Maria-Lichtmess

Genau 40 Tage nach der Heiligen Nacht ist mit der Weihnachtszeit endgültig vorbei. Das Fest knüpft an das Lukas-Evangelium an, wonach Jesus wie alle jüdischen Erstgeborenen 40 Tage nach seiner Geburt von seinen Eltern zum Tempel in Jerusalem gebracht und dem Herrn „dargestellt“, also geweiht wurde.

Bis Lichtmess wurde früher in den Abendstunden und bis lange in den Morgen hinein bei Kerzenlicht gearbeitet. Die Menschen haben in der immer länger dauernden Dunkelheit das Wirken böser Mächte gesehen, die mehr und mehr Gewalt über die Erde gewinnen wollten. Am Michaelistag sollten die Gläubigen daran erinnert werden, dass Gott Macht hat über Kälte, Unbarmherzigkeit und Tod.

Der Erzengel Michael gilt als Lichtbringer in der Dunkelheit, als derjenige, der die Seelen der Verstorbenen auf ihrem Weg ins Jenseits begleitet. Er gilt als Bezwinger des Satans in Gestalt eines Drachens. Michael wird mit den Attributen Waage und Flammenschwert dargestellt.

Ein alter Brauch ist es, am Vorabend vom Tag des heiligen Michael im Haus eine Kerze und draußen ein Feuer anzuzünden. Das Michaelislicht zeigt, dass man nun bei der Arbeit wieder Licht braucht. Als es noch keinen Strom gab und Kerzen teuer waren, wartete man bis zu diesem Datum damit. Nach dem 2. Februar musste es dann erneut ohne künstliches Licht gehen:

Wenn’s zur Lichtmess stürmt und schneit – is des Frühjahr nimmer weit!
Is zur Lichtmess hell und rein, wird es no a langer Winter sein!
Lichtmess im Klee — Ostern im Schnee!
Maria Lichtmess bläst das Licht aus, St. Michael zündet’s wieder an.

Mariä-Liechtmeß von Gottfried Schafbuch

Heiliger Nepomuk

Mariä-Liechtmeß vorgelesen von Maria Simon

D‘ Liechtmeß duet a d’Sunn sech loane.
s‘ Büebli blooset d’Liechtli uus,
d’Feischterschiibli frindli blinzelt,
ghuuchet g’frorni Blüemli druus.

s‘ knöschbelt scho im Gart d’Schtuude
und de Dag bliibt länger schtau.
A de Kunkle ’s Wearch isch gschpunne
umme ischt z’Hogarde gau.

’s Waas ischt geweiiht und liit im Zeänli,
Kerze schlank und Schtöcki klei.
D‘ Modder duets zmol liebli schtriichle.
’s ischt e Taufkerz‘ schint’s debei.

Gottfried Schafbuch

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