Wimmerwuchs

Liebe Bürgerpostleser, 

heute und auch das nächste Mal geht es um Erstaunliches rund ums Holz. Anfangs seid Ihr gefragt, wisst Ihr, was da zu sehen ist und wie wird das Phänomen genannt? Ich vermute einmal die wenigsten werden es wissen, ich jedenfalls nicht. 

Mein Wissen habe ich auf der Homepage: https://www.achtsamkeitimwald.com/wimmerwuchs/ von Klaus Heidel aus Hiddenhausen gefunden. Er schreibt: „Für mich ist eine solche Wuchsform ein wunderschöner Anblick. Zu sehen ist nämlich ein stark ausgeprägter Wimmerwuchs am Stamm einer Rotbuche. Dies ist eine Wuchsanomalie, die noch nicht erschöpfend erforscht und erklärt ist“.

Wimmerwuchs an Buchen sei eher seltener zu sehen, er kommt aber an Nadelbäumen, Birken und Ahorn etwas öfters vor. Manchmal sei zu lesen, dass dieser Wimmerwuchs etwas mit dem Standort des Baumes zu tun hat und an Bäumen im Hochgebirge häufiger vorkommt als an Bäumen im Flachland.

Dieser Wimmerwuchs verläuft immer quer zur Stammachse und wirkt manchmal wie viele kleine „Schwimmringe“ unter der Rinde. Ein so stark ausgeprägter Wimmerwuchs wie an dieser Buche werde zum Problem für die weitere Verarbeitung, da solch ein Holz nicht so stabil ist, wie Holz ohne diese Wuchsanomalie. Dieses Holz neigt zu einer verstärkten Rissbildung und Verformung. Daher werden solche Bäume meistens nur als Brennholz gehandelt. 

Das werde nach Klaus Heidels Meinung diesem schönen Phänomen nicht gerecht, denn es gibt auch einiges Positives über diesen seltenen Wimmerwuchs zu berichten: „Zur Herstellung seltener Furniere wird solches Holz von so mancher Manufaktur sehr gerne verarbeitet und in ganz einmaligen Holzwerkstücken verbaut. Auch zur Herstellung von anderen kunsthandwerklichen Gegenständen ist dieses Holz recht beliebt. Zum Schnitzen und Drechseln zum Beispiel. Aber auch Musikinstrumente schmückt diese einmalige Holzmaserung oft mit ihrer ungewöhnlichen Struktur und macht so jedes Instrument zu einem einmalig schönen Stück“.

Ist das nicht interessant, dass das Besondere und nicht Normale doch als Nischenprodukt Bedeutung gewinnen kann? Ich finde das sehr faszinierend.

Zum Schluss darf ich dankbar bekannt geben, dass Karl Wild aus Maichingen mir diese Bilder eines Sonntagsspaziergangs zu Verfügung gestellt hat. Vielen Dank dafür Karl.

Und, wer hat das Phänomen bereits gekannt? Ich freue mich über Rückmeldungen.

Herzliche Grüße
Franz Maus

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