Nie wieder ist jetzt!

Zwei Jahre nach dem Terrorüberfall mit mehr als 1.200 gefolterten und ermordeten Männer, Frauen und Kinder.
Zwei Jahre nach dem größten Massenmord an Jüdinnen und Juden seit Ende des Zweiten Weltkriegs.
Zwei Jahre Relativierung, Kontextualisierung und emphatische Selektion.
Zwei Jahre selektiver Humanismus.
Zwei Jahre Täter-Opfer-Umkehr.



Frau, Leben, Freiheit ژن، ژیان، ئازادی Jin, Jiyan, Azadî

Im Frühjahr hat die VHS-Baar den „virtuosen Antisemitismus“ nach Hüfingen geholt. Mit unserem Geld, in unserem Raum wurden Juden entrechtet, Schändungen an Frauen gerechtfertigt und Geschichte neu geschrieben.

„Nie wieder“ ist wertlos, wenn es nur für die Vergangenheit gilt.
Es muss auch für die Gegenwart gelten; für Auschwitz und Kfar Aza, für Rafah und Sderot, für jüdische Kinder im Kibbuz wie für palästinensische Kinder unter Trümmern.
Wer das nicht aushält, verrät die Idee des Universalismus selbst – und damit die Grundlage jeder Moral.

Mathias Kalle in der taz 4.-10.Oktober 2025

Hüfingen gibt der VHS-Baar eine Bühne für Israelbashing und Geschichtsklitterung

30. März 2025

Plakat der VHS Baar

Eigentlich wollte ich es ignorieren, aber der Schwabo meinte diese Buchwerbung in unserem Bahnhofssaal muss groß aufgezogen werden, also kann ich es nicht weiter unbeachtet lassen. Aber zuerst noch ein Dankeschön an den Südkurier der es ignoriert hat!

Auch vielen Dank an den einsamen E-Mail Schreiber der versucht hatte dieses Debakel zu verhindern! Natürlich hatten Sie Recht, dass eine Beurteilung unseres Bundestages hier in Abrede gestellt wird. Die VHS-Baar beansprucht die Deutungshoheit darüber was antisemitisch sei und was nicht.

Es sei eine offene und kritische Auseinandersetzung?
Dazu möchte ich sagen, dass dies etwas vollkommen anderes ist, als wenn ein BDS Vertreter mit Palituch seine Weltsicht in die Welt hinausposaunt, um sein Buch zu verkaufen.
Auch nicht, wenn ein VHS-Geschäftsführer verbietet den BDS zu loben, weil er sonst einen Antisemitismusvorwurf bekommt.
An unsere geschichtsignorierende Presse: Ich glaube kaum, dass unser Bürgermeister hinter so einem Vortag steht! Das ist mal wieder schlichtweg gelogen, aber das sind wir ja gewohnt.

Man hätte also 10 Euro investieren sollen, um eine antisemitische Propagandashow aufzumischen, damit eine kritische Auseinandersetzung statt findet?
Nein, das ist keine offene Diskussion.
Ach ja der Referent sei nicht antisemitisch da er ja mit „manchen jüdischen Künstlern“ spreche. Na dann.

Der Bundestag hat am Freitag, 17. Mai 2019, einen gemeinsamen Antrag von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen mit dem Titel „BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen“ angenommen:

Der Deutsche Bundestag beschloss:

1. erneut jeder Form des Antisemitismus schon im Entstehen in aller Konsequenz entschlossen entgegenzutreten und die BDS-Kampagne und den Aufruf zum Boykott von israelischen Waren oder Unternehmen sowie von israelischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Künstlerinnen und Künstlern oder Sportlerinnen und Sportlern zu verurteilen;

2. Räumlichkeiten und Einrichtungen, die unter der Bundestagsverwaltung stehen, keinen Organisationen, die sich antisemitisch äußern oder das Existenzrecht Israels in Frage stellen, zur Verfügung zu stellen. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, keine Veranstaltungen der BDS-Bewegung oder von Gruppierungen, die deren Ziele aktiv verfolgen, zu unterstützen;

3. seine Unterstützung für die Bundesregierung und den Beauftragten für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus sowohl in der Prävention als auch in der entschiedenen Bekämpfung von Antisemitismus und jeglichem Extremismus unvermindert fortzusetzen;

4. keine Organisationen finanziell zu fördern, die das Existenzrecht Israels in Frage stellen;

5. keine Projekte finanziell zu fördern, die zum Boykott Israels aufrufen oder die die BDS-Bewegung aktiv unterstützen;

6. Länder, Städte und Gemeinden und alle öffentlichen Akteurinnen und Akteure dazu aufzurufen, sich dieser Haltung anzuschließen.

Die Stadt Hüfingen zahlt im Jahr 2025 46.000 € an die VHS-Baar, dies widerspricht der Nummer 6.
Nein, das braucht unsere Demokratie überhaupt nicht!
Das hatten wir schon und es war wirklich nicht gut.

Natürlich kamen zu dem Vortrag nur Leute die hinter dem BDS stehen, von daher brauchte der Referent keine Diskussion fürchten. Ausser Victim Blaming war nicht viel übrig und das Massaker vom 7. Oktober 2023 wurde anscheinend ausgeblendet – wie die Ermordungen, Vergewaltigungen, Folterungen und Entführungen von Menschen.

Ich werde niemals hinnehmen, wenn in Hüfingen Juden verfolgt werden!
Als Frau werde ich niemals still neben Femiziden stehen, egal, wem es wichtig ist, diese zu verschweigen.

Unsere Stadt wurde auf die übelste Weise beschmutzt!

Baustelle auf der Länge

Windrad auf der Länge

Am 27. September konnte man die Baustelle besichtigen.

