Wahlergebnisse für Hüfingen

Wer selber schauen möchte, hier geht es zu den Ergebnissen: Wahlergebnisse Hüfingen

Behla ist der Gewinner beim Auszählen. Glückwunsch! Ergebnisse um 18:39 Uhr
Mundelfingen hat den 2. Platz mit 19:05 Uhr, Sumpfohren 19:12 Uhr.

Ich beschränke mich hier auf die Parteien mit Direktkandidaten. Oben 2026 und unten die Ergebnisse 2021. 2021 gab es nur eine Stimme und die steht bei den Erststimmen. Von den Wahlräumen in Hüfingen Kernstadt habe ich abgesehen.
Alle Zahlen ohne Gewähr!

Hüfingen gesamtErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE
686
1.013
912
17,5
29,09
23,1
Guido Wolf
CDU
1.419
906
1.28436,1
26,2
32,5
Christine Treublut
SPD
191
256
1784,9
7,35
4,5
Nikolai Reith
FDP
527
586
25113,4
16,83
6,4
Kay Rittweg
AfD
872
354
90922,2
10.17
23
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 135
78
1173,4
2,24
3
Christane Fichter
Volt
99
11
442,5
0,32
1,1

2026 Wahlberechtigte: 5.656
Wahlberechtigte 2021: 5.539

2026 Wähler/innen: 3.929 Wahlbeteiligung 2026: 70,3 %
Wähler/innen 2021: 3.524 Wahlbeteiligung 2021: 63,62 %

Hier geht es zu den alten Ergebnissen: Wahlergebnisse

BehlaErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE
26
29
46
13,1
20,71
23,4
Guido Wolf
CDU
98
44
7949,2
31,43
40,1
Christine Treublut
SPD
9
4
84,5
2,86
4,1
Nikolai Reith
FDP
20
39
1210,1
27,86
6,1
Kay Rittweg
AfD
37
13
4218,6
9,29
21,3
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 3
2
11,5
1,43
0,5
Christane Fichter
Volt
6
0
03,0
0
0
FürstenbergErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE
21
34
33
8,6
16,83
13,3
Guido Wolf
CDU
130
75
12853,1
37,13
51,6
Christine Treublut
SPD
6
2
62,4
0,99
2,4
Nikolai Reith
FDP
40
33
2016,3
16,34
8,1
Kay Rittweg
AfD
33
16
4213,5
7,92
16,9
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 8
6
53,3
2,97
2
Christane Fichter
Volt

7
0

52,9
0
2
Hausen vor WaldErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE
29
32
33
14,6
20,92
16,7
Guido Wolf
CDU
61
44
6230,7
28,76
31,3
Christine Treublut
SPD
8
11
84
7,19
4
Nikolai Reith
FDP
44
36
1722,1
23,53
8,6
Kay Rittweg
AfD
49
17
5324,6
11,11
26,8
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 5
2
32,5
1,31
1,5
Christane Fichter
Volt
3
1
41,5
0,65
2
MundelfingenErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE
44
75
54
15,8
30,74
19,2
Guido Wolf
CDU
98
65
9235,3
26,64
32,7
Christine Treublut
SPD
14
15
145
6,15
5
Nikolai Reith
FDP
51
42
2318,3
17,21
8,2
Kay Rittweg
AfD
59
19
6421,2
7,79
22,8
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 6
8
102,2
3,28
3,6
Christane Fichter
Volt
6
0
52,2
0
1,8
SumpfohrenErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE
27
27
28
19,7
22,5
20,4
Guido Wolf
CDU
54
40
5439,4
33,33
39,4
Christine Treublut
SPD
3
5
22,2
4,17
1,5
Nikolai Reith
FDP
17
21
912,4
17,5
6,6
Kay Rittweg
AfD
28
18
3220,4
15,0
23,4
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 2
2
51,5
1,67
3,6
Christane Fichter
Volt
6
0
24,4
0
1,5

Lieber Hüfingerinnen und liebe Hüfinger,

dieses Jahr dürfen wir am 8. März einen Landtag für Stuttgart wählen. Der 8. März ist ein besonderer Tag und soll auch daran erinnern, dass Frauen in der Politik, auch heute noch, so gut wie keine Rolle spielen. Wir werden hier in Südbaden von Stuttgart fremdbestimmt und wurden für die Wahlen extra in den Schwäbischen Kreis eingegliedert.

Meine Meinung zur Stuttgarter Politik habe ich schon sehr oft kund getan: Baden nach Bayern eingliedern?

Die 35 Landkreise, 9 Stadtkreise und 70 Wahlkreise in Baden-Württemberg sind ein unsinniger Luxus und dienen der übermäßigen Versorgung der Landräte, Politiker, Landesbeamten und Dezernenten auf Steuerzahlerkosten. Eine Zusammenlegung der Landratsämter und Wahlkreise auf etwa 20 würde nicht nur Milliarden einsparen, sondern wäre auch deutlich gerechter und effektiver. Aber es wird natürlich keiner der wichtigen Männer seine Pfründe freiwillig aufgeben und die AfD steht schon in den Startlöchern an den Fleischtöpfen bereit.

S’rumoret zmol landuff, landab.
Min Nochber debret bsässe:
Jetzt, guck emol des Gschmier do aa,
d’Badenser sottes fresse.

Südweschtstaat schtoht do krottebroat,
Potzhageldunderwätter,
sott ech am End en Schwob no geä?
Ho sell, sell wär no nätter.

..
Glaub nu, iis ginges dräckig gnueg,
mier dierftet ninnt me sage.
Vum Muschterländli wäret d’Liit
… halt blos s’fifft Rad am Wage.


>Gottfried Schafbuch 1950

Wie der Hüfinger Frauenverband schon 1849 festgestellt hatte:
Worte können unser Recht und unsere Freiheit nicht erobern!

