Küchenschelle

heute gehe ich nochmals auf die faszinierende Küchenschelle am Zisiberg ein. Sie war Teil des letzten Beitrags. Und zwar hat mich beschäftigt, dass Christiane Willmann schrieb: „Gut, dass wir am Mittag dort waren, es waren alle Blüten offen“. Das brachte mich zu der Frage, ob sie bei Dunkelheit zugehen, was sie bejahte. Ich habe dann gegoogelt, und tatsächlich war die Antwort, „Küchenschellenblüten (Gattung Pulsatilla) schließen sich tatsächlich bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter“. 

Interessant ist die Begründung: Schutz der Fortpflanzungsorgane, Pollen und Griffel werden vor Kälte, Tau und Regen geschützt, Temperaturregulation, weil die Blüte tagsüber wie eine kleine Sonnenfalle wirkt. Wenn sie offen ist, kann sie sich in der Sonne erwärmen und damit Bestäuber anlocken, Energiesparen und Schutz vor Feuchtigkeit. Also bei Sonne offen, bei Kälte, Bewölkung und Regen halb und nachts ganz geschlossen. Jetzt hatte ich am Montag, den 16. März 2026 die Gelegenheit, in starker Dämmerung kurz vor 19 Uhr am Zisiberg zu sein und natürlich musste ich Küchenschellen fotografieren. Der Fall ist klar, die Blüten sind kurz vor dem Schließen. Das ist doch ein Hammer, wie er im Buche steht. 

Küchenschelle mit Hummel

Seht Ihr die starke Behaarung der Blütenblätter außen und im Stengelbereich? Habt Ihr eine Vorstellung, wieso das so ist? Hier sind die Gründe dafür:

Schutz vor Kälte: Die Küchenschelle blüht sehr früh im Jahr (oft schon im März). Die dichten, silbrigen Haare wirken wie eine Isolationsschicht und schützen Knospen, Blätter und Blüten vor Frost und kaltem Wind.

Verdunstungsschutz: Die Behaarung hält eine dünne Luftschicht über der Oberfläche fest. Dadurch wird Wasserverlust durch Verdunstung reduziert, was besonders auf trockenen, sonnigen Standorten wichtig ist.

Schutz vor starker Sonneneinstrahlung: Die hellen Haare reflektieren einen Teil des Sonnenlichts und verhindern, dass die Pflanze überhitzt oder austrocknet.

Schutz vor Fressfeinden: Die Haare können es für kleine Tiere oder Insekten unangenehm oder schwierig machen, an der Pflanze zu fressen.

Hättet Ihr das gedacht? Was die Natur für Anpassungsstrategien bereit hält, ist schlicht und ergreifend der Oberhammer. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

Frühling

Liebe Bürgerpostleser,

zu diesem Beitrag haben mich zwei Menschen angeregt, Christiane Willmann aus T.-N.-Schwärzenbach und Thomas Kring aus Hüfingen. Thomas schickte mir Bilder vom Frühlingswald Wutachflühen und meinte, ob ich nicht etwas schreiben wolle. Bei Christiane Willmann war es indirekt, sie fragte am 4. März 2026, ob die Küchenschelle am Zisiberg bei Hondingen schon blühe. Ich schicke Ihr Küchenschellenbilder vom 11. März 2025, dort waren sie in Vollblüte. Dann hatte ich am Freitag, den 6. März kurz Zeit, nachzuschauen.

Daraus entstand der Gedanke, drei Dinge zusammenzuspannen. Zum Zisiberg ist zu sagen, dass er ein kleines Naturschutzgebiet an der Südseite am Waldrand von Hondingen ist, das zum einen durch den Frühblüher Küchenschelle bekannt ist, ich habe sie nicht gezählt, aber es sind einige Hunderte. Es ist eine Augenweide. Neu war mir, dass sie Ihre Blüten bei Bewölkung leicht und bei Dunkelheit voll schließen. Christiane hat es schon gewusst.

Oben ein Schnappschuss mit einer Hummel. Hier kann sie bestäuben und Pollen sammeln. Diese Frühblüher sind sehr wichtig für die frühaktiven Insekten. Später kommen am Zisiberg Orchideen dazu, speziell die kleinen Spinnenragwurze.

