Was uns das Mädchen auf dem Koffer erzählt

Beitrag vom 2. April 2022

Die Geschichte lehrt uns, dass wir aus der Geschichte nichts lernen
so ein Historiker

Gerade gehen die Skiflugweltmeiserschaften im norwegischen Vikersund zu Ende. Vor 8 Jahren waren wir bei diesem großen Weltsportereignis dort zu Gast. An vier Tagen sind wir von unserem Hotel aus zur größten Schanze der Welt morgens und abends an der Insel Ütöya vorbeigefahren. Jedes Mal war die Stimmung einige Minute sehr bedrückt. Man wird daran erinnert, dass einer der größten Psychopaten der moderneren europäischen Geschichte über 70 Jugendliche wahllos, gnadenlos und sehr gezielt ermordet hat. Im freiheitsliebenden, stolzen, eigentlich fremdenfreundlichen Norwegen eine unauslöschliches Nationaltrauma. Dennoch waren es zunächst unbeschwerte, eindrückliche Tage bei herrlichstem Winterwetter. Geradezu mystische Besuche der schönsten Stabkirchen im Hochwinter im Hallingdaal, ganz alleine ohne die sonst üblichen Besucherströme, machten die Sport- und Kulturreise zum schönsten Norwegenerlebnis. Jeden Morgen und Abend gingen wir ziemlich gedankenlos an einer anmutigen, aber auch eine seltsame Traurigkeit verströmende Bronzeskulptur vor dem Hoteleingang vorbei. Spätestens seit Munch und Herbjörg Wasmo weiss man, dass Norweger auch zur Melancholie neigen. „Das Mädchen ist halt traurig, weil sie nach schönen Ferientagen wieder abreisen muss“. So unsere oberflächlichen Gedanken zu dem anmutigen, anrührenden „Denkmal“.

Was uns das Mädchen auf dem Koffer sagen kann

Auch wir wurden bei unserer Abreise, beim Abschied, von dieser Traurigkeit erfasst. Die Hotelchefin gab uns zum freundlichen Abschied, sichtlich etwas unsicher, noch eine Broschüre über die Geschichte des altehrwürdigen Hauses mit. Eine historisch bedeutende Traditions- Relaisstation an der wichtigen Fjellroute Bergen- Finse- Hardangervidda- Hönefoss- Oslo war diese Herberge. Soviel haben wir anhand der nostalgischen Ausstattung und den traditionellen, norwegischen Gemälden bereits mitbekommen.

Im Nachhinein waren wir froh, dass wir diese Broschüre erst bei der Abreise erhielten. Sonst wären die anregenden Tage stark eingetrübt gewesen. Abgesehen von der Bedrückung durch das täglich vergegenwärtigte National- Trauma, was diese Insel Ütöya jeweils auslöste.
Erst nachdem wir mit der Fähre den vereisten, Winterzauber- Oslofjord nochmals mit allen Sinnen genossen haben und auf dem offenen Meer waren, kamen wir abrupt in der Wirklichkeit an.

In der mitgebrachten Hotel- Broschüre war nachzulesen, dass unser gastfreundliches, gediegenes Hotel befristet eine unsägliche Last aus der Vergangenheit trug. Hatte uns deshalb die kluge Hauswirtin die Broschüre erst bei der Abreise überreicht, um uns Deutschen den Aufenthalt und unsere wundervollen Erlebnisse nicht zu trüben?

Abreisende Frau mit dem Habseligkeitskoffer und dem Kummer

Die Nazi Besatzer und die Norwegischen Quisling- Nazis haben dieses große idyllische Haus requiriert und ein „Erholungsheim“ für Wehrmachtsoldaten darin eingerichtet. Aus ganz Südnorwegen wurden blonde, arische, gesunde, norwegische Mädchen zwangseinquartiert, um die Soldaten zu bespaßen und zu unterhalten. Es war also ein Puff. Mehr noch: Es war auch ein Mütter- und Kinderheim des NS- Mütterborns. Die so gezeugten, besser gesagt die gezüchteten Kinder, wurden den Müttern nach spätestens 1-2 Jahren weggenommen und nach Großdeutschland in Mütterborn- Kinderheime verlegt; also gefühlskalt entführt. Schätzungsweise 7 000 norwegisch-deutsche. „arische“ Kinder kamen so zur Blutauffrischung heim ins Reich. Von fast 14 000 norwegischen Frauen weiß man, dass sie so missbraucht und aufs schändlichste gedemütigt wurden. Zum Dank für ihr Leid wurden sie bei Kriegsende meist von den empörten Landsleuten kahlgeschoren und dem Hohn und dem Hass der Bevölkerung ausgesetzt. Dass sie nackt durch die Strassen getrieben wurden, wie ihre holländischen Leidensgenossinnen, blieb ihnen in Norwegen erspart. Eine persönlich bekannte Zeitzeugin wanderte, nach dem ihr die Haare wieder gewachsen waren, ins Land ihrer Peiniger aus. So wie die meisten der anderen gedemütigten norwegischen Frauen. Auch um der Brandmarkung in der Heimat zu entkommen, aber hauptsächlich, um nach ihren Kindern zu suchen. Dabei half manchmal die pedantische, recherchierbare Buchhaltung der Nazis. Oder die jungen Frauen zogen weg in weit entfernte andere Regionen des Landes, weil in der Heimatregion die anhaltenden Demütigungen und Erniedrigungen nicht auszuhalten waren.

Vielleicht versteht man jetzt die bedrückende, erschütternde Symbolkraft des „Mädchens auf dem Koffer“

bei der Abreise und dem meist endgültigen Abschied von der leiblichen Mutter. Die wenigsten Mädchen konnten mit ihren Müttern wieder zusammengeführt werden.

Warum man das gerade jetzt doch mal erzählen sollte?

Frauen, Mädchen und Kinder saßen mit dem gleichen Gesichtsausdruck und der geknickten Haltung am Tisch beim Begrüßungs- und Freundschaftskaffee für die geflohenen Ukrainerinnen in Sumpfohren am 8.3.2022 bei der gütigen Familie Schöndienst.
In zuverlässigen Presseinfos wird derzeit berichtet, dass kriminelle Zuhälter traumatisierte, hilflose Flüchtlingsfrauen an Bahnhöfen mit sicherem Blick, zweifelhaftem Charme und €uroschein- fächernd anheuern und verführen wollen. Auch das ist ein hässlicher Teil des Putin Krieges neben den berüchtigten Kadirov- Tschedschenen Söldnern.

Denn nach oder bei jedem militärischem Krieg findet ein geheimnisumwitterter, unausgesprochener, unsäglicher Krieg statt. Ein Testosteron gesteuerter Nebenkriegsschauplatz. Das war so in der Steinzeit, bei den Wikingern, den Römern, bei der blonden Baaremerin Bisulla, den besagten Norwegerinnen, den Kosovarinnen, unlängst bei den Jessidinnen und das kann, wenn wir keinen Schutz gewähren und aufpassen, auch beim Ukraine Krieg so sein. Auch vor unserer Haustür.

Von der Weltöffentlichkeit und den Friedensengeln wird dieser Subkrieg selten angemahnt und meist schamhaft verschwiegen, übersehen und ignoriert.

Und deshalb mahnt uns das „Mädchen mit dem Koffer“.

Grossmutters Geschichten

So ischs mol gsii als Eschinger Schuelmaidli

Denkt man mit Hilfe von Erinnerungen, , von Anregungen über die Vergangenheit, über die früheren Epochen nach, so hat das etwas von einer poetischen Neuschöpfung dieser Zeit und von der Gedankenwelt aus dieser Zeit

Jan McGregor , Kurator Humbold Forum

Bronzeskulptur mit spielenden Kindern
Narvik Stadtpark
„So ischs mol gsii als Eschinger Schuelmaidli“ von Klärle und Hubert Mauz, gelesen von Maria Simon

Ich wett nomol e Schuelmaildi sii
Zopfet, e Röckli und Kniestrümpf aazieh
Am Obet no a de Schelle schelle
D Liit dätes no bim Bier verzelle

Kinnt uhni zahle is Strandbad schlupfe
I de Kniebank vor mir die bleed Kuhe aastupfe
Vor de Grusige Elis dätet mer sich verstecke
Und des Schimpfwort riefe: „Du krumme Stecke“

De Rot Hans voll Wunderfitz aagucke
De Liit us em Fenschter uff de Ribel spucke
Des wet i wieder mol mache, jezt glii

Ich wett halt wiedermol e Schuelmaidli sii
Ich wett wiederrmol e Schuelmaidli sii
Im Nuu wäret d Turnschläppli hii
Fangedis und Versteckis mache
De ganz Tag johle und endlos lache

Für zeh Pfennig e Woch lang Kinder hiete
Am Samstig gi Biichte gau nochem Liite
En Film aagucke der nit jugendfrei
De Glyckher aaliege ob mer vierzehni sei

Treuherzig sage, des heb es glii
Ich wet halt wiedermol e frech Schuelmaildi sii

Us de Apethek miesst mer ebber „I-Bi– Dumm“ holle
Min Brueder tät mer denno s Fidle vesolle
Unterm Pavillion kinnt mer Schlittschuhe fahre
Und uff de Gregori gau, achtzg Pfennig verspare

No wärmer riich, mir soviell Geld
S` gäb acht NAPPO (Bäredreck), des hommer uuszellt
Au könnt mer tagelang Zehnereis schlotze
Und Karusell fahre bis mer kotze

Umsunscht gäbs no de Gregori Wecke
A de Amaliehitte kinnt mer Gutseli schlecke
A de Fasnet wärm er de Narresoome
Uff em Märt dät mer helfe de Motter bim krome

Mit de Glicker spiele unterm Schuelhof Fenschter
Und Zucker stehle us em Kochi- Kenschter
Am Scharfe Eck vu de Sunne warte
Und wenn oner kunnt z Loed graduus starte

Onre Kopf vorus in Buch inni renne
Mit weng Glick dät die dich nit kenne
Die dät sich glii beim Lehrer beklage
No dät ich und s Kamerädle sage:
Nei, nei des sind mir nit gsii
Ich wett hal nomol e Schuelmaidli sii

I de Brigach kinnt mer Staudämmli mache
Und barfiessig dappe i die gröschte Lache
Im Wasserstrahl norenne vum Spritzewage
Wa dät au do de Vatter sage ?

De Muetter weget Lumpe koe Ruh meh lau
Denno mit em Handwägeli zum Rothmund gau
Dä gäbs defür fünf Luftballoon
Oder am Gummischnürli en kitschige Clon

A d’Dunnequell kinnt mer gau
De läschtig Schuelranze inni hänke lau
De Rahme Egon dät denno johle
Der dreht sowieso allvort en Hohle

D’Storzebäbe wo Schere schlieft
Duet fierchtig gosche wenn dere mer rieft
De Rahne Gickel, de Napoleon bigoscht
De Reiser Hans froge wa sie Kappe koscht

D Signora Ferri got zum Ferii ferri
Und bringt im Patrone d Spagetti ferri
Und all die Manne und Wieber do
Mir dätet s Fuxe nit bliebe loo

Es wär zwar wiescht, aber so isch es gsii
Und trotzdem wet i wiedermol e Schuelmaidli sii
Vor em Parkvogel gattig s Fahrrad verstecke
Und im Park mit de Funzel Päärli verschrecke

Au backe, sell liess ich halt doch sii
Weil au ich e verliebt Schuelmaidli wet sii
Und trotzdem wet i uff Bäm uffiklettere
Und i d Brigach obe abi lättere

Wenn Soldätli danzet in Zeppelin spicke
Is Stadion renne wenn d FC- ler kicke
Und troome und denke wemer nuu älter wär
Erwachse sii fallt bestimmt villmol schwer

Wie war doch die Kindheit en Sunneschii
Und drum wet i wiedermol e Schuelmaildi sii
Au de Jugend- Früehling, wie war der schee
Ich Alti wet vu dem no vill, vill meh

Nach einem papierenen Speicherfund,
Autor unbekannt (verm. s Klärle Mauz?),
nachgedichtet im März 2026 von Hubert Mauz

Vu de Raunächt, de Losdäg und Omas versteckt Heidetum

Winterliche Brauchtumsgschicht

Losdäg gelesen von Maria Simon

E anders, eher eweng uuchrischtlichs Brauchtum, lauft zwische de Johr uff de Boor und im Wälderwald no i winzigkleine, kum wohrnembare Restrelikt ab. De Kult vu de Raunächt oder de Lostäg. Begnet ischer mir nu no bi de Oma Paula. Freya war eren zweite Name und des hät scho eweng ebbis heidnischs a sich. D Freya ghert zu dene Göttinne die zemet mit ihrem Göttergatte Wotan a de ewige Tafelrunde ufem Bergfried Asgaard alldag usgibig feschtet. Dert word s` Wetter idoelt und verkartet. Natierli word zwische de Johr de Plan ver die näschte Monde uusdenkt. Die versoffe, verlotteret und verkumme Bande striitet natierli gherig und jeder wills besser wisse. I dere Ziit schicket sie au ihr Wildes Heer dorch d` Lüft zum d` Liit verschrecke und willfährig halte. Natierli au dorch de Schwarzwald und die rau Boor.


Am Heilige Obet, eweng hoamlich und verduckt, hät d`Oma Paula zwölf Zwiebel- Hälftene zuegschnitte. Die hät sie uff de Stubbefenschterbank i Reih und Glied gleit und i jede Zwibelmulde e Schechli Salz gstreut. Jetzt hät die akkurat usgrechtet Reihe nähmert meh aalange oder verrucke derfe. Jede Dag hät sie die Schäleli aaguckt und uf en Rodel uffgschriebe, ob und wie viel Wasser des Salz i dere Zwibelmulde zoge hät und ob sogar e kleine Lache i de Zwiebelhälfti war. Je noch Zuestand vu dene Schäleli, jedes hät on Monet vum kummende Johr abzoachnet und dargstellt, hät sie gwisst, wie s` Wetter im kummende Johr word. Ob im Heibet mit Soachwetter zum rechne wär, ob s` Öhmt guet und wohlriechend reesch word, d` Herdepfel ufem Feld halb verfuulet usi ghacket were mond oder ob sie bim Rieswelle mache im Herbscht all Dag de Regeschobbe bruucht und ob mer im November scho Schnee schoore muess. Natierli hät ver sie nu der Wetterkalender golte und bim beschte Wille hät sie kon Fehler i dem Bruuch enddecke kinne. Des Orakle hät besser battet wie de Hundertjährig Kalender us em Lahrer Hinkende Bote. Losdäg waret des also, die 12 Däg zwischem Heilige Obet und Drei König die des Los vum kummende Johr entschiede hond. En zweite Bruuch hät sie hählinge am Morge vum erschte Weihnachtfiertig, no bevor sie is chrischtlich, weihnachtlich Hochamt gange isch, zelebriert.

