Mehr zum Fischadler

Liebe Bürgerpostleser, 

Kommentare zum Beitrag unten über den Fischadler am Roten Meer sind Anlass, drei Punkte über den herrlichen Vogel aufzugreifen.

Punkt eins ist die Situation, wie der Kerle auf dem Geländer sitzt, und zwar auf einem Fuß. Jemand befürchtete, dass er nur einen Ständer, wie der Fuß in der Fachsprache genannt wird, besitzt. Was denkt Ihr? Nein, er hat zwei Füße, der andere ist ins Gefieder eingezogen. Hier war ChatGPT sehr hilfreich: Fischadler würden – wie andere Greife – sehr häufig auf einem Fuße stehen. Es gäbe drei Gründe dafür, zur Wärmeregulierung, zur Entspannung der Muskulatur und bei der Ruhehaltung beim Sitzen.
Reiher sieht man auch oft auf einem Beine stehen.

Punkt 2: An Menschen gewöhnte Fischadler.
Das war spannend, werte Leser. Denn es gibt zwei Gegenden, in denen die Fischadler sich so an die Menschen gewöhnt haben, dass Rita Schorp das Bild überhaupt schießen konnte. Die eine ist Florida mit seiner sehr großen Fischadlerdichte und die zweite kennen wir bereits, das Rote Meer in Ägypten.
Christoph Piela schreibt in https://naturfotografen-forum.de/o735924-Fischadler: „Beim Tauchurlaub in Ägypten waren doch tatsächlich drei Fischadler, die im Bereich unserer Hotelanlage ihr Jagdrevier hatten. Sie gingen in einer Badebucht auf Fischfang. Die Tiere wurden von Gästen und Angestellten in Ruhe gelassen, so dass man sich ihnen, ohne sie zu stören, bis auf wenige Meter nähern konnte. Dabei haben die Vögel einen kaum registriert und schauten weiter konzentriert aufs Wasser nach Fischen in der Nähe der Oberfläche. Bis jetzt konnte ich dieses Verhalten nur in Florida beobachten“.
Na wer sagts denn. Auch ChatGPT hat die Sache mit Florida bestätigt. Aber, aufgemerkt, ich habe kein solch aussagekräftiges Bild für die Vertrautheit von Mensch und Fischadler gesehen, wie es Rita auf dem Bild gelungen ist. Deshalb ihr nochmal ein herzlicher Glückwunsch dazu.

Was sagt Ihr zu diesem Bild? Das ist Punkt 3 des Beitrags. Dieses Bild ist mir gelungen am 7. April 2013, also vor über 12 Jahren beim Durchzug des Greifes Richtung Norden. Es zeigt nicht nur einen, sondern zwei Fischadler, ich vermute beim rasanten Balzflug über dem Unterhölzer Weiher. Bedingt durch tagelangen Nebel mussten die beiden Glückseligen im Gebiet blieben, sie konnten nicht weiterziehen und feierten statt dessen Hochzeit.

26. November 2025

Liebe Bürgerpostleser,

zur Zeit in Ägypten am Roten Meer Urlaub zu machen, ist sicherlich keine schlechte Sache. Wir beneiden unsere Nachbarn etwas, vor allem, als Rita Schorp diese Bilder geschickt hat. Sie wollte wissen, was das für ein Vogel ist. Mir kam es wie die Kugel aus dem Gewehrlauf, ein Fischadler. „Und Du bist so nahe an ihn herangekommen“? Eine holländsche Mittouristin konnte sich auch so nähern, der Fischadler machte keinen Muckser. Da muss man erstmal durchschnaufen, finden Sie nicht auch, ein absoluter Oberhammer. Otto Körner interpretierte das Bild so: „Ist das Ritas Haustier und handzahm“? Er machte wohl ein Spässchen. 