Als drittes möchte ich den Laubwald oben auf dem Wartenberg erwähnen, ein Eldorado für einen noch früheren Blüher, den Märzenbecher.

  • Märzenbecher

Märzenbecher von Thomas Kring im Frühlingswald Wutachflühen

Mathias Ebert aus Villingen meinte trocken, „er muss bald in Februarbecher umgetauft werden“. Wie wenn sie gesät worden wären. In Wutachschlucht und -flühen kommt der Märzenbecher ebenfalls sehr häufig vor.

Echter Seidelbast

Echter Seidelbast
Foto: Thomas Kring
in Frühlingswald Wutachflühen

Der Duft vom Seidelbast ist einmalig, man muss unbedingt daran riechen.

Der scharlachrote Kelchbecherling und der Seidelbast sind Charakterpflanzen in diesen Gebieten. Die rote Farbe des Klechbecherlings beeindruckt sehr. Er wächst auf Totholz, was normalerweise nicht zu sehen ist. Man denkt er wächst direkt aus dem Boden heraus.

  • Zinnoberrote Kelchbecherling

Kelchbecherling von Thomas Kring im Frühlingswald Wutachflühen

Das letzte Bild bekam ich wiederum von Karl Wild aus Maichingen. Vielen Dank dafür. Ein Admiral am Winterschneeball. Wer kann sich noch erinnern an den Artikel von 2024 über das Thema? Ergebnis war damals, dass der Wanderfalter Admiral in der Zwischenzeit zunehmend bei uns überwintert und damit kein reiner Wanderfalter mehr ist. Als ich das Bild Dr. Hans-Peter Straub schickte, schrieb er, dass bei im in Königsfeld genau das gleiche zu sehen war. Ein Klimawandelhammer.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Hozverwachsungen

Liebe Bürgerpostleser, 

heute kommt die nächste Holzgeschichte. Bäume sind in der Lage, Dinge, die ihnen in die Quere kommen, einfach zu umwachsen. Wir hatten schon einige schöne Beispiele, ihr erinnert Euch vielleicht noch an den Balzer Herrgott bei Gütenbach und erst vor kurzem an die grandiose Astverwachsung bei Maichingen. Die heutigen Fotos hat mir Frau Dr. Ulrike Guttenberger geschickt, die mit Ihrem Mann in Hohenlohe beheimatet ist. Sie ist aber ein Kind der Baar und wenn sie meine Fotos vom schneebedeckten Feldberg sieht, schreibt sie „ich habe Heimweh“. 

Wenn man das Bild oben anschaut, denkt man, man sei in einem falschen Film, so unverständlich sieht es aus. Zwei Schilder, die am selben Baum eingewachsen sind. Das Naturdenkmalschild habe ich übernommen, um mir klarzumachen, wie es überhaupt hängen soll. Ihr seht es, zu meiner Überraschung, mit dem Spitz nach unten, umgekehrt wie bei den Verkehrszeichen. Auf jeden Fall ist es so, dass die Grundlinie des Zeichens den Baum veranlasst hat, das Zeichen „aufzufressen“. Vielleicht war es zu eng am Baum befestigt und beim Dickenwachstum des Stammes kam es zur Überwallung. Der Hammer ist, dass fast die ganze Länge vereinnahmt wird, obwohl der Baumdurchmesser deutlich kleiner ist. Man kann nur staunen. 

Oben das zweite Schild, das unterhalb des Naturdenkmalschildes ebenfalls überwallt wurde und noch wird. Dort ist die Richtung nach oben im Gegensatz zum ersten Schild. Ironie am Rande, dass der Schildtext besagt, dass es untersagt ist, Pflanzen zu schädigen, na ja, ob eine Überwallung eine Schädigung ist, ist die andere Frage. 

Sicherlich wäre es interessant zu schauen, wie sich die Geschichte weiterentwickelt und in 10 Jahren aussieht. Ulrike, denke bitte daran. Vielen Dank.

