Nachdem die Eiche wunderschön aus dem Winter raus gekommen ist, ist im Frühling irgend etwas passiert. Wir wissen es noch nicht, aber es war weder die Hitze und schon gar nicht zu wenig Wasser. Als der Baum anfing dürr zu werden war es nämlich noch gar nicht so heiß und hatte auch geregnet.
Unser Bauhof gießt sie auf jeden Fall regelmäßig und wir hoffen sie überlebt den Sommer.
29. Juni 2026
unter dem Sack ist es feucht genug, auch sieht man an den Pflanzen keinen Hinweis dass etwas mit dem Oberboden nicht stimmt.
Die Stiel-Eiche (Quercus robur) bildet ein tiefes Wurzelsystem mit einer starken Pfahlwurzel aus – also falls sie so lange lebt.
Unsere interkommunale Eiche hat den Winter gut überstanden und macht jetzt Frühling. Der Bauhof war so nett und hat ihr einen Wassersack gegeben, falls es mal zu trocken wird. Zum Glück hat es heute Nacht erst mal wieder geregnet, obwohl es vermutlich nicht genug war, um mal richtig alles naß zu machen. Leider hat auch ein Greifvogel wohl bei einem Landeversuch einen Ast abgebrochen, aber das dürfte dem Baum nicht viel machen.
Unsere interkommunale Eiche wurde am 3. Dezember gefeiert!
Eine Tafel für die Eiche!
Michael Sproll (Bauhofleiter), Johannes Geißler (Biotopbeauftragter), Dr. Hans Joachim Blech (Naturschutzwart a.D.), Henry Probst (Reparatur-Café), Irene Schenzinger (Umweltgruppe Südbaar), Reinhard Isak (Stadtrat)
Die Freunde der Natur Hüfingen bedanken sich herzlich bei der Umweltgruppe Südbaar und dem Reparatur-Café Donaueschingen für die interkommunale Eiche auf dem Plattstein. Die Eiche steht für Resilienz und auch für Kraft, Beständigkeit, Weisheit sowie Langlebigkeit.
Herbst 2025
Der Feldahorn auf dem Flurstück mit dem Namen Plattstein musste gefällt werden, da er fast schon tot war. Keine Ahnung, warum der gestorben ist, aber in letzter Zeit habe ich ähnlich kranke Feldahorn gesehen. Vielleicht ist es eine Krankheit oder es war eine Trockenheit.
Das Flurstück ist auf Hüfinger Gemarkung am Rand zu Allmendshofen.
Die Umweltgruppe Südbaar und das Reparatur-Café Donaueschingen haben uns diese interkommunale Stieleiche geschenkt.
Der sterbende Feldahorn über Hüfingen im August 2025
Der gefällte Baum
Flurstück Plattstein. Hier soll die interkommunale Eiche hin.
Die Bundesregierung plant weitreichende Änderungen am Informationsfreiheitsgesetz (IFG). Künftig sollen Auskünfte nur noch unter strengeren Voraussetzungen möglich sein. Die CDU hatte bereits die Abschaffung des IFG in seiner bisherigen Form gefordert. Geplant sind unter anderem eine Begründungspflicht für Anfragen sowie Einschränkungen beim Kreis der Antragsberechtigten. Dagegen regt sich bundesweit erheblicher Widerstand von Medien, Journalisten, Wissenschaftlern und zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen.
Für viele war das Informationsfreiheitsgesetz ohnehin nur ein erster Schritt. Die eigentliche Hoffnung war ein echtes Transparenzgesetz, bei dem staatliche Informationen von sich aus veröffentlicht werden – ohne dass Bürger sie erst mühsam beantragen müssen. Stattdessen drohen nun Einschränkungen.
Dabei zeigt gerade ein Blick nach Hüfingen, warum ein funktionierendes Informationsfreiheitsgesetz unverzichtbar ist. Der Grundwasserschaden durch das FF Säge- und Imprägnierwerk konnte überhaupt erst durch Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz umfassend nachvollzogen werden. Die Unterlagen machen deutlich, wie lange die Belastung bekannt war und welche Maßnahmen ergriffen – oder eben nicht ergriffen – wurden. Zugleich zeigen sie, dass wesentliche Informationen über den Grundwasserschaden öffentlich kaum oder gar nicht thematisiert wurden. Ohne Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz wären viele dieser Informationen bis heute nicht öffentlich bekannt.
Wer sauberes Trinkwasser, wirksamen Umweltschutz und eine transparente Verwaltung will, braucht Zugang zu amtlichen Informationen. Demokratie lebt nicht nur von Wahlen – sie lebt auch davon, dass Bürger staatliches Handeln nachvollziehen und kontrollieren können. Das Informationsfreiheitsgesetz ist dafür eines der wichtigsten Werkzeuge.
Es geht nicht um Berlin, sondern auch um unser Wasser in Hüfingen!
Antworten vom Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz zu unserem Trinkwasser
Im August 2024 hatte ich die Sicherheit unseres Trinkwassers aus den Tiefbrunnen am Schaafäcker bezweifelt (siehe weiter unten) und deswegen an das Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz eine Anfrage als Auskunft zu Umweltinformationen gesendet.
Ich möchte mich hier ganz herzlich bei Maria Friderich, der Amtsleiterin, für die ausführliche Antwort bedanken! Es ist nicht selbstverständlich, dass sich jemand vom Landratsamt Schwarzwald-Baarkreis eine solche Mühe macht für unsere Fragen.
Hier nochmals die Fragen und die Antworten:
Warum wurde das Industriegelände vom Säge- und Imprägnierwerk aus den Wasserschutzzonen 1979 heraus genommen?
Das aktuelle Wasserschutzgebiet Schafäcker der Stadt Hüfingen wurde erstmals auf Grundlage eines Gutachtens des Landesamtes für Geologie aus dem Jahr 1958 abgegrenzt. Für die Abgrenzung wurden die Erkenntnisse einer Geländebegehung und die Geologie des Brunnenaufschlusses verwendet. Weitere Untersuchungen waren damals nicht üblich. Die Abgrenzung erfolgte entsprechend den damaligen Vorgaben und wurde nicht weitergehend begründet. Den Akten ist nicht zu entnehmen, dass das Säge- und Imprägnierwerk explizit aus dem Wasserschutzgebiet herausgenommen worden wäre. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass das Wasserschutzgebiet entsprechend des damaligen Stands der Technik so abgegrenzt wurde. Die Stadt Hüfingen beantragte im Jahr 1966 aufgrund neuer rechtlicher Regelungen die Festsetzung des Wasserschutzgebietes Schafäcker in einer Rechtsverordnung auf der Abgrenzungsgrundlage von 1958. Die Rechtsverordnung wurde nach der Abstimmung der Regelungen für die Rechtsverordnung und nach Errichtung des zweiten Brunnens im Jahr 1979 erlassen.
Warum wurden die Wasserschutzzonen in den letzen 50 Jahren nicht angepasst?
Im Jahr 1999 hat das Landratsamt das Landesamt für Geologie mit der Überarbeitung der Wasserschutzgebietsabgrenzung beauftragt. Das neue Abgrenzungsgutachten liegt seit dem Jahr 2002 vor. Anlass für die Neuabgrenzung war insbesondere die Absicht der Stadt die Fördermenge zu erhöhen. Dies wurde aber nach Abschluss des Gutachtens von der Stadt Hüfingen aufgrund der damals aktuellen städtebaulichen Entwicklungen nicht mehr für erforderlich gehalten, sodass die Schutzgebietsvergrößerung zunächst nicht weiterverfolgt wurde. Im Jahr 2017 wurde die Neuabgrenzung aufgrund der damaligen Einstufung des Wasserschutzgebiets als Nitrat-Problemgebiet erneut aufgegriffen. Zuletzt wurden unter Federführung der Stadt Hüfingen und unter Beteiligung der Stadt Bräunlingen in den vergangenen Monaten frühzeitige Informationsveranstaltungen für die von der Neuabgrenzung betroffenen Landwirte und Gewerbebetriebe durchgeführt. Als nächster Schritt steht die Antragstellung zur Neuabgrenzung durch die Stadt Hüfingen an.
Zur Einhaltung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung musste der Boden auf Altlasten untersucht werden. Ist dies geschehen und was sind die Ergebnisse?
Das genannte Betriebsgelände wurde bereits vor 30 Jahren erkundet. Es wurde ein Grundwasserschaden mit Schwermetallen auf dem Betriebsgelände festgestellt, der durch eine Grundwasserentnahme mit anschließender Aufreinigung saniert wird. Die Grundwassersanierung läuft seit 1998. Im halbjährlichen Monitoring sind auch die entsprechenden Brunnen der Stadt Hüfingen integriert. Die Messwerte in den Brunnen sind unauffällig.
Wie beabsichtigt das Amt die Trinkwassersicherheit der Stadt Hüfingen für die Zukunft sicherzustellen?
Gemäß § 44 Wassergesetz Baden-Württemberg obliegt der Kommune die öffentliche Wasserversorgung als Aufgabe der Daseinsvorsorge sicherzustellen. Das Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz steht der Kommune hier bei Fragen beratend zur Verfügung.
Schellenbergstraße A Quecksilbergehalte [mg/kg] : 1.85
Schellenbergstraße B Quecksilbergehalte [mg/kg] : 0.64
Dann fiel mir noch ein, dass ich gehört hatte, dass die Wasserschutzgebiete im Schwarzwald-Baar-Kreis viel zu klein bemessen sind und in falsche Zonen eingeteilt wurden.
Da der Hieronymus auch eine historische Seite ist, hier die immer noch gültige Rechtsverordnung vom 30.10.1979, unterzeichnet von einem Herrn Kühner, seligen Angedenkens, unter dem Landrat Rainer Gutknecht, seligen Angedenkens.
In Baden-Württemberg gilt die Verordnung des Umweltministeriums über Schutzbestimmungen und die Gewährung von Ausgleichsleistungen in Wasser- und Quellenschutzgebieten (Schutzgebiets- und Ausgleichs-Verordnung – SchALVO) vom 20. Februar 2001. Diese Verordnung gilt aber nur für die Landwirtschaft und nicht für Betriebe die wegen ihren Altlasten 1979 aus den Schutzgebieten herausgestrichen wurden.
