Ein forstpolitischer Essay Mit einem Vorwort von Dirk Stenzel sowie einem Interview mit Hans Joachim Schellnhuber
Verlag Natur + Text Rangsdorf 2026 208 Seiten ISBN 978-3-942062-79-4 27,00 Euro
Anglizismen sind unter Förstern und Waldfreunden eigentlich eher ungewöhnlich. Mit dem erklärungsbedürftigen Begriff Overshoot im Titel seines Essays geht der Autor, bekannt als streitbarer Jurist und Forstwissenschaftler, zweifellos ein Risiko ein. Doch schon auf dem Buchcover will er damit klarstellen, dass es ihm hier nicht allein um ein Waldthema geht, sondern um eine höchst aktuelle klimapolitische Weichenstellung: Um die Frage nämlich, wie Wälder so gestaltet werden können, dass sie unterm Vorzeichen des Klimawandels sowohl ökonomisch ertragreich bewirtschaftet werden können, als auch ihre Funktion als natürliche CO2-Senke besser erfüllen.
Im Englischen wird der Begriff Overshoot verwendet, wenn ein bestimmtes selbstgestecktes Ziel nicht eingehalten werden kann, so erläutert ihn der Klimatologe Hans Joachim Schellnhuber, vormals Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), der von Wilhelm Bode abschließend interviewt wird. Das trifft zweifellos auch für die im Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 vereinbarte und von 190 Staaten ratifizierte Leitplanke zu: für den allenfalls zu akzeptierenden Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur auf deutlich unter 2°C über dem vorindustriellen Niveau, was offenbar nicht gehalten werden kann: Schon 2024 dürfte die angestrebte 1,5°C-Grenze durchbrochen worden sein.
Angesichts dieser Dramatik vergleicht Bode die gegenwärtige Lage der Forstwirtschaft mit jener um 1800, als Holznot herrschte und die deutsche Forstwissenschaft sich mit ihren Bemühungen um Nachhaltigkeit der Holzversorgung und mit ihren forstgesetzlichen Initiativen weltweit einen vorzüglichen Ruf erworben hat. Leider jedoch hat die damals gefundene Lösung, die „Altersklassenwirschaft“, gleichaltrige Reinbestände hervorgebracht, die heute im Zuge des Klimawandels abgewirtschaftet haben. Es brauche daher eine „Waldwende“, ein neues Erfolgsmodell: den Dauerwald.
Die Idee hierzu hatte bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Eberswalder Forstwissenschaftler Alfred Möller, der den Dauerwald propagierte als einen sowohl ökologisch wie ökonomisch überlegenen „Waldorganismus“; aufgegriffen und praktiziert wurde diese waldbauliche Alternative von vergleichsweise wenigen Waldeigentümern, oft genug geschmäht und abgetan als „forstliche Zeugen Jehovas“. Wilhelm Bode hat die Möller´sche Idee zuvor schon in mehreren Schriften gewürdigt und empfohlen.
Denn das „Mehrgenerationenhaus“ des ungleichaltrigen und gemischten Dauerwalds hat sich in den jüngsten Extremjahren mit all ihren Stürmen, mit Trockenperioden, Bränden und Starkniederschlägen als erstaunlich resilient erwiesen, was nicht zuletzt seiner Struktur, vor allem jedoch dem überlegenen Waldbodenzustand zu verdanken ist, wenn Kahllegungen dauerhaft unterbleiben und Schadflächen erst gar nicht entstehen. Umso besser taugt der Waldtyp daher auch als natürliche CO2-Senke. Zumal er mehr zu Bauzwecken verwendbares Holz produziert als der Altersklassenwald, in dem mehr Schwachholz anfällt. Und hier setzt in seinem Vorwort auch der Architekt Dirk Stenzl an, der eine Lanze für den städtischen Mehrgeschoss-Holzbau bricht und eine Bau-Wende fordert. Denn die Verwendung von Beton, Stahl und Glas hat dazu geführt, dass der Bausektor als „Elefant im Klimaraum“ (Schellnhuber) für 40 % (!) der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist.
Im Bauholz wird das klimaschädliche Gas langfristig gespeichert, weshalb die Dauerwaldnutzung hinsichtlich ihrer CO2-Bilanz sogar besser abschneidet als unbewirtschaftete Waldreservate, wie sie von der Naturschutzseite favorisiert und gefordert werden. Hier stellt sich Wilhelm Bode nachdrücklich auf die Waldnutzerseite, soweit eben nicht labile Monokulturen bewirtschaftet werden, sondern ökologisch wie ökonomisch hochwertiger Dauerwald; und dies nicht mit Großmaschinen, sondern per bodenschonender Erntetechnik.
Im Interview äußert sich dann sogar der Klimatologe verhalten optimistisch: Die „Wald-Bau-Pumpe“, die Speicherung von Kohlenstoff in lebenden Wäldern auf „rehumifizierten Böden“ (Bode) und in Verbindung mit „städtischem Mehrgeschossholzbau“ (Stenzel), ist für Schellnhuber „das vielleicht eleganteste Prinzip planetarischer Selbstheilung“. Wilhelm Bodes Overshoot verspricht nicht weniger als „eine mehrfache Win-win-Strategie für die Lebensbedingungen aller Bürger in unserem Land“.
