Im Jahr 1703 erhielt der Brunnen vor dem Rathaus den Namen Marienbrunnen und wohl auch ein Marienbild das etwa 1850 von Xaver Reich war. Da der laufende Brunnen besonders stark unter Witterungsschäden zu leiden hatte, waren häufig Erneuerungsarbeiten notwendig.
Die Marienstatue die heute auf der Brunnensäule steht wurde von dem Bildhauer Johann Baptist Riegger geschaffen.
Johann Baptist Riegger wurde am 11. Juni 1855 in Hüfingen als Sohn des Lägelwirts Mathias Riegger geboren und erlernte bei Xaver Reich den Beruf des Bildhauers. 1892 ging er nach Strasbourg und am 14. Februar 1916 legte er dem Gemeinderat von Hüfingen die Federzeichnung des Marienbrunnens vor. Der Gemeinderat erteilte dem Hüfinger Bildhauer in der Fremde den Auftrag zum Preis von 750 Mark und Riegger schuf mit der Madonna auf dem Rathausbrunnen eines seiner letzten Werke. Er starb am 26. September 1916 in Strasbourg.
Bildhauer, (C) (* Hüfingen, Baden, 1855 † Straßburg 26.9.1916). Sohn von Matthaeus Riegger, Gastwirt, und Agathe NN. ∞ Margareth Maria Herzog (* 1852 in Zwettl, Österreich, † Straßburg 28.10.1913), Tochter von Ignatius Herzog und Maria NN. Kam 1892 nach Straßburg.
Medaillon von Bucer in der Église Saint-Thomas. Foto: Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons – cc-by-sa-3.0, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons
Schöpfer von 22 Medaillons, die die Fassaden der National- und Universitätsbibliothek Straßburg schmücken, sowie von sechs Kaiserstatuen, die einst die Fassade der Grande Poste zierten: Barbarossa, Rudolf von Habsburg, Maximilian I., Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II.; die letzten drei wurden 1918 enthauptet. Riegger schuf 1891 auch das Medaillon von Bucer (Église Saint-Thomas) und die beiden Statuen, die das Elsass und Lothringen darstellen, an der Fassade des heutigen Nationaltheaters von Straßburg, das nach 1920 zum Konservatorium und nach 1946 zum Konservatorium und Nationaltheater wurde, sowie die Büste von Jules Sengenwald und die Statue „Fleur épanouie” (Blühende Blume).
Marienbrunnen gemalt von Hans Lang Foto: Alfred Riegger
Im Zuge der Neugestaltung des Stadtbächles wurde 1964 auch der Marienbrunnen vor das neue Rathaus versetzt. Die bisherige achteckige Form des Brunnenbeckens sollte erhalten bleiben, aber das Becken mußte völlig erneuert werden. Der graue Sandstein war sehr verwittert und wurde durch große Betonflickstellen zusammengehalten.
Marienbrunnen mit geflicktem Fundament vor 1964 Foto: German Hasenfratz
Bild im Rathaus von German Hasenfratz aus dem Jahr 1978
Der Marienbrunnen im Oktober 2025
Mari von Johann Baptist Riegger
Quelle: Chronik der Stadt Hüfingen von August Vetter (1984)
aktualisierter Beitrag, 1. Version war am 02. April 2021
31. Oktober 2025
31. Oktober 2025
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31. Oktober 2025
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31. Oktober 2023
Spaziergang über den Friedhof
Die Kette mit den 6 Hufeisen an der Leonhardskapelle befindet sich trotz aller Sagen wohl dort, weil an so gut wie allen Leonhardskapellen Ketten sind. St. Leonhard lebte im 6. Jahrhundert (starb wohl 559) und gehört zu den 14 Nothelfern – er ist der Patron der Fuhrleute. Die Kette gilt als „aneinandergereihte Danksagung“ an den Patron aller Wesen, der Gefangenen und der Stalltiere.
Die Statue in der Kapelle stellt St. Leonhard sitzend mit einer Kette mit Handschelle und Schloß und mit dem Abtsstab dar.
Ebenfalls vorne an der Leonhardskapelle (erbaut 1479 und gestiftet von Konrad und Burckhart von Schellenberg) kann man die verschiedenen Wasserpegel von Hüfingen bestaunen:
Der Friedhof wurde im Jahre 1629 vom Abt Georg Gaisser des Beneditinerklosters St. Georgen geweiht und wurde 1806 und 1861 erweitert. Problem war nicht nur, dass wegen des Dreißigjährigen Krieges der Friedhof bei der Stadtkirche zu klein wurde, sondern auch die ermordeten der sogenannten „Hexenverfolgung“ verscharrt werden mussten. Archivrat Franck meint 1872: “Wen mahnt es aber nicht an höhere Strafe und Gerechtigkeit, wenn er sich erinnert, daß über die Hüfinger Blutmenschen selbst schon am 15. Oktober 1632 das fürchterliche Blutbad durch die Würtemberger hereinbrach?”