Sanierung von Altlasten
Nach § 4 Abs. 2 und 3 BBodSchG ist die Gefahrenabwehr das vorrangige Ziel der Altlastenbearbeitung. Danach müssen Verunreinigungen von Boden und Gewässern so saniert oder gesichert werden, dass dauerhaft keine Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen davon ausgehen.
Die Sanierungsnotwendigkeit wird auf der Grundlage der Prüf- und Maßnahmenwerte der BBodSchV, unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Bewertungskommission, von der unteren Bodenschutz- und Altlastenbehörde festgestellt.
Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung
§ 10 Erforderlichkeit von Untersuchungen (1) Anhaltspunkte im Sinne des § 9 Absatz 1 Satz 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes für das Vorliegen einer Altlast bestehen bei einem Altstandort insbesondere, wenn auf Grundstücken über einen längeren Zeitraum oder in erheblicher Menge mit Schadstoffen umgegangen wurde und die jeweilige Betriebs-, Bewirtschaftungs- oder Verfahrensweise oder Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebs nicht unerhebliche Einträge solcher Stoffe in den Boden vermuten lassen. Die jeweilige Betriebsweise lässt einen solchen Eintrag insbesondere vermuten, wenn die angewendeten Sicherheitsmaßnahmen erheblich vom heutigen Stand der Technik abweichen. Bei Altablagerungen sind diese Anhaltspunkte insbesondere dann gegeben, wenn die Art des Betriebs oder der Zeitpunkt der Stilllegung den Verdacht nahelegen, dass Abfälle nicht sachgerecht behandelt, gelagert oder abgelagert wurden. (2) Absatz 1 Satz 1 gilt für schädliche Bodenveränderungen durch Schadstoffe entsprechend. Anhaltspunkte für das Vorliegen einer schädlichen Bodenveränderung ergeben sich auch durch Hinweise auf 1. den Eintrag von Schadstoffen über einen längeren Zeitraum oder in erheblicher Menge über die Luft oder Gewässer oder durch eine Aufbringung erheblicher Frachten an Abfällen oder Abwässern auf Böden, 2. eine erhebliche Freisetzung von Schadstoffen aus Böden mit naturbedingt höheren Gehalten, 3. erhöhte Schadstoffgehalte in Nahrungs- oder Futterpflanzen am Standort oder 4. das Austreten von Wasser mit erheblichen Frachten an Schadstoffen aus Böden oder Altablagerungen sowie aus Erkenntnissen auf Grund allgemeiner Untersuchungen oder von Erfahrungswerten aus Vergleichssituationen insbesondere zur Ausbreitung von Schadstoffen. (3) Bestehen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Altlast oder einer schädlichen Bodenveränderung, soll die altlastverdächtige Fläche oder die Verdachtsfläche zunächst einer orientierenden Untersuchung nach § 12 unterzogen werden. (4) Konkrete Anhaltspunkte, die den hinreichenden Verdacht einer schädlichen Bodenveränderung oder Altlast im Sinne des § 9 Absatz 2 Satz 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes begründen, liegen in der Regel vor, wenn Untersuchungen eine Überschreitung von Prüfwerten nach Anlage 2 Tabelle 2 bis 4 oder 6 bis 8 ergeben oder wenn auf Grund einer Sickerwasserprognose eine Überschreitung von Prüfwerten nach Anlage 2 Tabelle 2 oder 3 zu erwarten ist. (5) Besteht der hinreichende Verdacht einer schädlichen Bodenveränderung oder Altlast, soll eine Detailuntersuchung nach § 13 durchgeführt werden. Von einer Detailuntersuchung kann abgesehen werden, wenn Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen nach Feststellung der zuständigen Behörde mit einfachen Mitteln abgewehrt oder auf andere Weise beseitigt werden können. (6) Wenn auf Grund der örtlichen Umstände oder nach den Ergebnissen von Bodenluft- oder Deponiegasuntersuchungen Anhaltspunkte für die Ausbreitung von flüchtigen Schadstoffen aus einer Verdachtsfläche oder altlastverdächtigen Fläche in Gebäude bestehen, soll im Rahmen der Detailuntersuchung eine Untersuchung der Innenraumluft erfolgen; die Aufgaben und Befugnisse anderer Behörden bleiben unberührt.
Zuständigkeiten
Unmittelbare Ansprechpartner für kommunale Altlasten sind die unteren Bodenschutzbehörden bei den Stadt- und Landkreisen. Also das Amt für Umwelt-, Wasser und Bodenschutz vom Landratsamt Schwarzwald-Baar Kreis.
Ansprechung der zuständigen Stelle
Warum wurde das Industriegelände vom Säge- und Imprägnierwerk aus den Wasserschutzzonen 1979 heraus genommen?
Warum wurden die Wasserschutzzonen in den letzen 50 Jahren nicht angepasst?
Zur Einhaltung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung musste der Boden auf Altlasten untersucht werden. Ist dies geschehen und was sind die Ergebnisse?
Wie beabsichtigt das Amt die Trinkwassersicherheit der Stadt Hüfingen für die Zukunft sicherzustellen?
Als ältestes von fünf Kindern von Gottfried Schafbuch und seiner Frau Paula, geborene Nabholz, wuchs Roswitha zusammen mit ihren Geschwistern in der Hauptstraße auf und zog später in den Wagrain um.
Sie galt als das Synonym für die Muettersproch schlechthin und hielt die Erinnerungen an den großen Heimatdichter durch Vorträge wach. „Kratzete“ oder „Doroste“ waren Begriffe, die sie dabei neu belebte.
Hier ein altes Video von der Goldenen Hochzeit meiner Großeltern vom 12.12.1998. Der Ton ist leider sehr schlecht, aber ein bisschen kann man raus hören.
Roswitha Schafbuch am 12.12.1998
Einladung vom Katholischen Bildungswerk 1992
Roswitha Schafbuch starb im Alter von 87 Jahren im Dezember 2012.
Das Thema ist komplex. Wer sich durch die Akten arbeitet, stellt schnell fest, dass technische, geologische und wissenschaftliche Fragen oft hinter verwaltungsrechtlichen Zuständigkeiten und formalen Verfahren zurücktreten. Gerade deshalb versuche ich hier, die bekannten Fakten verständlich zusammenzustellen.
Auf dem Gelände des FF Sägewerk besteht seit Jahrzehnten ein Grundwasserschaden. Bereits vor rund 30 Jahren wurden auf dem Betriebsgelände Belastungen des Bodens und des Grundwassers festgestellt. Die Sanierung erfolgt seit 1998 durch die Entnahme und Aufbereitung des belasteten Grundwassers und dauert nach den vorliegenden Unterlagen bis heute an.
Am 8. Mai genehmigte der Gemeinderat den Bau einer Halle auf einem Teil des belasteten Geländes. Dadurch wird die Fläche teilweise versiegelt.
Aus meiner Sicht trägt diese Entscheidung dazu bei, dass der Grundwasserschaden künftig noch weniger im öffentlichen Bewusstsein präsent ist, anstatt transparent aufgearbeitet zu werden.
Das Flurstück 600 im Eigentum der Stadt Hüfingen wurde im Jahr 2021 untersucht. Auf diesem Grundstück wurde nach den Unterlagen ausschließlich Holz gelagert.
Die eigentliche Kontamination und der bekannte Grundwasserschaden befinden sich weiter westlich auf Privatgelände. Untersuchungsergebnisse für diesen Bereich wurden bislang nicht veröffentlicht und sind daher der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Das Trinkwasser aus den Tiefbrunnen betrifft nicht einzelne Straßenzüge, sondern die gesamte Kernstadt und alle Ortsteile. Es geht deshalb nicht um ein abstraktes Umweltproblem, sondern um die Trinkwasserversorgung heutiger und künftiger Generationen.
Was soll man da noch weiter sagen? Vom Finanzamt gibt es für die Industrieanlage nach 20 Jahren nicht mehr genug Geld, deswegen muss der Irrsinn nun „weiterentwickelt“ werden. Wir bezahlen diesen Energieaustausch auf Kosten unserer Natur nicht nur mit Steuergeldern, sondern auch eines Tages mit unserem Trinkwasser.
Industriegebiet Palmhof bedroht unser Trinkwasser
Alter Hochbehälter beim Römerbad.
1897 beschloss der Hüfinger Gemeinderat eine Hochdruckwasserleitung zu bauen und am am 24. Oktober 1903 konnte Hüfingen das Brunnenfest begehen. Die Hochdruckwasserleitung wurde von den Dellinger Brunnen gespeist. *
Schafäcker und Wasserlanden auf einem Kartenausschnitt der LUBW. Auf dem Furstück Schafäcker sieht man auch die zwei Tiefbrunnen.
Seit dem Bau des Kirnbergsees 1921 nahm die Schüttung der Dellinger Quellen immer weiter ab. So entschloss man sich auf Hüfinger Gemarkung einen Tiefbrunnen zu graben. Nach einiger Suche fand man im Gewann „Wasserlanden“ eine Wasserader.*
Das Hüfinger Trinkwasser kommt jetzt aus zwei Tiefbrunnen auf dem Flurstück Schafäcker (oder Schaafäcker). Das Trinkwasser unserer ganzen Gemeinde: Hüfingen, Behla, Fürstenberg, Hausen vor Wald, Sumpfohren und Mundelfingen. Ohne Ausnahme!
Die Fabrikanalgen des Palmhofes über den Hüfinger Tiefbrunnen
Vielleicht wird nun dem ein oder anderen klar, warum wir im Jahr 2019 so sehr gegen die gigantische Erweiterung des Palmhofes gekämpft hatten. Die Qualität des Trinkwassers der Gesamtstadt Hüfingen hängt maßgeblich vom Wohlwollen der Stadt Bräunlingen ab. Dies war früher schon so als Bräunlingen die Dellinger Quellen versiegen ließ und dies ist heute kein bisschen anders.
