vor zwei Wochen schickte mir Thomas Kring – er ist seit 2013 Projektleiter des Naturschutzgroßprojektes Baar beim Schwarzwald-Baar-Kreis – diese beiden Bilder. Er schrieb dazu: „Falls Du noch ein Thema für einen Bürgerpostartikel suchst, wie wäre es damit, am 10. Mai 2025 fand ich bei Geisingen im Naturschutzgebiet Albtrauf-Baar den Libellen-Schmetterlingshaft“. Ich dachte, wie bitte, Libellen-Schmetterlingshaft, so etwas soll es bei uns geben? Das ist doch ein absoluter Oberhammer, finden Sie nicht auch?
Vor langer Zeit habe ich einmal Bilder von ihnen gesehen, aber nie gedacht, sie noch einmal zu Gesicht zu bekommen. Was sind das nur für Wesen? Laut Wikipedia sind es keine Schmetterlinge, sondern Netzflügler aus der Familie der Schmetterlingshafte. In Deutschland kommt nur der Libellen-Schmetterlingshaft vor, eine von drei in Mitteleuropa vorkommenden Arten. Nur im Süden Deutschlands, in wärmeren Gebieten ist sein auf Deutschland bezogenes Verbreitungsgebiet. Dass dazu auch die Baar gehört, ist erstaunlich. Aber auf der Baar gibt es schöne Südlagen, wo sie – siehe Bildbeleg von Thomas Kring – zweifelsohne leben können. Was brauchen der Libellen-Schmetterlingshaft noch zum Existieren? Halbtrockenrasen und magere Mähwiesen. Er könnte auch vom Klimawandel profitieren. Die Tiere erreichen eine Flügelspannweite von 4,2 bis 5,5 cm. Also ganz ordentlich. Das Aussehen ist fantastisch. Man darf die Bilder der beiden Exemplare einfach genießen. Besonders auch die langen schwarzen Fühler mit der Verdickung an den Enden. Die Männchen kann man an ihrer gekrümmten Hinterleibszange erkennen. Sehen Sie bei den Bildern, welches Geschlecht Thomas Kring fotografiert hat?
Die ausgewachsenen Tiere besitzen eine Lebenserwartung von vier bis fünf Wochen. Nach dem Schlüpfen Anfang bis Mitte Mai fliegen sie an trockenen und sonnigen Tagen von Mai bis Juli auch im Schwirrflug dicht über der Vegetation oder sehr hoch, um kleine Fluginsekten zu jagen. Verschwindet die Sonne, wenn auch nur für kurze Zeit, heften sie sich mit ihren beißenden Mundwerkzeugen an einen Halm und verharren während der Beschattungszeit inaktiv. In dieser Situation hat Thomas Kring sie fotografiert. Dabei breiten sie ihre Flügel gegen die Sonne aus, so dass die Flügel aller Libellen-Schmetterlingshafte parallel ausgerichtet sind.
Die Eiablage erfolgt meist im oberen Hangbereich an offenen Bodenstellen. Dabei legt das Weibchen wahrscheinlich nur ein einziges Gelege von 30–65 Eiern an einen frei stehenden Stängel, der durch Rückstrahlung vom Boden zusätzlich erwärmt wird, was die Trocknung der Eier nach Regen beschleunigt. Ist das nicht erstaunlich? Trotzdem ist dieser Halm so gewählt, dass er überwiegend beschattet ist und auf nur wenig geneigter Fläche steht. Dieser Platz kann so rar und attraktiv sein, dass ein Halm auch für mehrere Gelege genutzt werden kann. Gerät das Gelege in Bodennähe, weil der Halm knickte, gelangen die Eier kaum noch zur Reife, dann werden sie von Bodentieren erbeutet oder trocknen zu langsam nach Regen. Die Schlupfdauer variiert je nach Trockenheit, sie beträgt meist vier Wochen, kann aber erheblich kürzer sein oder über 40 Tage dauern.
Die Larvenentwicklung bis zum erwachsenen Tier findet am Boden statt und dauert lange vermutlich zwei Jahre. Thomas Kring betont, „Schutzgebiete, insbesondere Naturschutzgebiete, sind für die Biodiversität und den Naturschutz allgemein von extrem großer Bedeutung. Und ohne Pflege der Lebensräume verschwinden über kurz oder lang sehr viele seltene Arten, wie die gezeigten Libellen-Schmetterlingshafte“.
Vielen Dank Thomas für die Überlassung dieser beiden Bilder. Ich glaube, sie sind ein absoluter Höhepunkt der Bürgerpostbeiträge.
Herzliche Grüße Franz Maus
Thomas Kring ist übrigens nächsten Sonntag mit dem Naturschutzgroßprojekt auf dem Naturparkmakt in Mundelfingen!
Dann hab ich durch Zufall einen alten Film auf youtube gefunden von einem Kurzvortrag den ich 2016 an der Uni Nürtingen über das Mikrobiom gehalten hatte. Dachte vielleicht interessiert das jemanden, ist immer noch aktuell.
Entgegen der Meinung, dass das Gehirn für den Darm verantwortlich ist, ist es tatsächlich so, dass der Darm weitaus mehr Informationen an das Gehirn sendet. Der alte Glaube, dass die Gesundheit im Magen beginnt scheint sich bei neuesten Forschungen immer mehr zu bewahrheiten.
Darmflora ist die Bezeichnung aller Mikroorganismen im Verdauungstrakt. Im menschlichen Darm sollen etwa 38 Billionen Bakterien leben (6). Dazu kommt noch das Phageom mit wohl 380 Billionen Phagen, das nach neuesten Erkenntnissen auch eine sehr große Rolle spielt (7). Die Oberfläche vom Darm hat etwa 32 m² (8).
Bakterien auf Agar
Das Mikrobiom und der Vagusnerv
Neueste Forschung hat einen Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung unserer Darmflora und dem Funktionieren des Immunsystens, des Nervensystems und dem endokrinen (hormonelles) Gleichgewicht bestätigt. In einigen Untersuchungen wird diskutiert, ob Bakterien den Vagusnerv, der aus dem Verdauungstrakt in das Gehirns läuft, beeinflussen.