Ufem Hoamweag vum Amt häts se vu dere Verrichtung am Morge dene andere Hochamtswieber natierli nint verzellt. Sunscht wär sie uusglachet und versecklet wore wege ihrem altbachene Bruuch und Glaube a so Fürz. Am Festdagsesse isch dodevu au nint verzellt wore. De onzig Hiwies war der breselig und rauchig Guu der im Huuswese glege isch. D` Biebli hond zwar gfroget wa des fer Zwibelschnitz uf em Fenschterbank wäret. Aber do war sie eher eweng verstockt und verdruckt. Wemer no nochem Kaffe d` Äsche i dem gußiisene Holzliim-Pfännli mit dene 3 Fiess ufem Bord i de Kochi entdeckt hät, hät mer gwisst: Hit hond Raunächt aagfange. Eigentlich hoasset sie Rauchnächt. I dene Nächt wered ebe d` Hieser, de Stall, d` Schier, de Schopf, d` Schlofkammere und d` Stubbe usgräucheret. Räuchere isch en uralte, oefache und wirkungsvolle Haltbarkeitsvorgang. Bim Speck, au bim Pfohremer Boschespeck, merkt mers am allerbeschte. Also isch mer mit eme Kächeli oder eme Pfännli i des usem Kachelofe e weng Holzkohle gfillt war, dorch die ganze Räum aadächtig und ernst gange und hät debei so mystische quinkili- quankili – Sprich bruddlet. Und so hät mers s` Huus und s` ganz Huuswese uusgräucheret. Vu Böse Geischter, Uugziffer, schlechte Gedanke, Hexereie und Boshaftigkeite befreit. Des mit dem Räuchere kamer i allne Religione beobachte, sogar ebe i de heidnische, keltische – germanische- druidische Ritual. I dem Leimpfännle sind no wohlriechende, reinigende Kräuter usem Garte wie Holunder, Reckholder- Juniperuswädel saut mer z Aamedshofe, Pfefferminz und vor allem de reesch gweiht Palmewedel vu de Krieterbuscheleweihe verkloschteret wore. Mit dem qualmende Rauchgschirr wo d`Oma no e Rietere druff dau hät, dass jo koa Glut de Heistock azindet, isch sie hählinge dorch s` Huus zoge und hät ebe uusgräucheret.


Zu dene Losdag und de Rauhnächt hond die phantsievolle Volkskundler immer wieder mol ebbis Netts dezuedichtet, vu wege dass mer a dene Täg koe Wäsch wäsche sot, d` Träum uff bhaalte sot, also nit verzelle sot, e Münz in Brunne lege und vieli andere Gschechtle, halt netti Märli dezue gfummlet. Des poesievollscht devu isch aber doch der mit em Stall. I de erschte Raunacht, des isch die Heilig Nacht, soll neamert de Stall betrete und dä ummemuuse und loschore. Weil i dere Nacht, und nu i dere Nacht, s` Vieh mitenand schwätze kennt und des au dät. Natierli hät do scho mancher wunderfitzig Buur des uugschribbe Naturgsetz nit iighalte und doch heimlich gloset und gschächt und denno mitkriegt wie s` Vieh über ihn , den grobe Buurekerli, goschet und gschnorret hät. Und jähzornig wie mancher Buur ebe au war, hät er den vorluute Ochs mit de Goassle gschlage und verdescht. Do hond sich aber die geduldige, gütige, alldag selli freigebige, milchspendende, jetzt aber so gedemütigte, hintergangene Kühe mol grausam grächt und de Buur gnadelos i de Raufe verdruckt. Sit des im ganze Gai verzellt wore isch hond sie Ruhe, die Kühe i dere Nacht, und kennet usschweifend und theatralisch die ganz Nacht zogate. Falls des nit wohr isch, isches zmindscht pfundig und unterhaltsam erfunde.

Wenn a Dreikönig de Bsuech vu dere Königs- Karawane im kleine, krumme Schwarzwaldhiesli bi de Oma Paula aagstande isch und sie andachtsvoll d` Sprichli und Liedli vu de Heilige Dreikönig i de niedere Stubbe aagloset hät, de Chrischtbomm nomol aazunde hät und de Melchior am niedere Huusderekriezstock die drei Segensbuechstabe ännikriedet hät, denno hät sie den Weihrauchfasskönig no aaschwattiert und in Stall gfiehrt. Dä wo vor paar Johr no e Wälderkiehli und e struppige Goass gstande isch, hät er no kräftig Weihrauchkörnle scherre messe und s Fass schwaie messe. Genauso i de Schier. Wenn jetzt no de christlich, de gweiht Weihrauch – Guu im ganze Huus und im Buuretoal glege isch, no hät gar nint meh krumm laufe kenne. Deno hät sie selig und knitz grinset und in de Zueversicht uf e guets Johr no en wiitere Batz i d` Schatulle vum Kollektesammler König gleit.

De Bruuch mit em Sternsinge verhebt immer no, wa mer selli guet gfallt. De zweit isch jetzt noch Johrtausende im Zug vu de Wetterbericht, em minütliche Wetterradar, Meteoblue, Wolkesimulatione im Internet tatsächlich und endgültig am ussterbe. Wenn er au nimme glebt word. Verzelle sot mers trotzdem no und so kenne mers amend no e paar Generationen i de Köpf und ufem Papier und digital uf de Feschtplatte im Hieronymus bewahre und besinnlich, aaregend den alte Bruuch id Erinnerung zruckruefe.

On Sproch us dem Raunacht Brauchtum verhebbt i de Familie immer no und hoesst übrigens so:
A Maria Lichtmess (2. Februar eme wiitere Lostag) isch Tag Ess, des hoasst dass mer dä scho wieder im Helle uhni Kerzeliechter am Obet vespere ka. S` isch bald scho wieder so wiet.

Jo so wars , des Buebeglick z` Eschinge, z Gräninge , z Wulterdinge und s `nächstmol verzell ich eich die Gschecht vum Kriezwehkriez im Bregtal.

Neue Bilder von Hans Lang von Hüfingen

Diese fantastischen Bilder von Hans Lang sind in Hüfingen aufgetaucht. Vielen Dank an Alfred Riegger!

Es würde uns interessieren wo das Original ist. Vielleicht weiß wer was?
Dieses Bild wurde dem ehemaligen Hauptamtsleiter, Karl Hahn, zum Abschied geschenkt.

Das etwas andere Lebensbild des lebenslustigen Künstlers Hans Lang

gelesen von Richard Ketterer im März 2024

Eine Vita als Leporello

Nicht nur Gassen sind etwas Unverlierbares, auch Menschen, Personen, und Originalitäten.

De Lange Hans us de Wassersrooss z Eschinge

Auf den Gedanken einen Bauingenieur und Mundartler übers Leben und Wirken vom Hans Lang reden zu lassen, das kann nur der Lange Christel und Rolf Karl einfallen. Darum schwenk auch diesmal kein Kunsthistoriker oder Kunstkritiker das Weihrauchfass zu Ehren eines städtischen Universaltalentes. Dieses Leben, diese Vita, diese Hommage soll man nach dem Willen der Nachfahren, und sicher nach seiner eigenen Gedankenwelt, möglichst unterhaltsam und skizzenhaft aus dem episodischen und narrativen Gedächtnis eines jungen, heranwachsenden Eschingers erzählt werden. So sind sie halt die Langs, die Maiers us de Unterstadt, us de Wasserstroos.

Fast jeden Morgen ist mein Vater zum Bahnhof auf den Zug gegangen. Bei „Theodor Maier- Kolonialwaren“, bei den frühaufstehenden „Maier Wiebern“, Gretel und beim Tantele Bertel Maier, hat er seinen 6-er Pack Burgerstumpen als Tagesration geordert. Der Hans hat den beiden Frauen ziemlich lustlos die Regale mit den schweren Waren aufgefüllt und den Freiluftmarktstand vor dem Laden aufgebaut. Schnell hat er sich dann verdrückt um auf Motivjagt zu gehen. Während der erste Bürgerstumpen schon geglüht hat, haben sich die beiden kurz die neuesten Witze und die neuesten Stadtgeschichten, Skandälchen und Missgeschicke erzählt und zusammen einen gepafft. Vater den dicken Bügerstumpen und Hans ein Pfeifchen oder eine Gitan oder eine Troup aus dem Economat oder dem Casino. Neben fürchterlichen traumatischen Erlebnissen brachten unsere Väter auch eine schwere Sucht nach Hause. Die glühende Sehnsucht nach Zuhause wurde nämlich in der Soldatenzeit auch mit der glühenden Nikotinsucht der härtesten Sorte bekämpft. Machorka, Reval, Troup. „Bahndamm dritter Schnitt“ hießen diese Stengel- und Strunktabake im Militärjargon und sie forderten nach dem Krieg als Spätfolgen nochmals viele Opfer.

Haus Maier, zerstört 20.April 1945

Wiederaufbau Wasserstr. 1

Im Kopf vom Hans rumorte schon das nächtliche Traummotiv: Stadtkirche vom Brigachufer am Schützen, monochrome, in Kohle. Also ab mit Staffelei, Kohlestiftholzkästchen und Zeichenkarton ans Brigachufer vor der Falkenpost. Kaum war der Dreibock aufgestellt und der Karton eingespannt, schauten ihm schon die lustlose daherschlurfenden Schüler, die entrückten Frauen von der Frühmesse und die am frühen Morgen schon schlappen Bürokraten von der FF-Kammer über die Schulter. In deren ledernen, speckigen Aktentäschen ein Butterbrot, eine Thermosflasche Zichorien- Kaffee Pnache mit viel Cognac und den obligaten Ärmelschonern,: „Hans, wa hät der hit Naacht wieder troomt, wa wit hit mole?“. „Ha waisch, de böhmisch Stadtkirchearchitekt Kanka hät vorfern bestimmt als erschtes e Kohlestiftzeichnung gmacht vu de böhmische Barockkirch uff em Donauquellebuckel. Genau dem sin uusdenkte Iifall vu dämols für die Barockkirch uff dem Kalkfelsebuckel über de Dunnequell, dem will ich nochschmecke, nochmuuse. Aber nit wie ichs als Technische Zeichner glehrt han, mit Reißschiene und Tusche, sondern mit Kohlestift, so wie ebe dämols de Kanka“. Dieses Bild, dieses Sujet, war eines der besten und erfolgreichsten von Hans Langs Bildern.


Und schon steigt in seinem Kopfkino ein Karikaturen Bild auf und wird im prallgefüllten Kopfzettelkasten abgelegt: Ein dürrer oder vielleicht fülliger Kammerbürokrat mit Nickelbrille, Zigarre, Ärmelschoner, Tintenfeder und Tintenfass an einem barocken Stehpult mit englischem Banker- Schreibpultlämple.


In „Brusel“ (Bruchsal) ist Hans Lang aufgewachsen und hat unter sachkundiger Anleitung seines Decomaler-Vaters und Restaurators mit Bleistift und allen verfügbaren Papierresten ständig skizziert. Von 1934 bis 1947 war auch er, so wie viele jungen Deutschen, im doppelten Sinne gefangen vom bedrückenden und erdrückenden Nationalsozialismus. Das war die Zeit des düsteren Monochromismus in seinem Leben und in seinem Malen. Mit Bleistift und Papier hat er in den Kriegsjahren und Gefangenenjahren Hunger, Not, Erschöpfung, Düsternis aber auch Freundschaft trefflich und einfühlsam gezeichnet. Schwarz-Weiss nicht nur wegen seiner Gemütslage, sondern auch in Ermangelung von Malfarben, Leinwand und Utensilien.

Als aber nach 1947 Hoffnung aufkeimte, kamen wieder sanfte, zaghafte Aquarellfarbe zwischen die Flächen seiner grauen Linien. Bis in die Fünfziger herrschte dennoch die Monochromie vor. Sicher auch Ausdruck der Traumata die allen unseren Vätern innewohnte. Das düstere Bild des zerbombten Haus von „Theodor Maier- Kolonialwaren“ war finaler Höhepunkt der düsteren Bedrücktheit. Selbst das „Mathisle“ Porträt in Öl von 1963 hat noch diesen dunklen Taint.

Und genau an diesem Bild kommt die einfühlsame, rücksichtsvolle Skizzen- und Portraitmeisterschaft ganz deutlich zum Ausdruck. „S Mathisle“ war mehr als ein Eschinger Original. Er war der Hofnarr, der lustige August, der verkommene, muffelnde, ungepflegte Taglöhner, Rumtreiber, schlagfertige Witzbold der jeden Dutze, auch den Fürst. Von den Bildungsbürgern geduldet, wenn nicht sogar geschätzt , hielt er ihnen vorwitzig den Spiegel vor. Vermeintlich ein verhöhnter, verachteter Versager. Was macht Hans Lang daraus: Er bildet seine menschliche Würde ab. Sein Schalk, sein Gifizz kommt zum Ausdruck. Man glaubt einen stolzen, geachteten Eschinger Bauern vor sich zu haben. Nichts von all den aufgeführten Vorurteilen kommt zum Vorschein. Nur Respekt, Menschlichkeit, Wärme, Würde. Die wahre Kunst des Porträtisten. (Volksbad Episode?).

S’Mathisle

Diese Meisterschaft kommt auch zum Vorschein bei seinen legendären, aber auch berüchtigten Wirtshaus und Veranstaltungsskizzen. Vor seinem spitzen Bleistift und Skizzenblock war keiner sicher. Es wird kolportiert, dass er dem Gegenüber direkt in die Augen sah und ohne einen Blick auf den Block zu werfen mit wenigen Strichen und Schattierungen ein Porträt zeichnete. Viele halten diese „Blind Views“ sogar für seine Besten.


In den 60-ern kommt dann viel Farbe in die Bilder und in das Leben von Hans Lang. Fast hat man das Gefühl, dass die Traumatas abfallen, bewältigt sind. Ästhetik, Ironie , Satire, Stimmungen, Harmonie, Erotik werden mit wenigen Strichen aber auch farbig opulent eingefangen.


Und wieder steigen Kindheitserinnerungen auf. Eschingen war in den 50-60-ern tatsächlich eine Schlittschuhstadt. Wenig Schnee aber knackige Kälte am Kältepool Alemanniens bewirkten und beförderten diesen Kult. Wieder bewahrheitet sich der Satz: „Nicht die Herrschenden schreiben so Geschichten sondern die Landschaftsgeographie“. In dem Fall das Klima. Dennoch schaffen die Herrschenden die Voraussetzungen zu diesem Eiskult, indem sie östlich des Parkes im klirrenden Kältesee im Haberfeld einen großen Eisweiher und ein beispiellosen Eishaus bauen. Auf diesem Polareis vergnügen sich seit 1910 die Eschinger am Sonntag zu Hunderten beim Schlittschuhlaufen, Eistanzen, Eisstockschießen und Eishockey spielen.

