Zwangsarbeit in Hüfingen von 1943-1945

Originalartikel vom Winter 2019


Der klare Blick des jungen holländischen Zwangsarbeiters Bart Heyning auf die Baar der Jahre 1943-45

„ Hartes Brot zu essen, ist hart,
Gar kein Brot zu essen, ist noch viel härter.“

Reinhard May.

Aus dem Tagebuch eines „Nicht- arisierbaren“, dem sie „sein Land geschunden haben“.

Hüfingen im Rückspiegel:

Rathausgalerie Hüfingen 26.11.2019:

Buchvorstellung von Dr. Rüdiger Schell, Julie Heyning- van Maanen (Frau des Neffen von Bart Heyning) und Bart Heyning Junior (Neffe von Bart Heyning).

Nachdem Dr. Rüdiger Schell das Tagebuch des holländischen Zwangsarbeiters Bart Heyning vorgestellt hat, übergab er das Wort an Frau Julie Heyning. Sichtlich bewegt, was sie auch äußerte, nahm sie die Besucher mit auf eine kleine Zeitreise in das Jahr 1943, wie sie sagte. Schon dieses Eintauchen in eine sehr persönliche Familiengeschichte machte die lobenswerte Anreise der beiden Holländer zu einem zeitlosen aber auch erschütternden Erlebnis. Was zunächst in Delft in Holland sehr banal anfing, wurde zu einem Lebensdrama von Onkel Bart Heyning, zu seiner lebenslang schwelenden „Banalität des Bösen“.

Im idyllischen Universitäts- Grachten- Porzellan und Kunstststädtchen Delft sitzen junge Technik Studenten zusammen und feiern den Semesterabschluss. Es klingelt, es wird geöffnet und herein kommen zwei Polizisten. Dieses Öffnen öffnet das Tor zu einer Schreckenswelt. Wer den feinen, satirischen Humor der Holländer kennt, zumal einige Glas Jenever die Stimmung sicher gehoben haben dürfte, kann sich leicht vorstellen, dass das Gespräch zumindest mit dem einen Gendarm ziemlich locker und entspannt von statten ging. Die beiden Polities bemängelten, dass die Studenten ihren Festraum nach der allgemeinen Anordnung nicht verdunkelt haben. In heiterer Stimmung und mit Witz wurde der Rüge folgegeleistet. Einen zweiten, dann sehr fatalen Fehler hatten die gebildeten, stolzen Holländer jedoch gemacht. Dem unerbittlicheren, verbiesterten Gendarm ist ein Buch auf dem Tisch mit dem Titel „ Widerstand „ aufgefallen. Das Verhängnis nahm seinen Lauf.

Am Morgen des fröhlichen Abschiedes reisten die Studenten nach Hause. Nur Bart wartete auf seinen Kommilitonen Piit, der sich vertrödelt hat. Der dritte schicksalhafte Fehler. Kurz bevor sie das Haus verließen wurden sie verhaftet und ins Konzentrationslager Vught bei d` Hertogenbosch gebracht. („Bosch“ nennen umgangssprachlich die Holländer diese Stadt)

Ab hier kann man das Schicksal von Bart Heyning im Buch von Dr. Rüdiger Schell, Julie Heyning und dem Tagebucherzähler, dem Zwangsarbeiter Bart Heyning nachspüren und auch nachfühlen. Dieser unglaubliche schicksalsträchtige Abend und Morgen in Delft bewegt und erschüttert nachhaltig und deutlich fühlbar Frau Julie Heyning heute noch. Wenn wir einen Teil dieser Erschütterung aus der Lektüre des Buches mitnehmen, darüber reflektieren und mit Mitbürgern, mit jungen Leuten und Schülern sprechen, hat dieses Buchprojekt seinen Sinn erfüllt.