Ich muss etwas ausholen. Gibt es in Ägypten überhaupt Fischadler? Ja antwortete ChatGPT, es gibt etwa 40 Brutpaare vor allem am Roten Meer. Es gibt aber deutlich mehr Durchzieher vor allem im Herbst aus dem Norden ins Überwinterungsgebiet südlich der Sahara und ein Teil bleibt auch als Wintergast, vor allem am Roten Meer. Also das wäre geklärt. Ein Detail ist in dem Zusammenhang vielleicht noch wichtig, ist das Prachtexemplar ein Jung- oder ein Altvogel? Ein Blick in den Neuen Kosmos Vogelführer zeigt anhand des Weiß auf den Flügeln, es ist ein Jungvogel von 2025, denn die Altvögel sind ganz ohne Weiß im Oberflügelbereich. Habt Ihr bereits eine Ahnung einer Erklärung? Auf jeden Fall hat der junge Fischadler noch keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht. Vielleicht wurde er in einer menschenleeren Ecke von Skandinavien ausgebrütet, vielleicht aber auch in Ägypten am Roten Meer. Es kann sein, er überwintert hier, es kann aber auch sein, dass er nach einer Weile weiterzieht.

Fischadler in Ägypten

Bild 1 von 5

Die ersten vier Bilder sind abends kurz vor Sonnenuntergang entstanden. Seine Augen sind stark fokusiert auf die Wasseroberfläche. Hatte er möglicher Weise noch keine Beute gemacht und brauchte dringend einen Fisch für die Abendmahlzeit? Normaler Weise rütteln sie über Wasser und stürzen im Sturzflug auf einen Fisch im Wasser. Ob die Entfernung von der Brücke ausreichen würde, um Beute machen zu können? Ich weiß es nicht, könnte es mir aber vorstellen. Vielleicht will er aber einfach nur seine Ruhe haben. Seht ihr wie er sicher auf einem Bein steht? Die Klauen sind schon gewaltig. Interessant ist, dass die hintere sehr beweglich ist. Die sei hilfreich beim Fischfang. Ja, was kann man zu dieser Geschichte sagen? Ich finde hammermäßig. Bild 4 und 5 zeigt ihn auf einer Fahnenstange sitzend, die Aufnahmen sind vom 24. November 2025, fünf Tage nach den anderen Bilder. Vielleicht bleibt er ja dort.

In Deutschland gibt es vor allem im Osten etwa 20 mal so viele Brutpaare wie in Ägypten, Tendenz steigend. In Bayern sind es 16 und in Baden-Württemberg seit 2023 bei Rastatt eines, das zweimal erfolgreich mit fünf Jungen gebrütet hat. Dieses Jahr hat vermutlich ein Baummarder die Eier gefressen. Es sind im Ländle 30 Nistplätze eingerichtet worden, na wenn das nicht fruchtet.

Übrigens, durch die Baar sind zur Zugzeit regelmäßig Fischadler zu sehen. Hier Fotos von Thomas Kring vom Zollhausried am 05. April 2024:

Fischadler im Zollhausried

Bild 1 von 3

Erinnert Ihr Euch an den Disney Tierfilm, in dem ein Vielfrass die beiden bereits großen Jungvögel erledigt hat? Das ist mir sehr im Gedächtns hängen geblieben. 

Vielen Dank Rita für die Bilder für diesen Beitrag.

Unten noch einige Fotos von einem Fischadler in Korsika am 19. Juni 2023 von Thomas Kring:

Fischadler Korsika

Bild 1 von 8

Herzliche Grüße
Franz Maus

Taubenschlag

Liebe Bürgerpostleser, 

Christiane Willmann, eine Bekannte aus Titisee-Neustadt-Schwärzenbach schickte mir dieses Bild und fragte, ob ich wisse, was es mit den kleinen Dächle an dem Giebel auf sich hat.

