Liebe Bürgerpostleser.
schaut Euch die beiden Fotos an. Es sieht zweifelsohne spektakulär aus. Was denkt Ihr, dass es darstellt? Hat da die wunderschöne Libellenart „Blaugrüne Mosaikjungfer“ Beute gemacht und sich mit ihr auf dem Holzstapel niedergelassen, um sich in Ruhe dem Fressen hinzugeben? Auf den ersten Blick wäre diese Interpretation der Situation möglich oder nicht?
Aber diese Geschichte ist weitaus spektakulärer. Es zeigt den grandiosen Moment der Verwandlung einer Libellenlarve in die fertige Libelle. Hans Kindler aus Mundelfingen war zur rechten Zeit am richtigen Ort und dankenswerter Weise hat er mir die Bilder zur Verfügung gestellt.
Wie geht diese Verwandlung vor sich? Nach der Paarung werden die Eier von trächtigen Weibchen in Gewässer abgelegt. Dort entwickeln sie sich mit mehreren Häutungen zu gefräßigen fertigen Libellenlarven. Dieser Vorgang dauert ein bis zwei Jahre. Dann krabbelt sie an Land, um mit einer letzten Häutung die Verwandlung zum Land- und Luftwesen Libelle zu vollziehen. Ist das nicht ein absoluter Hammer?
Die Larvenhülle wird übrigens Exuvie genannt. Eine Libelle lebt je nach Art etwa ein bis drei Monate. Im Flug kann sie bis zu 50 km/h erreichen, kein Mensch ist so schnell. Ist es Euch schon aufgefallen, Großlibellen, wie die Mosaikjungfer haben die Flügel immer ausgebreitet, Kleinlibellen klappen sie nach dem Flug ein. Die Libelle kann zudem ihre Flügel unabhängig voneinander bewegen. Dadurch ist sie in der Lage, ihre Flugrichtung plötzlich zu ändern, in der Luft stehen zu bleiben und teilweise sogar rückwärts zu fliegen. Grandios.
Libellen sind Räuber und ernähren sich von anderen Tieren: Die Larven jagen verschiedene Wassertiere, ausgewachsene Libellen fangen ihre Beute, andere Insekten, im Flug. Libellen sind auch Lebewesen, die unser Sommergefühl steigern können.
Vielen Dank Hans Kindler für die Ermöglichung dieses Beitrags.
Herzliche Grüße
Franz Maus