Im anschließenden Gespräch mit der klugen und charmanten Julie Heyning, einer Psychologin, fragte ich nach Repressalien gegenüber den ca. 400 000 zurückgekehrten holländischen Zwangsarbeitern in die Heimat. Denn mit großem Misstrauen wurden diese verschleppten Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen , insbesondere in den vermeintlich arisierbaren Ländern wie Holland, Dänemark und Norwegen, als vermeintliche Kollaborateure lange Jahre behandelt und verunglimpft. Ja, auch Bart Heyning der Rückkehrer sei von diesem versteckten Vorwurf einige Zeit betroffen gewesen. Seinem Vater jedoch, der im Konzentrationslager Dachau gelitten hat, nahm man die Rolle des Opfers vorbehaltlos ab. Auch diese Aspekte der Rückkehr von Zwangsarbeit, Gefangenschaft, Gastarbeit und echter Kollaboration in allen europäischen Ländern blieb lange ein unbewältigtes, vielfaches Drama.

Bucheindruck:

Es gibt Bücher die in keinem Bücherschrank auf der Baar fehlen sollten. Für mich ist es seit diesem Sommer ein Buch, mein Buch des Jahres, das Tagebuch des Holländers Bart Heyning über seine Zwangsarbeiterjahre von 1943 bis 1945 in Hüfingen auf der Baar. Es ist aber auch das Buch von Rüdiger Schell, einem unermüdlichen Aufklärer. Er hat mit dem sicheren Instinkt des geübten Historikers den einmaligen Wert dieses klugen Tagebuches eines jungen 23 jährigen, erstaunlich gebildeten und kultivierten Holländers erkannt und gehoben. Rüdiger Schells treffende Fußnoten helfen, den Gesamtzusammenhang noch besser zu verstehen. Die Fährte zu diesem Tagebuchschatz jedoch hat eine Nichte von Bart Heyning, Julie Heyning, gelegt. Sie wollte nach der bewegenden Lektüre des Tagebuch- Kellerfundes ihres Onkels Bart und dem anschließenden digitalen Speicherfund von Rüdiger Schells Buch im Internet „Reichsarbeitsdienstlager Hüfingen“ von 2014 „einfach nur aufklären“ wie sie sagte. Es ist ihr trefflich und sehr verdienstvoll bestens gelungen.

Bereits 1943 wurde Vater Cornelis Heyning von den Nazis verhaftet und nach Dachau deportiert. Ähnliches widerfuhr mindestens weiteren 400 000 Holländern. Sowohl Norweger, Dänen als auch Holländer hielten die Nazis wegen ihren meist blonden Mähnen und anderen vermeintlich untrüglichen arischen Merkmale nach dem größenwahnsinnigen Endsieg für gut arisierbar. Aus diesem Grund bekamen diese Volksgruppen als erbeutete Zwangsarbeiter in Deutschland, ganz im Gegensatz zu slawische, romanischen und französischen Gefangenen, einen erstaunlichen, an liberalen Freigang erinnernden, Sonderstatus. Mit diesem für diese Zwangsarbeiter eher zweifelhaften Privileg, dennoch wussten sie es sehr zu schätzen und zu nutzen, konnten sie das Leben auf der Baar aus einer ganz anderen Perspektive betrachten und bewerten. Auch auf der Baar rückte der Krieg in diesen Jahren immer näher. Nicht nur mental durch ständige leidvolle Gefallenen Meldungen, durch Nazi Repressalien und Lebensmittelknappheit, sondern nun auch real als Bombardierungen und Jagdbomberüberflüge.

Vom „ Mont Schell“, wie Bart Heyning den Schellenberg nannte (Nomen est Omen, ausgerechnet sein Tagebuchbeförderer, der namensverwandte R. Schell, sollte sein Tagebuch entdecken), genossen die Niederländer zunächst an klaren Tagen die Baarlandschaft und das Sehnsuchtsland Schweizer Alpen. Aber bald erschütterten die Bombentage in Donaueschingen, Bräunlingen, Hüfingen und Wolterdingen die gesamte Baar und die Holländer beobachteten dies mit Grauen. Über die pulverisierenden Infernos in Freiburg, Pforzheim, Friedrichshafen und anderen Städten waren sie bestens informiert. Auch über den Frontverlauf, die Vorgänge in der Heimat und die politische Weltlage waren sie erstaunlich gut auf dem Laufenden. Woher sie das alles ziemlich genau wussten, darüber hat der kluge Bart Heyning entweder gar nichts aufgeschrieben oder in einer Art Chriffre, so daß es bei einer eventuellen Auffindung der Aufzeichnungen kaum oder nicht verfänglich war.