Natürlich habe ich es nicht gewußt. Wisst Ihr es? Sie hat es übrigens in Gutenstein im Donautal kurz vor Sigmaringen aufgenommen. Das Haus ist ein Bauernhaus mit Wohnteil auf der anderen Seite und das ist der Giebel des Ökonomieteiles. Also gings ans Erkunden über Whatsapp und über eine Anfrage an das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck. Der Leiter Christof Heppeler schrieb: „Auf den ersten Blick würde ich auf einen Taubenschlag tippen. Allerdings kann ich auf dem Foto nicht recht erkennen, ob in dem Giebel überhaupt entsprechende Öffnungen vorhanden sind“. Das klärte Christiane auf: „Es gibt nur ein Loch unterhalb des Firstes, bei den 15 Dächle ist keine Öffnung zu sehen“. Darauf Christof Heppeler: „Ein Loch wäre nun für einen Taubenschlag in der Tat zu wenig. Ich würde jetzt die Öffnungen auch über diesen „Dächle“ erwarten, in der Annahme, dass die Taube darauf landen können. Möglicherweise wurden die Öffnungen auch verschlossen, als der Taubenschlag stillgelegt wurde, um unerwünscht Eindringlinge fern zu halten. Die Verteilung der „Dächle“ erinnert halt sehr an einen Taubenschlag“. Diese Ansicht mit dem Taubenschlag kam von einigen Statuslesern, aber keiner konnte erklären, wieso nur ein Loch da ist….. bis Rudi Willmann aus Titisee-Neustadt-Rudenberg die Manege betrat. Er vergewisserte sich: „Oben ist doch ein Loch? Die Dächle sind ein Anflug-Sitz-Platz für die Tauben, dass es keinen Rückstau am Loch gibt“. Rudi kennt das von seinem Heimathof, dort hätten sie auch solche Anflug-Plätze gehabt. „Leider kann ich nicht mehr dazu sagen“. Lieber Rudi, das ist auch gar nicht nötig, der Fall ist klar. 

Vielen Dank Christiane für die Bildüberlassung und allen fürs Mitmachen, besondern natürlich Rudi für die Lösung.

Astabwurf

Liebe Bürgerpostleser, 

im Urlaub in Binnenseenähe in Schweden hat man Gott sei Dank etwas Zeit zum Schauen. Und, was sehe ich an einer mittelalten Eiche? Etwas im ersten Moment scheinbar Unglaubliches, sie wirft kleine Äste ab. Seht Ihr sie auf dem Boden liegend? Viele sind noch richtig grün gefärbt, manche braun.

Wenn man die Eiche anschaut, weiß man, die sieht richtig gesund und vital aus. Auf dem Bild unten habe ich einen am Boden liegenden Trieb in die Hand genommen und habe die Bruchstelle abgebildet. Kann man feststellen, dass das vollkommen planmäßig aussieht? Auf jeden Fall würde ich sagen. das Bild daneben zeigt eine weitere Bruchstelle und so sehen alle Triebe am Abwurfende aus. Wenn mans ganz genau nimmt, sieht man einen Ring. Er stellt den Übergang des Frühjahrswachstums zum Spätsommerwachstum dar. Wenn das kein Hammer ist. 

Also die Rätselfrage war, warum wirft diese Eiche Triebe ab? Und ob das vielleicht alle Eichen machen. Es gab ein längeres Hin und Her mit meinem Fachberater in Sachen Forst, Reinhold Mayer, das Endergebnis lautet – aus ChatGPT entnommen – wie folgt: 

„Der Triebabwurf bei Eichen ist ein spezielles physiologisches Phänomen, das im Spätsommer oder Herbst auftritt. Dabei wirft die Eiche junge, noch nicht ausreichend ausgereifte Kurz- oder Langtriebe ab. Das ist kein Krankheitszeichen, sondern eine Anpassungsreaktion.

Wenn im Sommer Trockenheit, Nährstoffmangel oder Schädlingsdruck auftreten, können die zahlreich entstandenen jungen Triebe nicht ausreichend mit Kohlenhydraten und Wasser versorgt werden. Auch bei sehr starkem Triebwachstum kann ein Ungleichgewicht entstehen, die Krone „überproduziert“ Triebe, die Pflanze kann aber nicht alle mit Kohlenhydraten und Wasser versorgen. Dass das die Eiche merkt? 

Und jetzt kommt die Besonderheit der Eichen zum Tragen, sie aktiviert Sollbruchstellen. Die Eiche besitzt an der Basis junger Triebe spezielle anatomische Schwachstellen, Zonen mit dünnwandigen, wenig verholzten Zellen. Unter Versorgungsstress werden dort enzymatische Prozesse, Abbau von Zellwänden und Korkbildung eingeleitet. Es entsteht eine Art Abszissionsschicht, ähnlich wie beim natürlichen Laubfall. Der Trieb trocknet an der Basis ein und bricht leicht ab. Zurück bleibt eine kleine, geschützte Narbe. Das Holz des Vorjahres oder älteres Gewebe wird nicht geschädigt. Dafür gibt es einen Oberhammer.