Die Bilder oben sind selbstredend, ein großer Ackerstein verkeilt und verwachsen zwischen zwei Auslegern eines Baumes. Hier stelle ich meine obligatorische Frage, ist der Stein hochgewachsen oder war er von Anfang an in derselben Höhe – wie jetzt – platziert. Ich bin sehr gespannt auf die Antworten. Ulrikes schöner Hund scheint auch hochinteressiert an der Sache zu sein, wahrscheinlich hat er so etwas noch nie gesehen.

Ulrike, vielen Dank für die tollen Baumverwachsungsbilder, ich glaube, es wäre schade gewesen, wenn es nicht hätte thematisiert werden können.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Wimmerwuchs

Liebe Bürgerpostleser, 

heute und auch das nächste Mal geht es um Erstaunliches rund ums Holz. Anfangs seid Ihr gefragt, wisst Ihr, was da zu sehen ist und wie wird das Phänomen genannt? Ich vermute einmal die wenigsten werden es wissen, ich jedenfalls nicht. 

Mein Wissen habe ich auf der Homepage: https://www.achtsamkeitimwald.com/wimmerwuchs/ von Klaus Heidel aus Hiddenhausen gefunden. Er schreibt: „Für mich ist eine solche Wuchsform ein wunderschöner Anblick. Zu sehen ist nämlich ein stark ausgeprägter Wimmerwuchs am Stamm einer Rotbuche. Dies ist eine Wuchsanomalie, die noch nicht erschöpfend erforscht und erklärt ist“.

Wimmerwuchs an Buchen sei eher seltener zu sehen, er kommt aber an Nadelbäumen, Birken und Ahorn etwas öfters vor. Manchmal sei zu lesen, dass dieser Wimmerwuchs etwas mit dem Standort des Baumes zu tun hat und an Bäumen im Hochgebirge häufiger vorkommt als an Bäumen im Flachland.

Dieser Wimmerwuchs verläuft immer quer zur Stammachse und wirkt manchmal wie viele kleine „Schwimmringe“ unter der Rinde. Ein so stark ausgeprägter Wimmerwuchs wie an dieser Buche werde zum Problem für die weitere Verarbeitung, da solch ein Holz nicht so stabil ist, wie Holz ohne diese Wuchsanomalie. Dieses Holz neigt zu einer verstärkten Rissbildung und Verformung. Daher werden solche Bäume meistens nur als Brennholz gehandelt. 

Das werde nach Klaus Heidels Meinung diesem schönen Phänomen nicht gerecht, denn es gibt auch einiges Positives über diesen seltenen Wimmerwuchs zu berichten: „Zur Herstellung seltener Furniere wird solches Holz von so mancher Manufaktur sehr gerne verarbeitet und in ganz einmaligen Holzwerkstücken verbaut. Auch zur Herstellung von anderen kunsthandwerklichen Gegenständen ist dieses Holz recht beliebt. Zum Schnitzen und Drechseln zum Beispiel. Aber auch Musikinstrumente schmückt diese einmalige Holzmaserung oft mit ihrer ungewöhnlichen Struktur und macht so jedes Instrument zu einem einmalig schönen Stück“.

Ist das nicht interessant, dass das Besondere und nicht Normale doch als Nischenprodukt Bedeutung gewinnen kann? Ich finde das sehr faszinierend.

Zum Schluss darf ich dankbar bekannt geben, dass Karl Wild aus Maichingen mir diese Bilder eines Sonntagsspaziergangs zu Verfügung gestellt hat. Vielen Dank dafür Karl.

Und, wer hat das Phänomen bereits gekannt? Ich freue mich über Rückmeldungen.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Winterfütterung

Liebe Bürgerpostleser, 

was ist bei mir das Besondere während der Winterfütterung? Zum einen, dass ein Trupp von neun Stieglitzen – auch Distelfinken genannt – unser Leben bereichern. Sie zanken gerne untereinander und gehen nicht beziehungsweise ganz selten an die Futterkette, sondern in die Tröge. Dort sind sie so aufmerksam, dass sie meistens verschwunden sind, bis ich mit dem Händifoto gerichtet bin. Unten die neun Exemplare, eines ist etwas versteckt, auf unserer Gartenlärche. Auf dem Bild daneben sehen wir vier auf Ästen sitzend dicht neben der Futterstelle. Die rechten zwei zeigen die farbliche Schönheit dieser Vögel. 

verschiedene Vögel auf einem verschneiten Baum
vier Stieglitze auf einem Busch

Das Bild unten demonstriert die Dominanz einer Vogelart in diesem Winter, die der Blaumeisen. Vermutlich hatten sie die letzten Brutsaisons durch bestimmte Umstände sehr hohe Aufzuchtraten. Früher beherrschten Hausspatzen das Geschehen. Zählt alle durch, kommt Ihr auch auf 14 Stück? Alles nur Blaumeisen. Das ist doch ein Hammer, nicht wahr? 