So katalogisierte er die zahlreichen Baaremer Bekannten mit dem Synonym „ Falsch „ für Nazi und „ Richtig “ für Regime- Ablehner. Erstaunt liest man, dass die Sägewerkszwangsarbeiter, diese Holländergruppe, nach Villingen, Blumberg, beim charmant- witzigen Bart Heyning süffisant „ Montefiore“ genannt, fahren konnten. Obwohl es dort in der völlig übervölkerten Bergwerkstadt, in einem Schmelztigel vieler Nationen, überhaupt nicht nach Blumen duftete und die dort zwangsarbeitenden Holländer die geschundetste, die geplagteste Niederländergruppe im Südwesten war. Auch nach Freiburg, Hausach, Hornberg, Neustadt fuhren sie öfter. Ein Holländer brachte es sogar fertig, eine Liebschaft mit einer Elsässerin in Strassburg alle 14 Tage illegal zu kultivieren, ohne dass er jemals in die Fänge von Reichsbahnpolizisten kam. Kam den Holländern bei solchen Eskapaden die blonden Haare und das arische Aussehen zu pass, weil sie bei derartigen Ausflügen meist unbehelligt blieben? Ein anderer bandelte in Villingen mit einer „ Falschen „ an, was ihm das Brandmahl des Verräters bei seinen dafür verständnislosen holländischen Kollegen einbrachte. Und ganz im Gegensatz zu slawischen Zwangarbeitern, die bei derartigen lebensbedrohlichen Abenteuern entdeckt wurden, mussten diese so ein Verhältnis meist sogar mit dem Leben bezahlen. Daran kann man auch den Wahn erkennen, zu glauben, dass geknechtete, aber stolze Völker so ganz nebenher arisierbar seien und die Untermenschen das immer blieben, was sie seien. Nämlich ausrottbar oder inhuman nutzbar und verwertbar.

Sogar krankenversichert waren sie, diese vermeintlich Arisierbaren. Und deshalb kommt auch plötzlich und unerwartet ein Onkel von mir ins Spiel, der in der Familie als Filou, als Schürzenjäger und als Spieler galt. Die Ahnung bestätigte sich: In Bart Heynings Karteikästchen steckte er bei den „ Falschen „. Ganz im Gegensatz zu einer fürsorglichen Krankenpflegerin im Krankenhaus Bräunlingen und einem dortigen absolut tadellosen, hippokratisch agierenden Arzt. Wie Bart Heyning, bildungs- und fremdsprachenhungrig , an Literatur, sogar aus der Unibibliothek Freiburg kam, das kommt nicht ganz klar aus den Aufzeichnungen hervor, zeigt aber die gewisse Freizügigkeit der Holländer im Zwangsarbeiterlager Hüfingen und auch ihren Bildungshunger.

Auch das Ende der Gefangenschaft, dieser ganz persönliche, lebenslange Albtraum, mit zaghaften, missglückten Fluchtversuchen in die Schweiz, zeigt nochmals die Befindlichkeit seiner Situation aber auch die der Bevölkerung im südlichen Grenzgebiet. Plastisch, schelmisch bis dramatisch schildert dieser „Kanitverstan“ diese Jahre. Auch den kurzen Kontakt mit den befristeten, deshalb sehr großzügigen, gönnerhaften Gastgebern der durchreisenden, abreisenden Zwangsarbeiter, den benachbarten Schweizern, schildert er treffend.

Bart Heyning hat uns Baaremer aus der Sicht eines Außenstehenden, aber im doppelten Sinn , zutiefst Betroffenen , aus dem Leben und den Erfahrungen eines Gequälten, ein Tagebuch ohne militärhistorische Belehrung und Erläuterung und mit wenig Geschichtswertung hinterlassen. Deshalb ist es auch so authentisch. Im Spiegel, den er uns ziemlich sachlich, klar, aber auch schonungsvoll vorhält, können wir uns und den Zustand, den er widerspiegelt sehr genau betrachten.