Schon zwei Mal habe ich über den Windpark Länge berichtet: Einmal 2021 Windpark Länge und dann 2022 Windpark Länge im Genehmigungsverfahren.

Die geplanten sechs neuen Windkraftanlange auf der Länge und der unterirdische Löschwasserbevorratungstank .

Auch stehe ich noch hinter den Artikeln und auch dahinter, dass ich als Stadträtin immer für die solarcomplex AG gestimmt hatte. Was mich aber ärgert, ist die Intransparenz, die propagandistische Website und der verächtliche Umgang mit kritischen Bürgerinnen und Bürgern.

Erst mal zur Website: Der Windpark Länge.
Keinerlei Infos über die Länge im speziellen, nur drei Statements von vermeintlich wichtigen Leuten. Erstaunlich, dass sogar eine Dame zu Wort kommen darf. Allerdings musste man hierfür im Nachbarlandkreis suchen.
Dass der FF Forst gut daran verdient, ist kein Geheimnis. Dass das FF-Sägewerk in Hüfingen einen Grundwasserschaden mit Schwermetallen verursacht hat und sich weigert diesen zu sanieren ist nicht erst bekannt, seit der Zoll mit dem Trainins-Zentrum abgesprungen ist. Dies hat die Stadt Hüfingen schon deutlich mehr gekostet, als sie durch den Windpark je verdienen kann.
Am meisten aber ärgert mich, dass auf dieser Propaganda-Seite der Vorsitzende des LNV sich für die Sache her gibt. Der Landesnaturschutzverband – Baden-Württemberg e.V. ist eigentlich ein Dachverband der Natur- und Umweltschutzverbände in Baden-Württemberg. In ihm sind 34 Vereine mit ca. 540.000 Mitgliedern organisiert. Als aktives Vorstandsmitglied des Nabu Schwarzwald-Baar finde ich dies absolut falsch, da ich weiß, dass es in den Vereinen wohl sehr viele kritische Stimmen gibt, die hier ausgeblendet werden.

Zum Umgang mit kritischen Bürgerinnen und Bürgern

Obwohl ich für den Windpark war und bin, haben wir hier auf dem Hieronymus immer allen Argumenten einen Platz eingeräumt. Sowohl bei den Beiträgen, als auch in den Kommentaren.

Was die letzten Jahre immer wieder passiert ist, ist dass alle Neuigkeiten nur an unsere Provinzpresse weiter gegeben werden. Diese versteckt Pressemitteilungen als „Journalismus“ hinter einer Paywall und verhindert aktiv eine offene Diskussion. Dies ist weder transparent noch barrierefrei. Obwohl ich schon öfters für den Hieronymus angefragt hatte, bekommen wir keinerlei Information. Lange habe ich überlegt, ob ich überhaupt noch berichten soll, aber da dies Hüfingen betrifft, bleibe ich dran. Ich werde also genau hier in diesem Beitrag immer wieder die Informationen liefern die momentan beim Bau des Windparks aktuell sind und lade alle Menschen ein, hier auch zu Kommentieren und zu diskutieren. Weil es betrifft Hüfingen!

Länge am 17. August 2025

Aktuelle Infos zum Windpark Länge

Bis Juli 2026 sollen die sechs Windräder stehen, die Rotorblätter werden aber erst nächstes Jahr geliefert.

Dieser Beitrag wird regelmäßig unter einem neuen Datum aktualisiert!

Kunstrasenplatz FCH, Ausbau der erneuerbaren Energien, Nahverkehr, Feuerwehrbedarfsplan, Jahresabschluss 2024, Anträge CDU und SPD

Gemeinderatssitzung am 25. September 2025

18:05 Uhr Ausschuss für Umwelt und Technik

Hier kann man selber gucken:

https://huefingen-sitzungsdienst.komm.one

Bauantrag Nr. 37/2025

Erweiterung einer bestehenden Freiflächenphotovoltaikanlage auf den Riedwiesen von letzter Sitzung das vertagt wurde. Heute wurde mit sechs Enthaltungen zugestimmt.

Bauantrag Nr. 39/2025

Neubau einer PKW-Garage in Mundelfingen. Der Ortschaftsrat hat zugestimmt und auch der Gemeinderat.

Bauantrag Nr. 40/2025

Neubau Einfamilienhaus mit Garage in Behla, Baarblick. Der Ortschaftsrat hat zugestimmt und auch der Gemeinderat.

Bauantrag Nr. 41/2025

Neubau Carport in Hüfingen. Dem Carport wird einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 43/2025

Errichtung eines Schuppens in Hüfingen. Dem Schuppen wird einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 44/2025

Umnutzung und Umbau der Lagerfläche im Dachgeschoss vom Bauhof zur Schaffung von Büro- und Sozialräumen. Dem wird einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 45/2025

Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage auf dem Hohen II. Auch diesem Bauvorhaben wird einstimmig zugestimmt.

Sitzung des Gemeinderates – 25.09.2025 – 18:30 Uhr

Hier sind die Unterlagen: https://huefingen-sitzungsdienst.komm.one

TOP2
Bürgerfragestunde

Es sind etwa 50 Zuschauer da, aber ich habe mich sicher verzählt.

Gibt keine Fragen aus der Bürgerschaft.

TOP3
Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen

Auswertung vom Generalentwässerungsplan – dafür werden weitere Geldmittel bereit gestellt.

TOP4
Kunstrasenplatz FC Hüfingen

In der letzten GR Sitzung am 24. Juli wurde, vorbehaltlich der verfügbaren Haushaltsmittel, die Umrüstung des Rasenplatzes auf einen Kunstrasenplatz für den SV Mundelfingen mit 400.000€ beschlossen.