Der Abwurf führt zu einer Energie- und Wassersparmaßnahme: Die Eiche entlastet sich von zu viel „Ballast“, den sie in Trockenzeiten oder bei Ressourcenknappheit nicht versorgen könnte. Statt dass alle Triebe kümmerlich überleben und eventuell das ganze Baumwachstum beeinträchtigt wird, konzentriert der Baum seine Ressourcen auf die kräftigeren, besser versorgten Triebe. Besonders nach wärmeren, trockeneren Sommern tritt Triebabwurf häufiger auf.

Kurz gesagt: Der physiologische Mechanismus des Triebabwurfs bei Eichen entspricht einem aktiven Abszissionsprozess an vorgebildeten Sollbruchstellen, der durch Versorgungsungleichgewichte (Wasser/Kohlenhydrate) ausgelöst wird und dem Baum hilft, seine Ressourcen effizient zu nutzen“.

Aus dem Urlaub zurück, bin ich bei nächster Gelegenheit zu den Eichen im Schoßpark und was habe ich zum ersten Mal hier entdeckt? Abgeworfene Triebe. Ein weiteres Naturwunder.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Galläpfel

Liebe Bürgerpostleser,

vor kurzem schickte mir Brigitte Köstel aus Bruchsal das eindrucksvolle Bild mit dem Hinweis, „das habe ich heute im Wald beim Wandern auf dem Boden entdeckt, ein Eichenblatt mit vier festgeklebten Kugeln oder Beeren. Wie kommt es dazu? Ich habe das noch nie gesehen“. So geht es vermutlich den meisten von uns. 

Mein Schwager Hardy Eggert aus Zimmern unter der Burg schickte mir vor wenigen Wochen das Bild unten. Es handelt sich um den gleichen Sachverhalt. 

Google Lens fand schnell die Antwort: „Es sind Galläpfel. Galläpfel sind kugelförmige Wucherungen, die an Eichenblättern entstehen. Sie werden durch die Eiablage der Eichengallwespe verursacht. Die Galle bildet sich als Abwehrreaktion der Eiche auf den Stich der Wespe und dient als Schutzhülle für die sich entwickelnde Larve. Galläpfel wurden früher aufgrund ihres hohen Tanningehalts zum Gerben von Leder und zur Herstellung von Tinte verwendet“. 

Übrigens, die Eichenblattwespe ist nur zwei bis drei Millimeter klein. Sie schlüpft nach einigen Wochen oder nach dem Winter aus einem kleinen Loch. Löcher sieht man bei den Kugeln keine, demnach erfolgte vermutlich noch kein Schlupf. Die Gallen sind für die Eiche harmlos, auch wenn der Befall relativ stark ist.  

Brigitte Köstel und Hardy Eggert vielen Dank für die Überlassung der Bilder.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Nashornkäfer

Liebe Bürgerpostleser,

schaut, was ich Euch heute anbieten kann, den Nashornkäfer. Nicht weil ich ihn gefunden hätte, sondern weil Frau Marion Wagner aus Abtsgmünd mir Ende Juni 2025 die Käferbilder schickte. Eigentlich wollte ich damals schon etwas schreiben, aber Marion meinte, wir sollten abwarten, ob sich nicht auch Larven fänden. Dann am 28. September kam die freudige Nachricht, dass eine Larve aufgetaucht ist. Ich hab kurz vorher gedacht, ob das noch etwas wird. Manchmal gibt es so etwas wie Gedankenübertragung, Tage später schickte Sie mir noch weitere zwei jüngere Larven. 

Jetzt, was sagt man dazu? Hat jemand schon diesen imposanten 4 cm langen Käfer, gesehen? Ich schätze, die wenigsten von uns. Was denkt Ihr, ist es ein Männchen? Ja, so ist es. Hat das Weibchen auch Hörner? Nein hat es nicht. Hier gibt es Fotos: https://www.natur-in-nrw.de/HTML/Tiere/Insekten/Kaefer/Scarabaeoidae/TK-3326.html.

Die Frage, wie das bei Nashörnern ist, steigt automatisch in den Fokus. Was meint Ihr? Also KI gibt als Antwort: „Beide Geschlechter tagen Hörner, die der Weibchen sind typischerweise länger und dünner als die der Männchen“. Die Weibchen schützen damit ihre Jungen, und was die Männer machen, bedarf keiner Erklärung. 