Es wird heute in der wissenschaftlichen Forschung untersucht inwieweit die Darmflora selber das Essverhalten des Menschen manipulieren kann (1). Wie bei jeder komplexen Interaktion, wie der vom menschlichen Nährstoffbedarf und dem Nährstoffbedarf der unterschiedlichen Darmflora, gibt es eine Mischung von gemeinsamen und auch entgegengesetzten Interessen, mit Möglichkeiten zum gegenseitigen Nutzen und auch Manipulation (1).
Dies bedeutet, dass ein breites Spektrum an verschiedenen Darmmikroben viel Energie und Ressourcen an die Bekämpfung der Konkurrenz verbraucht. Dagegen haben große Populationen einiger weniger Mikroben mehr Ressourcen den Wirt, also den Menschen, zu manipulieren. Zusätzlich ist eine große Population an gleichen Mikroben leichter in der Lage zu manipulieren, da sie sich besser Koordinieren können (sogenanntes Quorum Sensing). Aus diesen Gründen wird heute eine geringe Vielfalt in der Darmflora und dem Mikrobiom mit einer ungesunden Ernährung, verschiedenen Krankheiten und auch mit Übergewicht in Zusammenhang gebracht (1).
Der Vagusnerv und seine Verbindungen zu den einzelnen Organen.
Warum Sie Ihre Darmflora optimieren sollten
In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass Menschen die viel fermentierte Lebensmittel zu sich nehmen, Nährstoffe besser aufschließen können (2, 9). Die Nebenprodukte der Gärung helfen unserem Körper Fett abzubauen und den Blutdruck zu regulieren (3). Auch beeinflussen sie die Zusammensetzung des Blutes, dienen als Neurotransmitter und regulieren die Funktion des Nervensystems (4). Bei der Fermentation produzieren einige Bakterien natürliche Antibiotika und Verbessern die Vitaminversorgung. Die Probiotika stärken das Immunsystem und unterstützen dabei die allgemeine Gesundheit des Verdauungssystems und des ganzen Körpers (1).
Ebenso führt eine pflanzenbasierte Ernährung zu einer verringerten Neurodegeneration und verringerten Entzündungsreaktionen im Körper. Die Phagozytose, also die Müllabfuhr im Körper, wird aktiviert. Ist die Phagozytose gestört, kommt es zu einer Anreicherung von fehlerhaften Proteinen. Durch die Ernährung und auch durch Fasten kann man die Phagozytose beeinflussen.
(1) Is eating behavior manipulated by the gastrointestinal microbiota? Evolutionary pressures and potential mechanisms. Joe Alcock, Carlo C. Maley, C. Athena Aktipis. Bioessays (2014)
(2) Increased iron bioavailability from lactic-fermented vegetables is likely an effect of promoting the formation of ferric iron (Fe3+). Nathalie Scheers, Lena Rossander-Hulthen, Inga Torsdottir, Ann-Sofie Sandberg. European Journal of Nutrition. (2015)
(3) Blood Pressure-Lowering Peptides from Neo-Fermented Buckwheat Sprouts: A New Approach to Estimating ACE-Inhibitory Activity. Masahiro Koyama, Seiji Hattori, Yoshihiko Amano, Masanori Watanabe, Kozo Nakamura. PLOS ONE (2015)
(4) The gut microbiome and diet in psychiatry: focus on depression. Dash Saraha, Clarke Gerard, Berk Michaela, Jacka Felice. Current Opinion in Psychiatry (2015)
(5) The microbiome and critical illness. Robert P Dickson. The Lancet Respiratory Medicine (2015)
(6) Revised estimates for the number of human and bacteria cells in the body. Ron Sender, Shai Fuchs, Ron Milo. Biorxiv (2016).
(7) Healthy human gut phageome. Pilar Manrique, Benjamin Bolduc, Seth T. Walk, John van der Oost, Willem M. de Vos, Mark J. Young. PNAS (2016).
(8) Surface area of the digestive tract -revisited. Helander & Fändriks. Scandinavian Journal of Gastroenterology (2014).
(9) Role of gut microbiota and nutrients in amyloid formation and pathogenesis of Alzheimer disease. Francesca Pistollato, Sandra Sumalla Cano, I~naki Elio, Manuel Masias Vergara, Francesca Giampieri, Maurizio Battino. Nutr Rev. (2016)
Da das Phageom (eng. phageome) ein Großteil unseres Mikrobioms darstellt, es immer mehr Hinweise gibt wie wichtig es für unsere Gesundheit ist, und es leider bis jetzt von den deutschsprachigen Medien vollkommen ignoriert wird, will ich hier das bis jetzt (Dezember 2016) bekannte aus der englischen Fachliteratur zusammentragen.
Phagen
Phagen sind schon sehr lange bekannt und wurden von Frederick Twort im Jahre 1915 und später von Felix d’Herelle 1917 entdeckt. Phagen sind alle Viren die Bakterien zu ihrer Vermehrung benötigen, auf ein Bakterium sollen mengenmäßig etwa 10 Phagen kommen. Damit hat jeder Bakterienstamm seit Jahrmillionen mit seinen eigenen spezifischen Viren zu kämpfen, denn Phagen sind sehr wirtsspezifisch. Natürlich haben Bakterien ein Immunsystem und können sich auch Phagen zu Nutzen machen. So befinden wir uns in einem andauernden Wettlauf der Evolution von Bakterien gegen Phagen und auch von Bakterien und Phagen gegen Bakterien.
Ja, wir befinden uns mittendrin. Unser Körper hat etwa zwischen 10 bis 900 Billionen Zellen, auf eine menschliche Zelle kommt etwa eine Bakterie, das macht dann mehrere Billiarden Phagen pro Mensch (1+2).
