Liebe Bürgerpostleser,
ich muss sagen, die Rätselbilder hatten es in sich. Es haben einige sich an die Aufgabe gewagt, sie lagen aber daneben. Am häufigsten wurde der Schleimpilz Hexenbutter genannt, einige vermuteten, dass es sich um die Eiablage von der Gottesanbeterin oder der Wespenspinne handelt. Den Nagel auf den Kopf getroffen hat Ingeborg Jaag aus Hüfingen. Sie schrieb, „das ist die Kinderstube einer Wespenart“. Auf die Frage, ob sie so etwas schon gesehen habe, kam die Antwort, „sie habe einen Garten und dort sie habe so etwas schon gesehen“. Hut ab und herzlichen Glückwunsch Ingeborg Jaag, sie hatte als einzige die richtige Spur.
Kinderstube einer Wespenart mitten im Winter, klingt das nicht schier gar utopisch? Also, ich habe die Hilfe von Dr. Hans-Peter Straub, dem Naturschutzamtspensionär aus Königsfeld gebraucht, weil eine Schnellrecherche im Internet nichts Vernünftiges brachte. Er schickte mir den Link:
Brackwespen © Mag. Angelika Ficenc – tierspuren – Spuren auf Schritt und Tritt.
Der Entwicklungszyklus von Brackwespen ist eine hochspezialisierte, parasitische Abfolge, die meist in vier Stadien verläuft: 1. Eiablage mit Legebohrer im oder ohne Legebohrer am Wirt, 2. Larvenentwicklung, 3. Verpuppung oft in Kokons und 4. Erwachsene. Die Larven fressen ihre Wirte, Schmetterlingsraupen oder Käferlarven, von innen oder außen, wobei der Wirt stirbt. Der Zyklus dauert bei optimalen Temperaturen von über 20° C nur etwa 10–12 Tage. Die Larve verpuppt sich entweder im Inneren des Wirts oder spinnt einen Kokon auf oder neben dem toten Wirt. Die fertige Brackwespe schlüpft, paart sich und beginnt nach kurzer Zeit (oft nach wenigen Tagen) mit einer erneuten Eiablage. Sie lebt höchstens 30 Tage. Brackwespen sind als Nützlinge in der Landwirtschaft und im Vorratsschutz von Bedeutung, da sie Schädlingspopulationen (z.B. Mottenlarven) stark dezimieren. Der Kokon, den wir hier auf den Fotos sehen, gehört höchstwahrscheinlich zur Kohlweißling-Brackwespe. Denn diese überwintert darin als verpuppungsbereite Altlarve, bis sie im Frühjahr ausschlüpft. Wie denkt Ihr über diese Geschichte? Ich kann nur sagen, ein wahrhafter Oberhammer.
Auf der Webpage Schadbild wird hier gezeigt, wie sich die Räupchen der Kohlweißlig-Brackwespe über eine Kohlweißlingraupe hermachen. Da wird sicher nichts mehr übrigbleiben. Die Brackwespen sind relativ klein, in der Regel keinen Zentimeter groß.
Ein herzliches Dankeschön Karl Wild aus Maichingen, dass er die Bilder zur Verfügung gestellt hat. Dann Hans-Peter für die Hilfestellung und Euch allen, die Ihr mitgemacht habt. Für Ingeborg Jaag nochmals ein herzlicher Glückwunsch zur Rätselslösung.
Rätselgebilde
Rätsel vom 28. Januar 2026
Liebe Bürgerpostleser,
heute seid Ihr gefragt. Ich möchte Euch drei Bilder von Karl Wild vorstellen, die er Ende Dezember/Anfang Januar 2026 in Maichingen, einem Ortsteil von Sindelfingen aufgenommen hat.
Wer hat eine Idee, um was es sich handelt? Hat jemand von Euch so etwas schon gesehen? Ich bin gespannt, ob jemand auf die Lösung kommt. Die Gebilde sind etwa 2,5 cm lang und haben einen Durchmesser von 1,5 cm. Mehr Hinweise gibt es nicht. Die Lösung erfolgt das nächste Mal. Also viel Freude beim Recherchieren.



Herzliche Grüße
Franz Maus
Ich grüße Sie Herr Brieger,
beides trifft leider nicht zu.
Danke, dass Sie mitgemacht haben. Die Lösung wird Sie verblüffen.
Herzliche Grüße
Franz Maus
Also, wenn so gar niemand miträtselt: Wenn es nur die beiden linken Bilder wären, dann würde ich ja sagen: Eierkokon der Wespenspinne (Argiope bruennichi). Dafür spricht der Fundort in einer gegenüber der Baar schon fast als als Gunstgebiet anzusprechenden Lage mit 9,2° Jahresdurchschnitttemperatur . Die vollflächige Anheftung auf dem rechten Bild scheint mir da nicht recht zu passen. Da wäre ich eher bei den Imperfecti, bei denen, die mal Schleimpilze hießen (Mycetozoa oder Eumycetozoa). Aber da wird es unübersichtlich …