Warum er nie mehr auf die Baar, in die „Sierra Nera“, wie er den Schwarzwald nennt, gekommen ist, obwohl er ein gebildeter, erfolgreicher, sprachgewandter und aufgeklärter Familienmensch, Cosmopolit, Demokrat, und Europäer war, ist vielleicht nur aus dieser markanten Aussage abzulauschen:

20 % waren Verantwortliche, das enthebt aber die Übrigen 80% nicht, ihrer ebenso grossen Verantwortung gerecht zu werden und etwas dagegen zu tun „ .

Und in seinem erschütterndem, bitteren Poem von Seite 73:

Sie haben mein Land geschunden, meine Freiheit geraubt,
die Städte und Dörfer ausgebeutet,
seine Nahrung geraubt und verschlungen“ .

So dürfte es tatsächlich gewesen sein und deshalb sollte es unbedingt in die Geschichtsstunden und die Literatur der Schulen, der Haushalte, der Medien und Bibliotheken auf der Baar aufgenommen und gelesen werden.

Bauarbeiten Friedhof / Schaffhauser Straße

An dieser Stelle habe ich die Bauarbeiten um den Friedhof dokumentiert.

Es war ein schöner Sommer. Menschen standen am Friedhof und durften sich unterhalten. Wir hatten ein kleines Zeitfenster in dem wir erleben durften, wie es sein könnte, wenn Autos nicht unser Leben beherrschen würden.

Ab heute wird sich wieder angeschrien.
HÄ? Was häsch geseid?

Danke an Axel für die Aufnahme vom 7. Oktober 2023

Seit Freitag Mittag ist die Straße frei!



23. Oktober der Asphalt ist fertig und morgen Mittag wird geöffnet.
04. Oktober 2023
Asphalt kommt drauf
Danke an Axel für die Fotos!
26.09.2023 Verkehr wird einspurig durch das Tor geleitet.
20. September 2023
Weinhaus Baum darf geradeaus
18.09.2023
Busse dürfen wieder über die Brücke.
19. September
16.09.2023

Der Belag der Brücke ist fertig
11. September 2023
Der Kreisel ist geteert
Kreisel am 11. September
Blick über s’Leänedli
Bei Bullenhitze wird über Mittag geschafft was das Zeugs hält. Respekt!
Die Woche vor dem 10. September scheint mit neuen Brückenbelag angefangen worden zu sein..
Kreisel am Weinhaus Baum
1. September 2023
Blick über s’Leänedli
Landesheim und s’Leänedli
Nepomuk am 1. September

Seit 4. August ist zwischen Tor und Friedhof theoretisch gesperrt!

Die Ampel nach Bräunlingen läuft aber noch!

Weinhaus Baum ist über Schaffhauser Str. und Dögginger Str. erreichbar.
11. August 2023

Also mit dem Auto ist dicht. Fußgänger und Fahrradfahrer kommen immer überall hin. Weinhaus Baum kann mit dem Auto über die Dögginger Straße und Schaffhauser Straße angefahren werden. Die Läden an der Hauptstraße sind alle sehr gut erreichbar!

4. August die Ampel nach Bräunlingen steht noch.
Bräunlinger Straße geht momentan noch
04. August 2023 frei bis zum Tor
Weinhaus Baum von hier erreichbar!
d‘ neu Leänedli Bruck
Leänedli Bruck und s’Leänedli
01. August 2023

Am Montag, 24. Juli um 23:20 Uhr kam die neue Alubrücke. (Mit solch einem schlimmen Besäufnis, dass ich unten tatsächlich einen Film zensieren musste, um nicht einen Unbeteiligten zu belasten.)










21. Juli 2023

17. Juli 2023



17. Juli 2023


der Straßenbelag wird abgetragen


Vollsperrung über die Bregbrücke

Seit 17. Juli ist die Bregbrücke gesperrt.

08. Juli 2023 Mühlebach

Der Schlosspark ist wieder auf und es wird vor dem Tor eine Überquerung geben.