Es gibt somit eine unerforschte Unmenge an verschiedenen Phagen, da es ja auch Unmengen an verschiedenen, zum Teil unerforschten Bakterien gibt. Am besten erforscht sind Phagen von Escherichia coli, sogenannte T4-Phagen und Lambda-Phagen (Phage λ). Dies hat damit zu tun, dass E. coli, das sogenannte Haustier von Biologen, sich relativ einfach im Reagenzglas halten lässt und im Normalfall für den Menschen harmlos ist. Phagen sind zwischen 20 – 200 nm gross. Der relativ grosse T4 Phage ist mit 200 nm einer der Grossen. E. coli ist im Vergleich dazu 0.5 μm x 2 μm, also 500 x 2000 nm gross.
Ein Phage injiziert sein Genom aus DNA oder RNA in eine Bakterienzelle.
Vermehrung der Phagen
Da es sehr viele verschiedene Phagen gibt, gibt es auch genau so viele Strategien der Phagen eine Bakterienzelle zu „entern“. Aber eins ist allen Viren gemeinsam: Sie brauchen eine Zelle, um sich zu vermehren. Bei Phagen unterscheidet man grundsätzlich zwei verschiedene Gruppen, wobei die Übergänge fließend sein können.
Lytische Phagen: Der Phage vermehrt sich sofort in der Zelle explosionsartig und bringt diese dann zum platzen und freisetzten neuer Viren.
Lysogene Phagen: Der Phage baut erst mal nur seine DNA in das Bakterium mit ein und tötet diese nicht sofort.
Das Mikrobiom
Als das Mikrobiom wird die Gesamtheit aller Mikroorganismen bezeichnet, die ein Lebewesen besiedeln. Heute wird auch das Virom mit dazu gezählt. Das Mikrobiom beseht also aus Bakterien, Pilzen, Algen, Protozoen und eben dem Virom mit dem Phageom. Ein Teil des Mikrobioms ist die Darmflora.
Das Phageom
Das Virom ist die Gesamtheit aller Viren die ein Lebewesen besiedeln. Teil des Viroms ist das Phageom. Also der Teil der Viren die man auch als Bakteriophagen bezeichnet und die sich ausschließlich in Bakterien vermehren.
Forschung zum Phageom
Im September 2016 ist ein faszinierendes Paper zum Phageom in PNAS erschienen:
Die Veröffentlichung dreht sich um das „healthy gut microbiome“, also eine gesunde Darmflora. Teil dieser „gesunden Darmflora“ ist ein gesundes Phageom. Dieses gesunde Phageom hilft und unterstützt eine gesunde Darmflora. Das gesunde Phageom besteht aus etwa 35-2800 verschiedenen Arten an Phagen (5), von denen die meisten absolut unbekannt sind und keine Ähnlichkeit zu bekannten Phagen haben.
In der Studie zum „gesunden Phageom“ wurden 44 Gruppen von Bakteriophagen untersucht, die bei gesunden Probanden gefunden wurden. Es konnte gezeigt werden, dass Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa (chronisch-entzündlichen Darmerkrankung) ein verändertes Phageom haben. Es wird eine direkte Beziehung zwischen einem gesunden Mikrobiom und einem gesunden Phageom gezogen.
Dieser Abschnitt kann die nächsten Jahre (hoffentlich) mit interessanten Forschungen erweitert werden.
Spekulationen zum Phageom
Das Phageom wird allem Anschein nach in den ersten Lebenswochen vererbt und scheint essentiell für das weitere Leben zu sein. Es ergeben sich Hinweise darauf, dass unser Körper Phagen zur virologischen Abwehr von bakteriellen Erkrankungen einsetzen kann. Auch scheint das Phageom ausgesprochen wichtig beim horizontalen Gentransfer. So werden nicht nur Antibiotikaresistenzen auf Bakterien verteilt, auch können Phagen für den Menschen nützliche Gene konservieren; z.B. Gene „guter“ Bakterien, nach einem Einsatz von Antibiotika.
Mit den Möglichkeiten der Tiefen-Sequenzierung (Sequenzierung im Hochdurchsatzverfahren) wäre es heute möglich, einen tieferen Einblick in das Phageom zu bekommen. Leider sind die Prioritäten in der deutschen Wissenschaft heute deutlich wo anders gesetzt.
Weiterführende Veröffentlichungen über Phagen jenseits der Englischen Fachliteratur habe ich hier zusammengetragenhttp://hmjaag.de/phagenlinks/
(1) The phage-host arms race: Shaping the evolution of microbes. Adi Stern, Rotem Sorek. BioEssays (2011).
(2) Revised estimates for the number of human and bacteria cells in the body. Ron Sender, Shai Fuchs, Ron Milo. Biorxiv (2016).
(3) Healthy human gut phageome, Manrique et al., PNAS (2016)
(4) Gut microbiota modulate host immune cells in cancer development. Erdmann and Poutahidis, Free Radical Biology and Medicine (2016).
(5) The human gut virome: Inter-individual variation and dynamic response to diet. Minot et al. Genome Research (2011).
Zum Tag der Artenvielfalt am 25. Mai 2025 luden die Freunde der Natur Hüfingen wieder zu einer Exkursion ein. Vom Schächer aus führte Thomas Kring die Gruppe entlang des Westhanges der Länge. Im Mittelpunkt standen die vorkommenden Pflanzenarten und die Pflege der Flächen sowie die Waldbereiche, die im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Baar zusammen mit der Stadt Hüfingen dauerhaft aus der Nutzung genommen wurden.
Neben Alpenmaßliebchen und Gewöhnlicher Kugelblume bestaunte die Gruppe sechs Orchideenarten. Darunter die Fliegen-Ragwurz und die Vogel-Nestwurz.