Eiswiese um 1910

Zwei Bürger ragen davon heraus: Hans und Gretel Lang. Die beiden üben unter der Woche am Abend fast vor der Haustüre auf der damals oft zugefrorenen Brigach vor dem Irmapark Paarlauf, Eistanzen. Die beiden Turnvereinler, Körperbeherrschung, Körperspannung, grazile Bewegungen scheinen ihnen in die Wiege gelegt zu sein, proben für ihre Auftritte am Sonntag auf dem Eisweiher. Auch da werden mit wenigen Kufenspuren Skizzen, Zeichnungen, Ornamente aufs Eis gezeichnet, ja gezaubert, so wie es Hans auf dem Skizzenblock nicht besser könnte. Nur wenige Bilder prägen sich üblicherweise im episodischen Gedächtnis eines 10 jährigen ein. Eine Szene aber läuft immer noch in meinem Kopfkino beim Brigachspaziergang ab. Die Langs, die Eschinger Kilius Bäumlers, beim grazilen Eistanz auf der Brigach. Hans Lang muss diese Ästhetik geradezu pirouettenhaft umgetrieben haben. Denn immer wieder taucht dieses harmonische Eislauf- Ballett- und Tanzsujet auf. Mit wenigen Strichen in Blei- oder Kohlestift aufs Papier gezaubert.


Beim Frauenfreund Hans Lang kommt das weibliche Geschlecht bestens und formvollendet weg.
Neben dem Eislaufsport brachte Hans Lang als Ski- und Tourenwart des TV auch die fast schwerelose Funktionslust dieses Skisportes eindrücklich zur Geltung.


Woher aber rühren die zahlreichen Pferdeskizzen und Graphiken? Hans Lang kam zwar als Militärmusiker nach Eschingen, wurde aber in der großen Kaserne zum „Rittmeister“, zum Kavalleristen in der großen Reithalle und den Stallungen. Dass das Reitturnier den Stift zum traben, galoppieren brachte, war deshalb naheliegend und fast zwangsläufig. Naheliegend war auch der Bezug zu den Musiktagen, für die er oft die symbolträchtigen Plakate entwarf. Obwohl er als Musiker nach Eschingen kam, kann man sich durchaus fragen, kam eigentlich die Musik- Reit- Eis-Sport und Kunststadt Eschingen zu ihm oder er zu ihr? Die Antwort liegt aber in der Mitte: Bei der Zuneigung zu der hübschen Eschingerin Gretel Maier, später eben „D Lange Gretel“.


Eins kann ich aber Hans Lang nicht vergessen und kaum verzeihen, es ist fast schon ein Kindheitstrauma, mein einziges, zwar leicht zu bewältigendes, verkraftbares, aber latent.
Im altbackenen Turnsaal der Volksschule hing an der nördlichen Wand ein mächtiges Gemälde, gemalt von Hans Lang in Ocker, Bleiweiss und Kohle: Turnvater Jahn wachte streng über die Schul- und Turnvereinseleven. Und dieser bärbeißige schaute einem überall nach und machte einem wirklich Angst, weil er so lebendig wirkte und einem stechendscharf, disziplinfordernd ansah. Egal ob man sich hinter Mattenbergen, Kletterseilen oder Bündeln von Rundlaufstrickleitern versteckte, immer vermieste der Alte einem den Spaß am Turnen und Spielen. Hans Lang ließ sich vom Turnvater Jahn beim malen direkt in die Augen blicken. Dieser scharfe Blick verfolgt einem immer und überall im Saal. „Turnvater Jahn is watching you“, so könnte die Bildunterschrift lauten. Viele Ex-Volksschüler teilen noch heute diese Furcht vor dem strengen Blick des deutschen Obervorturners. (Ich glaube deshalb bin ich nicht in den Turnverein gegangen, sondern zur DJK in die modernen Gymnasiumshalle ?)

Turnvater Jahn


Sprühende, rastlose Phantasie hat den musischen Malerpoeten Hans Lang lebenslang umgetrieben. Falls dieses Erzählte doch eine kleine Vita gewesen sein sollte, haben sie vielleicht abgelauscht, dass das im reinsten Wortsinn ein „Vitales“ ein „Phantastisches, phantasievolles“ Leben war. Hans Lang bereicherte die Stadt Eschingen, die Baar, die Region und machte sie noch lebenswerter, noch anregender, noch poesievoller. Er war ein stadtverliebter, ein freiheitsliebender, ein selbstverwirklichender Bohem. Verliebt in Land, Leute, Jung und Alt, in Bauwerke, Flora, Fauna, ins Ried, die Donauauen, die Baardörfer, in Bewegung, Grazie, Genüsse aller Art, Geselligkeit, Humor, Jahreszeiten, Kontraste, Pinsel, Blei, Leinwand, Papier, Styropor, in Wasser, Eis, Luft, Licht und Liebe.

Denn die Liebe zu seiner Muse, seiner Ehefrau und Mutter seiner Kinder Monika, Christel, Hans Albert, zu Gretel Maier- Lang, machte seine freie Selbstverwirklichung erst möglich.


So ein originelles Leben kriegen nicht viele fertig. Und darum:

Memento Hans und Gretel Lang


Die zwei Bilder unten von Hans Lang waren im August 2024 in Donaueschingen zu sehen:

Des isch bigott doch de Koffer

Des isch bigott doch de Koffer

De klei Brueder, 65 Johr, aber mit 1,90 de gröscht vu iis 8 Kinder, hät e Reparatur bruucht. De sunscht puddelgsund Handwerker häts beim Schneeschuhefahre uff de Ranze ghaue. Am Schulterkugellager sind ihm  paar Sehne verkaibet. De aagfresse Holzwurm hät koni Bretter oder Schpanplatte me lupfe kenne. „Das bekommen wir problemlos wieder verkabelt“, so des buchsprachlich OP Dokterle. Wo sen wieder us sinere Traumwelt uffgweckt  hond, pfiifts, sorrets und giegsets im OP wie beim Raumschiff Enterprise. Verdacht uff Schlagafall. Dass er nit wieslos word, kunnt er kuntenent uff Intensiv. Dä hond sin wieder uff d Fiess brocht und en Dachschade abgwendet. I dere Großfamilie isch jetzt aber Fiehr unterm eng glismete Familienetz gsii. Die paar Johr älter Schwester hät Rotz und Wasser bläret wie des ihrem sorgsam verhätschlete, kleinere Briederle hät passiere kenne. Bald kunnt er direkt i d Nachsorge im Breisgau. D Frau hät nit emol me reächt Ziht zum en Koffer packe. Wo der denno zuegsesse war, en hochmodische Hartschalekoffer Modell „Digital Work Station“ , isch er de Schwägerin zum Transfer is Auto gleit wore. Blederewies isch beim Zuesitze s rot Händyladekabel us em Koffer glampet. Wo aber de älter Brueder für de Bsuech e anders Auto gnomme hät wie des wo de Koffer drin war, isch s Uuglick losgange. „Wo häsch de Koffer mit de Klamotte?“ frogt de Klei. „Jegges maraie, der parkt no de Hoem a de Relaisstation, uff de andere Siite vum Wälder Wald.“ Mit de schlapprige Turnhose und em no schlottrigere  Hemdli gomer in e Stehkaffe. „Dä sind sie so Schlawacke gwähnt, bruuchsch di nit schäme wie en Rossbolle, do kennet sie iis nit“. De Kaffee und de Berliner hond mir geschmeckt, ihm i sim Uffzug nit so selli. Beim Kassiere lächlet mir d Bedienung anerkennend und friendli zue, weil ich wohlwollend und menschefreundli, gönnerhaft dem Hambis de Kako zahl. Am andere Tag bring ich de IT Koffer zum übergäe denno zum Schweschterli für Ihren Krankebsuech. Des Biebli bruucht endlich  gschieds Häs zum aaziehe.

Im Gang vu de REHA kunnt er im Schweschterli mit em gliiche holose  Uffzug vu Geschtert vergege. Nuu dass er jetzt  no e  verdlähnti Belzkappe uffhät und dicki, handglismete Socke a de hoorige Scheiche. „Jetzt do mer de Koffer uffs Zimmer und du ziehsch di aaständig aa“. „Nei, jetzt will i zerscht e Wienerli im Bischtro“. „I dem Uffzug gang ich kon Meter mit dir“. Bocksboenig war er scho immer, ihr  klei verhätschlets Briederle. De Workstation Koffer bliebt uff em Gang am Empfang stau. Wo sie zruckkummet isch de Koffer weg. Wa mer uff Flugplätz mit herrelose, vermeintliche Schwarzpulvergladene- Köffer für Fürz veranstaltet, des kennt mer jo. Bestimmt isch der Belzkappe Zottle scho vu de Aastalts- Videokameras als de psychisch labil vum Zimmer 465  verortet wore. Oe Hoffnung gihts: IS Terrorischte hond gwähnlich  koe Belzkappe uff. No isch kon Alarm  aabi gange, und me hört koe Hubschrauberknatter vu de Anti – Terrorstaffel GSG 9. De Belzkappebue, s Schweschterle

und de Schwoger rennet dorch die labyrintartig Aastalt und suechet de Koffer. Fickerig druckt us Versehne s Schweschterle im Uffzug au no zu allem Überfluss statt „EG : Anmeldung, Auskunft, Meldungen“ de Knopf „UG 2“ . Wo sich vor ihre wie vu Geischterhand s Tor zur Unterwelt, de bunkerartige, sprengstoffdämpfende Katakombe theatralisch  uffduet, stoht er einsam, schamhaft mit de knallrote Kabelfahne direkt  gegenüber a de duschtere Bunkerwand. Gspenstische Stille, kon Mensch dä dunne. En heldehafte Hausel muess ihn dä mit Angstschweiß uff de Stirn todesmutig abgestellt ha.

„Des  isch aber jetzt doch de Koffer“, schnuuft sie, schnappt die Box und nint wie ab, noch dem sie Lunte groche hät, is 4. OG, Zimmer 465 mit em Koffer.

Übrigens isch d Belzkappe, s Schlapperhösle, s verwäsche Hemdle und die uusgliehrete Wollsocke in Rotkriez- Kleidersack kumme.

Soll sich doch ebber Andersch mit dem Schlapperglumpp  schäme.

© Hubert Mauz, Unteres Bregtal, Dez. 2025 nach einer absolut wahren, aktuellen Familienbegebenheit,  bis aufs rote Kabel. ©

Vu Sternesinger

Winterliche  Brauchtumsgschicht 

Wie all Johr sind sie wieder do gsi, d` Sternsinger. Über de Huusdere hond sie : C * M * B * mit Kriede ännigmoolet. Wa des eigentlich hoasst , des wisset die wenigschte Liit hit no. Sogar wemmer die kleine Sternsinger frogt, die Buebe und Maidli meischtens vu de Minschtrante oder de Katholische Jugend, saget se meischtens „Caspar, Melchior und Balthasar“. Stimme duets zwar nit, aber e gueti Gedächnisbruck isch es trotzdem. Au Desjohr hond se ihs e Liedli vu de Heilige Drei König usem Morgeland gsunge und ihs e Guets Neis Johr gwinscht. De drei Buechstabe hond sie wieder mit Kriede a de Huusdere-Storz gschribbe und am allerbeschte war, dass sie ihs d` Stubbe mit Weihrauch iigneblet hond. Desell Guu liit denno e paar Dag i iisere „ Mansion“, i iiserm Huuswese. Vor 50 Johr hanni dem Bruuch nimme vill vermacht. Gott sei Dank hann i mi do gherig täuscht.

Me schriebbet dieselle Johr us de Fufzger. Zwische de Johr hond d`Minschtrante , aber au d` Bieble vu de katholische Jugend vu St. Marie, im Mariehuus all Dag Probe kha. De Vikar Kistler, en lange Lulatsch wo mit Hilf vume kleine Honda- Motorrollerle si Dagwerk zwischem Pfarrhuus, em Krankehuus, de Schuele und em Friedhof verrichtet hät, der probt mit iis s` Dreikönigssinge. Rolle wered verdoalt, d` Hääser und Gwänder iidoalt und aprobiert und die Liedli und Segensprich iigstudiert. Desjohr simmer gli 3 Sternsingergruppe. Wunderfitzig spannemer druf wer desjohr de Moorekönig mache word. On isch eigentlich immer scho gsetzt. En Kerli der so kruseligi Hoor hät wie ebe die Schwarze us de Afrikanische Missionsgebiet. Des wissemer well fascht jedes Johr so en Schwarze usem Kongo als Pfarrlehrbue bi iis i de Mariegmond de letzscht Schliff im katholische Pfarrwese kriegt. Dieselle 3 wo de Schwarz König, de Melchior, i de onzelne Gruppe spile mond, wered vor em Uusrucke mit ere dicke Nivea-Crem iigsalbet und denno mit Ruess iipuderet. Daß des bim Abschminke und Abwäsche e Mordsauerei war und mer d` Rescht am andere Dag i de Aadacht all no gsänne hät, hät die Attraktivität vu dere Rolle nit erhöht. Drum hät de Vikar au all Johr e Machtwort schwätze messe. Zum Glick bin i vu dere Rolle all die Johr verschont blibe. Ech war immer en suubere König.

Am Dreikönig- Mittag isches also losgange. Mit ere letschte Hauptprobe simmer, bewaffnet mit em Batterie- betriebene, elektrische Stearn, mit em Rauchfass, mit Gold , Weihrauch und Myrre im Schiffle usgschwärmt um die Frohbotschaft vum Bsuch vu de Heilige Drei König am Krippli z` verkünde. Die sind mit dem Helle Stern am Himmel gi Bethlehem an Heuschopf navigiert wore. Mit iisere Gruppe ische de Vikar Kistler mitgange, mit de zweite de Manus, de Oberminschtrant Karlheinz Stadelmann und mit de dritte de Vize- Oberminschtrant Koni Kunze. Die guete Seele vu de Mariekerch, Stadelmanne Annemie mit de Freundin und Helferin Elisabeth Zink, hond gholfe iis usztafiere, schminke und hond gugget dass mer reacht aagrschierret waret, d` Sptichli kenne hond und au alls parat ghet hond. Iiser Revier war zwische de Millistroß und de Lehe- Friedhofstrooß. De Manus hät d` Eile mit de Käfer- und Herdstrooß kha und de Kunze Koni d` Siedlung; s` Westend. Nebe de liturgische Utensilie war s` wichtigscht Gschier, fascht no wichtiger wie de helle Stern und s` Sammelbichsli , en klepprige Loaterewagge. Des war zwar nit ganz stilgerecht für die Gegend und die Ziit vor 2000 Johr. E Kamel het besser passt. Aber wo nimmsch z Mitts im Winter uff de Boor e Kamel her ? So simmer also loszoge bi Wind und Wetter. Am erschte Huus hät de Sterneträger gschellet und d` Liit hond freundlich d` Huusdere uffgmacht. Bi de Passiv- Katholische hommer d` Sprichli und d` Liedli vor de Derre im Kalte ufgsait. Bi de Aktiv- Katholische im Huusgang und bi de ganz fromme Katholike simmer i die warm Stubbe iiglade wore. De Christbomm hät denno aazunde were messe und s` Weihrauchfass hät nomol kräftig gscherret werre messe.