Es geht hier um die Landtagswahl am 8. März 2026 im Wahlkreis 55 Tuttlingen-Donaueschingen, im Speziellen um Hüfingen.

Für den Wahlkreis 55 hatte ich folgende Kandidatinnen und Kandidaten angeschrieben: Christane Fichter (Volt), Heinrich Alexandra Hermann (Die Linke), Jens Metzger (Bündnis 90/Die Grünen), Nikolai Reith (FDP), Kay Rittweg (AfD), Christine Treublut (SPD) und Guido Wolf (CDU).

Fragen zur Landtagswahl 2026

Vielen Dank an Christiane Fichter (Volt) für die Zeit und die klaren Antworten! Sie war die einzige die sich die Zeit für Hüfingen genommen hat.

Antworten von Christiane Fichter (Volt) für Hüfingen


1. Thema: Grünbrücke Hüfingen / B31
Mit dem Ausbau der B31 wurde das Landschaftsbild rund um Hüfingen stark verändert. Unter anderem ist das Naturschutzgebiet Deggenreuschen-Rauschachen durch die Trasse in zwei Teile geteilt, und die Durchgängigkeit für Menschen wie auch für Wildtiere ist stark eingeschränkt. Es wurde damals wie heute auf unsere Natur und die Menschen die hier leben keine Rücksicht genommen. 
In den vergangenen Jahren wurden erhebliche Summen in den Ausbau der B31/B27 investiert und weitere 70 Millionen sind für eine zweite Gauchachtalbrücke vorgesehen. Durch den ungezügelten Ausbau der Bundesstraßen wurden nicht nur die Menschen in Hüfingen selber „eingesperrt“, sondern auch alle nicht geflügelten Wildtiere am Wandern gehindert. So wurde mit dem Ausbau der B31 ein Naturschutzgebiet, ein Wildtierkorridor und sogar die Stadt Hüfingen in zwei Teile geteilt. 
Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich daher eine Grünbrücke, die sowohl Wildtieren sichere Wanderwege eröffnet als auch Fußgängerinnen und Fußgängern eine Querungsmöglichkeit bietet.

Frage: Wie stehen Sie zum Vorschlag einer Grünbrücke über die B31 in unserem Naturschutzgebiet?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Eine Grünbrücke ist ein wirkungsvolles Instrument, um Lebensräume, die durch Verkehrswege getrennt wurden, wieder miteinander zu verbinden. Sie ermöglicht Wildtieren sichere Wanderungen, erhält genetische Vielfalt und stabilisiert ganze Ökosysteme.

Ich gebe offen zu, dass ich für den Abschnitt an der Hüfingen/B31 noch nicht alle Details kenne. Aber wo wir zusammenhängende Lebensräume getrennt haben, müssen wir wieder Verbindung schaffen. Denn nur so bleibt die Natur lebendig und die Vielfalt der Tiere erhalten.

Eine Grünbrücke kann genau das leisten. Sie wirkt wie eine geheilte Wunde in der Landschaft. Aber nur, wenn wir sie wirklich den Tieren überlassen. Wenn Menschen sie als Spazierweg nutzen, bleiben die Tiere fern. Dann verliert die Brücke ihren Sinn.

Ich wünsche mir, dass wir die Natur nicht länger nachrangig behandeln. Dass wir nicht zuerst neue Straßen planen und erst dann darüber nachdenken, was das für die Tiere bedeutet. Ich möchte, dass wir zuerst fragen, wie wir das Gleichgewicht erhalten und wie wir Schaden vermeiden können.

Denn am Ende geht es um unseren gemeinsamen Lebensraum. Und um die Verantwortung, die wir dafür tragen.


2. Thema: Wahlrecht und Landkreisordnung
Am 24. September 1950 stimmten etwa 65% der hiesigen Wahlberechtigten gegen einen Südweststaat und für die Wiederherstellung Badens. Wohl aus Strafe hatte Stuttgart später Hüfingen als Wahlkreis zusammen mit Donaueschingen und Blumberg ins schwäbische Tuttlingen zwangsverlegt. Unter Missachtung der Volksbefragung untersteht Hüfingen der baden-württembergischen Landkreisordnung, wird von Stuttgart regiert und vom RP in Freiburg verwaltet. Im Unterschied zu 14 anderen Bundesländern dürfen wir den Landrat nicht direkt wählen und bekommen von Stuttgart einen 1. Landesbeamten bestimmt. Die Konsequenz hiervon ist, dass dies immer Männer mit Parteibuch einer der in Stuttgart regierenden Parteien sind. Kritikerinnen und Kritiker sehen darin eine Einschränkung demokratischer Mitbestimmungsmöglichkeiten auf Landkreisebene.

Frage: Wie stehen Sie zu einer Reform der Landkreisordnung, insbesondere im Hinblick auf die Direktwahl von Landrätinnen und Landräten und der Anordnung der Wahlkreise?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Mein Vater ist Badner, meine Mutter Württembergerin. Ich bin in Württemberg geboren und in Baden aufgewachsen. Ich bin gerne Badenerin und gerne Württembergerin – und damit stolz, Baden-Württembergerin zu sein. Gleichzeitig bin ich überzeugte Europäerin.

Nichts ist für die Ewigkeit. Reformen sind dazu da, Strukturen zu prüfen, anzupassen und an veränderte Realitäten anzupassen. Die Region Schwarzwald Baar ist wunderschön und vielfältig, und die Menschen hier verdienen ein System, das ihre Interessen abbildet. Es gibt Pro und Contra für eine Direktwahl von Landrätinnen und Landräten. Wie einige andere Bundesländer zeigen, kann die Direktwahl funktionieren. Ich denke, es gibt noch viele weitere Faktoren, die dazu gehören, dass bei uns meist Landräte sind und womöglich mit der gleichen Partei wie in der Regierung in Stuttgart. Wie zum Beispiel “haben wir immer schon so gemacht/gewählt”, patriarchale Strukturen etc. Aber ich freue mich, wenn mir jemand die Daten dazu aussucht, ob dies z.B. in Bayern mit direkt gewählten Landräten und Landrätinnen anders aussieht. 