Fliegen-Ragwurz
Vogel-Nestwurz
Exkursionsbericht vom 18. Juni 2024
Vom Wanderparkplatz Schächer aus führte Thomas Kring die 14 Teilnehmer durch das Schutzgebiet. Er erläuterte den besonderen Standort, der sich aus dem Gestein des Weißen Juras entwickelt hat und wie die vorkommenden Magerrasen mit Schafen und Freischneider gepflegt werden. Bei den Pflanzenarten legte er den Schwerpunkt auf die vorkommenden zehn Orchideen-Arten. In Natura konnten unter anderem das unscheinbare Große Zweiblatt und die auffällige Mücken-Händelwurz bestaunt werden. Das high-light war aber die Bienen-Ragwurz, die in Deutschland strak gefährdet ist.
Das sogenannte „flächenhafte Naturdenkmal“ Sperbelhalde befindet sich beim Schächer am Westhang der Länge.
Als absolutes Kleinod unserer Region fristet die Sperbelhalde leider zu Unrecht ein Schattendasein. Deshalb will ich Sie hier mitnehmen auf eine kleine Bildertour durch die wunderschöne Sperbelhalde.
Ein Besuch lohnt sich!
Die Bilder aus dem Jahr 2021 sind wegen eines alten, mangelhaften plugins leider nicht mehr verfügbar.
Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr.
Während de Schuelziit i de Fufzger sind alli Eschinger Schuelkinder us de ganze Stadt am Morge vor de Achti triilnasig gege d` Volksschuel, d` Feuersteinschuel, gschlurpfet. Au die vu de Siedlung und em Spanneberg. S`hät no konni Schuelbus, Stadtbus und konni Helikopter Müetter- und Großmüetter gähe. Mit de oagene Fiess bei Wind und Wetter. „My feet is my carriage“ singt de Bob Marly. Sogar bei minus 39°, wan es tatsächlich e mol i de fufgzer Johr am Fischerhof im Ried ghet hät. Am Schuelranze us Leder, manche, die Besserse, hond on mit eme gscheckete Kälblifell – Deckel kha, des war so e Art Gucci- Model vu de Nochkriegsjohr, isch am Spaget- Schnierli e Naturschwämmli ghanget. Drin war e Schueltafel us feschtem Schieferton vum Heibergtrauf, e helzers Griffelkäschtli mit eme Schieberdeckeli und ufem Dintefläschli isch „Pelikan“ gstande. Den Vogel hond mir Eschinger Eingeborene natierli us de naturkundliche Sammlunge vum Fürscht, de 2. Gröschte in Europa, scho kennt. Des war also die normal, die gwähnlich Schuel-Uusrüstung.
Aber a 2 Tag im Johr, oamol im Frühjohr und oamol im Herbst, sind die doale Klasse mit andere Gschierer am Morge geg d`Volkschuel zottlet. Die Doale hond Blecheimer, verzinkti Spritzkannte, Gilleschapfe us Blech oder au Stahlhelm, Häckeli, Karscht, Feldspate, Schuufle und Bexler aagschloapft. Im Schueliigang im Hof, vor em Direx sim Kabuff, hät mer en Halbkreis gmacht. Um Punkt Achti isch de Rektor, de legendär Karl Wacker gstande. Scho aloenig wege sim Uussehne, sim Schwätze, sinnere strenge Güeti en mordsmässig Respekt iiflössende Maa.
Karl Wacker
Heut ist wieder „Euer“ Tag, an dem ihr alle zusammen wieder unseren und vor allem „Euern“ Schulwald hegt und pflegt. Euer Lehrer H. Frank, mir hond ihm de „Otsche“ gsait weil er Otto mit Vorname goesse hät, wird euch zum Schulwald am Zusammenfluss begleite und euch zeige, wie man unseren, ja „Euern“ Schuelwald pflegt und hegt.
Ii Zweierreihe, genau noch de Grösse abgstafflet uffgstellt, simmer jetzt gege de Park abgwatschlett. A de Händli hebe, wie im oefälltige Kindergarte , des hommer zu iiserm erhabene Stolz nimme miesse. Aber mit de Hacke und de Schuufle fechte und mit de Eimer trummle, mit de Kannte bloose, des hommer zu iiserm Verdruss doch nit derfe. Obwohl des natierli saumässig pfufferet hät. Do hät de „Otsche„ wie en scharfe Hofhund uffpasst. De Spitalbuckel abi, durch d` Sennhofstroos, a de Melkerei, de Sennerei, de abbrennte Feschthalle, em Rote Hans, am Konvikt, am Aasemer Bahnhof vorbei, gohts in Alte „Englische Park“. De erscht Halt hommer am Ungare-Kriiz gmacht. Zwar hommer beim eweng eher schreege Otsche koa „Vater Unser“ bete messe, defier hät er iis aaschaulich verzellt, worum des Kriiz do a de Brigach stoht. So hommer frieh glehrt und mitkriegt, wie die gwalttätige Kremel-Manne mit dene oafältige Orde Brettli überm dicke Buuch und a beide Operette- Uniform Brüscht mit de uffmüpfige Bruedervölker umgange sind.
Entlang vu de Brigach, abwärts gege de berühmt Zämetfluss, hommer wieder die gliich Marschordnung iinämme messe wie dorch d‘ Stadt. Wenn den Flagelantezug mit Sichle, Bäxler, Haue und Spritzkante- Blechtrompete de sanft Pfohremer Revoluzzer, de Willmanne Andres, oder gar de Hecker- Fritz gsänne het, hetet die bestimmt denkt: „Saperlott, wer het des denkt, dass die kratzbucklige Eschinger Residenzler emol so früehziitig und umsichtig ver de neu 48-er Revolutionsnochwuchs sorget“. De Pfohremer Schnuufer, de Andres Willmann hört mer sage: „Du, Hecker- Fritz, do hettet mir bigott no ebbis lehre kinne, bi iiserm fidele, hennefidlige Folklore- Revoluziönel“.
