Palmström steht an einem Teiche und entfaltet groß ein rotes Taschentuch: Auf dem Tuche ist eine Eiche dargestellt sowie ein Mensch mit einem Buch.
Palmström wagt nicht, sich hineinzuschneuzen. Er gehört zu jenen Käuzen, die oft unvermittelt nackt Ehrfurcht vor dem Schönen packt.
Zärtlich faltet er zusammen, was er eben erst entbreitet. Und kein Fühlender wird ihn verdammen, weil er ungeschneuzt entschreitet.
>Christian Morgenstern 1906
Palmström mit seinem roten Taschentuch – das war mal. Es gibt sie kaum mehr im Handel, schon gar nicht in Rot und bedruckt mit idyllischen Motiven. Und wer dennoch welche benutzt, der läuft Gefahr, als unbelehrbarer Vorgestriger eingestuft zu werden. Denn geschnäuzt (lt. Duden neuerdings mit ä statt mit e) wird nur noch in papierene Tempotaschentücher. Für deren Herstellung werden zwar täglich 400 Tonnen Zellstoff benötigt, erfährt man bei Google. Doch wen juckt so was, wo doch das hierzu benötigte Holz vorwiegend aus skandinavischen Großkahlschlägen und kaum aus heimischen Wäldern stammt. Schnäuzen – und weg damit! Spätestens nach ein paar Wochen ist das Papier dann ja wohl verrottet und fällt nicht mehr unangenehm auf längs der Spazierwege oder wo sonst noch überall. Und wen kümmert da noch ihr ökologischer Fußabdruck, ob beim Produktionsprozess ihr Holz-, Energie- und Wasserverbrauch oder ob im Sulfit- oder Sulfat-Verfahren hergestellt mitsamt deren enormer Gewässerbelastung. Erinnert sei an die schaumige und stinkende braune Wutachbrühe, so lange es der Neustädter Papierfabrik noch an einem geeigneten Klärverfahren fehlte. 1929 meldeten die Vereinigten Papierwerke Nürnberg beim Reichspatentamt ein Warenzeichen an für das erste Papiertaschentuch aus reinem Zellstoff, das den heute allgegenwärtigen Namen Tempo erhielt. Da wundert es nicht, dass sich Nürnberg neuerdings stolz als „recyclingpapierfreundlichste Stadt Deutschlands“ präsentiert.
Ausgeschnäuzt – und ex and hopp!
Doch wann immer die Nase tropft – was gäbe man da für ein großformatiges Herrentaschentuch aus hand- und kochfestem Stoff mit der Chance auf Mehrfachnutzung! Ob mit oder ohne Schnupfen, zumal bei älteren Semestern und in der kalten Jahreszeit ist das Schnäuzen ein Dauerzwang, Doch es schnäuzt sich halt herzhafter in ein Schnupftuch als in die filigranen Tempos – verbunden mit permanentem Aufreißen der Packung und anschließender Frage: wohin mit dem gebrauchten Papier?
Worin mag bloß der tiefere Grund liegen, der die heutigen „Käuze“ daran hindert, in Stofftaschentücher zu schnäuzen, so wie es Jahrhunderte lang üblich war? Nicht einmal mehr das Winken mit dem Taschentuch ist beim Abschiedsnehmen noch gesellschaftsfähig, allenfalls das Einstecktuch im besten Zwirn ist noch erlaubt. Ist die Hinwendung zum Tempotaschentuch allein der Macht des Marktes oder der Hygiene geschuldet, sind es die Ansteckungsängste vor chronischen Atemwegserkrankungen oder vor noch Schlimmerem? Gelten Stofftaschentücher à la Palmström mittlerweile als ganz und gar unappetitlich, weil sie ja doch nie nach nur einmaligem Gebrauch ausgewechselt und in die Kochwäsche befördert werden? Doch welcher „Fühlende“ (Christian Morgenstern) wird uns „Käuze“ heute allen Ernstes verdammen, weil wir in alter Gewohnheit zum Schnäuzen noch das Schnupftuch aus der Hosentasche ziehen und es nach Abschluss des unerquicklichen Vorgangs auch wieder darin verwahren?
Nächstens muss ich meine Frau bitten, mir noch meinen Geburtstagswunsch zu erfüllen: Endlich mal wieder ein paar neue Herrentaschentücher. Ob sie wohl irgendwo noch welche auftreiben wird? Oder ob sie streikt?
4 volle Kisten Kronkorken gingen am 17. März 2026 nach Bad Dürrheim.
Übergabe der Hüfinger Kronkorken an Miriam Steup von den City Cleaners Germany – Schwarzwald-Baar am 3. November 2025
Kronkorkensammelstelle in Hüfingen für den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V.
Die Freunde der Natur Hüfingen haben seit 19. August in Kooperation mit den City Cleaners Germany – Schwarzwald-Baar eine Sammelstelle für Kronkorken eingerichtet:
Kronkorken können in die Kiste gelegt werden oder auch bei den Freunden der Natur Hüfingen abgegeben werden.
Die Kiste befindet sich vor unserer Geschäftsstelle bei Rosis Blumenstudio.
Wir werden diese dann zu gegebener Zeit nach Bad Dürrheim zu Miriam Steup von den City Cleaners bringen. Die Kronkorken dürfen aber auch gerne direkt nach Bad Dürrheim gebracht werden.
Miriam Steup im Sommer 2025 mit gesammelten Kronkorken
Der Erlös geht zu 100% an den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V.!
Wer aktuell mit offenen Augen über die Baar wandert, kann eine Vielzahl von Vogelarten entdecken.