De Großvater im Ohresessel häts denno fascht gar nimme verschnuufet und hät beischtet und gröchlet. Manchmol hät e Maidli am Klavier gspillt, oder en Bue uff de Giege giigset und gsäget oder d` Klindli uf de Blockflöte mitspille messe. I dene Stubbe isch denno au meeschtens e Papier- Graschel in de Schatzbichs zum vernämme gsi. I dene Huusgangzeremonie häts Minzgeld zwei- dreimol klepperet und i de kalte Huusdiere – Vorführung häts ehnder noch Kupfer glunge. So feingstimmt uff Geld waret iseri Spenderohre scho. S´ hät wenig Fäll ghäe wo entweder gar nit ufgmacht wore isch oder d` Derre vor iisere Nase zuegschlage wore isch. S`näscht Johr hät mer aber wieder oder erscht reacht und no ufdringlicher gschellet. I de seltenschte Fäll aber hät`s d` Herzer doch emol erweicht. Wenn s` letzscht Sprichle vum Balthasar verklunge isch, isch die Sammelbichs oder die Schatulle ufghebt wore. De Caspar hät en Segensproch ufgsait und de Melchior hät die drei Buechstabe : C + M + B über de Huusderebalke mit Kriede ännigschgribe. Eweng ufdringlich und verlege simmer denno no still ummegstande bis d` Hausherrin no eweng ebbis zum Schneigge usigruckt hät. Der Schoklad, die Orange, Mandarine, Spekulatius, Lebkuchebretli oder Niklausmanne sind denno id Pappedeckelschachtle in Loaterewage kumme. So geg Zehni noch 3- 4 Stund war der guet gfillt. Die Füllung war de Gradmesser vum Tageserfolg und war ver iis wichtiger wie de Inhalt vu de Schatulle, Vu dem homm mir jo nint kha. De Vikar aber , der hät mit dem Schatzkäschle bim Stadtpfarr aagäe kinne. Natierli isch unter de Gruppe au e Rivalität gsi wer am meischte Naturalie und au Geld gschefflet hät. I paar Hieser isch au so um achti e Paus gmacht wore wo die güetig Hausherrin en Herdepfelsalot mit Wienerli und Kako grechtet hät zum Ufwärme und zur Stärkung vu dere usdörrte Wüschte- Karawane. A om Obet sind die Sternsingergruppe au immer no bei de Reichin vorbei, bei de Fotographin us de Krankehuusstrooss. Diesell hät iis mit ihrere rauchige, legendäre Brumbassstimm uffgstellt und ännitrapiert, dass es passt hät. Mit erem stadtbekannte Rauchstimme- Kommando : „ Lache !“ , innerlich häsch sowieso scho glachet wege dem uvermeindliche Aapfiff, hät sie des rappeschwarz Tuch hinterm grosse Plattefoto über eren borstige Riebel gleit und unter eme Blitzlichtgwitter vu gli 3 Blitzscherm isch e wunderbar Foto ver s`Album entstande. De Bue, de Xaver, wo au bei de Minschtrante war, hät ver jeden die Bilder innere Minschtrantestund mitbrocht und verdoalt.

So um Zehni sind alli wieder im Mariehuus zemetkumme. Jetzt isch die Beute vu de Loaterwäge abglade wore und Orange, Mandarine, Bretli und Schokoladtafle ufbieget wore. Die drei Karawaneführer hond jetzt akribisch die Schätz gliichmässig a die erschöpfte, daigige Reisende dorchs Morgeland verdoelt. Jeder isch mit eme guet gfillte Leinesäckli vergnüegt, stolz und zfride hoam zottlet. D` Eltere und Gschwischter hond jede Obet gschpannt uf die leibliche Genüsse gwartet und Komplimenter verdoalt. Natierli isch dehoam au fascht alles verdoalt wore. Fascht alles. Bevor i nämli dehom gschellet han und inni bi, hanni no e paar Tafle Schoklad wie e Eichhörnli i de Holzbieg und im Schopf ver knappere Ziite bevorratet und verschobbet. Wenn de no im bissige Winter amel de grösser Brueder vum Vatter usi in Schopf gschgickt wore isch zume Zoane Holz hole zum Kachelofe- Scherre, isch der manchmol mit ere Schokolad- Tafle triumphierend uftaucht und hät den Kako- Nussgenuss grosszügig zum allgemeine Verzehr verdoalt. S` Eichhörnle hät natierli nint verrote kinne woher die Tafle kunnt und schwer ufs Muul hucke messe. Und natierli hät des Hörnle sich schwer gergeret dass des Haselnussdepot vume andere plünderet wore isch. So isch scho mancher Haselnussbosche us Vergesslichkeit usme Versteck ussi gwaase. Gwunderet hät sich des Hörnli aber all, wieso de Bruder so grosszügig verdoalt hät und selber gönnerhaft nu oa gotzigs Rippli khafflet hät. Der Satan hät nämli die ander gfunde Tafle scho vor em Huus rubis und stubbis gfresse. Woni sell mol gschpannt ha, ab dert hanni kapiert dass ech immer nu oa Tafle, also onzeln, weiträumig i de Holzbieg verschobbe sot.

3-4 Tag isch des ergibig Sternsinger- Sammle gange. Und oemol, do kann i mi no ganz guet erinnere, homm mir Mariekerchler 7 000.- Mark gsammlet und hond zu de Sammelkönig vu de Diözese ghert. Sogar im Konradsblättle simer kumme. I dem Johr waret sogar mir genussüchtige Naturaljäger mords Stolz wege dem Mammon der in Schwarze Kontinent gschickt wore isch und wege dem Bericht im Diözesanblättle.
Die drei Buechstabe überm Türestock und de Guu vum Weihrauch im Huus hond sit Johrzehnte iis und iser Huss vor Schade bewahrt und segensriich gwirkt. Sogar alljohr währende de Sternsingerprobe isch iis iibleut wore dass es nit „Caspar, Melchior und Balthasar“ hoasst. Desell Fehler haltet sich au hit no zäh i de Dreikönigsgmonde. Hoasse duet er in Wohrhet : „Christus masionem benedikat“ , wa soviel bedietet, dass Christus des Huus beschütze soll.

Fer iis und villi andere gilt der Spruch gottseidank und glückseligerwiies sit langer, langer Ziit.

Jo so wars , des Buebeglick zEschinge und snächstmol verzell ich eich ebbis über die geheimnisvolle, mystische Loosdäg im Baarschwarzwald.

S` Eishuus

S’Eishuss gelesen von Maria Simon

Neilich woni ums Eishuus, um d` Eiswies und um die Zuelaufkanäl und Stellfalle vu dere Kuriosität umme gmuset bi, hät mer en Maa vu de Prinz-Fritzi Allee her zuegucket und mech au aagschwattiert :
„Sagnsemal Junger Mann, er hät tasächlich Junge Maa gsait, wat isen dat für eehn Jebäude. Keene Fenster, nur en hojes Scheunentor und mächtje Mauern mit sone Feiler anne Wände. So wat ha ick noch nie jesehen“. Ech ha mi beschts Hochdietsch usikromet i de Erwartung dass ers au verstoht. S` häts denno au einigermaasse dau. Ech hann ihm also verzellt dass des s` Eishuus vu de Brauerei sei und dennebet e Eiswies. Zertscht häter mech aagucket wie wenn ihn verseckle wet, aber s` moss bald so glaubwerdig aakumme sie, dass ers kapiert und au glaubt hät. „Dat is ja n` Ding, so wat ha ick noch nie jehöhrt un jesehn. Scheenen Tach ooch noch und nischt für Unjut, wa“.

S` Eishuus am Park z` Eschinge / 4. Eishaus 1922 – jetzt
Eishuus vu Weste

Des wann ech dem Berliner i 10 stark mundartlaschtige, trochene Sätz verzellt han, des hehreter jetzt uf Booremerisch und uusfiehrlicher.

Jeder vu iis will e scheen zapfts, guet kiehlts Pils vum Fass. Wenn de Zinke Franz vum Bergerstiebli Aafang vu de Woch mit dem Henschel vu de Brauerei s` Holzkischte- Bier, s` Fassbier und de Sprudel kriegt hät, hät er und die Brauereimanne so 4-5 Eisschibbel in Kähr abitreit. Die Bier- oder besser die Eiskutscher hond grossi Lederlappe über d` Schulter glait, dass die Saukälte vu dene Iiisschibbel nit dorch Mark und Boa gange isch. Mit Iiseklammhoocke , so Art Steigeise zum d` Issschibbel hebe, hond sie die kalt Ware in Käer abi trait. Die Schibbel waret ugfähr so groß wie die sauschwere Granitrandstäe wo de Stroossebauer Fischbach i de ganze Stadt versetzt hät. Well sie us Wasser waret, waret sie nit ganz so schwer wie selli Granitbolle. Des Iis hät ver die ganz Woch des Bier kiehl halte messe. Wenns im Summer hoass war hät de Franz e paar Schiebbel meh kriegt. Vu de Pritsche vu de Brauerei- Henschel, Magirus, MAN oder au Daimler häts all abitropfet. S` war koa Tropfbier, s waret die Iisschibbel wo halt verloffe sind. Wenn die Bierkutscher i de Brauerei glade hond sind sie no dorch d` Prinz- Fritzi Allee as Eishuus gfahre und dert, bim Iis- Moaschter, hond sie die Iisschibbel ufglade. S hät schnell gau messe und die klei dopplet Nebederre isch nu korz ufgmacht wore, dass koa Wermi vu dusse inne kumme isch. Dert drin wars au im Summer iisig kaalt. D` Neistädter hond sit e paar Johr e mords grossi Gosche well sie de erscht und greescht Gletscher im Wälderwaald erfunde und und gmacht hebet. Die Wälderdossele hond halt no nie ebbis vu de Ferschtliche Eishieser us de Johrhundertwendi ghert mit denne Eisschätz. Dert sind au mindschtens 2500 cbm Naturgletscher glege. Erscht noch dem des Winter- Iis glade war, sind denno die Bierkutsche zu de oanzelne Wertschafte zugglet.

Kiehlschränk, Kiehlaggregat oder Kiehlhieser wie hit mit Strom häts halt dämolds no nit gäe. De Bierkäer uf de Buechhalde, dert gohts mit Ufzieg granate tief abi in kiehel Lettebode, hät oafach nit des Kiehl Bier hergäe wiemers halt im Summer gern ghet hät. Dert änni hät d`Brauerei en Toal vum Bier au uusglageret. Die Verkarrerei vu de War war aber au selli ufwändig und halt au koschtschpielig. Do war natierli Natur- Iis die Lösung.

Wiederkehr Nordsiite wo de Schrägufzug (Elevator) war

Anne 1898 im Oktober hät mer sich überleit ob mer des Bierdepot, so hät de Bierkäer i de Buechhalde dämols ghoasse, in en Eiskäer ummodlet. Im Hammer, im Bregtal bim Ferschtliche Hammerwerch, hät mer en Eisweiher aalege welle. Wege de Transportkoschte aber hät mer des kheie lau. Me sieht dass au dämols des Fuhrwerche au scho dier war. Jetzt hät mer anne 1901 z` Immedinge bi de FF Maschinegiesserei en Eiskäher mit eme Weiher baue welle. Dert im Dunnedaal ischs au selli kaalt und s` Iis hät mer mit em Zug, de neie Schwarzwaldbah, gi Eschinge fiehre welle. Au des isch nint woore. 1903 hät mer de Bahhof z` Eschinge als Standort ver en Iiskäer usguckt und bi de Maschinefabrik Otto Wehrle us Emmedinge nocheme Koschtevoraaschlag aagfrooget. Die hond so e Iishuus abote zemet mit eme „ Eis- Elevator (später kummemer nomol druf wa des isch). D` Isolierung hät mer bim Bau mit Sägmähel zwischet de zweischalige Wänd usgfillt. Daß mer so ebbis guet Dämme muess, des hond die au scho genau gwisst. Des Sägmähel hät de Sägwerker Ruppert Bader us Wolterdinge glieferet und de Zimmermoaschter Hirt häts iigfilt. S` erscht Aagebot war vum Sägwerk Kromer usem Hammer. Der war aber, wahrscheinlich au wieder wege de Fracht, z` dier.

De Aastrich war, wörtlich us de Genehmigung „ Haagfarbe“ wa so vill wie hoasset wie des stinkig Carbolineum, also Teerfarb. En ziemli schwarze Kaschte inne, usse aber heal aagstriche gege d` Sunnestrahle. Imme Iishuus – Lehrbuech vu 1890 word aber vor Carbolineum gwarnt weil de stechend Guu is Iis innischlupfe dät und stinke dai und wells sichs vu de Sunne mit Wärmi uflade dät. Viel besser wär usse en Aastrich mit wiisse Kalchmilch – Farb. Der Maa hät ebbis verstande und wenn si dem gfolget hettet, hetes sie des Maleur 1919 nit khaa. Anne 1911 nämlech war die Buddi scho dringend reparaturbedierftig. Wahrschienlich war des Sägmähel wege de Nässi vum Iis vermauchet und soachnass dass es nimme isoliert hät. Wa mer ganz nei war: Z` Friedewieler, e FF- Niederlassung mit Forstamt und ere FF- Verwaltung, häts au e FF Brauerei gähe mit eme Iisweiher und eme Iiskäher im Granit/ Gneis Berg. S` Bier hät „Kloschterbräu“ koasse und isch au im Friedewielemer Kloschter, wa de Ferscht i de Säkularisierung saparalisiert hät, braut wore. Den Iiskäer- Stolle sieht mer hit no wemmer usem Ort Friedewiehler wieder uf d` Kreisstrooß ussi fahrt. Die Brauereimäeschter Noll vu Eschinge und de Pietsch vu Freidewieler hät mer 1911 uusduuscht well de Friedewielemer Pietsch amend e bessers Pils zweag broacht hät und sech mit Iis au besser uskennt hät.

Well also des Bahhofsiishuus am verricke und vermauche war hät mer scho 1909 im FF- Sennhof imme
„ Ökonomiehof „ au en Iiskäer ver de Iibergang iigrichtet. Wie mer glii no dietlicher sieht, war des Iis zum Kiehle e mords Kummedi und trotzdem aber au wechtig. 1907 hät mer nebe denne beide andere Iishieser de Platz am jetzige Iishuus, also a de Prinz -Fritzi Allee, mit iberschissigem Uushub vume Brauerei- Neibau uffgfillt. De Uftrag vers Muure vum dem neie Bau hät de Muurer Christian Weber us Briilinge griegt. Desmol hät mer d` Isolierung mit Torf aabiete lau. Wahrschienli hät sich des Sägmähl nit bewährt wie mer am Bahhofsiishuus gsähne hät. De Torf hät denno de Max Gliemann us Mannheim glieferet, man höhre und staune. Waret d`Pfohremer dämols grad nit gut aagsähne oder hond se nit liefere kinne, welle oder war vermuetlich der Torf z` wenig breeselig, ebe z` schibblig, z` boschig ? Alles isch meglich. Aber hauptsächlech hond d`Pfohremer de Torf ver sech selber bruucht dass se im Winter nit an Ranze gfrohre hond. Usserdem het mern no mahle messe dass es breeseliger, mealiger und luftiger wore wär.