Meisen an einem Erdnussring

Unten: Ich bin hell begeistert, dieses Jahr zum ersten Mal Schwanzmeisen an der Futterkette beobachten zu können. Bis jetzt sind es vier Stück. Sie sind schnell und behänd und die langen Schwänze sind so was von klasse. Die Schnäbel sind sehr fein und die schwarzen Kulleraugen wissen zu beeindrucken. Interessant ist, sie sind nicht im Haus anzutreffen, sondern – im Unterschied zu den Stieglitzen – nur an der Futterkette. Das letzte Bild zeigt drei Fotos der gleichen Schwanzmeise. Sie ist mit einem weißen Kopf ausgestattet, das heißt, sie stammt aus Skandinavien und ist zu uns über den Winter eingeflogen. Meistens kommt der Trupp zweimal am Tag kurz vorbei zum Fressen und verschwindet dann wieder. 

Schwanzmeisen an Erdnussring
Schwanzmeisen an Erdnussring

Wer hat Schwanzmeisen diesen Winter auch schon erleben dürfen? Waren auch weißköpfige dabei?

Herzliche Grüße
Franz Maus

Ringschnabelente

Liebe Bürgerpostleser, 

heute darf ich Euch eine ornithologische Sensation vorstellen. Die Bilder hat mir Thomas Kring aus Hüfingen überlassen Er ist Projektleiter des Naturschutzgroßprojektes Baar beim Schwarzwald-Baar-Kreis. Er meinte, das wäre doch sicher auch einen Beitrag wert. Ihr erinnert Euch, von ihm erhielt ich auch die Bilder für den Libellen-Schmetterlingshaft Beitrag. 

Also, wieso ist das Ganze eine Sensation? Ganz einfach, weil diese Ente, die Ringschnabelente heißt, in großer Anzahl in Kanada und den USA lebt. Die Bestände steigen, obwohl in den USA jährlich 700.000 Exemplare gejagt werden. Bei uns dagegen erscheinen sie nur in ganz geringen Anzahlen: avi-fauna/ringschnabelente.
Zur Zeit sind am Bodensee vier Standorte mit jeweils nur einem Exemplar bekannt. Pro Jahr gibt es deutschlandweit etwa zehn Meldungen überwiegend von Einzelexemplaren über das Winterhalbjahr. Der klassische Begriff für eine solche Vogelart ist „Irrgast“. Man vermutet, dass sie durch Stürme nach Europa „verweht“ wurden. Und hier leben sie im Verbund mit zahleichen anderen Enten, man muss sich wundern, dass sie überhaubt erkannt werden. Wenn dann aber eine Meldung im Internet unter www.ornitho.de eingestellt wird, dann machen sich Vogelfans auf die Suche. So kam Thomas Kring auch zu seinen herrlichen Fotos. 

Für mich war hoch interessant, dass die beiden Enten auf dem Bild oben von zwei Experten auf den ersten Blick für eine Art nämlich für Reiherenten gehalten wurden, bis ich auf ein genaueres Hinsehen hinwies. „Die vordere ist jedenfalls eine Reiherente“. Genau, charakteristisch ist für sie die schwarz-weiße Färbung und der Federschopf am Hinterkopf. Die zweite Ente auf dem Bild ist das Männchen der Ringschnabelente, auch eine schwarz-gräulichweiße Grundfärbung aber ohne Federschopf. Dafür mit weißer Schnabelumrandung und weiß-schwarzem Schnabel. Klar, man muss wirklich genau hinschauen. Bild unten zeigt sie zusammen mit einer Moorente, sie macht den Eindruck, wie wenn sie dazugehörte.

