Nicht nur für Hunde: Gewässer im Hochsommer meiden

Breg bei Bräunlingen

Gestern habe ich die Warnung von Donaueschingen gepostet:

Im Riedsee wurden jetzt auch Cyanobakterien gefunden!

Aus aktuellem Grund möchte ich das hier vom Juni wieder nach oben holen.

Ich dachte eigentlich, dass es im Kofenweiher länger geht, aber bitte geht auch dort nicht mehr schwimmen so lange es so warm ist. Wenn die Gewässer zu warm werden, wachsen oft Cyanobakterien. Diese sind umgangssprachlich als Blaualgen bekannt und können unter anderem auch ziemlich giftige Toxine produzieren.

Cyanobakterien

Cyanobakterien zeichnen sich durch ihre Fähigkeit zur oxygenen Photosynthese aus. Einige Cyanobakterien enthalten neben anderen Photosynthese-Farbstoffen blaues Phycocyanin und ihre Farbe ist deshalb blaugrün. Es gibt aber auch welche die kein Phycocyanin enthalten und daher nicht blaugrün gefärbt sind, von daher ist dies kein Zeichen für diese Bakterien.

Planktothrix rubescens, die Burgunderrotalge unter dem Mikroskop

Planktothrix rubescens, Burgunderrotalge aus dem Behlaer Weiher unter dem Mikroskop

Cyanobakterien sind als Prokaryoten nicht mit Algen verwandt, sondern zählen zu den ältesten Lebensformen überhaupt. Es sind mehr als 2000 Arten von Cyanobakterien bekannt und viele noch gar nicht beschrieben. Ich will jetzt hier nicht über Cyanobakterien dozieren, wer mehr wissen möchte, soll bei Wikipedia nachschauen: https://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien.

Worauf ich raus will ist, dass Cyanobakterien sehr unterschiedliche Toxine produzieren können, so das Neurotoxin BMAA (β-Methylamino-alanin). Bei einer Vermehrung von bestimmten Cyanobakterien, bei der sogenannten „Blaualgenblüte“, können Toxine wie BMAA in großen Mengen in das Wasser gelangen und das führt dann zu Vergiftungen.

Toxine im Gewässer

Es gibt also einiges im Wasser das Giftstoffe produzieren kann. Dies wird durch Regenmangel, Hitze und die Überdüngung beschleunigt. Es ist ja auch so, dass die Breg an vielen Stellen nicht sonderlich schnell fließt und gerade im Sommer auch Pfützen bildet und ganz austrocknen kann.

Breg bei Bräunlingen

Röthenbach bevor er in die Breg läuft

Verfaulender Krötenlaich durch überdüngtes Wasser

Es gibt also nicht nur das Gift, das durch den Menschen eingebracht wurde, sondern auch Bakterien die Toxine produzieren und jede Menge verschiedene Parasiten die sich bei Hitze wohl fühlen.

Giardia
(Dünndarm-Parasit)

Würmer und Wurmeier

Staphylokokken

In den letzten Jahren wurden schon einige Hunde krank vom Höhlensteinweiher. Dann können auch tote Tiere im Wasser liegen, wie der tote Biber der am Abzweig zum Steinerbächle (Mühlibach) verweste. Dies alles fördert sich ja nicht gerade die Qualität.

Steinerbächle beim Kraftwerk

Stadtbächle wird vom Steinerbächle (Mühlibach) abgeleitet

der sogenannte Flutkanal wird in Hüfingen zum Mühlibach

Der Hölensteinweiher wird im Sommer zum „Gärteich“

verwesender Biber am Abzweig Flutkanal


Bitte lasst im Sommer eure Hunde nicht aus dem Wasser trinken!
Ich empfehle auch Kleinkinder nicht unbedingt durch das Stadtbächle laufen zu lassen. Vor allem, wenn man kleine Wunden hat, kann dies schlecht ausgehen.


Unser Baggersee (Kofenweiher) und die Riedseen werden kontrolliert – trotzdem würde ich bei der Hitze aufpassen!

Das Strandbad an der Seemühle wurde übrigens deswegen in den 1950er Jahren geschlossen. Das Wasser war zu ungesund!


Passt auf euch auf!

Untersuchungen im April 2024 zu Glyphosat im Stadtbächle

Am 14. April hatte ich eine Wasserprobe aus dem Stadtbächle genommen und heute kamen die Ergebnisse.

Der ganze Prüfbericht ist weiter unten, hier die wichtigen Ergebnisse im einzelnen:

Das Abbauprodukt von Glyphosat AMPA ist deutlich erhöht im Wasser vom Stadtbächle.

Glyphosat und sein Hauptabbauprodukt AMPA (aminomethylphosphonic acid) adsorbiert an Ton und organischen Substanzen. Der verlangsamte Abbau durch Bodenmikroorganismen führt zur Akkumulation und später zu Auswaschung durch Regen. 

Die Halbwertszeiten (Zeit, in der die Hälfte der Substanz abgebaut ist) können für Glyphosat, je nach Temperatur und Bodenbedingungen, von 3 bis zu 240 Tagen und für AMPA von 78 bis 240 Tagen reichen, unter Umständen sogar bis zu 875 Tagen. (LfL Bayern)

Glyphosat

Gemäß § 12 Pflanzenschutzgesetz gilt: „(2) Pflanzenschutzmittel dürfen nicht auf befestigten Freilandflächen und nicht auf sonstigen Freilandflächen, die weder landwirtschaftlich noch forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, angewendet werden. Sie dürfen jedoch nicht in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern und Küstengewässern angewandt werden.“
https://www.gesetze-im-internet.de/pflschg_2012/__12.html

Wie Glyphosat wirkt hatte ich hier erläutert: https://hieronymus-online.de/efsa-sieht-glyphosat-nicht-kritisch/

Wasserprobe aus dem Stadtbächle
Stadtbächle wird vom Mühlebach abgeleitet
Über der Ableitung vom Stadtbächle
Stadtbächle fließt in die Breg
Stadtbächle fließt an der Feldwegbrücke in die Breg

Burgunderblut im Behlaer Weiher

Planktothrix rubescens, Burgunderrotalge im Behlaer Weiher

Am 23. Juli bekam ich die Fotos unten von unserem Biotopbeauftragten Johannes Geißler:

Vielen Dank an Johannes Geißler für die Fotos!

Gleich am Abend habe ich eine kleine Radtour gemacht, um eine Probe zu ziehen:

Probe ziehen am Behlaer Weiher

Probe aus dem Behlaer Weiher am Abend des 23. Juli 2025

Diese Probe habe ich mit dem Mikroskop angeschaut, um genau sagen zu können um wen es sich hier handelt:


Planktothrix rubescens, die Burgunderrotage unter dem Mikroskop
Planktothrix rubescens, die Burgunderrotage unter dem Mikroskop

Planktothrix rubescens, die Burgunderrotage unter dem Mikroskop
Planktothrix rubescens, die Burgunderrotage unter dem Mikroskop

Planktothrix rubescens, die „Burgunderblutalge“ unter dem Mikroskop

Der deutsche Name „Burgunderblutalge“ ist zwar sehr hübsch, aber Planktothrix rubescens ist keine Alge sondern es sind Bakterien, genauer gesagt Cyanobakterien. Ähnlich der sogenannten „Blaualgen“ die ebenso Cyanobakterien sind.

Burgunderblutalge

Planktothrix rubescens, die Burgunderrotage unter dem Mikroskop

Die „Burgunderblutalge“ mit dem wissenschaftlichen Namen Planktothrix rubescens ist ein millimeterlanges Cyanobakterium mit unverzweigten Zellfäden. Der Name kommt aus dem Griechischen von „im Wasser umherirrendes rötliches Haar“.*

Die typische rote Färbung entsteht aufgrund des rötlichen Phycoerythrins, einem Hilfspigment der Photosynthese.*

Die Burgunderblutalge kann Giftstoffe produzieren, die ins Wasser abgegeben werden, wenn die Zellen zerstört werden. Für Säugetiere sind sie giftig! Aber kein vernünftiger Mensch wird im Behlaer Weiher baden wollen.