Ein in jüngster Zeit zunehmender Flächenbedarf entsteht durch den Bau von Windkraftanlagen. Gerade für wandernde Jungauerhühner, die für den Austausch zwischen den Teilpopulationen im Schwarzwald besonders wichtig sind, könnten Windräder sehr problematisch werden. (Bergmann, H., Klaus S., Suchant, R.: Auerhühner. G. Braun-Buchverl., Karlsruhe 2003)
Windenergie und Auerhühner – ein Reizthema par excellence selbst unter Naturschützern! Was ist nicht schon alles geschrieben und diskutiert worden, wenn es um die Rettung des existenzbedrohten „Schwarzwälder Charaktervogels“ geht. Sogar der Stuttgarter Landtag hat (am 11. Mai 2022) über ihn debattiert. Wo doch der grün geführten Landesregierung nichts ungelegener käme, als wenn ausgerechnet sie für das Aussterben des Auerhuhns verantwortlich gemacht würde mit ihrem durch Gas- und Ölmangel, durch Ukraine- und Irankrieg zusätzlich angespornten Windkraft-Elan.
Präzedenzfall auf dem Rohrhardsberg
So war es denn auch kein Wunder, dass damals in der Parlamentsdebatte grüne wie schwarze Abgeordnete im Brustton der Überzeugung hervorgehoben haben, die Windenergie treffe keinerlei Schuld am so bedauerlichen, allem Anschein nach jedoch kaum noch aufzuhaltenden Rückgang des einst größten mitteleuropäischen Auerhuhn-Bestands außerhalb der Alpen. Der fürs Jagdrecht zuständige Forstminister Peter Hauk (CDU) ließ keine Zweifel aufkommen an der Dramatik der Bestandsentwicklung, verursacht freilich vor allem durch allzu dunkle Nadelwälder, durch den Besucher- wie den Raubwilddruck sowie gewiss auch durch den Klimawandel. Auch er verneinte den Einfluss der Windräder und verwies dabei auf das (vom Land Baden-Württemberg und aus Drittmitteln des Bundesverbands WindEnergie e. V. sowie einiger heimischer Energieversorgungsunternehmen finanzierte) internationale Forschungsprojekt Windenergie & Auerhuhn, das auch im Schwarzwald zu dem wenig überraschenden Ergebnis gekommen war, dass Auerhühner Windenergieanlagen weiträumig meiden, sodass sie daher auch nicht nennenswert vom Lärm, Drehbewegung und Schlagschatten der Rotoren gestresst werden können. Versprochen wurde ein Maßnahmenplan, mit welchem der Beweis erbracht werden soll, dass Klima- und Artenschutz durchaus miteinander zu vereinbaren sei.
Wo der Schwarzwälder Charaktervogel wohl noch balzt?
Exemplarisch für die seit über einem Vierteljahrhundert andauernden und sich verschärfenden Auseinandersetzungen steht im zentralen Schwarzwald der Rohrhardsberg (genauer: sein Nebengipfel Passeck), der für wandernde Junghühner auch eine Art Brückenkopf darstellt für die zwecks Genaustausch unverzichtbare Verbindung zwischen den von Verinselung bedrohten Teilpopulationen von Süd- und Nordschwarzwald. Ausgerechnet hier oben ist im Jahr 2003 erstmals ein Windrad im Auerhuhn-Habitat genehmigt worden – ein Sündenfall mit Präzedenzwirkung. Dem Antragsteller hatte man zuvor im Elztal die Genehmigung einer Wasserkraftanlage versagt, sodass das Landratsamt, nach massivem Druck des CDU-Wahlkreisabgeordneten und gegen alle Proteste und Petitionen, offenbar nicht auch noch den Bau der Windkraftanlage glaubte ablehnen zu dürfen. Für seinen beharrlichen und schließlich erfolgreichen Einsatz für die regenerative Energiegewinnung ist dem Unternehmer im Jahr 2003 – Auerhühner hin oder her – der BUND-Umweltpreis zuerkannt worden.
Es hatte in jenem Genehmigungsverfahren auch nichts mehr geholfen, dass kurz zuvor dem eigens zum Schutz des Auerhuhns ins Leben gerufenen «Modellprojekt Rohrhardsberg» der Deutsche Umweltpreis verliehen worden war. Erstmals war es doch hier gelungen, Nutzer und Schützer (Forstverwaltung, staatlicher und privater Naturschutz, Kommunen, Tourismus- und Skiverbände) an einen Tisch zu bringen mit dem erklärten Ziel, Skiloipen und Wanderwege aus den fürs Auerhuhn besonders sensiblen Räumen weg zu verlegen und zu bündeln, Biotoppflegemaßnahmen einzuleiten und einen hühnerfreundlichen Waldbau festzuschreiben. Im Jahr 2006 schließlich war auch noch ein «LIFE-Projekt Rohrhardsberg» zustande gekommen, mit 15 Partnern, fünfjähriger Laufzeit und einem Fördervolumen von zwei Millionen Euro. Zur Hälfte von Brüssel gefördert, sollte auch der Auerhuhnschutz profitieren, nicht zuletzt durch Finanzierung eines Pflege- und Entwicklungsplans (PEPL) für die FFH-Gebiete rund um das obere Elztal, insbesondere für das EU-Vogelschutzgebiet Mittlerer Schwarzwald, einem der wenigen im Land, die ausdrücklich auch dem Auerhuhn gelten. Es sage niemand, die Kommunen, der Landkreis und die Bevölkerung der Region hätten kein Herz gezeigt für den «Charaktervogel».
Dennoch droht es seitdem eng und enger zu werden für die Vögel angesichts der so überaus ehrgeizigen grün-roten Zielvorstellungen für den Ausbau der Windenergie. Die Verlockung der lukrativen Pachterlöse für die in Aussicht stehenden WEA-Standorte und der politische Druck auf die Kommunen wie auf den öffentlichen Wald sorgen dafür, dass weitere Einengungen des aktuell noch besiedelten wie des potenziellen Lebensraums der großen scheuen Vögel vorprogrammiert sind: Kaum einer der das obere Elztal einrahmenden Waldberge, der nicht schon längst in den Blickpunkt der Windmüller wie auch des Regionalverbands geraten wäre.