Die nächsten beiden Bilder sind wunderschöne Portraitaufnahmen dieses einen Ringschnabelenten Mannes vom Bodensee. 

Seit einigen Wochen gibt es von mehreren Orten am Bodensee fast tägliche Meldungen jeweils einer einzelnen männlichen Ringschnabelente. Vermutlich sind es mehrere Tiere, die sich am Bodensee aufhalten. Aber die genau Anzahl läßt sich nicht sagen. In jedem Falle hat Thomas Kring seine Fotos am 07. Februar 2026 geschossen und am 11. Februar 2026 könnt Ihr es genießen. 

Vielen Dank an Thomas Kring für die Ermöglichung des sensationellen Berichtes. Ich glaube, er lag richtig, als er meinte, dass das einen Beitrag wert ist. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

Lösung vom Rätselgebilde

Liebe Bürgerpostleser, 

ich muss sagen, die Rätselbilder hatten es in sich. Es haben einige sich an die Aufgabe gewagt, sie lagen aber daneben. Am häufigsten wurde der Schleimpilz Hexenbutter genannt, einige vermuteten, dass es sich um die Eiablage von der Gottesanbeterin oder der Wespenspinne handelt. Den Nagel auf den Kopf getroffen hat Ingeborg Jaag aus Hüfingen. Sie schrieb, „das ist die Kinderstube einer Wespenart“. Auf die Frage, ob sie so etwas schon gesehen habe, kam die Antwort, „sie habe einen Garten und dort sie habe so etwas schon gesehen“. Hut ab und herzlichen Glückwunsch Ingeborg Jaag, sie hatte als einzige die richtige Spur. 

Kinderstube einer Wespenart mitten im Winter, klingt das nicht schier gar utopisch? Also, ich habe die Hilfe von Dr. Hans-Peter Straub, dem Naturschutzamtspensionär aus Königsfeld gebraucht, weil eine Schnellrecherche im Internet nichts Vernünftiges brachte. Er schickte mir den Link:
Brackwespen © Mag. Angelika Ficenc – tierspuren – Spuren auf Schritt und Tritt.

Der Entwicklungszyklus von Brackwespen ist eine hochspezialisierte, parasitische Abfolge, die meist in vier Stadien verläuft: 1. Eiablage mit Legebohrer im oder ohne Legebohrer am Wirt, 2. Larvenentwicklung, 3. Verpuppung oft in Kokons und 4. Erwachsene. Die Larven fressen ihre Wirte, Schmetterlingsraupen oder Käferlarven, von innen oder außen, wobei der Wirt stirbt. Der Zyklus dauert bei optimalen Temperaturen von über 20° C nur etwa 10–12 Tage. Die Larve verpuppt sich entweder im Inneren des Wirts oder spinnt einen Kokon auf oder neben dem toten Wirt. Die fertige Brackwespe schlüpft, paart sich und beginnt nach kurzer Zeit (oft nach wenigen Tagen) mit einer erneuten Eiablage. Sie lebt höchstens 30 Tage. Brackwespen sind als Nützlinge in der Landwirtschaft und im Vorratsschutz von Bedeutung, da sie Schädlingspopulationen (z.B. Mottenlarven) stark dezimieren. Der Kokon, den wir hier auf den Fotos sehen, gehört höchstwahrscheinlich zur Kohlweißling-Brackwespe. Denn diese überwintert darin als verpuppungsbereite Altlarve, bis sie im Frühjahr ausschlüpft. Wie denkt Ihr über diese Geschichte? Ich kann nur sagen, ein wahrhafter Oberhammer. 

Auf der Webpage Schadbild wird hier gezeigt, wie sich die Räupchen der Kohlweißlig-Brackwespe über eine Kohlweißlingraupe hermachen. Da wird sicher nichts mehr übrigbleiben. Die Brackwespen sind relativ klein, in der Regel keinen Zentimeter groß.  

Ein herzliches Dankeschön Karl Wild aus Maichingen, dass er die Bilder zur Verfügung gestellt hat. Dann Hans-Peter für die Hilfestellung und Euch allen, die Ihr mitgemacht habt. Für Ingeborg Jaag nochmals ein herzlicher Glückwunsch zur Rätselslösung. 

