Johann Nepomuk Heinemanns „Hieronymus“

aktualisierte Version, Original vom 07. Februar 2020

Ein Angehöriger des Hüfinger Künstlerkreises war „Muckle“, der Lithograph Johann Nepomuk Heinemann (30.05.1817 – 22.02.1902).

Selbstportrait

Verheiratet war er mit Elisabeth Reich (15.12.1819- 24.06.1871) der Tochter von Luzian Reich der Ältere (07.01.1787 – 18.12.1866) und somit der Schwester von Lucian Reich dem Jüngeren (26.02.1817 – 02.07.1900 ).

Die Schwäger Lucian Reich und Johann Nepomuk Heinemann haben zusammen vier Bücher herausgebracht: Den Hieronymus, die Wanderblühten, die Insel Mainau und Bruder Martin.

Hier will ich die Lithographien von Johann Nepomuk Heinemann aus dem Hieronymus, die er „mit Feder auf Stein gezeichnet“ hat, vorstellen. Die erste Litographie von der Ruine Zindelstein ist nur in der Erstausgabe von 1853 vorhanden. In späteren Nachdrucken wurde dieses vergessen.

s‘ chunt alles jung und neu und alles schlicht
im Alter zu, und alles nimmt en End,
und nüt stoht still. Hörsch nit, wie ’s Wasser ruuscht,
und siehsch am Himmel obe Stern an Stern?
Me meint, vo alle rühr si kein, und doch
ruckt alles witers, alles chunnt und goht.
>Johann Peter Hebel

„geb dir Gott e glücklich Jahr und freudige Sinne!“
>Johann Peter Hebel

„Es isch en Engel usem Paradies
u Mutterliebi heißt si schöne Amme.“
>Johann Peter Hebel

„Sie ziehn di uf, und lehre di laufe,
gen der n freudige Sinn u zeige der nüzlige Sache“
>Johann Peter Hebel

„und jez göhnt in d’Schul –
fall mer keis, gent achtig u lehret was menich ufgit!“
>Johann Peter Hebel

„Kennst du auch die goldene Zeit
Mit den frommen Kinderträumen
Ach sie darf nicht lange träumen
Ihre Heimath liegt gar weit“
>A. Schreiber

„Sie lüte weger s‘ Zeiche scho
der Pfarrer, schint’s, well zitli cho.“
>Johann Peter Hebel

So hüt di vorem böse Ding
s’bringt nume Weh und Ach‘
Wenn’s Sunntig isch se bet und sing
Am Werchtig schaff di Sach.
>Johann Peter Hebel

„So sprechen die Kinder und drücken sich schnell,
Da zeigt sich vor ihnen ein alter Gesell:
Nur stille Kind! Kinderlein, stille!“
>Goethe

„E freie frohe Muth
e gsund und frölich Blut
goht über Geld und Guth.“
>Johann Peter Hebel

Es chunnt e chuele Abedluft,
und an de Halme hangt der Duft
denckmol, mer göhn jez an alsgmach
im stille Frieden unter Dach!
>Johann Peter Hebel

Ruhig Gewissen, eigner Herd
Ist Gott und aller Ehren werth.
>Johann Peter Hebel

„Siehsch des ordelig Städtli
mit sine Fenstern und Gieble,“
>Johann Peter Hebel

„De freudig Stündli
isch’s nit e Fündli?“
>Johann Peter Hebel

„E freude Stund e guti Stund,
s‘ erhaltet Lib und Lebe gsund,
doch muß es in der Ordnig goh,
sust het me Schand und Leid dervo.
>Johann Peter Hebel

„s‘ lauft so Waar jez gnueg im Land, wo bettlen und stehle,
Schere-Schlifer, Hafe-Binder, alti Soldate,
Säge-Feiler, Zeinemacher, anderi Strolche.“
>Johann Peter Hebel

Willchumm Herr Storch! bisch au scho do,
und schmecksch im Weiher d’Frösche scho?
und meinsch der Winter heig si Sach,
und’s besser Wetter chöm alsgmach?
>Johann Peter Hebel

Vetter Hans Zerg, s’dunneret, s’dunneret ehnen am Rhi-Strom,
und es git e Wetter! I wott, es zög si vorüber.
>Johann Peter Hebel

Aber so wende nach innen, so wende nach außen die Kräfte
Jeder: da wär’s ein Fest, Deutscher mit Deutschen zu sein.
> Goethe

„Drunter ischs und drüber gange was me cha sage.
Menge brave Ma hets nime chönne prästiere,
het si Sach verlohren und Hunger glitten und bettlet.
>Johann Peter Hebel

„O wie chlopft der di Herz, wie lüpft si di flatterig Halstuch,
und wie stigt der d’Röthi jez in die lieblige Backe,
wie am Himmel s’Morgeroth am duftige Maitag“
>Johann Peter Hebel

„Zum frohe Sinn, zum freie Muth,
und Heimet zu schmeckt alles gut.“
>Johann Peter Hebel

Schlof wohl, schlof wohl im chüele Bett!
De ligsch zwor hert uf Sand und Chies;
doch spürts din müede Rucke nit.
Schlof sanft und wohl!
>Johann Peter Hebel
ist aus den Wanderblühten 2020 mit rein gerutscht aber ich lasse es hier jetzt stehen

Und chunt zur Zit e Biderma,
ans Füür, und zündet ’s Pfifli a,
und setzt si nänmen ane mit,
se schmeks em wohl, un – brenn di nit!
>Johann Peter Hebel

„Erhalt mer Gott mi Friedli!!
>Johann Peter Hebel

Hüfingen, 24. Febr. Heute wird der älteste Mann von hier zu Grabe getragen, der 85jährige Litograph und Photograph Johannes Nepemuck Heinemann. Er war nicht nur der älteste, sondern auch wohl einer der brävsten und tüchtigsten hießigen Bürger, bei einer gewissen Wohlhabenheit doch immer ein Muster edelster Einfachheit und altbürgerlicher Bescheidenheit. Wie rührend konnte er oft erzählen von der guten alten Zeit, und bitter klagen über die Maßlosen Ansprüche der heutigen Zeit, besonders der Jugend. Mit Heinemann ist ein Künstler von Gottes Gnaden gestorben, bekannt und geschätzt weit über die Baar hinaus. Der alte Fürst war sein liebevoller Gönner. Um nur einen Beweis seines künstlerischen Könnens anzuführen, sei hier erinnert an die Prächtigen Illustrationen in Luzian Reich’s „Hieronymus“. Sie sind eine der schönsten Arbeiten Heinemanns, leider nur zuwenig bekannt. Heinemann ist gestorben, ohne eigentlich krank gewesen zu sein, infolge von Altersschwäche im Vollbesitz der Geistesfrische bis zur letzten Stunde. Versehen mit den hl. Sterbesakramenten ist er in die Ewigkeit gegangen, um beim lieben Gott nun auszuruhen von einem langen, frommen, arbeitsreichen Leben.

Nepomuk hilft immer

Pfohren von Karl Merz

Sankt Nepomuk, du guete Maa…….

Sankt Nepomuk, du guete Maa“ gelesen von Maria Simon

Altmühlbrücke Bischofsstadt Eichstätt

Immendingen

Hüfingen

Eichenbrücke über den Rhein bei Rheinau

Überlingen

Eichstätt

Sankt Nepomuk, du guete Maa…….

Z` Pfohre uf de Dunnebruck
Do stoht en Heilge Nepomuk
Und Dunne abwärts, me kahs kum zelle
Stond no en Huufe vu dene Gselle
De Pfohremer aber , säll isch de Erscht
Worum du ihn halt fescht verehrscht
Zwoa Eschinger Wiiber us de Eile
Verhebets s` Rädle ver e Weile
„ Hai , so bressant worschs doch nit haa
Mir betet weng zum Heilge Maa“


S`erscht Gsetzli:
„ Oh Nepomuk do z` Pfohre uf de Bruck
Halts Hohwasser alljohr selli zruck
Laß i de Eile d` Gärte nit versinke
Laß d` Hiener, d`Hase, nit verdrinke
Falls d` Fluet halt nit verbremset krieegsch
Verschon die Brigach, wenns Wetter kumme siesch
Schieb d` Wolke schnell is noh Bregtahl
Ich bitt dich drum, mach doch nit en Verzahl
Und fang halt aa mit Überschwemme
Dä z` Briilinge, z` Hifinge , halt dert dänne
D` Schnuufer sind s`Wasser scho langeewig gwähnt
Des word scho im Rodel iber de Dick Karl erwähnt“

S` zweit Gsetzli
„ Oh Heilige Sank Nepomuk :
Bewahr iis doch vor grossem Schadde
Bim Saie, Jäte und bim Grabbe
Gib aacht uf d` Brigach und guck jo druff
Daß nit die Eile, und nit au en Schopf versuuft
Daß d` Brigach jo nit überlauft
Die Fluet nit uff de Allee rummlauft
Dass s` Wasser nit d` Vorstadt und no Hieser nimmt
Und au kon Moscht und Bier im Käer rumschwimmt“

S` dritt Gsetzli
„ O güetige Sankt Nepomuk
Uf dere broate Dunnebruck –
Und loht sich halt die Wassergwaalt
Die machmol kunnt, vum Wälderwaald
Halt ums Verricke nit verklemme
No fang halt aa, mit Überschwemme,
Ech bitt dech drum , du guete Maa, –
Z` Brielinge dänne oder erscht z` Hifinge aa
Die Schenkelisäger und selli Greichte
Au d` Schnuufer dierftet au mol beischte
So all paar Johr e mool e Baad
Des wär ver die koe weng en Schaad „

Jo so wars, Kulturbrucke uff de Baar

01. Februar 2021 Beitrag zusammen mit Andreas Hofmann

En Bruckeheilige verzehlt

Wo mer d` Schliefibruck vu Wolterdinge im Elsespitz versetzt kha hond, han ich mit beim Pfarr Werner Arnold erwähnt, dass do fascht no en Nepomuk fehle dät. De Pfarr hät kuntenend gsait: „ Ja das ist ja eine wunderbare Idee, da red ich gleich mit Herrn Wolfgang Kleiser vom Hammer wegen einer derartigen Skulptur. Das Geld für so etwas bekomme ich zusammen „. De Pfarr hät de Kleiser aagrufe, ein Preis uusgmacht und e Nepomuksculpur mit Sockel und 80 cm Höhe bschtellt. De Pfarr hät noch guet 25 Johr i sim doch lieb gwunnene Wolterdinge zum aastehende Abschied no mol e spirituelles, langlebigs, fascht uuvergänglichs Zoache setzte will.