Einige Wintergäste, wie die Kornweihe (Circus cyaneus) und der Raubwürger (Lanius excubitor), sind noch nicht in ihre nördlich gelegenen Brutgebiete abgeflogen. Andere Arten machen bei uns auf der Baar einen Zwischenstopp nach Norden. Dazu gehören auch die Pfeifente (Mareca penelope) und die Schnatterente (Mareca strepera). Kurz- oder Mittelstreckenzieher, zum Beispiel die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) oder der Star (Sturnus vulgaris), sind teilweise schon zurück. Ein richtiger Langstreckenzieher hingegen ist der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius). Das Blässhuhn (Fulica atra) bleib teilweise hier bei uns. Dies gilt auch für unseren „Neubürger“ (Neozoe/invasive Art) die Nilgans (Alopochen aegyptiacus). Alle Fotos entstanden zwischen dem 4. März und dem 8. März 2023 auf den Gemarkungen Donaueschingen, Pfohren und Hüfingen.
Hier einige Fotos von Thomas Kring aufgenommen am 19. Februar 2023:
Rabenkrähe
Kiebitz
Stockente und Kibietz
Kiebitze
Rabenkrähe
Pfeifenten
Beitrag vom 16. August 2021
Der Wiesenackerhof in Sumpfohren lässt mit seinem neuen Artenschutzprojekt für den Kiebitz alle Ornitiologenherzen auf der Baar höher schlagen.
Ein großer Traum von Professor Dr. Reichelt ist in Erfüllung gegangen und leider kann er die Rückkehr des Kiebitz auf die Baar nicht mehr erleben. Bis zu den „fast überall gegenwärtigen lauten Brutgenossenschaften der Kiebitze“ ist zwar noch ein sehr weiter Weg, aber ein Anfang ist gemacht.
Die Biotopentwicklung hat eben erst begonnen und schon können im Gelände die ersten Paare Kibitze beobachtet werden.
Kiebitze auf dem Wiesenäcker
Der Maßnahmenkomplex wurde im Dezember 2020 genehmigt und soll als Artenschutzmaßnahme der in Baden-Württemberg vom Aussterben bedrohten Wiesenvogelart Kiebitz (Vanellus vanellus) eine Wiederansiedlung ermöglichen.
Kiebitze im Streit mit einer Nilgans
Zur Grundwasseranhebung wurden alte Drainagen verschlossen, um das Niedermoor wieder zu vernässen. Weiter wurden sogenannte Blänken angelegt. Dazu wurden die im Frühjahr am längsten Wasser haltenden Flächen ausgewählt, um dort Mulden mit möglichst flacher Profilierung auszuformen, die den Wasserabfluss verlangsamen und mit Wällen eigefasst sind. Diese Blänken werden vorbereitend auf die Brutzeit geeggt .
Auch wurde die Kiebitzschutzfläche mit einem etwa 2.500 Meter langen Elektro-Schafweidezaun eingezäunt, da Kiebitze Bodenbrüter sind und sie vor Raubtieren geschützt werden sollen. Der Zaun wurde vor der Brutzeit Mitte März aufgestellt und muss täglich kontrolliert werden. Auch muss die Fläche 1-2x während der Standzeit ausgemäht werden und nach dem Verlassen des Gebietes durch die flüggen Kiebitze Ende Juni/Juli muss der Zaun wieder abgebaut werden.
Die Fläche soll später mit Wagyū-Rinder-Kreuzungen beweidet werden. Wobei diese Tiere nicht reinrassig sind und nicht der Zucht dienen. Auch wurde eine speziellen Saatgutmischung aus dem Bodenseeraum mit einheimischen Wildpflanzen auf der Fläche ausgebracht.
Wagyū-Kreuzung
Um die Kiebitze vor dem Rotmilan zu schützen, musste eine alte Pappel entfernt werden und es wurden dafür in größerer Entfernung drei Schwarzpappeln gepflanzt.
Rotmilan
Vielen Dank an Prof. Dr. Helmut Gehring für folgende Beobachtungen auf der Fläche vom Wiesenackerhof im Frühjahr 2021.
Art
Höchstzahl gleichzeitig beobachtet (Datum)
Kiebitz
15 (17.2.)
Kampfläufer
12 (4.4. bis 7.4.)
Waldwasserläufer
6 (2.4.)
Grünschenkel
7 (7.5.)
Bruchwasserläufer
3 (25.4.)
Flussregenpfeifer
12 (11.08.)
Rotschenkel
2 (15.4.)
Alpenstrandläufer
2 (11.08.)
Dunkler Wasserläufer
1 (1.5.)
Sandregenpfeifer
1 (1.5.)
Bekassine
1 (2.4.)
Schwarzstorch
1 (11.08.)
Zusätzliche bemerkenswerte Beobachtungen
am 7.5. 9 Silberreiher auf Wiese
am 9.5. ein subadulterSchwarzstorch,wird vonKiebitzen attackiert
1Seidenreiherzusammen mit 3Silberreihernauf der Wiese
Über den gesamten Beobachtungszeitraum hielten sich regelmäßig ca. 30 nicht brütende Rabenkrähen auf der Fläche auf und suchten nach Nahrung. Ebenso ca. 15 Nilgänse und 12 Rostgänse sowie 1-2 Mittelmeermöwen.
Wer im Frühjahr durch den Wald spaziert, wird viele Pflanzen finden, die bereits blühen. Manchmal ein wahres Blütenmeer, wie beim Märzenbecher.
Der Märzenbecher ist auch als Frühlings-Knotenblume bekannt.
Diese früh blühenden Pflanzen im Wald werden auch Frühlingsgeophyten genannt. Bei Geophyten handelt es sich um mehrjährige krautige Pflanzen, die eine ungünstige Jahreszeit, zum Beispiel den Winter oder trockene Sommer, unterirdisch überdauern. Sie bilden dann bei günstigeren Verhältnissen aus unterirdischen Erneuerungsknospen (Wurzeln, Knollen, Zwiebeln) neue Triebe.
