Wanderblühten – Liebe Mariann

Wanderblühten – Liebe Mariann

4. April 2022 0 Von Hannah Miriam Jaag

Zuerst kommt hier der Liebesbrief von Konrad an Mariann. Dann folgt mal wieder eine Liebesgeschichte: Ein zuerst armer Konrad verliebt sich in die Tochter des Vogtes, stösst auf Widerstand des Schwiegervaters und eines Rivalen, will weglaufen, tut es doch nicht und bekommt seine Liebe. Der einzige Unterschied bei dieser Liebesgeschichte zu anderen im Buch ist, dass hier der Konrad durch eine große Erbschaft reich wird.

Das untere Tor zu Hüfingen
abgebrochen im Jahre 1829
gemalt von Karl von Schneider 1909

Zu den Hüfinger Stadtanlagen gehörte das untere und das obere Tor. Im Jahre 1814 wurde zuerst das obere Tor in seiner bisherigen Form abgerissen und neu überbaut und später wurde das untere Tor abgebrochen. Dies war nötig geworden, wegen der großen Frachtwagen (Chronik von August Vetter 1984).

In dem Abschnitt beschreibt Lucian Reich auch wieder das Jakobifest in Hüfingen das am 25. Juli gefeiert wird.

Das Liebeslied aus Löffingen habe ich nicht vorgelesen. Es kann hier selber nachgelesen werden. Es trifft wohl den Nerv der damaligen Zeit mit den vielen Liebesgeschichten.

Das Sommergewitter das Konrad erlebt erinnert an den Großbrand von Fürstenberg am 18. Juli 1841. Da die Geschichte um das Jahr 1825 spielt und die Wanderblühten 1855 geschrieben wurden, war Lucian Reich seinen Protagonisten hier etwas voaus.

Ich glaub’ sie schießen auf dem Fürstenberg.
Jetzt ist’s leß (schief), bemerkte der alte Riedbauer. Alle eilten vor das Haus und wendeten sich nach der Gegend jenes Berges, der eine weite Aussicht über die Baar gewährt und damals noch mit Wächtern und Kanonen für Brandfälle versehen war. Sie hatten sich nicht getäuscht. Deutlich sahen sie den Blitz des Pulvers, und bum! hallte der Schuß nach einiger Zeit in die Landschaft heraus. Jetzt wurde es im Dorf lebendig: da und dort klirrte ein Fenster auf. Wo brennt’s rief man heraus. Niemand wollte es wissen.

über ein harmloses Augustgewitter
Die Rettung des Gnadenbilds beim Feuer am 18. Juli 1841 in Fürstenberg
von Hans Schroedter in St. Maria 

Hexenberg

Der Hexenberg in Hüfingen, wo sich Konrad hinter einem Schlehenbusch versteckt hat, ist schon lange zugepflastert. Aber auch in Hüfingen wurden dort bis ins 18 Jahrhundert unzählige Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt. Allerdings waren die meisten Hexen damals noch Frauen, im Gegensatz zu den nostalgischen “Männerhexen” die heute auf der Fasnet Schabernack betreiben.

In der Gemeindeversammlung am 6. Juni 1634 war das Signal zur allgemeinen Hexenjagd gegeben worden. An diesem Tag wurde eine alte, als Hexe verrufene Bettlerin “Anna Beckhin” genannt, vors Amt geführt und peinlich befragt. Ein Bündnis und Buhlschaft mit dem Teufel gab die Beschuldigte ebenso zu wie die Teilnahme an Hexentänzen und die Schädigung von Menschen und Tieren durch Zauberei. Auf die Frage nach Gespielinnen gab sie an “Anna Bennerin, Anna Scheurin, Agatha Flammin. Alle wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

*Chronik von August Vetter 1984

Nach der Predigt erfolgte ein feierlicher Umgang durch die Stadt, wobei sechs schmucke Jungfrauen in Schappeltracht das blumengeschückte Muttergottesbild trugen. Hierauf begann das Hochamt.

Schappeltracht

Unter diesen hatte er noch einen dörflichen Rebus angebracht. Derselbe lautete folgendermaßen.

Um den rechten Übergang vom Außerordentlichen zum Alltäglichen zu treffen, gibt es eine äußerst scharfsinnige Erfindung, welche auf der Uhrtafel gewöhnlich mit der Ziffer Zwölf bezeichnet ist. Diese trat denn auch jetzt zu angemessener Zeit in ihre Rechte ein, oder, wenn ich es unverblümt sagen soll, die Leute begaben sich zum Mittagessen. Die Zahl der fremden Zuschauer war bedeutend angewachsen, und die vierfüßigen sowohl als die geflügelten Bewohner der Baar erlitten an diesem Tage eine Niederlage, welche die Geschichte zu den schwersten zählt.

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