Schon seit über einem Jahrzehnt bemühte sich der rührige Betreiber des Windrads auf dem Passeck um die behördliche Genehmigung des Repowerings seiner Anlage, des Ersatzes des bisher 100 m hohen Windrads durch ein neues und leistungsstärkeres von 200 m Gesamthöhe. Endlich, kurz vor Weihnacht 2025, erging der Bescheid des Landratsamtes Emmendingen, dass die immissionsschutz- und baurechtliche Genehmigung nunmehr erteilt sei – was für Behörden zu einem solchen Zeitpunkt eine nicht ganz unübliche Praxis zu sein scheint, wo doch die Chance für eine fundierte juristische und fachliche Prüfung der (hier 122 Seiten umfassenden) Genehmigung und für einen Eilantrag im Falle des Widerspruchs damit (Weihnachtsferien-bedingt) ziemlich vertan ist. Zudem sieht die neue Rechtslage ja die erneuerbaren Energien als „von überragendem öffentlichem Interesse“ an, gegen welches selbst noch so begründete Einsprüche und Petitionen zugunsten des Artenschutzes kaum mehr erfolgversprechend vorzubringen sind. Allenfalls beim Verwaltungsgerichtshof in Mannheim (VGH) kann noch geklagt werden, wenn auch nicht von Seiten jedes Bürgers und jeder Bürgerinitiative, sondern allenfalls per Verbandsklage, angestrengt etwa von gesetzlich anerkannten Naturschutzverbänden. Geklagt haben nun immerhin die Landschafts- und Naturschutzinitiative Schwarzwald e. V. (LANA) sowie ein weiterer Naturschutzverband, der mit Rücksicht auf seine traditionell eher der regenerativen Energiegewinnung verpflichteten Mitglieder nicht genannt werden möchte. Dies, obwohl sich auch der Landesnaturschutzverband LNV unlängst erst sehr kritisch geäußert hat in der Streitfrage der inzwischen so verbreiteten Inanspruchnahme selbst ökologisch hochwertiger Wälder für die Windstromerzeugung. Zwar enthält die erteilte Genehmigung reichlich Ausgleichsmaßnahmen und Abschaltauflagen zugunsten von Vögeln und Fledermäusen, umso kritischer wird jedoch die noch ungeklärte „Zuwegung“ für den Baustellen- und Wartungsverkehr beurteilt, denn dafür müsste ein Waldweg im Kerngebiet des Auerhuhnhabitats massiv verbreitert werden.
Aber was soll´s: nichts wird gegenwärtig so massiv gefordert wie der Bürokratieabbau bei den Behörden – auch und gerade auf dem so heiklen Feld der natur- und immissionsschutzrechtlichen Vorgaben. Als ob „das überwiegende öffentliche Interesse“ nicht auch für den Artenschutz gelten sollte. Oder ist es womöglich doch bereits fünf nach Zwölf für den Schwarzwälder Charaktervogel, wie in jener Landtagsdebatte anno 2022 eine CDU-Abgeordnete glaubte feststellen zu müssen? Nein, in den Köpfen und Roben der Mannheimer Verwaltungsrichter möchte man wahrlich nicht stecken in diesem Streitfall.
Palmström steht an einem Teiche und entfaltet groß ein rotes Taschentuch: Auf dem Tuche ist eine Eiche dargestellt sowie ein Mensch mit einem Buch.
Palmström wagt nicht, sich hineinzuschneuzen. Er gehört zu jenen Käuzen, die oft unvermittelt nackt Ehrfurcht vor dem Schönen packt.
Zärtlich faltet er zusammen, was er eben erst entbreitet. Und kein Fühlender wird ihn verdammen, weil er ungeschneuzt entschreitet.
>Christian Morgenstern 1906
Palmström mit seinem roten Taschentuch – das war mal. Es gibt sie kaum mehr im Handel, schon gar nicht in Rot und bedruckt mit idyllischen Motiven. Und wer dennoch welche benutzt, der läuft Gefahr, als unbelehrbarer Vorgestriger eingestuft zu werden. Denn geschnäuzt (lt. Duden neuerdings mit ä statt mit e) wird nur noch in papierene Tempotaschentücher. Für deren Herstellung werden zwar täglich 400 Tonnen Zellstoff benötigt, erfährt man bei Google. Doch wen juckt so was, wo doch das hierzu benötigte Holz vorwiegend aus skandinavischen Großkahlschlägen und kaum aus heimischen Wäldern stammt. Schnäuzen – und weg damit! Spätestens nach ein paar Wochen ist das Papier dann ja wohl verrottet und fällt nicht mehr unangenehm auf längs der Spazierwege oder wo sonst noch überall. Und wen kümmert da noch ihr ökologischer Fußabdruck, ob beim Produktionsprozess ihr Holz-, Energie- und Wasserverbrauch oder ob im Sulfit- oder Sulfat-Verfahren hergestellt mitsamt deren enormer Gewässerbelastung. Erinnert sei an die schaumige und stinkende braune Wutachbrühe, so lange es der Neustädter Papierfabrik noch an einem geeigneten Klärverfahren fehlte. 1929 meldeten die Vereinigten Papierwerke Nürnberg beim Reichspatentamt ein Warenzeichen an für das erste Papiertaschentuch aus reinem Zellstoff, das den heute allgegenwärtigen Namen Tempo erhielt. Da wundert es nicht, dass sich Nürnberg neuerdings stolz als „recyclingpapierfreundlichste Stadt Deutschlands“ präsentiert.