Nun zum Nashornkäfer. Der Grund, wieso er selten zu sehen ist, liegt daran, dass er sich bei Tag nicht blicken läßt, er ist dämmerungs- und nachtaktiv. Marion hat ihr Exemplar auch nur gefunden, weil es tot war. Kurzer Einschub, wie lange leben die großen Käfer wie zum Beispiel Hirsch- und Moschusbockkäfer? Vier bis sechs Wochen, also relativ kurz. Die Ernährung der erwachsenen Nashornkäfer ist bisher nicht ganz geklärt. Wenn sie in ihrem kurzen Leben überhaupt Nahrung aufnehmen, ernähren sie sich vermutlich von Baumsäften. Lang ist dagegen die Larvenzeit, beim Nashornkäfer drei bis fünf Jahre je nach den Umweltbedingungen. Man muss sagen,  der Mensch hat die Lebensbedingungen für ihn deutlich verbessert durch große Sägemehlhaufen an Sägewerken und anderen holzverarbeitenden Betrieben, durch Haufen von Rindenmulch und durch Komposte. Früher war er angewiesen auf den Mulm abgestorbener großer Bäume. Das gibt es nur noch selten. Das Bild unten zeigt das Gartenbeet von Marion, mit Pferdeäpfeln seit drei Jahren aufgefüllt. Sie freut sich am reichen Ertrag der Zucchini und Paprikapflanzen. Dort hat sie die Larven gefunden

Die Larve ist in der Lage, Zellulose zu verdauen. Allerdings hat man im Darm keine Enzyme gefunden, die zum Abbau aber nötig sind. Man hat festgestellt, dass sich im Enddarm eine Gärkammer befindet, in der Bakterienarten den Abbau vornehmen. Jetzt kommt ein Hammer: Die Larven verdauen zum Teil diese Bakterien, was für sie zur Proteinquelle wird.

Marion, Dir ein dickes Dankeschön für die Überlassung der Bilder. Dadurch wurde dieser Beitrag möglich.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Runder Regenbogen

Liebe Bürgerpostleser,

heute ist es soweit, es geht um die Auflösung meiner zwei das letzte Mal gestellten Fragen: 1.) Ist die Aufnahme von Sohnemann Michael, Bild unten, ein gestelltes Foto und 2.) wer von Euch hat so etwas schon aus dem Flugzeug heraus gesehen. 

Fangen wir bei Frage 2 an, niemand, nicht eine Person hat sich gemeldet. Man kann daraus schließen, dass keiner bisher einen Regenbogen aus dem Flugzeug heraus gesehen hat. Nicht einmal die altgediente Flugbegleiterin Brigitte Bodusch in ihren – nach Abzug von 6 Jahren Erziehungsurlaub – sage und schreibe 32 ½ Berufsjahren. Wobei man natürlich sagen muss, ihr Job es nicht ist, aus den Fenstern zu schauen, ob da ein Regenbogen zu sehen ist, sie ist schließlich zum Dienst an den Kunden in der Luft. Dass keine Meldung kam, finde ich einen glatten Oberhammer.

Die Frage 1 möchte ich von Claudia Hinz, langjährige Vorsitzende des Arbeitskreis Meteore e.V. wie folgt beantworten lassen: „Das Bild ist auf jeden Fall echt. Es ist der untere Teil eines Regenbogens. Denn ein Regenbogen ist im physikalischen Sinne ein Kreis, der bei üblicher Sichtung von der Erde vom Horizont einfach abgeschnitten wird. Befindet man sich aber in der Höhe und sind auch unterhalb des Beobachters Wassertröpfchen, dann kann man den unteren Teil des Halbkreises, oder wie in diesem Fall, ein Fragment davon sehen. Ist vom Flugzeug aus gar nicht so selten“. 

Regenbogen vor den Alpen
Das Bild erhielt ich von Claudia Hinz. Man sieht schön, dass vom Berg herunter ins Tal das untere Regenbogenfragment ebenfalls zu sehen ist.

Damit ihr sehen könnt, wie ein kreisrunder Regenbogen aussieht, hat Claudia Hinz auch das Bild unten geschickt. Peter Schwager, ein Freund von ihr hat es in Island vom Flugzeug aus aufgenommen, ist das nicht ein zweiter Oberhammer?