Kurz vor em Zämmetfluss uf de Aasemer Siite vu de Brigach hommer ghalte. Dert sind scho Bämmli- Setzling am Roa glege. Hergfiehrt vu de Stadtgärtner mit so Iiserädli- Pritsche- Handwägeli unterm Kommando vum Städli- Obergartebuzzli Fraas. De „Otsche“ hät iis jetzt aaglehrt, wie mer die junge Fichte, Erle, Dännli, die Esche, Bueche und Oache usenand haaltet und wie mer die setzt und uffzieht. Jeder hät so en Serblingling uusgsuecht und denno e Loch im Areal vum Volksschuel –Schulwaald uusgrabe. Des Bämmli hond mer innigsetzt und wieder mit dem rappeschwarze Riedbodde aadeckt. Dieselle mit de Eimer und de Spritzkannte hond jetzt Wasser us de Brigach mit Gilleschapfe gschöpft und zu de frisch gsetzte Bämmli brocht. Daß des natierli nit ohni Lättere und Aasspritze gange isch, düerft klar sii. Gege die kleine Wasserschlachte war au de resolut Otsche machtlos. Vu de nohe Stille Muusel häsch koa Tränki- Wasser hole kenne. Zu sellere Ziit hät Diire (Dürrheim) no koe Kläralag kha. Die Musel war eher en modrige Saubach oder en stinkige Gillegrabe. Versalze, rappeschwarz vu Moder, Moor und Abwasser. Do wäret iiseri Setzling glii verrickt. Vu wege Dürrheimer Tafelwasser, vu dä no wiet eweg.
Z` friede und wohlgfällig hät de Otsche nomol ebbis über de Generatione– Waldvertrag äschbliziert, und die aahaltende, symbolträchtige Erinnerung an e scheene Schuelziit, die mir i de Volkschul hond und die iis grad dorch den Schuelwald immer i Erinnerung bliibe word sinniert. Des hommer ihm abgnomme, des isch iis blibbe und mir sind au z` friede und au ziemlich iibild wieder i de aalte, zweireihige Flagelante- Wanderordnung abzottlet. Die Doale hond no schnell und häehlinge a ere Bämmli brienzlet und so e spirituelle Duftmarke gsetzt. De Ruckwäeg isch a iisere Geheimquell a de Brigach bim Schlosssteeg gange. Dert goht e kleini, versteckti Wendeltreppe abi an en Quelluustritt. Die küehl Labsal hät scho uuzählige Eschinger Buebe und Maidli uff em Weag is Stadion, is Schwimmbad und ebe an Schuelwald e wunderbare Laabung vermacht. Die Quell hät iis de Otsche sogar zoaget und als s` Bescht Wasser vu Eschinge aapriese. Daß und wieso des onni vu dene zahlriiche, ergiebige Karschtquelle im Ried isch, war nomol Hoametkunde am lebende, glutternde Objekt. Leider grootet die Quell immer meh i Vergesseheit und verschwindet us em Eschinger episodische Gedächtnis, wie mer hitzutag sait. Ohne die Quell wär der s` Muul vielmol gherig verbäbbet gsii. Denn Eschinge, im „Quellenland“, wie`s so vollmundig hoasst, isch immer no i de ganze Stadt, au hit no, e Trinkwasser- quellenfreie Zone, wo Bürger oder au die zahlriche Gäscht ebbis zum Erfrische hättet. Kum zum glaube. (Erscht jetzt anne 2019, giihts uff Hiiwies e Trinkbrünnele im Irmapark) Probieret trotzdem mol des köstlich Nass a de Schlossbruck– Quell. Ich kha dert au als aalte Simpel nie wiederstau und oafach nu vorbeidappe ohne aabi z` balanciere und en Schluck z` trinke.
Und jetzt wetet ihr no wisse welle, wies zum Schulwald kumme isch ? De Karl Wacker, de legändär Hoemet- und Naturkundler und grosse Menschefreund, hät des, wie so vill i sim Lebe, uff de Weag broocht. Sinni Kollege und Weggefährte hond des unterstütz und s` Gelände hät „de Ferscht“, de Prinz Max Egon, so war des früher halt d` Regel und üblich, als Art Schuel- Almend de Volksschuel vertlehnt. Johrelang isch des Schuelwäldli no ghegt u. pflegt wore. Im Frühjohr isch gsetzt und im Herbst vu de Schuelklasse gjättet und uusputzt wore. Aber vor so 20, 30 Johr hann ii ufs mol min Bomm nimme gfunde. Gottverdelli. Wemmer am Sunntig mit de ganze Familie zum Zemmetfluss spaziert isch, hond alli Kinder im Vater und de Motter stolz und begeischteret „Ihren“ Bomm zoaget. Uf oamol hond i dem Waald zu mim Verdruß Nobelwildsaue grunzt und gsuhlt und iisri Schuelbämm aagfresse und verkeibet. Die stärkschte hond sie gottlob nit verzwunge. Die gen`t hit no en ziemlich guete und starke Waald ab. Alljohr wenn i am Reiturnier eweng umenandmuus, gangi die paar Meter a iisern Schuelwald aabi, an Zämmefluss vu Muusel, Brigach und Breg. Wie hät diesell Alexandra i de 60-er rauchig gsunge: „Mein Baum ist tot, ……“ Min lebt vielliecht no, minere Volksschueloache hond die Wildsaue amend nint aadau kinne. Nuu ihre saftige Oachle hond sie hoffentlich grunzend, gnussvoll gmampft. Au des isch Naturkunde ala Otsche und Karl Wacker. Zu mim jetzige Vergniege sind die Saue i de Pfanne und iisern Naturwald hät die Narbe und Schrunde doch bald verhoale lau. Diesell kha des und sie macht`s au guet und schneller wie mer so ammel denkt. Des wissemer vum Direx Karl Wacker und vum Otsche Frank, dene legendäre, nachhaltige Naturkundler vu de Baar.
Jo , so wars, und de Karl Wacker und de Otsche Frank hond alles reacht gmacht, lang vor de Grüne i de 90-er, de Friitigs- Demos und de pfiffige Greta Thunberg.