Im Jahr 2019 fand eine Belehrung eines Handelsvertreters von Biogasanlagen statt. Da der Herr wenig Ahnung von der Baar und der Landwirtschaft hatte, hat man sich darauf beschränkt, über die technischen Gegebenheiten der Biogasanlage zu berichten. Nach den technischen Highlights wurde der Gemeinderat mit einer Milchmädchenrechnung beehrt, mit der die Nachhaltigkeit einer solchen, von Steuergeldern hoch subventionierten Anlage, bewiesen werden sollte.
Die Ausschüttung an Energie der Anlage wird direkt in Heizöl umgerechnet und damit hat man dann eine angebliche Ersparnis. Der Einsatz von Energie für den Anbau und Transport vom Mais, den Fahrzeugpark, die vielen Anfahrten von weit her, die Chemikalien und deren regelmäßige Ausbringung, die Zerstörung der Umwelt, die Vernichtung von Lebensräumen spielt bei der Berechnung keinerlei Rolle. Als ob sich eine Biogasanlage befüllen ließe wie ein Öltank. Der wissenschaftliche Konsens, dass eine solche Anlage nicht nachhaltig ist, spielt keine Rolle. Wissenschaftler und alle anderen die die Nachhaltigkeit anzweifeln, wären ungebildet und uninformiert.
Meine Meinung als Agraringenieurin und Wissenschaftlerin Biogasanlagen sind Industrieanlagen, die auf Kosten der Natur einen hoch subventionierten Energieaustausch durchführen.
Ich habe mich seit dem letzten Brand auf dem Palmhof gar nicht mehr getraut etwas zu sagen, da ich vermutlich sonst in Zukunft für jede Havarie verantwortlich gemacht werde. Dabei hoffe ich einfach nur, nicht eines Tages Kassandra zu sein. Ganz unten gibt es noch einen Teil vom dazugehörigen Steuermodell.
Die Schlussfolgerung lautet: „Gemäß den Kriterien des World Cancer Research Fund haben wir Hinweise darauf gefunden, dass Trihalomethan im Trinkwasser das Risiko von Blasen- und Darmkrebs erhöht und zwar bei Werten, die unter den derzeitigen Grenzwerten in den USA und der EU liegen, was darauf hindeutet, dass diese nicht vor Krebs in der Allgemeinbevölkerung schützen.“
Ich habe noch viel mehr Veröffentlichungen hierzu gefunden. Aber erhöht, oder nicht erhöht, eine prophylaktische Chlorierung von Trinkwasser sollte unbedingt unterbleiben.
Nicht nur das Krebsrisiko ist problematisch, auch führt das Vorhandensein von Chlor/Chloraminen im Abwassersystemen zu zahlreichen Problemen. So die potenzielle Freisetzung von Metallionen und die Beschleunigung der Rohrkorrosion, die Erzeugung toxischer stickstoff- und jodhaltiger Desinfektionsnebenprodukte, sowie die Förderung horizontaler Übertragungen von Bakteriengenen unter der Belastung durch unterschiedliche Chlor-/Chloraminarten, was zur Verbreitung von Chlorresistenzgenen oder Antibiotikaresistenzgenen führen kann.
Durch die unbeabsichtigte Mischform von Chlor/Chloraminen könnten die oben genannten Probleme weit weniger kontrolliert und vorhersehbar werden, was zu zahlreichen gesundheitlichen Bedenken und wachsender Besorgnis führt. Einen Übersichtsartikel hierzu von 2023 gibt es hier:
Die Brüsseler Behörde hatte die Klage gegen die deutsche Umsatzsteuerpauschalierung in der Landwirtschaft am 10. Februar 2022 zurück gezogen, da der Satz der Pauschalierung jedes Jahr angepasst würde. Dies ändert allerdings nichts daran, dass die Landwirte sich selber ihre eigenen Gülle verkaufen und daran gut verdienen. Aber ich weise darauf hin dass der Artikel unten 6 Jahre alt ist.
von Hannah Miriam Jaag am 12. August 2019
Am 25. Juli 2019 verklagte die EU Kommission Deutschland vor dem EU-Gerichtshof wegen Nichtanwendung der EU-Mehrwertsteuer-Regelung für Landwirte.
Nach den geltenden EU-Vorschriften können die Mitgliedstaaten eine Pauschalregelung anwenden, wonach die Landwirte ihren Kunden einen Pauschalbetrag („Pauschalausgleich“) auf ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Dienstleistungen in Rechnung stellen können. Die Regelung ist eigentlich für Landwirte gedacht, die bei der Anwendung der normalen Mehrwertsteuerregelung auf verwaltungstechnische Schwierigkeiten stoßen dürften.
Hierzu kam in der taz am 11. August 2019 der Bericht:
Wie deutsche Bauern das Finanzamt melken
So berechnen Landwirte einen Preis von bis zu 14 Euro pro Tonne Gülle, obwohl auf dem Markt nur 3 Euro üblich sind. Die Biogasanlagen haben damit kein Problem, da ihre Betreiberfirma den Landwirten selbst gehört. Wegen des überhöhten Preises kassieren die Landwirte mehr Umsatzsteuer.
Im Groben zusammengefasst: Die Landwirte verkaufen sich selber zu überhöhten Preisen Gülle und kassieren dafür Umsatzsteuer.
Dies funktioniert über eine Pauschale, die das Finanzministerium festsetzt. Der Bauernverband liefert den Landwirten dann Steuerberater die wissen, wie man diese Pauschale anwendet.
Der Bundesrechnungshof vermutet, dass Landwirte im Jahr 200 Mio Euro mehr Umsatzsteuer einnehmen, als sie an den Staat weiterleiten.
Deutsche Landwirte bekommen also eine „Überkompensation“. Dies ist nach den EU-Vorschriften nicht zulässig und führt zu großen Wettbewerbsverzerrungen auf dem Binnenmarkt, insbesondere zugunsten großer Landwirte.
Dieses Geschäftsmodell fördert die Produktion von Gülle und belohnt industrielle Tierställe.
Der Augenblick der Entscheidung ist gekommen! Worte können unser Recht und unsere Freiheit nicht erobern.
Erste Version war am 15.01.2020
Paul Revellio
Paul Revellio hat beschrieben wie am 10. April 1848 Friedrich Hecker von Konstanz aus die in Hüfinger Wirtshäusern versammelten Bauern, Tagelöhner und Handwerker aufgerufen hat, sich bewaffnet den Donaueschingern anzuschliessen:
Dezember 1848 Carl Revellio, Bürgermeister Joseph Hug und Sägewerksbesitzer Wilhelm Steiner gründen mit einer Art Rütlischwur den bald 114 Mitglieder umfassenden und stets im Ratssaal tagenden Volksverein.*3
Die Ackerbürgerschaft ging also in der bewegenden und bewegten Zeit auf die Barrikaden und machte 1848/49 Revolution über ihre Wehrausschüsse und über den Volksverein, unter dessen 114 Mitgliedern in Hüfingen keine Frau war. *1
Ähnliche Erfahrungen veranlaßte Louise Otto, eine Zeitung herauszugeben.
Die Anfänge der deutschen Frauenbewegung um 1848*4
Im April 1849 gründete Louise Otte eine Frauenzeitschrift unter dem Motto „Dem Reich der Freiheit werb‘ ich Bürgerinnen„.
Frauen, die die langwierigen Debatten über die „Grundrechte des deutschen Volkes“ und das „Reichswahlgesetz“ in der Frankfurter Nationalversammlung verfolgt hatten, mußten enttäuscht feststellen:
„... aber sie denken bei all‘ ihren endlichen Bestrebungen nur an eine Hälfte des Menschengeschlechts – nur an die Männer. Wo sie das Volk meinen, da zählen die Frauen nicht mit.“ (Frauen-Zeitung 1/1849) *4
Im Programm der ersten Nummer schrieb Louise Otto:
„die Geschichte aller Zeiten, und die heutige ganz besonders, lehrt, daß diejenigen auch vergessen wurden, welche an sich selbst zu denken vergaßen.“ (Frauen-Zeitung 1/1849)
Gegen zunehmenden reaktionären Druck, aber getragen von der Zustimmung ihrer Leserinnen und der wachsenden Zahl gleichgesinnter, vorwiegend weiblicher Mitarbeiter, schaffte sie es, von April 1849 bis Dezember 1850 wöchentlich eine Nummer herauszugeben. Auf acht Seiten waren darin neben Noveletten und Gedichten mit sozialkritischer Tendenz, neben Nachrichten und Kommentaren zum Zeitgeschehen und Korrespondenzen aus vielen Städten des Deutschen Bundes Abhandlungen zu frauenspezifischen, kulturellen und religiösen Fragen zu lesen, sowie in der Rubrik ,Blick in die Runde‘ Verschiedenes aus dem Alltag der Frauen.*4
Die Teilnahme der Frauen an der Revolution aber beschränkte sich nicht auf Worte und Beteuerungen oder fürsorgende Hilfsdienste: „Da ist es nicht getan mit Charpie-Zupfen, Verwundete pflegen, Kleidernähen und Kochen für das Heer“ (Frauen Zeitung 14/1849). Die Frauen blieben nicht länger Zuschauer, die um die Helden der Revolution trauerten und ihre Toten beweinen durften. Sie legten selbst Hand an. Wir erfahren, dass Frauen auf den Barrikaden Dresdens gekämpft, dass sie die Festungen Rastatts, jenen letzten vergeblichen Kampfplatz zwischen Revolutionstruppen und preußischem Militär, mit ihren Männern gemeinsam verteidigt haben.*4 (Charpie ist ein Wundverband aus aus weich gezupften Fäden von Leinenstoffen)
„Wenn die Geschichte dieser Tage einst mit historischer Treue geschrieben wird, dann werden die ‚Frauen Rastatts“ einen ehrenvollen Platz in ihr einnehmen.“ (Frauen-Zeitung 24/1850)
Die Geschichte wird auch heute nicht immer mit jener „historischen Treue“ geschrieben, die Louise Otto bereits 1850 einforderte. Frauen erscheinen in vielen historischen Darstellungen nach wie vor seltener als Männer – nicht, weil sie keine Rolle gespielt hätten, sondern weil ihre Beiträge häufig übersehen oder nicht dokumentiert wurden.