Rätselgebilde

Rätsel vom 28. Januar 2026

Liebe Bürgerpostleser, 

heute seid Ihr gefragt. Ich möchte Euch drei Bilder von Karl Wild vorstellen, die er Ende Dezember/Anfang Januar 2026 in Maichingen, einem Ortsteil von Sindelfingen aufgenommen hat. 

Wer hat eine Idee, um was es sich handelt? Hat jemand von Euch so etwas schon gesehen? Ich bin gespannt, ob jemand auf die Lösung kommt. Die Gebilde sind etwa 2,5 cm lang und haben einen Durchmesser von 1,5 cm. Mehr Hinweise gibt es nicht. Die Lösung erfolgt das nächste Mal. Also viel Freude beim Recherchieren. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

Grundeis

Liebe Bürgerpostleser, 

am 9. Januar 2026 hatte ich etwas Zeit, mich in Balingen umzusehen. Das Zollernschloß an der Eyach gelegen, macht einen tollen Eindruck. Am beeindrucktesten war ich aber von etwas anderem, was ich so noch nie gesehen habe. Ich sah Eis, das unter Wasser war. Ich dachte, das gibt es doch gar nicht, Eis ist über 10 Prozent leichter als Wasser und liegt deswegen im Regelfall oben auf. Schaut die Bilder an das Eis liegt eindeutig unter dem fließenden Wasser.

Ein echter Hammer. Also einmal tief durchschnaufen, ein Video in den Status stellen und hoffen, dass jemand eine Erklärung hat. Axel Ortlieb aus dem Münstertal antwortete und schrieb: „Bei uns hieß es früher Grundeis. Mir wurde gesagt, wenn der Bach von unten zufriert, ist das Grundeis. Das entsteht sehr selten und nur bei tiefen Minustemperaturen“. Hut ab Alex, kann ich da nur sagen. Normalerweise gefriert Wasser von oben. Denn es hat bei plus vier Grad die höchste Dichte und fällt nach unten. Aber, wenn es lang saukalt ist, dann gefriert der Bach auch von unten zu, weil dann in der Gewässersohle Minustemperaturen erreicht. Das kann man ruhig den Oberhammer nennen. 

In der Grafik sind die Temperaturen in Balingen vor dem 9. Januar dargestellt. Dort ist zu sehen, dass die Mitteltemperatur seit dem 22. Dezember 2025 bis zum 7. Januar 2026, also 17 Tage lang immer unter 0 Grad lag. Etliche Tage zeigten Mittelwerte um die minus 5 Grad und darunter. Auf jeden Fall so, dass anscheinend Grundeis entstehen konnte. Jetzt weiß ich auch, was der Hintergrund für den Spruch ist, „mir ging der A….. auf Grundeis“. 

Etwas Interessantes fand ich in der Pressemitteilung Nr. 1/2009 des Bayerisches Landesamtes für Umwelt und des Wasserwirtschaftsamtes München. „Wenn das Grundeis nicht frühzeitig beseitigt wird, kann es auch bei normaler Wasserführung zu starken Winterüberschwemmungen kommen“, so LfU-Präsident Albert Göttle. „Am Schwebelbach im Norden Münchens sind daher die Flussmeister des Wasserwirtschaftsamtes München zusammen mit den technischen Hilfskräften im Dauereinsatz. In Wathosen stehen die Männer mit ihren sogenannten Abeislanzen im eiskalten Wasser und hacken das Grundeis auf, damit die Strömung es wegschwemmt“. Das hört sich richtig spannend an.

Dieses Bild zeigt die Situation an der Breg bei Hüfingen vor etlichen Jahren. Das dicke Eis nach langer Frostperiode wurde durch ansteigendes Wasser gebrochen und die Eisschollen ans Ufer abgelegt. Das ist der klassische Fall des Zufrierens von oben.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Glorie