Planktothrix rubescens, „Burgunderblutalge“ im Behlaer Weiher

Ihr Name verdankt die Burgunderblutalge einer Legende von der Schlacht bei Murten:
1476 besiegten die Eidgenossen in der Schlacht bei Murten das Heer von Karl dem Kühnen, Herzog von Burgund. Später wenn sich das Wasser des Genfersees rot färbte, glaubte die Bevölkerung, es sei das Blut der in der Schlacht gefallenen Burgunder. Dabei handelte es sich um die Burgunderblutalgenblüte.

Im Frühjahr 1476 marschiert Herzog Karl der Kühne in prachtvoller Rüstung mit seinem burgundischen Heer in Savoyen ein. Im Hintergrund der Genfersee. Abbildung aus der Amtliche Berner Chronik von Diebold Schilling.

Die Schlacht von Murten
Im Frühjahr 1476 marschiert Herzog Karl der Kühne in prachtvoller Rüstung mit seinem burgundischen Heer in Savoyen ein. Im Hintergrund der Genfersee.

Abbildung aus der Amtliche Berner Chronik von Diebold Schilling.
Bern, Burgerbibliothek, Mss.h.h.I.3, p. 599 – Diebold Schilling, Amtliche Berner Chronik, Bd. 3
http://www.e-codices.ch/de/bbb/Mss-hh-I0003/599

Cyanobakterien

Cyanobakterien zeichnen sich durch ihre Fähigkeit zur oxygenen Photosynthese aus. Einige Cyanobakterien enthalten neben anderen Photosynthese-Farbstoffen blaues Phycocyanin und ihre Farbe ist deshalb blaugrün („Blaualge“) oder Phycoerythrin und ihre Farbe ist dann rötlich („Rotalgen“). Jeder kennt die Farben der verschiedenen Quellen vom Yellowstone Nationalpark, auch diese kommen von verschiedenen hitzebeständigen Cyanobakterien.

Cyanobakterien sind als Prokaryoten nicht mit Algen verwandt, sondern zählen zu den ältesten Lebensformen überhaupt. Es sind mehr als 2000 Arten von Cyanobakterien bekannt und viele noch gar nicht beschrieben. Ich will jetzt hier nicht über Cyanobakterien dozieren, wer mehr wissen möchte, soll bei Wikipedia nachschauen.

Worauf ich raus will ist, dass Cyanobakterien sehr unterschiedliche Toxine produzieren können, so das Neurotoxin BMAA (β-Methylamino-alanin). Bei einer Vermehrung von bestimmten Cyanobakterien, bei der sogenannten „Blaualgenblüte“, können Toxine wie BMAA in großen Mengen in das Wasser gelangen und das führt dann zu Vergiftungen.

Steinerbächle, Mühlibach, Steinersäge und das WKA Steiner Säge

Unter dem Wuhr auf der Gemarkung Bräunlingen gibt es ein Abzweig der Breg mit dem Namen „Flutkanal“. Hier fließt dann der sogenannte Gewerbekanal über den „Hermannswinkel“ und wird dann auf einmal Steinerbächle genannt.


Steinerbächle kommt womöglich von der alten Steinersäge die dort mal stand. Laut Chronik war am 24. September 1777 das Sägewerk Scherzinger an einen Vorfahren des Gottlieb Steiner von Hüfingen verkauft worden. Zwei Wasserräder in der Steinerschen Anlage dienten einst dem Betrieb einer Walkerei und einer Sägemühle. Sie wurden am 1. Dezember 1903 mit Genehmigung des Bezirksamtes Donaueschingen durch eine Turbine ersetzt.

Steinersäge aus der Chronik von Hüfingen (1984) gezeichnet von Franz Wintermantel.
Steinersäge aus der Chronik von Hüfingen (1984) gezeichnet von Franz Wintermantel.

Steinersäge, bzw. Sägewerk Scherzinger vielleicht 1950

Fotos: Karl Schweizer

Die Steinersäge ist irgendwann nach 1984 abgebrannt. Bei Karl Schweizer im Fotoalbum heißt sie Sägewerk Scherzinger.


Vermutlich heißt das Gewässer erst Gewerbekanal, dann Steinerbächle (wo die Säge war) und dann ab der Brücke Mühlebach.

Wasserkraftanlage

Im trockenen Jahr 2003 gab es ziemlich Ärger, weil der Kanal leer gelaufen war und deshalb die Fische darin elendig gestorben sind. Seit da macht man es besser und schaut, dass zumindest der Kanal voll bleibt. Deshalb wird dann auch das Kraftwerk aus geschaltet. Der Nachteil bei der Geschichte ist, dass die Breg beim Römerbad im Jahr 2022 total ausgetrocknet ist und die Fischer dort die Fische retten mussten.

Wasserkraftanlage

WKA Steiner Säge

12. August 2022

Gewerbekanal mit Kraftwerken


An diesem Kanal sind zwei Wasserkraftwerke. Einmal das beim Fußballplatz und das andere beim Landesheim. Das am Landesheim heißt „WKA Steiner Säge“.

Landesheim 1988.
Fotos von Karl Schweizer

Kanal mit WKA Steiner Säge

Das 1. internationalen Workcamp in Hüfingen war ein voller Erfolg!

Plakat von der IBG

Nächstes Jahr im Oktober wird es ein 2. internationales Workcamp in Hüfingen geben und wir freuen uns jetzt schon darauf.

Vielen Dank an den Tennisclub mit Gerhard Tobisch und die Stadt Hüfingen, insbesondere den Bauhof und Bürgermeister Patrick Haas, für die großzügige Unterstützung!

Gestern haben wir den Biber in die Gemeinderatssitzung gebracht und alle Fotos können auf unserer Webpage angeschaut werden.

Internationales Workcamp Hüfingen



Für alle die es noch nicht mitbekommen haben:

Vom 04.-20. Juli 2025 war hier ein internationales Workcamp.

Das zweiwöchige Workcamp verband praktischen Naturschutz mit gelebtem interkulturellem Austausch. Die Teilnehmenden kamen aus unterschiedlichen Ländern, wie Finland, Spanien, Frankreich, Slowakei, Griechenland, Ukraine, Tschechien, Italien und sie waren im Tennisheim untergebracht.

Mehr auf unserer Webpage:

Kunstrasen für den Fußball, Essen für die LRS vom FFA, Telelader, Feuerwehrgerätehaus, Hubarbeitsbühne, Straßensanierung Opferdinger Straße, Forstwirtausbildung, Sozialpreis

Hier geht es um die Gemeinderatssitzung am 24. Juli 2025.

18:10 Uhr Ausschuss für Umwelt und Technik

Bauantrag Nr. 25/2025
Errichtung einer Agri-Photovoltaikanlage mit Batterien zur Erzeugung, Speicherung und Einspeisung von elektrischer Energie in Sumpfohren. Der Ortschaftsrat von Sumpfohren hat zugestimmt und auch der Gemeinderat mit einer Enthaltung.

Bauantrag Nr. 26/2025
Neubau eines Wohnhauses mit Garage in Fürstenberg.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Das erste Haus in dem unseligen Baugebiet. Spannender Weise fast an der Schweinefabrikanlage. Ob die vorher die Winde gemessen haben? Immerhin wurden auf dem Bauplatz nicht vorher illegal Bäume abgesägt.

Bauantrag Nr. 27/2025
Dachsanierung mit Loggia in Hüfingen. Es wird einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 28/2025
Umbau und Sanierung eines Einfamilienhauses mit Unterkellerung und Neubau einer Doppelgarage in Hüfingen. Es wird einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 31/2025
Erweiterung der bestehenden Untergeschoss-Wohnung in Fürstenberg.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 32/2025
Anbau an bestehendes Wirtschaftsgebäude (Lagerhalle) in Hausen vor Wald.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 33/2025
Errichtung einer ortsveränderlichen Zelthalle in Leichtbauweise in Hüfingen.