Die Frühlingsgeophyten der Laubwälder blühen so früh, weil dann noch viel Licht den Waldboden erreicht. Damit können die Pflanzen Photosynthese betreiben und genug assimilieren, um Früchte auszubilden. Damit müssen die Pflanzen weitestgehend fertig sein bevor der Lichtreichtum endet, wenn die Bäume mit dem Laubaustrieb beginnen.
Die hier gezeigten Aufnahmen sind alle vom 06. März 2026.
Weiße Pestwurz
Wechselblättriges Milzkraut
Leberblümchen
Huflattich
Hohe Schlüsselblume
Hirschzungenfarn
Hirschzungenfarn
Busch-Windröschen
Braunstieliger Streifenfarn
Ausdauerndes oder Wald-Bingelkraut
Eine Besonderheit ist der Zinnoberrote Kelchbecherling, dessen Fruchtkörper vor allem zwischen Januar und April auf totem Laubholz zu finden ist.
Zinnoberrote Kelchbecherling oder auch Scharlachroter Prachtbecherling genannt.
Auch die Vogelwelt ist hoch aktiv. So lassen sich verschiedene Meisen, Zaunkönige, Buchfinke, Singdrosseln und Waldbaumläufer vernehmen.
Anhand des letzten Fotos kann der ein oder andere bestimmt feststelle, wo die Aufnahmen für den Artikel entstanden sind.
In der Tourist-Information gibt es Taschenaschenbecher geschenkt.
Das 1. Fröhliche Hüfinger Kippenpulen
Beitrag vom 26. Oktober 2025
Beim 1. Fröhlichen Hüfinger Kippenpulen hatten die Freunde der Natur Hüfingen schlagkräftige Hilfe von den City Cleaners Germany – Schwarzwald-Baar-Kreis mit Miriam Steup und Georg Bentele aus Bad Dürrheim. Dank ihrer Hilfe ist die Hauptstrasse jetzt kurzfristig hübscher anzuschauen und das Kippenpulen wurde richtig fröhlich. Wir werden es im Frühjahr wiederholen und bis dahin haltet bitte unsere Umwelt sauber!
Miriam Steup, Thomas Kring, Hannah M Jaag, Norbert Deininger, Georg Bentele
Jede einzelne achtlos weggeworfene Kippe verseucht unser Wasser, schädigt Bodenorganismen, tötet Amphibien und Insekten. Die Nanopartikel mit den Toxinen und das Plastik belasten unsere Umwelt dauerhaft.
Hüfingen Kippenfrei!
Hüfingen im Mai 2025
Liebe Hüfingerinnen, liebe Hüfinger,
es ist mir ein großes Anliegen, dass Zigarettenkippen nicht mehr in der Natur und auch nicht auf der Straße entsorgt werden!
Deswegen haben wir ein kleines Projekt mit Taschenaschenbecher gestartet.
Im Rahmen dieses Projektes haben wir Taschenaschenbecher auf einschlägigen Bänken verteilt. Diese dürfen gerne gefüllt oder auch mitgenommen werden.
Des weiteren gibt es unser Taschenaschenbecher zu verschenken:
Genaueres kann man auch auf der Webpage der Freunde der Natur Hüfingen nachlesen: Hüfingen kippenfrei
Vorher, währenddessen und auch nach dem Rauchen: Menschen, Amphibien, Fische, Insekten, Pflanzen – alles Leben wird beeinträchtigt. Bitte haltet unsere Umwelt gesund!
Teer verklebt die Flimmerhärchen in den Atemwegen und der Lunge. Dadurch bedingt kann beispielsweise Staub nicht mehr abgehustet werden. Als Folge davon lagern sich Staubpartikel und daran haftende Schadstoffe und Krankheitserreger in den Atemwegen und der Lunge ab.
Teer wird u. a. im Straßenbau verwendet und wurde im Jahr 2002 im Zusammenhang mit dieser Anwendung als überwachungsbedürftiger, gefährlicher Abfall eingestuft (Abfallschlüssel 17 03 01 – kohlenteerhaltige Bitumengemische).
Bei einem täglichen Konsum von einer Schachtel Zigaretten nimmt die Lunge im Laufe eines Jahres etwa die Menge Teer auf, die eine handelsübliche Teetasse fassen kann.
Quecksilber
Quecksilber wirkt u.a. als Zellgift auf Proteine, daher sind lösliche Verbindungen des Quecksilbers giftig. Quecksilber-Dämpfe gelangen z. B. durch die Schleimhäute und über die Lunge in den Körper und werden im zentralen Nervensystem sowie in der Niere eingelagert, wo sie ihre toxische Wirkung entfalten. Bei einer chronischen Quecksilber-Exposition kommt es zu Mattigkeit, Schwindel, Schlaflosigkeit, Gedächtnisschwund, Abfall der Konzentrationsfähigkeit, Übererregbarkeit, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen, Zittern, Haarausfall und Depressionen.
Quecksibler wird industriell u. a. im Bereich der Schädlingsbekämpfung und bei Spezialleuchtmitteln eingesetzt. Früher wurde Quecksilber auch bei der Herstellung von Amalgamplomben verwendet. Bei der Zigarettenherstellung wird Quecksilber zur Reinigung der Tabakblätter eingesetzt.
Auf normalem Wege tritt bei regelmäßigen Fischessern eine erhöhte Queck-silberkonzentration auf. Besonders belastet sind hier Hai, Schwertfisch, Markrele, Marlin und Thunfisch (Stand 5. 2. 2003). Auch in Gemüse ist in den letzten Jahren ein Ansteig der Quecksilberbelastung nachzuweisen (bedingt durch Schädlingsbekämpfungsmittel) – besonders belastet sind Blattgemüse.
Arsen
Arsen ist ein Element der Stickstoffgruppe, zusammen mit den ebenfalls giftigen Elementen Phosphor, Antimon und Bismut. Arsen hat halbmetallischen Charakter, wobei es in seinen metallischen Eigenschaften zwischen Phosphor und Antimon steht. Wie Phosphor ist es als Stickstoffgruppenelement sehr reaktionsfreudig und kommt in vielerlei organischen und anorganischen Verbindungen vor.