Auch in der regionalen Geschichtsschreibung zeigt sich dieses Muster. Veröffentlichungen des Geschichts- und Heimatvereins Villingen, des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar oder des Almanachs Schwarzwald-Baar widmen sich überwiegend den Männern. Frauen treten meist nur am Rande in Erscheinung oder bleiben ganz unerwähnt.
Bereits 1982 schrieb die Historikerin Ute Gerhard, das Geschichtsbild werde „erst neuerdings […] in wesentlichen Zügen korrigiert“. Mehr als vier Jahrzehnte später ist diese Korrektur vielerorts noch immer ausgeblieben. Auch im 21. Jahrhundert werden Frauen in der historischen Überlieferung häufig ausgeklammert – und mit ihnen ein bedeutender Teil der lokalen Geschichte.
Wer die Geschichte der Frauen nicht erzählt, erzählt die Geschichte einer Gesellschaft nur zur Hälfte.
Der Hüfinger Frauenverein
Überraschend ist die große Zahl der Frauenvereine um 1848, die aufgrund der neuen Quellen aus dem „Dunkel der Geschichte“ aufgetaucht sind. Durch die mehrfachen Aufrufe in der Frauen-Zeitung zur Gründung von Frauenvereinen, insbesondere das Angebot der Redaktion, „den Vereinen als Organ zu dienen“ und ihre Angelegenheiten zu besprechen (Frauen-Zeitung 11/1850), wurde eine große Zahl von Frauen-Zusammenschlüssen bekannt.*4
So pathetisch im Stil der Zeit war die Redeweise der Breslauerin nicht, die von einem „festen und schönen Band“ der Frauenvereine träumte, das wie ein „diamantener Gürtel das ganze Vaterland umgeben soll“ (Frauen-Zeitung 9/1850).
Neu an den Vereinigungen von 1848 war ihre politische Zielsetzung, die schon in ihrer Bezeichnung als „demokratische Frauenvereine“ zum Ausdruck kommt, aber nicht in allen Zusammenschlüssen der Frauen mit gleicher Intensität verfolgt wurde. Der Schritt zur Vereinsgründung ist sicherlich nicht ohne den allgemeinen Zug der Zeit zum Vereinswesen als Vorstufe politischer Parteiungen zu verstehen. Dennoch war eine derartige Initiative für Frauen in der männlichen Öffentlichkeit in jedem Fall ein persönliches Wagnis, das Mut und Organisationstalent erforderte.*4
Georgine, die sich in der Frauen-Zeitung wiederholt für die Gründung von Vereinen, insbesondere für die Assoziation der Arbeiterinnen einsetzte, schrieb:
…lassen wir uns aber durch das Geschrei der am ,alt Hergebrachten‘ festhängenden Menge über Emanzipation nicht irre machen, verlieren wir den Mut nicht, wenn man uns lächerlich zu machen sucht, sondern legen wir kräftig Hand an, um die veralteten Schranken niederzureißen…. Viele werden mir entgegenhalten, daß es in diesen unruhigen Tagen nicht an der Zeit sei, solche Neuerungen und Reformen zu beginnen, doch ich halte die Jetztzeit gerade für die passendste, weil die Not der Arbeiterinnen jetzt einen so hohen Grad erreicht hat, daß Zögerung Sünde wäre …“ (Frauen-Zeitung 11/1849).
Motiv für die Vereinsgründungen war für die einen die soziale Not, für andere eine politische Erfahrung, für die es in dieser Zeit nicht an Gelegenheiten mangelte. Wie die vielen Solidaritätsadressen und Teilnahmebriefe an Eugenie Blum belegen, muss die Hinrichtung Robert Blums, des linken Demokraten und Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung, im Oktober 1848 in Wien für viele Frauen wie ein Signal gewirkt haben. Das Schicksal der Witwe des Freiheitskämpfers bot Identifikationsmöglichkeiten, die zur Teilnahme und Mitwirkung drängten.*4
Obgleich diese Frauenvereine auf den ersten Blick wie traditionelle Wohltätigkeitsvereine wirkten und mit zunehmender Behinderung durch die Reaktion zur Tarnung so wirken wollten, war ihre Zielsetzung doch eine politische, ja, ihre Mitglieder verwahrten sich ausdrücklich gegen die Festlegung der Frauenaktivitäten auf die „den Menschen niederdrückende Wohltätigkeit“ (Frauen-Zeitung 10/1849) oder das „Wohltätigkeitsprinzip“ (Frauen-Zeitung 10/1850). Sie nahmen mit ihrer praktischen Hilfe Partei zunächst für die Aufständischen – sie nannten sie „Freiheitskämpfer“ oder „Vaterlandsfreunde“ *4
Vor diesem Hintergrund ist auch die Gründung des Hüfinger Frauenvereins im Jahr 1849 zu sehen. Er entstand in einer Zeit, in der sich überall in Deutschland Frauen zusammenschlossen, um sich politisch und gesellschaftlich zu engagieren. Die Gründung eines Frauenvereins war damals keineswegs selbstverständlich. Sie erforderte Mut und den Willen, die Rolle der Frau in der Gesellschaft neu zu denken.
Über den Hüfinger Frauenverein selbst ist heute jedoch nur wenig bekannt. Fest steht, dass er 1849 gegründet wurde und rund 130 Mitglieder zählte – mehr als der Hüfinger Volksverein. Allein diese Zahl zeigt, dass der Verein in Hüfingen keine Randerscheinung war, sondern auf eine breite Unterstützung stieß.
Über seine konkrete Tätigkeit haben sich bislang fast keine Unterlagen erhalten. Im Stadtarchiv finden sich heute keine Hinweise mehr auf einen Frauenverein. Ob entsprechende Dokumente nie dauerhaft aufbewahrt wurden, später verloren gingen oder bewusst beseitigt wurden, lässt sich heute nicht mehr klären. Da in anderen historischen Quellen nachweislich Seiten aus Archivbänden entfernt wurden, kann auch eine spätere Vernichtung einzelner Hinweise nicht ausgeschlossen werden. Belegen lässt sich dies jedoch derzeit nicht.
Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf die Frauenvereine der Revolution von 1848/49. Sie zeigen das politische und gesellschaftliche Umfeld, in dem auch der Hüfinger Frauenverein entstand. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, welche Ideen und Ziele seine Gründerinnen bewegt haben könnten.
Die folgenden Lithografien zeigen junge Hüfingerinnen aus der Zeit um die Gründung des Frauenvereins. Ob sie dem Verein angehörten, ist nicht überliefert. Hüfingen zählte 1834 insgesamt 1.466 Einwohner (Gemeindelexikon des Großherzogtums Baden). Der Frauenverein hatte rund 130 Mitglieder. Damit gehörte ihm nahezu jeder zehnte Einwohner Hüfingens an. Bezogen auf die Zahl der erwachsenen Frauen dürfte der Anteil der Vereinsmitglieder sogar deutlich höher gewesen sein.
Josefa Elsässer (1823-1900)
Elisabeth Reich (1819-1871)
Katharina Nober (1805-1871)
Durch mehrere Berichte im Donaueschinger Wochenblatt gibt es einige Hinweise auf das Treiben des Vereins.
Hüfingen, 13. Juni. Eine ziemliche Anzahl hiesiger Frauen und Jungfrauen hat sich vereinigt, die hiesige Wehrmannschaft teils durch Geldbeiträge, teils durch Fertigung und Anschaffung der zum Felddienste erforderlichen Bedürfnisse nach Kräften zu unterstützen.
Zu demselben Zwecke wurden deshalb von jenen folgende Gegenstände und Geldbeträge bereits geliefert:
Kleidungsstücke und Weißzeug. 1 Schlafrock, 1 gestrickter Kittel, 80 Hemden, 19 Leintücher, 36 Handtüchlein, 18 paar Unterhosen, 72 paar Socken. Verbandsgegenstände. 138 Verbandtüchlein, 146 Binden, 12 Säckchen, 1 Korb voll Charpie. Ferner: 1 Couverte. An barem Gelde 31 fl. 40 kir. An das Finanzministerium wurden schon früher eingesandt 61 f. 36 kt. zusammen 93 fl. 16 kr.
Indem man dieses hiermit zur öffentlichen Kenntnis bringt, wird den edlen Spenderinnen zugleich der Dank ausgedrückt für ihre wohltätige Unterstützung und warme Teilnahme am Kampfe für die Sache und Freiheit des Volkes und des Vaterlandes.
Der Civilkommissär Häfelin
Donaueschinger Wochenblatt 13. Juni 1849
Der Bericht vermittelt einen Einblick in die Arbeit des Hüfinger Frauenvereins. Die Frauen organisierten nicht nur Kleidung, Verbandsmaterial und Geldspenden in beachtlichem Umfang. Der öffentliche Dank des Civilkommissärs macht zugleich deutlich, dass ihr Engagement als Unterstützung des Kampfes „für die Sache und Freiheit des Volkes und des Vaterlandes“ verstanden wurde.
*Fotos aus „American Dreams“ im Haus der Geschichte Stuttgart, Dezember 2023
Friederich Hecker’s Abschied in Strasbourg auf seiner Reise nach Amerika. Setzt Eure Hoffnung nicht auf mich allein, einen sterblichen Mann, sondern auf Eurer gutes Recht und Euren eigenen Muth, auch ich verzweifle nicht an dem Gelingen der gorssen Volkssache, ungeachtet ich Vaterland, Frau und Kinder verlassen muss, ungeachtet mir mein mühsam erworbenes Gut genommen, und die Fürstenknechte mit ihrem aussaugenden Gefolge mich noch täglich vor der Welt mit Schmähungen übergiessen – nie ist eine große Sache ohne Opfer errungen worden!