D` Fa. Ohrenstein& Koppel, kurz O&K, Feld – und Kleinbahnbau/ Niederlassung Straßburg, hät de Uftrag griegt ver ebe so en „Eis- Elevator“. Strossborg war dämols Diischs Reichsgebiet. So en Elevator hät iis Bube über 50 Johr später immer no fasziniert, beschäftigt und au zume kleine Nebeiikumme verholfe. Aber au des kummt no später. Der Elevator war en Schrägufzug usre Iiseträgerkonschtruckzion wo schreeg so mit 45° a de Nordsiite vum Eishuus aagloehnet war. Er isch us de Eiswies bis iunters Dach vum Iishuus gange und dert imme Wiederkehr- Door verschwunde. Die Iiseträgerrampe hät zwei umlaufendi riesige, giegsigi Ketteme kha a denne luuter Iisedorne wie e Folter- Nagelbrett muntiert waret, hit dät mer Spikes dezu sage. Über die dorneriich Schrägbah sind d` Iisschiebbel uffi transportiert wore zum Iilagere. Die Firma O&K war ibrigens noch em Krieg bis i 90-er Johr e nahmhafte Bagger Fabrik mit eme gute Ruef für Soalbagger aber au Pionier im Hydraulikbaggergschäft. Am 10.Dez. 1906 war schomol en Ufrichtschmaus. S` isch aaznähme dass es dä z` kaalt war zum feschte. Drum hond de Zimmerpolier 3 Mark griegt, de Zimmergsell 2 mark, de Taglöhner 50 Pfennig, de Lehrling sogar oa Mark, de Muurerpolier 2 Mark, also weniger wie de Zimmermaa, und de Muurerhandlanger 50 Pfennig. So ischs imme Schpeserodel verewigt.

Bahnhof- Eishuus vu 1903 – 1911

1917 hät mer e Angebot bruucht ver neie Zuelaufkanäl und Stellfalle zum Eisweiher. Die Halbwertziite vu dene Iishieser waret selli korz. Scho anne 1920 hät d` Fa. Brenzinger us Friiborg e Aagebot wieder ver e nei Iishuus gmacht mit Elevator. Des isch die Firma die au 1909, also glii nochem Stadtbrand, die im ganze Südweschte onzigartig Jugenstilbruck z` Wolterdinge baut hät als erschti „ Eisenbetonbrücke „ in Baden. Also scho wege dem e hischtorischs Unikat. Der Ruef vu dere Ferma muess bis anne 1920 glanget haa, so dass sie im Feber 1920 de Uuftrag ver des nei Iishuus griegt hät. Gnaugnomme s` Viert innerhalb vu so 20 Johr. Desmol in „ Eisenbetonbauweise „ und mit 2 Elevatoren vu de Firma Otto Beck us Bieberach im Elzdaal. (Ibrigens war de Baumoaschter Brenzinger en Vorfahr vum Tobias Brenzinger der ufem Stadtbauamt Eschinge glehrt hät und de Sohn war vu de beliebte Eschinger Musiklehrerin Frau Brenzinger. Der Eschinger Lehrbue isch jetzt Stadtbaumoeschter z` Waldkerch) . D` Abbrucharbete vum aalte Glächter war mit drin aber d` Fundament waret „ verwertbar „. De Lohn ver de Vorarbeiter vum Neibau hät de Brenzinger mit 55 Pfennig aabote, de Facharbeiter mit 54 Pfennig und de Helfer mit 45 Pfennig. Ufschlussriech wär i dem Zemethang wa dämols s`Kilo Brot koschtet hät ? Scho anne 1919 wars Dach vum 3. Iishuus und d` Wänd so desolat, dass die Sanierung 70 000.- Mark koschtet het. Des Geld aber hät mer nit uusgähe, sondern später ebe komplett nei baut.

Ver de Neibau hät mer offesechtlich oageni Eishaus- Ing. Büros aagstellt nämlich die Firme Zangerl us München, Langeloth us Frankfurt und Arnold us Nürnberg. Ver des Ziitalter ohne Fax, Mail, Kopierer und Autobah, kaum e Telefon, ganz scheh „global“. Us dere Kummedi mit dem Sägmähel und dem Torf und Holz hät mer anscheinend glehrt. D` Wänd hät mer 1,75 m !! dick gmacht und hät domit gnug Isolation ghet zum de Gletscher s` ganz Johr z` hebbe. Desmol hät mer au den Fehler mit dere schwarze„ Haagfarb “, die d` Wermi sogar aagsuuget statt zruckwirft, nimme gmacht. D` Wänd waret ockerheal aagmolet dass d` Sunnestrahle zruckgworfe wered und geg Süde waret riesige Laubbämm wo die Iis- Kathetrale verschattet hond. Und so stohts hit no. Ziemli uubeachtet vu de Stadt- und de FF- Verwaltung, wenig äschtemiert und fascht übersehnne. Wenns nit so en Riesebolle wär hetetses bestimmt scho iber de Huufe gschobbe. Wers woass stuunt, hät Respekt dass es so lang ghebt hät und beduuret selli dass de Elevator vor so 25 Johr verschrottet woare isch. Au der Eschinger Bau hät en hohne bauliche und induschtriehischtorische Selteheitswert. Z ́ Dietschland gihts grad no 2-3 ähnlichi, aber viel kleineri Eishieser. Dieselle wered aber au als Event- Hiiser und Gaschtronomie vermärtet. Wie wärs mol mit eme Eiswiesefescht im und am Eishuus so bei minus 20° ?

E Kleinod i dere Art gihts aber au no z` Breitnau. Dert isches us Holz im Schwarzwaldstil und hoasst dert
„ Eisschopf“ statt „ Boscheschopf“, wa eigetlich genau s` Gegetoal isch. Im oane hofft mer uf Kälte , usem andere erwaartet mer molligi Wermi. Der Schopf war au amme Iis- und Brandweiher und war ver e Milchbuuregnosseschaft zum Milch, Rohm, Wii, Bier und Butter kiehle.

S` Eishuus in Eschinge mit Eiswies von Nord im Hintergrund s`Maschiehuus der FF Brauerei

Wa hät des aber alls mit iisere Jugendziit z`dond ? Viel, wie mer glii sehnnet. Wenn also de Brauerei- Iis- Moaschter Mitti November die Stellfalle am Grasellihuus ufgmacht hät und korz vorem Eisweiher die zweit au no, denno isch des Bregwasser usem Kraftwerkskanal i die gmaijet Eiswies gloffe. Je noch Keltiibroch usem Oschte häts sie kinne, dass es Aafang Dezember scho 8- 10 cm Iis dä unne ghet hät. Zum Schlittschuhe fahre hät des scho guet glanget. Dämols war mer nit so verschrocke wie hit, womer mont 15 cm daiet nit trage. Des war also die Ziit bis zum Dreikönig wo Eschinge zum Schlittschuhe – Eldorado wore isch. Die ganz Eiswies hät mer zum fahre kaa.

Eissäge Sammlung Oscar Rohr / Ewattingen ( Zahnung in Stoss- u. nicht in Zugrichtung ! )
Holzeishaus auf Eiswiese von ca. 1912 – 1920 genutzt / Fussballer auf der Eiswiese
Aafang vume „ Canale Grande“

Noch Dreikenig isch d`Fläche aber kleiner wore. D` Brauerei- Iis- Kneacht, verstärkt mit Buure us Eschinge die i de Winterruhe waret, hond jetzt die uugfähr 25 cm dick Iisschecht vum Elevator, also vum Eis- Schrägufzuug, Richtung Norde mit Iissäge ufgsäget. Die Iissäge waret wie langi Fuchsschwänz mit om T- fermige Griff a dene mer mit beide Händ ziehe und Stosse hät kinne. Des warte grobzähnigi Säge wo Zähn i Stossrichtung uusgrechtet hond. Des hät de Sinn kha dass mer i Stossrichtung säget und s` Wasser om beim Zieh nit so entgege spritzt und om nit so soachnass macht. Regelrächte Kanäl wie holländischi Grachte sind entstande. Zerscht hond sie en Hauptkanal freigsäget. Die Manne hond Eisflöß mit so 3 * 4 m mit erne grosse Blattsäge, wie grossi Waldsägefuchsschwänz hond sie uusgsähnne, zuegsäget. Jetzt hond mir Buebe en Flösser- Bohnestäcke wie die Gondoliere z` Venedig i die nasse Fuuschthändsche kriegt und hond die Iisflöß zum Ufzug gondle miesse. Dert isch mer vu dere wacklige Iisplatte abi ghoppet und isch mit de Stang wieder zu de Sägimanschaft gloffe wo de wieder e neis Floß zudoalt griegt häsch. Vorem Ufzug sind Manne gstande und hond die Flöß zu kleinere Schiebbel versäget dass mer se uf des Nagelbett vum Elevator bugsiere hät kinne und sie mit dem giegsige Schrägufzuug gmietli is Eishuus uffi gräslet sind. Im Eishuus hond anderi Manne die Schibbel zu de endgiltige „ Randstoa“ – Gressi zuegsäget und akkurat i Regal und Niesche Iiglageret. Später hond d`Wirt, aber au d`Mezger und Buure die Iisbolle in Käer gliefret griegt zum s` Bier kiehle, Worscht mache und kiehle oder ebe d` Milch und de Butter bi de Buure zum kiehle. Daß des mit dem Flöße uf dene arschglatte und gautschige Iisplatte nit uhni nassi Fiess abgange isch, wenn Pech gha häsch bisch au mol bis as Fiddle im Wasser gstande, des war natierli klar.

Schlittschuehvergniege 2014

Jetzte kummt des groß Manko vu de Unterstadt. Dä hät es ebbe koa Warmluftheitzung gähe, wie i iisere Mariekerch. Ver des hert, kaalt, soachnass und risikoriichs Fleeßergschäft isch mer au entlohnt wore. Am Mittag häsch , je nochdem wie dech aagstellt häsch und wie langs uusghalte häsch, vum Iis- Moaschter so oa Mark oder en Fufzgerle kriegt und 2 iiskaalti „Silberperle“ Schprudel. Daß des Eishuus e Rarität, e Kuriosität, e Einmaligkeit isch im ganze Südweschte, dass dert koa Gras und Schilf dorchs Iis hät waase derfe, dass de Iis- Moaschter de Wasserstand dauernd genau usmebiliere hät messe daß es guets Iis gieht, dass d` Eiswiesflächi noch dere Iis- Earn nu no halb so gross war und dass es im Iishuus au im Summer saukaalt war und dass es ver iis Buebe au im Winter ufregendi Nebeerwerbsquelle gäe hät, des dierft jetzt au ufklärt sie. Übrigens war de Eishuus und die Naturiis – Earn no bis anne 1970 i Betrieb. En Zeitzeug, de Öhler – Fritz, sait dass mer emol 46 cm dicks Eis gernet hät were kinne. D` FF- Brauerei war no die letscht gross Brauerei die so lang des guet, dicht und klar Naturiis gnutzt hät.

Jo , so war`s dämols .

Stellfalle am Maschinehuuskanal, Zuelaufkanal zu de Eiswies

Nikelaus du Butterfidle…

Donaueschingen den 27. November 2020

Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr

„ Santikloos du Butterfidle………“

Aus „Mi Boor, mi Hoemet“ von Gottfried Schafbuch.
Stadt Hüfingen 1972 ; Seite 231

Bsuech vum Onkel Richard us Amerika

Uuswanderer Bsuech:

Alle zwei bis drei Johr isch i de fufzger Johr de Onkel Richard us Amerika, vu Thomastown in Ohio, um d` Wihnächstziit i sie Hoemet gi Hifinge kumme. De Kramer Richard war en Vetter vu de Motter und hät zu dere aaltiigsessene, zahlriiche Kramer- Schofbuechebloos ghert us em Hifinger Städtle.
Er war de Brueder vu de Iidde Schmid geborene Kramer, d Frau vum respektable und ehrliche, handwerklich gàachete Opel- Autohuus i de Schaffhuuserstrooss. Dene beide ihre Motter war Tante Marie, die i ihre Jugend e paar Johr z` London bi stoeriiche, englische Gschäftsliit i Stellung war. Hit dät mer on pair- Maidli sage. Drum hät sie au, so isch zmindscht gsait wore, beurteile han ichs dämols no nit kinne, ziemlich guet Oxford – Englisch gschwätzt. Und voller Stolz und Freid hät sie des mit Ihrem Sohn au gschwätz, wenn de Bue, de Uuswanderer Richard Kramer, i sinere Hoamet war. Im Städtle häts sies nit bruuche kinne, dä hät sie krottebroats Baaremerisch gschwätzt. Aber amel hät sie doch eweng hoffärtig mache kinne, wenn sie weng mit dere domols uugwähnliche Sprochkenntnis aagähe hät. Ebbe wie de Graf Koox vum Gaswerk. No hond d` Wäschwieber z` Hifinge bestimmt amel gsait: „Guck do, d` Marie wieder, die all mit ihrem hoffärtige Englisch- Krattel, aber die macht au krummi Fiess, wenn sie uff em Abort huckt“.

De Richard hät i de zwonzger Johr z` Schwenninge Uhremacher glehrt. Wahrschienli weil er vume Onkel, s kinnt sogar de Getti gsi sii, dem sie de „Professer“ gsait hond, weil er immer s` Perpetuum Mobile erfinde hät welle, aaschwattiert und dodezu aaghalte wore isch. Amend isch der Richard vu dem aagscherret wore, au den selli dipflischiessige Beruef z` lehre. Desell war nämli au Uhremacher und hät all noch eme künschtliche Aatrieb für de Webstuhl vu sim Onkel gsuucht. Der war nämli Liituch- Weber im miechtelige Untergschoss vu me Städli- Buurehuus im Süesse Winkel. Ebe vu dem Kramerhuus.

Wie s halt so isch und wies sichs testosteronmässig so ergiit, hät der Richard dä z` Schwenninge au e Maidli kenneglehrt und denno au ghiirote: D` Selma. Natierli hät sie „ Schläeker „ ghoasse, wa susch. Halt so wie sich`s für e reachti, oacheni Schwenningeri ghert. Au sie, die herzig Tante Selma, hät Ur-Schwenningerisch gschwätzt, uuverfälscht au vu ihre dezueglehrte Amisprooch und des krottebroet wenn sie uff de Boor waret, s` ganz Lebe lang.

Wo die Goldene Zwonzger am abschnappe waret und au d` Uhremacher fascht koe Arbet meh überkumme hond, sind die beide, oder au scho die drei, gi Ämereka uusgwanderet. De Ritschert II, cobaymässig uusgschwätzt, de klei Bue dürft nämlich scho uff de Welt gsii sii. Zerscht hät sich de Ritschert I in ere Uhrefabrik, bei me US- Gschäftspartner vu sim ehemalige Schwenninger Patron, mit sim zueverlässige Schwarzwälder Uhremachertalent iibroocht. „Des wa die kinnet, des kahn ich au, und Beziehunge zu de Schwarzwälder und Baaremer Uhrefabrikante han ich au“. Also macht er e oegeni Buddi uff, e „Companie“ hoasst so ebbis dä dänne. Des wisset mir Gschiedle natierli us de Cobayfilm, de Fuzzi- Hefle, vum Al Capone und de Alaska Büecher vum Jack London über d` Hudson Bay Company.

