Spaziergang über den Friedhof zu Allerheiligen

aktualisierter Beitrag, 1. Version war am 02. April 2021

St. Leonhardkapelle
31. Oktober 2025
Mond über dem Kreuz und Friedhofsmauer mit Baum
31. Oktober 2025
Mond über dem Friedhof mit Kerzen
31. Oktober 2025
St Leonhardt
31. Oktober 2025
Leonhardskapelle bei Nacht
31. Oktober 2025
Leonhardtskapelle bei Nacht
31. Oktober 2023

Spaziergang über den Friedhof

Die Kette mit den 6 Hufeisen an der Leonhardskapelle befindet sich trotz aller Sagen wohl dort, weil an so gut wie allen Leonhardskapellen Ketten sind. St. Leonhard lebte im 6. Jahrhundert (starb wohl 559) und gehört zu den 14 Nothelfern – er ist der Patron der Fuhrleute. Die Kette gilt als „aneinandergereihte Danksagung“ an den Patron aller Wesen, der Gefangenen und der Stalltiere.

Die Statue in der Kapelle stellt St. Leonhard sitzend mit einer Kette mit Handschelle und Schloß und mit dem Abtsstab dar.

Ebenfalls vorne an der Leonhardskapelle (erbaut 1479 und gestiftet von Konrad und Burckhart von Schellenberg) kann man die verschiedenen Wasserpegel von Hüfingen bestaunen:


Der Friedhof wurde im Jahre 1629 vom Abt Georg Gaisser des Beneditinerklosters St. Georgen geweiht und wurde 1806 und 1861 erweitert. Problem war nicht nur, dass wegen des Dreißigjährigen Krieges der Friedhof bei der Stadtkirche zu klein wurde, sondern auch die ermordeten der sogenannten „Hexenverfolgung“ verscharrt werden mussten. Archivrat Franck meint 1872: “Wen mahnt es aber nicht an höhere Strafe und Gerechtigkeit, wenn er sich erinnert, daß über die Hüfinger Blutmenschen selbst schon am 15. Oktober 1632 das fürchterliche Blutbad durch die Würtemberger hereinbrach?

Aus dem Jahre 1620 stammt die „Bräunlinger mappa„, in der die Territorialgrenze gegen Bräunlingen hervorgehoben ist. Sie enthält auch den westlichen Teil der Gemarkung Hüfingen, die allerdings ungenau gezeichnet ist. Dagegen sind die Schächerkapelle, das Leprosenhaus, St. Leonhard, das Schützenhaus, die Seemühle und der Galgen sowie der große Weiher (Behlaer Weiher) richtiger eingetragen als in der Landtafel der Baar.
Verzeichnet sind das Scharfrichterhaus und der Weg nach Behla.
Karte aus dem Jahr 1664 von Hüfingen
Karte aus dem Jahr 1662 von Hüfingen von Martin Menradt

Siehe auch https://hieronymus-online.de/stadtwappen-hohentwiel-und-grenzsteine/

Landtafel der Baar von 1620 von Hiffingen mit Schützenhaus und Stadtkirche. Die beiden Stadttore und überdimensional auch die Nikolauskapelle. Die Nikolauskapelle stand etwa da, wo die Stadtapotheke war. Deutlich lassen sich die an die Stadtmauer gebauten Häuser erkennen.
Merkwürdigerweise fehlen die beiden Schlösser. Willkürlich ist die Bebauung innerhalb der Stadt gestaltet. Auf der Donaueschinger Stadtseite lagen eingezäunte Grundstücke (Gärten). Besonders ins Auge fällt ein Wegkreuz etwa auf dem Platz der nachmaligen Lorettokapelle. Weniger Sorgfalt als in der » Bräunlinger Mappa« wurde auf den Breglauf, die Wege und die topographisch richtige Lage der St. Leonhardskapelle und des Scharfrichterhauses (zwischen Kapelle und Wegkreuz) gelegt, das westlich der Dögginger Straße erbaut war.

Als Sinnbild der Vergänglichkeit kennt jeder die Rose, dabei ist der Efeu schon seit vorchristlicher Zeit das Sinnbild der Erlösung und des ewigen Lebens.