Aus dem Jahre 1620 stammt die „Bräunlinger mappa„, in der die Territorialgrenze gegen Bräunlingen hervorgehoben ist. Sie enthält auch den westlichen Teil der Gemarkung Hüfingen, die allerdings ungenau gezeichnet ist. Dagegen sind die Schächerkapelle, das Leprosenhaus, St. Leonhard, das Schützenhaus, die Seemühle und der Galgen sowie der große Weiher (Behlaer Weiher) richtiger eingetragen als in der Landtafel der Baar. Verzeichnet sind das Scharfrichterhaus und der Weg nach Behla.
Karte aus dem Jahr 1662 von Hüfingen von Martin Menradt
Landtafel der Baar von 1620 von Hiffingen mit Schützenhaus und Stadtkirche. Die beiden Stadttore und überdimensional auch die Nikolauskapelle. Die Nikolauskapelle stand etwa da, wo die Stadtapotheke war. Deutlich lassen sich die an die Stadtmauer gebauten Häuser erkennen. Merkwürdigerweise fehlen die beiden Schlösser. Willkürlich ist die Bebauung innerhalb der Stadt gestaltet. Auf der Donaueschinger Stadtseite lagen eingezäunte Grundstücke (Gärten). Besonders ins Auge fällt ein Wegkreuz etwa auf dem Platz der nachmaligen Lorettokapelle. Weniger Sorgfalt als in der » Bräunlinger Mappa« wurde auf den Breglauf, die Wege und die topographisch richtige Lage der St. Leonhardskapelle und des Scharfrichterhauses (zwischen Kapelle und Wegkreuz) gelegt, das westlich der Dögginger Straße erbaut war.
Als Sinnbild der Vergänglichkeit kennt jeder die Rose, dabei ist der Efeu schon seit vorchristlicher Zeit das Sinnbild der Erlösung und des ewigen Lebens.
Epitaphien sind Grabinschriften für einen Verstorbenen an einer Kirchenwand oder in der Friedhofsmauer. Hier will ich einige zeigen und beginne aber erst mit der Mauer von German Hasenfratz in den 1970er
Friedhofsmauer von German Hasenfratz etwa 1970
Lucian Reich Schriftsteller und Kunstmaler 26. Februar 1817 – 2. Juli 1900
Xaver Reich Bildhauer 1. August 1815 – 8. Oktober 1881 Josepha Reich geb. Elsässer 23. Aprlil 1823 – 19. November 1900
Karl Bromberger, Litograph Ehernbürger der Stadt Hüfingen 1873-1965 Clara Bromberger, geb. Bölke 1871-1958
Durchbohrt von eines Mörders Hiebe. Blieb CURTA noch ein Muster von Geduld. Noch sterbend sprach er voll der Liebe. Vergebet meinem Mörder seine Schuld.
Dieses Denkmal der Liebe weihet ihrem Gatten Vallentin Curta Handelsmann seine betrübte Witwe mit VIII. verzogenen Kindern. Geboren zu der H. Dreyfaltigkeit in Gressoney. Starb den IV. Oktober MDCCCV. im LIII. Jahr seines Alters. R.I.P.
Dieses Denkmahl der Einzigen Liebe und des oantbiex? andenkens seihen dir Sehrvermißten Curtaischen Kinder ihrer ? für ? und alle jene, die sehr herzlichen unvergeßlichen Mutter Rosina Burkhard verehelichten Curta deren Geist aus der zerbrechlichen irdischen Hülle zu der ewigen Stütze und zur fehgälich gewünschten wiedervereinigung zu ihrem vorangegangenen Gatten eille. der 22. März 1808. eben als die das 40 e Lebensjahr angefangen hatte. Gottes friede weh in Blumen düften Vater Mutter über Euer Gräber her.
Johann Franz Valentin Curta (Kurta im Stammbuch), Kaufmann aus Italien, * in „Dreifaltigkeit ind der Cresonai“ (=Gressoney am Monte Rosa). Gestorben in Hüfingen am 19.10.1805 . Er wurde von österreichischen Soldaten beim Plündern vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder niedergeschossen und drei Stunden später gestorben. Er war verheiratet mit Rosina Burkhard und sie hatten 12 Kinder. Ein Sohn Johann Franz Valentin Curta wurde Hirschenwirt und Johann Jakob Handelsmann.
Maria Franziska von Ehren geb. D. IX. September gestorben D. 22 ANG. 1863 ?
Denkmal Ihrer Hochedelgebohrenen Frau Katharina Kletser gebohrene Bosch. Sie starb den 5. November 1815 im 40 Lebensjahr.