Runder Regenbogen aus dem Flugzeug raus fotografiert
Foto von Peter Schwager

Vielleicht ist es auch so, dass viele aus welchen Gründen auch immer, nicht aus den Flugzeugfenstern schauen und/oder die Jalousien zuziehen. Claudia Hinz sieht das auch so: „Dabei gibt es gerade vom Flugzeug aus soviel zu entdecken. Und wenn man der Sonne gegenüber sitzt und durch Schauerwolken fliegt, gibt es weiter unten immer irgendwo ein Regenbogenfragment“. 

Vielen Dank Claudia Hinz für die tollen Bilder und die Erläuterungen und unserem Sohn Michael für die Fotografie aus dem Flugzeug.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Abendstimmung im Herbst

vom 11. Oktober 2023

Liebe Bürgerpostleser, 

heute einmal etwas anderes.

Das Bild stammt von heute Morgen, 10. Oktober 2023, und wir sehen eine schöne Konstellation mit abnehmender Mondsichel und dem hellsten Planeten Venus. Dazwischen sehr schwach leuchtend, der Regulus, ein Stern im Löwen. 

Etwas, was ich bisher nicht für möglich gehalten habe, dass sechs große Nüsse in einer Halterung herangewachsen sind. Unser Korkenzieherhaselstrauch ist dieses Jahr voller Nüsse, es ist eine richtige Freude.



Ein Tagpfauenauge an unserer Herbstaster. Vielleicht mal kurz überlegen, wieso sieht man ihn noch? Könnte es sein, dass er als lebender Schmetterling überwintert? Ja, so ist es in der Tat. 
Die schöne Abendstimmung vom 9. Oktober 2023 mit dem eindrucksvollen Schwarzwaldhorizont. Erkennen Sie den Feldberg?

Herzliche Grüße
Franz Maus

Siebenschläfer

Siebenschläfer beim Joghurt

Liebe Bürgerpostleser, 

die Auflösung des Rätsels lautet, die drei Tiere gehören zur Familie der Bilche und zu sehen waren der Gartenschläfer von Cathrin Schelshorn vom Feldberg (Bild 1), die Haselmaus von Hardy Eggert aus Zimmern unter der Burg (Bild 2) und der heute beschriebene Siebenschläfer (Bild 3). Viele haben es gewußt und manche haben auch Ihre Freude ausgedrückt an diesem Rätsel. Vielen Dank fürs Mitmachen.

Ein Siebenschläfer im Vogelfutter

Gartenschläfer

ein Bilch in einer Hausecke

Haselmaus

ein unscharfer Bilch in Entfernung

Siebenschläfer

Lange habe ich warten müssen, bis der dritte Bilch, der Siebenschläfer aufgetaucht ist. Ich war mit einer elsässischen Vogesenrindzüchtergruppe unterwegs, um einen Weidemelkstall in Zell-Gresgen zu besichtigen. Wie aus heiterem Himmel schaute er skeptisch auf uns herunter, siehe oben. Offensichtlich haben wir den dämmerungsaktiven Siebenschläfer durch unsere Fachgespräche aufgeweckt und bald entzog er sich unseren Blicken. Die Besitzer haben nicht gewußt, dass sie diesen Bewohner haben. Allerdings hätten die Kinder schon berichtet, dass sie Geräusche gehört hätten. Wenns läuft, dann läufts, Ihr kennt diesen Spruch.

Das Bild oben kam ich von der Freundin unserer Tochter, Michelle Megerle aus Heilbronn. Deren Freundin hat den Burschen in einem nach einer Seite offenen Gartenhaus kurz vor dem Absprung aufgenommen.