Aktualisierter Beitrag, 1. Version war am 16. August 2020
Der erste Besitzer von der Seemühle ist laut der Chronik von Vetter* das Benediktinerinnenkloster Friedenweiler bei Neustadt und sie wird am 1. März 1291 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.
Im Jahr 1518 verkaufte das Kloster die obere Mühle, wie sie im Gegensatz zur Stadtmühle, die auch die untere hieß, genannt wurde, an Konrad von Schellenberg. Die Seemühle wurde von sogenannten Bestandsmüllern, die einen Bestandszins abgeben mußten, betrieben. Außerdem gab es ein Bannrecht, das bestimmte Dörfer einer der beiden herrschaftlichen Mühlen zuwies, die dann nur in dieser Mühle mahlen lassen durften.
Später gehörte sie dann Ritter Konrad III. von Schellenberg, er war der letzte Schellenberger dem Hüfingen ganz gehörte. Seine beiden Söhne Hans der Ältere, der Begründer der Randegger Linie, und Burkard IV. teilten den väterlichen Besitz am 23. November 1523. So erhielt Hans der Ältere das „Oberwasser vom Stelbanck der Stattmuly den Mulfurt ob dem Kennerbach hinuff bis an das stainy wur zu sampt dem Marpach und die Semuly.“*
Der letzte Sproß der Randegger Schellenberglinie, Hans der Gelehrte, starb 1609 und nach seinem Tod gab es ein langes Gerangel zwischen den Schellenberger und Fürstenberger um die Besitztümer.
Ausschnitt der Landkarte der Baar von 1620. Gegenüber der Seemühle ist der Galgen. Vielen Dank an Dr. Jörg Martin, Leiter des Fürstlich Fürstenbergischen Archives.
Durch den Streit wurde die Mühle für etwa 10 Jahre nicht mehr nutzbar und etwa 1624 bezahlte Graf Wratislaus von Fürstenberg als Käufer die Renovierung. Durch die Wirren des 30 jährigen Krieges und die Überschuldung der Schellenberger gehen bei dem Streit ums Eigentum dann die Fürstenberger als Sieger hervor. Allerdings lag Hüfingen 1648 dann in Schutt und Asche und die Seemühle war abgebrannt.
Hier die Seemühle auf einer Zeichnung von Martin Menradt 1664. Da sie kein Dach hat und die Jahreszahl mit 1664 sicher stimmt, wurde die Seemühle erst nach 1664 wieder aufgebaut, nicht schon 1661 wie in der Chronik von Hüfingen spekuliert wurde.
Vielen Dank an Dr. Jörg Martin, Leiter des Fürstlich Fürstenbergischen Archives für die alten Karten.
Irgendwann nach 1664 wurde die baufällige Seemühle neu errichtet, unter anderem mit Türen und Kreuzstöcken aus der alten Burg, die damals bereits zerstört war. Im 18. Jahrhundert wurde sie um eine Reibe, eine Walke, eine Ölmühle, eine Stampfe und eine Lohmühle erweitert. Im 19. Jahrhundert erfolgte nach mindestens 500jähriger Verpachtungzeit der Verkauf an einen Müller.
Das Wohnhaus, die heutige Moschee, wurde 1676 erbaut.
Etwa 1930 Blick über die Seemühle und den Schellenberg aus einem Film von Ernst Kramer
Seemühle vor 1930
Die Seemühle wurde nach dem 1. Weltkrieg von der Stadt Hüfingen gekauft, weil ein städtisches Elektrizitätswerk errichtet werden sollte. Die Mühle selber verlotterte und wurde 1930 abgerissen. Das Wohnhaus wurde nach dem 2. Weltkrieg als Notunterkunft benutzt.
1934 wurde für das Elektrizitätswerk ein Tagesausgleichsbecken geschaffen, das ab 1935 als Naturbad diente. Es galt im ganzen Umkreis als große Attraktion und viele genossen die Strandatmosphäre, ähnlich heute beim Kofenweiher.
1963 wurde das Bad aufgrund der mangelhaften Wasserqualität geschlossen – es fehlte die Kanalisation.
Zeichnung der Seemühle von Franz Wintermantel in der Hüfinger Chronik von 1984.
Das Becken ist inzwischen zugewachsen und fast nichts erinnert mehr an das Naturbad. Heute dient der Platz zum Fische totschlagen und der Müllablagerung. Ersteres oft legal, zweites immer illegal.
Mehr zu den Kraftwerken, dem Steinerbächle und den Ausgrabungen am Mühlöschle:
Hüfingen bezahlt jedes Jahr viel Geld für die Donaueschinger Volkshochschule. Die genauen Beträge sind noch etwas strittig, aber unser Hauptamt meldet, dass für den Haushalt 2025 46.000 € eingestellt wurden und die VHS Baar schreibt im Wirtschaftsplan von 30.621 €. Vermutlich sind beim Haushalt noch die Raumkosten dabei. Dann gibt es noch Umlageanteile für eine Nacherhebung:
Egal was jetzt genau dabei raus kommt, es ist sehr viel Geld das unseren über 70 Vereinen fehlt!
Es ist so, dass unsere Vereine eine sehr gute Arbeit machen, diese Arbeit wird im Gegensatz zur VHS in den regionalen Donaueschinger Zeitungen meist komplett ignoriert.
Die Hüfinger Vereine engagieren sich alle rein ehrenamtlich für Bildung, Kultur, Sport und Begegnungen! Und dies im Gegensatz zur VHS für alle Bürgerinnen und Bürger.
Die Honorarkräfte, also Referenten, der VHS Baar werden nach der Honorarordnung vergütet. Von der Honorarordnung kann in „atypischen Einzelfällen“ abgewichen werden, hierbei gäbe es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Deshalb würden die Daten nicht erfasst werden.
Ich will nicht überheblich sein, auch ich mache viele Fehler, aber wer nicht in der Lage ist, sein Leitbild in ordentlichem Deutsch zu artikulieren, sollte sich nicht Bildungseinrichtung nennen.