Liebe Bürgerpostleser, 

es geht gerade so weiter, nach dem von Sohn Michael vom Flugzeug aus beobachteten Regenbogen konnte Tochter Dina diese seltsamen Lichterscheinungen, ebenfalls aus dem Flugzeug fotografieren. Wie damals war Claudia Hinz meine Helferin bei der Frage, um was es sich dabei handelt. Sie schrieb, „Glorie oder Brockengespenst die wissenschaftliche Bezeichnung dieser Lichterscheinung mit farbigen Ringen um den Schatten des Betrachters. Sie entsteht dann, wenn bei Sonnenschein der Schatten des Beobachters auf eine Wolken- oder Nebeldecke fällt. In den Bergen ist dieses Phänomen häufiger zu sehen als im Flachland. Denn dort gibt es öfters die Situation, dass die Morgen- oder Abendsonne die langen Schatten eines Beobachters auf eine Wolken- oder Nebeldecke wirft. Im Tiefland kommt es nur selten vor, zum Beispiel beim Aufsteigen von Bodennebel.

Der optische Grund der farbigen Ringe liegt in der Lichtbrechung in Wassertröpfchen um den Schatten im Nebel oder auf Wolken, wenn Flugzeugschatten auf sie fallen. Ein Klassiker ist das sogenannte Brockengespenst:

Brocken Inaglory, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Dass man da früher Gespensterangst bekommen konnte, ist leicht verständlich.

Bei den drei Bildern von Dina aus dem Flugzeug, seht Ihr da einen Unterschied? Aber klar doch, Euch fällt sicher auf, dass nur auf Bild 3 der Flugzeugschatten zu sehen ist, bei Bild 1 und 2 nicht. Claudia Hinz schreibt dazu: „Das hängt damit zusammen, wie weit die „Leinwand“ für die Schattenabbildung entfernt ist. Wenn sie zu weit weg ist, dann wird der Schatten zu klein und ist irgendwann nicht mehr zu sehen. Auch wenn die „Leinwand“ nicht eben ist, wird kein Schatten sauber abgebildet. Übrigens, es gibt auch Schatten ohne Glorie, wenn die Tröpfchen nicht einheitlich groß sind“.

Also, so weit so gut. Ganz verständlich ist mir die Sache noch nicht, weil ich dachte, die Glorie sei immer auf Höhe des Schattens zu sehen. Jetzt sieht es so aus, dass es auch anderst sein kann. 

Vielleicht ist ein kundiger Leser dabei, der uns das noch genauer erklären kann. Mich würde das sehr freuen.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Überwinternde Schmetterlinge

Liebe Bürgerpostleser,
heute gibt es eine Geschichte, die zumindest irgendwie zur Weihnachtszeit passt.

Denn es wurde Zeit, den Christbaumständer vom Speicher zu holen. Den habe ich – gut auffindbar – auf einem Balken gelagert, so dass ich ihn mit Verpackung schön herausziehen kann. Doch halt, was zappelt da wie verrückt unterhalb des Kartons? Sofort stoppte ich das Geschehen, denn ich erkannte, dass da ein Schmetterling seine Winterruhe abhielt. Mit äußerster Vorsicht konnte ich in der Lage den Karton aufmachen und den Christbaumständer herausnehmen. Einmal noch zappelte er vehement, aber er blieb Gott sei Dank sitzen. Ich vermute, dass das seine Abwehrreaktion gegen wen auch immer ist. Der Schreckmoment ist ganz schön heftig und signalisiert schon eindeutig, lass mich ja in Ruhe.

Dass mir wiederum so etwas passieren darf, kann ich nur als einen absoluten Oberhammer bezeichnen. Denn der Schmetterling hätte überall hinsitzen können, unser Speicher ist groß, nein er setzt sich unter den Christbaumständer.
Abschließend geht es um die Frage, welcher Schmetterling ist es. Klar, es ist einer, der als Falter überwintert. Da gibt es eine ganze Reihe, Zitronenfalter, C-Falter, Kleiner und Großer Fuchs, Trauermantel und, und das Tagpfauenauge. Das ist es, google lens hat es sicher erkannt. Überraschend wie unterschiedlich die Flügelunter- und die -oberseite aussehen. Sofort erkennt man, dass die Unterseite voll zur Tarnung dient und das Überleben sichert.


Das Bild mit den drei Tagpfauenaugen hat mir Pensionärskollege Dr. Günther Gronbach geschickt, herzlichen Dank dafür.

Herzliche Grüße
Franz Maus

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