Heute geht es um einen Kunstrasenplatz für den FC Hüfingen für ebenfalls 400.000€.

Der hintere Platz (2) soll umgewandelt und eingezäunt werden.

Die Kosten für die Umwandlung. Hier möchte ich auf die Kosten von 42.200 € für den Zaun aufmerksam machen.

Achtung!
Bevor ich über die Ansichten der Gemeinderäte berichte, kommt nun zuerst wieder meine Meinung dazu:

In Mundelfingen bin ich zwar noch nicht so oft vorbeigelaufen wie in Hüfingen, aber die paarmal sogar mit Hund und es hat mich keiner beschimpft, im Gegenteil. Auch war ich in Mundelfingen schon im Clubhaus auf einer Party eingeladen und ich schätze das Engagement in Mundelfingen für Parität und Inklusion ausserordentlich. Auch gibt es dort mehr Mitglieder als in Hüfingen.
Apropos Mitglieder, der TUS Hüfingen hat fast doppelt so viele Mitglieder wie der FC Hüfingen und Mundelfingen zusammen. Die Jugendarbeit vom TUS in der Stadt Hüfingen ist deutlich engagierter und die Sporthallen könnten sicher auch mal ein kleines Upgrade verkraften in den nächsten Jahre
n.

Eine meiner Laufstrecken geht am FC Hüfingen vorbei und obwohl ich mich immer am Tennisplatz vorbei drücke, wurde ich auf deren Grundstück schon mehrfach blöd angemacht. Und zwar nie von den Tennis Spielern! Ich bin damit nicht alleine, auch andere haben mir davon berichtet.
Dazu kommt der Zaun, den der FC Hüfingen plant zu bauen, damit niemand mehr am Tennisplatz vorbei zum Römerbad laufen darf.

Der FCH besteht darauf alle Hüfingerinnen und Hüfinger des Wegerechtes zu berauben!
Und das mit unserem Geld!

Der FC Mundelfingen wurde in der letzten GR-Sitzung vom Freien Forum gefragt, warum er denn keinen Zaun für den neuen Kunstrasen wolle , da in Mundelfingen wilde Tiere rumlaufen würden, die die Absicht hätten den Kunstrasen zu zerstören. Die Antwort vom Vorsitzenden schwankte zwischen Professionalität und leichter Belustigung. Es gibt also anscheinend nur in Hüfingen jede Menge wilder Tiere die Kunstrasen fressen.

Der Gemeinderat hat meiner Meinung nach gut daran getan den liberalen Mundelfingern Geld für einen Kunstrasen zu geben und bei Hüfingen erst mal abzuwarten wie sich alles entwickelt.
Hüfingen kann viel lernen von Mundelfingen!


Der Vorsitzende des FCH hat zuerst seine Erklärung zur Notwendigkeit und Finanzierung vorlesen, dann waren die Gemeinderäte dran.

Der CDU Fraktionssprecher bedauerte, dass es durch die Vertagung zu Irritationen kam. Die Haltung der CDU bleibe aber gleich. Er bittet darum den Durchgang am Hölenstein zum Römerbad offen zu lassen. Ebenso möchte die SPD erst die Finanzen für das Jahr 2027 abwarten. Auch das Freie Forum steht zum Beschluss vom Juli und möchte abwarten, wieviel Geld überhaupt zur Verfügung steht.

Die Umrüstung des Rasenplatzes auf einen Kunstrasenplatz für den FC Hüfingen soll ab dem Haushaltsjahr 2027 jährlich geprüft und mit 400.000 € berücksichtigt werden, falls die Haushaltslage dies zulässt.
Der Gemeinderat signalisierte seine Bereitschaft, sich gegebenenfalls auch an zukünftig entstehenden Mehrkosten zu beteiligen. Diese Erklärung wurde mit einer Enthaltung beschlossen.

TOP5
Ausbau der erneuerbaren Energien; Vortrag von Prof. Dr. Bruno Burger vom Institut Fraunhofer ISE, Freiburg

Der Stromverbrauch in Baden-Württemberg wird sich von 2021 bis 2040 verdoppeln.
Die Stadt Hüfingen bringt sich aktiv in die Energiewende ein. Hüfingen verfolgt das Ziel der Klimaneutralität. Hüfingen hatte bereits im Jahr 2018 einen erneuerbaren Energien-Anteil bei der Stromproduktion von 81,4 % nach der Klimabilanz für ganz Hüfingen.
Prof. Dr. Bruno Burger vom Institut Fraunhofer ISE, Freiburg hat dieser Sitzung einen Vortrag zum Thema erneuerbare Energien gehalten. Hier ist die Webpage dazu: https://www.fraunhofer.de/mediathek/burger.html

Prof. Dr. Bruno Burger vom Institut Fraunhofer ISE, Freiburg
Prof. Dr. Bruno Burger vom Institut Fraunhofer ISE, Freiburg

TOP6
Mitfinanzierung der zusätzlichen innerörtlichen Erschließung des Nahverkehres im Ortsteil Behla

Mit einem Schreiben teilt das Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis/Nahverkehrsabteilung mit, dass derzeit im Zuge der Fortschreibung des Nahverkehrsplans 2017 auch die innerörtliche Erschließung im Regionalbusverkehr überprüft
wird. Aus Kostengründen wird ein Wegfall im Angebot in Betracht gezogen. In Hüfingen betrifft das die Haltestelle in Behla (Haltestelle „Behla Schule“).

Die Stadt Hüfingen wurde vom Landratsamt aufgefordert ein innerörtliche Erschließung zu finanzieren, ansonsten würde „die Streichung des Angebots anvisiert“.