Noch wichtiger finde ich, dass Informationen und Veranstaltungsankündigungen nicht nur über die Zeitung bekannt gegeben werden, sondern auch über Social Media und andere digitale Kanäle. Dabei geht es nicht nur um Informationsveranstaltungen, sondern um echte Bürgerbeteiligung: Diskussionsrunden, Workshops und andere Mitwirkungsmöglichkeiten sollten angeboten werden. Öffentliche Kreistagssitzungen könnten online übertragen werden, ergänzt durch weitere Beteiligungsformate. Vor allem ist wichtig, dass Informationen frühzeitig und mit allen relevanten Daten und Fakten bereitgestellt werden. Nur so können Menschen wirklich mitentscheiden, sich ein eigenes Bild machen und informiert mitwirken.

Die letzte große Kreisreform war 1973, als der Schwarzwald Baar Kreis entstanden ist. Eine strukturelle Reform kann sinnvoll sein, aktuell sehe ich jedoch keinen dringenden Handlungsbedarf. Für Nostalgikerinnen und Nostalgiker bleibt immerhin die Möglichkeit, das Kennzeichen DS zu wählen – ein kleiner, aber schöner Bezug zu unserer Geschichte.


3. Thema: Einsatz von Palantir-Software
Das Land Baden-Württemberg hat einen Vertrag über den Einsatz der US-amerikanischen Software „Palantir“ abgeschlossen. Kritisch betrachtet wird dabei zum einen, dass der Vertrag offenbar keine Ausstiegsklausel enthält, zum anderen, dass es alternative Anbieter gibt – darunter auch Unternehmen aus Baden-Württemberg – die aus Sicht vieler Fachleute mehr Transparenz und eine bessere rechtsstaatliche Einbettung gewährleisten könnten.

Frage: Wie bewerten Sie den Einsatz der Software Palantir in Baden-Württemberg? Halten Sie es für wichtig, stärker auf regionale und europäische Anbieter zu setzen?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Palantir wurde von dem rechtslibertären US-Milliardär Peter Thiel mitgegründet, der Demokratie kritisch gegenübersteht. Allein diese Herkunft und Abhängigkeit macht die Software Gotham für den Einsatz in kritischer Sicherheitsinfrastruktur hochproblematisch. Daneben geht mit der Software aber auch Intransparenz und Kontrollverlust einher. Zwar wurde 2023 durch das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie eine Überprüfung des Quellcode durchgeführt, diese gilt jedoch nur für die konkrete überprüfte Version und müsste für jedes Update neu überprüft werden, wie Netzpolitik.org hervorhebt, weshalb nicht sichergestellt werden kann, dass womöglich doch Daten abfließen, bspw. an us-amerikanische Geheimdienste und es zu Verletzungen der Rechtsstaatlichkeit kommt. Die von der Landesregierung geplante Einführung von Gotham ist daher keine einfache Softwareinstallation. Es handelt sich um eine strategische Entscheidung für ein Betriebsmodell, das Schulungen, Abhängigkeiten und langfristige Integrationen mit sich bringt. Von der Polizei genutzte Software muss aus unserer Sicht jedoch geltende Grundrechte und Datenschutz achten. Gleichzeitig sollte Baden-Württemberg sich nicht langfristig an Einzelunternehmern mit autoritären Weltbildern, sondern Investitionen auch unter dem Gesichtspunkt digitaler Souveränität betrachten. Es gibt bereits Software-Alternativen in Europa, eine Möglichkeit besteht jedoch auch in einer Eigenentwicklung, wie Europol es vorgemacht hat. Dort war man mit den Ergebnissen der Software so unzufrieden, dass sogar eine Klage erwogen wurde. Eine Möglichkeit der wäre hier aber auch Innovation Hub 110 der Polizei Hessen, der als positives Beispiel für digitale Transformation in der Polizeiarbeit gilt. Dort findet seit 2020 eine EU-orientierte Entwicklung von digitalen Tools, Apps und Analyseverfahren in transparent öffentlichen Strukturen statt. Polizeiarbeit soll und muss modernisiert werden, das unterstützen wir ausdrücklich, aber wir wollen eine Polizei, die effektiv, demokratisch kontrolliert und technisch souverän arbeitet – keine blinde Abhängigkeit von US-Konzernen.


4. Thema: Qualifikation einheimischer Ingenieurinnen und Ingenieure
Deutschland – und insbesondere Baden-Württemberg – verfügt über eine große Zahl hochqualifizierter Ingenieurinnen und Ingenieure. Angesichts dessen stellt sich die Frage, warum auf international umstrittene Anbieter zurückgegriffen wird, obwohl auch im Land selbst Expertise und Innovationskraft vorhanden sind.

Frage: Sehen Sie Defizite in der Qualifikation unserer Ingenieurinnen und Ingenieure – oder sollte deren Know-how künftig stärker genutzt werden?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Wir haben sehr viele Ingenieure und Ingenieurinnen in BW und einige international bekannte Unis und Hochschulen. Während wir gerade in der Forschung und Entwicklung Vorreiter sind, haben wir aber in der Übersetzung in Anwendungen in der Wirtschaft häufig noch Defizite. In Deutschland fehlt es häufig noch an Risikokapital für die Entwicklung und Vermarktung  von Produkten und es gibt viele Hürden für die Gründung von neuen Unternehmen. Diese wollen wir angehen und Baden-Württemberg freundlicher für Gründerinnen und Gründer machen und so langfristig die Innovations- und Wirtschaftskraft unseres Landes stärken.


