heute gehe ich nochmals auf die faszinierende Küchenschelle am Zisiberg ein. Sie war Teil des letzten Beitrags. Und zwar hat mich beschäftigt, dass Christiane Willmann schrieb: „Gut, dass wir am Mittag dort waren, es waren alle Blüten offen“. Das brachte mich zu der Frage, ob sie bei Dunkelheit zugehen, was sie bejahte. Ich habe dann gegoogelt, und tatsächlich war die Antwort, „Küchenschellenblüten (Gattung Pulsatilla) schließen sich tatsächlich bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter“.
Interessant ist die Begründung: Schutz der Fortpflanzungsorgane, Pollen und Griffel werden vor Kälte, Tau und Regen geschützt, Temperaturregulation, weil die Blüte tagsüber wie eine kleine Sonnenfalle wirkt. Wenn sie offen ist, kann sie sich in der Sonne erwärmen und damit Bestäuber anlocken, Energiesparen und Schutz vor Feuchtigkeit. Also bei Sonne offen, bei Kälte, Bewölkung und Regen halb und nachts ganz geschlossen. Jetzt hatte ich am Montag, den 16. März 2026 die Gelegenheit, in starker Dämmerung kurz vor 19 Uhr am Zisiberg zu sein und natürlich musste ich Küchenschellen fotografieren. Der Fall ist klar, die Blüten sind kurz vor dem Schließen. Das ist doch ein Hammer, wie er im Buche steht.
Seht Ihr die starke Behaarung der Blütenblätter außen und im Stengelbereich? Habt Ihr eine Vorstellung, wieso das so ist? Hier sind die Gründe dafür:
Schutz vor Kälte: Die Küchenschelle blüht sehr früh im Jahr (oft schon im März). Die dichten, silbrigen Haare wirken wie eine Isolationsschicht und schützen Knospen, Blätter und Blüten vor Frost und kaltem Wind.
Verdunstungsschutz: Die Behaarung hält eine dünne Luftschicht über der Oberfläche fest. Dadurch wird Wasserverlust durch Verdunstung reduziert, was besonders auf trockenen, sonnigen Standorten wichtig ist.
Schutz vor starker Sonneneinstrahlung: Die hellen Haare reflektieren einen Teil des Sonnenlichts und verhindern, dass die Pflanze überhitzt oder austrocknet.
Schutz vor Fressfeinden: Die Haare können es für kleine Tiere oder Insekten unangenehm oder schwierig machen, an der Pflanze zu fressen.
Hättet Ihr das gedacht? Was die Natur für Anpassungsstrategien bereit hält, ist schlicht und ergreifend der Oberhammer.
Herzliche Grüße
Franz Maus


