Hiefinger Wasserleitunge

Hiefinger Wasserleitunge

21. Februar 2022 3 Von Hubert Mauz

vu Galg- Gamp- und Schwengelpumpe und vu Elektropumpe

Verzeller :
Gschechteverzeller sottet konni Bewies hinverribringe Sie sottet Träum hinterlau
Dene mir aagregt nohsinniere kennet

Busage, Heiratstreffpunkte beim Tränken a de Sierbrinnili ? – Tränke mit Turteltauben (oben !)

Uhni Wasser isch Alles nint


Bis zu drei- vier Stunde vu de ganze, lange Tagesarbetsziit hät mer im Buurewese uff de Boor fürs Versorge vum Huuswese mit Wasser bruucht. Au z Hifinge, z Belle, z Huuse, Sumpfohre und z Mullefinge. D Hifinger Buure waret do sogar no gut draa. Die hond nämli s Wasser mit Schwengel- oder Kolbepumpe us em kiesige Bode vum Bregschwämmfächer unne uffi pumpe kinne. Im Uffsatz vu de Hannah über d Wasserversorgung sieht mer e wunderschee Bild vu ere iisene Schwengelpumpi.

Brunnen bei der Lägel mit Elisabeth Heinemann (Grießhaber) und ihrer Cousine Marie Heinemann (Nober). Marie Heinemann war die Tochter von J. Nepomuk Heinemann und Elisabeth Reich.

Und d s Wäschwiib am Berkanal macht diitlich wievil Uffwand und Ziit d Wiiber, Mägd und Kinder alloenig nuu vers Wäsche uffbringe hond messe. Do isch s Viehtränke no gar nit iigschlosse.

Waschfrau am Mühlebach

Die schlaeue Römer honds eweng gschieder gmacht mit ihrem Römerbad. Des stoht a me Ort, wo e Muckeseckili Wasser us eme Gräbli oder ere winzige Karstquelle hinneverri gsuuterlet isch und ihrni Badbecke im freie Gfäll über Tonröhrle gfüllt hät. S Städli selber liit aber i de Tupfebeni i de Bregaue und d Breg liet tiefer wie d Hiesli, d Ställ und d Handwerkerhieser. Au us em herzige Stadtbächli lauf om s Wasser hat doch nit berguff i d Hieser zum Koche, Waesche, Tränke und Putze. Also hond Buureliit am Morge frühe scho s Vieh abkettet und a d Breg, as Stadtbächli und as Siirebrinniligräbli gfüehrt. Und d Mägd, Kinder und Frau hond Huushalswasser au dä hole messe. Drum verehred d Hiffinger au immer no ihr herzig Stadtbächli. Eweng besser isch es wore, wo die erschte Gussschwengelpumpe im ganze Städtli verdoelt, s Wasser us em Kiesbodde unne uffi pumpt hond. I de Eschinger Chronike word vu nuu 6 „ Gamp“ und „ Galg“ – Brunne gschwätzt anne 1880. Des dürfts au z Hifinge vor de Schwengelpumpe Modi so gähe haa. Gampbrunne sind langi Holzstämm zwische ere starke Astgabl glageret, wo en Eimer am ohne End aabunde isch und e Zugseil am kürzere End. Mit dere Gamperei, d Schwiizer saget nit ummesuscht, zum Balkeschaukle „Gigampe“ , hät mer also Wasser us de gmuurete Brunne Gschöpft. Uuwillkürlich stieget om do die Gampbrunnebilder us de Pannonische, de Puschta Ebeni bei de Magyare uff. De Brunne därf aber do debie nit allzu tief sii wegem gringe Hub vu dene Gampbrunne. En Galgbrunne isch e Portalgrüscht, wie en Galge ebbe, mit ere Kurbel zum ab- und ufftribble vu eme Eimer. So wie beim Grächuffzug oder i de historische Burghöf. Uff em Warteberg isch dä des Seil 45 m lang bis emol e Muggeseckili Wasser kunnt. Und uff em Fürsteberg wars no vill tiefer. On Grund worum mer des Städli uffem Jurazeugeberg noch em Brand uffgähe hät.

Galgbrunne Unterkirnach

Des Glück mit dem Grundwasser us em Kiesbode hond aber die Teilortsdörfer nit kaa.