In der Natur vorkommend findet man das goldgelbe Arsentrisulfid, das unter dem Namen Auripigment oder Rauschgelb von Malern als Goldersatz verwendet wurde. Da die so gemalten Bilder eine gewisse Giftigkeit verbreiteten, wird es heute in geschlossenen Räumen nicht mehr benutzt.
Organische Arsen-Verbindungen wurden vor der Penicillin-Ära zur Chemotherapie der Syphilis und verschiedener Protozoen-Erkrankungen benutzt. Damit war Arsen eines der ersten Antibiotika (anti: gegen, bios: leben, z. B. Salvarsan). Es bringt Kleinstlebewesen, besonders Parasiten, schnell den Tod. Leider zu leicht auch dem Wirt. Diese Eigenschaft von Arsen, sich gerne an Parasiten und anderen Mikroben zu vergreifen, war lange Zeit Grund für eine der hauptsächlichen gewerblichen Verwendungen von Arsen: Es wurde und wird noch in Pflanzenschutzmitteln eingesetzt. Dabei können Rückstände zu schädlichen Anhäufungen auf Obst, Früchten und sogar im Tabak führen. Im Tabak war es (zumindest bis 1951) in zunehmendem Maße vorhanden (1932: 12,6 Mikrogramm, 1951: 42 Mikrogramm). Dort erhöht es die anderen kanzerogenen Eigenschaften der Zigaretten.
In folgenden Industriezweigen ist Arsen zu finden: Arzneimittelherstellung, Bergbau/Hüttenwesen, Druckereitechnik, Lederwarenherstellung, Sprengstoffindustrie; außerdem ist Arsen Bestandteil von Klärschlämmen und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Die Toxizität von Arsen und seinen Verbindungen ist unterschiedlich. Metallisches Arsen und schwer lösliche Sulfide sind fast ungiftig, während 3-wertiges Arsen hoch giftig ist. Beim Einatmen von Arsendämpfen werden Schleimhautreizungen, Lungenödeme, Störungen der Nieren- und Leberfunktionen verursacht. Eine Vergiftung äußert sich in Hautreizungen, Kopfschmerzen oder sogar in Tumorbildung.
Cyanide
Cyanide sind Salze der Blausäure (Cyanwasserstoffsäure), die das giftige Cyanid-Anion enthalten. CN sind industriell im Bergbau/Hüttenwesen, in der Metallverarbeitung und Galvanik, in Schädlingsbekämpfungsmitteln, in Farben und Lacken sowie in Erdöl und Kohle zu finden. In diesen Betrieben sind die CN besonders in den Abwässern eine Problemsubstanz. Cyanide wirken toxisch, wenn Blausäure durch Hydrolyse freigesetzt wird, der entstandene Cyanwasserstoff wirkt durch Lähmung des Atemzentrums sofort tödlich.
Cyanide sind für Menschen und Tiere, insbesondere Fische. aber auch Algen hochgiftig. Nach Auskunft des Umweltbundesamtes kann freies Cyanid schon bei einer Konzentration von 40 Millionstel Gramm (Mikrogramm) pro Liter Forellen töten.
Blausäure
Blausäure, also Cyanwasserstoff, ist eine farblose, nach Bittermandeln riechende, sehr giftige und schnellwirkende Substanz, die über die Blockade von Atmungsenzymen die Verbrennung des Sauerstoffs in den Zellen verhindert. Die Wirkung der Blausäure führt damit zu einer Art innerem Ersticken.
Es sei erwähnt, dass bei der Verbrennung von Polyurethanen, also von zahlreich verwendeten Kunststoffen, Blausäure freigesetzt wird. Daher können u. U. sogar Wohnungsbrände zu tödlichen Blausäurevergiftungen führen. Dabei gilt als Faustformel, dass von den dabei entstehenden giftigen Gasen rund 1/3 Kohlendioxid/Kohlenmonoxid, 1/3 Rauchgase und 1/3 Blausäure sind. Ansonsten kommen Vergiftungen mit Blausäure in der metallverarbeitenden und chemischen Industrie, bei der Schädlingsbekämpfung sowie bei der Verschwefelung organischen Materials vor. Weiterhin enthält Tabakrauch teilweise erhebliche Blausäurekonzentrationen.
Nitrosamine
Nitrosamine kommen in der Umwelt des Menschen in vielen Bereichen, u.a. auch in Nahrungsmitteln, Tabak, Kosmetika, Bedarfsgegenständen aus Latex u.a.m. vor (exogene Belastung).
Auch im menschlichen Organismus selbst ist eine Nitrosaminbildung möglich (endogene Belastung), da sowohl die Umwelt als auch die Nahrung nitrosierbare Amine und nitrosierende Stoffe enthält (z. B. Nitrit oder Stickoxide). Bei diesen Substanzen handelt es sich um „Vorläufer“ der Nitrosamine, die erst nach dem Übergang aus dem Produkt in den Speichel oder Magensaft des Menschen durch chemische Reaktion mit Nitrit zu den krebserzeugenden Nitrosaminen umgewandelt werden können.
Die krebserzeugende Wirkung beruht auf reaktiven Metaboliten der Nitrosamine im Stoffwechsel, die mit der Erbsubstanz DNA reagieren, sie dadurch schädigen und Tumore auslösen können. Beim Menschen ist aufgrund der niedrigen Dosierung die Latenzzeit sehr lang, sodass ein kausaler Zusammenhang schwierig zu beweisen ist.
