Liebe Bürgerpostleser,
am 3. Juli 2026 habe ich mich wegen des guten Wetters entschlossen, meine Mittagspause auf einer Liege im Vorgarten zum Ausruhen zu benutzen. Und was sehe ich da beim Ausklappen der Liege? Ein rätselhaftes, unscheinbares etwa 4 cm langes Objekt. Es haftete relativ fest am Gewebe, wenn man genau hinschaut, sieht man links oben Seidenfäden, die für Halt sorgen. Dann fällt am unteren Ende ein Loch auf. Was denkt Ihr, ist daraus der Falter herausgekrochen? Nein, das Loch ist eindeutig zu klein. Das Bild lässt erahnen, dass er nach oben geschlüpft ist. Dort sieht man auch die Sicherung des Kokons am Liegengewebe.

Nun, Bild 1 und 2 sind um 14.12 Uhr aufgenommen worden und der Hammer ist, das Falterbild erst um 21.38 Uhr in der Dämmerung. Zwischenzeitlich muss er sich vor mir versteckt haben, um seine Flügel auszuhärten. Und dann kam er nochmal zurück, damit ich ein Foto machen durfte. (Es darf gelacht werden). Durch diesen freundlichen Akt war die Bestimmung des Lebewesens jedenfalls eindeutig, nur anhand des Kokons nicht. Trinkerin oder Grasglucke ist der Faltername.
Das Loch am unteren Ende möchte ich noch kurz aufgreifen. Entweder es ist eine Beschädigung oder, und das wäre ein zweiter Hammer, das Loch stammt von einem Parasit, der den Kokon zu einem früheren Zeitpunkt verlassen hat. Allerdings wäre dann vermutlich kein gesunder Falter geschlüpft.
Der Name „Trinkerin“ kommt daher, weil die Raupen regelmäßig Wassertropfen zu sich nehmen. Der zweite Name ist „Grasglucke“. Sie sind mittelgroße Nachtfalter, so dass sie als Falter schwer zu beobachten sind.
Zum näheren Kennenlernen hier der Link zu Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Grasglucke
Herzliche Grüße
Franz Maus

