Die Solidarität der Kolping-Männer

15. Februar 2022 1 Von Hannah Miriam Jaag

Da ich, seit ich es wage etwas zu sagen und zu schreiben, von keiner Gruppe in Hüfingen mehr angefeindet werde, als von den Männern der Kolping Bruderschaft und ihrem Bürgermeister, wollte ich mal schauen, wo der Hass her kommt.

Nach den Kriegs- und Nachkriegsjahren schlossen sich im Jahr 1951 einige junge Männer zusammen, um die Kolpingsfamilie wieder ins Leben zu rufen. Am 14. Oktober 1951 fand schließlich die Wiedergründung der Kolpingsfamilie im Gasthaus “Krokodil” statt.
Die Kolpingsfamilie Hüfingen besteht derzeit aus ca. 175 Mitgliedern von denen ca. 45 der Kolpingjugend angehören. Es handelt sich um eine der letzten Kolpingsfamilien, die nur aus männlichen Mitgliedern besteht.

https://www.kolping-huefingen.de/über-uns/

Es wird also deutlich, dass die Herren stolz darauf sind, ein sehr exklusiver Club zu sein und es ist klar, dass die Solidarität nur dem Schutz der patriarchalen Gewalt der katholischen Kirche dient. Wie weit diese Solidarität geht, kann man in einem ganzen Wikipedia Artikel nachlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_römisch-katholischen_Kirche

Krokodil im August 2021

Das Kolpingwerk ist allgemein in Köln und auch international aufgestellt. Da gerade Köln eine sehr tolerante Stadt ist, in der Parität durchaus eine Rolle spielt, möchte ich auf eine sehr interessante Schrift aufmerksam machen, die das Kolpingwerk heraus gegeben hat:
https://www.kolping.de/fileadmin/user_upload/Service/Downloads/Publikationen/Werkblatt_5_Frauen_im_Kolpingwerk.pdf

Ganz herzlich danke ich der AG Mädchen- und Frauenfragen des Bundesvorstandes für die Erstellung dieses Werkblattes. Besonderen Dank sage ich den Autorinnen Andrea Herzog- Legewie, Reinlinde Steinhofer, Dr. Doris Weirich für ihre lesenswerten Beiträge. Manch Wissenswertes und auch weithin Unbekanntes kommt zur Sprache. Wer aufmerksam liest, wird von einer zur anderen Seite neugierig weiterlesen und schließlich am Thema „Frauen im Kolpingwerk“ noch mehr interessiert sein.

Werkblatt „Adolph Kolping und die Frauen“
Alois Schröder im Vorwort

Ich möchte hier einiges aus diesem Werkblatt herausziehen. Sicher ist es aus dem Zusammenhang gerissen. Aber wer sich interessiert soll bitte selber alles lesen!

Das ist also der erste und wichtigste Zweck der Schöpfung des Weibes, es soll des Mannes Gehilfin sein.

Kolping, Adolph: Ehe und Familienleben, Köln 1937, S. 51

Die Rolle der Frau war also zuhause zu bleiben und sich nicht in die Öffentlichkeit zu drängen.

Nun weiß aber alle Welt, daß es für den Mann kaum etwas Entwürdigenderes gibt, als wenn er sich wie ein Weib gebärdet; und daß es recht gründlichen Ekel erregt, wenn eine Frau sich wie ein Mann anstellt.

Kolping, Adolph: Ehe und Familienleben, Köln 1937, S. 52

Hier kommen wir dem Hass über mich näher. Mein Verhalten mich öffentlich zu äußern ekelt die Männer – ja, sie haben es auch schon geäußert, dass ich “krank sei vor Geltungssucht”.

Der Satz, daß der Geist Gottes weht, wo er will, findet neuerlich seine aktuelle Verwirklichung. Natürlich erleben viele von uns Männern nach einer jahrtausendalten patriarchalen Tradition diese Entwicklung als bedrohlich. Wir Männer müssen umlernen. Es ist kein Wunder, daß wir in unserer Unsicherheit polemisch reagieren, Witze machen, das Gespräch autoritär steuern, schlechte theologische Positionen mit vermeintlich uralten Argumenten untermauern: kurzum alles tun, um uns selbst nicht ändern zu müssen.

P. M. Zulehner, Auferweckung schon jetzt, Freising, 1984, S. 27 f

Es ist also so, dass die Männer sich durch mich bedroht fühlen. Ich kümmere mich nicht nur um Haus und Kinder, sondern sage den Männern auch noch, dass viele ihre Position nicht auf Grund ihrer Qualifikation haben.

Das kratzt natürlich am Ego. So kommen uralte Argumente, polemische Witze und Drohungen mich zu verklagen. Wie sonst könnten die Männer beweisen, dass sie über mir stehen, als mich möglichst klein, dumm und krank zu reden?

Dies erklärt auch, warum ich mit den integren Männern hier, von denen es durchaus auch viele gibt, auch im Kolping, absolut keine Probleme habe. An dieser Stelle vielen Dank an diese Männer!

Den anderen sei gesagt, wir leben zum Glück in einer Demokratie und unser Grundgesetz schützt mich vor eurem Zugriff. So gelten auch in Hüfingen die Artikel 3 und 5 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland.

Pressefreiheit

Informationen sind der erste Schritt zu Veränderungen – deshalb fürchten nicht nur autoritäre Regierungen eine freie und unabhängige Berichterstattung.
Wo Medien nicht über Unrecht, Machtmissbrauch oder Korruption berichten, findet auch keine öffentliche Kontrolle und keine freie Meinungsbildung statt.

Pressefreiheit ist die Basis einer demokratischen Gesellschaft.
„Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten zu vertreten sowie Informationen und Ideen mit allen Kommunikationsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ Artikel 19 der “Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte” der Vereinten Nationen (Dezember 1948).

Gleichberechtigung und Parität

Schon Lucian Reich hat vor über 200 Jahren gespottet: “Bald werde jedoch unter Gottes Leitung die goldene Zeit des Patriarchal-Lebens zurückkehren. Jedermann werde frei sein, und Gottes Wort allein, ohne andere Zutat, richten. u.f.m.

Nein, es ist vor 200 Jahren nicht passiert und heute schon gar nicht. Findet euch damit ab!

Ja, die ruhigen Zeiten sind vorbei, in denen ihr unbeobachtet und unkritisiert die Pfründe untereinander aufteilen konntet.

Ich werde gerne hierüber diskutieren. Da ich aber keine Lust habe auf unqualifizierte Pöbeleien, werde ich nur Kommentare unter echtem Namen veröffentlichen.