Eine grundsätzlich unschädliche Konzentration kann für Nitrosamine ebenso wenig wie für andere krebserzeugende Stoffe ermittelt werden. Jedoch nimmt die mutmaßliche kanzerogene Wirkung ab, wenn die aufgenommene Menge abnimmt. Heute stellen neben Tabakrauch vor allem Gewürze, gepökelte Fleischwaren und geräucherter Bacon (Frühstücksspeck), denen zwecks Umrötung und Konservierung Nitritpökelsalz zugesetzt wurde, die Hauptnitrosaminquelle dar.
Kinderarbeit im Tabakanbau ist sehr gefährlich und weltweit verboten. Trotzdem arbeiten in allen bedeutenden Tabakanbauländern Kinder auf den Feldern.
Kinder auf den Feldern
Allein in Malawi arbeiten etwa 78.000 Kinder auf den Tabakplantagen. Aber auch in Brasilien, Indonesien, den USA und anderen Ländern ist Kinderarbeit im Tabakanbau weit verbreitet.
Kinder ab 5 Jahren bereiten Saatbeete vor, indem sie Felder umgraben und Bäume fällen. Sie jäten Unkraut auf den Feldern, sie düngen den Tabak und sie sprühen Pestizide, ohne Schutzkleidung zu tragen.
Bei der Ernte der grünen Tabakblätter setzen sie sich der Gefahr einer Nikotinvergiftung aus. Denn sie nehmen das Nikotin aus den Blättern durch die Haut in den Körper auf. Schon eine kleine Menge des Nervengifts führt bei ihnen zur Nikotinvergiftung: Die Grüne Tabakkrankheit verursacht Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel und Schwächeanfälle.
Kinder in Malawi nehmen bis zu 54 Milligramm Nikotin pro Tag über die Haut auf, zeigt eine Studie von Plan International. Das ist soviel Nikotin wie in 50 Zigaretten enthalten ist.
Die Welt versinkt im Chaos. Kriege, Unwetter, Hitze, Dürren, Ernteausfälle … usw., als habe die Endzeit begonnen. Bad news all over, so dass man´s bald nicht mehr hören mag.
Das sechste große Artensterben ausgelöst durch menschliche Dummheit und Gier. Vollzogen durch die Ausbeutung und Zerstörung der Biodiversität und natürlichen Ressourcen. Hauptakteur ist die moderne Landwirtschaft oder besser gesagt die Industrielandwirtschaft und diese ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen. WELTWEIT! Nicht nur alle wildlebenden Tiere wurden durch diese raubtierhafte Bewirtschaftung nahezu ausgerottet bzw. dramatisch reduziert, sondern auch die Biodiversität im Gesamten zerstört. Gedeckt und gefördert wird dieses Treiben durch Lobbyismus, Scheinheiligkeit und dumme Profitgier.
Es scheint, als wären wir aller Instinkte beraubt, gepaart mit erschreckender Gleichgültigkeit. Wir sehen, wie sich z.B. eine Kulturlandschaft in eine Monokulturlandschaft verwandelt, und es ist uns schlichtweg egal. Wir spüren die Auswirkungen der Pestizideinsätze, aber ignorieren sie. Die Pestizide wirken heute systemisch, was bedeutet, dass auch die jeweilige Frucht selber toxisch wird. Wir sehen was auf uns zukommt und zucken noch nicht einmal mit den Schultern.
Die Leidtragenden jedoch sind am langen Ende trotzdem wir. Immer mehr Krebstote, immer mehr Allergien, immer mehr Autoimmunerkrankungen … usw. Die Agrarlobby argumentiert, dass nur mit Pestizideinsatz Lebensmittelsicherheit gewährleistet werden kann. Das Gegenteil ist der Fall! Die vergifteten Böden können bereits heute nur noch mit massivem Einsatz von künstlichem Dünger überhaupt noch Ernteerträge erzeugen.
Landwirtschaftsminister Özdemir verlängert z.B. nach Vorgabe der EU den Glyphosateinsatz um 10 Jahre. In einer Studie an 182 Stadtbewohnern aus 18 europäischen Ländern wurde bei 45 % der Teilnehmer Glyphosat im Urin nachgewiesen. Besorgniserregend ist dies, da Glyphosat bereits in geringen Mengen menschliche Embryonal- und Plazenta-Zellen sowie die DNA von Menschen und Tieren schädigt: So stellte eine französische Studie fest, dass Glyphosat menschliche Zellen innerhalb eines Tages abtötet – und das selbst bei einer 100.000-fachen Verdünnung des Wirkstoffes. Zudem wirken viele Pestizide beim Menschen wie Östrogene und sind nachweislich für hormonbedingte Krebserkrankungen mit verantwortlich. Parkinson wird bei Landwirten zwischenzeitlich als Berufskrankheit anerkannt. Spinnen wir eigentlich?
Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Hauk forderte neulich, dass neue Pflanzenschutzmittel schneller zugelassen werden und dass bereits verbotene doch wieder verwendet werden sollten. Das macht sprachlos! Mit immer noch mehr Gift das heilen, was durch Gift krank wurde. Respekt – das ist durchdacht!
Fakt ist, dass ein Höfesterben in der ganzen EU stattfindet, mit dem Ergebnis, dass immer weniger Landwirte immer mehr Fläche bewirtschaften und sich die Höfe in landwirtschaftliche Großindustriebetriebe transformieren. Also immer mehr Tiere in Massenhaltung gehalten werden. Seuchen, Krankheiten, Salmonellen und daraus resultierender Antibiotikamissbrauch sind vorprogrammiert. Immer größere Ackerflächen werden von noch größeren Maschinen bewirtschaftet. Bodenverdichtung, Monokultur mit allen Ausprägungen und Biodiversitätsverlust sind die Folge. Wie kann es zu solchen Fehlentwicklungen kommen, fragt man sich? Nun, wenn der europäische Präsident des Bauernverbandes mitunter einer der größten Nutznießer einer verfehlten europäischen EU Agrarsubventionspolitik ist, braucht man sich eventuell nicht wundern? Vollstrecker dieses programmierten Wahnsinns sind die örtlichen Landwirtschaftsämter, welche die restlichen Landwirte so lange reglementieren, schikanieren und zur Aufgabe zwingen, bis sie schließlich das Handtuch werfen.
