Liebe Bürgerpostleser,
am 20. Oktober 2026 entstanden die ersten beiden Fotos . Schöne Vögelein, nicht wahr? Die Bilder sind ziemlich sicher durch den Umstand entstanden, dass die beiden nach einer Kollision noch etwas benommen waren. Bild 1 zeigt welchen Vogel? Ich vermute, Ihr wisst es, einen Baumläufer. Aber ist es ein Garten- oder ein Waldbaumläufer? Die Unterscheidung ist schwierig. Aufgrund des recht langen Schnabels tippe ich auf einen Gartenbaumläufer. Freundlicher Weise hat mir unser Referendariatskollegen Peter Maier das Bild zugeschickt mit der Frage, ob es ein Waldbaumläufer sei. Aufgenommen hat es seine Frau Karin Planitz-Maier, vielen Dank dafür. Nach dem Fototermin sei er munter weitergeflogen.
Bild 2 ist bei unseren Nachbarn entstanden. Als ich sie besuchte, sah ich etwas um die Gelbe Tonne huschen. Vorsichtig machte ich sie weg und fand diesen Piepmatz, auch etwas benommen. Er ließ sich problemlos fangen und ich nahm ihn vorsichtig in meine Hand. Wichtig ist, dass er mit den Flügeln sanft aber energisch umgriffen wird, damit er sich nicht durch unkontrolliertes Flügelschlagen verletzen kann. Ob Ihrs glaubt oder nicht, man spürt richtig, wie das den Vögeln gut tut. Sie scheinen die Wärme und das Umschlossensein in der Situation scheinbar zu genießen. So ein leichtes Vögelein hatte ich noch nie in meiner Hand. Es wiegt nur 5 bis 6 Gramm und ist mit 8 bis 9 cm Körperlänge der kleinste Vogel Europas. Zum Vergleich, ein Haussperling wiegt 30 g und ist 14 bis 16 cm lang. Das ist doch der Hammer. Mit der Zeit merkte ich, dass er munter wird, ich machte meine Hand auf und schnell war er davon geflogen. Es ist übrigens ein Goldhähnchen, da gibt es auch zwei Arten, das Sommer- und das Wintergoldhähnchen. In dem Fall ist es ein Wintergoldhähnchen, die Sommergoldhähnchen ziehen in wärmere Gefilde.
Schon länger beschäftigt mich die Frage, wie gehen Kollisionen von Vögeln mit Scheiben aus. Aus meiner Erfahrung auf jeden Fall nicht immer tödlich. Studien zeigen: Etwa 85–90 % der Vögel fliegen nach einem Aufprall gegen eine Scheibe zunächst wieder weg, was aber leider nicht bedeutet, dass sie den Zusammenstoß überleben. Eine neuere Studie aus dem Jahr 2024 untersuchte Vogelkollisionen unter kontrollierten Beobachtungsbedingungen. Etwa 85 % flogen unmittelbar danach scheinbar unverletzt weiter. Etwa 13 % waren zunächst benommen oder betäubt. Etwa 2 % starben sofort. Das Problem ist aber, dass viele Vögel innere Verletzungen oder Hirnblutungen erleiden und erst Stunden später sterben. Eine weitere Studie aus 2024 untersuchte verletzte Vögel in Wildtier-Rehazentren und stellte fest, dass etwa 60 % der aufgenommenen Vögel während der Behandlung starben oder eingeschläfert werden mussten.
Fakt ist, wenn ein Vogel gegen eine Fensterscheibe fliegt und anschließend davonfliegt, ist seine Überlebenschance vorhanden. Wie hoch sie genau ist, lässt sich wissenschaftlich bislang nicht zuverlässig angeben.
Bild 3 zeigt eine Tannenmeise und Bild 4 eine skandinavische Schwanzmeise in meinem „Rehazentrum“ Innenhand. Sie flogen nach der Behandlung auch munter davon.
Herzliche Grüße
Franz Maus




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