Wo mer den Prager, den schweygsche Schelm denno uff em Schliefiwiederlager ännigstellt hond, waret alle ganz platt. Daß kon bläret hät, war grad alls. Am seeligschte war natierli de Pfarr. De knitz Kleiser, des knorrig Wäldermaali, hät denno gsait: „ Wissener, ich haan`s mir reiflich überlait, der Nepomuk den ich eich mach , den stell ich unters Motto : „Haltet ein !“. Un so isch au sii uugwöhnlichi Mimik, sie Gestik mit dere abwehrende Handstellung entstande. De Wolfgang Kleiser hät uusdrücklich dargleit, dass die Hand nit nuu segnend, sondern au mahnend zum Verstau sei. Zerscht hät des im Pfarr nit ganz so passt, aber noch paar Augeblick hät er selli zfriede zuegstimmt. Me kaa sich koo bessers Motto oder kon bessere Name für die neumodisch Broncestatue vorstelle. Es passt halt uffs I- Düpfli. !


De Oberminschtrant Thorsten Frei

De Kleiser isch draa gange und natierli bruuchts für so e Einweihung e Feschtle. S`ganz Ort hommer aaboret, dass sie die Wolterdinger Dorfgschicht mit historische und aktuelle Figure und Tätigkeite aussagekräftig bei me Gang über die uffgmöblet Schliefibruck darstellet. De Pfarr hät de Nepomuk gweiht und dem Steg mit spirituelle Wort und eme feierliche Akt wiitere 100 Johr erfolgriiche, segensriiche Lebensweg gwünscht. De Minschtrant, on mit ere fundierte Grunduusbildung, hät übrigens de Oberborgermoeschter Thorsten Frei gmacht. Und so stoht desell „Haltet Ein – Nepomuk“ uff de Schliefibruck und wacht über s `ganz Unter Bregtal, s ́ lieblich Dorf, de uurig Halleberg, die beschauliche Bregaue und erinneret und ermahnt uns, dass mer`s nit übertriebet sottet. Er isch de Erscht Nepomuk a de Breg, de zweit isch de Hifinger Nepomuk, de Dritt stoht als erschte a de Donau z Pfohre und e Vierte z Giisinge. Bis d Dunne im Schwarze Meer versorret dürfts no mehrere Hunderti vu so Nepomuk Bildstöckli gähe.

Schliefibruck Nepomuk vum Wolfgang Kleiser

Wa aber isch des für en Maa, desell Johannes Nepomuk ?

Natierli han ich i sellem Buech, wo ich mol a Wihnächte als Minschtrantegschenkt griegt han „ Helden und Heilige“ nochglese. Au Bibliotheke han ich durchstöberet. De Kerli hät mi doch selli verwunderet und aagregt. Wenn i denno im Südweschte umenand gfahre bin, han ich zmols nit nu uffmerksam noch Brucke uuschau ghalte, sondern zmols au noch Nepomuk- Statue. Aber nit nu uff oder an Brucke bin ich fündig wore, sondern au i Gebäudenische, an Wänd, uff Feldflure und Gartemuure isch er zum finde. Sogar Hotel und alti Gasthieser hond den Name. Uffs mol han i gmerk und khaa des au belege, dass des de meischt uffgstellt Freiluft- Heilig im deutschsprochige Raum isch. Sogar z Norditalie han ihn scho entdeckt. Do kunnt konn Johannes, koe Maria oder sunscht on vu de populäre Heilige mit. Wa aber macht den Maa so uussergwöhnlich, worum isch der immer no so modern ? so zeitgemäss ?

De Johannes Welflin von Pomuk isch um 1350 uff d` Welt kumme. Er war ab 1380 Priester und war Notar und Sekretär vum Bischof vu Prag. Studiert hät er die Jurisprudenz a de Uni Prag und Padua und hät anne 1387 de Doktor griegt. Während dere Ziit isches zu me Striit zwischem König Wenzel dem IV und em Erzbischof Johannes Jenstein vu Prag kumme. De Generalvikar Johannes von Pomuk hät en Wahlrodel vum Erzbischof innerhalb vu 3 Tag gattig umgsetzt, ohne dass er die Einspruchsfrist vum König abgwaartet oder verlängeret hät. Desell war au grad no uff Reise und war stinksauer, dass die Frist abgloffe gsii isch und die gnitze Kleriker ihn vor vollendete Tatsache gstellt hond.

De König Wenzel hät denno gähwietig die ranghöchschte Kleriker verhafte und foltere lau. De Erzbischoff hät grad no schnell vertlaufe kinne. De Kleinscht, de Nepomukli, hät sich de beleidigt, jähzornig Unhold uusgsuecht und ihn mit eme aalte, verkaibete Mühlstoa am Hals vu de Karlsbruck z` Prag i d` Moldau werfe lau. Versäufe war dämols die üblich Hinrichtungsmodi für Geistliche und Kleriker. Aageblich seiet beim Versuufe fünf Flamme us de Moldau zünglet und später het mer immer wieder mol 5 Sternli usem Moldaukies unneuffi blinzle gsähne. Und drum word er als onzige Heilige nebet de Maria mit eme Sterne- Heiligeschii dargstellt. Für mich aber isch des au e spirituelles, aussagekräftigs Symbol und en Vorläufer für de Europa Sternekranz. Do drüber sottet emol de panonisch Orban, die Pole- Nationalischte und die Brexit- Zündler mol nochdenke. Bis do isch des alles historisch belegt. Aber wie mer a de Flämmle us em Wasser sieht, fanget dert scho d` Legendebildunge aa. Und beim Nepomuk sind die selli zahlriich.

Nochdem ihn de König Wenzel abgmorkst hät, isch er zum Märtyrer wore. Um christliche Märtyrer ranket sich meistens schnell Legende und überlieferte, mündliche Gschichte. Natierli villmol i Mundart und die verbreitete sich unter de gwähnliche Liit. Drum gohn d die Rachegelüschte vu sonige Despote gschichtlich überhaupt nit uff. So au i dem Fall. De Nepomuk isch wege sinere Wunderwirkung bald mol selig gsproche wore und bald au anne 1732 zum Heilige erklärt wore. Sit sinere Ertränkung war er de bedeutendste Heilige im Habsburgerreich und im deutschsprachige Süde. Er hät dä sogar als Art „Staatsheilige“ golte, saget d` Historiker. Wundere duet mich nuu, wieso selleweäeg d` Habsburger Briilinger kon Nepomuk an ere Bruck oder eme Sägi- Bach hond. D` Villinger Habsburger hond on, aber nit an ere Bruck, sondern e mächtigs, kultigs Bildstöckli am Mühligrabe, also ame Wasserkraftbach, a de Schillerstrooß.

Wie mer ghört hond isch er wege Uffmüpfigkeit versäuft wore. Anne 2009 han ich z` Jestette z` dond ghet. Und wie meischtens, wenn i dä abi kumm, fahr ich über die uuglaublich schee Rheinauschleife mit em Kloster und über die uralt Eichebruck zwische Rheinau und Jestette. Wo mi de Zöllner vor de Bruck mit e me „Grüezzi“, isch guet“ grad dorchwinkt, huckt doch tatsächli so en Gartebuzzli mit eme Strohhuet, kurze Hose und eme gelbe Hemdli uf de Bruckebalustrade. Aadächtig und versunke guckt er uff die überdacht Eichebruck und uff de modern Nepomuk, der dä uff de Bruckebalustrade stoht. De erscht Gelbweste- Vordenker lang bevor die Bewegung entsande isch, han i denke messe, wo ni wiedermol im Bildfundus noch Nepomuk Bilder gsucht han.

Legende um de Nepomuk

Bei villne Heiligegschichte gohts villmol um „Sex an Crime and Rockn- Roll“. Koe weng andersch wie hitzutag bei Promis, Politiker, Kleriker und Schereschliefer. De Nepomuk war tatsächlich au de „Beichtiger“, de Bichtvatter vu de Königin Sophie, de zweite Frau vum König Wenzel. Dere Frau hät de Maa, de König Wenzel, aadichtet, sie sei imme andere Noble a d` Wesch gange. Drum heb er vum Nepomuk verlangt, er soll ihm sage, wa d` Königin Sopie bei ihm do drüber biichtet heb. Do isch er aber beim Nepomuk an Falsche groote. Der hät koe Sterbenswörtle wegem Biichtgeheimnis verrote und au do drum hät de gruusig König Wenzel ihn ebe i de Moldau versäufe lau. Und wege dem isch de Nepomuk wege sinere Verschwiegeheit i sinere Hauptheiligefunktion de Patron vum Beichtgeheimnis und vu de ` Verschwiegeheit. Verschwiegeheit isch au en wichtige Grundsatz vu de Jesuite. Und drum hond die ihn au zum Vize- Patron neben Franz- Xaver gmacht. Die fünf Stern i sim Heiligeschii sollet au die fünf Buechstabe vu dem lateinische Wort „ t a c u i “ uusdrucke, wa so vill hoasst; “Ich habe geschwiegen“.

Wie konn zweite Heilige isch er also so en Art Universalheiliege, also e Geheimwaffe oder en Alleskönner. Wie scho gsait also fürs Biichtgeheimnis, die Verschwiegenheit und au de Patron für d` Pfärrer.
Weil sin Tod au mit Wasser, mit de Moldau- Karlsbruck und de oft uuberechenbar Wasserkraft zämethängt, isch er au de Patron für d` Müller, für d` Brucke , für d` Flösser und für die zahlriiche Flusschiffer (Waidling, Ulmer Schachtle, Segmer. Lädine usw.).
Und vor allem für allgemeine Wassergfahre wege Überschwemunge, Schneeschmelze, Dunderwetter, Wolkebrüch, Eisstau und Verklausunge.


Daß mer ihn hitzutag immer no bruuche khaa, sellewäeg han ich des Gschichtle und des Nepomuk Gedichte gschribe. Die Gschicht häts mer oefach zuegschwemmt wie Treibguet bii Hohwasser.
Und wege dem hoasst min 60- jährige Unimog scho sit de Schliefibruck i mim Kopf: „Nepomog“ und erinneret mich a de Motivname und de Skulpuregestus vum Wolfgang Kleiser: „Haltet ein“

Nepomuk nach Sebastian Blau

Sankt Nepomuk, du guete Maa…….