Lasset die Kinder zu mir kommen Dem hoffnungsvollen Knaben Ferdinand Fischerkeller Geb. den 8. August 1818 Gest. 25 April 1828 Weihen dieses Denkmal seine trauernden Eltern
Hier ruht Johann Babtist Fischerkeller geboren zu Donaueschingen den 21ten August 1749. gundler Kaplan zu Jungnau druch 13 – zu Kaseifingen G_ und endlich dazu ad 6. Blasium durch 26 Jahre ? seine irdische Laufbahn den 21 ten Juny 1852. Gott gebe Ihm und allen ? dir Ewige ? Amen
Francisco Neser Josepf Anton Heizman Raul Stoerk
Ruhestätte des Hochwürdigen Herrn LOS. Benedict Rebsteix (Pfarrer?)
2. von links: Maria Magdalena Nober geb. Moog 24. Juni 1765 – 14. Juli 1840
Dem Andenken Des Hochwürdigen Herrn Benedici Merck Des villino, Rur:Kap;Exdecans Bischöf. Konk, geist. Raths, und durh 35 Jahrepfarrer dahier Legte ab die Körperliche Hülle nach 7 Jahren Leiden den 21 May 1798 im 64 Alterjahre: Geweiht v. seinen Geschwistern.
In der Mitte das Epitaph eines Bäckers. Die Brezel bindet die gesenkte Fackel des Todes ein.
Das von Franz Xaver Reich 1864 erschaffene Steinkreuz verbindet die Hauptachse des alten Friedhofsteiles mit dem neuen Teil. Der obere Teil scheint neuer zu sein. Vielleicht weiß ja jemand wo sich das ursprüngliche obere Kreuz befindet?
Die Einsegnungshalle wurde 2007 vom damaligen Bürgermeister Anton Knapp zusammen mit dem Architekten Rolf Schafbuch mit einer großen „Lichterscheinung“ vom Hüfinger Künstler Emil Kiess neu gestaltet.
Das Glasfenster von Emil Kiess mit 6000 kleinen Glasplatten spiegelt den Friedhof wie ein Mosaik.
Ebenfalls bei der Einsegungshalle befinden sich die Grabplatten von Adolf Heer und Rudolf Gleichauf.
Adolf Heer Bildhauer geboren 13. September 1819 gestorben 29. März 1898
Grabstein Adolf Heer und Rudolf Gleichauf
Rudolf Gleichauf Historienmaler geboren 29. Juli 1826 gestorben 15. Oktober 1896
Die Grabstätte (Grabstein) von Adolf Heer und seinem Freund Rudolf Gleichauf ehemals auf dem Hauptfriedhof in Karlsruhe.
Nach dem Tode Adolf Heers veranlasste der Landschaftsmaler Wilhelm Klose, ein ehr vermögender Karlsruher Mäzen (Ehrenbürger der Stadt Karlsruhe), eine würdige Grabstätte für seine Freunde zu errichten. Die Ausführung lag in den Händen von Bildhauer Johannes Hirt, der ein langjähriger Mitarbeiter von Heer bei der Gestaltung des Kaiser-Wilhelm-Denkmal war. Auch die zwei Bronzereliefs von Heer und Gleichauf am Grabstein sind mit J. Hirt signiert. J. Hirt wurde vom Verlassenschaft -Gericht als Abwickler der noch nicht vollendeten Arbeiten von Heer bestimmt. Er wurde ein bekannter Bildhauer in Karlsruhe. Das Grabmal fand seinen Platz auf dem sogenannten „Hügel“, eine bevorzugte Lage mit Bäumen, Farnen und Stechpalmen – wahrscheinlich unter Denkmalschutz stehend.
Wenig verständlich erscheint ein Bericht im Südkurier im Jahre 1976, „Silberdisteln schmücken das gemeinsame Grab von A. Heer und R. Gleichauf, wo den Besuchern von der Friedhofsverwaltung erklärt wird: „Wir halten es für eine Selbstverständlichkeit und Pflicht, den Gräbern Heers und Gleichaufs unsere Aufmerksamkeit zu schenken“. Mit wenigen einprägsamen Worten wird die Bedeutung der Künstler skizziert: .. Heer und Gleichauf haben im vergangenen Jahrhundert mitgeholfen, die Züge des Kunstschaffens in Karlsruhe zu prägen“. Monate später wird dann in einem Schreiben an die Stadtverwaltung Hüfingen und wahrscheinlich auch Vöhrenbach angefragt, ob Interesse am Grabstein der beiden Künstler bestehe: „Das Grab wird aufgelöst.“ Die Stadtverwaltung Hüfingen holte den Grabstein, der jetzt bei der Aussegnunghalle und den Urnenstelen steht. Leider ist der Stein nur ein Torso, denn die kunstvolle Einfassung fehlt. Auch sollte die Inschrift erneuert werden.
Bildhauer Prof. Adolf Heer, Sein Leben und seine Werke auf der Baar und dem Umland von Erich Willmann Schriften der Baar 53, (2010)
Dr. Erwin Sumser (8. Oktober 1891 in Merzhausen bei Freiburg im Breisgau als Erwin Josef Sumser – 22. Januar 1961 in Hüfingen). Pionier des Naturschutzes.
Eva von Lintig geboren 11. Juli 1931 gestorben 10. September 2023
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