5. Thema: Wissenschaftsfreiheit und die Rolle vom Staat
Das sogenannte Gender Health Gap beschreibt die Tatsache, dass medizinische Forschung und Behandlung noch immer überwiegend am männlichen Körper ausgerichtet sind, wodurch Frauen Nachteile erfahren. In den USA wurde jüngst Forschung an Frauen und Kindern teilweise als „zu woke“ eingeschränkt. Auch in Baden-Württemberg gab es in der Vergangenheit politische Anträge, die den Universitäten Vorgaben machen sollten. Von Zigeunerschnitzel, Schokokuss über Tofuwurst; Worte werden verboten oder neue Worte vorgeschrieben, ein * ist schon zu Anarchie geworden. Der ÖPNV wird im Schwarzwald-Baar Kreis momentan stark eingeschränkt und die Kommunen werden gezwungen, zusätzlich zur Kreisumlage, dies auch noch zu bezahlen. Damit stellen sich die grundsätzlichen Fragen was die Aufgabe des Staates in einer Demokratie ist und was die Politiker mit den Gesetzten erreichen wollen.

Frage: Wie stehen Sie zur Wissenschaftsfreiheit der Universitäten? Wo sehen Sie ihre legitimen Grenzen – und wo beginnt politische Einflussnahme, die Sie für problematisch halten? Welche Rolle sollte der Staat in einer modernen Gesellschaft spielen?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Wissenschaftsfreiheit ist ein grundlegendes Prinzip, das gewahrt werden muss. Staatliche Projektförderung ist zunächst kein direkter Eingriff, nimmt aber natürlich Einfluss. Wenn Programme, die sich bspw. dem Gender Health Gap widmen, gestrichen werden, also der Forschung die sich Wissenslücken in der Medizin bezüglich der gesundheit von Frauen widmet aus Ideologie heraus gestrichen wird, wie wir es in den USA derzeit beobachten können, ist das nicht nur problematisch, sondern gefährdet auch die Gesundheit von Frauen.  Gleichzeitig müssen wir auch anerkennen, dass sich unsere Gesellschaft ändert und damit auch die Sprache und wie wir miteinander sprechen. Es werden keine Worte „verboten“, sie werden gesellschaftlich anerkannt als was sie sind. Rassistisch bzw. Aus einem rassistischen und/oder abwertenden Kontext. Solche Vorgaben bei Förderanträgen stellen jedoch anders als die zuvor beschriebenen Einschränkungen der Forschung zur Frauengesundheit keinen Eingriff in die Forschung ein, geforscht werden kann weiterhin völlig frei, sofern eine sensible Sprache gewählt wird. Grundsätzlich ist es normal, dass der Staat Schwerpunkte und Spielregeln für Förderanträge festlegt, schon weil ein (zu) begrenztes Budget für Forschung und Entwicklung zur Verfügung steht.


6. Thema: Haltung zu BDS und Antisemitismusprävention
Am 17. Mai 2019 hat der Deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit (CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen) den Antrag „BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen“ angenommen. Darin werden Länder, Kommunen und öffentliche Einrichtungen aufgefordert, sich dieser Haltung anzuschließen und antisemitischen Tendenzen entschieden entgegenzutreten.
Im März 2025 fand an der Volkshochschule Baar in Hüfingen eine Veranstaltung mit Bezug zur BDS-Bewegung statt. Mit unserem Geld, in unserem Raum wurden Juden entrechtet, Schändungen an Frauen gerechtfertigt und Geschichte neu geschrieben.

Frage: Wie stehen Sie zum Beschluss des Deutschen Bundestages von 2019 und zur Durchführung von Veranstaltungen mit Bezug zur BDS-Bewegung in unserer Region?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Die BDS-Bewegung ist im Kern antisemtisch und wird maßgeblich vom Palestinian BDS National Committee geführt, zu dem das Council of National and Islamic Forces in Palestine gehören, welcher Terrorgruppen wie die Hamas und die PFLP vereint. Das BDS National Committee kann insofern auch nicht als friedliche Organisation betrachtet werden. Dazu kommt, dass Flügel des BDS in der Vergangenheit auch aktiv die Verfolgung und Ausschluss von Aktivisten und Organisationen unterstützt haben, die sich für eine Verständigung und Frieden zwischen Palästinensern und Juden eingesetzt haben. Die BDS-Bewegung wird daher auch vom Verfassungsschutz beobachtet und der Beschluss des Bundestages von 2019, Antisemitismus entschlossen entgegen zu treten unterstützenswert. Gerade auch in Zeiten von zunehmendem Antisemitismus und einer sich polarisierenden Gesellschaft sind (Bildungs-) Projekte gegen Hass und für Verständigung und ein offener Dialog sowohl mit jüdischen als auch palästinensichen Akteuren wichtig. Dazu gehört auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Politik der israelischen Regierung. Das ist und muss aber mit Akteuren möglich sein, die sich tatsächlich für ein friedliches Miteinander und Verständigung einsetzen.


Letztes Jahr zur Bundestagswahl hatten wir im Januar alle Antworten der Kandidatinnen und Kandidaten. Thorsten Frei hat sogar nur einen Tag gebraucht, um zu antworten. Was sagt uns das?
Unsere Bundestagsabgeordneten sind wirklich für alle da. Derya Türk-Nachbaur und Thorsten Frei, die wirklich genug zu tun haben – und um ehrlich zu sein – es auch nicht nötig hätten sich um die Hüfinger Provinz zu kümmern. Trotzdem nehmen sie uns ernst. Kein Wunder, dass wir von Stuttgart so absolut gar nichts zu erwarten haben. Der Stuttgarter Landtag ist halt nur für Schwaben da. Aus Nostalgie möchte ich die Reden unserer Bundestagsabgeordneten raus kramen.