Der Gemeinderat hat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 34/2025
Erweiterung des bestehenden Wohn- und Geschäftshauses durch Anbau und Umnutzung der landwirtschaftlichen Einstellhalle in Sumpfohren.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 35/2025
Anbau landwirtschaftliche Halle in Behla.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 37/2025
Erweiterung einer bestehenden Freiflächenphotovoltaikanlage in Hüfingen.
Der Ausschuss möchte erst eine Abklärung mit dem Landratsamt, ob es einen Präzedenzfall geben würde. Dies soll geprüft wurden und im September nochmal vorgelegt werden.
Es wird beschossen dies auf 25. September zu verschieben.

Bauantrag Nr. 38/2025
Errichtung einer Eingangsüberdachung in Hüfingen.
Der Gemeinderat hat einstimmig zugestimmt.

Es gibt keine Fragen vom Ausschuss.

Biber in der Gemeinderatssitzung

Sitzung des Gemeinderates – 24.07.2025 – 18:30 Uhr

TOP2
Bürgerfragestunde

Keine Fragen, obwohl fast 60 Leute da sind.

TOP3
Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen

Die Freiwillige Feuerwehr hat Ehrenmitglieder beschlossen.

TOP4
Antrag der Hüfinger Fußballvereine auf finanzielle Beteiligung von Kunstrasenplätzen

Die Fußballvereine FC Hüfingen e.V. und SV Mundelfingen e.V. beantragen jeweils eine finanzielle Beteiligung der Stadt Hüfingen zur Umwandlung ihrer bestehenden Rasenplätze in moderne Kunstrasenplätze.

Die Vereine planen, einen wesentlichen Teil der Finanzierung eigenverantwortlich zu stemmen. Eine
finanzielle Beteiligung der Stadt könnte durch eine pauschale Kostenbeteiligung erfolgen sowie ergänzend durch die Bereitstellung von Sachmitteln (z. B. Material, technische Unterstützung).
Die erheblichen finanziellen Auswirkungen seien im Rahmen der Haushaltsplanung allerdings ebenfalls sorgfältig abzuwägen und vom Gemeinderat ins Verhältnis zu den langfristigen Vorteilen für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger zu stellen.
Als Diskussionsgrundlage könnten die 400.000€ dienen, die aktuell für einen Platz in der langfristigen Haushaltsplanung vorgesehen sind. Diese wurden dem FC Hüfingen bei der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2024 unter der Bedingung zugesichert, dass ein gemeinsames Nutzungskonzept mit dem SV Mundelfingen und dem FC Hausen vor Wald erstellt wird.
Der FC Hausen vor Wald verzichtet auf einen eigenen Kunstrasenplatz, wenn die Nutzung des Kunstrasenplatzes in Mundelfingen und/oder Hüfingen sichergestellt wird. Dieser Aspekt sollte in der Diskussion zusätzlich berücksichtigt werden.
Neben der Entscheidung über die Anzahl der Plätze sind auch die Höhe der städtischen Finanzierungsbeteiligung sowie der zeitliche Rahmen eingehend zu beraten.
Die Vereinsvorstände werden im Gemeinderat die Projektvorstellungen und Konzeptionen persönlich präsentieren.

Der hintere Platz (2) soll umgewandelt und eingezäunt werden.

Die Kosten für die Umwandlung. Hier möchte ich auf die Kosten von 42.200 € für den Zaun aufmerksam machen.

Achtung!
Bevor ich über die Ansichten der Gemeinderäte berichte, kommt nun zuerst meine Meinung:

In Mundelfingen bin ich zwar noch nicht so oft vorbeigelaufen wie in Hüfingen, aber die paarmal sogar mit Hund und es hat mich keiner beschimpft, im Gegenteil. Auch war ich in Mundelfingen schon im Clubhaus auf einer Party eingeladen und ich schätze das Engagement in Mundelfingen für Parität und Inklusion ausserordentlich. Auch gibt es dort mehr Mitglieder als in Hüfingen.
Apropos Mitglieder, der TUS Hüfingen hat fast doppelt so viele Mitglieder wie der FC Hüfingen und Mundelfingen zusammen. Die Jugendarbeit vom TUS in der Stadt Hüfingen ist deutlich engagierter und die Sporthallen könnten sicher auch mal ein kleines Upgrade verkraften in den nächsten
Jahren.

Eine meiner Laufstrecken geht am FC Hüfingen vorbei und obwohl ich mich immer am Tennisplatz vorbei drücke, wurde ich auf deren Grundstück schon mehrfach blöd angemacht. Und zwar nie von den Tennis Spielern! Ich bin damit nicht alleine, auch andere haben mir davon berichtet.
Dazu kommt der Zaun, den der FC Hüfingen plant zu bauen, damit niemand mehr am Tennisplatz vorbei zum Römerbad laufen darf.

Der FCH besteht darauf alle Hüfingerinnen und Hüfinger des Wegerechtes zu berauben!
Und das mit unserem Geld!

Falls dies durchgesetzt wird, nehme ich den Handschuh auf. Ich werde nicht kampflos auf meine Laufstrecke verzichten wegen ein paar rücksichtslosen Fußballer!

Dann noch eine Anmerkung über die Vorlage in der steht:
 „Ohne Kenntnis des FCH hat der damalige Bürgermeister in der Versammlung am 5. April 2024
verkündet, dass im Haushaltsplan der Stadt Hüfingen für das Jahr 2027 Mittel von 400.000,- € für den Bau eines Kunstrasenspielfeldes in Hüfingen eingeplant wurden.“

Wie konnte der Ex so großzügig ohne Gemeinderatsbeschluss mit unserem Geld umgehen? Das schreit förmlich nach einem Wahlkampfgeschenk, das nicht funktioniert hatte und das wir jetzt ausbaden dürfen, wie so viele andere Schulden des Ex. Der Ex fühlte sich an Verträge seines Vorgängers nicht gebunden und hatte dies oft lautstark verkündet. Aber der Gemeinderat ist bisher immer Abmachungen gefolgt und das ist auch richtig so.


18:40 Uhr
Alle drei Vorstände vom FC Hüfingen, Mundelfingen und Hausen vor Wald sind anwesend und erläutern, was sie warum möchten. Hauptproblem sei das Wasser, das im Sommer immer mehr knapp wird und oft auch die Entnahme aus Bächen verboten ist. Auch reiche ein einziger Platz nicht für die vielen Gruppen, wie man in den Nachbarstädten sieht.

19:05 Uhr Meinung des CDU Fraktionssprecher:
Es handelt sich um ein großes Investitionsvolumen von 400.000 Euro und er drückt seine Hochachtung für die betriebswirtschaftliche Vereinsführung aus. Beide Kunstrasenplätze finden die Zustimmung der CDU Fraktion. Allerdings sorgt er sich über die Folgekosten. Die CDU hätte gerne eine zeitliche Streckung. Also Mundelfingen ab nächstes Jahr und FC Hüfingen erst in zwei, oder drei Jahren.
Er fragt nach der Umzäunung und ob die den Weg sperren wollen.

FC Hüfingen will den Weg sperren und besteht darauf.

19:13 SPD Fraktionssprecherin:
Bedankt sich für die gute Absprache und Zusammenarbeit. Die SPD steht hinter den zwei Plätzen. Sie betont aber, dass sich auch die SPD nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt festlegen will. Auch hätten die Gemeinderäte die Verantwortung für andere Vereine und möchte jetzt nichts versprechen.

19:06 Freies Forum Fraktionssprecher:
Hüfingen wird die nächsten Jahre rote Zahlen schreiben und es gibt jede Menge Investitionen und die Rücklagen werden angegriffen werden müssen. Jeder Verein hat Bedürfnisse und die Folgekosten sind nicht zu unterschätzen. Die Fraktion unterstützt nur einen Kunstrasenplatz.