Mullefinge hät bis zum Bau vu me Turbinehuus und eme Pumpehiesli i de Gauche bei de Burgmühli kum Wasser ghet. Erscht wo vu dem Pumpehiesli e Quellwasser a de südliche Halde vu de Gauche elektrisch gi Mullefinge in Hochbehälter hät pumpet were kinne, war die Wassernot ver vill Johr kleiner. (siehe Baarvereinsjahrbuch 2020, Aufsatz Harald Ketterer).

Burgmühle und altes E-Werk in der Gauchachschlucht

Erscht i de 70-er Johr isch es dorch de gherig Aastieg vum Verbruuch wieder eng wore. Me muess sich mol vorstelle: Mitte 1800 war de Wasserverbruuch so um die 10 Liter/ Tag und Person. Bei zusätzliche Viehaltung nomol 5 – 10 Liter meh pro Stückli War. Hitzutag liet er bei fascht 140 Liter/ Tag und Bundesbürger. Und s meischt nuu zum Abtranspotiere vum Lokuswasser. Obwohl mir im Quelleland wohnet, war Wasser, wa im freie Spiegel, also im Gfälle und e klei weng Druck in en Hochbehälter gluttere hät kinne, Mangelwar. Erscht wo de Fürst s Kraftwerk Stalleg baut hät, hät mer uff de Boor des Grundwasser us em Breg- Brigach Kiesschwemmfächer mit elektrische Energie uffi fördere, also i Hochbehälter uffipumpe könne. So hond denno die Baargmonde gliichmässige Druck uff die Leitunge bis i ihri Awese griegt. Und trotzdem häts i dene südliche Dörfer vu Hifinge all klemmt. Wasserversorgung und Strom sind also engschte Verwandte.

Alter Hochbehälter auf dem Galgenberg

Endlich meh Wasser

Ende vu de 70- er treffet sich de Gilli Max, de Schoofbueche Egon, de Schoofbueche Arnold, de Buechholz Auguscht und de jung Bauleiter vu nere Villinger Baufirme a de Wegkreuzung Eichhöf/ Sumpfohre. Es lieget scho bergwies rappeschwarzi Duktili Gussrohr wie Holzbolder a de Weg gi Sumpfohre und Belle. Spatestich hosst so ebbis, wenn e grösseri Baustell aafangt. Hifinge hät sich schwer i Kosten gstürzt beim Bau vum wichtige Hochbehälter a de Lehre, de Hifinger „Wasser- Handgranat“. E neus, markants, rundum sichbars profans Wahrzeiche vu dem ehemalige Römerstädtle. Hit zu Tag noch über 50 Johr ziemli iigwaase und sogar überwase und drum nimme so allsiitig sichtbar.

Hüfinger “Wasserhandgranate”

„Aber jetzt sind mir au mol draa, löset endlich euer Iigmondungsverspreche wege iisere Wasserknappheit ii“ joomeret die Borgermäschterle vu de Teilort Sumpfohre, Belle, (au Fürsteberg), Huuse und Mullefinge unüberhöhrbar im Tenor. Des verspreche word also a dem Tag au operativ endlich mol iiglöst. De Gilli Max hät e Fläschle billige Sekt vum Baum im Mantelsack und fünf Plastiksektgläsli. „Zum Wohl und e Guets Glinge“ hoesst desmol de „Trocke-Sekt“ Richtspruch uhni die obligate Zimmermanne. Desmol halt uhni en Zimmermaa, weils um Humus, Dreck, Wasser, Schlamm, Torf, Sand und Rohr goht. Für Zimmermanne fangt unterm Humus de Bergbau aa. Planierraupe, e Caterpillar D4 mit Moorfahrwerk schiebet uff 12 m i de Braeti de Humus weg, Bagger buddlet en Grabe bis uff Froschtiefe vu me Meter 1,8, de Hifinger Bauhof verdoehlt die Gussrohr vum Bolder eweg am Grabe entlang mit em Unimog 411 und eme selberbaute Rohrnachläufer, d Baufirma macht mit ere CAT Laderaup und Jäckle Sand e Sandbett und die fliessige, starke Bauhofwassermanne verleget die vu de Stadt selber kaufte Rohr vu de Halberger Hütte im Saarland uff des Sandbett. Die exakt und gwissehaft vereleite Rohr wered mit Jäggle Sand und de Laderaup iigsandet, de Grabe wieder mit de Laderaupe CAT 955 zuegschobe und de Humus mit de Moorraup CAT D4, besser wie vorher, wieder tupfebbe iiplaniert. D Buure kinnet gar nit so schnell gucke wie mer am Sumpfohremer Hochbehälter isch und sie glaubets kaum, wie schnell mer scho wieder iisaie khaa mit em Saatguet vu Süddeutsche Saatzucht a de Briilinger Stroos.