Es ist doch blanker Hohn von Biogas bzw. Bioethanol zu sprechen, wenn man weiß, dass dafür einerseits in Südamerika Urwald abgeholzt wird und sich Agrarbarone durch Anbau von Soja oder Palmöl dumm und dämlich verdienen. Aufbereitet, wird dieses nach Deutschland verfrachtet, dort unseren Treibstoffen beigemischt um dann von 10% Bioethanolanteil zu reden, welcher ein aktiver Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen sei! Wirkungsgrad in Richtung null! Haben wir eigentlich noch alle Tassen im Schrank? Das Mercosur Abkommen ist jetzt unterzeichnet, von all den scheinheiligen Politikern, wohlwissend, dass dies sowohl dem südamerikanischen Urwald als auch den europäischen Landwirten den endgültigen Todessstoß versetzen wird.
Andererseits ist unsere Produktion von Biogas nicht besser, eher (noch) schlimmer. Um die flächendeckende Zerstörung durch Produktion von Biogas zu sehen, brauchen wir nur vor die Haustüre zu schauen. Wiesen werden mitunter bis zu sechs mal im Jahr gemäht. Supertraktoren mit „Butterflymähwerken“ (welche Ironie!) mähen in etwa eine Schnittbreite von 10 Meter und das bei einer Geschwindigkeit von um die 20 km/h. Das überlebt kein einziges Tier! Kein Frosch, kein Insekt und keine sonstigen Wiesenbewohner. Was dort an Tieren noch nicht zerhäckselt werden sollte, wird anschließend auf den Feldern zu Tode vergiftet. Aber auch die Bodenbiodiversität wird durch das Biogaskonzentrat – ausgebracht als Gülle – vollkommen vernichtet. Eine bunt blühende Wiese verliert bereits durch ein einziges Düngen mit diesem Substrat sämtliche Blumen. Nach mehrmaligem Düngen überlebt nur noch Weidelgras diese Tortur und selbst dieses dünnt von Jahr zu Jahr mehr aus. Rechnet man dann noch den enormen Dieselverbrauch der Traktoren, die Verdichtung der Böden … etc. dazu, stellt sich doch die Frage, wie dieses Verfahren zur Bioetikette kommt?
Man kann feststellen, dass nicht nur vielen Landwirten, sondern uns allen, sowohl das Gefühl für die Natur, als auch der Respekt vor ihr, restlos verloren ging. Das hochgelobte Mercosur Handelsabkommen wird dem (Rest-)Urwald wohl nun endgültig den Garaus machen! Großgrundbesitzer, welche zur Ernte- und/oder Fleischerzeugung „nur“ ein Feuerzeug brauchen, dürfen ihre Produkte dann zu Billigstpreisen bei uns verhökern. Natürlich werden wir diese Billigprodukte kaufen – Ideologien hören meistens an der Theke auf! Peter Hauk, baden württembergischer Landwirtschaftsminister, sagte vor kurzem, dass in 2024 weniger Pflanzenschutzmittel als in den Vorjahren eingesetzt worden seien. Das Gegenteil ist der Fall! Die neuartigen Neonicotinoide sind ca. 7000 (www.mellifera.de) mal wirksamer als beispielsweise DDT. Eine Kurzbeschreibung zu Neonicotinoide:
Neonicotinoide sind hochwirksame systemische Insektizide, die über Wurzeln oder Blätter in die gesamte Pflanze aufgenommen werden und Schädlinge (saugende und beißende Insekten) durch Störung ihres Nervensystems töten, wobei sie als Kontakt- oder Fraßgift wirken und lange anhaltend sind, was sie besonders effektiv macht, aber auch massive Risiken für Nicht-Zielorganismen wie Bienen, Hummeln und Vögel birgt, da sie schon in geringsten Mengen zu Orientierungsverlust, Reproduktionsstörungen und Massensterben führen können. Die Gifte sind natürlich auch im Fruchtkörper vorhanden, der von uns gegessen wird.
Eine Kettenreaktion der Vernichtung beginnt:
Die Äcker werden mit Pestiziden behandelt. Diese gelangen auf Nachbargrundstücke, in Gewässer und ins Grundwasser. Bodenbiodiversität wird getötet. Insekten an Land und im Wasser sterben. Vögel und Fische sterben. Ökosysteme brechen zusammen. Soweit sind wir bereits! Auf diesen Moment aber warten die Spezialisten unter den Insekten, die mit den bisherigen Giften nicht getötet werden können. Glasflügelzikaden und Japankäfer, um nur mal zwei Beispiele zu nennen. Natürliche Fressfeinde sind keine mehr da, die Nematoden im Boden vernichtet. Das ist genau die Basis auf welche diese Generalisten unter den Insekten gewartet haben. Im Badischen geht´s übrigens bereits los. Immer mehr deutsche Landwirte sehen bereits ihre Existenz durch diese Insekten bedroht. Landwirtschaftsminister Hauk hat aber eine einfache Lösung: noch mehr Gift – noch schnellere Zulassungsverfahren – bereits verbotene Gifte aus dem Giftkeller holen … usw.
Anderes Beispiel:
Die Tigermücke breitet sich rasant aus und hat nahezu keine Fressfeinde. Frösche, Molche … etc. sind fast vollständig ausgerottet. Die Tigermücke überträgt Malaria, Dengue-, Zika- und Chikungunya-Fieber sowie das West-Nil-Virus. Zudem kann sie bei Tieren auch Herzwürmer übertragen. Aus diesen Gründen schlägt BAYER Managerin, Chefin von BAYER CropScience Deutschland, Karin Guendel Gonzales, Alarm! Kurz gesagt empfiehlt sie einen höheren Pestizideinsatz. Mit (noch mehr) Gift retten, was durch Gift aus dem Gleichgewicht geriet! So ein Denkansatz macht sprachlos?