Schauen Sie die beiden unterschiedlichen Geranienkästen an. Man fragt sich, was das mit dem Siebenschläfer zu tun hat. Das ist ganz einfach, der Siebenschläfer ist ein Allesfresser und er hat Gefallen gefunden an den Bütenknospen. Ja, aber wieso nur rechts? Du glaubst es nicht, dort ist das Hauseck in mittelbarer Nähe, so dass er nur an den ersten Kasten hinkommt. Er ist ein sehr guter Kletterer, aber an der glatten Wand kapituliert er. Dann entwickelte sich die Geschichte in einem fulminanten Höhepunkt durch Bilder meines Augenarztes Dr. Tilman Freytag. Er ist auch Bürgerpostleser und hat mein Rätsel in der letzten Ausgabe mitbekommen. Da ich kurz darauf bei ihm einen Termin hatte, sprachen wir über seine Siebenschläfererlebnisse. Er besitzt eine Jagdhütte bei Bonndorf, von der er schon lange weiß, dass Siebenschläfer da sind. Jetzt schaut Euch die Hammerbilder unten an, die er machen konnte aus nur einem Meter Abstand. Dessertgläser wurden zum Altglas gestellt, ungespült wohlgmerkt. Mit einem Wohlgenuß macht er sich elegant über die Reste von „Cheescake New York“ mit „Vanillegeschmack, Frischkäse und Kekskrümelboden“ her. Man kann förmlich erahnen, wie gut der Nachtisch geschmeckt hat. 

Der Name Siebenschläfer kommt daher, dass er normaler Weise einen langen Winterschlaf macht. Wenn er allerdings eine warme „Bude“ gefunden hat, dann macht er gar keinen oder nur einen kurzen Winterschlaf. Ebene Wälder meidet er, ich glaube nicht, dass Ihr wißt wieso: Er überwintert in frostfreien Bodenspalten und unter Wurzelstöcken und nicht in Vogelkästen, weshalb er im Flachland dem Wassertod ausgesetzt wäre. Die Evolution geht geschwungene Wege, kann man nur sagen. Siebenschläfer nutzen Vogelkästen ab 27 mm Lochdurchmesser als Nistplatz für ihre 5 bis 7 Jungen. Ende Mai/Anfang Juni kommt es dabei zur feindlichen und tödlichen Übernahme einer Vogelbrut. 

Interessant ist, dass in der Römischen Küche Siebenschläfer gegessen wurden, die in einem speziellen rundlichen Terrakotta-Gefäß mit kleinen seitlichen Belüftungslöchern gehalten und schlachtreif gemästet wurden. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

Rätsel vom 7. September 2025

Liebe Bürgerpostleser,

heute muss ich etwas langsam machen. Es triftt ab und zu zu, dass ein Pensionär keine Zeit hat. Deswegen habe ich mir gedacht, ich will Euch etwas auf die Probe stellen. Ich stelle Euch ein paar Fragen:

  1. Zu welcher Familie gehören diese drei Arten? Über zwei von ihnen habe ich bereits einen Beitrag geschrieben.
  2. Wißt Ihr das noch und welche beiden Arten sind es?
  3. Könnt Ihr ihre Namen nennen?
  4. Wie heißt die dritte Art?
Ein Siebenschläfer im Vogelfutter
ein Bilch in einer Hausecke
ein unscharfer Bilch in Entfernung

So, das wars, ich mache jetzt Feierabend und wünsche Euch viel Erfolg beim Finden der Antworten. Die Auflösung erfolgt nächste Woche und natürlich eine Beschreibung der dritten Art. Genießt die schönen Bilder, Bild 1 ist von Cathrin Schelshorn vom Feldberg, das zweite von Hardy Eggert aus Zimmern unter der Burg und das dritte von mir.
Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Rückmeldungen bekomme.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Venus und Jupiter

Venus und Jupiter am 11. August 2025 um 5:19 Uhr

Liebe Bürgerpostleser,

heute habe ich etwas Astronomisches anzubieten. Die Bilder zeigen den Verlauf der Begegnung zweier Planeten vom 5. August 2025 bis zum 19. August 2025 über einen Zeitraum von zwei Wochen. In den Bildern ist neben den Tagen auch die Uhrzeit aufgeführt, ich hoffe, Sie wissen mein Frühaufstehen zu schätzen. Das ist alles ohne Wecker passiert, scheinbar schläft man mit zunehmendem Alter nicht mehr so fest. Das Wetter spielte hervorragend mit, ich konnte an zehn von den 14 Tagen Bilder machen. 