Ausgeschnäuzt – und ex and hopp!
Doch wann immer die Nase tropft – was gäbe man da für ein großformatiges Herrentaschentuch aus hand- und kochfestem Stoff mit der Chance auf Mehrfachnutzung! Ob mit oder ohne Schnupfen, zumal bei älteren Semestern und in der kalten Jahreszeit ist das Schnäuzen ein Dauerzwang, Doch es schnäuzt sich halt herzhafter in ein Schnupftuch als in die filigranen Tempos – verbunden mit permanentem Aufreißen der Packung und anschließender Frage: wohin mit dem gebrauchten Papier?
Worin mag bloß der tiefere Grund liegen, der die heutigen „Käuze“ daran hindert, in Stofftaschentücher zu schnäuzen, so wie es Jahrhunderte lang üblich war? Nicht einmal mehr das Winken mit dem Taschentuch ist beim Abschiedsnehmen noch gesellschaftsfähig, allenfalls das Einstecktuch im besten Zwirn ist noch erlaubt. Ist die Hinwendung zum Tempotaschentuch allein der Macht des Marktes oder der Hygiene geschuldet, sind es die Ansteckungsängste vor chronischen Atemwegserkrankungen oder vor noch Schlimmerem? Gelten Stofftaschentücher à la Palmström mittlerweile als ganz und gar unappetitlich, weil sie ja doch nie nach nur einmaligem Gebrauch ausgewechselt und in die Kochwäsche befördert werden? Doch welcher „Fühlende“ (Christian Morgenstern) wird uns „Käuze“ heute allen Ernstes verdammen, weil wir in alter Gewohnheit zum Schnäuzen noch das Schnupftuch aus der Hosentasche ziehen und es nach Abschluss des unerquicklichen Vorgangs auch wieder darin verwahren?
Nächstens muss ich meine Frau bitten, mir noch meinen Geburtstagswunsch zu erfüllen: Endlich mal wieder ein paar neue Herrentaschentücher. Ob sie wohl irgendwo noch welche auftreiben wird? Oder ob sie streikt?
Wer aktuell mit offenen Augen über die Baar wandert, kann eine Vielzahl von Vogelarten entdecken.
Einige Wintergäste, wie die Kornweihe (Circus cyaneus) und der Raubwürger (Lanius excubitor), sind noch nicht in ihre nördlich gelegenen Brutgebiete abgeflogen. Andere Arten machen bei uns auf der Baar einen Zwischenstopp nach Norden. Dazu gehören auch die Pfeifente (Mareca penelope) und die Schnatterente (Mareca strepera). Kurz- oder Mittelstreckenzieher, zum Beispiel die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) oder der Star (Sturnus vulgaris), sind teilweise schon zurück. Ein richtiger Langstreckenzieher hingegen ist der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius). Das Blässhuhn (Fulica atra) bleib teilweise hier bei uns. Dies gilt auch für unseren „Neubürger“ (Neozoe/invasive Art) die Nilgans (Alopochen aegyptiacus). Alle Fotos entstanden zwischen dem 4. März und dem 8. März 2023 auf den Gemarkungen Donaueschingen, Pfohren und Hüfingen.
Hier einige Fotos von Thomas Kring aufgenommen am 19. Februar 2023:
Rabenkrähe
Kiebitz
Stockente und Kibietz
Kiebitze
Rabenkrähe
Pfeifenten
Beitrag vom 16. August 2021
Der Wiesenackerhof in Sumpfohren lässt mit seinem neuen Artenschutzprojekt für den Kiebitz alle Ornitiologenherzen auf der Baar höher schlagen.
Ein großer Traum von Professor Dr. Reichelt ist in Erfüllung gegangen und leider kann er die Rückkehr des Kiebitz auf die Baar nicht mehr erleben. Bis zu den „fast überall gegenwärtigen lauten Brutgenossenschaften der Kiebitze“ ist zwar noch ein sehr weiter Weg, aber ein Anfang ist gemacht.
Die Biotopentwicklung hat eben erst begonnen und schon können im Gelände die ersten Paare Kibitze beobachtet werden.
Kiebitze auf dem Wiesenäcker
Der Maßnahmenkomplex wurde im Dezember 2020 genehmigt und soll als Artenschutzmaßnahme der in Baden-Württemberg vom Aussterben bedrohten Wiesenvogelart Kiebitz (Vanellus vanellus) eine Wiederansiedlung ermöglichen.
Kiebitze im Streit mit einer Nilgans
Zur Grundwasseranhebung wurden alte Drainagen verschlossen, um das Niedermoor wieder zu vernässen. Weiter wurden sogenannte Blänken angelegt. Dazu wurden die im Frühjahr am längsten Wasser haltenden Flächen ausgewählt, um dort Mulden mit möglichst flacher Profilierung auszuformen, die den Wasserabfluss verlangsamen und mit Wällen eigefasst sind. Diese Blänken werden vorbereitend auf die Brutzeit geeggt .
Auch wurde die Kiebitzschutzfläche mit einem etwa 2.500 Meter langen Elektro-Schafweidezaun eingezäunt, da Kiebitze Bodenbrüter sind und sie vor Raubtieren geschützt werden sollen. Der Zaun wurde vor der Brutzeit Mitte März aufgestellt und muss täglich kontrolliert werden. Auch muss die Fläche 1-2x während der Standzeit ausgemäht werden und nach dem Verlassen des Gebietes durch die flüggen Kiebitze Ende Juni/Juli muss der Zaun wieder abgebaut werden.