Z` Wolterdinge uf de Schliefibruck
Do stoht en Heilge Nepomuk
„ Kumm, so bressant häschs doch jetzt nitte
Me wend ihn, um ebbs wechtigs bitte „ :

„ Oh Heilige Sank Nepomuk :
Bewahr iis doch vor grossem Schadde
Bim ..Schwimme, und bim Badde
Gib acht uf d` Breg und guck jo druff
Daß nit e Goass oder gar e` Kueh versuuft
Und dass die Breg nit überlauft
Die Fluet jo nit i d` Au nuuslauft
Dass s` Wasser nit des Dorf und Hieser nimmt
Und au kon Moscht im Käer rumschwimmt

– „O güetige Sankt Nepomuk
Uf iisre scheene Schliefibruck „ –

Und loht sich halt, die Wassergwaalt
Die manchmol kunnt vum Wälderwaald
Halt ums Verricke nit verklemme
No fang erscht aa mit Überschwemme,
– Ech bitt dich drum , du Guete Maa,
Erscht z` Briilinge oder z Hifinge aa

Die Schenkelisäger und selli Greichte
Die kennet au mol schnuufe und kherig beischte
So all paar Johr halt mool e Baad
Des wär ver die koa gwiss Gott konn Schaad „

© Hubert Mauz / März 2015 sehr frei nach Sebastian Blau 1934

St. Nepomuk von Sebastian Blau

Vorgetragen von Andreas Hofmann

En Raoteburg stoht uf dr Bruck
e‘ Heiliger Sankt Nepomuk.
Komm, so pressant hosch-s ete‘,
mr wend gschwend zua-n-em bette‘:

»O Heiliger Sankt Nepomuk,
bewahr me ao vor Schade‘
beim Schwemme-n-ond beim Bade‘;
gib uf de‘ Necker acht ond guck,
daß dren koa‘ Ga’s ond Geit versauft,
ond daß r jo et überlauft,
et daß r mit seim Wasser
de‘ Weag en d Stadt ond d Häuser nemmt,
ond aos de‘ Wei‘ im Kear rom schwemmt.
O Heiliger Sankt Nepomuk,
do tätest aos en baöse‘ Duck!

Ond loht se halt
mit aller Gwalt
s Hochwasser et verklemme‘,
noh hao‘ en Ei’seah‘, guater Ma‘
ond fang mit überschwemme‘
e bißle weiter donne‘ a‘:
dia Goge‘ nemmets et so gnau,
en deane ihren saure‘ Wei‘
därf wohl e‘ bißle Wasser nei‘
– ond evangelisch send se ao…«

Quelle: Das große Josef Eberle Sebastian Blau Lesebuch, DVA München

Altmühlbrücke Bischofsstadt Eichstätt

Immendingen

Hüfingen

Eichenbrücke über den Rhein bei Rheinau

Überlingen

Eichstätt

Konzert mit Panflöte in St. Verena und Gallus

Wir wünschen allen einen schönen und friedlichen 3. Advent!

Konzert am 20. Juni 2021

Vielen Dank an die Künstlerin Tanja Futter an der Panflöte und den Künstler Thomas Heinsohn an der Gitarre für das Exklusivkonzert in St. Verena und Gallus für den Hieronymus.

„Von guten Mächten“ von Siegfried Fietz und Dietrich Bonhoeffer


Kanon von Johann Pacheibel (1653-1706)


„Der Frühling“ von Antonio Vivaldi (1725)

5 Jahre Hieronymus – in tempore mutationis

Liebe Hüfingerinnen, liebe Hüfinger,

Achtung dies ist ein Jahresendbettelbrief!

Im Sommer 2019 habe ich den Hieronymus gegründet, der erste Blogeintrag war am 19.07.2019.
Seit da hat sich viel verändert. Ursprünglich aus Frust über eine unehrliche Zeitung gegründet ist über die Jahre mehr entstanden als ein rein politischer Blog einer rebellierenden Fraktion.

Obwohl ich mich immer um größtmögliche Transparenz bemüht hatte, gab es die verrücktesten Gerüchte und Behauptungen auf die ich nicht näher eingehen will.
Was heute wohl jeder weiß: Der Hieronymus-online ist mein ganz persönliches Steckenpferd und wird von keiner Partei finanziert noch unterstützt. – Das Gegenteil ist der Fall.

In den letzten 5 Jahren hat sich der Hieronymus immer wieder gewandelt und all das hätte ohne Euch nicht funktioniert. Deswegen bedanke ich mich bei allen Mitstreitern – Ihr habt durch Eure Beiträge, Überlegungen und auch Kritik den Hieronymus mit Leben gefüllt!

Dankeschön!

Ich habe überlegt was für mich das Schönste in den letzten 5 Jahre war und kam auf das Konzert mit Tanja Futter und Thomas Heinsohn in St. Verena und Gallus. Weswegen ich es hier extra noch einmal erwähne.

So, dann kommen wir zu meinem Steckenpferd, dem Hieronymus. Das Finanzamt bezeichnet ein Steckenpferd als Liebhaberei – man könnte es Neudeutsch auch als Hobby bezeichnen, also ein Hobby das Geld kostet. Eine Webpage braucht nämlich zu allererst mal Speicherplatz, einen sogenannten „Host“, natürlich einen Namen, der registriert sein muss und dann muss auch der „Traffic“ (die verschiedenen Besucher in einem Zeitraum) bezahlt werden.

Der Hieronymus hat (Stichtag 24.11.2024) 851 Beiträge, 4.907 Bilder, 1.134 Kommentare, 246 Audios, 105 Videos und 64 Dokumente gespeichert. Der Traffic ist recht unterschiedlich, aber bewegt sich zwischen 4.000 und 10.000 Besuchern im Monat.

Es ist so, dass dies alles dem großen, weiten www nicht entgangen ist. „Traffic“ bedeutet nämlich „Klicks“, Kommerz und Geld. Deswegen blinkt bei anderen, kommerziellen, Seiten überall Werbung auf. Eine weitere Möglichkeit Geld zu verdienen ist „Content“. Man bekommt hier Anfragen was es kosten würde einen Artikel auf seiner Webpage zu platzieren. Dieser „Content“ soll dann die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser auf sich ziehen. Eure Aufmerksamkeit ist Geld wert! Eine andere Möglichkeit ist eine sogenannte „Paywall“, hier bekommen nur der bezahlende Gast Einblick in den Inhalt einer Seite.

Ich habe mich für eine barrierefreie Seite entschieden.
Das bedeutet keine Werbung, kein bezahlter Inhalt und auch keine Bezahlung für Artikel.

Womit wir wieder bei der Liebhaberei sind.

Jeder der mich kennt weiß, dass mir neben dem Hieronymus die Natur von Hüfingen wichtig ist. Unten ist der Artikel über die Freunde der Natur, die wir 2021 wieder gegründet haben.
– Auch auf Basis vom Hieronymus.

Die Freund der Natur Hüfingen e.V. sind als gemeinnützig vom Finanzamt anerkannt und beim Amtsgericht Freiburg in das Vereinsregister unter der Nummer VR 703285 eingetragen, die Steuernummer ist 22101/42953. Spenden und Mitgliedsbeiträge können als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Wenn im Betreff die Adresse angegeben wird, dann schicke ich im Januar einen Spendenbescheid.

Freunde der Natur e.V.
DE11 6945 0065 0151 0739 22
SOLADES1VSS
Sparkasse Schwarzwald-Baar

Ich bitte Euch heute und hier um Spenden für den Verein Freunde der Natur Hüfingen e.V.

Die Freunde der Natur Hüfingen vertreten die Natur und Landschaft auf der Baar und stehen für Bürgerbeteiligung.  Die Freunde der Natur Hüfingen bilden mit den Mitgliedern eine basisdemokratisch organisierte Ehrenamtsorganisation. 

Zur Wiedergründung der Freunde der Natur am 7. August 2021

Ein alter Briefkopf zeigt Hüfingen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Pflanzungen der Freunde der Natur.

Treibende Kraft der Freunde der Natur waren und Luzian Reich senior  (7.01.1787 in Bad Dürrheim – 18.12.1866), Maria Josefa Reich (Schelble) (18.03.1788 -12.11.1866) und ihr Bruder Johann Nepomuk Schelble (16.05.1789 – 7.08.1837 in Hüfingen).

Johann Nepomuk Schelble war auch Gründer und Direktor des Cäcilienvereins in Frankfurt a. M. und Hofsänger in Wien. Seine Schwester Josefa war mit Luzian Reich senior verheiratet und alle gehörten dem Hüfinger Künstlerkreis  an.

Luzian Reich senior und Maria Josefa Schelble 1865

Zu den Unterstützern der Freunde der Natur Hüfingen gehörte auch der damaligen Stadtrat Heinemann. Vermutlich war dieser Stadtrat Heinemann der Vater von Johann Nepomuk Heinemann, der später Elisabeth Reich heiratete und zusammen mit Lucian Reich den Hieronymus verfasst hat.

Das Staatsarchiv Freiburg hat einige Unterlagen über die Freunde der Natur Hüfingen, die uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.

Der Verein Freunde der Natur Hüfingen war weit über die Landesgrenzen bekannt. Zu seinen Unterstützern zählten auch Johann Wenzel Kalliwoda, dem Hofkapellmeister am Hoftheater Donaueschingen und Salomon Gugenheim aus der Schweiz. Johann Wenzel Kalliwoda hatte 1853 für Lucian Reich im Bruder Martin ein Weihnachtslied geschrieben:
https://hieronymus-online.de/der-heilige-weihnachtsabend-und-das-krippelein/

Spendenliste Freunde der Natur etwa 1820 (Staatsarchiv Freiburg)

Der Verein Freund der Natur Hüfingen vor der Nistkästenpflege auf der Jungviehweide im Herbst 2024

https://www.freunde-der-natur-huefingen.de/

Bebauungspläne, NGP, Kindergärten, Stegle, Essen in der LRS und Schulhof in Mundelfingen

Die Unterlagen gibt es wie immer hier: https://huefingensitzungsdienst

Hier geht es um die Sitzung am 12. Dezember 2024

Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik

Der Bauantrag 50/2024 ist besonders interessant, weil ein Besitzer auf Hohen II um die Befreiung vom Bebauungsplan ersucht hat. Die Familie möchte gerne einen „Stahlzaun“ mit einer Höhe von 1,80 m bis 2,00 m auf ca. 35 m errichten. Über den Bebauungsplan auf Hohen II hatte ich mich schon 2022 hier lustig gemacht. Es ist ja so, dass auf dem Hohen II jeder macht was er möchte aber nur bei den „Dummen“, die einen Bauantrag stellen, der Bebauungsplan auch durchgedrückt wird. Ich bin richtig gespannt, wie der neue Gemeinderat zur Realisierung des Bebauungsplanes steht.
Ob sich in Zukunft auch andere Besitzer in Hüfingen an Bebauungspläne halten müssen?
Und was geschieht mit den in der Vergangenheit errichteten „illegalen Bauwerken“?