08. Juli 2323
Querung zum Schlosspark
08. Juli 2023
hinten kommt die neue Brücke hin
30.06.2023

Inzwischen hat sich geklärt, warum der Schlosspark abgesperrt ist. Die graben da die Straße ab und wollten die Leute wohl schon seit Montag daran gewöhnen. Also, falls jemand da trotzdem lang geht: Aufpassen, nicht ins Loch fallen!

Baustelle am 29.06.2023

Seit heute, Montag den 26. Juni, ist das Chaos perfekt. Keiner weiß so recht wie er fahren darf und Fußgänger werden gleich mal prophylaktisch ausgesperrt. So darf man nicht mehr durch das Tor und auch nicht mehr in den Park. Ich empfehle hier das Verschieben der Sperren.

Ab dem 26. Juni gibt es eine Ampellösung!

Ab dem 19. Juni 2023, wird die Baustelle eingerichtet. Das heißt erst mal, dass der Parkplatz hinterm Nepomuk ab Montag gesperrt wird.

Nepomuk
Parkplatz ist ab Montag gesperrt!

Die Baustelle wird ab Weinhaus Baum eingerichtet.


Am 26. April war dann das Fundament für die Brücke fertig.

Die Brücke selber soll Ende Mai kommen.

Das Fundament ist am 15. März gegossen und muss jetzt erst mal ein paar Wochen/Monate aushärten.

Fundament am 15.03.2023
Fundament am 17.03.2023
11. März 2023

Am 08. März, wurde mit dem Bauarbeiten für die Fahrradbrücke über die Breg begonnen:




Römerfest Zeitreise 2023

Vielen Dank an Helmut Vogel, Heidi Mayer-Löhr und an alle Beteiligten für das tolle Fest!

Hier ein paar Eindrücke von uns:


Am Samstag Abend marschierten das Grenadiercorps 1810 aus Villingen, die historische Bürgerwehr Hüfingen und das Fähnlein Rottweil zum Platz jenseits der Breg und nahmen auf Kommando ihre Position für den dreifachen Böllersalut ein. Diese Darbietung soll im Besonderen an die Belagerung 1632 und das grauenvolle Blutbad sowie an die Sinnlosigkeit der vielen Kriege erinnern.

Explosion 1983 in Hüfingen

Am Freitag den 7. Oktober 1983 explodierte mitten in Hüfingen um 12:04 Uhr ein Kessel der Mohr KG . Die Druckwelle deckte im Umkreis von 200 Metern die Dächer ab. Bei dem Unglück kam der 36jährige Karl Vollmer aus Hausen vor Wald ums Leben.




Aufnahme von Karl Schweizer

Die Dr. Eugen Mohr – GmbH & Co. KG (Druckbehälterbau und Gummierungstechnik) ist heute in Hausen vor Wald, ausserhalb, am Bahndamm.

Regen bringt Segen

Da habe ich letzte Woche noch erklärt, warum in der Breg beim Römerbad kein Wasser mehr ist und schon regnet es.

Hier gibts den Film: „Die Breg im Jahreslauf


Im Südkurier lässt das Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz behaupten es wolle die Kraftwerkbetreiber verklagen, weil diese die Kraftwerke heimlich kurz angeschaltet hätten.

Hüfinger Wasserkaftweke

Meiner Information nach, ist es unmöglich ein Wasserkraftwerk kurz an- und abzuschalten. Zumindest sind die Kraftwerke jetzt auch nach dem Regen nicht wieder hochgefahren.

Leider brachte der Regen auch eine schöne alte Linde zum auseinanderbrechen. Der markante Baum am Bräunlinger Heckenpfad wird wohl nicht mehr zu retten sein:.

Einsatz-Trainings-Zentrum für den Zoll in Hüfingen

Nachdem im Sommer sogar schon in der Zeitschrift „Der Spiegel“ (Zollbedienstete sollen künftig in elf neuen Trainingszentren unter anderem Schießen üben) berichtet wurde, wollen wir hier dem ETZ (Einsatz-Trainings-Zentrum) auch einen Beitrag widmen.

Wahrscheinlich ist der Artikel über das Vorhaben des Zolls in den hiesigen Zeitungen vom sehr aufregenden Sommerspektakel dieses Jahr verschluckt worden. Auf jeden Fall hat es sich in Hüfingen erstaunlicher Weise noch nicht rumgesprochen welche Dimensionen der Zoll hier plant.