Epitaphien sind Grabinschriften für einen Verstorbenen an einer Kirchenwand oder in der Friedhofsmauer. Hier will ich einige zeigen und beginne aber erst mit der Mauer von German Hasenfratz in den 1970er

Friedhofsmauer von German Hasenfratz etwa 1970

Lucian Reich
Schriftsteller und Kunstmaler
26. Februar 1817 – 2. Juli 1900

Xaver Reich
Bildhauer
1. August 1815 – 8. Oktober 1881
Josepha Reich
geb. Elsässer
23. Aprlil 1823 – 19. November 1900

Johann Nepomuk Heinemann
Litograf
30. Mai 1817 – 22. Februar 1902

Karl Bromberger, Litograph
Ehernbürger der Stadt Hüfingen
1873-1965
Clara Bromberger, geb. Bölke
1871-1958

Durchbohrt von eines Mörders Hiebe.
Blieb CURTA noch ein Muster von Geduld.
Noch sterbend sprach er voll der Liebe.
Vergebet meinem Mörder seine Schuld.

Dieses Denkmal der Liebe weihet ihrem Gatten Vallentin Curta Handelsmann seine betrübte Witwe mit VIII. verzogenen Kindern. Geboren zu der H. Dreyfaltigkeit in Gressoney. Starb den IV. Oktober MDCCCV. im LIII. Jahr seines Alters. R.I.P.

Dieses Denkmahl der Einzigen Liebe und des oantbiex? andenkens seihen dir Sehrvermißten Curtaischen Kinder ihrer ? für ? und alle jene, die sehr herzlichen unvergeßlichen Mutter
Rosina Burkhard
verehelichten Curta deren Geist aus der zerbrechlichen irdischen Hülle zu der ewigen Stütze und zur fehgälich gewünschten wiedervereinigung zu ihrem vorangegangenen Gatten eille.
der 22. März 1808. eben als die das 40 e Lebensjahr angefangen hatte.
Gottes friede weh in Blumen düften Vater Mutter über Euer Gräber her.

Johann Franz Valentin Curta (Kurta im Stammbuch), Kaufmann aus Italien, * in „Dreifaltigkeit ind der Cresonai“ (=Gressoney am Monte Rosa). Gestorben in Hüfingen am 19.10.1805 . Er wurde von österreichischen Soldaten beim Plündern vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder niedergeschossen und drei Stunden später gestorben. Er war verheiratet mit Rosina Burkhard und sie hatten 12 Kinder. Ein Sohn Johann Franz Valentin Curta wurde Hirschenwirt und Johann Jakob Handelsmann.

Maria Franziska von Ehren
geb. D. IX. September gestorben D. 22 ANG. 1863
?

Denkmal
Ihrer Hochedelgebohrenen Frau Katharina Kletser gebohrene Bosch. Sie starb den 5. November 1815 im 40 Lebensjahr.

Lasset die Kinder zu mir kommen
Dem hoffnungsvollen Knaben
Ferdinand Fischerkeller
Geb. den 8. August 1818
Gest. 25 April 1828
Weihen dieses Denkmal seine trauernden Eltern

Hier ruht
Johann Babtist Fischerkeller
geboren zu Donaueschingen den 21ten August 1749.
gundler Kaplan zu Jungnau druch 13 – zu Kaseifingen G_ und endlich dazu ad 6. Blasium durch 26 Jahre ? seine irdische Laufbahn den 21 ten Juny 1852.
Gott gebe Ihm und allen ? dir Ewige ? Amen

Francisco Neser
Josepf Anton Heizman
Raul Stoerk

Ruhestätte des Hochwürdigen Herrn LOS. Benedict Rebsteix
(Pfarrer?)

2. von links: Maria Magdalena Nober geb. Moog 24. Juni 1765 – 14. Juli 1840

Dem Andenken Des Hochwürdigen Herrn
Benedici Merck
Des villino, Rur:Kap;Exdecans
Bischöf. Konk, geist. Raths, und durh 35 Jahrepfarrer dahier
Legte ab die Körperliche Hülle nach 7 Jahren Leiden den 21 May 1798 im 64 Alterjahre: Geweiht v. seinen Geschwistern.

In der Mitte das Epitaph eines Bäckers.
Die Brezel bindet die gesenkte Fackel des Todes ein.





Das von Franz Xaver Reich 1864 erschaffene Steinkreuz verbindet die Hauptachse des alten Friedhofsteiles mit dem neuen Teil.
Der obere Teil scheint neuer zu sein. Vielleicht weiß ja jemand wo sich das ursprüngliche obere Kreuz befindet?