Die Fläche soll später mit Wagyū-Rinder-Kreuzungen beweidet werden. Wobei diese Tiere nicht reinrassig sind und nicht der Zucht dienen. Auch wurde eine speziellen Saatgutmischung aus dem Bodenseeraum mit einheimischen Wildpflanzen auf der Fläche ausgebracht.
Wagyū-Kreuzung
Um die Kiebitze vor dem Rotmilan zu schützen, musste eine alte Pappel entfernt werden und es wurden dafür in größerer Entfernung drei Schwarzpappeln gepflanzt.
Rotmilan
Vielen Dank an Prof. Dr. Helmut Gehring für folgende Beobachtungen auf der Fläche vom Wiesenackerhof im Frühjahr 2021.
Art
Höchstzahl gleichzeitig beobachtet (Datum)
Kiebitz
15 (17.2.)
Kampfläufer
12 (4.4. bis 7.4.)
Waldwasserläufer
6 (2.4.)
Grünschenkel
7 (7.5.)
Bruchwasserläufer
3 (25.4.)
Flussregenpfeifer
12 (11.08.)
Rotschenkel
2 (15.4.)
Alpenstrandläufer
2 (11.08.)
Dunkler Wasserläufer
1 (1.5.)
Sandregenpfeifer
1 (1.5.)
Bekassine
1 (2.4.)
Schwarzstorch
1 (11.08.)
Zusätzliche bemerkenswerte Beobachtungen
am 7.5. 9 Silberreiher auf Wiese
am 9.5. ein subadulterSchwarzstorch,wird vonKiebitzen attackiert
1Seidenreiherzusammen mit 3Silberreihernauf der Wiese
Über den gesamten Beobachtungszeitraum hielten sich regelmäßig ca. 30 nicht brütende Rabenkrähen auf der Fläche auf und suchten nach Nahrung. Ebenso ca. 15 Nilgänse und 12 Rostgänse sowie 1-2 Mittelmeermöwen.
Wer im Frühjahr durch den Wald spaziert, wird viele Pflanzen finden, die bereits blühen. Manchmal ein wahres Blütenmeer, wie beim Märzenbecher.
Der Märzenbecher ist auch als Frühlings-Knotenblume bekannt.
Diese früh blühenden Pflanzen im Wald werden auch Frühlingsgeophyten genannt. Bei Geophyten handelt es sich um mehrjährige krautige Pflanzen, die eine ungünstige Jahreszeit, zum Beispiel den Winter oder trockene Sommer, unterirdisch überdauern. Sie bilden dann bei günstigeren Verhältnissen aus unterirdischen Erneuerungsknospen (Wurzeln, Knollen, Zwiebeln) neue Triebe.
Die Frühlingsgeophyten der Laubwälder blühen so früh, weil dann noch viel Licht den Waldboden erreicht. Damit können die Pflanzen Photosynthese betreiben und genug assimilieren, um Früchte auszubilden. Damit müssen die Pflanzen weitestgehend fertig sein bevor der Lichtreichtum endet, wenn die Bäume mit dem Laubaustrieb beginnen.
Die hier gezeigten Aufnahmen sind alle vom 06. März 2026.
Weiße Pestwurz
Wechselblättriges Milzkraut
Leberblümchen
Huflattich
Hohe Schlüsselblume
Hirschzungenfarn
Hirschzungenfarn
Busch-Windröschen
Braunstieliger Streifenfarn
Ausdauerndes oder Wald-Bingelkraut
Eine Besonderheit ist der Zinnoberrote Kelchbecherling, dessen Fruchtkörper vor allem zwischen Januar und April auf totem Laubholz zu finden ist.
Zinnoberrote Kelchbecherling oder auch Scharlachroter Prachtbecherling genannt.
Auch die Vogelwelt ist hoch aktiv. So lassen sich verschiedene Meisen, Zaunkönige, Buchfinke, Singdrosseln und Waldbaumläufer vernehmen.
Anhand des letzten Fotos kann der ein oder andere bestimmt feststelle, wo die Aufnahmen für den Artikel entstanden sind.
Die Welt versinkt im Chaos. Kriege, Unwetter, Hitze, Dürren, Ernteausfälle … usw., als habe die Endzeit begonnen. Bad news all over, so dass man´s bald nicht mehr hören mag.
Das sechste große Artensterben ausgelöst durch menschliche Dummheit und Gier. Vollzogen durch die Ausbeutung und Zerstörung der Biodiversität und natürlichen Ressourcen. Hauptakteur ist die moderne Landwirtschaft oder besser gesagt die Industrielandwirtschaft und diese ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen. WELTWEIT! Nicht nur alle wildlebenden Tiere wurden durch diese raubtierhafte Bewirtschaftung nahezu ausgerottet bzw. dramatisch reduziert, sondern auch die Biodiversität im Gesamten zerstört. Gedeckt und gefördert wird dieses Treiben durch Lobbyismus, Scheinheiligkeit und dumme Profitgier.
Es scheint, als wären wir aller Instinkte beraubt, gepaart mit erschreckender Gleichgültigkeit. Wir sehen, wie sich z.B. eine Kulturlandschaft in eine Monokulturlandschaft verwandelt, und es ist uns schlichtweg egal. Wir spüren die Auswirkungen der Pestizideinsätze, aber ignorieren sie. Die Pestizide wirken heute systemisch, was bedeutet, dass auch die jeweilige Frucht selber toxisch wird. Wir sehen was auf uns zukommt und zucken noch nicht einmal mit den Schultern.