Friedrich Hecker’s Ankunft in Nord-Amerika. Nach 14 tägiger Seereise betrat der edle Republikaner mit seinem Freunde Schöninger den freien Boden Nord Amerikas. Dort wurde ihm von seinen unzähligen Freunden ein Empfang bereitet, wie wenige gekrönte Häupter dessen sich rühmen können. Durch die oberste Behörde persönlich bewillkomt, wurde er Ehrengast der gesamten Freistaaten. Dort wird er freiere Staalseinrichtungen beobachten, und einst in sein bedrängtes Vaterland zuruckgekehrt, verwirklichen, was von so vielen als unerreichbar dargestellt wird.
Kaum ein Dokument vermittelt den Geist des Jahres 1849 eindrucksvoller als das Gedicht unten. Es zeigt, mit welcher Selbstverständlichkeit Frauen damals zum gemeinsamen Handeln aufgerufen wurden. Nicht als stille Helferinnen im Hintergrund, sondern als Teil einer Bewegung, die für Freiheit, Demokratie und gesellschaftliche Veränderung eintrat:
Der Frauen- und Jungfrauen-Verein.
Das teure Vaterland ist in Gefahr, So rüstet euch, ihr edle Nationen, Bewaffne dich, du treue Männerschaar, Es gilt die stolzen Fürsten zu entthronen, Es gilt gerechtem Völkerkrieg, Der goldnen Freiheit ihren Sieg!
So ruft das edle Volk von Ost bis West, So ruft es selbst in Nordens düstern Gauen; Drum mutig auf was Gott am Leben läßt, Die Tyrannei soll eure Wunder schauen: Es gilt gerechtem Völkerkrieg, Der goldnen Freiheit ihren Sieg!
In Ungarn wo der Söldnerkampf erbraust, Dort seht ihr umgestürzte Trümmer rauchen; Mit Zorn geballt ist jede Mannes-Faust, Das Flammenschwert in Fürstenblut zu tauchen: Es gilt gerechtem Völkerkrieg, Der goldnen Freiheit ihren Sieg!
So schleudern höhnend die Tyrannen jetzt, Des Blitzes Glut in unserm deutschen Lande Eidbrüchige! ihr habt den Schwur verletzt, Habt aufgelöst der Gesellschaft Bande: Drum gilt’s gerechtem Völkerkrieg, Der goldnen Freiheit ihren Sieg!
Es stehen selbst des Volkes Frauen ein, Die friedlich sonst im eignen Hause wohnen, Und bilden einen Tätigkeits-Verein, Zur Unterstützung deutscher Legionen: Ja, gilt es doch dem Völkerkrieg, Der goldnen Freiheit ihren Sieg!
Jungfrauen, Frauen, kommt und schaaret euch! Besorget, spendet eure Kampfesgaben! Die allgemeine Not macht alle gleich, Und Alle werden sich am Siege laben: Drum „Vorwärts,“ Gut und Blut dem Krieg, Um jeden Preis der Freiheit Sieg!
Donaueschinger Wochenblatt Juni 1849
Nur zwei Wochen später veröffentlichte der Hüfinger Frauen- und Jungfrauenverein einen weiteren Bericht im Donaueschinger Wochenblatt. Daraus geht hervor, dass der Verein inzwischen 130 Mitglieder zählte. Zugleich werden erstmals die Namen der beiden Vereinsvorstände genannt: Karoline Höfler als Vorsteherin und Elisabetha Gilli als Schriftführerin.
Bemerkenswert ist dabei weniger die Zahl der Mitglieder als das Selbstverständnis des Vereins. Im Mittelpunkt stehen Einigkeit, gemeinsames Handeln und die Unterstützung der „guten Sache“. Der Text vermittelt das Bild einer gut organisierten Gemeinschaft von Frauen, die sich ihrer Verantwortung bewusst war und ihren Beitrag zu den politischen Ereignissen des Jahres 1849 leisten wollte:
Der Frauen und Jungfrauen Verein dahier zählt nun 130 Mitglieder, die alle gern und willig bereit sind, dem Zwecke des Vereins zu dienen, und daher freudig ihre Gaben auf den Altar des Vaterlandes niederlegen. Damit aber der Verein glücklich bestehe und gedeihe ist nötig, daß unter den Mitgliedern stets Einigkeit sei und bleibe. Daß diese sowohl von den gegenwärtigen als auch von den allenfalls noch beitretenden Mitgliedern gepflegt werde, steht zu erwarten, da alle vom Geiste der Eintracht und Liebe beseelt sind, womit sie an der guten Sache Anteil nehmen und Unterstützung da gewähren wollen, wo es notwendig ist.
Hüfingen, den 27. Juni 1849. Die Vorsteherin: Karoline Höfler. Die Schriftführerin: Elisabetha Gilli.
Donaueschinger Wochenblatt Juni 1849
Elisabetha Gilly geboren am 16.05.1825 und verheiratet am 08.01.1852 mit Markus Frey aus Hausen vor Wald, Gastwirt zum Löwen.
Karoline Höfler. Geboren als Karoline Aberle um 1817. Eltern Andreas Aberle und Magdalena Eytenbenz aus Möhringen. Wirtin vom Gasthaus Löwen. Ihr Mann Michael Höfler stirbt 1842 mit nur 29 Jahren.
Elisabetha Gilly war die Tochter von Josef Gilly aus Hondingen und Agatha Wagner. Sie wurde nach ihrer Großmutter Elisabetha Martin benannt.
…und an hohen Festtagen spielte er in der Kirche die Orgel, und der „Leuenbaschi” (Löwenwirt) sagte dann: „I ha’s bim erschte Griff scho gmerkt, daß es nit de Prezepter Thäddä ischt!” Dieser, der pensionierte Präzeptor Thaddäus Bader, war nämlich stets noch Organist.…
Denkbuch von Lucian Reich 1896
Foto von Wikimedia von einem Frauenverein um 1900
Mit Karoline Höfler und Elisabetha Gilly erhalten die wenigen überlieferten Nachrichten über den Hüfinger Frauenverein ein Gesicht. Hinter den Namen stehen zwei Frauen aus der Mitte der Hüfinger Bürgerschaft, deren Engagement heute nur noch durch wenige Zeitungsberichte und Einträge im Sippenbuch nachvollziehbar ist.
Bemerkenswert ist, dass sich ihre Lebenswege mit dem Gasthaus „Löwen“ verbinden. Karoline Höfler führte das Gasthaus nach dem frühen Tod ihres Mannes als Wirtin weiter. Elisabetha Gilly heiratete später den Löwenwirt Markus Frey. So wurde ausgerechnet der „Leuenbaschi“, den Lucian Reich in seinem Denkbuch mit einer Anekdote verewigte, zu einem kleinen Bindeglied in der Geschichte des Hüfinger Frauenvereins.
Die Fahne vom Hüfinger Frauenverband
Die Gründung des Vereins wurde schon wenige Tage später durch eine öffentliche Fahnenweihe sichtbar:
Hüfingen, 27. Juni. Es ist wahrhaft erfreulich, wenn man wahrnimmt, wie hiesige Frauen und Jungfrauen in bedeutender Anzahl sich gleichsam wetteifernd bestreben, beim gegenwärtigen deutschen Freiheitskampfe unterstützend mitzuwirken, so viel sie nur immer vermögen. Dies beweist, wie sehr sie erkennen, was dem Volke und Vaterlande not tut, und was der Geist der Zeit fordert.
Dieselben haben darum einen Verein gebildet, wohlwissend, daß das Wirken für eine edle Sache nur durch vereinigte Kraft mit segenbringendem Erfolge gekrönt sein kann. Diesem Vereine haben sie daher Festigkeit verliehen durch angemessene Statuten, welche am 18. d. M. festgesetzt wurden, an welchem Tage sonach der Frauen- und Jungfrauen-Verein daselbst seine förmliche Konstituierung erhielt.
Der Zweck desselben ist zunächst die Teilnahme an den allgemeinen Freiheitsbestrebungen, die Unterstützung der hiesigen Wehrmannschaft und solcher hiesiger Personen, welche im Dienste der Freiheit unglücklich werden. Zur Erreichung dieses Zweckes werden alle 14 Tage von den Mitgliedern Geldbeiträge in die Vereinskasse entrichtet, die jedoch nicht festgesetzt, sondern dem Ermessen eines jeden Mitgliedes anheim gestellt sind. Auch werden Kleidungsstücke und zum Feld- und Wehrdienste erforderliche Bedürfnisse herbeigeschafft. Über schon früher eingegangene Beiträge und angeschaffte Gegenstände wurde schon am 13. d. M. vom Civil-Kommissär daher in diesem Blatte berichtet.
Es wurde nun noch von den Frauen und Jungfrauen eine neue, äußerst geschmackvolle und sinnreiche Fahne angeschafft und gefertigt. Am 20. d. M. fand die feierliche Übergabe derselben an das Bataillon des ersten Aufgebots des diesseitigen Bezirkes auf dem quadratförmigen, freien Platze bei der Kirche dahier statt: die Frauen und Jungfrauen des Vereins bildeten vom Rathause aus, wo sie sich gesammelt hatten, in festlicher Kleidung mit dreifarbigen Bändern und Schärpen geschmückt, einen Zug. Demselben voran gingen drei hierfür erwählte Jungfrauen, von denen eine derselben die zu übergebende Fahne trug, die dann, nachdem der Zug auf dem dem genannten Platze angekommen war, die Fahne nach gehaltener Rede dem Bataillons-Komandanten überreichte.
In dieser Rede wurde besonders herorgehoben, daß auch das weibliche Geschlecht beim Kampfe für die Rechte und Freiheiten des Volkes nicht gleichgültig zusehe, sondern bereit sei, sich nach der ihm dargebotenen Möglichkeit daran zu beteiligen. Unter Anderm enthielt die Rede auch den Wunsch, daß, wie einst unsere tapfern und heldenmütigen Vorfahrer unter der deutschen Fahne das unerträgliche Joch der römischen Zwingherrschaft brachen, auch diese Fahne sich entfalten möge im heiligen Kampfe gegen unsere deutschen Freiheitsunterdrücker, und daß sie, vereint mit andern wackern Streitern, mit Gott zum Siege für Volk und Vaterland führen möge, auf daß endlich Freiheit, Wohlstand und Bildung sich über Alle erstrecke.