19:20 LBU:
Ist auch für einen einzigen Platz und hat Bedenken wegen des Mikroplastiks.

Mikroplastik sei heute kein Problem, da andere Materialien benutzt werden.

Die LBU und CDU hätten gerne eine Formulierung für einen Beschlussvorschlag die auf den September vertagt wird. Der Gemeinderat stimmt zu im September über die Finanzierung für den FCH abzustimmen.

Der Kunstrasenplatz für Mundelfingen 2026 wird mit einer Enthaltung beschlossen.

TOP5
Neuvergabe der Essenslieferung für die Mensa der Lucian-Reich-Schule

Seit Beginn des Schuljahres 2018/2019 ist eine Firma aus Rheine Lieferant der Schulverpflegung. Die Menükomponenten werden tiefgekühlt angeliefert und vom Mensateam je Schicht regeneriert und ausgegeben. Das FF Altenpflegeheim Hüfingen hat gegenüber unserem Bürgermeister Interesse an einer Übernahme der Essensbelieferung für die Lucian-Reich-Schule signalisiert. Durch die neue Küche stehen beim FFA zusätzliche Kapazitäten für eine Belieferung der Schulmensa zur Verfügung. Die erforderliche Sachkunde, Erfahrung und das notwendige Personal zur zuverlässigen Versorgung sind vorhanden.
Der Gemeinderat hat der Verwaltung fraktionsübergreifend den Auftrag erteilt, die Möglichkeiten einer Vergabe der Essenslieferung an das FF Altenpflegeheim zu prüfen und in die Wege zu leiten. In der Folge wurde der bestehende Liefervertrag zum 31.08.2025 gekündigt.

Der Gemeinderat soll die Direktvergabe des Lieferauftrages für die Mensa an der Lucian-Reich-Schule ab 01.09.2025 für die Dauer von 12 Monaten zum Preis von 3,18 € netto je Mahlzeit an das FF Altenpflegeheim Hüfingen vergeben.
Die Verwaltung soll beauftragt werden, in der ersten Gemeinderatssitzung des Jahres 2026 über die Entwicklung der Essenszahlen, die Zufriedenheit der Nutzer mit dem Essen und die allgemeine Situation der Mensa an der LRSH zu berichten.

Der Gemeinderat stimmt dem einstimmig zu.

TOP6
Beschaffung eines Teleladers zur Beschickung des Schubbodens bzw. Bunkers für die Hackschnitzelheizung Bleichewiese

Bislang wurde der Bunker der Hackschnitzelheizung Bleichewiese von einem Bauhofmitarbeiter mit dem Schaufellader des Bauhofs befüllt (Stundenaufwand aktuell 10 Stunden/Woche). Der Schaufellader des Bauhofs ist aber bereits mit eigenen Arbeiten des Bauhofs ausgelastet.
Der Maschinen-Stundenaufwand für die Beschickung des Schubbodens steigt mit der Inbetriebnahme der neuen 2-MW-Hackschnitzelheizung weiter. Der Telelader ist besser geeignet für die Beschickung als der Schaufellader des Bauhofs. Der Telelader wird sowohl bei der Anlieferung als auch bei der
Beschickung des Schubbodens der Heizzentrale Bleichewiese eingesetzt werden.

Es soll eine Firma aus Rottenburg beauftragt werden einen Telelader zum Angebotspreis von
109.440,25 € netto zu liefern.

Der Gemeinderat stimmt dem mit zwei Enthaltungen zu.

TOP 7
Vergabe verschiedener Arbeiten für den Hackschnitzelkessel II am Standort Bleichewiese

Die Isolierarbeiten der Rohrleitungen für den Hackschnitzelkessel II soll an eine Firma aus Grosselfingen in Höhe von netto € 54.714,56 (inkl.2% NL) vergeben werden.

Die Bodenbelagsarbeiten-Epoxidharz für die Heizzentrale II am Standort Bleichewiese soll an eine
Firma aus Blumberg-Opferdingen in Höhe von netto € 22.407,00 vergeben werden.

Die MSR-Technik für den Hackschnitzelkessel II soll an eine Firma aus Hüfingen in Höhe von netto € 116.089 € vergeben.

Auch hier stimmt der Gemeinderat mit zwei Enthaltungen zu.

TOP 8
Erweiterung Feuerwehrgerätehaus Hüfingen – Vergabe von Bauleistungen

Eine Firma aus Hüfingen soll für die Fensterbauarbeiten in Höhe von 86.303,56 € brutto beauftragt werden.

Eine Firma aus Hüfingen soll für die Elektroarbeiten in Höhe von 293.368,62 brutto € beauftragt werden.

Eine Firma aus Hüfingen soll für die Heizungsbau- und Sanitärarbeiten in Höhe von 305.435,90 € brutto beauftragt werden.

Hier wird mit einer Enthaltung zugestimmt.


TOP9
Beschaffung Hubarbeitsbühne für den Bauhof

Für den Bauhof soll eine Hubarbeitsbühne für den Preis von 164.220 € brutto angeschafft werden.

Hier wird einstimmig zugestimmt.


TOP 10
Vergabe Straßensanierung Opferdinger Straße Mundelfingen

Der Gemeindeverbindungsweg von Mundelfingen nach Opferdingen befindet sich abschnittsweise in einem nicht mehr verkehrssicheren Zustand. Daher hat der Ortschaftsrat bereits im Jahr 2022 einen Haushaltsantrag für die Sanierung des Verbindungsweges gestellt.

Eine Firma aus Leipferdingen soll als wirtschaftlichster Bieter mit einer Angebotssumme von 44.688,90€ brutto beauftragt werden.

Auch hier wird einstimmig zugestimmt.

TOP 11
Reparaturvergabe Oberlichter Haus Schellenberg Lucian-Reich-Schule

An der Lucian-Reich-Schule sind im Lernhaus Schellenberg die Motoren der Oberlichter defekt und können nach vorangegangener Prüfung auch nicht wiederinstandgesetzt werden. Dies führt vor allem in den Sommermonaten zu einem Hitzestau in diesen Klassenzimmern und die Räume lassen sich hierdurch auch schlechter belüften.

Eine Firma aus dem Brigachtal soll für die Fensterbauarbeiten in Höhe von 26.608,99 € brutto beauftragt und eine Hüfinger Firma wird für die Elektroarbeiten im Rapportlohn beauftragt.

Dem wird auch einstimmig zugestimmt.

TOP 12
Forstwirtausbildung im Städteviereck

Die Kommunen Hüfingen, Bräunlingen, Blumberg und Donaueschingen im Städteviereck haben große Waldbestände in ihrem Eigentum. Damit verbunden gibt es für die umfangreiche Forstwirtschaft in jeder der Kommunen einen Forstbetrieb mit Revierleitern und Waldarbeitern.
In allen Städten gibt es unbesetzte Forstwirtstellen. Deshalb fanden Termine zwischen den Förstern, Bürgermeistern und der Verwaltung statt, um sich über die Möglichkeiten einer gemeinsamen Forstwirtausbildung abzustimmen. Dabei kristallisierte sich heraus, dass ein gemeinsamer Ansatz mit allen vier Kommunen auf der Südbaar am besten geeignet wäre.
Die Ausbildung von Forstwirten im eigenen Forstbetrieb hat viele Vorteile. So werden die Waldflächen, die handelnden Personen und Abläufe schon während der Ausbildung kennen gelernt. Die Erfahrung hat weiterhin gezeigt, dass auch die Bindung an den Ausbildungsbetrieb während der Ausbildung geprägt wird. Dadurch entsteht eine deutlich höhere Chance, dass die Auszubildenden den Forstbetrieben erhalten bleiben und somit freie Stellen besetzt werden können.