Ich trau mich nicht, den Brief hier runter zu laden, aber ich empfehle ihn mal genau anzuschauen so lange es noch geht: https://huefingen-sitzungsdienst.komm.one/bi/getfile

Nachdem der Kreistag im April die Kreisumlage auf 32 % erhöht hatte, möchte er sich jetzt auch aus der Finanzierung des Nahverkehrs zurück ziehen. Ein Landrat bekommt in Baden-Württemberg das höchste Gehalt in ganz Deutschland und dafür darf er auch nicht von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt werden. Ebenso wird der 1. Landesbeamte von Stuttgart bestimmt. Deswegen brauchen in Baden-Württemberg diese Männer grundsätzlich ein passendes Parteibuch. Es ist manchmal ziemlich undurchsichtig welche Demokratie man überhaupt verteidigen soll.

Gehalt für Landräte in Deutschland
Gehalt für Landräte in Deutschland laut Stepstone Abgerufen am 14.09.2025

Die Besoldungen von Beamten in Baden-Württemberg kann hier nachgelesen werden:

https://lbv.landbw.de/-/besoldungstabellen

In der Beschlussvorlage steht, dass dieses abgelehnt werden soll. Hier was die Gemeinderäte dazu sagen:

Zuerst spricht der Ortsvorsteher von Behla. Das Landratsamt habe in der Vergangenheit Vorschläge aus Behla abgelehnt. Behla befürwortet die Verlegung der Haltestelle in die Alois Hirt Straße und schlagen eine Verkehrsschau vor, auch ob vielleicht ein Zebrastreifen machbar wäre. Verzeihung, aber von der CDU hab ich nichts kapiert. Die SPD Fraktionssprecherin versteht die ganze Rechnung nicht und meint, dass im Rahmen der Nachbarschaftshilfe etwas gemacht werden kann. Das Geld wäre hier besser angelegt als beim Landratsamt. Das Freie Forum ist gegen einen Zebrastreifen für den Kindergarten, da sonst alle Ortschaften einen wollten. SPD widerspricht und meint, dass für den Kindergarten sogar eine Ampel angebracht wäre.

Die dauerhafte Mitfinanzierung der innerörtlichen Erschließung in Behla über die Handwerkstraße in Höhe von rd. 13.500 €/Jahr durch die Stadt Hüfingen wird abgelehnt.

Die Verwaltung wird beauftragt das Thema sofort wieder auf die Tagesordnung zu setzten, wenn eine Schließung ansteht.

TOP7
Vergabe der Erstellung des Feuerwehrbedarfsplans 2026

Gemäß § 3 Abs. 1 Satz 1 des Feuerwehrgesetzes Baden-Württemberg ist die Stadt Hüfingen auf ihre Kosten verpflichtet, eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten.
Um eine professionelle, objektive und verbindliche Bedarfsplanung sicherzustellen, soll die Erstellung des Feuerwehrbedarfsplans extern vergeben werden.

Der Gemeinderat ermächtigt die Verwaltung die Erstellung des Feuerwehrbedarfsplans zu beauftragen.

TOP8
Vergabe Aufdimensionierung Regenwasserkanal Fürstenberg

Wegen des Neubaugebietes muss die Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes erhöht werden.
Für die Regenwasserableitung werden nun die zugehörigen Kanalbauarbeiten für brutto 231.100,96 € vergeben.

Sowas kommt von Sowas

TOP9
Vergabe Sanierung Nepomuk-Schelble-Straße

Eine Firma aus Freudenstadt soll die Nepomuk-Schelble-Straße für 580.088,51 € brutto sanieren.

Mitte Oktober gibt es für die Anwohner eine Informationsveranstaltung im Rathaus hierzu.

TOP10
Vergabe PV-Anlage für den Hackschnitzelkessel II am Standort Bleichewiese

Es wird eine Firma auch Donaueschingen beauftragt die PV-Anlage für die Heizzentrale II am Standort Bleichewiese für netto € 63.469,66 zu errichten.

TOP11
Feststellung des Jahresabschlusses der Stadt Hüfingen 2024


Da ich weiß, dass dies viele Leute interessiert, möchte ich die Datei mit allen Zahlen abspeichern. Auch möchte ich dies nicht weiter besprechen, da jeder selber schauen soll. Bis Winter kann man auch hier alle Daten direkt bei der Stadt einsehen.

TOP12
Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Gemeinderat

  • 29. September 19:00 Uhr ist die Informationsveranstaltung zur Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft.
  • 30. September 19:00 Uhr Kick-off der Nachbarschaftshilfe
  • 16. Oktober gibt es eine Sondersitzung vom Gemeinderat.
  • 7.11.- 9.11. kommt die Partnerstadt aus Groß Schönau.
  • Neujahrsempfang ist am 18. Januar 2026.

Bei den Anfragen werden die nächtlichen Angriffe auf Autos mit Steinen und die Nägel auf der Straße Richtung Hausen besprochen und was man da tun könnte. Leider ist auch die Polizei ziemlich ratlos.

Anträge der CDU:

Sicherstellung des Fußgänger-Durchgangs vom Clubhaus des FC Hüfingen zum Höllsteinweiher.
Ermittlung des Wohnsitzes der Aquari-Besucher.

Antrag der SPD:

Antrag SPD Barrierefreie Gestaltung sämtlicher Schranken in der Gemarkung Hüfingen
Barrierefreie Gestaltung sämtlicher Schranken in der Gemarkung Hüfingen

Design vom Hieronymus

Liebe Leserinnen und Leser,

durch ein automatisches Update ist es zu Problemen mit der Darstellung und der Kommentarfunktion gekommen. Damit Sie weiterhin Kommentare schreiben und auch die bestehenden lesen können, hatte ich eine Übergangslösung eingerichtet.