In geeigneter Weise erwiderte auch der Bataillons-Kommandant und endete mit einem Hoch auf die Frauen und Jungfrauen des Vereins. Am Nachmittage desselben Tages marschierte dann das mutige und staatliche Bataillon nach Geisingen und Möhringen, wo es bis heute harrt, um nach dem wirklichen Kampfplatze zu ziehen, wo unsere badischen Brüder schon kämpfen gegen hessische, mecklenburgische, nassauische und preußische Söldner, die noch so verblendet sind, daß sie sich mißbrauchen lassen für die Unterdrückung des Bürgers. Hoffentlich werden auch diese noch zur Einsicht gelangen, daß sie im Fürstenheere nur für ihre eigene Knechtung und Unterjochung die Waffen führen.
Vincenz Rombach im Donaueschinger Wochenblatt am 27. Juni 1849
Die von den Hüfinger Frauen gestiftete und gefertigte Fahne begleitete das Hüfinger Aufgebot in den letzten Wochen der Badischen Revolution. Als sich Sigels Volksarmee Anfang Juli 1849 über den Schwarzwald in Richtung Schweizer Grenze zurückziehen musste, verliert sich zunächst ihre Spur:
Die Hüfinger „Wehrmanschaft“ schloß sich am 7. Juli 1849 Sigels Volksarmee an, als diese durch Hüfingen marschierte. Hier, so berichtete Lucian Reich als Augenzeuge, „sah man noch einmal sämtliche Artillerie im Schloßhof aufgestellt . Um Mitternacht bei magischem Vollmondschein machte die ganze Retirade noch einen kurzen Halt in den Gassen. Dann ging es weiter der Schweizer Grenze zu nach Stühlingen. Unterwegs verbrannte man noch die gedeckte hölzerne Wutachbrücke in Grimmelshofen“. Die vom Frauenverein angefertigte Fahne wurde allem Anschein nach bei Grimmelshofen verloren. So schreibt der „Verweser“ Gilly dem Ortsvorsteher von Grimmelshofen einen Brief mit der Bitte sich nach der Fahne zu erkundigen. Der Ortsvorsteher schrieb zurück, dass keine Fahne zurückgeblieben sei. (3)
Aus dem Schriftwechsel geht hervor, dass der Verweser Gilly beim Ortsvorsteher von Grimmelshofen nach der Fahne nachfragen ließ. Dort war sie jedoch nicht zurückgeblieben.
Erst Jahrzehnte später findet sich ein weiterer Hinweis von Hugo Alfred Curta der 1935 über seinen Großvater Franz Joseph Curta berichtet.
Vielen Dank an Tobias Korta für die Überlassung des für Hüfingen relevanten Artikels aus dem Staatsarchiv Freiburg mit dem Titel: Materialsammlung zur Familie Curta in Freiburg / 1933-1934 / T1 (Zugang 1992/0346).
Von Apotheker Hugo Alfred Curta in Berlin am 15. November 1935 über seinen Großvater.
Über Franz Joseph Curta (*10. Februar 1801 in Hüfingen – 1861 in Donaueschingen) wird berichtet dass er teilweise die Revolution von 1848 als Fahnenträger mit gemacht hatte und die von den Hüfinger Frauen gestickte Fahne trug. Er rettete sie beim Rückzug indem er das vom Stock entfernte Tuch um den Leib wickelte.
Ob die Fahne die Wirren der Revolution überstand und irgendwo erhalten blieb oder später verloren ging, ist bis heute nicht bekannt.
Der Frauenverein von Hüfingen im 20. Jahrhundert
Mit dem Jahresbegin 1850 begann die Repression: „Das Verbot der Versammlungen des Frauen-Vereins für hilfsbedürftige Familien ist bereits keine Neuigkeit mehr, über die ich zu berichten hätte. Man geht jetzt so weit, nicht nur Vereine, sondern auch einzelne Personen zu überwachen und sie für alles, was sie reden und tun, verantwortlich zu machen…“ (Frauen-Zeitung 17/1850)….Selbst Konzerte „zum Besten der hilfsbedürftigen Familien“ wurden von der Polizeibehörde untersagt (Frauen-Zeitung 40/1850).*4
Ein wichtiges Prinzip sowohl der demokratischen wie der Bildungsvereine jener Zeit war im Gegensatz zu vielen Vereinsgründungen nach der Mitte der 60er Jahre ihre demokratische Verfassung und das Selbstvertretungsrecht der Frauen.
Vor allem anderen aber verfolgten die Frauenvereine das Ziel, die Frauen „in größerer Selbständigkeit und Selbstachtungzuüben“ (Frauen-Zeitung 27/1850). Die Zweckmäßigkeit einer gesonderten, autonomen Vereinigung für Frauen bei grundsätzlich gleichen politischen Zielen mit der demokratischen Opposition wurde also reflektiert. Die Frauen kamen zu dem Schluss, dass da, wo ihre Interessen mit denen der Männer nicht identisch sind, sie sich untereinander assoziieren müßten (Frauen-Zeitung 4/1849); auch sie machten bereits die bittere Erfahrung, daß die „Linken“ die Frauen nicht unbedingt unterstützten (Frauen-Zeitung 5/ 1850).*4
Die Frauenvereine ereilte das Schicksal aller Arbeiterassoziationen und -vereine, sie wurden mit gleicher Härte verfolgt. Seit der Mitte des Jahres 1850 wurden sie aufgelöst, zunehmenden Repressalien ausgesetzt durch Haussuchungen, Beschlagnahmungen der Vereinskassen, Verhaftungen der Vorstände und schließlich ganz verboten (Frauen-Zeitung 17, 22, 30, 40/1850) usw.). Als die ersten Versammlungen in Gegenwart von Polizisten stattfanden, lästerten die Frauen noch: „Die bewaffnete Macht wird sich doch unmöglich vor den Frauen fürchten?“ (Frauen-Zeitung 13/1850).*4
Die in nahezu allen Bundesstaaten nach 1850 erlassenen Vereinsgesetze verboten „Frauenspersonen“ und Minderjährigen nicht nur die Mitgliedschaft in politischen Vereinen, sondern sogar den Besuch politischer Versammlungen. Insbesondere die Vereinsgesetze, die mehr als ein halbes Jahrhundert gültig waren (in Preußen bis 1908), nahmen den Frauen alle öffentlichen Rechte und Einwirkungsmöglichkeiten und trugen wesentlich dazu bei, die ersten Anfänge einer deutschen Frauenbewegung zu zerstören. Die scharfe staatliche Repression gegen die Vereinigung von Frauen und Organisation von Fraueninteressen liefert jedoch nicht zuletzt einen Beleg für die politische Bedeutung der deutschen Frauenbewegung um 1848.*4
Mit der Niederschlagung der Badischen Revolution endete auch die erste deutsche Frauenbewegung. Frauenvereine wurden überwacht, ihre Versammlungen verboten, Vorstände verfolgt und schließlich politische Vereinigungen von Frauen durch die Vereinsgesetze vieler deutscher Staaten für Jahrzehnte unmöglich gemacht.
Brandkatastrophe in Donaueschingen am 5. August 1908. Hier spendete der Frauenverein den Geschädigten 30 Mark.
Umso bemerkenswerter ist ein späterer Nachweis aus Hüfingen. Im Jahr 1908 spendete der Frauenverein 30 Mark für die Geschädigten der verheerenden Brandkatastrophe in Donaueschingen*2. Damit ist belegt, dass es in Hüfingen auch Jahrzehnte nach der Revolution noch einen Frauenverein gab.
Auch in der Festschrift von 1914 vom Gausängertag von 1914 wird der Hüfinger Frauenverein im Zusammenhang mit dem Krieg von 1870 erwähnt. Ob es sich dabei um eine unmittelbare Fortführung des 1849 gegründeten Vereins handelt oder um eine spätere Neugründung, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit feststellen.
Fest steht jedoch, dass der Hüfinger Frauenverein bereits 1849 bestand – zu einer Zeit, als organisierte politische Frauenvereine noch eine Ausnahme waren. Erst mit dem Badischen Frauenverein entstand ab 1859 wieder eine dauerhaft organisierte Frauenbewegung im Großherzogtum Baden.
(1) Begegnungen mit dem 925-jährigen Hüfingen, Hugo Siefert, Schriften der Baar Bd 52 ab Seite 17, (2009)
(2) Hüfingen 1083-2008 Beschreibung einer Stadt im 925. Jubiläumsjahr. Kulturhistorische Reihe der Stadt Hüfingen, Band 9, Hugo Siefert (2009).
(3) Hüfingen und die Badische Revolution. Von Biedermännern und Heckerhüten. Kulturhistorische Reihe der Stadt Hüfingen, Band 3, Beatrice Scherzer (1998).
(4) Über die Anfänge der deutschen Frauenbewegung um 1848. Von Ute Gerhard in Frauen suchen ihre Geschichte (1982)
Skulptur in Donaueschingen am Bahnhof
Hüfinger Frauenverband im Schwarzwälder Hausschatz 2025
Unterstützung für die republikanischen Rebellen 1848/1849
Teile vom Artikel unten erschienen im Schwarzwälder Hausschatz 2025 zusammen mit dem großen Franz Filipp sel.A.
Heute wäre die Hüfinger Ehrenbürgerin, Gründerin des Stadtmuseums und langjährige Stadträtin Eva von Lintig 95 Jahre alt geworden.
Sie stammte aus einer Familie, in der Naturschutz gelebt wurde. Als Tochter von Dr. Erwin Sumser und später als Ehefrau von Dr. Harm von Lintig standen ihr sicherlich Türen offen, die anderen Frauen ihrer Generation oft verschlossen blieben. Doch hindurchgehen musste sie selbst. Was sie daraus machte, war ihre eigene Leistung.