Der Zoll hat für dieses ETZ etwa 26.000 m² vom Fürstenhaus an der Hochstraße gekauft.

Lage des geplanten ETZ an der Hochstraße auf dem ehemaligen Betriebsgelände vom FF Holzlager.

Dieses ETZ soll mit einer Sporthalle, Schießanlage und Trainingsflächen der Schulung von Zollbeamten dienen. Hierfür sollten etwa 60 Beamte und Angestellte in Hüfingen dauerhaft ihren Standort bekommen. Etwa 140 Zöllner werden dann unter der Woche tagsüber in Hüfingen trainieren und die Schulungen besuchen.

Das spannende hierbei ist, dass auf dem Gelände keine Kantine oder Wohnheime entstehen sollen.

Also werden Hüfinger Vereine abends und am Wochenende die Sportstätten nutzen können und die in Hüfingen verbliebenen Gaststätten haben sehr gute Aussichten.

Dies alles soll aber nicht vor dem Jahr 2024 realisiert werden und vorher wird noch ein Bebauungsplan erstellt.

Wir werden berichten.

Ziegeleschle 2

Im August 2020 hatte ich einen kleinen Bericht über das Ziegeleschle geschrieben. Jetzt wird es zumindest für das neue Gewerbegebiet Ziegeleschle 2 konkreter. Am Donnerstag, den 18.11.2021 wurde das Bebauungsplanverfahren „Ziegeleschle II“ dem Gemeinderat vorgelegt.

Folgende Pläne sind öffentlich auf der Seite der Stadt Hüfingen einzusehen und wir hoffen, dass wir dies hier spiegeln dürfen. Falls nicht, bitte eine kurze Nachricht an die Redaktion.

Bebauungsplan Ziegeleschle II der Stadt Hüfingen vom 18.11.2021


Bebauungsplan Ziegeleschle II der Stadt Hüfingen am 18.11.2021

Was für das Gewerbegebiet Ziegeleschle II geplant ist

Es werden etwa 4 ha Landwirtschaftliche Fläche versiegelt.

In § 16 Landwirtschafts- und Landeskulturgesetz (LLG) wird ausdrücklich auf den Schutz landwirtschaftlicher Flächen und Landschaftsentwicklung hingewiesen, da diese für die Landwirtschaft die zentrale Produktionsressource darstellen. Für die landwirtschaftliche Nutzung besonders geeignete Böden sollen nach Möglichkeit geschont werden.

Grundsätzlich ist der Verlust landwirtschaftlicher Flächen bedauerlich, da die Landwirtschaft auf ökonomischer Grundlage der Allgemeinheit dient.

Die Nutzung als Gewerbegebiet stellt für das Schutzgut Boden/Fläche ein hoher Verlust dar. Bei der Bebauung sei daher auf eine effektive Nutzung zu achten .Z.B. durch unterirdische Parkmöglichkeiten; durch mehrgeschossige Gebäude, die anstelle Fläche mehr Höhe beanspruchen.

Art und der Standort der Ausgleichsflächen bitten wir mit dem Landwirtschaftsamt abzustimmen, damit der Eingriff in die landwirtschaftlichen Flächen so gering wie möglich erfolgt.

Landwirtschaftsamt Schwarzwald-Baar Kreis

Leider möchte der Hüfinger Gemeiderat dieser Empfehlung nicht folgen, da mehrgeschossige Gebäude, die anstelle Fläche mehr Höhe beanspruchen würden, die Äuglein manch ältlicher Herren beleidigt.

Diese starrsinnige Fixierung auf Gebäudehöhe ist sinnloser Landverbrauch!

Zur Vermeidung, Minimierung und zum Schutz der Belange von Natur und Landschaft werden in Hüfingen keinerlei Maßnahmen getroffen. Mehr noch, der Planer meint, dass das „Baufenster groß genug sei“ deshalb braucht man also keine Rücksicht auf die Fläche nehmen. Gleichzeitig wird aber argumentiert, dass Hüfingen so viel Fläche brauche. Klar, Hüfingen braucht noch viel mehr Fläche, da nur möglichst flache, grauen Häuschen mit vielen asphaltierten Parkplätzen Wohlgefallen dieser veralteten Herrschaften findet. Man kann ja für die Parkplätze Rasengittersteine nehmen.