18:48 Die Gemeinderäte sind sich einig, dass dem Bebauungsplan gefolgt werden soll. Der Bebauungsplan hatte ja damals einen Sinn. Es gab auch den Vorschlag, dass der GR mal eine kleine Exkursion auf den Hohen macht.

Übrigens: Es wurde einmal vom Gemeinderat genehmigt, wegen eines verhaltenskreativen Kindes das gerne spazieren geht, aber ich glaube das wurde dann irgendwie anders gelöst.

Die anderen TOPs vom Ausschuss sind eine neue Dachgaupe in Fürstenberg, eine Garage an der Hochstraße, Werbetafeln vom Lidl und die Errichtung eines schmucken Bürogebäudes neben der Feuerwehr im Gewerbegebiet Ziegeleschle.

Geplantes dreigeschossiges Bürogebäude im Ziegeleschle für ca. 40 Mitarbeiter.

Auch hier fällt uns der irrsinnige Bebauungsplan wieder auf die Füße, da die Befreiung von den „Festsetzungen des Bebauungsplans“ wegen Überschreitung der Firsthöhe um 2,0m (12,0m anstatt 10,0m) beantragt werden muss.

Vielleicht mag ja der neue Bürgermeister und Gemeinderat unsere engstirnigen, aus der Zeit gefallenen, Bebauungsvorschriften modernisieren?

Eine kleine Anekdote aus 2020:

Für das zu planende Wohngebiet in Fürstenberg fragte der Ortsvorsteher den damaligen Bürgermeister warum denn sogar die Farben der Häuser vorgeschrieben seien. Die Antwort war:
Wollen Sie etwa bunte Häuser?

Öffentliche Gemeinderatssitzung ab 19:00 Uhr

TOP 4
Naturschutzgroßprojekt Baar (NGP Baar)

Maßnahme am Südhang des Fürstenberges vom Naturschutzgroßprojektes Baar (NGP-Baar)

Der Gemeinderat hat 2016 festgelegt, dass die im Kalenderjahr anstehenden Maßnahmen des NGP Baar in Hüfingen vorgestellt und zur Umsetzung beschlossen werden.

Die geplanten Maßnahmen in 2025 sind auf der Jungviehweide in Mundelfingen die Neupflanzung von ca. 40 Obstbäume und Erziehungsschnitte an den vorhandenen Obstbäumen.
Im Fördergebiet Riedseen sollen Kleinstgewässer angelegt werden und die Optimierung der Flachwasserzonen erfolgen. Die Einrichtung einer Beweidung und Zaunbau ist für auch für 2025 oder 2026 geplant.

Fördergebiet mit erworbenen Grundstücken bei Fürstenberg.

Lage und Größe der Fördergebiete des NGP auf dem Gebiet der Stadt Hüfingen mit beabsichtigtem Zaunbau am Riedsee.

TOP 5
Beschlussfassung zur örtlichen Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Hüfingen 2025

Das Thema Kinderbetreuung ist nicht nur komplex, sondern auch sehr schnellen Änderungen unterworfen. Ich möchte hier nur die Liste der Betreuungsplätze in Hüfingen rein und bitte um Kommentare, falls jemand Anmerkungen hierzu hat.

Betreuung Kinder 0 bis 3 Jahre

Betreuung Kinder 3 bis 6 Jahre in Kindergärten und Kitas


„Wir haben genug Betreuungsplätze für unsere Kinder“ war eine der ersten Aussage, die mich persönlich ziemlich überrascht hat. Lediglich in der Kernstadt sei eine Unterdeckung im U3 Bereich, aber es geht noch. Der Bürgermeister sagte: „Wir sind auf Kante genäht, aber es funktioniert.“ Wir brauchen erst mal keinen Neubau, da es momentan keinen Bedarf und auch keinen passenden Stadtort gibt.

Noch eine Neuerung hat mich überrascht: Von der CDU durfte dieses Mal die Fachfrau sprechen. Sehr schön!

Der Gemeinderat und der Bürgermeister wollen langfristig über einen Naturkindergarten auch in der Kernstadt nachdenken. Dann ist der Kindergarten in Fürstenberg sicher, auch wenn unter 12 Kinder dort angemeldet sind. Diese Richtlinie soll bei Gelegenheit überarbeitet und aufgelöst werden.

TOP 6
Erschließung Neubaugebiet „Im Stegle“ in Hausen vor Wald
a) Vorstellung der Erschließungsplanung
b) Beschluss über eine mögliche Bauabschnittsbildung
c) Beschluss zur Ausschreibung der Tiefbau- und Straßenarbeiten

Wer sich hier genauer interessiert, die Unterlagen gibt es auf der Seite der Stadt hier unter Stegle:

https://www.huefingen.de/de/Wirtschaft-Bauen/Bauen-in-Huefingen/Bebauungsplaene/Rechtskraeftige-Bebauungsplaene


Hier blockiert momentan das Regierungspräsidium in Freiburg, da ein Hochwasserrisiko bestände. Deswegen müsse eine „Überflutungsvorsorge“ getroffen werden, also ein Starkregen mit eingerechnet werden. Deswegen wird eventueller Starkregen um das Neubaugebiet herum geleitet.

Insgesamt sollen über den Bebauungsplan auf einer gesamten Geltungsbereichsfläche von
2,17 ha 26 Wohnbaugrundstücke planungsrechtlich ausgewiesen werden. Die resultierende
und zur Vermarktung anstehende Nettobauplatzfläche beläuft sich auf ca. 11.400 m².

Die Ortsvorsteherin meint, der Ortschaftsrat von Hausen möchte, dass das Neubaugebiet in Abschnitte unterteilt wird, da momentan nicht so viele Grundstücke benötigt werden. Die CDU ist der Meinung, dass gleich alles erschlossen wird, auch da die Bauplätze für die Tiny-Häuser im 2. Bauabschnitt lägen. Die SPD schließt sich dem Ortschaftsrat an. Die anderen Gemeinderäte sind unterschiedlicher Meinung. Die Verwaltung bevorzugt auch zwei Bauabschnitte und findet 26 Bauplätze zu viel für eine Ortschaft in der Größe von Hausen. Elf Bauplätze würden erst mal genug sein und wenn man irgendwann mehr braucht, dann kann man jederzeit den Rest erschließen.

14 Stadträte sind für eine Bauabschnittsplanung und 6 dagegen. Es werden also erst nur 11 Bauplätze erschlossen.

TOP7
Änderung der Satzung über die Erhebung einer Tourismusabgabe (Tourismusabgabesatzung)

Hier wird von der Verwaltung eine Erhöhung von 50 Cent vorgeschlagen. Also Erwachsene sollen ab nächstes Jahr 2 € und Kinder 1 € Tourismusabgabe entrichten.

TOP8
Festlegung Essenspreis für die Lucian-Reich-Schule Hüfingen ab 2025

Einige Familien der Schülerinnen und Schüler der LRS forderten von der Schulleitung die Teilnahme an der gemeinsamen Mensaverpflegung freizustellen und beschwerten sich über die Qualität des Mittagessens. Deswegen wurde, bis auf die „Ganztagskinder“ der Grundschule, die Teilnahme frei gestellt.
Das Schuljahr 2023/24 hat gezeigt, dass die Essenzahlen durch die Freiwilligkeit der Teilnahme ab Klasse 5 insgesamt um ca. 1/3 zurückgegangen sind. Wurden im Schuljahr 2022/23 noch rund 45.500 Essen in der Mensa ausgegeben, waren es im Schuljahr 2023/24 nur noch 31.161 Essen.

Kostendeckende Essenspreise würden zu folgenden Preisen führen:
Grundschüler (Klassen 1 bis 4) 6,30 €/Essen
Sekundarstufe (Klassen 5 bis 10) und Lehrkräfte 6,50 €/Essen

Die Essenspreise sollen also angepasst werden. Die Verwaltung schlägt vor

Grundschüler (Klassen 1 bis 4) 4,90 €/Essen
Sekundarstufe (Klassen 5 bis 10) 5,10 € und Lehrkräfte 6,50 €/Essen

CDU bemängelt, dass das Essen aus Rheine in NRW geliefert wird und einige Eltern sind mit der Qualität nicht zufrieden. Es soll versucht werden einen regionalen Anbieter oder Alternativen zu finden.

CDU schlägt vor:

Grundschüler (Klassen 1 bis 4) 4,50 €/Essen
Sekundarstufe (Klassen 5 bis 10) 4,80 € und Lehrkräfte 6,50 €/Essen

SPD will auch lieber einen regionalen Anbieter. Geschmack, Qualität und Frische soll in Zukunft im Mittelpunkt stehen. SPD schlägt vor:

Grundschüler (Klassen 1 bis 4) 4,50 €/Essen
Sekundarstufe (Klassen 5 bis 10) 4,80 € und Lehrkräfte 7 €/Essen

Das Freie Forum und LBU möchten gerne einen „Fleischzusatzpreis“ von einem Euro, da sonst das Fleisch von den „Nichtfleischessern“ subventioniert wird. Andere Schulen in der Region würden das schon so machen.

Der Vorschlag der SPD wurde mehrheitlich angenommen

Grundschüler (Klassen 1 bis 4) 4,50 €/Essen
Sekundarstufe (Klassen 5 bis 10) 4,80 € und Lehrkräfte 7 €/Essen

Alle sind sich einig, einen regionalen Anbieter zu finden – es wurden einige Vorschläge gemacht. Auch muss man da wissen, dass regionale Qualität sicher nicht günstiger wird.