Hier letztes Jahr die Bundestagswahl und Antworten aus 2021 sind hier: https://hieronymus-online.de/landtagswahl-2021/.

Derya Türk-Nachbaur am 5. Januar 2025 in der Stadthalle Hüfingen
Thorsten Frei am 5. Januar 2025 in der Stadthalle Hüfingen

Badische Dorfschrapnelle in unserer Haupt- und Residenzstadt

An diesem Frauentag dürfen Frauen nicht mal in der Provinzpresse sprechen, da die Wahlen wichtiger sind. So werden sich die Männer wieder gegenseitig hypen und wetten, wir bekommen einen schwäbischen Ministerpräsidenten? Welch Überraschung! Ein Großteil der Bevölkerung wird einfach mal ignoriert und dann behauptet „die wollen ja gar nicht“ oder noch besser, für uns wäre ja gesorgt, weil wir mitgedacht würden.

Dieses Jahr bin ich in der UNESCO City of Media Arts
Willkommen in Karlsruhe!

Die badischen Künstler wurden früher von Karlsruhe bezahlt und unterstützt. So ist in der Residenzstadt der gesamte Hüfinger Künstlerkreis zu finden.

und hiervon hat das Hüfinger Krokodil 1884 seinen Namen bekommen. Krokodil Karlsruhe
Nebenfund: das Grab von Wenzel Kalliwoda

Damals wurde Badische Kunst und Kultur unterstützt und auch finanziert.
Seit 1950 das Wahlergebnis für die Wiederherstellung Badens von Stuttgart missachtet wurde, stehen wir unter der Fremdherrschaft der württembergischen Landkreisordnung und werden von Stuttgart regiert. Seit Karlsruhe nicht mehr für uns zuständig sein darf, geht das Geld vom Land fast nur in schwäbische Kultur.

Ist schon sehr nostalgisch in Karlsruhe, wenn man sieht, was wir alles verloren haben.
Nicht nur eine Haupt- und Residenzstadt, sondern auch unsere Kultur liegt in Trümmern, begraben unter der schwäbischen Vorherrschaft.

Großherzog Karl Leopold I. Friedrich von Baden (29. August 1790 – 24. April 1852) hat das Denkmal zwar den Toten des Theaterbrandes gewidmet, aber die Verwüstungen kommen der württembergischen Übernahme des Badnerlandes gleich.

Engel von hinten
Von Xaver Reich auf dem Alten Friedhof


von
Großherzog Leopold
Den Todten
zum Gedächtniss
und den Lebenden
zum Trost

Was dies alles mit dem Frauentag zu tun hat

Es gab und gibt eine badische Fortschrittlichkeit und auch einen badischen Liberalismus. Angefangen mit der frühen Aufhebung der Leibeigenschaft 1783, der ersten deutschen technischen Hochschule in Karlsruhe, einer fortschrittlichen Verfassung von 1818, dem ältesten demokratischen Naturschutzverein 1821, dem ersten deutschen demokratischen Landesparlament und dem ersten deutschen Frauenverband in Hüfingen anno 1849 .

In Karlsruhe lebt der Geist des Frauenverbandes fort, den die Männer aus Stuttgart in die Küche zur schwäbischen Hausfrau verbannen wollen.

Das Bild stellt sie als Künstlerin dar vor ihrer Staffelei
Bild von Jean-Etienne Liotard mit Karoline Luise von Baden, geborene Prinzessin Karoline Luise von Hessen-Darmstadt.

Das Radieren nach Vorbildern von Rembrandt war unter künstlerisch dilettierenden Aristokraten des
18. Jahrhunderts außerordentlich beliebt. Auch die badische Markgräfin Karoline Luise erlernte neben der Zeichnung und der Malerei 1760 diese druck-grafische Technik. Ihr Talent zeigt sich hier in der gekonnten Wiedergabe der theatralischen Gesten:
Dargestellt ist die alttestamentarische Erzählung des verzweifelten Jakob, dem die blutigen Kleider seines vermeintlich verstorbenen Sohnes Josef gebracht werden.

Jakob beweint den Tod des Josef. Das Radieren nach Vorbildern von Rembrandt war unter künstlerisch dilettierenden Aristokraten des 18. Jahrhunderts außerordentlich beliebt. Auch die badische Markgräfin Karoline Luise erlernte neben der Zeichnung und der Malerei 1760 diese druck-grafische Technik. Ihr Talent zeigt sich hier in der gekonnten Wiedergabe der theatralischen Gesten: Dargestellt ist die alttestamentarische Erzählung des verzweifelten Jakob, dem die blutigen Kleider seines vermeintlich verstorbenen Sohnes Josef gebracht werden.
Jakob beweint den Tod des Josef.
Rosalba Carriera 1675-1757 Tatig in Venedig. Paris und Wien Active in Venice, Paris, and Vienna Die Poesie Poetry ca. 1740 Bereits zu Lebzeiten wurde die Künstlerin hochge-priesen. Ihre Pastelle, für die sie berühmt war, fanden Eingang in viele europäische Sammlungen des 18. Jahrhunderts. Entsprechend glücklich war der von Markgräfin Karoline Luise beauftragte Kunst-agent, dass er bei einer Pariser Auktion das bereits für einen anderen Interessenten eingepackte Bild doch noch für seine Klientin sichern konnte. Bilder Carrieras wie dieses, das die personalisierte Dichtkunst im Augenblick der Inspiration zeigt, waren der Markgräfin sicher auch Vorbild für ihre eigene Pastellmalerei. The artist was already
Rosalba Carriera
1675-1757
Die Poesie ca. 1740

Bereits zu Lebzeiten wurde die Künstlerin hochgepriesen. Ihre Pastelle, für die sie berühmt war, fanden Eingang in viele europäische Sammlungen des 18. Jahrhunderts. Entsprechend glücklich war der von Markgräfin Karoline Luise beauftragte Kunstagent, dass er bei einer Pariser Auktion das bereits für einen anderen Interessenten eingepackte Bild doch noch für seine Klientin sichern konnte. Bilder Carrieras wie dieses, das die personalisierte Dichtkunst im Augenblick der Inspiration zeigt, waren der Markgräfin sicher auch Vorbild für ihre eigene Pastellmalerei.