S` goht schnell uffwärts, immerhin hät de Iiwanderer Richard viel meh kinne wie nu Tellerwäsche, nämlich feinschte Zahrädli fräse, winzigi Welle drehe, hauchdünne Platine bohre und vor allem: Verkaufe, trade, promote, halt verscherble, verkimmle, verkippere. In Thomastown entstoht so e „Watch- Business“ by Richard Kreimer from Old Germany/ Black Forest mit ebe dem guete Ruef. Weil die grobe, schrundige, amend au verschossene, schrundige Cobayhänd halt oafach nit so feinfühlig, so uhremachermässig schaffe kinnet, orderet er villi feine Teil vu de andere Siite vum grosse Teich. I de Hoamet vu de Selma und vu ihm, z` Schwenninge und im Uhremacher- Eldorado im Wälderwald. Drum kunnte er mindschdens alli zwei Johr grad i de ruhigere Wihnächtsziit hoam. Mit eme Turbo- Propp Flieger groundet er denno z` Klote, verdlehnt sich dä en „Mörcidis Bens“ und fahrt uff d` Boor zu de Motter, de Schweschter und de ganze bucklige Verwandschaft.

Die hochbetragt Motter, Tante Marie, isch natierli jedesmol aagrührt, dass sie de Bue doch nomol sehne kha und dass sie wiedermol ihre gschliffe Oxford- Englisch uuspacke und vorfiehre khaa. I dere Ziit isch sie die Königin- Mutter, i de Familie aber au im Städtli. Ob sie allerdings de Bue mit sim kaugummibroete und doagige Middelwest- Ami- Englisch immer verstande hät, des bezwiefli hitzutag selli. Aber die drei, d Tante Marie, d Selma und de Richard, hond jo no e Uuswaichsprooch kha, ihr oeche, krottebroets Booremerisch.

Kurz vor Wihnächte hät er no sini Uhregschäftli z` Schwenninge, , i de Schoone, z` Triberg, z` Giedebach, im Scheewald und z` Fortwange gmacht. Vill Uhrefabrikante hond ihn scho kennt, aber doch nit alli. Sie gnitzi Spezialität war, mit dene Wälder wo nu dürftig Schuelenglisch, wenn überhaupt, gradebrecht hond uff Amerikanisch, viellmols mit Händ und Fiess, z` Kommuniziere. Es hät ihm mords Spass gmacht, die eweng hinterfotzig z` verseckle und sich stundelang absolut nit als bodeständige, alemannische Landsmaa uusgähe. Oemol hät er sich amerikanisch direkt, wortgewaltig und luut über e granatemässig vermorksete Lieferung uusglau. Kleiluut und unterwürfig hond die Fabrikäntli, die Mäeschter, die Buechhalter d` Schuld natierli uff de Kleischt, de versoffe, verkumme Dreher Basili vum Hintereck, abgschobe. Wo dene devote Fabrikler vor Hennefidligkeit nint meh a Uusrede iigfalle isch, hät sich de gross Manitou, er war werklich e mächtige Gstaalt vum Erscheinungsbild her, vor sie uffbaut, sich uffblose und gjoolet:
„Schlaanet ihm de Schuhe in Arsch !, dem Saukaib, dem verkummene Nintnutz“.
Dodemit war de Bann broche und verdatteret hond sie gmerkt, dassd er jo on vu ihne isch. Und sie sinni zueverlässige, ehrliche Wälder Gschäftsfreund. Gschäfter sind vu dä eweg no besser gloffe, fein ghölt, gspindlet, gfräst und drechslet, so wies halt die präzise mechanische und mentale Wälderuhrwerk so a sich hond.

Niklaus isch en Gute Maa………………

Weil bei uns i de Grossfamilie i de Lassbergstroos natierli am Meischte bote war, isch er am Klosetagobet, nochdem er stundelang uff em Klosemärt uff- und ab gange isch und verzelle und Sprich mit em halbe Städtli hät mache messe, denno immer zu ihs kumme. „Santa Claus“ war für ihn als Hifinger Kloose- Märt prägte, halt genetisch bedingt, der Tag, de höchscht Fiirtig im Johr. Und den hät er erlebe messe und genosse wie sunscht nint uff sim glückselige Hoametbsuech.


De Nikelaus und de Beltzenickel also waret bstellt, de Sack mit de Gschenkle für d` Kinder im Kärstägeabgang ännigrichte und de Tisch feschtlich deckt und mit frischbachene Breetli uusgstaffiert. D` Motter hät de Adventskranz aazunde und d` Fleete vu de Maidli, d` Giige vu de Motter und Noteblättli ännigrichtet. De Vatter hät de küehl Kiechlinsberger Ölberg und d ́ Gläser parat gstellt und d ́ Annanas- Bowle und die Kardamom und Zimt Breetli hond de Guu vu de Karibik und em Vordere Orient verströhmt. De „Mörcidis Bens“ mit Schwiizer Nummere hät komischerwiis scho im Linseösch aaghalte. De mächtig Onkle Richard und sie Zärtele, de Hämpfling, die klei Tante Selma, geborene Schläecker, sin uusgstige wie Staatsgäscht und dorch de pudrig Pulverschnee in Lassberg gfiehrt wore . A de Huusdere zerscht no schnell und hählinge en Kirsch mit em Vatter, halt mol konn Whysky, uffs Wohl vu de Gäscht us em Mittlere Weschte vu Ämerika und denno nint wie inni i die warm und eng Stubbe. Grossmotter Sophie, de Opa Felix, d` Gotte, Vatter, Motter und die 7 Kind mond eng zemetrucke, dass die beide Amerikaner sich wohlig i die zwei Sessel kaie lau kinnet.


Und scho schellets luut und klockehell und es morret vor de Huusdiere her: De Nikolaus mit em Bischoffstab und de Mitra, de rappeschwarz Belzenickel, dem d` Motter no schnell de Gschenklisack zutrait hät, schreitet würdevoll und furchtiiflössend i die nuu mit Kerzeliicht feierlich erhellt Stubbe. Niklaus- und Adventsliedle wered mit Flöte- und Giegebegleitung innbrünstig gsunge, Gedichtli scheu uffgsait und denno wered die Schandtate und die guete Werk vu de Kinder vum Nikelaus mit dere sonore, würdevolle Stimm, die us dem dichte, silbrige Bartgwöll hinneverrikunnt, briehwarm uffzellt und us me Rodel vu me uralte Messbuech vorglese. De Belzenikel fuchtlet manchmol mit de Ruet, mit de Schelle und em Sack. Dä inni schobbet er, noch dem er d` Gschenkle usem Sack vertoalt hät, de vorwitzig und uffsässig, aber denno doch selli verdutzt Fritzli inni und schloapft ihn in Käher abi. No bevor de Nikolaus und de Belzenickle ganz us em Huus sind, kunnt er scho wieder unneuffi und verkündet rotzfrech, dass er vorsichtshalber e Scheer im Hosesack geht hai zum de Sack uffschniede. Mit dem luute Uusruef vum Belzenickel „ Du Satansbroote, du Elende“ goht im allgemeine Hallo und Glächter der eigentlich feierlich, bsinnlich Toal vum Obet unter. Am Allermeiste waret aber die beide Amerikaner über den giffizige Soacher Fritzli „Verry amused“, wa sie im broete Hifingerisch und Schwenningerisch spassig kund dau hond. Überhaupt hät mer koe weng ebbis vum Amerikanisch uusigheert. Für mich hond die beide die reinrassigscht Mundart gschwätzt. So broat hät mer si amel nit emol vum Hifinger Mundart- Original, em Onkel Gottfried, ghehrt.
Und jetzt ruckt de Onkel Richard no mit sim neischte Nikolausgschichtli uussi:

Ganz i Gedanke a s` Uhregschäfte versunke, sei er grad vor paar Minute im uudurchsichtige Schneegstöber mit sim Mörcidis d` Krankehuusstross unneuffu gfahre. Zmols sei ihm so en lange Lulatsch mit eme verfilzete, wiisgraue Bart und eme so oafältige, rote Fasnethäs über de Weag dappet. Dem Dackel het er grad no huupend uuswiiche kinne, aber hinnedrii wär no so en schwarze Kohlsack dappet. Den het er ums Hoor no verwischt und verkarret. Wo die beide ihm denno gähwietig und uuchrischtlich hinnedri gfuuschtet und sakramentiert hetet, wärs ihm kumme: „ Des war jo bigott de Nikelaus und de Kneacht Ruprecht, leck mi doch am Arsch, hoffentlich gond die hit obet nit zu s` Mauze“.

Drum heb er s` Auto im Linseösch scho abgstellt und sei er so still gsii i de duuschtere Stubbe und het sich nit vermuckisiert, dass sie ihn jo nit erkennet und dass nit au er no in Sack kunnt wege dere fascht- Verkarrerei und er mit de Rute vum Belzenickel de Ranze voll kriegt.
Marry Christmess and Happy New Year, so klingt de Obet uus noch em obligate Schunke im Brotdoag vum Klärle und em Herdepfelsaloot vu de Gotte. Familieseelig, weinseelig, fidel und hoametseelig.

Drei König

Und nomol kunnt de Richard und d` Selma is Huus. Bevor sie z` Klote noch Drei König wieder in Flieger stieget, wend sie au no die Drei König us em Morgeland i de Hoamet verlebe.


Im Mariehuus wered vu de Müettervereinsfraue, dene Vikar, de Oberminschtrante, em Messmer und em Pfarr drei Gruppe als Heilige Drei König usstaffiert. De Schwarz König word zerscht dick mit Niveacreme iigsalbet und denno mit Ruessfarb zentralafrikanisch, rappeschwarz aagmoolet. Nu no s` Wiiss i de Auge giht en Kontrascht. De Schwarz war alljohr de Hansjörg. Amend well er eweng kanibalisch uusgsähne hät ? Zu jedere Gruppe, sie bestoht jewiehls us fünf Minschtrante i uugfähr de gliiche Grösse, ghört no de Sterneträger und de klei Kässlibue, de Bettelsack oder de mitleidig Gabe Fechter, und eme Vikar oder Oberminschtrant mit ere wiesse Kriede im Hosesack. Ganz wichtig isch au e Loaterewägeli. So gohts noch ere korze Aasproch vum Pfarr über die arme Missionskinder, de Hunger i de Welt und em Friede uff Erde i die onzelne Pfarreitoel. S` Rauchfass word vor jedere Huusdiere frisch glade, dass es jo gherig reicht und gut noch Harz und Kohle riicht, daß d` Buddi mit Weihrauch und Myrre tagelang iigneblet isch. S`goht i d` Siedlung, de Linseösch und i d Unterstadt, Käferstroos, Milligass und Eile. A jedere katholische Huusdiere word, gschellt. Me woass genau wer Mariekerchler isch. Wenn uffgmacht word, gihts e Begrüssungssprichli vum Sterneträger, jeder König sait en Segensspruch und de Spendekässlibue bettlet wehliidig um e Milde Gabe für die Arme vu de Ärmste i de Missione.

De Oberminschtrant moolet no die drei Buechstabe „ C*M*B* „ mit de Johreszahl an Kriezstock. Meischtens gihts no paar Tafle Schokelad, Äpfel, Nüss oder Bretli, die in schnell gfüllte Loaterewage innibieget wered. Die Gabe wered no am Obet im Mariehuus ganz gerecht und gliichmässig a die Sternsingerbuebe verdoalt. S` Geld im Kässli word zemetglait und a d` Sternsingeraktion vu de Diözese gschickt. I om Johr homer mol 7 000.- Mark zemetbroocht und waret die 3. bescht Pfarrei im Sternsinger- Sammle vu de Diözese. Do druff waret mir Mariekerchler mords stolz und hond de Stadtkerchler wieder mol e langi Nase gmacht.

Weils vielmol iisig kalt, verschneit, verregnet und stürmisch war, hät mer i de Halbziit bei ere vorher uusgmachte Familie i de warme Stubbe en Kako, e paar Wienerli oder e guete, dicki Suppe kriegt. Desjohr war die Uffwärmpaus bei iis im Lassberg. Dä nämlich hond scho iisri Amis uf die Drei König gwartet. Die andere Sternsinger hond scho gschpannt gucket, ob die werklich en Cobayhuet uffhond, e Marlboro rauchet und en Kaugummi im Muul ummidoaget. Die Erwartunge sind nit ii Erfüllung gange. Die hond jo uusgsähne wie du und ich au au so gschwätzt wie mir ? Nochdem die Segenssprüchle, die Liedle und die Spendesprüchle uffgsait waret, s` Kässle gfüeteret war, hond alli tatsächlich no jeder en Original- Chewinggum vum Onkel Richard kriegt.

One Dollar

Und jedem hät de Onkel Richard no ebbis persönlich i d` Hand druckt: En wiis- graue, abgriffene Schii uff dem „ One Dollar“ gstande isch und wo om de Georg Washington weise, staatsmännisch aber au väterlich aaguckt hät. So ebbis hät no kon vorher gsehne oder griegt. Nit emol i de Cobayfilm. Dä hät de Baarkeeper immer zerscht i den Golddollar bisse, bevor er dem dorschtige, verstunkene, miechtelige Cobay e gross Wasserglas mit billigem Whisky uusgschenkt hät. Daß die verkummene, vollbusige Baarwieber uff so Kerli innikait sind, isch mer lang e Rätsel gsii und erscht i de Latschi- Hormon Johr uffgange.

Mit krottebroetem Baaremerisch hät sich de Onkel Richard und Selma bei dene Heilige us em Morgeland bedankt und verabschiedet und gsait, dass er Morge au wieder in e wiit entfernt Land abreise dät, uff die ander Siite vu de Weltkugel i d` Nähe vu de, jetzt uff broets amerikansich, Naiagära Folls (Niagara Falls).

Für paar Tag war mer wege dem Ami- Onkel, em Kaugummi und dem Dollarschii de Held. Woni tagsdruff au no hoffährtig aagähe han, dass en andere Onkel au dä dänne i Südamerika, i de Nähi vu de Iquasuu Wasserfäll, die hundert mol grösser wie de oafältig Rhifall z` Schaffhuuse seiet, und dä dänne z` Brasilie lebe und missioniere dai, han ichs endgültig für Woche für die Grosskotzigkeite verschisse khaa. So vergänglich kaa Ehre und Ruhm sih. Bsunders unter Luusbuebe, unter Minschtrante, wemmers mit em Aagähe so saumässig und überzwerris übertriebt.

Erinnerung

Wa aber lang nit vergänglich war, war de Geldschii. Den han ich Johrelang in ere Schatulle uffghebt, nit iidauscht und nit verputz, vermärtet und verdummbeitlet. Ghiehtet han ich ihn wie en Schatz für Notziite und doch isch er emol verschwunde gsii. Ganz im Gegesatz zu villne Erinnerungsstückli vu Onkel, Dante, Gotte, Getti, Oma und Opa. Sogar s `Gebiss vu de Oma, d` Sackuhr vum Opa, de Finnedolch usem Norwegekrieg vum Getti, s` Glasaug und d Leica IIIF vum Onkel Wilhelm, em Brasilie- Pater, und s` Goldvreneli vum Onkel Josef han ich immer no.