Die Einsegnungshalle wurde 2007 vom damaligen Bürgermeister Anton Knapp zusammen mit dem Architekten Rolf Schafbuch mit einer großen „Lichterscheinung“ vom Hüfinger Künstler Emil Kiess neu gestaltet.

Das Glasfenster von Emil Kiess mit 6000 kleinen Glasplatten spiegelt den Friedhof wie ein Mosaik.


Ebenfalls bei der Einsegungshalle befinden sich die Grabplatten von Adolf Heer und Rudolf Gleichauf.



Adolf Heer Bildhauer geboren 13. September 1819 gestorben 29. März 1898

Grabstein Adolf Heer und Rudolf Gleichauf

Rudolf Gleichauf Historienmaler geboren 29. Juli 1826 gestorben 15. Oktober 1896

Die Grabstätte (Grabstein) von Adolf Heer und seinem Freund Rudolf Gleichauf ehemals auf dem Hauptfriedhof in Karlsruhe.

Nach dem Tode Adolf Heers veranlasste der Landschaftsmaler Wilhelm Klose, ein ehr vermögender Karlsruher Mäzen (Ehrenbürger der Stadt Karlsruhe), eine würdige Grabstätte für seine Freunde zu errichten. Die Ausführung lag in den Händen von Bildhauer Johannes Hirt, der ein langjähriger Mitarbeiter von Heer bei der Gestaltung des Kaiser-Wilhelm-Denkmal war. Auch die zwei Bronzereliefs von Heer und Gleichauf am Grabstein sind mit J. Hirt signiert. J. Hirt wurde vom Verlassenschaft -Gericht als Abwickler der noch nicht vollendeten Arbeiten von Heer bestimmt. Er wurde ein bekannter Bildhauer in Karlsruhe. Das Grabmal fand seinen Platz auf dem sogenannten „Hügel“, eine bevorzugte Lage mit Bäumen, Farnen und Stechpalmen – wahrscheinlich unter Denkmalschutz stehend.

Wenig verständlich erscheint ein Bericht im Südkurier im Jahre 1976, „Silberdisteln schmücken das gemeinsame Grab von A. Heer und R. Gleichauf, wo den Besuchern von der Friedhofsverwaltung erklärt wird: „Wir halten es für eine Selbstverständlichkeit und Pflicht, den Gräbern Heers und Gleichaufs unsere Aufmerksamkeit zu schenken“. Mit wenigen einprägsamen Worten wird die Bedeutung der Künstler skizziert: .. Heer und Gleichauf haben im vergangenen Jahrhundert mitgeholfen, die Züge des Kunstschaffens in Karlsruhe zu prägen“. Monate später wird dann in einem Schreiben an die Stadtverwaltung Hüfingen und wahrscheinlich auch Vöhrenbach angefragt, ob Interesse am Grabstein der beiden Künstler bestehe: „Das Grab wird aufgelöst.“ Die Stadtverwaltung Hüfingen holte den Grabstein, der jetzt bei der Aussegnunghalle und den Urnenstelen steht. Leider ist der Stein nur ein Torso, denn die kunstvolle Einfassung fehlt. Auch sollte die Inschrift erneuert werden.


Bildhauer Prof. Adolf Heer,
Sein Leben und seine Werke auf der Baar und dem Umland von Erich Willmann
Schriften der Baar 53, (2010)



Dr. Erwin Sumser
(8. Oktober 1891 in Merzhausen bei Freiburg im Breisgau als Erwin Josef Sumser – 22. Januar 1961 in Hüfingen).
Pionier des Naturschutzes.

Eva von Lintig
geboren 11. Juli 1931
gestorben 10. September 2023

Eva von Lintig
Ehrenbürgerin
11.07.1931 – 10. 09.2023

Max Gilly
Ehrenbürger und Bürgermeister
Träger des Bundesverdienstkreuzes
31.03.1921- 15.08.2006

Gottfried Schafbuch

De Goppfried Schafbuch
(* 3. Jänner 1898 z Hiifinge – 23. Oktober 1984)
isch e dytsche Dialäktdichter un Haimetforscher gsii.



German Hasenfratz
29.05.1923- 2008

Zita Hasenfratz
1926-2021


Hermann Felder (1772 – 1954)
Geistlicher Rat

Monsignore Hermann Josef Kast (01.09.1888 – 21.06.1967)
Ehrenbürger von Hüfingen und Rektor von Mariahof

Abschließen möchte ich diesen Spaziergang mit dem Hüfinger Künstlerkreis und dessen Gedenkstein von der Hüfinger Heimatzunft im Park gegenüber der Breg.