Hochbehälter Sumpfohren

„Saperlott, des Zämetschaffe vum Bauhof und dere Firma klappt jo so guet wie no nie“, lobet die Buure und die Bürger. Vum Sumpfohremer Hochbehälter gohts dorch d Stroos und am Grabe entlang gi Belle. Südlich vu Belle mit ere Rohdurchpressung dorch d Bundesstroos und am Hang entlang gege Huuse. Zmols word mer doch kurz uffghaalte. De Schofbueche Egon isch grad uff de Baustell, wo de Bagger dorch e moorigs Holzbengelgwirr baggeret. „Halt, Stopp, des moss im Denkmalamt gmedlet were. Des miesst die alt, 2000 jährig Römerstroos sii“ , sait de Egon und goht, i de Vor- Handyziit, is Büro gi telefoniere. Die Bauigel sind närsch, dass sie i ihrem Tatdrang und Fleiss bremst wered und suufet zum Verdruss im Bauwage e Kischte Bier. Dä hucket die Maschinischte Willi Player, Willi Hüttl, Erwin Stockmayer, Hermann Vikoler und Alfred Grailer am speckige Veschpertisch zämet, machet Sprich und schwätzet Bayerwalderisch. Zu dere Ziit hoesset die Baubbaraber no nit Giovanni, Anselmo, Svonko, Hassan, Bujahr oder wie hit: Nikita und Slavomir. Genau i dere Reihefolg vu de letschte 50 Johr, sondern so, wie mer im Armehuus Bayrische Wald ebe goesse hät und i de 50-er in Schwarzwald gi Fremdarbeite gange isch und au blibbe sich.

Zwei Tag später derf mer wietergrabe. S Denkmalamt verkündet grosskozig, dass sie die Trasse scho lang kenne dätet und scho zig so Knüppeldämm als Römerstroosse gfunde hettet und so Unterbaute villmol dokumentiert hebet. De Egon war e wenig knickt und fascht beleidigt, dass mer ihn so abbüglet hät. Er häts s jo so guet gmond und Wunder waa gmond, wa er jetzet a archäologische Sensation sinere Hoemtstadt hät vermelde kinne. Wundere tuet om aber hit no, wieso die römische Itaker a dem forztrockene Hang so e Bengelgflecht als Stroosse- Matratz baut hond. Au dä hät mer also nit Immer so genau uff Sinn und Zweck und Koschte guckt und im Centurio uffs Wort gfolget. Über den Buck gege Huuse isches denno au mol ziemli nass, schlammig, schmierig wore. De Unimog vu de Staedtler hät paarmol usem Morascht mit de Moorraupe zoge were messe. Südlich vu Huuse a de Waldstross und südlich vu de Kreissstroos isch es wieter gege Mullefinge gange. Über 12 km Rohr sind bis gi Mullefinge i d Nähe vum Dreschschuppe verleit wore. D Mullefinger hond ihre Gaucheleitung uffgähe kinne und alli 4 Gmonde hond für die verbrauchsintensiver Ziit Wasser zueverlässig vu Hifinge, us de Tiefbrunne und em Bregkiesschwemmfächer kaa.
Im Autor isch leider des sicher bierseelig Wasserfescht vorläufig us em episodische Gedächtnis kheit, oder es isch „verrauscht“. Es muess aber stattgfunde haa, weil die Hauptprotagonischte fest- und trinkfreudige Gemeinwohl- Mensche waren. Froge kaa mer konn meh. Amend kennt mer no en Spesenzettel im Stadtarchiv finde?

Wa eigentlich nit so ganz gschied isch, isch de Umstand, dass s meischt vu dem uffi pumpte Wasser mit Fäkalie verdreckt word und als Transportmittel wieder gi Hifinge lauft, oder au sogar pumpt word. Und denno i de Verbandskläralag aakundt und wieder mit viel Stromverbruuch „greinigt“ were muess. Wie hät emol en ETH Professor us Züri drastisch gsait: „ Nu de Mensch isch so bleed und versaut ( sch……… i s ) s eige Trinkwasser“

Ja so wars, und später mol verzellemer die ganz Gschicht vu de gsamte Baaremer Wasserversorgung.

Alter Hochbehälter auf dem Galgenberg