Wenn sich die Gemeinderäte der vier Kommunen für die gemeinsame Ausbildung aussprechen würden, wäre als nächstes die Anerkennung für die Ausbildung im Verbund zu beantragen. Dies ist erforderlich, damit die Auszubildenden in allen vier Kommunen gleichermaßen eingesetzt werden dürfen.
Die Auswahl in welcher Rechtsform ein solcher Verbund geführt werden könnte wird aktuell geprüft. Denkbar wäre hierbei die Gründung eines Zweckverbandes. Da die vier Kommunen bereits Mitglied des bestehenden Zweckverbandes Volkshochschule Baar sind, könnte es auch eine Überlegung sein, die Ausbildung als neuen Aufgabenbereich an diesen bestehenden Zweckverband anzugliedern. Weitere Details dazu sind im Projektverlauf noch abzustimmen.

In dieser Sitzung soll der Gemeinderat informiert werden und es werden die einzelnen Stellungnahmen hierzu eingeholt. Auch sollen die erforderlichen Mittel im Haushaltsplan 2026 bereitgestellt werden. Für die einzelne Kommune wäre im ersten Jahr mit einmaligen Kosten von rund 25.000,- € zu rechnen.

Meine Meinung hierzu ist, dass der Zweckverband Volkshochschule Baar zwar schon existiert, aber der momentane Geschäftsführer nicht die Kompetenzen hat, so etwas zu leisten. Seit seinem Antritt 2021 haben alle Mitarbeiterinnen, die konnten, das Weite gesucht und er hat die VHS ideologisch geprägt. Vielleicht wäre die Forstwirtausbildung eine gute Gelegenheit, einen neuen Zweckverband zu gründen und den der Volkshoschule Baar aufzulösen. Somit hätte man auch das hierfür nötige Geld frei – sogar das Doppelte!
Eigentlich wäre auch der Kreis für so etwas zuständig, wir bezahlen ja nun wirklich genug Kreisumlage.

Es war der Amtsleiter vom Forstamt, Dr. Frieder Dinkelaker, da und hat die Fragen der Gemeinderäte detailliert beantwortet.

Alle Gemeinderäte stimmen dem zu.

TOP 13
Änderung der Richtlinie für die Vergabe des Sozialpreises der Stadt Hüfingen

Seit 2018 werden jährlich mindestens zwei PreisträgerInnen von der Jury aus den eingegangenen Vorschlägen ausgewählt und ausgezeichnet. Die Zusammensetzung der Jury ist in § 4 der Richtlinien für die Vergabe des Sozialpreises der Stadt Hüfingen geregelt. Diese Regelung über die Zusammensetzung der Jury soll geändert werden. Also es sollen noch mehr Männer in dieser Jury etwas zu sagen haben.

Meine Meinung hierzu ist eindeutig und ich bin froh hier und jetzt Gelegenheit zu haben, diese kund zu tun:

Es steht ausser Frage, dass alle bisherigen Sozialpreisträgerinnen und Sozialpreisträger diesen verdient haben. Alle haben großes geleistet und tun dies immer noch; auch ich habe mehrfach schon eine Dame vorgeschlagen von der ich hoffe, dass sie dieses Jahr endlich berücksichtig wird. Aber, jetzt kommt das Aber 🙂

Wir sind in Hüfingen ein Team und sollten endlich zusammen arbeiten. Es ist mir wichtig, dass nicht irgend welche Grüppchen gegen andere Grüppchen arbeiten. Der Sozialpreis zupft nun einen Menschen aus einem Grüppchen raus und lobt ihn. Diese Jury, egal in welcher Zusammensetzung und wieviele, wird wieder aus Männern bestehen die sich wichtig fühlen möchten. Ja, sie sind auch wichtig, da ihre Aufgabe sein wird Hüfingerinnen und Hüfinger rauszuzupfen die dann gesondert geehrt werden.

Wir sind ein Team! Bitte zupft keinen raus und ehrt ihn gesondert! Wie wäre es das Geld in eine gemeinsame Nachbarschaftsfeier zu investieren? Ein bunter Abend in der Stadthalle mit allen Ehrenamtlichen die kommen möchten?

Die CDU und SPD beantragen eine Vertagung da sie anscheinend die selben Überlegungen dazu haben wie ich. Also ich bin nicht alleine mit meinen Gedanken.

Es wird erst mal vertagt, da der Sozialpreis in dieser Form eh zu diskutieren ist.


Nachbarschaftshilfe

Die Veranstaltungen waren gut besucht und am 30. September ist die Kick-off Veranstaltung.

Bürgerenergiegenossenschaft

Für eine Bürgerenergiegenossenschaft soll es am 29. September eine Infoveranstaltung geben.

Großer Pazifischer Müllteppich

Great Pacific Garbage Patch

Da ich immer wieder über kuriose wissenschaftliche Untersuchungen stolpere, wollte ich hier einen kleinen Blogbeitrag über „Fun Facts“ eröffnen. Dies hat nichts mit Hüfingen zu tun, sondern soll eine kleine Sammlung von unnötigem, aber interessantem Wissen sein.

Den Beginn mache ich mit dem Müllteppich im Meer, dem

Great Pacific Garbage Patch

Der „Müllteppich“ ist eine Bezeichnung für die Ansammlung von Meeresmüll wie unten im Nordpazifik.

Great Pacific Garbage Patch

 Großer Pazifischer Müllteppich.
Foto:  National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)

Der Name „Pazifischer Müllteppich“ läßt vermuten, dass es sich bei diesem Gebiet um einen großen, zusammenhängenden Teppich aus Meeresmüll wie Flaschen und anderen Abfällen handelt – sozusagen eine Müllinsel, die auf Satelliten- oder Luftaufnahmen zu erkennen sein müsste. Dies ist jedoch nicht der Fall. Zwar finden sich in diesem Gebiet höhere Konzentrationen von Abfällen, doch besteht ein Großteil des Mülls aus kleinen, schwimmenden Plastikteilen, die mit bloßem Auge nicht sofort erkennbar sind.

Diese Müllteppiche galten lange Zeit als unbewohnt, da das Plastik und die treibenden Fischereigeräte zu schädlich für das Meeresleben waren. Doch Forscher haben in dieser Müllansammlung ein ganzes Ökosystem entdeckt. Es befindet sich in der Mitte des Teppichs und die Meeresbiologin Fiona Chong hat es erforscht.

Zu den häufigsten Bewohnern gehören: Porpita – auch „blauer Knopf“ genannt. Es ist ein kleines scheibenförmiges Tier mit Tentakeln und es ist eng mit Quallen verwandt.

Porpita
Foto: Bruce Moravchik (NOAA), Public domain, via Wikimedia Commons

Dann gibt es noch Segelquallen – auch „Windsegler“ genannt und Veilchenschnecken, diese Schnecken fangen Luftblasen ein, um sich über Wasser zu halten.

Segelqualle
Foto: Public domain, via Wikimedia Commons

Veilchenschnecke
Foto: Rebecca R. Helm. Image by Denis Riek., CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Diese und andere Organismen, die frei auf dem Wasser schwimmen, werden als Neuston, bezeichnet. Dies kommt vom Griechischen η πλωτή – das Schwimmende.

Neuston bildet untereinander ein Ökosystem und ein Nahrungsnetz. So fressen Veilchenschnecken Segelquallen und Porpita. Ein weiterer Räuber ist die Blaue Ozeanschnecke, auch Blauer Drachen oder Seeschwalbe genannt.

Blauer Drachen
Foto: Glaucus_atlanticus_1.jpg: Taro Taylor from Sydney, Australiaderivative work: dapete, CC BY 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by/2.0, via Wikimedia Commonsmmons

Chong merkt an, dass Porpita manchmal Partnerschaften mit kleinen Jungfischen eingehen, die dann gestresst sind, wenn sie von ihrem Porpita getrennt werden. Sie erkennen also ihren „eigenen“ Porpita. Außerdem sind Tiere wie der Sonnenbarsch, Seevögel und Meeresschildkröten dafür bekannt, dass sie Neuston fressen.

