Liebe Bürgerpostleser,
nun zur Rätselauflösung vom letzten Beitrag: Das gelbe zwischen den beiden Fenstern war der Platz eines Briefkastens. Von jetzt auf nachher wurde er abmontiert. Das haben viele richtig beantwortet. Ich war sehr positiv überrascht, denn viele von Euch hatten auch die richtige Antwort auf Frage, was auf dem anderen Bild zu sehen ist, nämlich einen Fangtrichter des Ameisenlöwen. Einige hatten beides richtig beantwortet. Die Erste, die beides wußte, war Michaela Lang aus Wieladingen, einem Ortsteil von Rickenbach im wunderschönen Hotzenwald. Herzlichen Glückwunsch. Sie hat mir eine Geschichte dazu geschrieben, die kommt später.
Ameisenlöwen sind die räuberischen Larven der Ameisenjungfern, die für ihre Jagdtechnik bekannt sind. Sie graben mit einer ausgereiften Technik trichterförmige Fallen in lockeren Sand, um Ameisen und andere kleine Insekten zu fangen, indem sie diese mit Sand bewerfen. Unten angekommen, wird das Opfer mit den Zangen gepackt, mit Gift betäubt und ausgesaugt. Welch grausiges Ende, ein Oberhammer. Erstaunlich ist, dass Ameisenlöwen bis zu drei Monate ohne Nahrung auskommen können. Die Larven machen drei Stadien durch und leben bis zu drei Jahre im Trichterhals, bevor sie sich verpuppen und als zarte Ameisenjungfer, die wie eine Libelle aussieht, schlüpfen. Die Ameisenjungfer ist ein friedliches, nachtaktives Insekt, das sich von Pollen und Nektar ernährt und eine Flügelspannweite von bis zu 55 mm aufweist. Die Larve wird bis zu 17 mm groß, Nadine Linhard-Blum aus Hohberg hat eine fotografieren können. Sieht schon wie nicht ganz von dieser Welt aus, oder um es auf den Punkt zu bringen, hammermäßig.
Der Lebensraum der Ameisenlöwen sind warme, trockene, sandige und regengeschützte Stellen, wie unter Baumwurzeln, Brücken, Schuppen oder an Hauswänden.

Bei Dr. Ulrike Guttenberger im Hohelohischen fanden sie sich in einer stillgelegten Mörtelwanne. Ameisenlöwen können nur rückwärts laufen und, ganz wichtig, sie sind für den Menschen völlig ungefährlich. Wenn die Bedingungen für den Trichterbau passen, kommen sie regelmäßig bis auf 1.200 m Meereshöhe vor.
Die oben angedeutete Geschichte von Michaela Lang ist die, dass es um ihr Heimathaus in Öflingen, einem Stadtteil von Wehr, viele Fangtrichter gab. Was machte sie als Kind? Sie angelte mit Grashalmen nach den Ameisenlöwen und ab und zu schnappte einer zu und sie bekam ihn zu sehen. In ihrem jetzigen Wohnort Wieladingen hat sie diese Methode mit ihren Kindern gespielt, ist das nicht rührend?
Simone Bröcheler aus WT-Gutenburg berichtete ebenfalls, dass sie „Ameisenlöwenangeln“ auf ihrem Hof gemacht hat. Da ich in meinem Leben bis jetzt noch nie einen Fangtrichter gesehen habe, ist mir dieses „Naturspiel“ leider entgangen. Vielleicht könnt Ihr dazu berichten, ich würde mich sehr freuen.
Herzliche Grüße
Franz Maus