Heute, am 21. Mai, war ich bei der VHS Verbandsversammlung im Rathaus in Donaueschingen. Im Vorfeld hatte ich nach den Honoraren der Referentinnen und Referenten gefragt – die ja nicht getrennt erfasst werden, da es keinen Unterschied gäbe. Das einzige was heute raus kam ist, dass hier mehr Geld ausgegeben wurde, als geplant.
Ich möchte jetzt auch nicht dem Bürgermeister von Donaueschingen an den Karren fahren. Er macht das toll und Donaueschingen hat sicher auch das schönere Rathaus und der Sitzungssaal ist wunderschön. Die Arbeit mit den Integrationskursen, Deutschkursen und auch die Kurse für die Firmen und die Feuerwehr ist sicher eine gute Sache. Aber es kostet Geld von Hüfingen, Bräunlingen und Blumberg – unser Geld. Es fehlt den Vereinen auf der Südbar. Der TuS macht auch Yoga Kurse, die gefördert werden sollten.
Klar ist es schön eine VHS zu haben, die mit den Kindern Ausflüge macht, aber es ist halt Luxus. Das Geld fehlt an anderen Stellen. Und ich möchte anmerken, so viel Spaß die Männer am Whisky testen haben, ich halte es auch für einen Vorwand zum Saufen und finde eine Förderung für Alkohol moralisch nicht in Ordnung. Dafür gibt es den Feierabend Hock.
Vielleicht sollte die VHS eine gGmbH werden, die Integrationskurse, Kinderbelustigung, Kochkurse, Wettsaufen oder fröhliches Backen wie bei Oma etc. anbietet. Gerne war ich auch mit dabei an der Verbandskläranlage. Es ist ja nicht schlecht, was die VHS Baar macht. Aber warum soll das die Stadt Hüfingen bezahlen? Unser Aquari zahlt uns auch niemand. Es ist Luxus.
Da die VHS sich Bildung, Kultur, Sport und Begegnungen auf die Fahne schreibt, möchte ich hier diese vier Kompetenzen den Hüfinger Vereinen gegenüberstellen.
Bildung
Jetzt weiß ich wirklich nicht, ob Kochkurse zur Bildung gehören. Aber wenn jemand mal einen Kuchen backen möchte, sind die Landfrauen sicher gerne behilflich.
Dann wird Donaueschingen eine Beteiligung der Umlandgemeinden an den Investitionskosten für die Realschule geltend machen. Wieviel das genau sein wird ist zwar noch nicht endgültig geklärt, aber auf der Seite von Donaueschingen gibt es eine erste Schätzung. Dies sind Gesamtkosten von 55,9 Millionen € und der Anteil der Hüfinger Schüler liegt vermutlich bei 13,26 %. Also kommen wir auf 7,4 Mio € (7.412.340 €). So nebenbei, liebes Bräunlingen, für euch wären es 7,19 Mio €!
Das Land Baden-Württemberg zahlt dem Schulträger auch Geld für die einzelnen Schüler. Dies wird voraussichtlich aber hier nicht abgezogen und verbleibt in Donaueschingen. Auch hatte Hüfingen bei dem Bau der neuen Realschule rein gar nichts zu melden. Also Donaueschingen baut, Hüfingen muss bezahlen und unser Gemeinderat darf gar nichts.
Doch, wir dürfen auch noch deren VHS Baar bezahlen.
Kultur
Während Hüfingen sehr viel für seine Kultur macht – vor allem auch das Stadtmuseum – konnte ich bei der VHS Baar keine Kultur entdecken.
Also zumindest keine die Hüfingen betrifft und Hüfingen hat nun wirklich eine sehr lange und große Kultur, sonst würden ja nicht in Donaueschingen überall Kunstwerke von Hüfingern Künstlern rum stehen.
Sport
Der TuS Hüfingen und FC Hüfingen mit weit über 1.000 Mitgliedern bieten deutlich mehr und dies ehrenamtlich, inklusiv und kostenfrei für Mitglieder.
Aber wenn wir schon beim Sport sind: Alle Hüfingerinnen und Hüfinger bezahlen gerne für unser Aquari! Unser Schwimmbad, das übrigens auch Donaueschingen nutzen darf, ist ein echter Mehrwert für die Donaueschinger Schülerinnen und Schüler – im Gegensatz hierzu soll Hüfingen die Realschule mit bezahlen.
Vielleicht sollten wir unser Aquari umbenennen in Schulschwimmbad, damit wir auch eine Beteiligung an den Kosten verlangen können.
Begegnungen
Dieses Wort von der VHS Baar ist fast schon frech. Klar begegne ich Menschen, wenn ich bei einem kostenpflichtigen Kurs teilnehme. Davon abgesehen kann ich das auch in Villingen tun – was ich viel lieber mache. Menschen kann ich kostenlos begegnen, wenn ich eine Veranstaltung unserer über 70 Vereine besuche.
Um mir von Männern deren Weltbild dozieren zu lassen, muss ich nun wirklich kein Geld bezahlen. Die Hüfinger Vereine begegnen mir auf Augenhöhe und sind deutlich diverser. Da gehe ich sogar lieber zu Kolping und jeder der mich kennt, weiß was ich da sage.
Fazit
Hüfingen darf keinen Supermarkt haben, da Donaueschingen dies als Mittelzentrum verbietet. Was denkt ihr, warum ein Teil vom Kreisel bei Mariahof ins Nirgendwo führt? Wovon sollen wir also die VHS bezahlen? Sollen wir das Aquari schließen für den Luxus einer VHS?
Ich möchte den Hüfinger Gemeinderat bitten in die Hüfinger Vereine und das Aquari zu investieren.
Unsere prekäre Haushaltslage hat nichts übrig für Donaueschinger Bildungseinrichtungen. Auch Bad Dürrheim hat sich zurück gezogen und da ging es nur um 11.600 €; von uns wird das vierfache gefordert.