Ziegeleschle II Baugebiet

„Die Bodenversiegelung ist auf das unabdingbare Maß zu beschränken.“
Dieser Satz im Bebauungsplan ist eine Farce angesichts der Tatsache, dass durch die Gebäudehöhe ein möglichst großer Landschaftsverbrauch angelegt ist. Alle Firmen, die gerne ökologisch handeln möchten, werden durch die unsinnigen Vorschriften Steine in den Weg gelegt. Was soll diese Regelwut?

Für die Eingriffsbewertung laut Bebauungsplan Ziegeleschle ist ein Ausgleichsbedarf von 775.554 Ökopunkten vorgesehen. Für einen Ökopunkt hat die Stadt Hüfingen diesen Sommer 60 Cent bezahlt. Von daher kann man hoffen, dass die Landwirte der Region für diese unsinnige Versiegelung mindestens mit dem Kauf von Ökopunkten entschädigt werden.


Durch die geplante gewerbliche Erweiterung und die damit verbundene Flächenversiegelung entstehen zum Teil erhebliche Beeinträchtigungen für die Schutzgüter Biotope und Boden.

Erhebliche Beeinträchtigungen sind auf Grund des Versiegelungsgrades auch für das Schutzgut Grundwasser insbesondere in Bezug auf die Grundwasserneubildung zu erwarten.

Außerdem ist der flächengleiche Ersatz für die dort betroffenen geschützten Mähwiesenflächen nachzuweisen.

Somit werden planexterne Ausgleichsmaßnahmen erforderlich.

Weiterhin können Beeinträchtigungen für das Schutzgut Klima und Luft nicht vollständig ausgeschlossen werden, deshalb sind hier zusätzlich geeignete Maßnahmenfestsetzungen und Regelungen im Geltungsbereich des Bebauungsplanes vorzusehen.

Aus dem Umweltbericht zur Ergänzung zur Begründung zur frühzeitigen Beteiligung (§ 3 Abs.1 und § 4 Abs.1 BauGB).
Fassung vom 27.05.2021, Büro Grözinger.
Ziegeleschle II Baugebiet

Am 18.11.2021 hat der Hüfinger Gemeinderat mit 12 Ja Stimmen, 1 Nein Stimme und einer Enthaltung diesem Bebauungsplan zugestimmt. Drei Herren waren befangen und zwei entschuldigt. SPD/FDP/CDU war sich wie immer einig.

Die Geschichte der Flugplätze im Schwarzwald-Baar-Kreis

Buchvorstellung von Rolf Ebnet am 15. Juli 2021

Entstehung – Basis der Luftwaffe im Dritten Reich – Nachkriegszeit

Viele Jahre habe ich die Geschichte der Flugplätze im Schwarzwald-Baar-Kreis recherchiert. 

Herausgekommen ist ein Buch mit teilweise dramatischen Ereignissen, die den meisten Bürgen fast unbekannt sind. 

Es geht um die (fast) vergessene Geschichte der Flugplätze Villingen, Donaueschingen und Hüfingen.

Nur noch wenige wissen von dem Hüfinger und Villinger Flugfeld, die 1938 geplant und gebaut wurden.

Auf dem Gelände der heutigen Riedseen wurde ein Feldflugplatz angelegt und während des Zweiten Weltkrieges von einer Luftwaffeneinheit als Basis genutzt.

Neben der Entstehung des Flugfeldes dokumentiere ich in meinem neuen Buch die dramatischen Ereignisse und Luftkämpfe der jungen Piloten, die von Hüfingen starteten und oft nicht zurückkamen.

Hierfür habe ich über Jahre in vielen Archiven recherchiert. Auch konnte ich zahllose Zeitzeugen und ehemalige Piloten der Luftwaffe befragen und konnte somit auf viele unveröffentlichte Fotos und Dokumente zurückgreifen, die die Ereignisse lückenlos beschreiben und verständlich nachvollziehen lassen. 

