Montrealer Protokoll unterzeichnet, das danach in Europa durch verschiedene Verordnungen auch umgesetzt wurde. FCKW in den Kühlschränken war fortan jedenfalls tabu. Und o Wunder! – am 16. September 2025 konnte per Tagesschau endlich wieder einmal eine Erfolgsmeldung in den globalen Umweltschutzbemühungen verkündet werden: Das Ozonloch, durch welches mehr hautschädliche UV-Strahlung auf die Erde gelangt, war geschrumpft; es sei inzwischen „so klein wie lange nicht mehr“!
Das Liapor-Unternehmen im Tuninger Wald hatte bereits im Frühjahr 2012 sein Blähtonwerk schließen müssen, begründet schon damals mit rasant gestiegenen Energiepreisen. Auch habe in der Bau-Branche die Mehrschichtbauweise dem Blähton als Dämmstoff den Rang abgelaufen, sodass der Absatz der Kügelchen eingebrochen war. Seither rostet das Werk nun still vor sich hin – als hätten Bau- und die Betriebsgenehmigung in den 1960er Jahren nicht auch schon den Abriss des Werks und die Rekultivierung nach Stilllegung und Beendigung des Tonabbaus vorgesehen haben müssen.
2012 stillgelegtes und vor sich hin rostendes Liaporwerk im Tuninger Wald
Eine Zeitlang hoffte die Gemeinde, dass das riesige Areal einschließlich der Tonabbaufläche Standort einer Justizvollzugsanstalt werden könnte, doch die Gefängnisidee zerschlug sich bald wieder. Inzwischen ist eine Recyclinganlage im Gespräch – doch ob die dann die rostige Ruine wohl vollends abräumen wird?
Die Probleme mit dem chemischen Element Fluor scheinen unterdessen mächtig eskaliert zu sein: Neuerdings bereitet insbesondere das extrem klimaschädlichen Gas Schwefelhexafluorid (SF6) die größten Sorgen: Ein einziges Kilogramm davon, so stellt es DER SPIEGEL in seiner jüngsten Ausgabe (vom 5.12.2025 unter der Überschrift Wolke von Bad Wimpfen) dar, heize die Atmosphäre im Verlauf von 100 Jahren ungefähr so stark auf wie 24 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2). Seit Jahren schon war die Bad Wimpfener Chemiefabrik Solvay in der Kritik, weil sie allzu viel der so gefährlichen „Ewigkeitschemikalie“ Trifluoressigsäure in den Neckar einleitete. Zugleich entströmten Unmengen eines Gases, das zu den klimaschädlichsten Stoffen gehört, die die Menschheit jemals hergestellt hat. Das grüngeführte Umweltministerium wisse davon, unternehme aber offenbar wenig. SF6 werde seit Jahrzehnten weltweit in technischen Schaltanlagen verwendet, etwa in Windkraftanlagen oder bei der Produktion von Mikrochips für Computer. Früher sei das Gas sogar bei der Herstellung von Schallschutzfenstern und von Polstern für Sportschuhe eingesetzt worden.
Kein Wunder, dass das Umweltministerium nun plötzlich doch, wie die Tagespresse vom 10.12.2025 berichtet, eine drastische Reduzierung des Gasausstoßes verlangt und sofortigen Vollzug angeordnet hat – wogegen das Werk freilich bereits Klage einreichte.
Wehe dem also, was bei der Produktion von Pflanzenschutzmitteln, aber etwa auch beim Recyceln alter Joggingschuhe, von Schallschutzfenstern wie von abbruchreifen Windrädern alles in die Atmosphäre gelangen kann! Ob sich das im Tuninger Haldenwald von der Gemeinde so herbeigesehnte Recyclingunternehmen wohl auch schon mit der SPIEGEL-Botschaft vertraut gemacht hat? Die Waldstandorte auf Opalinuston gelten als besonders wüchsig und ertragreich; überdies speichert der Wald hier reichlicher CO2 (geschätzte 10 Tonnen pro Jahr und Hektar) als anderwärts. Doch was taugt das noch als Argument in Nachbarschaft eines Recyclingunternehmens, in dessen Betrieb womöglich ein Treibhausgas entweicht, das 24.000 mal klimaschädlicher ist als CO2? Fluor – was für ein Teufelszeug bei all seinem industriellen Nutzen!