Da mir die Übergangslösung besser gefällt, werde ich das vermutlich so lassen.

Was kann ich hier noch verbessern? Hat jemand Kritik?

Bitte in die Kommentare!

Das Säge- und Imprägnierwerk an der Hochstraße

Originalbeitrag vom 8. Juli 2024

Nach dem Handelsregister beim Amtsgericht Donaueschingen wurde am 10. Dezember 1919 ein Gesellschaftsvertrag mit beschränkter Haftung geschlossen und am 27. Oktober 1920 abgeändert. Vorstände der Gesellschaft waren Kaufmann Moritz Faurt in Berlin und der Werkführer Engelbert Holzer. Sie nannten ihre Firma Sägewerk Hüfingen e.G.m.b.H. und am 28. Februar 1921 wurde die Firma Boswau und Knauer, e.G.m.b.H. Berlin, Zweigniederlassung Hüfingen ins Handelsregister eingetragen.*1

In Berlin wurde am 18. September 1926 in den Geschäftsräumen der Mitteldeutschen Kreditbank die Silvana-Holzindustrie Aktien-Gesellschaft mit dem Sitz in Hüfingen gegründet. Mit dieser Gründung wurde die Aktien-Gesellschaft Boswau und Knauer um die Mitteldeutsche Kreditbank und die Grundstücks- und Effekten-Verwertung, G.m.b.H. in Heidelberg erweitert. Die Gesellschaft bezweckte den Zusammenschluß der Boswau und Knauer AG. gehörenden Säge- und Imprägnierwerke in Hüfingen, in Aach, in Linza. d.D. sowie der Sägewerke Wolfach zu einheitlichen Betrieben.*1


Im Jahr 1933 ging das Sägewerk an das Haus Fürstenberg über und hieß „Säge-und Hobelwerk Fürst Max Egon zu Fürstenberg“. *1

Im Sägewerk arbeiteten, bis zur Befreiung 1945, von den Nazis entführte Zwangsarbeiter aus dem überfallenen und besetzten europäischen Ausland.

Die Zeit von 1933 bis 1945 liegt bis auf das Tagebuch von Bart Heyning im Dunkeln und laut der Chronik von Hüfingen hieß es bei der Bevölkerung 1984 noch immer „Säge-und Hobelwerk Fürst Max Egon zu Fürstenberg“. Die Zwangsarbeiter wurden nie entschädigt oder irgendwie die Geschichte aufgearbeitet. Nach der Befreiung lief das Geschäft normal weiter, da das Fürstenhaus von den Alliierten weißgewaschen wurde.

Nach dem Krieg entstand 1951 eine „Fürstenberg-Holzgruppe“ mit Sitz in Brüssel wo es die Interessen der Imprägnierindustrie in Europa vertritt.

Stellwerk 2 Hüfingen vor dem Abriss

Abriss im Oktober 1985

FF Sägewerk in den 1980ern

Fotos Hermann Müller (1914-2004)

2017 wurde Fürstenberg-THP aus der Holzgruppe heraus gegründet. Fürstenberg-THP hat den Standort Hüfingen in den vergangenen Jahren durch den Bau einer neuen Imprägnierungsanlage und die Erweiterung der Produktionsanlagen für die Bearbeitung von Eisenbahnschwellen massiv gestärkt.

Imprägnieranlage

Hierfür werden Teeröle oder sogenanntes Kreosot verwendet. Es sind Chemikalien, die durch die Destillation verschiedener Teere und die Pyrolyse von pflanzlichen Stoffen wie Holz oder fossilen Brennstoffen entstehen. Also ein Gemisch das verschiedene Chemikalien enthält. Vielleicht hat schon mal wer von PAK gehört? Also Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe?

Heute gehen wir davon aus, dass der Boden dort nach über 100 Jahren hochgradig verseucht ist. Vor Jahren haben Anwohner den Boden in ihrem Garten untersucht und die Ergebnisse gibt es hier:

Altlastenkartaster

Schellenbergstraße A
Quecksilbergehalte [mg/kg] : 1.85

Schellenbergstraße B
Quecksilbergehalte [mg/kg] : 0.64

Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima)

Im Jahr 2022 gab es einen städtebaulichen Vertrag der Stadt Hüfingen mit der Bima für ein ETZ – Einsatz-Trainings-Zentrum für die Zollverwaltung in Hüfingen.

Bei dem Vertrag handelt es sich um ein hinteres Grundstück mit der Flurstücknummer 600. Dieses Flurstück befindet sich im Besitz von der Fürstenberg-Holzgruppe.


Die Bima bezahlt normalerweise eine Bodensanierung, was ziemlich viel Geld kostet. Aber der Fürst wollte auch ziemlich viel Geld für das Grundstück. Dies alles konnte die Bima nicht vor dem Steuerzahler verantworten und hat vom Kauf Abstand genommen.

Jetzt ist es aber so, dass nicht alles Land dem Fürst gehört, ein kleiner Zipfel vorne gehört der Stadt Hüfingen und das Land wurde im Jahr 2021 untersucht.

Das Flurstück 600 im Besitz der Stadt Hüfingen wurde im Jahr 2021 untersucht. Auf diesem Flurstück wurde immer nur Holz gelagert. Die eigentliche Kontamination mit Grundwasserschaden befindet sich weiter westlich.

Nur zur Info: Neben den Hüfinger Tiefbrunnen am Schaafäcker ist der neue Donaueschinger Tiefbrunnen an der Ruckhalde.