Maurice Quentin de La Tour (1704-1788) Tätig in Saint-Quentin und Paris Bildnis der Marguerite Le Comte 1752/53 Die Liebe zur Kunst eint. Sanft lächelt hier Marguerite Le Comte, eine französische Adelige. Als Amateurin, vom lateinischen Wort »amare« (etwas aus Liebe tun) abgeleitet, übte sie sich in der Kunst der Pastellmalerei. Le Comte lebte mit ihrem Liebhaber, dem Maler und Kunstschriftsteller Claude-Henri Watelet vor den Toren von Paris. Dort arbeiteten sie gemeinschaftlich und empfingen gleichgesinnte Kunstinteressierte. Zum Bekanntenkreis Claude-Henri Watelets gehörte auch Markgräfin Karoline Luise zu Baden.
Bildnis der Marguerite Le Comte 1752/53
von Maurice Quentin de La Tour
(1704-1788)

Le Comte lebte mit ihrem Liebhaber, dem Maler und Kunstschriftsteller Claude-Henri Watelet vor den Toren von Paris. Dort arbeiteten sie gemeinschaftlich und empfingen gleichgesinnte Kunstinteressierte.
Zum Bekanntenkreis Claude-Henri Watelets gehörte auch Markgräfin Karoline Luise zu Baden.
Wie ihr Lebensgefährte Claude-Henri Watelet übte sich auch Marguerite Le Comte in der Radierung. Die hier gezeigten kleinen italienischen Landschaften hatte sie vermutlich Karoline Luise nach Karlsruhe geschickt, bevor sie die badische Markgräfin auf deren Parisreise 1771 kennenlernte. Der Austausch derartiger Arbeitsproben war unter den korrespondierenden Amateuren und Amateurinnen des 18. Jahrhunderts üblich und von inspirierendem Einfluss für die künstlerische Tätigkeit.
Wie ihr Lebensgefährte Claude-Henri Watelet übte sich auch Marguerite Le Comte in der Radierung.
Die hier gezeigten kleinen italienischen Landschaften hatte sie vermutlich Karoline Luise nach Karlsruhe geschickt, bevor sie die badische Markgräfin auf deren Parisreise 1771 kennenlernte. Der Austausch derartiger Arbeitsproben war üblich und von inspirierendem Einfluss für die künstlerische Tätigkeit.

Frau, Leben, Freiheit!

28. Februar 2026

ژن، ژیان، ئازادی
Jin, Jiyan, Azadî,



Solidarität mit den tapferen Perserinnen und Persern!

Brandenburger Tor in den Farben vom Iran und Woman Life Freedom
Brandenburger Tor am 28. Februar 2026
Frau, Leben, Freiheit ژن، ژیان، ئازادی Jin, Jiyan, Azadî

8. März 2025


Heute dürfen in der Provinzpresse paar Frauen sprechen und morgen werden wieder ausschließlich die Männer gehypt. Über 50% der Bevölkerung werden einfach mal ignoriert und dann behauptet „die wollen ja gar nicht“.

Diese Jahr viele Grüße aus Wien!

Es gab in Wien keine Demo zum Frauentag, sondern nur eine antisemitische Veranstaltung für ein Kalifat und ich bin gleich wieder weg. Die eigentliche Veranstaltung war im Rathaus mit der gesamten Zivilgesellschaft. In Österreich übernimmt der Stadtrat, Landtag und Bürgermeister und gibt allen demokratischen Kräften eine Bühne. Eine wirklich sehr gelungene Veranstaltung!

Die meisten Ukrainerinnen waren im Rathaus

Zwei einsame Ruferinnen vor der antisemitischen Veranstaltung der KPÖ

Aus dem Rathaus

Im Rathaus gab es bestimmt an die 50 solcher Tafeln zu wichtigen Österreicherinnen

Sitzungssaal im Rathaus Wien

Festsaal vom Rathaus

Klio

Die Muse der Geschichtsschreibung mit den Schreibtafeln der festgehaltenen Heldentaten sinniert in weiser Vorausahnung des Zukünftigen über den letztlich unveränderbaren Lauf der Geschichte.


Badische Dorfschrapnelle auf dem Frauentag in Berlin

am 8. März 2024

Sprengt alle Ketten!

We are the grandaughters of the witches you couldn’t burn.

Wir wehren uns gegen die Diffamierung der Genderpolitik!

Danke den Ukainischen Soldatinnen, dass ich hier heute demonstrieren kann.

Gerechtigkeit statt Blumen.

Kämpfen bis wir frei sind.

Jeder Tag ist Frauentag.

Frau, Leben, Freiheit
ژن، ژیان، ئازادی
Jin, Jiyan, Azadî,

Istanbul Konvention. Weltweit, vollumfänglich umsetzen!

In Berlin gibt es Presse!

Der Zug ging vom Oranienburger Platz zum Brandenburger Tor.

Neder von Nizza Thobi am Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor

Ähm Vorschlag – vielleicht sollte Frau zumindest am Frauentag den Cis-Männern mal für einen Tag das Mikrofon weg nehmen? Gilt auch für Hüfingen!