D` Erinnerung aber an Onkel Richard und a d` Tante Selma, die lebt und bliibt im poesivolle, episodische Gedächtnis us de seelige und feschtliche Kinderziit erhalte.

Jo , so wars.

Trotzdem dass desell Dollarschii verschwunde isch.


Au e’Christkindle-Gschicht

5. Dezember 2020

Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr

S’giit nu on Ort uf dere Welt 
Wo mir jeder winzigscht Winkel
Ganze Schare vu lebendige Erinnerunge zuewirft 
Wo jedes Plätzli i jedere Gass
Ver mich ebs Erlebts, Entbehrts, Uverlierbars isch 
Und no en Nochglanz vu dem fabelhafte,
riiche, lideschaftliche Lebe a sich trait
Daß ich als Bue do glebt han

Hubert Mauz frei nach Hermann Hesse

„e` Sechzehner- Lok“ au e` Christkindle- Gschicht

Aafang Dezember isch mer fascht jede Dag nochdem d` Huusufgabe gmacht häsch, d` Krankehuusstroß rab. Bim Zinke- Ernschtle vorbei, den häsch miteme Pfiff dorch Zai obe abi glockt. Schnell simmer mitenand über de Rothuusplatz und zum Thedy a s` groß Schaufenschter gwetzt. A dem Spielwareschaufenschter vum „Eisenwaren- Haushaltswaren und Spielwaren Otto Thedy “ häsch der denno ufem kaalte Stoafenschterbank d` Nase a de froschtige Schiebe fascht platt druckt. Hinter de Schiibe hät de Stocker , de Chef vum Lade , scho vorem 1. Advent die groß Iisebah ufbaut. Jedes Johr bisch gspannt gsi wanner Desjohr ver e neii Schlaufe dezuebaut hät und wa ver e Landschaft wieder dezue kumme isch. Amend endlich emol d` Sauschwänzli- Bah ? De Kaltebrunner- Kurt oder ebe de Stocker hond Punkt zwei s` Derli i de mit wiisse Wolke bemolte Kulisseruckwand ufgmacht und a de Trafo vu dem Wunderwerk triblet und uf Stufe „ 2 „ gschaalte. Denno isch die elektrisch Iisebah , Spur H0, mit 2-3 Züg de ganz Mittag bis in Obet inni, vu usse kum hörbar, liisli und i oe Fiddle dorch de ganz Schwarzwald und s` Voralpeland im Ring umme gloffe.

Iberal sind Liechtli und Lämpli aagange, Schranke sind wie vu Geisterhand uf und zue gange, a de Kreuzungsweich hät on Zug beim Rote Signal uf de ander gwaartet und hät en vorbeiglau. Am Bahhof hond d` Ziig ver paar Secunde ghaalte dass die Passagier, die häsch der halt Iibilde messe, uus – und iistige hond kinne. Ufem Güterwagegleis a de Rampe hät de ewiglang Gieterzug ghaalte. Milchkante usem Breg- und Brigital sind schepprig a de Milchzentale usglade wore, Langholzstämm sind vum Tiefbettgüeterwage abibolderet, Kohle und Koks isch abkippt, verwoge und abgsackt wore und Bierkischte und Bierfässer vu de Brauerei sind ufglade wore. En andere Gieterzug hät a de Silotürm vu de ZG stillghebt und Fruecht und Getreide vu de Kornkammer Boor iigfillt griegt i die Silowäge. Am Rampe vu de Franzose sind Laschtkärre und Panzer vu de Flachbettwäge abglade wore und denno sind sie is Proviantamt über die Nebegleis a de Millibruck vum kleine Rangierlökli innirangiert wore. Ufem Trittbrett vu om Wage isch en Iisebähnler mitere Karbitfunzle gstande und hät mit de Lampe gschwaiet und de Pfiefe im Muul dirigiert. De ganz Eschinger Wirtschaftskosmos isch hinter dere Schiebe uf on Blick abgloffe, real aber au i iiserm Kopfkino.


D` Kinderphantasie hät konni Grenze und konni Begrenzunge kennt. Vum Bahhof eweg sind die Züg i paar Secunde über de Ravenna- Viadukt gsorret und, ruck zuck, war er scho wieder i de Hochalpe , im Allgäu und am Voralpsee bi Füssen mit de Königsschlösser im Hintergrund. A de Kulissewand kunstvoll und märlihaft ännigmoolet. Zugspitz im Hintergrund war us Gips usmodelliert und a de Abhäng uf dene untere Blume- Matte sind Alpekühli, Älpler wo jodlet und Sennerinne wo winket gstande. Rundum Fallerhiesli im Alpestil mit Stäe uf de Dächer dass se de Storm nit nimmt. Am Ravenna- Viadukt natierli Schwarzwälder Walmdächer mit Wälderkiehli und Schwarzwälder Füchs uf de satte Woade. Gsoffe hond die a de us Staniolpapier ännitrappierte Wiesebäch, me hät die quellfrische Bächli im Ohr fermlich gluttere ghört. Rund um de Tittisee und unterm türmlebsetzte Feldberg hät die Idylle stattgfunde. On Bahhof vum legendäre „Fallerhiesli“ Bauer usem Gietebach war de Zindelstoaner Bahhof. En andere, de Konstanzer Bahhof mit dem Minarett und isern Eschinger Bahhof, die hond natierli au nit fehle derfe. Mühlräder hond sogar draiet ohni Wasser. A historische Wäldermillene und i Sägwerk hond sech d` Gatter uf- und abbewegt und suuber und akkurat hunderti vu Festmeter Diele, Bretter und Kanthölzer gsäget. Natierli hond zu dere Idylle au zwei, drei Kerche ghert und au Kapelle und Feldkriezer hond ver die Verrichtung vu de Volksfrömmigkeit uf de Höf und de Felder nit fehle derfe.

Desjohr hät de Stocker- Thedy au s` Donautal dezuebaut. De Schienebus fahrt uf s` Kloschter Beuron zue, am mächtige Gips- Petersfelse mit em Kriez obedruf vorbei, d` Burg Werewoog taucht am reachte Ufer vu de Donau uf und uf de andere Siite vum mit hohne Kalchfelse umsäumte, liebliche Wiesetal taucht au die vertroomt Burg Wildestoa uf. Und kumm isch de Schienebus imme Felsetunnel korz vor Sigmaringe verschwunde, do pforreter au scho wieder hinneferri und sorret i die topfebe Boor mit dene zahlriche Donauschlinge zwische Guetmedinge und Pfohre ummenand.

Uf de „Spanische“ Kulissewänd war de ganz Landschaftsblick vum Schelleberg feschtghaalte. Vum Berner – Oberland, zum Titlis, Säntis, de Churfirschte, über de Bodesee bis zum Allgäu häsch bildhaft und hoametkundlich s` ganz wunderschee Panorama gsänne. Erdkunde wies de Lehrer Otsche Frank nit aaschaulicher und kindgerechter und nit besser mache hät kinne.

Ab- und zue hät de Kaltebrunner- Kurt i Pause, wonner mol konni Nägel und Schruube hät abwiege und uszelle hät messe, s` Kulissederli ufgmacht und hät on Zug aaghalte und en andere renne lau. Verschiedeni Dampflocke hät er usem Lokschuppe schnuufe lau. Die Märklin- Manne hond ebs neis broocht: En Zusatz zu de grössere Dampflocke mit eme Öl wo bim Fahre fascht genauso scheen Dampf und Rauch us em Lokomotive- Kämmig uusbloose hät wie die Dampflocke wo usem Eschinger Bahhof geg Gräninge gschnuufet sind. Wenn de Glick khet häsch hät de Kurt onni grad mol mit Öl gfillt. No isch der Zug zwar vu unne über de Stromschliefer mit Strom versorget wore, aber doch fer e paar Minute unter schneewiessem „ Dampf „ gstande. Die wiiess- rot, neimodisch Diesellock, selli BR 216, und de „ Rot Arnold „ de Schienebus VB 142 wo zwische Eschinge und Villinge allfort hin und her gschleche isch, ab und zue halt au mol geg Pfohre, Giisinge und Immedinge, dieselle Dieselstinker hät er us verkaufsstrategische Gründ natierli au ufgleist.

Allmählich hond d` Pfote ghorniglet und d` Fiddlebacke waret vum Hucke uf dem saukaalte Schaufenschterbank fasch scho aagrfore. Aber de Höhepunkt, wo all Stund aagstande isch, den häsch nit verpasse derfe, den häsch no winterhert abgwetteret.

S` Krokodil, seller langstreckt, mit zwei Drehschemel usgstattet elektrisch Moloch mit wa woes ich wievill Tonne und Kilowatt, den häsch no gsenne ha messe (6 Achse, 18,5 m lang, 1750 PS, 120 t). Jetzt macht de Stocker de Lade uff, grinst gönnerhaft is Buebepublikum und lot mit ere theatralische Handbewegung am Trafo, so wie wenn en Dirgent a s` Pult goht, des Unikum, der Kraftprotz, des legendär Krokodil mit eme ewig lange und zigtausend Tonne schwere Gieterzug hinnedraa usem Hangar , useme Tunnel gleite. Majestätisch schloapft der brutal, des war dämols s`Modewort wie hit „geil“, Kraftbolze den mit Holz, Maschine, Kohle, Kies und Brauereibiertank schwerbeladene, elendlange Gieterzug ohne on Zucker, ohne on Mucks, federliicht, mühelos wie wenn`s nint wär, über die steile Schwarzwaldrampe , über s` Ravenna- Viadukt, dorch d` Triberger Kehrtunnel. Jedesmol wenn es erhabe über d` Ravennabruck schuuset, monsch jetzt krachets Vidukt zämet. So wie am End vum Krieg, wo die Nazidubbel des Viadukt i de letschte Däg im Endsieg gopfert und no gsprengt hond. Es ruuscht de Schwarzwald wieder abi und fahrt hoffärtig z` Eschinge in wichtigschte Bahhofsknotepunkt z` ganz Bade mit eme luute, lange Pfiefe ganz majestätisch ii. Jetzt glänzet d` Kinderauge und selig troomsch, dass irgend wenn emol die Lokomotive- Königin, so e gottgliichs Krokodil, au unter dim Christbomm liit. No besser wärs natierli, wenn des Schwizer Gotthard Krokodil, wa no grösser, no stärker isch wie iisers, dä unterm Wunderkerze ertrahlende Dännli liege dät. Denn sell helvetisch Krokodil muess no längere und no schwerere Gieterzüg de Gotthard uffi und dorchs Gotthardloch i d` Tschinkei schloapfe (8 Achse, 20 m lang, 2500 PS, 130 t).

No kentsch erscht reacht aagäe und d` Nase strecke und wärsch de Krokodil König. So wie de fett Lumumba mit dene Viile Wieber und em Büffelhoor- Fliegewadel als Zepter. Ob der überhaupt woass wa e Abendländisch Krokodil isch?


Jetzt word dä z` Eschinge am Güeterbahhof uff- und abgalde und so sieht mer, wa z` Eschinge uff de Boor dorch die Iisebbahne, wo vu glii 4 Siite Gleis zemetkummet, so alles bote isch. Sogar e Drehschiebe zum umdrille vu de Lokomotive, dass sie schee vorwärtsfahret und nit mit em Fiddel voruus schnuufet, hond mir do am Schienegwirr. A de Rüebäcker und de Labrante, wie des Gwann uff Almedshofer Gmondsfeld wo der Bahhof baue wore isch anne 1868. So kapiersch dass Ware, Milch, Holz und Liit vu Fortwange, vu Friborg Wii und Gmies, vu Konstanz, em Hegau, de Reichenau Obst und Salot und vu Offeborg und Kehl am Rhii Koks und Kohle do bei iis aakummt und wieder mit Bierfässer vu de FF- Brauerei belade wieder devupfufferet. Und so stohts au uf dene Aa- und Abfahrtstafle vu de Faller- Bahhofsschilder: Hamborg, Frankfort, Kassel, Lindau, Amsterdam und Köln. Des kamer grad no so entziffere. De Lehrer Pfingschtler hät halt doch reacht kha, dass mir Eschinger d` Drehschiebe, wenn nit sogar fascht de Nabel vu de Welt sind.

„Heieiei, Ernschtle, war des wieder schee, kumm, jetzt gommer zum Guetbrod i d` Wasserstroß“.
Bim Beck Nobs, dä giihts die beschte Brezeli i de Stadt, dert spendiert de Ernschtle no e Brezeli fer 15 Pfennig. De Zinke- Ernschtle hät all Geld, Penunze hond mir dämols gsait, im Sack well er zerscht i de Mamme und de Tante. Em Freili Wassmer, paar Pfennig us de Bürgerstibbli Wirtschaftkasse abfuggeret oder au mopst. Und klei weng später bettlete er d` Tante, s` Freili Wassmer hählinge au no aa. So hät er meistens s`Dopplet im Hosesack. Und manchmol bohret er au no de gross Brueder aa, desell Pils-Zapfhane – Virtuos und begnadete, berüchtigte Pilsblume – Teschter und Bier- Vorkoschter.

Im Schaufenschter vum Gutbrode- Fritz sind Schriftzüg ufbäbbet mit, kursiv, „Fleischmann“ und i Großdruckbuechstabe „TRIX“. Des „Fleischmann“ hät sich scho aaghert und glese wie wenns e Metzgerei- Maschinefabrik wär mit Fleischwolf-Worschtschnied-maschiene und Riergerät. Der Name scho isch innere ghobene Spielzeug- Iisebahn uuwürdig. Und erscht rächt no„TRIX“ : Des hert sich aa wie bschiesse, mauschle, halt trixe. Wie wenn sie om ebbis dritt- Klassigs aadrehe wetet. „Märklin“, des klingt melodisch wie Bahschienetackt, halt wie schwäbische Fleiss, Präzision, Zueverlässigkeit, Produktbräeti und Langlebigkeit. Au eweng wie „ Merlin“, de Zauberer us de Kindertraumwelt, des hersch eweng us dem Name drus ussi. Aaregendi Kinderträum stieget drum mit dem wundersame Name Merklin unstillbar i om uff.

„Siesch dä, die Schiene us schwarzem Bagelitt, nit emol Mittelstromabnehmer hond die, grad nu emol 3-4 Loke, koe Krokodil, kon Triebwage. Hubi, des guckemer nit lang aa.“ . „Guck dä, koe Bergstrecki, koa Viadukt, alles im Flache, im Ebene. Die Loke verziehnet nit emol fünf D- Zug Wäge“. „Ernschle, und statt oberschlächtige Schwarzwälder Wasserräder hond die Windmüllene wie im dupfebene Holland oder z` Holstein, Jessesmareie, so e Glump. Und guck, dä, sel TRIX– Miki- Maus Oval. E kleini, krippligi Dampflock, zwei Bregtäler Personewägeli und zwei winzigi Gieterwägeli, Ohje , Ohje, jegesmareie, so e armehiesler Bah ! Ernschtle, kumm mir gond wieder zum Thedy, zu de Märklin- Bah. Dä hond d` Schiene scho e iibauts Schotterbett und dä giihts sogar Strom- Oberleitunge“.