Neuer Donaueschinge Tiefbrunnen an der Ruckhalde

Grundwasserschaden in Hüfingen

Hüfingen hat also einen Grundwasserschaden. Das Gelände vom Sägewerk wurde bereits vor 30 Jahren untersucht. Es wurde ein Grundwasserschaden mit Schwermetallen auf dem Betriebsgelände festgestellt. Dieser Grundwasserschaden wurde von 1998 bis 2025 durch eine Grundwasserentnahme mit anschließender Aufreinigung saniert.
Antworten vom Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz zu unserem Trinkwasser


CDU und Freies Forum stimmten am 8. Mai für die Versiegelung des schwer kontaminierten Bodens und die aktive Vertuschung des Grundwasserschadens. Auf der asphaltierten Fläche baut FF-Holz eine Rundbogenhalle mit einer Grundfläche von 25m x 36m (900m²), um in Zukunft den Grundwasserschaden nicht mehr durch Aufreinigung des Wasser bezahlen zu müssen.

Das Argument hierfür war, dass die giftigen Abwässer vom FF Sägewerk ja nicht in unsere Tiefbrunnen gingen, sondern in die Breg. Hier möchte ich auf den Artikel über die Donau hin weisen: Donau ist Nr. 1 bei Schadstoffbelastungen in Europa.

*1 Nach der Chronik von Hüfingen von August Vetter 1984

Die Lorettokapelle

Originalbeitrag vom 24.07.2021

Der Grundstein der von Dekan und Stadtpfarrer J. Kaspar Reichlin geplanten Lorettokapelle wurde am Georgitag, (23. April) 1711 gelegt. 1*

Eine Lorettokapelle ist eine architektonische Nachbildung der Santa Casa, der Basilika vom Heiligen Haus in Loreto. Nach legendarischer Überlieferung sollen im 13. Jahrhundert Engel das Haus der Heiligen Familie von Nazareth nach Loreto getragen haben.

Die Hüfinger Kapelle wurde nach dem Muster der Villinger Lorettokapelle gebaut.

Lorettokapelle in Villingen 1955

Die Hüfinger Lorettokapelle wurde am 31. Oktober 1715 von Weihbischof Konrad Ferdinand Geist von Wildegg (1692-1722) geweiht.1*

Die 130 Pfund schwere Glocke, die im Winter 1805/1806 gesprungen war und umgegossen werden mußte, überstand beide Weltkriege. * 1

Vielen Dank an Artur Lehnert fürs Läuten und auch dafür, dass er mich geduldig in Loretto hat Fotos machen lassen!

Johann Ignatz Schupp wurde 1692 in Villingen geboren und half seinem Vater Josef beim Fertigen des ersten Hochaltars der Benediktinerkirche in Villingen. *2

Eigentlich für St. Verena und Gallus fertigte er diese Heiligen an.

Johannes der Täufer und Johannes Evangelista vom Villinger Schnitzer Johann Ignatz Schupp 1743

Antonius der Einsiedler und Johannes Nepomuk vom Villinger Schnitzer Johann Ignatz Schupp 1743

Im Bruderhäuschen wohnten verschiedene Waldbrüder. Über die Waldbrüder berichtet auch Lucian Reich im Hieronymus Kapitel 7. Später nannte man die Waldbrüder „Lorettomessner“.

Der letzte Lorettomessner lebt noch, hat im Bruderhäuschen gewohnt und wird uns zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht mehr erzählen.

Bruderhäuschen

In das Bruderhäuschen kommt man hinter dem Altar.

Dieser wunderschöne alte Anbau sollte eigentlich zusammen mit dem Denkmalschutz renoviert werden und würde dann sicher gute Räumlichkeiten für die Jugend bieten.

Ganz oben im einsturzgefährdeten Dachgeschoss befindet sich ein altes Glasfenster vermutlich aus der Werkstatt von Fridolin Heinemann (19.12.1859-04.02.1926) einem Sohn von Josef Heinemann.

Glasfenster aus der Werkstatt von Fridolin Heinemann – ein Sohn von Josef Heinemann.

Von Gottfried Schafbuch 1972: „Die Schrecknisse des Krieges 1939/1945 sind nicht spurlos an der hiesigen Stadtkirche vorbeigegangen. Sämtliche Kirchenfenster, dabei leider auch die mit den Glasmalereien des in München verstorbenen Hüfinger Künstlers Fridolin Heinemann (1859-1926), gingen in Scherben. Das Altarbild aber blieb heil und unversehrt.„

Ebenfalls im Dachgeschoss befindet sich ein Gemälde das vermutlich von Josef Heinemann gemalt wurde:

*1 Hüfingen von August Vetter (1984)

*2 Geschichts- und Heimatverein Villingen

Das Sonnenkreuz zu Hüfingen

Am 1. September 2023 bei den Bauarbeiten Schaffhauser Straße.

Von Gottfried Schafbuch (03.01.1898 – 23.10.1984) aus „Mii Baar – Mii Hoamet“ (1972)

Mii Boor – Mii Hoamet

Dort, wo sich am südlichen Ausgang des Städtchens Hüfingen die Hast und Unrast auf der Bundesstraße teilt und nach rechts durch das Höllental Freiburg zu weiterbraust und linksab mit Sonnenhunger und Fernweh in die Schweiz und nach dem Süden führt, steht, geschützt in einer kleinen Grasinsel, das sogenannte steinerne Sonnenkreuz.

Landauf und landab, in den einsamen Tälern des Schwarzwaldes, an stillen Wanderwegen und auf manch luftigen Höhenzügen trifft man wohl vielfach Wegkreuze aus Stein oder Holz. Jedoch alldort kaum so wenig wie an den poesielosen Autostraßen, die wie fiebernde Pulsadern durch die Länder ziehen, dürfte ein Kreuz mit einer so seltsamen Inschrift in deutscher Sprache, wie sie das Sonnenkreuz in Hüfingen zeigt, zu finden sein.