Stop to mansplain
start to empower.

Provinznutten der Literatur

Kurt Tucholsky schrieb aus seinem schwedischen Exil: „Da kommen sie nun aus allen Löchern gekrochen, die kleinen Provinznutten der Literatur (…) nun endlich, endlich ist die jüdische Konkurrenz weg – jetzt aber!“
Der Siegeszug des deutschen Patriarchats, der 1932 begann, sollte nach seiner Niederlage 1945 eigentlich durch unsere freiheitliche demokratische Grundordnung (fdGO) in seine Schranke verwiesen werden. Dies gelang in der Nachkriegszeit bedingt und nur in Ansätzen. Viel zu viele Menschen ruhen sich auf den Errungenschaften unserer Vorfahren aus und Revisionisten habe das Zepter übernommen. Die „arische“ Androkratie spielt in dieser fauligen Fassade mit demokratischen Worten, dessen Bedeutung sie nicht kennen. Ja, nicht kennen wollen.

Deswegen möchte ich hier immer wieder klarstellen was Demokratie ist und was sie ausmacht:

Ein demokratisches Gremium wird von Bürgerinnen und Bürgern gewählt die wahlberechtigt sind. Hierbei spielt das Geschlecht, die Abstammung oder die Religion keine Rolle. Der gewählte Stadtrat soll nämlich die Mitte der Bevölkerung repräsentieren und ein Stadtrat sollte die Belange aller Bürgerinnen und Bürger berücksichtigen und keinen ausschließen.

Foto der wichtigen Donaueschinger Männer ohne Kopf
Das Baaremer Patriarchat steht zusammen

in unserem Grundgesetz steht nämlich in Artikel 3:

Artikel 3.
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt.
Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

Weiter steht in Artikel 9 Abs. 1 des Grundgesetzes: 
„Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden“.
Ein demokratischer Verein unterliegt der Vereinsordnung.
Hierbei muss eine Satzung aufgestellt werden.

Die Satzung muss unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung entsprechen. Zur fdGO gehören  grundlegende Prinzipien wie Achtung von Grund- und Menschenrechten, Volkssouveränität, Gewaltenteilung, Verantwortlichkeit und Gesetzesbindung der Exekutive, Unabhängigkeit der Gerichte, Mehrparteiensystem sowie Chancengleichheit. Alle Menschen in Deutschland sind gleichberechtigt. Dies bedeutet, dass niemand ausgeschlossen werden darf aufgrund seines Geschlechts, Herkunft oder Religion.

Kolping ist kein Verein!

Das Kolpingwerk ist ein katholischer Sozialverband. Kolping Hüfingen ist eine Gruppe in diesem Verband und nennt sich „Kolpingfamilie“ – eine Familie die nur aus männlichen, katholischen Mitgliedern besteht. Diese Gruppe schließt aktiv alle Frauen, Menschen mit anderer Herkunft und andere Religionen aus.

Meiner Meinung nach entspricht dies einer Sekte. Eine Sekte ist eine religiöse Gruppe, die innerhalb einer größeren Religion existiert .

Wenn ein Mann meint, eine Mitgliedschaft bei Kolping würde ihn demokratisch legitimieren, der irrt.
Natürlich ist das soziale Engagement der Männer wichtig und auch lobenswert, aber es hat nichts mit Demokratie, Gremienarbeit oder mit Vereinsarbeit zu tun. Sekten sind faschistisch organisiert und stehen ausserhalb vom Rechtsstaat.

Unten nochmal was ich 2022 geschrieben habe zu der Solidarität der Kolping Männer.

Die Solidarität der Kolping-Männer

Originalbeitrag vom 15. Februar 2022

Da ich, seit ich es wage etwas zu sagen und zu schreiben, von keiner Gruppe in Hüfingen mehr angefeindet werde, als von den Männern der Kolping Bruderschaft, wollte ich mal schauen, wo der Hass her kommt.

Nach den Kriegs- und Nachkriegsjahren schlossen sich im Jahr 1951 einige junge Männer zusammen, um die Kolpingsfamilie wieder ins Leben zu rufen. Am 14. Oktober 1951 fand schließlich die Wiedergründung der Kolpingsfamilie im Gasthaus „Krokodil“ statt.
Die Kolpingsfamilie Hüfingen besteht derzeit aus ca. 175 Mitgliedern von denen ca. 45 der Kolpingjugend angehören. Es handelt sich um eine der letzten Kolpingsfamilien, die nur aus männlichen Mitgliedern besteht.

https://www.kolping-huefingen.de/über-uns/

Es wird also deutlich, dass die Herren stolz darauf sind, ein privilegierter, exklusiver Club zu sein und es ist klar, dass die Solidarität nur dem Schutz der patriarchalen Gewalt der katholischen Kirche dient. Wie weit diese Solidarität geht, kann man in einem ganzen Wikipedia Artikel nachlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_römisch-katholischen_Kirche

Das Kolpingwerk ist allgemein in Köln und auch international aufgestellt. Da gerade Köln eine sehr tolerante Stadt ist, in der Parität eine Rolle spielt, möchte ich auf eine sehr interessante Schrift aufmerksam machen, die das Kolpingwerk heraus gegeben hat:
https://www.kolping.de/fileadmin/user_upload/Service/Downloads/Publikationen/Werkblatt_5_Frauen_im_Kolpingwerk.pdf (das Dokument wurde wohl irgendwann im Jahr 2023 vom Server gelöscht)

Ganz herzlich danke ich der AG Mädchen- und Frauenfragen des Bundesvorstandes für die Erstellung dieses Werkblattes. Besonderen Dank sage ich den Autorinnen Andrea Herzog- Legewie, Reinlinde Steinhofer, Dr. Doris Weirich für ihre lesenswerten Beiträge. Manch Wissenswertes und auch weithin Unbekanntes kommt zur Sprache. Wer aufmerksam liest, wird von einer zur anderen Seite neugierig weiterlesen und schließlich am Thema „Frauen im Kolpingwerk“ noch mehr interessiert sein.

