Riesenfichte

Liebe Bürgerpostleser,

letzten Mittwoch wollte ich wiederum den Schwarzspecht in der absterbenden Riesenfichte beobachten, aber der Baum war umgesägt aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers. Na ja, die Spechte werden sicher damit klarkommen und Ersatzfuttergründe finden und aufsuchen. Für mich war der Hammer, dass der Baum in über einem Meter Höhe einen Durchmesser von 140 cm aufwies, so auf die Schnelle habe ich ihn auf 100 cm geschätzt. Die Neugier erwachte in mir, wie alt der Baum wohl sei und ich habe in der Schnitthöhe gezählt, siehe Bild 3. Können Sie es sehen? So etwa 135 Ringe, rechnet man 10 Jahre dazu für die Anfangsjahre, dann kommt man auf ungefähr 145 Jahre. So alt wird auf jeden Fall keine Sau und auch kein Mensch. Ehrlich gesagt, ich hätte bei der Breite mehr gedacht. Interessant ist, dass die ersten 43 Ringe ein sehr schnelles Wachstum zeigen, dass es zwischen dem 50 und 70 sehr langsam herging und bis zum Schluss die Ringabstände ebenfalls relativ klein sind. Es gibt einen Wissenschaftszweig, die Dendrochronologie, mit deren Hilfe man anhand der Ringabstände das Alter von Balken und damit von Gebäuden, in die sie verbaut sind, herleiten kann. Denn ungleiche Ringabstände zeigen die unterschiedlichen Jahre und so gibt es Profile, die einem Alter zuzuordnen sind. Spannend, nicht wahr?

Das zweite Bild hat mich erstaunt. Wieso diese Etage auf der Sägefläche? Des Rätsels Lösung ist einfach, sie beantwortet die Frage, wie man mit einer Motorsäge, die ein 50 cm Schwert hat, einen 140 cm breiten Baum umsägen kann. Da musste gegenüber des Fällrichtung der Baum „schlanker“ gemacht werden durch Herausschneiden von Keilen. Not macht erfinderisch, auf eine solche Idee muss man kommen, Hut ab vor dem Fällmeister.

Das nächst Bild zeigt einen vom Schwarzspecht bearbeiteten Ast vermutlich auf der Suche nach Borkenkäferlarven, die nicht ins Holz gehen, sondern unter der Rinde hausen. Ich finde, es sieht eindrucksvoll aus, er hat ja nicht nur die Rinde entfernt, sondern auch Teile des Holzes. Kunst am Ast könnte man sagen.

Das letzte Bild zeigt, dass auch schon im Holz Schädlinge eingedrungen sind, vielleicht die Larven den Fichtensplintbockes. Man kann nur staunen, wie Spechte es schaffen, gezielt nach den Larven zu hacken. Vielleicht hören sie gut und kommen über die Nagegeräusche zum Ziel.

Zu dem ganzen Thema möchte ich Johann Wolfgang von Goethe zitieren:

Solang Du dies nicht hast, dieses Stirb und Werde, bist Du ein trüber Gast auf dieser dunklen Erde.

Schwarzspecht

Liebe Bürgerpostleser, 

im Schlosspark an der Donaueschinger Donau 200 m vor dem Zusammenfluss mit der Breg ist direkt am Weg eine Riesenfichte am Sterben. Die ersten etwa acht Meter sind noch grün, der Rest ist mausetot. Nicht mehr lange, dann sieht der ganze Baum so aus. Traurige Sache.

Das ist die einen Sache. Die andere ist, dass ein solcher Baum Nahrungsquelle ist zum Beispiel für Spechte. Als ich am 13. Januar das erste Mal dort war, waren gleichzeitig drei Spechtarten zu sehen.

Das Bild zeigt ein Buntspecht Männchen, den Grünspecht habe ich leider nicht erwischt, dafür aber den Schwarzspecht. Und das hat mir sehr gefallen, denn den wollte ich Ihnen schon lange vorstellen. Was mich sehr überraschte, dass der große Kerle nicht am Stamm arbeitete, sondern an den Ästen, auch an relativ dünnen.

Dort ist auch schön der schmale Hals dieser Spechtart zu sehen.

Auf dem nächsten Bild sieht man, was charakteristisch ist für Schwarzspechte, nämlich die weiße Iris und die gekrümmte Pupille, hammerhart, finden Sie nicht auch? Dort sieht man auch, dass ein Weibchen am Arbeiten ist, der rote Fleck bedeckt nur den Hinterkopf, beim Männchen ist der Oberkopf bis zum Schnabel rot. Was denken Sie, wie groß der Schnabel ist? Sagenhafte 5-6 cm.

Das letzte Bild zeigt, dass er auch gegen die Schwerkraft von unten am Ast klar kommt. Interessant zu sehen war, dass die Schwarzspechtdame nur eine wenig oberhalb der grünen Zweige die Rinde entfernte. Ich vermute, dass im abgestorbenen Teil oberhalb nichts Fressbares mehr zu finden ist. 

Herzliche Grüße

Franz Maus

Merkur

Liebe Bürgerpostleser,
der 1. Januar 2022 war herrlich. Die ersten beiden Bilder stammen davon.
Das erste wurde vom Auenberg Richtung Mundelfingen aufgenommen und zeigt das Alpenpanorama als dunkle Front, ich dachte, das ist doch einmal etwas anderes. Über der dunklen Kette allerdings sieht man noch das zartes Abendrot.

Das zweite Bild ist etwa zeitgleich Richtung Westen vom gleichen Standort aufgenommen worden. Sehen Sie den Lichtpunkt über den Schwarzwaldhöhen? Haben sie eine Ahnung, was das sein könnte? Genau, Sie wissen es bestimmt. Es ist Merkur, der nächste Planet zur Sonne. 

Weil er so nah ist, hat er eine schnelle Umlaufbahn und ist nicht allzu häufig zu sehen. Die momentane Abendsichtbarkeit dauert vom 12. Dezember 2021 bis 17. Januar 2022 und am höchsten über dem Horizont steht er vom 7. bis zum 13. Januar 2022. Also, es ist relativ wenig Zeit zum Schauen, vor allem, wenn es am Horizont bewölkt ist. 

Ich wünsche Ihnen Glück, dass es Ihnen gelingt.

Die nächsten zwei Bilder haben mich zum Erstaunen gebracht. Wissen Sie, um welche Frucht es sich handelt? Es handelt sich um eine Eiweißpflanze, die ich aus meinen längst vergangenen Studienzeiten, aber nicht als Winter-, sondern nur als Sommerfrucht kannte. Kommt so langsam die Erleuchtung bei Ihnen?

Es ist die Winterackerbohne, eine relative junge Neuzüchtung, bedingt auch durch den Klimawandel. Bei uns hat sie noch eine geringe Bedeutung, in England wird sie stärker angebaut.
Es ist immer interessant, was einem so alles vor die Linse kommt, immer wieder ist etwas Überraschendes dabei.


Herzliche Grüße
Franz Maus

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