Die Tigermücke wird aber zunehmend resistent gegen die gängigen Insektizide. Bereits heute gibt es zwei nachgewiesene Mutationen. Und jetzt …. ?
Ein Mitarbeiter eines Landwirtschaft Amtes sagte, ich zitiere: „früher war alles so bunt und farbenfroh, weil es die Landwirtschaft noch nicht besser konnte!“ Was soll man darauf antworten?
Noch heute wird in den Landwirtschaftsschulen gelehrt, dass es eine „Spritzschande“ sei, wenn in einer Ecke eines Kornfeldes noch eine einzige Blume blühen würde und dass ein Pferd mit seinen Hufen den Boden stärker verdichten würde, als ein Traktorgespann mit 40 to. Gesamtgewicht – auf mm³ bezogen … etc.
Wo fängt ein Umdenken an? An der Ladentheke, an der landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim, in den Landwirtschaftsschulen oder in der Politik? Wann fängt ein Umdenken an? Zu spät, dessen bin ich mir sicher.
Um aber von all dem abzulenken nimmt statt dessen unsere Regierung die Bevölkerung auf´s Korn. So gestattet sie einerseits der Landwirtschaft die vollständige Ausrottung aller Insekten stellt aber das Töten z.B.: einer einzigen Wespe unter Strafe. Kann es sein, dass ein Ordnungsgeld bis zu 5000,-€ verhängt werden würde? Es werden Fledermaustunnel und Fledermausüberflugschneisen und weiß was Gott noch alles gebaut, koste es was es wolle, gestattet aber parallel die Vernichtung der Lebensgrundlage dieser Tiere – absurd!
Warum berichten Sie nicht über unsere Meere und der abscheulichen, gnadenlosen Ausbeutung derselben? Wie dort mit den Tieren umgegangen wird?
Warum berichten Sie nicht über die brutale Ausbeutung unserer Wälder? Wie dort mehrmals im Jahr mit modernsten Vollerntern buchstäblich alles kurz und klein geholzt wird. Ein Bild der Zerstörung. Falls aber ein Bürger im falschen Moment einen Baum einkürzt, drohen ihm bis zu 50.000,-€ Strafe, verhängt von einem Staat, der vorgibt Umweltstandards mit einem FSC Siegel zu setzen, welches zwischenzeitlich zu 100% IKEA gehört. Diese Firma ist hauptverantwortlich für die Abholzung des nahezu gesamten europäischen Urwalds. Natürlich unter Einhaltung der FSC Standards!
Ich weiß nicht, was mit uns allen los ist? Mir scheint, dass wir alle unserer Instinkte und eines normalen Menschenverstandes beraubt sind. Irgendwann stellt sich doch die Frage nach dem „Warum“! Warum sind wir, wie wir sind und warum machen wir all diese Dinge?
In welcher Welt wollen wir zukünftig leben? In einer schrillen, lärmenden und zerstörten Welt ohne Tiere und Blumen? Das würden auch wir nicht überleben. Es ist für uns alle beschämend, dass wir diesen Zustand herbeiführen und anscheinend resignierend akzeptieren. Ein happy end jedoch wird das nicht geben.
Lassen Sie mich mit der Weissagung der Cree-Indianer enden:
„ Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch gefangen und der letzte Fluss vergiftet ist, werden wir begreifen, dass man Geld nicht essen kann. “
Dieses Jahr war der 1. Storch schon am 27. Januar auf dem Kirchturm und inzwischen ist auch seine Frau hier. Exakt am selben Tag, dem 16. Februar, wie letztes Jahr.
16. Februar 2026
Die drei Storchenkinder am 18. Juni 2025
Die Dohlen auf St. Verena wären auch mal einen Artikel wert.
Am 25. Mai 2025 während Hüfingen spielt.
Storchenkinder
am 30.Mai 2025
Seit 16. Februar 2025 sind sie wieder zu zweit.
28. Januar 2025
22.07.2024 von Thomas Kring
Dieses Jahr gibt es drei Jungtiere die alle gut durch das nasse Frühjahr gekommen sind.
Fertig zum Abflug in den Süden
Thomas Kring am 14. September 2022
Thomas Kring am 29. Mai 2021
Gleich vier hungrige Schnäbel haben die Altvögel zu stopfen.
Weißstorch mit dem später getöteten Kücken am 21. Mai 2020
Störche auf St. Verena und Gallus
Thomas Kring am 7. Juni 2020
Seit 2018 brüten auf einem Wasserspeier der Kirche St. Verena und Gallus in Hüfingen Weißstörche (Ciconia ciconia). Der männliche Storch ist beringt (AU333) und kam 2019 und 2020 nach Hüfingen zurück. 2020 war auch das weibliche Tier zu identifizieren: A1Y92. Zusammen haben sie dieses Jahr drei Eier bebrütet. Allerdings ist daraus nur ein Küken geschlüpft.
Dem ein oder anderen ist es in den letzten Tagen wohl aufgefallen: Seit Ende Mai sind die Weißstörche nicht mehr da! Nur gelegentlich schaut mal ein Alttier vorbei. Was ist also geschehen?
Anwohner beobachteten am Mittwoch, 27. Mai 2020, einen Hubwagen und jemanden, der sich am Horst „zu schaffen machte“. Der Mesner, darauf angesprochen, schaute aus dem Kirchturm ins Nest und stellte fest, dass dieses leer ist. Die nicht ausgebrüteten zwei Eier und das Jungtier sind weg!