Trotz des Ökosystems sollte man nicht vergessen, dass der Müll im Meer vor allem tötet. Er tötet Schildkröten, Fische, Vögel und am Ende auch den Menschen.

Quelle: NPR, Shortwave vom 14.07.2025: Do you clean up ocean trash if it’s part of a vibrant ecosystem?

Zecken auf der Baar

Etwa zwanzig Zeckenarten kommen in Deutschland vor. Die Schildzecke Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus) ist dabei die deutsche Zeckenart, die am häufigsten Menschen befällt. Andere häufige Schildzeckenarten sind hier z. B. die Igelzecke (Ixodes hexagonus), die Schafzecke (Dermacentor marginatus), in Süddeutschland auch die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus). Weltweit die häufigste Art, die auch auf dem Menschen parasitiert, ist die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus), die in Deutschland wegen zu geringer Wärme aber nicht dauerhaft leben kann.

Zecken übertragen beim Zeckenstich aufgrund ihrer Lebensweise häufig Krankheitserreger zwischen den Wirten, ohne jedoch selbst zu erkranken. Es handelt sich dabei um mehr Arten von Krankheitserregern als bei jeder anderen parasitischen Tiergruppe. Auch Menschen sind durch Erkrankungen wie Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Babesiose, Ehrlichiose, Rickettsiosen oder Neoehrlichiose betroffen.

Borelliose

ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi oder verwandte Borrelien ausgelöst wird. Die in drei Stadien verlaufende Erkrankung kann verschiedene Organe in jeweils verschiedenen Stadien und Ausprägungen betreffen, speziell die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Bei dem dritten Stadium der Erkrankung könnte es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handeln. Die Infektion mit Borrelia burgdorferi kommt beim Menschen, verschiedenen Säugetieren und Vögeln vor, und sie geschieht in der Regel über einen Zeckenstich.

Bei einer Borelliose ist wichtig, dass sie korrekt diagnostiziert wird und dann möglichst schnell mit Antiobiotika behandelt. Die Prognose nach frühzeitiger antibiotischer Behandlung im ersten Stadium ist gut! Deshalb ist eine frühzeitig Diagnose wichtig.

Nach einer Borelliosefinfektion können rote Flecken auftreten.
Foto: James Gathany (CDC), Public domain, via Wikimedia Commons

Diese roten Flecken treten nur bei Borelliose auf!
Gegen eine Borelliose kann man nicht impfen!

Hier auf der Baar gibt es aber eine deutlich schlimmere Gefahr:

FSME – Frühsommer-Meningoenzephalitis – TBEV

Diese ist der Grund für meinen Artikel hier!

Endemiegebiete in Deutschland liegen vor allem in Baden-Württemberg, in Bayern, im südlichen Hessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen. Darüber hinaus sind einzelne Kreise in sechs weiteren Bundesländern betroffen. Eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete, eine Zusammenfassung der FSME-Epidemiologie in Deutschland und die FSME-Impfquotenwerden jährlich im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht: www.rki.de/fsme-karte

Karte der FSME-Risikogebiete 2022
veröffentlicht im Epidemiologischen Bulletin des RKI 9/2023

Erreger

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und verwandte Virusenzephalitiden werden durch ein Virus des Genus Flavivirus in der Familie der Flaviviridae verursacht. Weltweit gibt es drei relevante Virussubtypen mit hoher phylogenetischer und antigener Ähnlichkeit, die impfpräventabel sind.

Das heißt: Man kann impfen!

In Deutschland kommt der europäische Subtyp vor, der vor allem durch die Zecke Ixodes ricinus übertragen wird. Daneben gibt es auch einen fernöstlichen und einen sibirischen Subtyp, die in Europa im baltischen Raum und an der finnischen Küste sowie im asiatischen Raum vorkommen und dort von der Zecke Ixodes persulcatus übertragen werden. Tick-borne encephalitis (TBE) ist der englische Überbegriff für alle Virussubtypen; der deutsche Begriff „FSME“ bezeichnet die Erkrankung mit dem europäischen Subtyp.

In den FSME-Verbreitungsgebieten Deutschlands sind kleinräumig in sogenannten Naturherden ca. 0,1-5% der Zecken mit dem Virus infiziert.

Die o.g. Zecken können auch das Bakterium Borrelia burgdorferi übertragen, das zur Lyme-Borreliose führen kann. Diese Erkrankung tritt wesentlich häufiger als die TBE auf, da etwa 10-35% der Zecken mit Borrelien befallen sein können.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 7–14 Tage, in Einzelfällen bis zu 28 Tage.

Klinische Symptomatik

Der typische Verlauf einer FSME-Erkrankung ist biphasisch und beginnt mit unspezifischen, grippeähnlichen Beschwerden. Nach einem kurzen symptomfreien Intervall von bis zu einer Woche folgen die spezifischen neurologischen Manifestationen der FSME (Meningitis, Enzephalitis, Myelitis). Ein hoher Anteil der Infektionen (ca. 70–95%) verläuft jedoch asymptomatisch oder die zweite Krankheitsphase bleibt aus. Bei schweren Verläufen besteht insbesondere bei Erwachsenen die Gefahr von bleibenden neurologischen Ausfällen, in der Regel in Form von Paresen, aber auch von Anfallsleiden oder lange andauernden Kopfschmerzen. Diese Symptome können oft Monate nach der Erkrankung persistieren. Häufig kommt es jedoch selbst nach schweren Verläufen zur völligen Heilung. Schwere Krankheitsverläufe werden bei Erwachsenen häufiger beobachtet als bei Kindern. Bei ca. 1% der Erkrankten führt die Erkrankung zum Tod.

Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen

1. Präventive Maßnahmen

Expositionsprophylaxe

Ein wichtiger Grundsatz der Prävention der FSME und auch der Borreliose ist, Zeckenstiche nach Möglichkeit zu vermeiden.

Nach naturnahem Aufenthalt in Gebieten mit Zeckenvorkommen wird ein sorgfältiges Absuchen des Körpers nach Zecken empfohlen. Insbesondere bei Kindern können die Zecken am Haaransatz sitzen. Bei Zeckenbefall muss die Zecke umgehend entfernt werden. Dabei sollten möglichst alle Teile der Zecke entfernt werden, um eine Entzündung zu vermeiden. Hierzu greift man die Zecke mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument nahe der Hautoberfläche, also an ihrem Kopf (niemals am Körper!) und zieht sie langsam und gerade aus der Haut. Die Zecke sollte dabei auf keinen Fall vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden. Dies würde das Tier unnötig reizen und könnte dazu führen, dass es seinen Speichel und somit mögliche Infektionserreger abgibt. Nach Entfernung der Zecke ist eine sorgfältige Desinfektion der Wunde empfohlen. Falls der Tetanusschutz nicht (mehr) gegeben ist, sollte dieser aktualisiert werden.

Impfung

Die Immunisierung stellt einen wirksamen Schutz für potenziell gefährdete Einwohnerinnen und Einwohner und Besuchende von Risikogebieten dar.

Für die Grundimmunisierung sind drei Impfstoffdosen erforderlich. Auffrischimpfungen sind bei fortbestehender Exposition in Abständen zwischen drei und fünf Jahren erforderlich, je nach Alter und verwendetem Impfstoff (siehe Fachinformationen).

Weitere Informationen finden Sie in den Antworten auf häufig gestellte Fragen zur FSME-Impfung.

Bitte, lassen Sie sich und Ihre Kinder impfen!

Foto: Wikimedia/Scott Bauer, Agricultural Research Service of USDA

Neues vom Leänedli

aktualisierter Beitrag, 1. Version am 15. August 2024

Die St. Leonhardskapelle dürfte wohl eine der ältesten Kapellen der Baar sein. Sie wurde 1479 erbaut und ist eine Stiftung der Brüder Konrad und Burkhard von Schellenberg und von Hüfinger Bürgern.