Sie hat uns gezeigt, was selbst in Hüfingen möglich ist, wenn jemand eine Idee, Beharrlichkeit und den Mut hat, für seine Überzeugungen einzustehen. Geschichte und Naturschutz waren für sie keine Schlagworte – sie hat beides gelebt: leise, glaubwürdig und mit einer Beharrlichkeit, die so manchen zum Umdenken brachte.
Zu ihrem 90. Geburtstag erzählte sie mir mit einem verschmitzten Lächeln, sie habe die Männer im Gemeinderat immer „ein bisschen vor sich hergetrieben“. Das war typisch Eva von Lintig: freundlich, klug, streitbar und mit feinem Humor.
Menschen wie sie hinterlassen mehr als Erinnerungen. Sie hinterlassen Spuren – in einer Stadt, in ihrer Geschichte und in den Herzen der Menschen, die sie kennenlernen durften.
Wer sich heute für Geschichte, Natur oder unsere Heimat einsetzt, geht auch ein Stück auf den Wegen weiter, die Eva von Lintig mit angelegt hat. Dafür gebührt ihr bis heute unser Dank.
Bertold Hummel und Eva von Lintig im Jahr 1993
März 2003 mit Dr. von Lintig2003 in der Rathausgalerie
2021 an ihrem 90. Geburtstag
Eva von Lintig ist tot
11. September 2023
Die Hüfinger Ehrenbürgerin und Gründerin des Stadtmuseums Eva von Lintig ist gestern, am 10. September, im Alter von 92 Jahren verstorben.
Da ich vermute, dass die SPD und auch das Stadtmueum einen würdigen Nachruf verfassen, verzichte ich hier darauf.
The greatest blue reflecting pool. Tremendous craftsmanship. Absolutely beautiful. Perfectly restored in the magnificent colors of Hüfingen. Strong blue. Beautiful blue. Nobody does blue better than Hüfingen. People come from everywhere to admire it. The greatest reflecting pool in the history of reflecting pools. Everybody agrees!
Marienbrunnen à la Christo
Der Marienbrunnen unter der Haube am 23. Juni 2026
Das Ölgemälde aus 1929 von Karl Merz befindet sich irgendwo im Besitz der Stadt Hüfingen. Postkarte von Andreas Weißhaar.
Der Marienbrunnen im Jahr 1930
Marienbrunnen gemalt von Hans Lang Foto: Alfred Riegger
Im Zuge der Neugestaltung des Stadtbächles wurde 1964 auch der Marienbrunnen vor das neue Rathaus versetzt. Die bisherige achteckige Form des Brunnenbeckens sollte erhalten bleiben, aber das Becken mußte völlig erneuert werden. Der graue Sandstein war sehr verwittert und wurde durch große Betonflickstellen zusammengehalten.
Marienbrunnen mit geflicktem Fundament vor 1964 Foto: German Hasenfratz
vermutlich am selben Tag aufgenommen mit geringfügig anderer Perspektive.
Bild im Rathaus von German Hasenfratz aus dem Jahr 1978
Der Marienbrunnen im Oktober 2025
Mari von Johann Baptist Riegger
Quelle: Chronik der Stadt Hüfingen von August Vetter (1984)
Der Marienbrunnen von Johann Baptist Riegger
Im Jahr 1703 erhielt der Brunnen vor dem Rathaus den Namen Marienbrunnen und wohl auch ein Marienbild das etwa 1850 von Xaver Reich war. Da der laufende Brunnen besonders stark unter Witterungsschäden zu leiden hatte, waren häufig Erneuerungsarbeiten notwendig.
Die Marienstatue die heute auf der Brunnensäule steht wurde von dem Bildhauer Johann Baptist Riegger geschaffen.
Johann Baptist Riegger wurde am 11. Juni 1855 in Hüfingen als Sohn des Lägelwirts Mathias Riegger geboren und erlernte bei Xaver Reich den Beruf des Bildhauers. 1892 ging er nach Strasbourg und am 14. Februar 1916 legte er dem Gemeinderat von Hüfingen die Federzeichnung des Marienbrunnens vor. Der Gemeinderat erteilte dem Hüfinger Bildhauer in der Fremde den Auftrag zum Preis von 750 Mark und Riegger schuf mit der Madonna auf dem Rathausbrunnen eines seiner letzten Werke. Er starb am 26. September 1916 in Strasbourg.
Bildhauer, (C) (* Hüfingen, Baden, 1855 † Straßburg 26.9.1916). Sohn von Matthaeus Riegger, Gastwirt, und Agathe NN. ∞ Margareth Maria Herzog (* 1852 in Zwettl, Österreich, † Straßburg 28.10.1913), Tochter von Ignatius Herzog und Maria NN. Kam 1892 nach Straßburg.
Medaillon von Bucer in der Église Saint-Thomas. Foto: Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons – cc-by-sa-3.0, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons
Schöpfer von 22 Medaillons, die die Fassaden der National- und Universitätsbibliothek Straßburg schmücken, sowie von sechs Kaiserstatuen, die einst die Fassade der Grande Poste zierten: Barbarossa, Rudolf von Habsburg, Maximilian I., Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II.; die letzten drei wurden 1918 enthauptet. Riegger schuf 1891 auch das Medaillon von Bucer (Église Saint-Thomas) und die beiden Statuen, die das Elsass und Lothringen darstellen, an der Fassade des heutigen Nationaltheaters von Straßburg, das nach 1920 zum Konservatorium und nach 1946 zum Konservatorium und Nationaltheater wurde, sowie die Büste von Jules Sengenwald und die Statue „Fleur épanouie” (Blühende Blume).
Es ist ein unglaublich beruhigendes Gefühl, zu wissen, dass wir eine so engagierte und schlagkräftige Feuerwehr haben. Vielen herzlichen Dank für euren Einsatz – und dafür, dass wir uns auf euch verlassen können!
Vielen Dank an die Anwohner für die Fotos!
Nach dem, was mir berichtet wurde, sollen beim Abklemmen der Photovoltaikanlage Funken entstanden sein. Offenbar kann dies bei älteren Anlagen vorkommen. Falls sich dies bestätigt, wäre es sicher sinnvoll, dieses Risiko bei Abbrucharbeiten künftig verstärkt zu berücksichtigen.
Hüfinger Leuchtturmprojekt zerhäckselt
Leserbrief von Heike Boeke im Südkurier am 3. Dezember 2025
Es fing alles so schön an! Der Kauf des Hotels Frank durch die Stadt Hüfingen und der im SÜDKURIER am 28.11. vorgestellte strukturierte Projektentwicklungsprozess beginnt mit einem Vernichtungsfeldzug gegen fast 100jährige Bäume die in der Vergangenheit Tieren eine Heimat, Menschen beim Feierabendbier Schatten und als grüne Lunge Staub und Partikel aus der Luft gefiltert haben. Bei dieser Größe mehr als 100 Kilogramm pro Jahr. Während andere Städte solche Oasen erst mal wieder herstellen müssen wird in Hüfingen gesägt. Obwohl noch überhaupt keine Planung zur Nutzung und städtebaulichen Ausgestaltung vorliegt, wurden gesunde Bäume, die sicherlich in das zukünftige Areal mit eingeplant hätten werden können, ohne Grund gefällt. Kein guter Anfang eines Projektes, das eigentlich für Hüfingen ein Leuchtturmprojekt hätte sein können. Und auch, wenn irgendwo eine Ausgleichsmaßnahme als Feigenblatt der Verwaltung durchgeführt wird – 100 Jahre Geschichte sind unwiederbringlich verloren. Kein Ruhmesblatt und sicherlich nicht zum Nachmachen geeignet. Hüfingen sagt Danke für den Verlust einer weiteren grünen Oase im Ort.
Heike Boeke
Das Gashaus zum Bahnhof wurde bereits im Jahr 1897 eröffnet und ging 1930 von Gustav Adolf Fehrenbach an seine Tochter Frieda Maria Frank (03.07.1904-24.02.1945) und ihren Mann Adolf Frank (14.05.1893-?).
Gasthaus zum Bahnhof. Postkarte von 1930
Landgasthof Frank Logo
Anna Höfler (16.04.1855-13.09.1931) und Josef Frank (01.05.1852 – 31.10.1923)
Umzugswagen vom Gashof Frank am 11. Februar 2002
Alte Bäume am Frank wurden grundlos gefällt
In der Gemeindratssitzung am 16. Oktober und 20. November ging es um die Projektentwicklung. Der Gemeinderat hat auch einstimmig beschlossen, dass das Hotel abgerissen wird. Damals schon schrieb ich: Ganz gleich, welche Maßnahmen umgesetzt werden, bitte ich darum, die alten Bäume zu erhalten und ihr Umfeld als naturnahe Grünfläche zu gestalten – mit einem Spielplatz im Grünen und einer wilden, naturbelassenen Ecke.
Diese Bitte hat der Bauamtsleiter wohl dahingehend aufgefasst, möglichst schnell Tatsachen zu schaffen. Er hat die Bäume vorsorglich gleich mal fällen lassen.
Letzter Baum vor dem Frank der heute auch noch fallen soll.
Platt gemachte alten Bäume vor dem Frank am 27. November 2025
27. November 2025
Der nächste Starkregen wird uns die Quittung dafür geben. Aber dann kann der Bauamtsleiter nach dem Fällen und Versiegelen einer weiteren Lieblingsbeschäftigung , dem Kanalbau, nachgehen. Wir wissen ja, Spitzenabflüsse müssen reduziert werden.
Gasthof Frank am 3. Februar 2021 mit den alten Bäumen.
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Garten vom Gashof Frank am 1. Oktober 2021
Ein Bauer und Gretel in Tracht vom Malermeister Herbert Labor
Gashaus Frank am 21. Oktober 2021
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Die alten Bäume am ehemaligen Landgasthof Frank von Apple Maps.
Passend zur Jahreszeit hier von Ernst Kramer ein Film bei der Heuernte in Hüfingen etwa in den 1930ern.
Vermutlich wird hier der Galgenäcker, westlich der Dögginger Straße, bearbeitet. Ab 0:56 sieht man einen Schwenk über die Seemühle mit dem Schellenberg nach Bräunlingen.