Venus und Jupiter am 5. August 2025 um 5:17 Uhr

5. August 2025 um 5:17 Uhr

Venus und Jupiter am 11. August 2025 um 5:19 Uhr

11. August 2025 um 5:19 Uhr

Venus und Jupiter am 12. August 2025 um 5:20 Uhr

12. August 2025 um 5:20 Uhr

Venus und Jupiter am 13. August 2025 um 5:28 Uhr

13. August 2025 um 5:28 Uhr

Venus und Jupiter am 19. August 2025 um 5:20 Uhr

19. August 2025 um 5:20 Uhr

Zunächst einmal die Frage, hätten Sie gedacht, dass zwei Planeten so schnell aneinander vorbeirauschen? Haben Sie eine Vorstellung, welcher Planet so zu sagen „Vollgas“ fährt? Nun, es sind die Planeten Venus und Jupiter. Was denken Sie, wer von beiden der hellere ist? Genau so ist es, es ist die Venus. Neben dem Mond ist sie das Hellste, was wir am Firmament sehen können. Das hängt damit zusammen, dass die Venus uns um ein Zigfaches näher ist als der Jupiter. Und wer fährt „Vollgas“? Genau, auch die Venus. Sie umrundet die Sonne in nur 225 Tagen, Jupiter dagegen braucht sage und schreibe 11,9 Jahre. Auf den Bildern kommt das gut zum Ausdruck. Venus kurvt am „stabilen“ Jupiter vorbei. Am 12. August 2025 war die engste Begegnung der beiden, ein toller Anblick finde ich. Das ist laut Kosmos Himmelsjahr 2025 die engste Planetenbegegnung in diesem Jahr. Und wir waren dabei. Den Tag vorher und danach habe ich auch dargestellt, damit man ein Gespür für die schnelle Veränderung bekommt. 

Wem von Ihnen/Euch ist diese Konstellation in den frühen Morgenstunden aufgefallen? Ich freue mich auf Rückmeldungen.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Igel Infantizid

Liebe Bürgerpostleser,

diese Geschichte hat sich folgendermaßen zugetragen: Hans Hasenfratz aus Mundelfingen schickte mir die beiden Bilder. Ein Bild zeigt eine Igelmutter mit sechs kleinen Igeljungen.


Er erwähnte, dass sie Glück gehabt haben. Denn der Sohn wollte mit der Greiferanlage Stroh verlegen, als die Igelmutter sozusagen aus der Packung fiel. Sofort schaute er nach und entdeckte Gott sei Dank auch die sechs Jungigel. Der Karton diente nur als Zwischenlager, anschließend verkroch sie sich die Familie in einen Heuhaufen. Dort schaute Hans immer mal wieder nach ihnen, darauf achtend, dass sie nicht gestört werden.
Dann schickte er mir das Bild unten mit der eindringlichen Frage, „wer war das“?


„Heute, am 24. Juli 2025, zwischen 11 und 17 Uhr wurden zwei Jungigel tot aufgefunden, in der Nähe war ein zweiter Altigel“. Diesen hat Hans entfernt und weiter weg gebracht. Ich könnte mir vorstellen, sie ahnen es, wieso er das gemacht hat. Er stellte mir die Frage, ob Igel Kannibalen seien. Zunächst antwortete ich, das kann ich mir nicht vorstellen. Mir fiel allerdings eine Geschichte aus meiner Kindheit ein, dass mein Vater im letzten Moment einen Katzenkater davon abhalten konnte, unsere Jungkatzen zu töten.

Verhalten sich Igel womöglich auch so? KI gab folgende Aussage: „Ja, es gibt Berichte über Infantizid = Kindestötung bei Igeln, insbesondere bei Männchen. Vermutlich deswegen, wenn sie das Gefühl haben, dass die Jungtiere nicht ihre eigenen sind“. Interessanter Weise ist in der Zwischenzeit die Igelmutter mit Ihren vier Jungen verschwunden. Keine Wunder würde ich sagen, sie hat nach diesen traumatischen Erlebnissen eine neue Behausung gesucht.

Bekannt ist das Kindertöten bei Löwen, wenn der alte „Chef“ abgetreten ist, trachtet der neue den Kindern des alten „Chefs“ nach dem Leben. Grausam aber wahr. Die Natur ist manchmal nicht zimperlich. 

Vielen Dank Hans Hasenfratz für die Bilder und den ermöglichten Bericht.

Herzliche Grüße
Franz Maus