Für Ergänzungen und Tipps bin ich jederzeit dankbar!

Neues vom Leänedli

aktualisierter Beitrag, 1. Version am 15. August 2024

Die St. Leonhardskapelle dürfte wohl eine der ältesten Kapellen der Baar sein. Sie wurde 1479 erbaut und ist eine Stiftung der Brüder Konrad und Burkhard von Schellenberg und von Hüfinger Bürgern.

Karte aus dem Jahr 1664 von Hüfingen, Behla und Sumpfohren.

Karte von Martin Menradt aus etwa 1661.
Rechts sieht man am Rand das Leänedli.

Vielen Dank an Dr. Jörg Martin für das Foto!

Karte aus dem Jahr 1664 von der Baar

Aus dem Jahre 1620 stammt die „Bräunlinger mappa“, in der die Territorialgrenze gegen Bräunlingen hervorgehoben ist. Sie enthält auch den westlichen Teil der Gemarkung Hüfingen.
Die Schächerkapelle, das Leprosenhaus, St. Leonhard, das Schützenhaus, die Seemühle und der Galgen sowie der Behlaer Weiher sind hier richtiger eingetragen als in der Landtafel der Baar.
Verzeichnet sind auch das Scharfrichterhaus und der Weg nach Behla.**

Landtafel der Baar von Hiffingen mit Schützenhaus und Stadtkirche. Die beiden Stadttore und überdimensional auch die Nikolauskapelle. Die Nikolauskapelle stand etwa da, wo der Garten der Stadtapotheke war und wurde 1788 abgerissen (Nikolausgasse).
Merkwürdigerweise fehlen die beiden Schlösser. Willkürlich ist die Bebauung innerhalb der Stadt gestaltet. Auf der Donaueschinger Stadtseite lagen eingezäunte Grundstücke (Gärten). Besonders ins Auge fällt ein Wegkreuz etwa auf dem Platz der nachmaligen Lorettokapelle. Weniger Sorgfalt als in der »Bräunlinger Mappa« wurde auf den Breglauf, die Wege und die topographisch richtige Lage der St. Leonhardskapelle und des Scharfrichterhauses (zwischen Kapelle und Wegkreuz) gelegt, das westlich der Dögginger Straße erbaut war.*

Eine alte Pergamenturkunde berichtet, dass im Jahre 1479, am Samstag vor dem St. Nikolaustag, die Gebrüder Konrad und Burkhard, Ritter von Schellenberg, und die Bürger zu Hüfingen die Kapelle, „vor der Bruck gelegen“, weihen ließen zu Ehren des hl. Lienhard und „am 19. Dezember 1630 wurde das Glöcklein von St. Leonhard geweiht.“*


Vielen Dank an den Mesner Artur Lehnert für das läuten der Glocke!


Die Außenwände der Kapelle sind mit einer Kette umzogen, an der sechs Hufeisen hängen, weil St. Leonhard der Patron der Fuhrleute ist. Sie gelten als „aneinandergereihte Danksagungen“ an den Patron aller angeketteten Wesen, der Gefangenen und der Stalltiere. Daß die Kette von einem Fuhrmann als Dank für die Rettung aus der Hochwasser führenden Breg gestiftet wurde, darf wohl als Sage gelten, da ja die Mehrzahl der Leonhardskapellen mit Ketten versehen sind.



St. Leonhard lebte im 6. Jahrhundert, gehört zu den 14 Nothelfern und ist der Patron der Fuhrleute.

König Theodebert erlaubte St. Leonhard, dass er sich den Gefangenen annahm. Daran hatte bisher noch kein Mensch gedacht, dass Sträflinge auch Seelsorge brauchen. Leonhard sorgte für Gerechtigkeit im Strafvollzug, erwirkte Befreiung für Unschuldige und nahm sich besonders der Strafentlassenen an. Diese mußten wieder Boden unter die Füße bekommen, sonst gerieten sie auf neue Abwege. Er ließ sich Land schenken, stellte seine Schützlinge mit Spitzhacken und Spaten hin, lehrte sie roden und siedeln und wirtschaften. Nach ein paar Jahren waren sie ordentliche Menschen.*