TOP9
Schulhofneugestaltung Mundelfingen

Die Schulhofumbauarbeiten beinhalten das Umsetzen der Tischtennisplatte, ein Gartenschrank zur Spielgerätelagerung, 2 neue Kletteranlagen auf einem Fallschutzbelag, ein aufgemaltes Hüpfspiel, sowie ein aufgezeichnetes Fußballfeld mit 2 Kleinspielfeldtoren und einem seitlichen Ballfangzaun. Auch eine neue Liegefläche auf einem Holzdeck und ein Pflanzbeet wird geschaffen.

Eine kulturelle Erfolgsgeschichte besteht seit 10 Jahren

Gelesen von Maria Simon

E erfolgriiche Kulturgschicht bestoht sit Zeh Johr

Vor Zeh Johr, anne 2014, hät d`Bürgerstiftung Eschingen noch em aalte Bruuch vum „Z`Liicht gau“ en Runde Tisch is Lebe gruefe, a dem mer D`Mundart schwätze, pflege und am am Lebe bhalte will. De Teschtes war de unermüdlich, hoemetverliebt Pfohremer Ernst Zimmermaa. Dass es mit de Mundart nit am Beschte bschtellt isch, des hät ein Auschtralier, de Karl Bodnaruk vu down under, vu Sidney, in ere Studie scho uussigfunde. Er sait mir Baaremer Mundartler mond jetzt selli tapfer sii, es dät s Loch ab gau.

E ganz klei weng wemers aber verhebbe mit dere Mundartrundi. Die trifft sich jede Monet am Dunschtig Obet um 19:30 im Mehrgenerationehuus i de Schuelstrooss. A dene Obet schwätzet mer über Stadtgschichte, über Oegeheite vu de Boor und mir leset iis gegesiitig ebe i Mundart selber erlebte, erfundene, erlebte Erinnerunge und Erlebnis vor. Mir hond iis vorgnomme des au manchmol doppelsproochig uff z`schriebe und vorz`läse. Scho anne 2016 hät mer e Buech selli erfolgriich uussibroch mit dem Titel: „Eschinger Gschichte“ wa in grosse Ufflag schnell vergriffe war. Au des isch zweisprochig i Buechsproch und i Baaremer Mundart. Und es liit e CD debei wo mer sich während em Lese die Gschichte aalose khaa.

E ganz grossi Kummedi isch nämli, dass im Gegsatzt z.B. vu de Schwiitzer , kaum no ebber Mundart lese kha, mit höre gohts ebbe besser. So sind über 200 Mundartgschichte entstande. Au e doppelsproochig Büechle über d Eschinger Bürschtekultur und e Bilderbüechle für Jung und Alt über d Kirnberger Wasserkraft. Oe Gschicht hät sogar en Literaturpreis vum Landkreis griegt. Sit e paar Johr wered vill Gschichte au im Hieronymus, em Hifinger Internetufftrit über Politik, Kultur, Molerei, Gschicht und ebe Kurzgschichte aabote. Die meischte wered au vu de guete Mundartvorleseri, de Maria Simon us Aamedshofe, lebendig vortrait. Z`Liicht findet also zwischeziitlich au im Netzt statt. Mit eme kleine Feschtle am Dunnschtig Obet, 12.12.2024 , um 19:00 , i de Schuelstrooss word über die Erfolgsgschicht vu de Bürgerstiftung bestimmt wieder lebhaft zogatet.

D Mundart word nit so schnell untergau, und wenn doch, erfahreters bei de Bürgerstiftung und im Hieronymus z`erscht

Asiatische Hornisse

Liebe Bürgerpostleser, 

heute eilt es etwas, außerdem ist das Thema recht komplex. Deshalb mache ich sozusagen heute den Einstieg. Die Bilder habe ich dankenswerter Weise von Ralf Claasen aus Villingen bekommen. Er ist ehrenamtlich im Naturschutz tätig und ist Ansprechpartner, wenn ein Wespen- oder Hornissennest im häusliche Umfeld umgesiedelt werden muss. 

Sehen Sie das Etwas auf dem Bild oben, was wie eine dichte Mistel aussieht? Okay, Pusteblume, das ist ein typischer Platz für das Nest der asiatischen Hornisse, immer sehr hoch oben in Bäumen. Sie ist eine invasive Art, die vor ein paar Jahren in der Nähe von Karlsruhe entdeckt wurde. 

Raten Sie mal, in welcher Stadt dieses Nest entdeckt wurde? In Schramberg, kurz vor unserer Haustür. Ich bin gespannt, wann die Baar auch erobert wird, wahrscheinlich geht es nicht mehr lange. Da die invasive Art Honigbienen als Leibspeise ansieht, ist es leicht verständlich, dass auch die EU eine rigorose Bekämpfung vorsieht. Wie das geht? Durch Entnahme der Nester und die Vernichtung der Insekten. Darum geht es im nächsten Beitrag. Was sehr erstaunlich ist, ist die Zunahme dieser Biester. Es ist eine ungemeine Dynamik zu sehen. 

Unter https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/invasive-arten finden sich auch Meldewege bei Sichtung.

Für mich war interessant, dass die Aufnahmen vom 27. Oktober 2024 stammen, also erst als das Laub sich lichtete. Mein Hornissennest auf dem Speicher war zu dem Zeitpunkt schon längst Vergangenheit.

Unten das Entfernen des kugelförmigen Nestes dass noch lebende Hornissen zu sehen sind. Die großen sind alles Jungköniginnen, die für weitere Verbreitung 2025 sorgen würden. 

Also, das war Teil 1. Im Teil 2 geht es um weitere Details

Herzliche Grüße 
Franz Maus  

Kontroverse um die Erweiterung des Baugebietes „Im Einfang“ in Sumpfohren

Dietrich Weller im Namen des NABU (Naturschutzbund Deutschland) Landesverband
Baden-Württemberg e.V. am 9.12.2024

Hannah Miriam Jaag am 24.10.2024 in der Gemeinderatssitzung

Zur Einführung ging das Büro Gfrörer 34 Minuten auf die einzelnen Einwendungen in der Abwägungstabelle ein. Der Ortschaftsrat stimmte dem Baugebiet einstimmig zu.

Der Gemeinderat beschließt mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung den Bebauungsplan.

Bebauungsplan „im Einfang -Erweiterung“

Baugebiet Sumpfohren wieder im Gemeinderat

Hannah Miriam Jaag am 23.Oktober 2024

Nächsten Donnerstag, am 24. Oktober 2024 kommt das alles wieder als TOP 6 auf die Tagesordnung. Die Geschichte des seit 10 Jahren schwellenden Konfliktes lässt sich anhand von hunderten Seiten (oder sind es tausende?) hier bei der Stadt Hüfingen runter laden oder anschauen.

Also der Aufstellungsbeschluss war am 27.06.2019 und folgende Unterlagen sind auf der Seite der Stadt hierzu:

  1. Abwägungsprotokoll der frühzeitigen Beteiligung in der Fassung vom 01.10.2024
  2. Abgrenzungsplan mit Geltungsbereich in der Fassung vom 01.10.2024
  3. Zeichnerischer Teil Bebauungsplan (Entwurf) in der Fassung vom 01.10.2024
  4. Planungsrechtliche Festsetzungen (Entwurf) in der Fassung vom 01.10.2024
  5. Örtliche Bauvorschriften (Entwurf) in der Fassung vom 01.10.2024
  6. Begründung zum Bebauungsplan (Entwurf) in der Fassung vom 01.10.2024
  7. Umweltbericht in der Fassung vom 01.10.2024
  8. Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag in der Fassung vom 01.10.2024
  9. Natura 2000-Vorprüfung Vogelschutzgebiet ‚BAAR‘ (8017-441) in der Fassung vom
    01.10.2024
  10. Maßnahmenkonzept für den Rotmilan in der Fassung vom 01.10.2024
  11. Geruchs-Immissionsprognose in der Fassung vom 30.08.2021
  12. Schalltechnische Untersuchungen in der Fassung vom 28.11.2022

Kontroverse um das neue Baugebiet Sumpfohren

Hannah Miriam Jaag am 05. Mai 2023

Ausschnitte aus dem öffentlichen Bebauungsplan „Im Einfang – Erweiterung“
Aushang über die Ortsbesichtigung

Heute war der Petitionsauschusss vom Landtag aus Stuttgart in Sumpfohren, um das geplante Baugebiet „Im Einfang-Erweiterung“ zu besprechen.

Wie oben ersichtlich war die Aussprache von 13:00 Uhr bis 14:35 Uhr im Rathaus. Anwesend waren die Landtagsabgeordneten Georg Heitlinger (Berichterstatter), Armin Waldbüßer und Niko Reith. Weiter eine Reihe Damen und Herren vom Regierungspräsidium Freiburg und vom Landratsamt Schwarzwald-Baar.

Hier gibt es ein paar Eindrücke:

Niko Reith begrüßt die Vertreter aus Stuttgart und vom LRA Schwarzwald-Baar Kreis
Der Berichterstatter und Landtagsabgeordnete Georg Heitlinger erklärt den Petitionsausschuss.
Niko Reith im Gespräch mit Katharina Bogenschütz.
Der Landwirt Bogenschütz trägt sein Anliegen vor.
Die Anhörung beginnt.
Max Bogenschütz erläutert die Probleme mit dem geplanten Wohngebiet.

Sorry, für die Ausschnitte der Fotos, aber ich saß relativ hinten.

Letztendlich konnte sich der Ausschuss das nun anhören und kann Kompromisse vorschlagen. Allerdings hat er wohl keine Weisungsbefugnis

Es gab eine lange Diskussion mit vielen Stellungnahmen. Ich habe einige angefragt und möchte diese gerne hier unten veröffentlichen. Deshalb will ich jetzt gar nicht viel dazu schreiben und zeige hier nur erst mal die Kuhwiese, um die es geht.

Unter der Kuhwiese kommen dann die Stellungnahmen vom LNV, vom Nabu und alle anderen, die mich hoffentlich bald per E-Mail erreichen.
Also, jeder, der was zu sagen hat: Bitteschön!


Stellungnahme zum Bebauungsplan des Wohngebiets „Im Einfang – Erweiterung“ in Hüfingen – Sumpfohren

Dietrich Weller am 05. Mai 2023, NABU -Schwarzwald-Baar

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bedanken uns für die Beteiligung im o,., Verfahren. Diese Stellungnahme erfolgt auch im Namen des NABU (Naturschutzbund Deutschland) Landesverband Baden-Württemberg e.V.