Die Leidtragenden jedoch sind am langen Ende trotzdem wir. Immer mehr Krebstote, immer mehr Allergien, immer mehr Autoimmunerkrankungen … usw. Die Agrarlobby argumentiert, dass nur mit Pestizideinsatz Lebensmittelsicherheit gewährleistet werden kann. Das Gegenteil ist der Fall! Die vergifteten Böden können bereits heute nur noch mit massivem Einsatz von künstlichem Dünger überhaupt noch Ernteerträge erzeugen.
Landwirtschaftsminister Özdemir verlängert z.B. nach Vorgabe der EU den Glyphosateinsatz um 10 Jahre. In einer Studie an 182 Stadtbewohnern aus 18 europäischen Ländern wurde bei 45 % der Teilnehmer Glyphosat im Urin nachgewiesen. Besorgniserregend ist dies, da Glyphosat bereits in geringen Mengen menschliche Embryonal- und Plazenta-Zellen sowie die DNA von Menschen und Tieren schädigt: So stellte eine französische Studie fest, dass Glyphosat menschliche Zellen innerhalb eines Tages abtötet – und das selbst bei einer 100.000-fachen Verdünnung des Wirkstoffes. Zudem wirken viele Pestizide beim Menschen wie Östrogene und sind nachweislich für hormonbedingte Krebserkrankungen mit verantwortlich. Parkinson wird bei Landwirten zwischenzeitlich als Berufskrankheit anerkannt. Spinnen wir eigentlich?
Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Hauk forderte neulich, dass neue Pflanzenschutzmittel schneller zugelassen werden und dass bereits verbotene doch wieder verwendet werden sollten. Das macht sprachlos! Mit immer noch mehr Gift das heilen, was durch Gift krank wurde. Respekt – das ist durchdacht!
Fakt ist, dass ein Höfesterben in der ganzen EU stattfindet, mit dem Ergebnis, dass immer weniger Landwirte immer mehr Fläche bewirtschaften und sich die Höfe in landwirtschaftliche Großindustriebetriebe transformieren. Also immer mehr Tiere in Massenhaltung gehalten werden. Seuchen, Krankheiten, Salmonellen und daraus resultierender Antibiotikamissbrauch sind vorprogrammiert. Immer größere Ackerflächen werden von noch größeren Maschinen bewirtschaftet. Bodenverdichtung, Monokultur mit allen Ausprägungen und Biodiversitätsverlust sind die Folge. Wie kann es zu solchen Fehlentwicklungen kommen, fragt man sich? Nun, wenn der europäische Präsident des Bauernverbandes mitunter einer der größten Nutznießer einer verfehlten europäischen EU Agrarsubventionspolitik ist, braucht man sich eventuell nicht wundern? Vollstrecker dieses programmierten Wahnsinns sind die örtlichen Landwirtschaftsämter, welche die restlichen Landwirte so lange reglementieren, schikanieren und zur Aufgabe zwingen, bis sie schließlich das Handtuch werfen.
Es ist doch blanker Hohn von Biogas bzw. Bioethanol zu sprechen, wenn man weiß, dass dafür einerseits in Südamerika Urwald abgeholzt wird und sich Agrarbarone durch Anbau von Soja oder Palmöl dumm und dämlich verdienen. Aufbereitet, wird dieses nach Deutschland verfrachtet, dort unseren Treibstoffen beigemischt um dann von 10% Bioethanolanteil zu reden, welcher ein aktiver Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen sei! Wirkungsgrad in Richtung null! Haben wir eigentlich noch alle Tassen im Schrank? Das Mercosur Abkommen ist jetzt unterzeichnet, von all den scheinheiligen Politikern, wohlwissend, dass dies sowohl dem südamerikanischen Urwald als auch den europäischen Landwirten den endgültigen Todessstoß versetzen wird.
Andererseits ist unsere Produktion von Biogas nicht besser, eher (noch) schlimmer. Um die flächendeckende Zerstörung durch Produktion von Biogas zu sehen, brauchen wir nur vor die Haustüre zu schauen. Wiesen werden mitunter bis zu sechs mal im Jahr gemäht. Supertraktoren mit „Butterflymähwerken“ (welche Ironie!) mähen in etwa eine Schnittbreite von 10 Meter und das bei einer Geschwindigkeit von um die 20 km/h. Das überlebt kein einziges Tier! Kein Frosch, kein Insekt und keine sonstigen Wiesenbewohner. Was dort an Tieren noch nicht zerhäckselt werden sollte, wird anschließend auf den Feldern zu Tode vergiftet. Aber auch die Bodenbiodiversität wird durch das Biogaskonzentrat – ausgebracht als Gülle – vollkommen vernichtet. Eine bunt blühende Wiese verliert bereits durch ein einziges Düngen mit diesem Substrat sämtliche Blumen. Nach mehrmaligem Düngen überlebt nur noch Weidelgras diese Tortur und selbst dieses dünnt von Jahr zu Jahr mehr aus. Rechnet man dann noch den enormen Dieselverbrauch der Traktoren, die Verdichtung der Böden … etc. dazu, stellt sich doch die Frage, wie dieses Verfahren zur Bioetikette kommt?