Briefe, die von den Piloten an ihre Lieben zuhause geschrieben wurden, aber auch Zeitzeugenberichte Hüfinger Bürger geben dem Leser einen tiefen Einblick in die damalige Zeit und lassen diese ganz nahekommen.

Neben sachlicher Information sind die Ereignisse während des Krieges spannend geschrieben und dokumentiert.

Das Buch kostet € 29.- und ist über den Buchhandel, Foto Donau in Donaueschingen oder direkt bei mir (luftakrobat@icloud.com) zu beziehen.

Der Spielplatz im Baugebiet Auf Hohen II

Eine „scheinbar“ unendliche Geschichte

Kinder lieben ja Märchen, so auch das Märchen von Michael Ende mit dem Titel „Die unendliche Geschichte“. Noch lieber sind Kindern aber Dinge, die sie anfassen, begreifen und benutzen können. Wo sie ihre Zeit zusammen mit Freunden verbringen können.

Seitens der Stadtverwaltung erging am 07.05.2020 die Entscheidung, dass im Neubaugebiet Auf Hohen II ein Spielplatz gebaut werden soll, der sich vornehmlich an jüngere Kinder bis 6 Jahre richtet.

Was sich auf dem Spielplatz alles an Ausstattung befinden soll, läßt sich am oberen Bild feststellen, wobei erwähnt werden muß, dass ein Gemeinderat der Fraktion der BFSO/Grünen sogar die Eltern bei der Ausstattung des Spielplatzes beteiligen wollte. Dazu kam es dann leider nicht.

Am 23.07.2020 wurde im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderatssitzung eine Firma mit der Lieferung der Geräte beauftragt.

Wenn man sich heute, über ein Jahr nach Beschlußfassung und fast ein Jahr nach Auftragsvergabe für die Ausstattung, das Gelände des zukünftigen Spielplatzes anschaut, stellt man fest, da hat sich nach einem Jahr leider noch nichts getan. Hoffen wir mal, dass der Spielplatz keine unendliche Geschichte wird und die jüngeren Bewohner im Neubaugebiet noch in den Genuß kommen, diesen auch benutzen zu können, bevor sie dem entsprechenden Alter entwachsen sind.
Vielleicht erklärt sich ja die Stadtverwaltung gegenüber den betroffenen Eltern mal, wann es soweit sein soll.

Alte Schmiede

Beitrag vom 21. Mai 2021

Das Sterben in der Hüfinger Innenstadt geht fleißig weiter. Nach dem Griechen auf dem Burgplatz, der gegen den Willen des Architekten von der Stadt Hüfingen verkauft wurde, wird jetzt wohl das das dritte Restaurant in Büro- und Wohnräume umgewandelt werden.

Die alte Schmiede an der Hauptstraße war um 1900 eine der drei Hüfinger Schmieden und diente neben dem Beschlagen auch als Werkstatt für Eisengeräte. Die Schmiede wurde bis 1964 von Franz Widmann (1898-1977) geführt und dann als Bauschlosserei in die Hochstraße verlegt.

1995 wurde die Schmiede zum Restaurant umgebaut und im August 2009 kam sie sogar ins Fernsehen bei Kabel-TV für die Sendung „Wer wird Wirt“.

Seit damals war die einzige Konstante der Wirtwechsel.

Längstes Intermezzo mit der damals besten Pizza und allerbestem Rucola-Salat.

Erfreulich daran ist, dass hier ein junger Architekt das Gebäude fachgerecht „aufmöbelt“ und die schöne alte Türe, die der letzte Pächter mit einer Platte verschlossen hat, wieder frei legt.

Auch werden gut durchplante Wohnungen in dem denkmalgeschützten Gebäude in einer sehr guten Lage entstehen. So ist der Einbau eines zentralen Treppenhauses vorgesehen, das das Vorderhaus mit dem Hinterhaus verbinden wird. Im Hinterhaus wird eine Dachterrasse entstehen.

In den oberen Geschossen werden die vier Wohnungen saniert. Das ehemalige Restaurant wird zu Büroräumen umgenutzt und die Schmiedeeinrichtungen bleiben erhalten