Die Seemühle selber wurde 1935 abgerissen, also scheint der Film von früher zu sein, Die Eisenbahnbrücke hat auch noch keine Schienen.
Falls jemand noch mehr erkennt, gerne in die Kommentare.
Quelle: Historisches Filmmaterial aus dem Nachlass von Ernst Kramer. Die Veröffentlichung dient ausschließlich der Dokumentation der Hüfinger Ortsgeschichte. Sollten Rechteinhaber Einwände haben, bitten wir um eine kurze Mitteilung.
Vielen lieben Dank an die Technikgruppe der Klasse 9c der Lucian-Reich-Schule für die wunderschöne Idee mit den Schmetterlingen und der tollen Umsetzung! Vielen Dank an den Bauhof für die Unterstützung!
„Natur nah dran“ brummt und summt unbeeindruckt von der Sommerhitze
27. Juni 2026
Es ist der absolute Knaller wie sich die Flächen von Natur nah dran entwickeln. Es summt und brummt. Unzählige verschiedene Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Bleibt mal stehen und guckt:
Taubenschwänzchen
Schari-Scherri am 26. Juni 2026
Die Tafeln für „Natur nah dran“ sind da
23. Juni 2036
Mit großer Freude habe ich gestern die neuen Tafeln entdeckt – und ich freue mich gewaltig.
Danke! Danke! Danke!
Wie schön, dass darauf noch das alte Logo zu sehen ist. Ob das Absicht oder Zufall war, weiß ich nicht aber ihr habt mir damit eine riesengroße Freude gemacht.
Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Diese Tafeln gehören für mich definitiv dazu.
22. Juni 2026
Kurze Erklärung: Auf Initiative der „Freunde der Natur Hüfingen“ hatte sich die Stadt Hüfingen im Herbst 2024 erfolgreich bei „Natur nah dran“ beworben. Die für „Natur nah dran“ ausgewählten Kommunen werden mit bis zu 15.000 Euro für die Planung und Umsetzung vom Umweltministerium und vom NABU gefördert.
Die Planung wurde in den letzten Monaten mit sehr viel Engagement vom Bauhof der Stadt umgesetzt. Die „Freunde der Natur Hüfingen“ bedanken sich ganz herzlich bei Michael Sproll und seinem Team vom Bauhof!
Vielen Dank an den Bauhof!
3. Mai 2026
In der letzten Gemeinderatssitzung wurde dennoch engagiert gegen ein Stück Natur argumentiert: zu teuer, nicht abgestimmt, irgendwie grundsätzlich problematisch.
Dabei lohnt sich ein kurzer Blick auf die Realität: Naturschutzmaßnahmen wie „Natur nah dran“ werden mit bis zu 15.000 Euro gefördert. Sie kosten die Stadt also nicht nur nichts, sondern bringen zusätzliche Mittel, Wissen und vor allem Lebensqualität. Man könnte fast meinen, genau das sei der eigentliche Stein des Anstoßes. Es entsteht der Eindruck, als sei jedes Beet ein finanzielles Risiko und jede Blüte ein potenzieller Haushaltsengpass. Eine bemerkenswerte Perspektive – insbesondere in Zeiten, in denen gleichzeitig andere Ausgaben deutlich weniger kritisch hinterfragt werden.
Und was das angeblich fehlende Mitspracherecht angeht: Möglichkeiten, sich einzubringen, gibt es ausreichend. Sie setzen allerdings voraus, dass man bereit ist gemeinsam zu arbeiten anstatt im Mittelpunkt zu stehen und genau dies ist offenbar eine größere Zumutung als jedes noch so kleine Beet.
Die 40.000 Euro für ein neues Logo mit Männerkopf waren im Übrigen kein Problem. Interessanterweise stellte sich weder die Kostenfrage noch das Bedürfnis nach umfassender Mitwirkung als hinderlich heraus. Beteiligung scheint also vor allem dann gut zu funktionieren, wenn sie das Ergebnis nicht gefährdet.
02. Mai 2026
Winterlinde
02. Mai 2026
02. Mai 2026
Natur nah dran, der Schari und Jugendarbeit
7. April 2026
Was mir am Schari fehlt
Eigentlich war die Idee am Schari gemeinsam mit Jugendlichen etwas wachsen zu lassen: Etwas, das nicht nur angelegt wird, sondern auch mit Beteiligung, Verantwortung und Identifikation zu tun hat.
Also nicht etwas für junge Menschen machen, sondern mit ihnen.
Und genau diese Beteiligung fehlt mir hier. Ich liebe Blühflächen. Aber man kann Flächen gestalten – oder Orte entstehen lassen. Das ist nicht dasselbe. Und genau da liegt für mich der Unterschied.
Bei der Jugendarbeit hatte ich eigentlich auf mehr gehofft. Nicht alle finden ihren Platz in Vereinen oder in den klassischen Angeboten.
Gerade deshalb wäre es schön gewesen, wenn aus so einer Fläche mehr geworden wäre als einfach nur ein ordentlich angelegtes Beet. Manche brauchen zuerst einen Ort, an dem sie überhaupt vorkommen dürfen.
Schari am 8. April 2026
Schari am 2. April 2026
Schari an Weihnachten 2025
Zwischen Tor und Friedhof
Fläche vor dem Tor am 04.12.2025
Fläche vor der Brücke am 04.12.2025
Die Winterlinde, die uns Guido Wolf geschenkt hat, steht jetzt vor dem Leänedli!
17. November 2025
Am 17. November wurde die Winterlinde gepflanzt die uns Guido Wolf bei seinem Besuch am 12. Mai versprochen hatte. Hüfingen hat jetzt eine Linde vor dem Leänedli!
„Einverstanden, Herr Hofgärtner, bin ganz Eurer Meinung“, sagte der Feldwaibel, „und bedaure nur, daß der alte Brauch mit Pflanzen von Linden so ganz abzukommen droht. Denn abgesehen von den Gemeindelinden ist keine Kirch, kein Kirchhof, keine Kapell oder Schützenhaus gewesen, wo früher nicht Linden hingepflanzt worden sind. – So ein Lindenbaum aber ist für den Landmann eine kleine Apothek, wo er den Lindenblütentee umsonst haben kann, für die Immen im Frühling aber eine wahre Honigweid. – Und daß auch der Holzbildhauer am liebsten zum Lindenholz greift, wenn er etwas Schönes machen will, ist bekannt.“ Lucian Reich 1853 im Hieronymus
Die Freunde der Natur Hüfingen bedanken sich herzlich bei Guido Wolf für die Winterlinde am Friedhof und ein besonderes Dankeschön geht an den Bauhof, Michael Sproll und Johannes Geißler für die Umsetzung von Natur nah dran.
Am Tor und Friedhof kann man Anfang November schon was sehen, hier wurde der Boden vorbereitet:
Natur nah dran Fläche am 7. November 2025
10. November 2025
Projektbesprechung Natur nah dran mit Naturgartenplaner
28. Mai 2025
Am 28. Mai war Projektbesprechung mit dem Naturgartenplaner Sebastian Frey, Katja Wörner vom Nabu, dem stellve. Bauhofleiter Alexander Huber und unserem neuen Biotopbeauftragtem Johannes Geißler.
Es sind einige Orte rausgefallen und dafür ist ein Ort vorne beim H-Kreisel dazu gekommen. Ich werde unten die Beschreibungen aktualisieren.
Guido Wolf informiert sich über Natur nah dran
Am 12. Mai 2025 besuchte uns Guido Wolf, um sich über das Projekt zu informieren.
Die Stadt Hüfingen wird mit Unterstützung des Projektes „Natur nah dran“ Grünflächen mit Wildpflanzen in insektenfreundliche Blumenwiesen und Säume umwandeln. In 2025 wurden 15 Kommunen (von ca. 35 Bewerbern) ausgewählt an diesem vom Umweltministerium BW geförderten Projekt teilzunehmen. Am 29. April 2025 führte der NABU in Singen eine erste Schulung für die teilnehmenden Kommun durch. Für die Stadt Hüfingen nahmen Tanja Geyer (Stellv. Bauamtsleiterin) und Michael Sproll (Leiter Bauhof) sowie Thomas Kring (Freunde der Natur Hüfingen e.V.) teil.
Michael Sproll, Tanja Geyer und Thomas Kring
Worum es geht?
Das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ von NABU und dem Land wird durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten.
Im Schwarzwald-Baar-Kreis war bisher nur Bad-Dürrheim 2024 erfolgreich. Unser Bürgermeister und das Bauamt haben dies fast ganz alleine geschafft, lediglich die Freunde der Natur Hüfingen e.V. haben bisschen geholfen.
Das soll gemacht werden
Wir haben 6 Orte in der Kernstadt Hüfingen vorgeschlagen bei denen wir Hilfe brauchen etwas daraus zu machen. Was gemacht wird können wir noch nicht sagen, deswegen brauchen wir ja Hilfe. Ich möchte hier aber zuerst mal die 6 Orte vorstellen, damit jeder weiß worum es geht. Hoffentlich kann ich dies dann über das Jahr ergänzen.
Ort zwischen Landesheim und Mühlebach
Zwischen dem Mühlebach und dem Landesheim befindet sich so etwas wie eine Wiese/Rasen. Diese könnte man in eine dauerhafte Wildblumenwiese umwandeln.
Ort am Tor
Um das Tor werden jedes Jahr die Beikräuter entfernt und dann vorgezogene Pflänzchen im 50er Jahre Flair gepflanzt. Diese arbeitsintensive und auch langweilige Gestaltung soll durch adequate Wildstauden ersetzt werden.
Ort Kleiner Park um den Gedenkstein der Heimatzunft
Hier wird der Rasen angepasst und eventuell gibt es neue Wildstauden oder Büsche.
Ort beim Spielplatz „Schari“ an der Hohenstraße
Hier wird etwas für das Jugendhaus angelegt neben den Hütten. Wir wollten hier klein anfangen, da wir befürchten es wird zerstört werden.
Ort beim Hüfingen Kreisel, Aldi
Hier soll eine dauerhafte Blumenwiese angelegt werden.