Staubwanze

Liebe Bürgerpostleser, 

schaut Euch diese Bilder an, so etwas Skuriles habe ich noch nie gesehen. Gabi Schroll aus Mundelfingen schickte mir die zwei Bilder und fragte, „kannst du mir helfen, was das denn für eine Spinne ist“?

eine Staubwanze
eine Staubwanze

Sie hatte die Tierchen beim Holzumstapeln entdeckt. Zur Beruhigung von Cathrin Schelshorn vom Feldberg konnte ich feststellen, dass es keine Spinne ist. Wieso nicht? Weil Spinnen keine sechs, sondern acht Beine haben. Sechs Beinen haben Insekten und im Regelfall auch deren Larven. Ich weihte Dr. Hans-Peter Straub aus Königsfeld ein. Er schrieb, „ich habe dir vor einem Jahr das selbe Tierchen geschickt, es ist eine Staubwanze“.

eine Staubwanze

„Okay, aber Dein Exemplar war deutlich weniger staubig als die Exemplare von Gabi“. Deswegen hatte ich es auch schnell wieder vergessen.  Wikipedia schreibt: Die Staubwanze stammt aus der Familie der Raubwanzen. Kennzeichnend für das Insekt ist das Tarnungsverhalten ihrer Nymphen. So werden die Larven genannt. Diese bedecken sich mit dem verfügbaren Substrat der Umgebung wie Staub, Sägemehl und Sandkörner, bis sie beinahe unsichtbar werden. Sie werden auch „Maskierter Strolch“ oder „Kotwanze“genannt.

Die Staubwanze besiedelt ganz Europa bis nach Nordafrika. Als Kulturfolger lebt sie in alten Häusern, in Ställen und auf Dachböden ebenso wie auf Müllplätzen. 

Die ausgewachsenen Tiere, Imagos genannt, werden mit 15 bis 19 mm recht groß und sind einfarbig schwarz oder schwarzbraun gefärbt. Die Nymphen durchlaufen fünf Stadien und wachsen von wenigen Millimetern bis auf eine Länge ähnlich der Endgröße der erwachsenen Tiere heran. Die Tiere ernähren sich ausschließlich räuberisch von verschiedenen Gliederfüßern (Arthropoden), beispielsweise von Vorratsschädlingen oder von das Licht anfliegenden Insekten. Die Wanzen verfügen am Ende der Vorderschienen über ein Haftpolster aus dicht stehenden Haaren zum Festhalten der Beute. Diese wird durch einen auch für den Menschen sehr schmerzhaften Stich rasch getötet und ausgesaugt. Sowohl die erwachsenen Tiere als auch die Nymphen sind in der Lage, längere Hungerperioden zu überstehen, wodurch sich jedoch deren jeweilige Entwicklung verzögert. Ein Generationszyklus kann daher bis zu drei Jahre betragen mit zwei Überwinterungen der Nymphen. Ein berechtigter Hammer. 

Die Nymphen zeigen ein ausgeprägtes Maskierungsverhalten zum Schutz gegen Fressfeinde. Sie laden sich sofort nach jeder Häutung mit den Hinterbeinen Staub und andere Schmutzpartikel auf die Körperoberfläche und auf die Beine. Diese Partikel bleiben aufgrund klebriger Ausscheidungen spezieller Drüsenhaare haften. Die Fühler und die Tarsen bleiben dabei frei. So sind die Tiere zum einen prima getarnt, zum anderen vergeht möglichen Fressfeinden aufgrund des Schmutzes der Appetit. Das ist einfach gesagt ein Oberhammer. 

Regenwurm umhüllt von Buchenblühresten

Das Bild schickte mir Ingo Kirchhoff aus Wietzen, zu sehen ist auch ein getarntes Tier, aber unabsichtlich. Erkennt Ihr den Regenwurm umhüllt von Buchenblühresten? 

Vielen Dank Gabi, Hans-Peter und Ingo für die Überlassung der Bilder. Wäre doch schade gewesen, wenn es nicht diesen Beitrag hätte geben können. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

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