Der Merowingerkönig Chlodwig I. wollte seinem früheren Höfling Leonhard, weil er so tüchtig war, ein Bistum besorgen; aber dem Demütigen stand der Sinn nicht darnach. Er ging in das Kloster Micy bei Orleans und nahm dort den Habit. Als er auch daselbst nach einiger Zeit selber den Stab führen sollte, machte er sich davon und suchte in einem Wald bei Limoges die Einsamkeit auf. Das Regieren Lag ihm nun einmal nicht, er wollte dienen.*

Er selber blieb in der Einsamkeit, aber mit der Zeit gesellten sich ihm Brüder bei. Man baute Zellen und eine Kapelle; der Anfang zum Kloster Noblat, später Leonhardskloster genannt, war gemacht. Als Gründer dieses Klosters wurde er trotz seines Sträubens zum Abt gewählt, man übergab ihm den Abtsstab.

Lucian Reich erwähnt in seinen Schriften, dass in der hiesigen Leonhardkapelle, im „Leänedli“, wie sie geheissen wird, jeweils vor dem Auftrieb des Viehes auf die verschiedenen Weiden Gottesdienste gehalten wurden.

Die Legende besagt, es seien durch das Gebet des heiligen Leonhard oder auf seine Anrufung hin auf wundertätige Weise die Ketten zahlreicher Gefangener zersprungen.

Der heilige Leonhard im Leändeli

Leonhard von Limoges, auch Leonhard von Noblat († 559), war ein fränkischer Adelssohn, der am Hof der Merowinger erzogen wurde; später lebte er als Eremit. Er ist einer der 14 Nothelfer. Sein Gedenktag ist der 6. November.

Der Heilige Leonhard in der Kapelle von der Lochmühle.
Die Kapelle wurde 1805 zum Gedenken, der beim Hochwasser 1804 Ertrunkenen, gebaut.

St. Leonhard von 1310 im Würzburger Dom.
Foto: Andreas Faessler, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Lochmühle

Die Statue in der Kapelle stellt St. Leonhard mit einer Kette mit Handschelle und Schloß und mit dem Abtsstab dar.

Der heilige Leonhard, zunächst Schutzpatron der Gefangenen wird auch als „Kettenheiliger“ bezeichnet. Der Kettenheilige wird von Bauern, Stallknechten, Fuhrmannsleuten, Schmieden und Schlossern sowie Obsthändlern und Bergleuten angerufen. Er gilt auch als Helfer von Wöchnerinnen, bei Kopfschmerzen sowie Geistes- und Geschlechtskrankheiten.***

Der Altar im „Leänedli“ stammt aus der wegen Baufälligkeit im Jahre 1788 abgebrochenen St. Nikolauskapelle. Das Altarbild, gemalt 1748 von Johann Pünner, einem heute unbekannten Maler, trägt oben die Inschrift:

„St. Leonhard und St. Nikolaus, bittet für uns.“

Besonders in Bayern, wo Leonhard der Liebling der Bauern vor allen andern Heiligen ist, wird sein Fest am 6. November recht feiertäglich begangen. In vielen Orten finden alljährlich die Leonhardifahrten statt. Über fünfzig Wagen in hochfestlichem Aufputz bilden in Tölz die freudige Prozession. Die Jungfrauen fahren in einer besonders schönen „Truhe“, im Dirndelwagen. Die Burschen und Männer aber reiten nach der Umfahrt den Kalvarienberg hinauf, nehmen am Gottesdienst teil, traben dreimal um die Leonhardikapelle herum und stellen sich dann zur Pferdesegnung auf.*

„St. Leonhard vorm Himmelstor,
wir reiten dir die Rosse vor.
Einst kommen wir zu Fuß herauf,
halt uns dann deine Hände auf!“

St. Leonhard von Franz Wintermantel 1972 aus Mii Boor – Mi Hoamet von Gottfried Schafbuch

Epitaph der Familie des Obeamtmanns Baur

Der Friedhof hinter der Kapelle wurde im Jahre 1629 vom Abt Georg Gaisser des Beneditinerklosters St. Georgen geweiht, da der Friedhof an der Stadtkirche für den 30-jährigen Krieg und die vielen Hexenverbrennungen zu klein wurde. Im Jahr 1772 wurde der Friedhof bei der Stadtkirche aufgegeben und der Friedhof hinter der Kapelle wurde 1806 und 1861 erweitert.

*nach Gottfried Schafbuch in Mii Boor – Mi Hoamet (1972)
** nach der Chronik von Hüfingen von August Vetter (1984)
*** nach Wikipedia