Karte aus dem Jahr 1664 von Hüfingen, Behla und Sumpfohren.

Karte von Martin Menradt aus etwa 1661.
Rechts sieht man am Rand das Leänedli.

Vielen Dank an Dr. Jörg Martin für das Foto!

Karte aus dem Jahr 1664 von der Baar

Aus dem Jahre 1620 stammt die „Bräunlinger mappa“, in der die Territorialgrenze gegen Bräunlingen hervorgehoben ist. Sie enthält auch den westlichen Teil der Gemarkung Hüfingen.
Die Schächerkapelle, das Leprosenhaus, St. Leonhard, das Schützenhaus, die Seemühle und der Galgen sowie der Behlaer Weiher sind hier richtiger eingetragen als in der Landtafel der Baar.
Verzeichnet sind auch das Scharfrichterhaus und der Weg nach Behla.**

Landtafel der Baar von Hiffingen mit Schützenhaus und Stadtkirche. Die beiden Stadttore und überdimensional auch die Nikolauskapelle. Die Nikolauskapelle stand etwa da, wo der Garten der Stadtapotheke war und wurde 1788 abgerissen (Nikolausgasse).
Merkwürdigerweise fehlen die beiden Schlösser. Willkürlich ist die Bebauung innerhalb der Stadt gestaltet. Auf der Donaueschinger Stadtseite lagen eingezäunte Grundstücke (Gärten). Besonders ins Auge fällt ein Wegkreuz etwa auf dem Platz der nachmaligen Lorettokapelle. Weniger Sorgfalt als in der »Bräunlinger Mappa« wurde auf den Breglauf, die Wege und die topographisch richtige Lage der St. Leonhardskapelle und des Scharfrichterhauses (zwischen Kapelle und Wegkreuz) gelegt, das westlich der Dögginger Straße erbaut war.*

Eine alte Pergamenturkunde berichtet, dass im Jahre 1479, am Samstag vor dem St. Nikolaustag, die Gebrüder Konrad und Burkhard, Ritter von Schellenberg, und die Bürger zu Hüfingen die Kapelle, „vor der Bruck gelegen“, weihen ließen zu Ehren des hl. Lienhard und „am 19. Dezember 1630 wurde das Glöcklein von St. Leonhard geweiht.“*


Vielen Dank an den Mesner Artur Lehnert für das läuten der Glocke!


Die Außenwände der Kapelle sind mit einer Kette umzogen, an der sechs Hufeisen hängen, weil St. Leonhard der Patron der Fuhrleute ist. Sie gelten als „aneinandergereihte Danksagungen“ an den Patron aller angeketteten Wesen, der Gefangenen und der Stalltiere. Daß die Kette von einem Fuhrmann als Dank für die Rettung aus der Hochwasser führenden Breg gestiftet wurde, darf wohl als Sage gelten, da ja die Mehrzahl der Leonhardskapellen mit Ketten versehen sind.



St. Leonhard lebte im 6. Jahrhundert, gehört zu den 14 Nothelfern und ist der Patron der Fuhrleute.

König Theodebert erlaubte St. Leonhard, dass er sich den Gefangenen annahm. Daran hatte bisher noch kein Mensch gedacht, dass Sträflinge auch Seelsorge brauchen. Leonhard sorgte für Gerechtigkeit im Strafvollzug, erwirkte Befreiung für Unschuldige und nahm sich besonders der Strafentlassenen an. Diese mußten wieder Boden unter die Füße bekommen, sonst gerieten sie auf neue Abwege. Er ließ sich Land schenken, stellte seine Schützlinge mit Spitzhacken und Spaten hin, lehrte sie roden und siedeln und wirtschaften. Nach ein paar Jahren waren sie ordentliche Menschen.*

Der Merowingerkönig Chlodwig I. wollte seinem früheren Höfling Leonhard, weil er so tüchtig war, ein Bistum besorgen; aber dem Demütigen stand der Sinn nicht darnach. Er ging in das Kloster Micy bei Orleans und nahm dort den Habit. Als er auch daselbst nach einiger Zeit selber den Stab führen sollte, machte er sich davon und suchte in einem Wald bei Limoges die Einsamkeit auf. Das Regieren Lag ihm nun einmal nicht, er wollte dienen.*

Er selber blieb in der Einsamkeit, aber mit der Zeit gesellten sich ihm Brüder bei. Man baute Zellen und eine Kapelle; der Anfang zum Kloster Noblat, später Leonhardskloster genannt, war gemacht. Als Gründer dieses Klosters wurde er trotz seines Sträubens zum Abt gewählt, man übergab ihm den Abtsstab.

Lucian Reich erwähnt in seinen Schriften, dass in der hiesigen Leonhardkapelle, im „Leänedli“, wie sie geheissen wird, jeweils vor dem Auftrieb des Viehes auf die verschiedenen Weiden Gottesdienste gehalten wurden.

Die Legende besagt, es seien durch das Gebet des heiligen Leonhard oder auf seine Anrufung hin auf wundertätige Weise die Ketten zahlreicher Gefangener zersprungen.

Der heilige Leonhard im Leändeli

Leonhard von Limoges, auch Leonhard von Noblat († 559), war ein fränkischer Adelssohn, der am Hof der Merowinger erzogen wurde; später lebte er als Eremit. Er ist einer der 14 Nothelfer. Sein Gedenktag ist der 6. November.

Der Heilige Leonhard in der Kapelle von der Lochmühle.
Die Kapelle wurde 1805 zum Gedenken, der beim Hochwasser 1804 Ertrunkenen, gebaut.

St. Leonhard von 1310 im Würzburger Dom.
Foto: Andreas Faessler, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Lochmühle

Die Statue in der Kapelle stellt St. Leonhard mit einer Kette mit Handschelle und Schloß und mit dem Abtsstab dar.

Der heilige Leonhard, zunächst Schutzpatron der Gefangenen wird auch als „Kettenheiliger“ bezeichnet. Der Kettenheilige wird von Bauern, Stallknechten, Fuhrmannsleuten, Schmieden und Schlossern sowie Obsthändlern und Bergleuten angerufen. Er gilt auch als Helfer von Wöchnerinnen, bei Kopfschmerzen sowie Geistes- und Geschlechtskrankheiten.***

Der Altar im „Leänedli“ stammt aus der wegen Baufälligkeit im Jahre 1788 abgebrochenen St. Nikolauskapelle. Das Altarbild, gemalt 1748 von Johann Pünner, einem heute unbekannten Maler, trägt oben die Inschrift:

„St. Leonhard und St. Nikolaus, bittet für uns.“

Besonders in Bayern, wo Leonhard der Liebling der Bauern vor allen andern Heiligen ist, wird sein Fest am 6. November recht feiertäglich begangen. In vielen Orten finden alljährlich die Leonhardifahrten statt. Über fünfzig Wagen in hochfestlichem Aufputz bilden in Tölz die freudige Prozession. Die Jungfrauen fahren in einer besonders schönen „Truhe“, im Dirndelwagen. Die Burschen und Männer aber reiten nach der Umfahrt den Kalvarienberg hinauf, nehmen am Gottesdienst teil, traben dreimal um die Leonhardikapelle herum und stellen sich dann zur Pferdesegnung auf.*

„St. Leonhard vorm Himmelstor,
wir reiten dir die Rosse vor.
Einst kommen wir zu Fuß herauf,
halt uns dann deine Hände auf!“

St. Leonhard von Franz Wintermantel 1972 aus Mii Boor – Mi Hoamet von Gottfried Schafbuch

Epitaph der Familie des Obeamtmanns Baur

Der Friedhof hinter der Kapelle wurde im Jahre 1629 vom Abt Georg Gaisser des Beneditinerklosters St. Georgen geweiht, da der Friedhof an der Stadtkirche für den 30-jährigen Krieg und die vielen Hexenverbrennungen zu klein wurde. Im Jahr 1772 wurde der Friedhof bei der Stadtkirche aufgegeben und der Friedhof hinter der Kapelle wurde 1806 und 1861 erweitert.