Die beabsichtigte Erweiterung geht aus unserer Sicht mit vielen Problemen einher, die durch die Planung nicht gelöst, ja zum Teil verschärft werden.

Seit jeher weisen wir darauf hin, dass jede überbaute Fläche eine Fläche ist, die für andere Nutzungen, insbesondere landwirtschaftliche, verloren geht. Dies führt zwangsläufig zu einer Intensivierung der Nutzung auf den verbleibenden Flächen. Angesichts des Krieges in der Ukraine halten wir hier eine deutlich stärkere Gewichtung dieses Belanges für angemessen. Viele Landwirte klagen über die steigenden Preise für Düngemittel und Pestizide. Diese werden zumindest bei ökologischer Landwirtschaft nicht erforderlich. Da Düngemittel und Pestizide bei der Herstellung mit dem Verbrauch von Erdgas zu verbinden sind, macht es Sinn auf diese Aspekte verstärkt zu achten.

Wir haben leider feststellen müssen, dass ein echtes prüfen der Unterlagen auf Richtigkeit de facto nicht möglich ist. Dies liegt daran, dass die herangezogenen Rechtsgrundlagen nicht vollständig mit der Nennung der Fassung genannt werden. So haben wir im Internet einen Hinweis gefunden, dass die Geruchsimmissionsrichtlinie Baden-Württemberg (GIRL) mit der Verabschiedung der TA-Luft 2018 außer Kraft getreten ist. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es uns im Rahmen unserer ehrenamtlichen Tätigkeit bisher nicht möglich war herauszufinden war, welche Vorschriften im vorliegenden Fall anzuwenden sind.

Wenn wir die alte GIRL anwenden, so kommen wir zu einer deutlichen Überschreitung der Grenzwerte, denn die Tiere werden ungefähr ein halbes Jahr auf der Weide gehalten, verbunden mit entsprechenden Gerüchen. Dies sind aber deutlich mehr als 10 Prozent der Jahrestage.

Auch beim Lärmgutachten stellen wir uns Fragen: Der vorgegebene Grenzwert wird knapp unterschritten. Da die VDI-Richtlinien nur gegen teure Bezahlung verfügbar sind (was eigentlich in einem Rechtsstaat ein Unding sein sollte, da nach ihnen entschieden wird), sehen wir uns nicht in der Lage die Aussagen des Gutachtens zu prüfen. Uns ist jedoch bekannt, dass Gutachter beim Lärm Zu- und Abschläge von bis zu 3 Dezibel (was einer subjektiven Lärmverdoppelung entspricht) vornehmen dürfen. Zumindest dies sollte klar erkennbar sein.

Ferner fällt beim Lärmgutachten im Vergleich mit dem Geruchsgutachten auf, dass die Auswirkungen einer Erhöhung der Tierzahl nicht berücksichtigt ist.

Wir können uns nicht wirklich vorstellen, wie man im Sommer auf seiner Terrasse sitzt, Kaffe und Kuchen vor sich, und dann von Fliegen der verschiedensten Arten umschwirrt ist. In einem reinen Wohngebiet würden wir jedenfalls etwas anderes erwarten.

Zum Artenschutz gilt das bezüglich der Rechtsgrundlagen. Hier stellt sich uns im Hinblick auf die FFH-Prüfung die Frage, ob die jüngste Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes Eingang gefunden hat. Insbesondere fehlt aus unserer Sicht eine Prüfung der Bedrohung von nicht FFH-Arten.

Das Herausnehmen kleinerer Flächen aus Schutzgebieten ist eine kreisweit übliche Praxis geworden. Diese Verluste und Verluste anderer bei der Ausweisung der Vogelschutzgebiete nicht berücksichtigter Nahrungsflächen für den Rotmilan, Weißstorch und andere sind jedoch in ihrer Summation zu betrachten. Der Hinweis auf landesweit zunehmende Rotmilanbrutpaare zieht hier nicht, denn unsere Zählungen belegen für den Schwarzwald-Baar-Kreis ein Beharren auf einem etwa gleichen Niveau mit Spitzen- und Tiefwerten über die letzten fast 30 Jahre.

Die Berechnung der Ökopunkte ist für uns nicht wirklich nachvollziehbar und erscheint von den Ansätzen her widersprüchlich. Hier sind zumindest ergänzende Erläuterungen erforderlich.

Wir bitten auch zu prüfen, ob es Sinn macht Abwasserhebeanlagen notwendig zumachen, die wartungs- und damit kostenintensiv sind, und dummerweise meist dann ausfallen, wenn man sie am meisten braucht, z.B. bei Gewittern.

Da es sich um die frühzeitige Beteiligung handelt, sind hier, die aus unserer Sicht wichtigsten Klärungspunkte dargestellt. Wir behalten uns das Einbringen weitere Punkte vor und stehen gerne zu erläuternden Gesprächen bereit.

Wir bitten um eine Einbindung im weiteren Verfahren.


Hüfingen-Sumpfohren, BP “Im Einfang-Erweiterung”, frühzeitige Anhörung

Hildegard Körner, LNV Arbeitskreis Schwarzwald-Baar, im Auftrag des Landesverbandes BUND, Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

diese Stellungnahme zum oben genannten Verfahren erfolgt im Auftrag des NABU Landesverbandes von Baden-Württemberg, des BUND Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg und des Landesnaturschutzverbandes von Baden-Württemberg. Vielen Dank für die Überlassung der Unterlagen und der Gelegenheit zur Stellungnahme.

Wie in der Begründung ausgesagt wird, soll durch den Bebauungsplan „eine geordnete städtebauliche Entwicklung des Plangebiets sichergestellt werden“. Dies wird mit dem vorgelegten Plan zwar innerhalb der Vorhabensfläche erreicht, aber keinesfalls im Bezug auf sein Umfeld:

In direkter Nachbarschaft befindet sich ein landwirtschaftlicher Betrieb mit seiner Hofstelle. Das nächstgelegene Stallgebäude ist gerade mal 70m entfernt. Die Weideflächen grenzen direkt an das Baugebiet. Die Zufahrt zum Hof erfolgt z.T. durch den Hofenweg, an den das Baugebiet angrenzt.

Konflikte wegen Lärm und Gerüchen mit den Bewohnern des geplanten Wohngebietes sind daher vorprogrammiert – z.T. bestehen sie bereits – und würden die Weiterexistenz und –entwicklung des biologisch-dynamisch (Demeter) wirtschaftenden Hofes massiv gefährden. Und das in Zeiten, in denen die Förderung der biologischen Landwirtschaft jüngst gesetzlich beschlossen wurde (Biodiversitätsstärkungsgesetz)!

Wie berechtigt unsere Befürchtungen sind zeigen die in der Begründung errechneten Immissionswerte, die nur wenige Zehntel unter den zulässigen Grenzwerten liegen. Abgesehen davon, dass die Berechnungsmethode und Grundlagen nicht dargestellt sind, liegen die angenommenen Tierzahlen unter den Zahlen, die dem Geruchsgutachten zugrundegelegt wurden. Die Entwicklung des Betriebs mit zunehmenden Tierzahlen – wie im Geruchsgutachten berücksichtigt – fehlt zudem völlig. Auch

die Annahme: Milchkühe „in geringem Umfang auf einer Wiese“ ist schlicht falsch, weil gerade bei einem Demeter-Betrieb der Weidegang die Regel und täglich ist. Im Sommer stehen die Kühe wegen der hohen Temperaturen tagsüber nachts auf der Weide.

Daher müssen wir davon ausgehen, dass die Grenzwerte der TA Lärm sicher nicht eingehalten werden können.

Für eine Weiterverfolgung der Planung wäre ein fundiertes Lärm-Gutachten mit realistischen Annahmen einschließlich Entwicklung des Betriebes erforderlich.

Leider zeigen die Erfahrungen hier und aus anderen Orten, dass auch bei Einhalten der Grenzwerte Tierstimmen und –gerüche, Erntearbeiten und andere landwirtschaftliche Tätigkeiten am Hof gerade in Neubaugebieten zu Konflikten führen, in denen oft Menschen wohnen, die emotional und vom Verständnis weit von der Landwirtschaft entfernt sind. Diese Konflikte für einen etablierten, zukunftsfähigen Biobetrieb in Kauf zu nehmen, zählen wir nicht zu einer „eine geordnete städtebauliche Entwicklung“ und unfair den Betreibern gegenüber.

Daher lehnen wir den Bebauungsplan ab.

Hinzu kommen noch folgende Punkte:

  • Betroffenheit EU-Vogelschutzgebiet (VSG) Zwar liegt nur ein kleiner Teil des Plangebietes im VSG, aber Horstplätze der FFH-Arten Rotmilan und Weißstorch liegen in unmittelbarer Nähe. Dazu eine Korrektur des NATURA-Vorprüfung: Alleine auf der Baar ist der Weißstorchbestand inzwischen auf über 40 Paare angestiegen (und nicht wie dargestellt 4 Paare!), auch in Sumpfohren brüten mehrere Paare. Nahrungshabitate, wozu für beide Arten auch Weiden gehören, in unmittelbare Horstnähe (<1km) sind als essentiel einzustufen, Verluste ab 10 ha erheblich. Angesichts der Baugebietsplanungen in den umliegenden Ortschaften Neudingen, Behla, Fürstenberg (alle < 3km Radius) ist die Summation in der Verträglichkeitsprüfung darzustellen. Die Aussage dort, es seien keine weiteren Vorhaben bekannt, ist ein weiterer Fehler des Gutachtens.
  • Grundstücksgrößen/ Bauweise:
    Mit den dargestellten Grundstücksgrößen und Zahl der Vollgeschosse ist eine Einzelhausbebauung mit max. 2 WE zu erwarten. Damit wird weder die angestrebte Einwohnerdichte von 50EW/ha erreicht, noch der „großen Nachfrage nach Wohnraum“ (Begründung) Rechnung getragen. In dieser Situation erwarten wir die Festsetzung kleinerer Grundstücke und Reihenhäuser, die die o.g. Einwohnerdichte auch erwarten lassen.
  • Grünordnung Baumpflanzung :
    Die Festsetzungen geben 1 Baum/200 m2 Grundstückfläche vor. Soll aus dem Neubaugebiet ein Wald entwickelt werden? Angesichts einer Überbaubarkeit von 60% halten wir das für völlig unrealistisch und ist der Versuch den Ausgleich zu minimieren.
  • Grünordnung Heckenpflanzung:
    Die „geordnete städtebauliche Entwicklung“ sieht eine Heckenpflanzung nach SO zur Eingrünung vor (vgl. Begründung). Warum nicht auf ganzer Länge?
    Zudem ist die Eingrünung dem Gesamtgebiet zuzuordnen und daher eine öffentliche Aufgabe. Die Festsetzung auf Privatgrundstücken halten wir wegen der fraglichen korrekten Umsetzung und Dauerhaftigkeit für nicht angebracht.
  • Retentionsmulde
    Die in der Begründung erwähnte „Naturnahe“ Gestaltung der Retentionsmulde ist weder festgesetzt noch so bilanziert. Bevor zusätzlich Flächen für den Ausgleich benötigt werden, wäre das Potential dieser Fläche auszuschöpfen z.B. mit einem gewissen Dauerstau, naturnaher Gestaltung der Form und Böschungen, naturnaher Vegetation (Hochstaudenflur) u.ä.