Man kann feststellen, dass nicht nur vielen Landwirten, sondern uns allen, sowohl das Gefühl für die Natur, als auch der Respekt vor ihr, restlos verloren ging. Das hochgelobte Mercosur Handelsabkommen wird dem (Rest-)Urwald wohl nun endgültig den Garaus machen! Großgrundbesitzer, welche zur Ernte- und/oder Fleischerzeugung „nur“ ein Feuerzeug brauchen, dürfen ihre Produkte dann zu Billigstpreisen bei uns verhökern. Natürlich werden wir diese Billigprodukte kaufen – Ideologien hören meistens an der Theke auf! Peter Hauk, baden württembergischer Landwirtschaftsminister, sagte vor kurzem, dass in 2024 weniger Pflanzenschutzmittel als in den Vorjahren eingesetzt worden seien. Das Gegenteil ist der Fall! Die neuartigen Neonicotinoide sind ca. 7000 (www.mellifera.de) mal wirksamer als beispielsweise DDT. Eine Kurzbeschreibung zu Neonicotinoide:
Neonicotinoide sind hochwirksame systemische Insektizide, die über Wurzeln oder Blätter in die gesamte Pflanze aufgenommen werden und Schädlinge (saugende und beißende Insekten) durch Störung ihres Nervensystems töten, wobei sie als Kontakt- oder Fraßgift wirken und lange anhaltend sind, was sie besonders effektiv macht, aber auch massive Risiken für Nicht-Zielorganismen wie Bienen, Hummeln und Vögel birgt, da sie schon in geringsten Mengen zu Orientierungsverlust, Reproduktionsstörungen und Massensterben führen können. Die Gifte sind natürlich auch im Fruchtkörper vorhanden, der von uns gegessen wird.
Eine Kettenreaktion der Vernichtung beginnt:
Die Äcker werden mit Pestiziden behandelt. Diese gelangen auf Nachbargrundstücke, in Gewässer und ins Grundwasser. Bodenbiodiversität wird getötet. Insekten an Land und im Wasser sterben. Vögel und Fische sterben. Ökosysteme brechen zusammen. Soweit sind wir bereits! Auf diesen Moment aber warten die Spezialisten unter den Insekten, die mit den bisherigen Giften nicht getötet werden können. Glasflügelzikaden und Japankäfer, um nur mal zwei Beispiele zu nennen. Natürliche Fressfeinde sind keine mehr da, die Nematoden im Boden vernichtet. Das ist genau die Basis auf welche diese Generalisten unter den Insekten gewartet haben. Im Badischen geht´s übrigens bereits los. Immer mehr deutsche Landwirte sehen bereits ihre Existenz durch diese Insekten bedroht. Landwirtschaftsminister Hauk hat aber eine einfache Lösung: noch mehr Gift – noch schnellere Zulassungsverfahren – bereits verbotene Gifte aus dem Giftkeller holen … usw.
Anderes Beispiel:
Die Tigermücke breitet sich rasant aus und hat nahezu keine Fressfeinde. Frösche, Molche … etc. sind fast vollständig ausgerottet. Die Tigermücke überträgt Malaria, Dengue-, Zika- und Chikungunya-Fieber sowie das West-Nil-Virus. Zudem kann sie bei Tieren auch Herzwürmer übertragen. Aus diesen Gründen schlägt BAYER Managerin, Chefin von BAYER CropScience Deutschland, Karin Guendel Gonzales, Alarm! Kurz gesagt empfiehlt sie einen höheren Pestizideinsatz. Mit (noch mehr) Gift retten, was durch Gift aus dem Gleichgewicht geriet! So ein Denkansatz macht sprachlos?
Die Tigermücke wird aber zunehmend resistent gegen die gängigen Insektizide. Bereits heute gibt es zwei nachgewiesene Mutationen. Und jetzt …. ?
Ein Mitarbeiter eines Landwirtschaft Amtes sagte, ich zitiere: „früher war alles so bunt und farbenfroh, weil es die Landwirtschaft noch nicht besser konnte!“ Was soll man darauf antworten?
Noch heute wird in den Landwirtschaftsschulen gelehrt, dass es eine „Spritzschande“ sei, wenn in einer Ecke eines Kornfeldes noch eine einzige Blume blühen würde und dass ein Pferd mit seinen Hufen den Boden stärker verdichten würde, als ein Traktorgespann mit 40 to. Gesamtgewicht – auf mm³ bezogen … etc.
Wo fängt ein Umdenken an? An der Ladentheke, an der landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim, in den Landwirtschaftsschulen oder in der Politik? Wann fängt ein Umdenken an? Zu spät, dessen bin ich mir sicher.
Um aber von all dem abzulenken nimmt statt dessen unsere Regierung die Bevölkerung auf´s Korn. So gestattet sie einerseits der Landwirtschaft die vollständige Ausrottung aller Insekten stellt aber das Töten z.B.: einer einzigen Wespe unter Strafe. Kann es sein, dass ein Ordnungsgeld bis zu 5000,-€ verhängt werden würde? Es werden Fledermaustunnel und Fledermausüberflugschneisen und weiß was Gott noch alles gebaut, koste es was es wolle, gestattet aber parallel die Vernichtung der Lebensgrundlage dieser Tiere – absurd!
Warum berichten Sie nicht über unsere Meere und der abscheulichen, gnadenlosen Ausbeutung derselben? Wie dort mit den Tieren umgegangen wird?
Warum berichten Sie nicht über die brutale Ausbeutung unserer Wälder? Wie dort mehrmals im Jahr mit modernsten Vollerntern buchstäblich alles kurz und klein geholzt wird. Ein Bild der Zerstörung. Falls aber ein Bürger im falschen Moment einen Baum einkürzt, drohen ihm bis zu 50.000,-€ Strafe, verhängt von einem Staat, der vorgibt Umweltstandards mit einem FSC Siegel zu setzen, welches zwischenzeitlich zu 100% IKEA gehört. Diese Firma ist hauptverantwortlich für die Abholzung des nahezu gesamten europäischen Urwalds. Natürlich unter Einhaltung der FSC Standards!