Werkblatt „Adolph Kolping und die Frauen“
Alois Schröder im Vorwort

Ich möchte hier einiges aus diesem Werkblatt herausziehen. Sicher ist es aus dem Zusammenhang gerissen. Aber wer sich interessiert soll bitte selber alles lesen!

Das ist also der erste und wichtigste Zweck der Schöpfung des Weibes, es soll des Mannes Gehilfin sein.

Kolping, Adolph: Ehe und Familienleben, Köln 1937, S. 51

Die Rolle der Frau ist also zuhause zu bleiben und sich nicht in die Öffentlichkeit zu drängen.

Nun weiß aber alle Welt, daß es für den Mann kaum etwas Entwürdigenderes gibt, als wenn er sich wie ein Weib gebärdet; und daß es recht gründlichen Ekel erregt, wenn eine Frau sich wie ein Mann anstellt.

Kolping, Adolph: Ehe und Familienleben, Köln 1937, S. 52

Hier kommen wir dem Hass näher.

Der Satz, daß der Geist Gottes weht, wo er will, findet neuerlich seine aktuelle Verwirklichung. Natürlich erleben viele von uns Männern nach einer jahrtausendalten patriarchalen Tradition diese Entwicklung als bedrohlich. Wir Männer müssen umlernen. Es ist kein Wunder, daß wir in unserer Unsicherheit polemisch reagieren, Witze machen, das Gespräch autoritär steuern, schlechte theologische Positionen mit vermeintlich uralten Argumenten untermauern: kurzum alles tun, um uns selbst nicht ändern zu müssen.

P. M. Zulehner, Auferweckung schon jetzt, Freising, 1984, S. 27 f

Es ist also so, dass die Männer sich durch mich bedroht fühlen. Ich kümmere mich nicht nur um Haus und Kinder, sondern sage den Männern auch noch, dass viele ihre Position nicht auf Grund ihrer Qualifikation haben.

Das kratzt natürlich am Ego. So kommen uralte Argumente, polemische Witze und Drohungen mich zu verklagen. Wie sonst könnten die Männer beweisen, dass sie über mir stehen, als mich möglichst klein, dumm und krank zu reden?

Dies erklärt auch, warum ich mit den integren Männern, von denen es durchaus auch welche gibt – auch im Kolping – keine Probleme habe . An dieser Stelle vielen Dank an diese Männer!

Den anderen sei gesagt, wir leben zum Glück in einer Demokratie und unser Grundgesetz schützt mich vor eurem Zugriff. So gelten auch in Hüfingen die Artikel 3 und 5 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland.

Pressefreiheit

Informationen sind der erste Schritt zu Veränderungen – deshalb fürchten nicht nur autoritäre Regierungen eine freie und unabhängige Berichterstattung.
Wo Medien nicht über Unrecht, Machtmissbrauch oder Korruption berichten, findet auch keine öffentliche Kontrolle und keine freie Meinungsbildung statt.

Pressefreiheit ist die Basis einer demokratischen Gesellschaft.
„Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten zu vertreten sowie Informationen und Ideen mit allen Kommunikationsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ Artikel 19 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen (Dezember 1948).

Gleichberechtigung und Parität

Schon Lucian Reich hat vor fast 200 Jahren gespottet:
Bald werde jedoch unter Gottes Leitung die goldene Zeit des Patriarchal-Lebens zurückkehren. Jedermann werde frei sein, und Gottes Wort allein, ohne andere Zutat, richten. u.s.w.

Weltfrauentag – die Barriere im Kopf

08. März 2024 von Wiltrud Siegfried

Zur bisher unvollständigen Gleichberechtigung von Frauen und Männern gibt es in Rundfunk und Zeitung unterschiedliche Stimmen zu hören und zu lesen, z.B. dass wir ein Strukturproblem haben, da es an ausreichender und passender Kinderbetreuung fehlt. Ich halte Regelungen und Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung für sinnvoll und wichtig.

Doch meine ich, dass das grundlegende Problem in unseren Köpfen besteht. 

Unbewusst beeinflussen uns lange geprägte Klischees. Zum Beispiel gelten Frauen als weniger belastbar als Männer. Und unser Erscheinungsbild wirkt sich darauf aus, wie wir eingeschätzt werden: Eine kleine zierliche Frau wird als weniger durchsetzungsfähig wahrgenommen als ein großer und kräftiger Mann. Leider wirken sich diese unbewussten Kriterien noch immer stark auf unsere Selbstwahrnehmung aus und prägen uns. Ein Mann, der sofort gesehen wird, wenn er den Raum betritt, verinnerlicht diese Bestätigung ebenso, wie eine Frau, die aktiv auf sich aufmerksam machen muss, um wahrgenommen zu werden, die ausbleibende Wertschätzung registriert.

Deshalb halte ich es für essenziell in unseren Köpfen zu beginnen, indem wir unsere Wahrnehmung reflektieren. Wir müssen uns unserer inneren Bilder bewusst werden, damit wir sie umgestalten können. Und vor allem halte ich es für wichtig, unsere Kinder darin zu bestärken, neugierig und offen anderen Menschen zu begegnen. Wir brauchen keine schnelle Beurteilung unserer Gegenüber. Wir brauchen kein Einsortieren in Schubladen, auch wenn das auf den ersten Blick den Umgang miteinander einfacher zu gestalten scheint.

Wir brauchen den unvoreingenommenen Blick auf unsere Mitmenschen, um alle Facetten an ihnen erfassen zu können.