Das Steinkreuz trägt im Fuße des Sockels die Jahreszahl 1783 und weiter oben, in einem Sockelfeld folgende Inschrift:

2ten IvnI
stirb HeIneMann
StIfter DIeses
CrVCIfIX
Gott Lasse Ihn
eVVIg rVhen.

Wohl schon mancher Beschauer dieser Inschrift mag an der Lösung dieses Rätsels herumgeraten haben und ohne Klarheit zu bekommen, kopfschüttelnd weitergegangen sein. Es ist eine Zeitinschrift, in der die römischen Zahlbuchstaben, die besonders als große Buchstaben hervorgehoben sind, zusammengezählt die Jahreszahl der Begebenheit angeben, von der die Rede ist. Diese Zeitinschrift wird Chronogramm und je nach der Art des Verses auch Chronostichon genannt.

Zählt man nun die Zahlwerte der Buchstaben dieser Inschrift, dieses sind IVIIMIDICVCIIXLIVVIV zusammen, so erhält man die vermeintlich fehlende Angabe des Todesjahres des Stifters, nämlich das Jahr 1794, und das Rätsel ist gelöst.

Der großzügige Stifter des Steinkreuzes, Matthäus Heinemann, wurde am 20. September 1723 als Sohn des Bäckers und Gastwirts Andreas Heinemann und der Katharina Benz zu Hüfingen geboren.

Von Gottfried Schafbuch (03.01.1898 – 23.10.1984) aus „Mii Baar – Mii Hoamet“ (1972)

Sonnenkreuz auf einer alten Postkarte

Die Einweihung vom neuen Sonnenbrunnen!

4. September 2025

Am 4. September 2025 um 17:00 Uhr wurde der Sonnenbrunnen im strömenden Regen feierlich eingeweiht und gesegnet.

Der Gemeinderat hatte am 20. Mai 2016 beschlossen für den abgebauten Sonnenbrunnen Ersatz zu schaffen. Fast exakt 9 Jahre, am 25. April 2025 steht er!

Skizze von Alexander Albert

Die Festschrift vom Gausängertag wurde 1924 im Auftrage des Gesangvereins Liederkranz verfaßt.
Darin wurde darauf hin gewiesen dass „eine erschöpfende Darstellung der Geschichte des Hüfinger Liederkranzes leider nicht möglich ist, da ein Teil der Vereinsakten bei dem im Jahre 1897 stattgehabten Brande des Gasthauses zur Sonne in welchem sich zu jener Zeit das Vereinslokal befand, zerstört wurde.“

Es gab in Hüfingen mehrere Gasthäuser zur Sonne. Hier ist die um 1815 von Johann Baptist Fischerkeller (30.6.1781- 25.8.1853) neu erbaute Sonne an der Schaffhauser Straße gemeint. Sie befand sich in der Nähe des Sonnenkreuzes und des Sonnenbrunnens und ist 1897 abgebrannt.

Eine Wildtierbrücke für Hüfingen

Das RPF hat unsere Landschaft und das Naturschutzgebiet Deggenreuschen-Rauschachen mit dem Ausbau der B31 in zwei Teile zerschnitten. Es gibt nur ein Durchkommen für landwirtschaftliche Fahrzeuge bei Döggingen. Es wurde damals auf unsere Natur und die Menschen keine Rücksicht genommen.

In den letzten Jahren wurden um Hüfingen herum (B31/B27) Millionen in den Ausbau der Bundesstraßen gesteckt. Weitere 70 Millionen sollen in eine zweite Gauchachtalbrücke fließen, damit die knapp 1.000 Einwohner von Döggingen bei Baumaßnahmen nicht von dem Lärm belästigt werden, den die 8.000 Einwohner von Hüfingen zu ertragen haben.

Durch den ungezügelten Ausbau der Bundesstraßen wurden nicht nur die Menschen in Hüfingen selber „eingesperrt“, sondern auch alle nicht geflügelten Wildtiere am Wandern gehindert. So wurde mit dem Ausbau der B31 ein Naturschutzgebiet, ein Wildtierkorridor und sogar die Stadt Hüfingen in zwei Teile geteilt.

Durch B31 zerschnittenes Naturschutzgebiet Deggenreuschen-Rauschachen

Fehlerhafte Wildtierkorridor Kartierung

Aus diesen Gründen fordern wir über die B31 eine Grünbrücke!

B31 als tödliche Sperre zwischen Hüfingen und Hausen vor Wald

Haarschnecken und Tigerschnegel

aktualisierter Beitrag vom 16. Juli 2021

Von den etwa 244 Arten Schnecken in Deutschland gibt es auf der Baar schon immer relativ wenig Vertreter, da die Tiere sehr kalkliebend sind. Dann wurden viele Arten durch die intensive Landwirtschaft, aber auch durch übereifrige Gärtner ausgelöscht. Wer also in seinem Garten Gift verwendet, sollte immer auch bedenken, dass nicht nur derjenige, der bekämpft wird von ihm ausgelöscht wird, sondern auch das Tier, das die Leiche frisst.

Dies bedeutet in der Konsequenz, dass sich das eigentlich bekämpfte Tier ungebremst vermehren kann. Dies sieht man wunderschön an der sogenannten Roten Wegschnecke, deren Fraßfeinde im Städtle fast komplett ausgelöscht wurden.

Tigerschnegel (Limax maximus)
– ernährt sich von den Eiern der Roten Wegschnecke

Schwarzer Schnegel (Limax cinereoniger)

Rote Wegschnecke (Arion vulgaris)

Die allermeisten Schnecken ernähren sich nicht von lebenden Pflanzen, sondern von Aas, abgestorbenen Pflanzenteilen oder auch Algen und Pilzen.