Ich weiß nicht, was mit uns allen los ist? Mir scheint, dass wir alle unserer Instinkte und eines normalen Menschenverstandes beraubt sind. Irgendwann stellt sich doch die Frage nach dem „Warum“! Warum sind wir, wie wir sind und warum machen wir all diese Dinge?
In welcher Welt wollen wir zukünftig leben? In einer schrillen, lärmenden und zerstörten Welt ohne Tiere und Blumen? Das würden auch wir nicht überleben. Es ist für uns alle beschämend, dass wir diesen Zustand herbeiführen und anscheinend resignierend akzeptieren. Ein happy end jedoch wird das nicht geben.
Lassen Sie mich mit der Weissagung der Cree-Indianer enden:
„ Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch gefangen und der letzte Fluss vergiftet ist, werden wir begreifen, dass man Geld nicht essen kann. “
Am 15. Februar jährt sich die Überflutung der Hüfinger Innenstadt zum 36. Mal. Hier ein Foto von der Breg am Friedhof.
Hochwasser der Breg 15.02.1990
Unten ein alter Beitrag hierzu:
Spitzenabfluss in den Bach wird reduziert
Beitrag vom 6. August 2021
Mit diesem wundervollen Satz verabschiedet sich der Hüfinger Gemeinderat in die Sommerpause.
Sicher kein Alleinstellungsmerkmal, aber der Gemeinderat steuert uns alle ungebremst und mit offenen Augen mitten in die Klimakrise.
Was schert die alten Männer noch ein Hangrutsch in Fürstenberg? Ein versumpftes Sumpfohren? Eine überflutete Altstadt in Hüfingen? Quellen die versiegen?
Hauptsache möglichst viele Baugebiete für junge glückliche Familien, großflächige Gewerbegebiete und die Augen der alten Herren werden nicht etwa durch hohe Gebäude beleidigt. Asphalt muss her, möglichst viel Beton! Der Bürgermeister kann ja wieder drei Quadratmeter Blumenwiese säen. Oder vielleicht besser vier?
Dafür werden die nächsten Jahre Millionen in RÜBen (Regenrücklaufbecken) der höchsten Qualität investiert, um die Spitzenabflüsse zu reduzieren und um unsere Quellen auszutrocknen.
Die Enkel der alten Männer können sich aussuchen, was wohl schlimmer wird:
heute darf ich Euch eine ornithologische Sensation vorstellen. Die Bilder hat mir Thomas Kring aus Hüfingen überlassen Er ist Projektleiter des Naturschutzgroßprojektes Baar beim Schwarzwald-Baar-Kreis. Er meinte, das wäre doch sicher auch einen Beitrag wert. Ihr erinnert Euch, von ihm erhielt ich auch die Bilder für den Libellen-Schmetterlingshaft Beitrag.
Also, wieso ist das Ganze eine Sensation? Ganz einfach, weil diese Ente, die Ringschnabelente heißt, in großer Anzahl in Kanada und den USA lebt. Die Bestände steigen, obwohl in den USA jährlich 700.000 Exemplare gejagt werden. Bei uns dagegen erscheinen sie nur in ganz geringen Anzahlen: avi-fauna/ringschnabelente. Zur Zeit sind am Bodensee vier Standorte mit jeweils nur einem Exemplar bekannt. Pro Jahr gibt es deutschlandweit etwa zehn Meldungen überwiegend von Einzelexemplaren über das Winterhalbjahr. Der klassische Begriff für eine solche Vogelart ist „Irrgast“. Man vermutet, dass sie durch Stürme nach Europa „verweht“ wurden. Und hier leben sie im Verbund mit zahleichen anderen Enten, man muss sich wundern, dass sie überhaubt erkannt werden. Wenn dann aber eine Meldung im Internet unter www.ornitho.de eingestellt wird, dann machen sich Vogelfans auf die Suche. So kam Thomas Kring auch zu seinen herrlichen Fotos.
Für mich war hoch interessant, dass die beiden Enten auf dem Bild oben von zwei Experten auf den ersten Blick für eine Art nämlich für Reiherenten gehalten wurden, bis ich auf ein genaueres Hinsehen hinwies. „Die vordere ist jedenfalls eine Reiherente“. Genau, charakteristisch ist für sie die schwarz-weiße Färbung und der Federschopf am Hinterkopf. Die zweite Ente auf dem Bild ist das Männchen der Ringschnabelente, auch eine schwarz-gräulichweiße Grundfärbung aber ohne Federschopf. Dafür mit weißer Schnabelumrandung und weiß-schwarzem Schnabel. Klar, man muss wirklich genau hinschauen. Bild unten zeigt sie zusammen mit einer Moorente, sie macht den Eindruck, wie wenn sie dazugehörte.
Die nächsten beiden Bilder sind wunderschöne Portraitaufnahmen dieses einen Ringschnabelenten Mannes vom Bodensee.
Seit einigen Wochen gibt es von mehreren Orten am Bodensee fast tägliche Meldungen jeweils einer einzelnen männlichen Ringschnabelente. Vermutlich sind es mehrere Tiere, die sich am Bodensee aufhalten. Aber die genau Anzahl läßt sich nicht sagen. In jedem Falle hat Thomas Kring seine Fotos am 07. Februar 2026 geschossen und am 11. Februar 2026 könnt Ihr es genießen.
Vielen Dank an Thomas Kring für die Ermöglichung des sensationellen Berichtes. Ich glaube, er lag richtig, als er meinte, dass das einen Beitrag wert ist.