*nach Gottfried Schafbuch in Mii Boor – Mi Hoamet (1972)
** nach der Chronik von Hüfingen von August Vetter (1984)
*** nach Wikipedia

Königsfeld, ein Vorbild für Hüfingen!

Buch 50 Jahre Königsfeld

Im Jahr 2020 hatte ich Königsfeld erwähnt, da dort eine, für den Schwarzwald-Baar Kreis ungewöhnliche Transparenz herrscht. Also ich schrieb:
„Als leuchtende Vorbilder möchte ich Königsfeld, Mönchweiler und auch St. Georgen und Donaueschingen erwähnen.“

Königsfeld 2020


Von der Webpage aus dem Jahr 2020.
Die Webpage von Königsfeld wurde 2023 neu aufgestellt

In Sachen Transparenz hat sich hier seit 2020 sehr viel getan. Nicht nur weil sich Hüfingen Sachkenntnis aus Mönchweiler in Städtle holen durfte, sondern natürlich auch wegen des Hieronymus.

Königsfeld hat jetzt ein Buch heraus gegeben über 50 Jahre Gesamtgemeinde Königsfeld:



Ein halbes Jahrhundert Gesamtgemeinde Königsfeld
Bewusst gemeinsam gestalten!

Buch 50 Jahre Königsfeld



Chronik Königsfeld
347 Seiten Festeinband
Gemeinde Königsfeld VK 35 €


Königsfeld hat um die 6.000 Einwohner und umfasst neben dem Kernort auch fünf Ortsteile: Buchenberg, Burgberg, Erdmannsweiler, Neuhausen und Weiler.

Königsfeld konnte also ganz alleine eine Chronik stemmen – vermutlich bezahlt es auch nicht über 40.000 € an eine tendenziöse VHS.

Karte aus dem Jahr 1620 von der Baar

Landkarte der Baar von 1620
Foto: Dr. Jörg Martin, FF-Archiv Donaueschingen.

Ein halbes Jahrhundert Gesamtgemeinde Hüfingen

Seit 1. April 1970 Sumpfohren.
Seit 1. Januar 1972 Behla.
Seit 1. Januar 1972 Fürstenberg.
Seit 1 .März 1972 Hausen vor Wald.
Seit 1. Januar 1975 Mundelfingen.

Fürstenberg
Hausen
160227 Mundelfingen


Lieber Gemeinderat von Hüfingen:
Wie wärs?

Wie das alte Krankenhaus zum Kunsthotel und dann zu Wohnungen wurde

Das Künstlerhotel 1998

aktualisierter Beitrag

Heute erinnern sich nur noch wenige: In Hüfingen gab es mal ein Krankenhaus.

Am 14. Juli 1844 beschloß die Stadt vom Fürstenhaus das 1832 erstellte Ökonomiegebäude des aufgehobenen Gutshofes an der Bräunlinger Straße für 6000 fl. zur Einrichtung eines Armenhauses zu kaufen. *

Die Stadt ging an die Ausführung des Bauplanes, ohne die behördliche Genehmigung einzuholen, und stellte das umgebaute Haus 1846 fertig. Auch jetzt blieb eine Ökonomie im nördlichen Teil des Hauses erhalten. Ein Brandgiebel trennte sie vom Wohnteil. Tatsächlich wurde eine Krankenabteilung eingebaut und das Haus als Armen- und Krankenhaus bezeichnet.*

Das ehemalige städtische Krankenhaus war zuvor herrschaftlicher Gutshof.
Foto etwa 1940*

Mit der Zeit stieg die Bedeutung als Krankenhaus, während die Funktion als Armenhaus in den Hintergrund zu treten begann, und mit dem Absinken des Vermögens des Armenfonds ging die Trägerschaft ganz auf Hüfingen über.

Im Jahre 1929 zählte man im Städtischen Krankenhaus Hüfingen 37 Betten, unter denen sich 2 Kinderbetten, 2 Wöchnerinnenbetten und neun Betten für Pfleglinge befanden. Unter dem Personal befanden sich 5 Schwestern der Barmherzige Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul (Vinzentinerinnen).*

Als Vorsteherinnen des Krankenhauses Hüfingen ließen sich feststellen:

Schwester Rosine von 1865 – 1902.
Schwester Flavia von 1902 – 1910.
Schwester Markina (Sofie Zimmermann), geb. am 15. 6. 1857 in Bräunlingen, bis 8. 2. 1917.
Schwester Erasma (Anna Engist), geb. am 10. 2. 1867 in Endingen, vom 1. 4. 1922-29. 11. 1922.
Schwester Barnabas (Anna Söhner), geb. am 8. 7. 1868 in Waldmühlbach/Mosbach, vom 29. 11. 1922-12. 8. 1925.
Schwester Hermengild (Rosa Riesler), geb. am 26. 2. 1869 in Oberwinden, vom 13. 8. 1925-25. 7. 1928.
Schwester Natalia (Franziska Riede), geb. am 5. 10. 1874 in Riedheim/Engen, vom 26. 7. 1928-14. 9. 1949.
Schwester Felizitas vom 15. 9. 1949-




Schwester Mathilda 1964

Dr. Erwin Sumser wurde am 1. Oktober 1920 sogenannter „Kassenarzt“. Nach der Einberufung von Dr. Erwin Sumser wurde im August 1944 Assistenzärztin Dr. Maria Fritz nach Hüfingen not-dienstverpflichtet. Sie erwarb sich die Achtung der Einwohnerschaft durch ihr mutiges Verhalten während der Luftangriffe auf Hüfingen und bei der Behandlung der Verletzten und Verwundeten.


Am 1. Januar 1971 sah sich die Stadt gezwungen, das städtische Krankenhaus zu schließen. Aus Altersgründen waren die drei Ordensschwestern gezwungen, ihren Dienst aufzugeben, und so kündigte das Mutterhaus der Vincentinerinnen den Vertrag.

Das moderne Kreiskrankenhaus in Donaueschingen war im Bau und schließlich zeigte es sich, daß die dringenden Instandhaltungsarbeiten Ausgaben in Höhe von 100000 DM erforderlich gemacht hätten.

So wurde das bisherige Krankenhaus mit 26 Betten ab 1. Dezember 1971 an das F.F. Sägewerk verpachtet und darin Werksangehörige untergebracht.

Das alte Krankenhaus in den 1970ern

Fotos: Karl Schweizer

Kunsthotel

Mitte der 90er Jahre sollte aus dem ehemals alten Krankenhaus, das der Sparkasse Donaueschingen gehörte, ein Kunsthotel entstehen, das kreative Urlauber anlocken sollte.

Nachdem (1994) ein Blitz in das Hotel einschlug, begann ein finanzielles Desaster und der Investor musste 1999 aufgeben und verabschiedete sich mit sehr vielen Schulden nach Luxemburg.

Kunsthotel nach dem Blitzeinschlag 1994

Das Künstlerhotel 1998

Kunsthotel im April 2005 vor dem Abriss

Kunsthotel im April 2005

Neubauten im März 2005

Das „Atelierhaus“ im März 2005

Im Frühjahr 2006 wurde das zerfallene Hotel abgebrochen.

Töpferweg 2006

Das Kunsthotel wird 2006

auf den Bauplätzen vergraben.

Der Bauschutt vom Abriss ist dann auf wundersamer Weise unter dem neuen Baugebiet erschienen und musst dann von den neuen Besitzern kostenpflichtig entsorgt werden. Es sind also nicht nur die Landwirte die alte Schweine- oder Kuhställe vergraben. Die Stadt ist hier gerne Vorbild.

Über alte Fotos und Infos in den Kommentaren, freue ich mich!

*Chronik von August Vetter, 1984

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