Wir bitten um weitere Beteiligung am Verfahren.

Mit was sich die Kinder des Kohlenbrenners Christoph beschäftigen,

und wie sie den Bruder Martin zuweilen besuchen.


Christoph, der Kohlebrenner hatte mehrere Kinder, welche oft zu dem freundlichen Waldbruder in seine Felsenwohnung kamen. Besonders geschah dies zur Winterszeit, wo die Kinder nicht wie im Sommer im Wald und Feld beschäftigt waren; denn alle, das Kleinste ausgenommen, waren beflissen, ihren Eltern bei der Sorge für den täglichen Lebensunterhalt getreulich an die Hand zu gehen.

Gotthard, der älteste Knabe, war stets der Gehilfe des Vaters auf dem Kohlplatz im Walde. Ein kleines hölzernes Hüttlein war ihre Wohnung, wo sie ihre Suppe kochten und nachts je einer von ihnen der Ruhe genoß, während der andere draußen bei dem brennenden Meiler die Wache hielt, um fleißig zu schüren und acht zu haben, dass der Haufe nicht in Flammen gerate, weil alsdann das Holz, statt langsam zu verkohlen, in Asche verwandelt würde.

Das war denn für den jungen Gotthard eine Lust, wenn er in stiller Nacht beim glühenden Meiler stand, über ihm das endlose Heer der Sterne und alles rund umher, so geheimnisvoll und lautlos, und nur das Wasser rauschte im fernen Waldthale.

In solchen Augenblicken wurde das Herz des Jünglings oft wunderbar bewegt, und Worte und Sprüche kommen ihm in den Sinn, die er von Bruder Martin oder sonst gehört hatte. Fast unbewußt lispelte dann sein Mund die Worte:

„Wenn ich, o Schöpfer Deine Macht,
Die Weisheit Deiner Wege,
Die Liebe, die für alle wacht,
Anbetend überlege:
So weiß ich von Verwundrung voll,
Nicht wie ich Dich erheben soll,
Mein Gott, Mein Herr und Schöpfer.“

Und wenn nach treu durchwachter Nacht der erste Strahl des Lichtes die Dämmerung verscheuchte, so unterließ der junge Köhler nie, sein andächtiges Morgengebet zu sprechen. Während Gotthard also im Walde seine Geschäfte betrieb, half Christine, die ältere Schwester auf andere Art den ihrigen das tägliche Brot verdienen.

An die heimatliche Waldgegend stieß eine große weite Ebene, in welcher viele Bauern hausten, die so viel Korn und Gerste pflanzten, dass sie zur Erntezeit mit den eigenen Leuten nicht ausreichten und fremde Schnitter und Schnitterinnen brauchten, die ihnen das Getreide schneiden und unters Dach bringen helfen mußten. In diese Gegend nun zog auch Christine, wo sie als fleißige Schnitterin Dienste tat, und Klärchen, ihr jüngeres Schwesterlein, begleitete sie, um dort mit Ährenlesen sich zu beschäftigen.

Unter Segnungen und Ermahnungen wurden die beiden Mädchen jedes Mal von der Mutter entlassen, wenn sie von Hause weg in die Ebene, zu den Bauern zogen.

Frühe vor Tag, beim ersten Hahnenschrei, zogen sie alsdann dort hinaus mit dem übrigen Gesinde auf die Kornfelder; und während Christine mit den Anderen rüstig die Sichel handhabte, oder die Frucht in Garben binden half, folgte Klärchen mit ihrem Säcklein hinten nach, die verzettelten, liegengebliebenen Ähren aufzulesen; und wenn nach heißem Vormittag die Schnittersleute rings im Schatten eines Baumes sich gelagert hatten, um ihr Mittagsmahl einzunehmen, wurde jedes Mal das fleißige Kind herbeigerufen und zu Gaste geladen.

Nach vollbrachter Tagesmühe, wenn der Mond und sein Begleiter, der liebliche Abendstern, bereits die laue Sommernacht bestrahlten, zogen sie unter munteren Gesängen heim in die Dörfer und Höfe ihrer Dienstherren, wo die warme Suppe oder das Habermuß für die Heimgekommenen schon auf dem Tische dampfte. Auch hier durfte die Kleine wieder bei den anderen Platz nehmen und nach Belieben zugreifen; aber nie geschah dieses, ohne vorher ein andächtiges Tischgebet gesprochen zu haben. Ebenso auch beim Schlafengehen, wenn beide noch so schläfrig und müde in die finstere Kammer kamen, unterließ die Ältere nie, mit der kleinen Schwester ihr Sprüchlein herzusagen.

Nach der Erntezeit, wenn die Schwalben und Störche sich zum Wegzuge rüsteten, wanderten auch die beiden Schwestern wieder ihrer Heimat zu. Christine mit ihrem wohlverdienten Lohn in der Tasche und Klärchen mit einem Sack voll Lesefrucht, dessen größte Hälfte oft noch vom Bruder auf einem Karren abgeholt werden mußte.

Später, wenn schon kalte Winterstürme über die toten, schneebedeckten Fluren sausten und Alle Arbeit in Feld und Wald einstellten, besuchten die Kinder fast täglich den Bruder Martin. Als sie nach längerer Zeit wieder einmal dahin kamen, um zum Ersten Mal den Bären erblickten, wie dieser behaglich ausgestreckt vor dem Eingang der Hütte lag, fürchteten sich die Kleinen und wollten wieder umkehren. Wolfgang, der Jüngste unter den Geschwistern, schrie und lärmte aus Leibeskräften, so dass Bruder Martin schleunigst herbeikam, um zu sehen, was vorgefallen sei. – Er ging den Kindern entgegen und führte sie in die Zelle, wo sie bald mit Bläß so vertraut wurden, dass sie mit ihm, wie mit einem Pudel, spielen und allerlei Possen treiben durften.

Die Klause des Waldbruders war überhaupt der Lieblingsaufenthalt der Kinder. Es war auch gar kurzweilig bei dem guten Altvater. Nicht nur die Kinder fühlten sich heimisch bei ihm, auch die scheuen Tiere des Waldes fanden sich angelockt, in seiner Nähe zu kommen. – Es schien, als verbreite der stille Gottesfriede in der Umgebung des heiligen Mannes seine gewinnbringende Macht auch auf die wilden Bewohner der Wildnis.

Gar lustig war es anzusehen, wenn morgens früh die Vögelein dicht geschaart in den Zweigen der Eiche über der Felsenzelle saßen, und wie dann beim Heraustreten des Waldbruders alle zumal mit großem Geschrei um ihn herum flatterten und das Frühstück forderten, welches er ihnen gewöhnlich zu bringen pflegte. – Im Winter, wenn Bäche und Bächlein zugefroren, kamen in kalten, mondhellen Nächten oft ganze Rudel Hochwild, Hirsche und Rehe aus den Wäldern um an dem Brünnlein vor der Hütte ihren Durst zu löschen, oder das Wischlein Heu wegzuschmausen, welches der Bruder für sie hingeworfen hatte.

Manchen Tieren behagte es so sehr in Martins Klause, dass sie für immer daselbst ihre Wohnung aufschlugen. Oben im Dache zum Beispiel hatte sich ein paar wilde Tauben eingenistet. Im Inneren leistete ein zahmes Eichhörnchen dem heiligen Bruder beständig Gesellschaft und belustigte ihn durch seine Sprünge. Und wenn er ausging, so setzte sich das mutwillige Tierlein in die Kapuze seines härenen Gewandes und machte keck den Spaziergang mit.

Nebst solcher Kurzweil fanden die Kinder auch sonst noch allerlei nützlichen Unterricht bei ihrem Freunde. Nicht nur im Lesen und Schreiben unterwies er sie. Auch im Strohflechten und anderen Handarbeiten machte er ihr Lehrer. – Das Liebste jedoch war den Kleinen, wenn er ihnen erzählte: von Kain und Abel, vom ägyptischen Joseph, vom Hirtenknabe David, von Daniel in der Löwengrube und anderen biblischen Geschichten.

Die größte Freude verursachte ihnen aber die Art und Weise, wie der freundliche Altvater sie am heiligen Weihnachtsfeste überraschte.

Es war dies ein sogenanntes Kripplein, oder eine bildliche Weihnachtsvorstellung.

Einige Wochen vor der heiligen Weihnachtszeit hatte Martin seine Freunde in dem Kloster besucht und dort einen alten Mönch kennengelernt, welcher in der Bildhauer und Malerkunst wohl erfahren war. Dieser Meister hatte unserem Bruder als Beweis seiner besonderen Zuneigung verschiedene schöne, hübsch bemalte Figürchen, die heilige Familie und mehr anderes vorstellend, zum Geschenke gemacht. Bruder Martin hatte sich vorgenommen, dieselben zur Freude und anmutigen Belehrung der Kinder in passenden Gruppen in seiner Zelle aufzustellen. – Kaum konnten die Kinder die Zeit erwarten, wo die Herrlichkeiten alle enthüllt und ihnen gezeigt werden sollten. – Klärchen und Wolfgang zählten Tage und Stunden bis zum heiligen Tag, – denn bis dahin hatte der gute Martin sie zu vertrösten gesucht.