Ein Telefonat mit dem Weißstorch-Beauftragten des Regierungspräsidium Freiburg brachte Klarheit: Bei seiner Kontrolle des Horstes lag dort ein totes Küken, aber keine Eier. Seiner Aussage nach kommt es bei den Störche immer wieder zu Konflikten. Im Zuge einer solchen Auseinandersetzung wurde das Jungtier wohl von einem rivalisierenden Storch getötet. Die beiden beringten Weißstörche sind aber wohl auf und noch auf der Baar unterwegs.
Nun hoffen wir, dass im nächsten Jahr AU333 wieder nach Hüfingen zurück kommt und mit A1Y92 oder einem anderen Partner das Brutgeschäft wieder aufnimmt.
Hier die Aufnahmen aus den Jahren 2018-2020
30. Mai 2018
31. Mai 2018
19. Juni 2018
8. Juli 2018
8. Juli 2018
9. August 2018
9. August 2018
9. August 2018
21. Februar 2019
14. März 2019
10. März 2020
23. März 2020
21. Mai 2020
21. Mai 2020
2018 gab es das erste Nest. Hier ein Foto vom 6. April 2018. Damals konnten wir uns nicht vorstellen, dass dies funktionieren kann. Weitere Fotos von 2018 bis heute unten.
Am 15. Februar jährt sich die Überflutung der Hüfinger Innenstadt zum 36. Mal. Hier ein Foto von der Breg am Friedhof.
Hochwasser der Breg 15.02.1990
Unten ein alter Beitrag hierzu:
Spitzenabfluss in den Bach wird reduziert
Beitrag vom 6. August 2021
Mit diesem wundervollen Satz verabschiedet sich der Hüfinger Gemeinderat in die Sommerpause.
Sicher kein Alleinstellungsmerkmal, aber der Gemeinderat steuert uns alle ungebremst und mit offenen Augen mitten in die Klimakrise.
Was schert die alten Männer noch ein Hangrutsch in Fürstenberg? Ein versumpftes Sumpfohren? Eine überflutete Altstadt in Hüfingen? Quellen die versiegen?
Hauptsache möglichst viele Baugebiete für junge glückliche Familien, großflächige Gewerbegebiete und die Augen der alten Herren werden nicht etwa durch hohe Gebäude beleidigt. Asphalt muss her, möglichst viel Beton! Der Bürgermeister kann ja wieder drei Quadratmeter Blumenwiese säen. Oder vielleicht besser vier?
Dafür werden die nächsten Jahre Millionen in RÜBen (Regenrücklaufbecken) der höchsten Qualität investiert, um die Spitzenabflüsse zu reduzieren und um unsere Quellen auszutrocknen.
Die Enkel der alten Männer können sich aussuchen, was wohl schlimmer wird:
heute darf ich Euch eine ornithologische Sensation vorstellen. Die Bilder hat mir Thomas Kring aus Hüfingen überlassen Er ist Projektleiter des Naturschutzgroßprojektes Baar beim Schwarzwald-Baar-Kreis. Er meinte, das wäre doch sicher auch einen Beitrag wert. Ihr erinnert Euch, von ihm erhielt ich auch die Bilder für den Libellen-Schmetterlingshaft Beitrag.
Also, wieso ist das Ganze eine Sensation? Ganz einfach, weil diese Ente, die Ringschnabelente heißt, in großer Anzahl in Kanada und den USA lebt. Die Bestände steigen, obwohl in den USA jährlich 700.000 Exemplare gejagt werden. Bei uns dagegen erscheinen sie nur in ganz geringen Anzahlen: avi-fauna/ringschnabelente. Zur Zeit sind am Bodensee vier Standorte mit jeweils nur einem Exemplar bekannt. Pro Jahr gibt es deutschlandweit etwa zehn Meldungen überwiegend von Einzelexemplaren über das Winterhalbjahr. Der klassische Begriff für eine solche Vogelart ist „Irrgast“. Man vermutet, dass sie durch Stürme nach Europa „verweht“ wurden. Und hier leben sie im Verbund mit zahleichen anderen Enten, man muss sich wundern, dass sie überhaubt erkannt werden. Wenn dann aber eine Meldung im Internet unter www.ornitho.de eingestellt wird, dann machen sich Vogelfans auf die Suche. So kam Thomas Kring auch zu seinen herrlichen Fotos.
Für mich war hoch interessant, dass die beiden Enten auf dem Bild oben von zwei Experten auf den ersten Blick für eine Art nämlich für Reiherenten gehalten wurden, bis ich auf ein genaueres Hinsehen hinwies. „Die vordere ist jedenfalls eine Reiherente“. Genau, charakteristisch ist für sie die schwarz-weiße Färbung und der Federschopf am Hinterkopf. Die zweite Ente auf dem Bild ist das Männchen der Ringschnabelente, auch eine schwarz-gräulichweiße Grundfärbung aber ohne Federschopf. Dafür mit weißer Schnabelumrandung und weiß-schwarzem Schnabel. Klar, man muss wirklich genau hinschauen. Bild unten zeigt sie zusammen mit einer Moorente, sie macht den Eindruck, wie wenn sie dazugehörte.
Die nächsten beiden Bilder sind wunderschöne Portraitaufnahmen dieses einen Ringschnabelenten Mannes vom Bodensee.
Seit einigen Wochen gibt es von mehreren Orten am Bodensee fast tägliche Meldungen jeweils einer einzelnen männlichen Ringschnabelente. Vermutlich sind es mehrere Tiere, die sich am Bodensee aufhalten. Aber die genau Anzahl läßt sich nicht sagen. In jedem Falle hat Thomas Kring seine Fotos am 07. Februar 2026 geschossen und am 11. Februar 2026 könnt Ihr es genießen.
Vielen Dank an Thomas Kring für die Ermöglichung des sensationellen Berichtes. Ich glaube, er lag richtig, als er meinte, dass das einen Beitrag wert ist.
Herzliche Grüße Franz Maus
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