Ende eines Sommers Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume! >Günther Eich; 1954/55; Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1973, 1991
Diesmal hat das Kuratorium Baum des Jahres eine weise Wahl getroffen: Als ob die jüngste Weltklimakonferenz nicht eine Zitterpartie gewesen wäre! Angesichts des so deprimierenden Anstiegs der Erderwärmung, mutmaßlich bereits über die 1,5°C-Grenze hinaus aufgrund der weiter ansteigenden CO2-Emissionen bei zugleich nachlassenden politischen und gesellschaftlichen Bemühungen zu deren Eindämmung, herrscht ein Zittern und Zagen vor dem nächsten Extremereignis: Wann immer es dann eintritt, zittern die Menschen vor Angst wie Espenlaub. Die Zitterpappel (Populus tremula L.), auch Espe oder Aspe genannt, und das Zittern ihrer langgestielten Blättchen schon beim leichtesten Luftzug ist so charakteristisch für diese Baumart, dass der Volksmund ihr Laub gleichsetzt mit unserem Verhalten in Angstsituationen.
Und auch sonst passt diese Baumart perfekt in unsere krisengeschüttelte Zeit: Sie ist mit ihrem weitfliegenden Samen (neben Birken, Ebereschen und Salweiden) unsere wichtigste „Pionierbaumart“, wie geschaffen zur Reparatur von Schadflächen in den gestressten, von Trocknis, Brand und Borkenkäfern geschädigten Wäldern. Wobei ihr die weite „eurosibirische“ Verbreitung zustattenkommt, passend von den Auewäldern über die kollinen und montanen Zonen hinweg bis in alpine Höhen hinauf. Weil Wälder hierzulande zuallermeist intensiv bewirtschaftet werden, trifft man den Baum des Jahres 2026 am ehesten noch an verhagerten und untersonnten Waldrändern an oder auf lichten, felsigen oder moorigen Extensivstandorten sowie in Flurgehölzen. Pionierbaumarten dienen dem Ökosystem als Nährstoffpumpen wie als Schutzschirm über spätfrost- und hitzegefährdeten Jungpflanzen der nachfolgenden Waldgesellschaft. Espenlaub vermodert nicht nur rasch zu Humus, es ernährt auch eine Vielzahl von Schmetterlingsarten. Zwar wird der Baum nicht sonderlich alt und mächtig, doch ist sein weiches Holz besonders beliebt bei Buntspechten, die sich hier leichter tun beim Anlegen ihrer Bruthöhlen. Sehr zu Recht weist die Schirmherrin für den Baum des Jahres 2026, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Silvia Breher, darauf hin, dass die Zitterpappel eine wahre Anpassungskünstlerin und Allrounderin unter unseren heimischen Baumarten ist und „eine unverzichtbare Helferin bei der Wiederbewaldung“. Sie stehe für Vielfalt, Lebenskraft und Erneuerung.
Schon nach den verheerenden Orkanschäden gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde im Staatswald Baden-Württembergs daher per Ministerialerlass die Devise ausgegeben: jetzt nur keine überstürzten Pflanzaktionen auf den entstandenen Kahlflächen! Vielmehr sollten die Selbstheilungskräfte des Waldes genutzt werden – im Klartext: Es soll abgewartet werden, bis sich die raschwüchsigen Pioniere als Helfer in der Not von allein eingefunden und ausgebreitet haben.
Neben ihrer ökologischen Rolle tritt in Mitteleuropa die Verwendung von Zitterpappelholz längst in den Hintergrund, so leicht es durch seine geringe Dichte und seine Weichheit auch zu bearbeiten sein mag. Wie alle Pappelhölzer hat es eine geringe Witterungsbeständigkeit und ist überdies anfällig für Schädlinge, sodass es allenfalls in der Papier- und Zellstoffproduktion gefragt ist. Doch in größeren, wirtschaftlich relevanten Kontingenten ist Zitterpappelholz hierzulande ohnehin nicht zu haben. Auch für die Herstellung von Zündhölzern oder Zahnstochern taugen eher hybride (aus Züchtungen mit Ausländersorten hervorgegangene) Wirtschaftspappeln. Und die Zeiten, als die Schneflerzunft aus Pappelholz noch Holzpantoffeln fertigte, sind längst vorbei.
Was für die Bevölkerung aber in neblig-trüben Herbst- wie in Krisenzeiten kaum weniger zählt als der bloße Nutzwert, ist die ästhetisch überaus reizvolle, gar tröstlich empfundene Herbstverfärbung: vorwiegend in leuchtendem Gelb, mitunter jedoch auch in flammendem Rotorange. Im laublosen Winterzustand erscheinen Zitterpappeln dann silbrigweiß und unterscheiden sich damit noch immer deutlich von allen sonstigen Baumkronen.
Ein Trost spendender Baum: passt der etwa nicht perfekt in unsere Gegenwart?
Verglühender Herbst: Zitterpappeln am Kirnbergsee
Nach dem Laubabwurf: Zitterpappeln am Rand der Jungviehweide
Wir verwenden Cookies, um unsere Website und unseren Service zu optimieren.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.