Mit Hilfe des Kohlbrenners Christof hatte Martin eine nischenförmige Vertiefung in die Wand seiner Zelle gemeißelt und aus Moos und Rinde eine artige Landschaft hineingebaut. Ein malerisches Gebirge mit einer Hütte, im Hintergrund eine Stadt mit vielen Türmen. In dieser Berglandschaft, welche das Heilige Land vorstellen sollte, wurden die Figürchen postiert und befestigt. Der heilige Tag nahte heran. Die Kinder konnten vor Freude und Erwartung die ganze Nacht vorher kein Auge zutun, und das kleine Klärchen fragte alle Augenblicke die Mutter, ob denn das Christkind noch nicht komme und warum es so lange nicht morgen sei.

Am Heiligen Abend begaben sich die Kinder, begleitet von ihren Eltern, zu Bruder Martin: was sie jedoch dort Freudiges sahen und hörten, soll im nächsten Kapitel ausführlich dargestellt und erzählt werden.

Deines Heiles mich zu freuen,
Laß mein Herz dein eigen sein;
Heiland, Dir will ich es weihen,
Ewig, ewig sey es Dein!
Komm‘ und bringe uns den Frieden,
Den Du Jenen hast beschieden,
Die da guten Willens sind;
Komm zu uns, O göttlich Kind!

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Wie Bruder Martin einen Gesellschafter bekam,

und wie ihm dieser das Leben rettete.

Eines Tages ging Bruder Martin in den Wald, um dürres Holz zu holen, womit er Feuer in seiner Zelle machen wollte, weil die Witterung rau und unfreundlich zu werden begann. Eine ziemliche Strecke war er schon unter den hohen Tannen fortgewandelt, als plötzlich ein großer Bär aus dem Gebüsche brach und schnurstracks auf ihn zukam. – Der gute Mann erschrak nicht wenig, es stand ihm nichts zu Gebote, womit er sich wehren konnte, als etwa der Stock, auf den er sich im Gehen stützte. – Zu seiner Verwunderung jedoch gebärdete sich das Tier demütig und gar nicht unartig, wie sonst Bären tun. Es winselte kläglich und hinkte, indem es die vordere Tatze in die Höhe hob. Auf den verdutzten Waldbruder zu. Dieser merkte jedoch bald, wo es dem Tiere fehle. Er sah, dass in der aufgehobenen blutigen Tatze ein scharfer Dorn steckte. Es gelang ihm, den Splitter herauszuziehen, und da in der Nähe ein Bächlein floss, so wusch er sorgfältig die blutende Wunde und verband die mit feuchtem Moos und Waldgras.

Der Bär bezeigte sich dankbar, was sonst nicht Sache wilder Tiere ist. Er leckte seinem Arzte erkenntlich die Hand, brummte, als wolle er sich bedanken, und lief fort in das Dickicht.

Der Waldbruder ging wieder an sein Geschäft, und wollte eben sein Holzbündel schnüren, als er abermals im Gebüsch rauschte und der schnaubende Bär zum Zweiten Male zum Vorschein kam. Diesmal hielt er ein Kaninchen im Rachen, welches er im Walde erjagt hatte und jetzt seinem Wohltäter zu Füßen legte. Der fromme Bruder lächelte, dankte Gott für den Braten, legte das Thierlein oben auf den Bündel und schickte sich an, die Last auf die Schultern zu heben und nach Hause zu tragen. Aber siehe, der Bär suchte dieses zu verhindern, und gab durch Brummen und allerlei Bewegung zu verstehen, dass er dieses Geschäft verrichten wolle. Als Bruder Martin sah, dass der Bär sich durchaus nicht anders zufrieden geben wolle, legte er ihm die Bürde auf den zottigen Rücken, befestigte sie mit einem Strick, den er um den Leib des Tieres schlang, und trat in Gottes Namen mit seinem Begleiter den Heimweg an.

Das treue Tier war vor dieser Zeit so anhänglich, dass es nicht mehr von seinem Wohltäter weichen wollte. Der Waldbruder gab ihm den Namen Bläß und wies ihm ein eigenes Plätzlein in der Höhle an. Der neue Hausbewohner zeigte sich so gelehrig, dass er bald allerlei Geschäften verrichten konnte. – Jedesmal, wenn der Bruder in das Holz ging, so begleitete ihn Bläß und trug ihm wie ein fleißiger Knecht die Bürde heim: auch beim Hüten der Ziegen war er zu gebrauchen; er bewachte die Tiere wie ein Hund und trieb sie abends von selbst wieder in den Stall, und was das Beste bei alldem war Bläß sorgte selbst für seine Nahrung: jeden Morgen früh vor Tag begab er sich in den Wald, um zu jagen, und selten kehrte er zurück, ohne auch etwas von dem Fange, seinem Herrn zum Frühstück mitzubringen.

Einmal rettete sogar der Bär dem Waldbruder das Leben. – Ein verzweifelter Mensch, der nur von Raub und Diebstahl lebte, hielt sich seit einiger Zeit in den umliegenden Wäldern auf. Er hatte bei einer alten heidnischen Zigeunerin, welche sich mit Wahrsagen und anderem untrüglichen Künsten abgab und im Walde wohnte, bereitwillig Unterkunft gefunden. Dieses böse Weib aber war gegen den Bruder Martin feindselig gesinnt wegen seiner Frömmigkeit und Gottesfurcht, und weil er die Leute im Guten unterwies und vor Irrtümern zu bewahren strebte. Sie hatte ihrem Schützlinge, dem Räuber, vorgespiegelt, der Waldbruder besitze große Schätze und Wunderdinge, die er aus dem heiligen Lande mitgebracht habe: er sei im Besitze, suchte ihn das Weib glauben zu machen, eines Ringes mit einem köstlichen Karfunkelstein, welcher die Kraft habe, dass demjenigen, der ihn trage, das Geld in der Tasche nie ausgehe; auch ein Tischlein habe er, dem man nur die Worte: Tischlein deck dich! zurufen dürfe, um sogleich die ersten Leckerbissen und köstlichsten Weine darauf serviert zu sehen. – Dem abergläubischen, genugsüchtigen Menschen wässert sich schon im Voraus der Mund nach diesen Kostbarkeiten, und er beschloß, den frommen Bruder zu ermorden und ihm alles zu rauben.

In einer finsteren Nacht schlich er sich zur Klause des guten Mannes. Schwarze, im Winde vorüberziehende Wolken verdeckten das Licht des Mondes. Geräuschlos hatte der Bösewicht den Zaun am Eingang der Wohnung erstiegen, und sich stille durch die offene Türe, welche der Waldbruder zuzuriegeln vergessen, in die Zelle eingeschlichen. – In der Hand ein scharfes Beil, näherte er sich dem Orte, wo er, wie er wähnte, den Waldbruder laut schnarchen hörte. – Schon hob sich die mit dem Mordinstrumente bewaffnete Hand – da ertönte urplötzlich ein entsetzliches Brummen. – Eben tritt der Mond hinter den fliehenden Wolken hervor und wirft seine Strahlen durch die offene Tür der Hütte. – Welch ein Todesschrecken! – Eine furchtbare zottige Gestalt richtet sich vor dem entsetzten Räuber auf und schlägt ihn mit gewaltiger Tatze zu Boden. – Der entsetzte Bösewicht glaubt nicht anderes, als den leibhaftigen Satan vor sich zu haben: – Pardon! Schreit er heulend und zähneklappernd, Pardon, gnädiger Herr, verschont mich nur diesmal noch, ich will euch ja gern Seele und Leib verschreiben – und alles tun, was ihr wollt – nur schenkt mir das Leben. Bruder Martin, den dieser Lärm vom Schlaf erweckte, erstaunte nicht wenig, eine so seltsame Szene vor sich zu sehen. Der ergrimmte Bär war eben im Begriff, dem bebenden Räuber seinen Lohn zu geben, als der Bruder schnell von seinem Lager aufsprang, und dazwischen tretend, abwehrte. Der Bär ließ seinen Mann los und zog sich brummend zurück.

Der Waldbruder aber wendete sich zu dem zitternden, im Mondlicht auf dem Boden liegenden Menschen und fragte, was ihn hierher führe und was er wolle. Der zerknirschte Räuber gestand sogleich sein böses Vorhaben und bat, indem er die Knie des heiligen Mannes umfaßte, flehentlich um Verzeihung. – Bruder Martin, der die Gefahr, in welcher er geschwebt, überschaute, blickte gen Himmel und sprach mit den Worten des Psalmisten:

Herr! lehr‘ uns, unsere Tage zählen, * Dass unsre Herzen Weisheit lernen.
Ergieß‘ in uns der Gnadenfülle, * Und leit und stets auf Deinem Wegen.
Sey unser Schild und unsre Stärke, * Wenn Todesschrecken sich uns nahen.

Dann sprach er zu dem Räuber: Siehe, Unglücklicher, wie Gott die Absichten seiner Feinde zu nichte macht, und wie schwach ein böser Mensch ist; doch der Herr will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bessere und auf dem Wege der Tugend wandle!

Der Räuber bat unter Tränen wiederholt um Vergebung und legte auch über seine früheren Missetaten ein reumütiges Geständnis ab.

Bruder Martin, welcher sah, dass es dem Manne mit seinem Vorsatz, sich zu bekehren, ernst sei, behielt ihn einige Tage bei sich, um durch Unterricht und Ermahnungen redlich das Seinige zur gründlichen Besserung des Reuigen beizutragen. Er hatte gefunden, dass bei dem unglücklichen Menschen, der zwar dem Namen nach ein Christ war, mehr Unwissenheit und gänzliche Vernachlässigung seiner Erziehung obwallte, als ein böses von Grund aus verdorbenes Herz. Denn als er ihn zum erstenmal fragte: ob er auch etwas von dem Christkinde wisse, welches vom Himmel herabgekommen, die Menschen zu beseeligen? antwortete der verkommene Mensch ganz verwundert: was denn das für eine Geschichte sei? – davon habe er noch nichts gehört. – Der fromme Mann entsetzte sich über diese Verwilderung und erzählte ihm auf das Liebreichste die Geschichten aus der heiligen Schrift und ihre göttlichen Lehren.

Die Bemühungen des guten Bruders waren vom besten Erfolge begleitet; seine Worte fielen wie guter Same in ein frisch gepflügten Erdreich. Der väterlich gesinnte Mann veranlaßte in der Folge seinen Freund Christoph, dass er den Neubekehrten als Köhlerknecht in seine Dienste nahm, worüber der willige Mensch sehr erfreut war, weil er jetzt einsehen gelernt hatte, dass Müßiggang alles Übels Anfang, und der Weg zum Elend und zur Not sei.


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