So gohts de halb Dezember und jetzt isch e Entscheidung fällig. A villne kaalte Mittäg häsch innere kleine, wendige, wuselige und zueverlässige Dampflock zueguckt. De Sechzehner-Lok, wie sie i de Kenner- Fachsprooch khoasse hät, well sie 16.- Mark koschtet hät. Über Johre war sie preisstabil, wertbeständig, robuscht, zueverlässig bi Wind und Wetter, halt mit legendärem Ruf. De Renner vu Märklin, de VW, de Käfer, s`Arbeitstier ufem Lokmärt, kennt mer au sage. De ganz Dezember häsch de Kassestand prüft, Kassesturz gmacht, kalkuliert, abgwoge, überschlage wa sunsch no bruuchsch und en Vorgriff, e Vorkalkulation gmacht, wa a Wihnächte no so a Zahlungsiigäng kumme kintet. S` Minschtrantegeld am Stephansdag dierft wieder so 18- 20 Mark bringe, vu de Gotte kennt en Zehner kumme, d` Oma lot au en Batz, en 5-er hoppe und andere Wünsch wie neii Schiihschue erfüllet dier d` Motter und de Vatter. De Haushalt ver s` näscht Buebe- Johr isch, ganz im Gegesatz zu de Stadtkass, meh als uusgliche und solid ufgstellt.

Am 20. Dezember, nochem 4. Advent, stürm ech mit rotgliehige Backe ufem letschte Knopf, mit Herzbumbere und ugwehnlich hohem Puls ganz ufgregt de Thedy Lade.
D` Ladeschelle macht Ding-Dong und schellet de Kaltebrunner usem Iisewarelager hinneverri. „Wa wit Bieble?“ . „E, e Se- Sechz…ehner- Lok“, stottere ech ufgregt, „ diesell BR 89.0 het i gern“.„Sapperlot, do häsch der aber ebbis reachts usigsuecht. Bisch nit du de halb Dezember am Schaufenschter ghanget und häsch der kalte Backe, kalti Pfote und e kalts Fiddle gholt ? So, So ?? Wer so viel Liedeschaft fer sie Märklin Bah ufbringt, dem gib i sie sogar ver 15 Mark. Liesli Bue, saisch es aber nähmert, versprichschs mers ! sunscht kummet nämmli alli gi fechte. Solle mer se iipacke oder kaasch`s scho nimme verhebbe bis de Chrischtbomm brennt?“ . „Iipacke bittschee, des Päckli leg i mer selber under de Bomm. Uf Wiedersähne und scheeni Wihnächte, Vergelt`s Gott, Dankschee Herr Kaltebrunner“.
„Sooo, Herr Stocker , dem Biebli hani oa Mark nooglau, der kunnt die näschte paar Johr no villmol, der isch ganz aabrennt, der bliibt Marke- und Firmetreu“. „Hond sie guet gmacht, Kaltebrunner, so kinnet mir mit dem Biebli no lang gschäfte und zemet mit dem Biebli hond mir no villi scheene Iisebah- Wihnächte“.

I dem Johr därf ech i de Mitternachts- Christmett s` Jesuskind. iigwicklet innere Persil- suubere Windel, i dere feierliche Prozession dorch die ganz Mariekerch trage. Mit ere kleine Kinder- Albe, eme Cingulum und ere Minschtrante- Stola hät mi de Messmer Klebo usstaffiert und aagschieret wie e kleis Lilliputaner- Pfärrli. De Kleischt Minschtrant vum Dienstjohr därf nämli des Christkindli zum Krippli trage. Sell hät de Zimmermaa Köpfer- Sepp kunstvoll bäschtlet, zimmeret und ufbaut. D ́ Auguschte Köpfer, sie Frau, hät dene Krippli- Figure je noch Funktion prachtvolle oder armselige Häser gnaijet und aagleit. Des ganz Krippli war fascht e stilgerechti Landschaft usem Morgeland, Betlehem, ihr Bube und Maildi, hoasst des Ort. Mit Felse, Wüschtesand, Höhle, Kameler, rassige Araber- Resser, Gstripp- Esel, Goasse, mageri Schäfli, e Kuhe und en Ochs und eme Hittli.. En Schwarzwälder Heuschopf mit tiefabizogenem Dachwalm und ere Petroleumfunzle im Gräch. So khaa de Rege und de Schnee wo i dem hoasse Morgeland alli par hundert Johr mol abikunnt, nit in Heustock fege und s` Strau und s` borschtig Hei nit vernässe und verkaibe. De Erscht aber verzeihlich Stilbruch vum hoametverbundene Zimmemaa Köpfer- Sepp. En Schwarzwälder Holzworm kha halt nit us sinnere Huut, au oder erscht rächt nit, wenns um Wihnächte goht. I sim Zimmermaas- Koleg, dem Seppli usem Morgeland, hät er nebem Kripli e helzerni Zimmemaas- Kischte ännigstellt mit ere Sägi drin, ere Bundaxt, eme Stechbeitel und eme Latthammer. Dodemit hät er no schnell bevor des Kindli uf d` Welt kumme isch us Dachlatte, vermauchete Bretter woner i dem Schopf gfunde hät, e gmietliche Krippe zemetgnaglet. De Maja hät Köpfer Auguschte en scheene , blaue Booremer Burremaidli Schorz aaglait. Der Gsell war halt au uf de Walz. Aber nit freiwillig als Handerksbursch zum s` Handwerk kennelehre wie de Köpfer i junge Johre. Er hät mit siener Maja ufreiwillig vor dem Menscheschinder Herodes vertlaufe messe. Palme us Schilf hät de Köpfer zwar stilgrecht ufgstellt, Dännli aber ufzstelle, des hät er tatsächlich grad no so mit Mühe verhebbe kinne. Sovill muen er vum Gelobte Land Palästina scho gwisst haa, au uhni Fernseh und Wikipedia. Daß aber die üppig moosgräe Landschaft us Moos, Riißnodle und grasgräe iigfärbtem Sägmeahl nit so ganz i die karg und kahl Wüeschtelandschaft passt hät, des hond sogar mir scho gwisst und gmerkt und des war de Zweit, aber au verzeihlich Griff in Ofe vum fromme und gottesfürchtige Booremer Zimmermaa und sinere güetige Frau Auguschte.

Des Christkindli – Trage i dem feierliche Umgang, dere rituelle Prozession dorch die ganze Reihe und Gäng vu de Mariekerch, war im wohrschte Sinn erhebend. De Lauber Albert hät sie Orgle jodle, pfiefe, trompete und brause lau mit allem waner ghet hät. Alli Regischter, dieselle Zugknöpf über de Taschtemanual, hät er zoge und s` elektrisch Gebläse hät de Wind, wonner bruucht hät zum des himmlisch Brause zum Erzeuge, fascht nit zämetbroocht. Do hät er mit em Oberkörper gumpe und im Tackt wiege kinne wiener hät welle, ums Hoor isch dene Bleiblech- Pfiife, dene Holzflöte und dene grosse Bass- Oferohr d` Luft und de Wind uusgange. De Kerchechor war übertönt, überstimmt und nimme zum höre. I dere entruckte Stimmung, umgähe vu Nebelschwade us Weihrauch und Myrre, vu hingebungsvollem Minschtranteschelle und em Liite vu allne Glocke im Glockestock vum Gabriel, i dem allerhöchschte Hochamt vum Johr, do warscht de Hauptkerli.

De Christkindli – Träger vu dem Johr und en wechtige Verkünder vum Christetum und de Frohe Botschaft i de Stadt und uf de Boor.

E grossi, erhebende Ehr. D` Gotte , d` Oma und d` Motter hond gschraue vor Rührung woni würdevoll mit em Christkindli i de Ärm a ihre Kniebank vorbeigschritte bin. I de entruckte Gsiechter het mer ganz bestimmt lese kinne: „Wa word des emol ver en nette, fromme Pfarr gähe“. „ Hette, Hette, Fahradkette“ (hät de Fabian Riesle mol de Sportpresse is Microfon gjublet), wenn do nit später mol der fett Fünfer i Griechisch gsi wär.

Ganz grosses Ritual und Zeremonie war des wa do jede Christmett zelebriert wore isch. Usdenkt und i paar Minschtranteprobe uf Schritt und Tritt und Haltung und Würde iistudiert vum Stadtpfarr Helmut Baumgärtner, em begnadetschte Prozessionszelebrant vum Dekanat, wenn nit sogar vu de ganze Diözöse. Unterstützt vu de erfahrene, Kopfnüss- Oberminschtrante Konrad Kunze und Karlheinz „Manus“ Stadelmann.

Ech aber, wonni s` Christkindli i die Köpfer- Krippe i dere bodeständige Schwarzwälder Ständer- Bohle Heuschier zmitte i de Wüschte inni bettet han, ech han denkt:

„Wa wär des Krippli ver e wunderscheeni, ussergwähnlichi Märklin– Iisebahlandschaft wo ech mit minere nigel- nagelneii Sechzehner Lok im ganze Morgeland ummenand schlieche kinnt

Jo so wars , des Buebeglick z` Eschinge. So e Glick hond iseri Kamerädli z` Betlehem nit kaa.

D` Sechzehner-Lok

Am Mittag noch de Huusufgabe
Zum Thedy bisch, i d` Karlstroß aabe
Dä häsch des gsänne i dem Fenschter dinne
Wa sooo guet bruuche hettisch kinne

Dä rennt e Iisebähnli im Ring all umme
D` Städtli Bube, alli zämet sind sie kumme
Zum troome wa fer Wünsch sie hettet
Und wa vum Christkind sie no wetet

Jetzt guck mol dert, dä wetzt e Lok
Me kennt grad monne über Stoa und Stock
Des Lökli häts mir schwer aadau
Im Mage word` es mir ganz flau

Taguus – tagii stand ech am Schiiebe
Konn Wind, konn Schnee kha mech vertriebe
Sell herzig Lökli mosch bald poschte
Do guckisch nit uf s`Geld und Koschte

Die Sechzeh Mark, die grieg ech zämme
Wenn des nit schaffsch no mosch di Schämme
Uf Wihnächte ghert die Lok no mir
Der Kindertroom isch mir nit z` dier

Am Vierte Advent, dä ischs so wiit
E Lok dä unterm Chrischtbomm liit
Die Sechzehner – Lok des isch min Troom
Vor allem ischs konn Fleischmann Kroom

E Märklin ischs, vum Schwobbe duss
Mit dere häsch halt konn Verdruss
Die sorret , rennt taguus – tagii
Und goht halt nit noch paar Dag hii

Und so erfillt sich Stuck um Stuck
En Kindheitstroom wo loot nit luck
Do glänzet d` Auge, glihjet d` Bäckli
Wenns rennt im Kreis, des keckli Lekli

Hat Glas den Ersten Weltkrieg entschieden?

Feldstecher von Uropi

1915 trifft sich ein Vertreter des Royal Empire hochgeheim an einer Deutsch-Schweizerischen Grenzlinie am Hochrhein mit Abgesandten des grossen preußischen Heerführer Wilhelm II. Vielleicht am Zollhäusle zwischen Fützen und Beggingen? Oder unterm dusteren Eichendach auf der Dissenhofer Rheinbrücke? Genau weiss mans nicht. Auf jeden Fall verkaufen die geschäftssinnigen Abgesandten von Zeiss in Jena unter Vermittlung der Gnomen aus Zürich 35.000 Ferngläser, Zielfernrohre, Periskope und Zieleinrichtungen für Kanonen an den Feind, die Briten. Das weiss man genau. Weil die Zeissianer und die Schottianer Flint- und Cronglas am allerbesten auf der Welt zu optischen Linsen verkochen und in Feinstmechanik verbauen können, das können sie noch viel besser als verkaufen, haben die Glasexperten von Wilhelm II zunächst  Trümpfe in der Hand. Wie wir später sehen werden aber auch den rappenschwarzen Peter.

Die Royal Army hat aber auch Asse im Ärmel. Denn das Empire hat vormals Kautschuk Pflanzen in Brasilien erbeutet, gemopst und in ihren Fernost Kolonien kultiviert, veredelt und in riesigen Sklaven-Plantagen ertragreich multipliziert. So wurden sie die Gummiweltmarktführer. Die Glaskunst und deren optische Optimierung haben sie und auch die Franzosen jedoch verschlafen, vernachlässigt, verlappt. So wie die Deutschen das Gummi Geschäft. Um aber erfolgreich Krieg führen zu können brauchte man für die beginnende Motorisierung Reifen, Keilriemen, Gummiplanen und Schläuche aller Art. Wie ist das nochmal mit den berüchtigten „deal makern“, die die Worte Anstand, Moral, Gewissen nicht in ihrem Brainfundus haben? Das ist nicht nur heute so, das war und ist schon immer so gewesen.

Also machten die deal maker per Handschlag und Salut folgenden Deal:

Weil wir für unser Militär keinen Gummi haben, und ihr keine Zielfernrohre, bekommt ihr von uns sofort 35.000 Ferngläser und wir viele Tonnen von Kautschuk. Vieviel Tonnen wissen wir zwar nicht, aber die Helvetischen Gnomen haben das pekuniär und physisch schnell abgewickelt. In Jena müssen die Ferngläser parat gelegen sein. Vermutlich für die Deutschen Infanteristen, Matrosen und Scharfschützen. Die dann denen natürlich zwangsläufig fehlten. Weitere 10.000 Einheiten wurden auf Abruf bestellt und später nach eiliger Produktion auch noch geliefert. Endlich konnten die Kruppianer und die Mannesmänner wieder Motoren,  Fahrzeuge, Fahrräder und Motorräder bauen, mit denen  die Truppe wieder schneller und bequemer an die Schützengräben kamen. Auf der anderen Seite lauerten aber schon Scharfschützen mit neuester Zeiss Weltklasseoptik auf mit frisch gummibereiften Zweirädern angeradeltes Gewehr- und Kanonenfutter. Auch die neuen Zeiss Marine Periskope der Royal Marines sichteten die mit neuen Ostfriesen-Gumminerzen gischtgeschützten Matrosen auf dem seefesten Kaiser (Minenschiff „Kaiser) messerscharf und zielsicher.

Es gibt Historiker die glauben, dass geniale Deutsche Glaskunst den Kriegsausgang maßgeblich beeinflusst hat. Glas versus Gummi – der Tod soll ein Meister aus Deutschland sein. Aber wie wir sehen, nicht nur aus Deutschland.

100 Jahre später und ein „L“ weniger im Wort , wird GAS statt GLAS zur kriegsentscheidenden Handelsware mit ähnlich wirkmächtigem, tödlichem Sponsoring des Aggressor.

Da sage noch einer Geschichte wiederhole sich nicht.

  • Zielfernrohr


Quellen
*1Ed Conway, Material World, ab S. 58 Die Glas-Hungersnot, Glasfamin des Empire. (2024)
*2 A.König, Die Fernrohre und Entfernungsmesser, Naturwissenschaftliche Monographien und Lehrbücher. (1923)