Ein besonders hübscher Vertreter ist die Haarschnecke. Von der Haarschnecke gibt es auch wieder einige Unterarten mit verschiedenen wechselnden Namen, sowohl auf deutsch als auch auf wissenschaftlich. Dies soll uns hier aber nicht sonderlich interessieren.

Bis jetzt war nur bekannt, dass es bei uns in den Wutachflühen Haarschnecken gibt.

Die Bilder aus dem Jahr 2021 sind wegen eines alten, mangelhaften plugins leider nicht mehr verfügbar.

Unten konnte ich im Jahr 2021 den ersten Fund einer Haarschnecke an der Breg zwischen Hüfingen und Bräunlingen nachweisen.

Dieses Tier und noch drei weitere konnten am 11.07.2021 auf einem blühenden Giersch gesichtet werden. Leider wollte das Tier nicht aus dem Haus rausschauen.



Wer mehr Schnecken gucken will, hier habe ich die Geschichte der Heideschnecken am Bahnhof in Hüfingen

Hüfingen und Ökologie

Im Juni hatte ich hier geschrieben, dass das Industriegebiet Palmhof unser Trinkwasser bedroht.

Dies ist nichts neues und ich möchte unten an den Beitrag von Professor Dr. Günther Reichelt erinnern, den er uns hierzu im Oktober 2019 noch geschenkt hatte.

Hüfingen und Ökologie
12.10.2019 von Professor Dr. Günther Reichelt

In Hüfingen soll eine der rund 20 Biogasanlagen im Städtedreieck, diesmal zu Füßen des Schellenbergs, beim Palmhof, erweitert werden. Das sei nötig „zur Versorgung der Gewerbegebiete Stetten und Niederwiesen“ lässt der Besitzer durch seinen Planer mitteilen. Damit wird eine Änderung des Flächennutzungsplans bzw. Bebauungsplans erforderlich, welche der Gemeindeverwaltungsverband vornimmt. Dabei sind alle wichtigen Belange – dafür und dagegen – zu prüfen und gegeneinander abzuwägen.

Sagt das Gesetz. Und so sollte es sein.

Dazu gehören folglich nicht nur die Absichten des Unternehmens, sondern auch ob tatsächlich Bedarf dafür besteht. Und natürlich zählen dazu auch mögliche Auswirkungen auf die Umwelt, etwa das Grundwasser, die Trinkwasserversorgung, die zunehmende Versiegelung durch weitere Bauwerke sowie mögliche Einflüsse auf das Gesamtgefüge der ökologischen Faktoren einer Landschaft. Mal ganz abgesehen vom Landschaftsbild.

Dazu sind Fachkenntnisse nötig und nachvollziehbar einzubringen. Etwa zur Ökologie: heute ein Modewort zu jedermanns beliebiger Verfügung. In Wahrheit eine außerordentlich komplizierte Wissenschaft, die allein uns Auskunft über die tatsächliche Belastung sowie die Belastbarkeit unserer engeren oder weiteren Umwelt geben kann. Als ausgewiesener Forscher und Lehrer dieses Fachbereichs steht mir diese Aussage zu.

Hat also die gebotene Abwägung stattgefunden?
Nun ja, der Planer (und Verkäufer?) hat den Bedarf aus seiner Sicht dargelegt. Das genügte offenbar, denn eine transparente Prüfung von anderer Seite unterblieb. Wohl brachte der anerkannte Naturschutzverband „BUND“ seine ausführliche schriftliche Stellungnahme zu den Auswirkungen der Maßnahme vor: fundiert und sachlich wohlbegründet mit Blick auf die gesamte Landschaft. Eingeschlossen die baulichen, die wasser- und landwirtschaftlichen Folgen. Sogar aus dem Gemeinderat waren einige warnende Stimmen zu hören, die auf die Trinkwassersituation, die Verdichtung durch Baukörper oder die Monotonisierung der umgebenden Landschaft, speziell durch vermehrten Maisanbau, verwiesen.

Doch das abwägende Gremium antwortete überwiegend mit Häme oder unterstellte, was so gar nicht behauptet worden war (Stichwort Anmoor). Der Planer (= Verkäufer?) beschwichtigte schließlich: alle negativen Folgen würden durch geeignete Maßnahmen vermieden. Das war’s dann.

Kein Wort zur Notwendigkeit der Erweiterung – Stichworte: Zukunft der Biogasanlagen im Kontext alternativer Energiequellen, welche Biomasse und woher? Welche Auswirkungen auf das gesamte ökologische Gefüge? Des Planers (und Verkäufer?) lakonische Zusammenfassung: wird alles berücksichtigt.

Denn da gibt es ja z. B. die „homepage“ von Hüfingen. Und die verspricht dem Leser unter dem (fragwürdigen) Begriff „Natur und Landschaft“ eine „großartige Natur- und Erholungslandschaft“, liegt die Stadt doch „inmitten einer weitgehend unberührten Naturlandschaft“. Folglich heißt es weiter: „Hüfingen fühlt sich in besonderer Weise der Ökologie und dem Umweltschutz verpflichtet“, und das sei Richtschnur „für jegliches Verwaltungshandeln.“
Ja, dann… alles „paletti“?

Aber da fällt mir das „Zentrallager Lidl“ ein, und ich denke an die einzigartigen Trollblumen, das Wollgras, den ehemals dort brütenden Kiebitz, oder an die Niederwiesen mit den verschlungenen Quellbächen zu Füßen des Schellenbergs und seine bunten Wiesen und Raine mit ihren botanischen Kostbarkeiten und vielfältigem Insektenleben.

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