Dafür gäbe es ein riesiges Vereinsfest bei dem alle mitmachen könnten – vielleicht im Aquari 🙂
schaut man sich diese vier Bilder an, erkennt man schnell, dass sich jeweils zwei Wesen in enger Verbindung zueinander befinden. Wir wissen es, es ist Paarungszeit, nicht nur bei den Blindschleichen wie letzte Woche, sondern auch bei den vorgestellten Insekten.
Lilienhähnchen, das Weibchen nimmt das Männchen Huckepack
Das kleinere Männchen der Märzfliege wird von der größeren Dame einfach mitgeschleift. Das sieht nicht gerade lustvoll aus, finden Sie nicht auch?
Auf die Fotos bin ich richtig stolz. Die Ausgangsstellung der Weichkäfer zeigt sozusagen ein Standart Huckepack. Und dann kommt es plötzlich zum halben Überschlag des Männchens auf der rechten Bildseite.
Bild oben zeigt die Paarung der Hauhechel-Bläulinge. Ratet mal, wer das Männchen und wer das Weibchen ist. Man kann es an der unterschiedlichen Färbung feststellen. Das untere ist das Männchen und das obere das Weibchen. Ob es auch das Gegenteil gibt, Männchen oben und Weibchen unten, ich weiß es nicht und ich fand es auch nicht im Internet. Auf jeden Fall findet die Paarung bei allen Schmetterlingen so statt, dass die Hinterleiber von Männchen und Weibchen verbunden werden, um die Samen des Männchens in den Körper des Weibchens zu übertragen, was zur Befruchtung der Eier, die das Weibchen trägt, führt.
Der Balzer Herrgott – auch Winkelherrgott genannt – ist eine in eine Weidbuche eingewachsene steinerne Christusfigur im mittleren Schwarzwald zwischen Wildgutach und Neukirch-Fallengrund (Baden-Württemberg). Er ist Ziel vieler Wanderer und Spaziergänger und gilt einigen als Wallfahrtsort. Entstehung und Herkunft sind bis heute nicht vollständig geklärt. (Wikipedia)
Über etliche Jahre hinweg hatte ich ihn nicht mehr besucht. Doch dann rief mich eine Journalistin des SWR an, ob ich nicht für Dreharbeiten zur Verfügung stünde, wo ich doch verschiedentlich schon über den Balzer Herrgott geschrieben hätte. An Allerheiligen wolle der Sender einen Bericht über ihn bringen. Mit meiner Zusage habe ich kurz gezögert, schließlich überwog jedoch die Neugier, wie sich die Buche mit dem eingewachsenen sandsteinernen Corpus mittlerweile präsentieren würde. Seit mit baumchirurgischen Maßnahmen versucht worden war, den natürlichen Prozess der Überwallung aufzuhalten, um das beliebte Wanderziel nicht vollends einwachsen zu lassen, war ich zu ihm auf Distanz gegangen.
Balzer Herrgott um 1980…
…und um 2005
Früher hatte auch ich ihn, zwar nicht als Wallfahrer, immer wieder einmal aufgesucht. Erstmals war es in den frühen 1950er Jahren, als der Vater, seinerzeit Forstamtschef in St. Märgen, mit seinen Söhnen durch das Steinbach- und das Wildgutachtal hinüber wanderte, um das Naturwunder zu bestaunen. Dessen Vorgeschichte hatte er da bereits nachgespürt, wobei er auf die unterschiedlichsten Erzählungen der Einheimischen, der „Wälder“, gestoßen war. Was daran war „dichtende Volksüberlieferung“, was würde historisch belegbar sein? Vom Hofkreuz war da die Rede, das einst am Gütlein des Winkel-Balzers (Balthasars) gestanden habe, welches ausgangs des 19. Jahrhunderts vom Staat aufgekauft, abgerissen und aufgeforstet worden sei. Oder stand das Kreuz zuvor am Königenhof drüben im Wagnerstal, der in jener schaurigen Februarnacht des Jahres 1844 unter die „Schneeschalte“ geraten war, ein Lawinenunglück, das 17 Todesopfer gefordert hatte? Doch wie sollte es dorthin gelangt sein, in dieses abgelegene, jetzt gottverlassene Loch? Etwa durch französisches Militär in den Erbfolgekriegen oder durch Hugenotten, wie gerätselt wurde? Und wer sollte aus welchem Grund das schwere Kreuz mit dem spätgotischen Corpus ins Hexenloch hinab und dann das Brenners- oder das Mörderloch hinauf zum Winkel geschleppt haben? Egal, irgendwann müsse das Kruzifix umgestoßen, der Gekreuzigte dabei stark beschädigt worden sein, ehe Hirtenbuben es reumütig wieder aufgerichtet und an den Stamm einer Weidbuche gelehnt hätten. Die begann jedenfalls alsbald, wie es für die Wundreaktion von Buchen typisch ist, den scheuernden Torso zu überwallen und zu umschließen. In den 1930er Jahren habe der Furtwanger Forstkollege die gusseisernen Arme des Kreuzes, die noch aus dem Stamm herausragten, abgesägt. Was mochte ihn dazu veranlasst haben?
Balzer Herrgott um 1930
um 1960
1959
1978
Derlei Geschichten hatten es dem Vater angetan; er sammelte und veröffentlichte sie 1960 in seinem Büchlein Wäldergeschichten2, das zunächst im Selbstverlag des Schwarzwaldvereins, sodann in zahlreichen weiteren Auflagen erschienen ist. Sein beigefügtes Schwarzweißfoto zeigt noch Teile des Torsos bis zu den abgeschlagenen Beinen. Schon im Jahr 1955 hatte ihn der Vorgang der Umschließung des Gekreuzigten in protestantischer Ergriffenheit zu einem dreistrophigen Gedicht angeregt: Wo sich Darstellungen des Heilands am lebenden Stamm eines Baumes an Stelle des hölzernen Kreuzes doch in der Sakralkunst immer wieder finden lassen, von Augustinus bis in die Barockzeit, ja, Christus selbst bisweilen zum „Baum des Lebens“ erklärt wurde.
Der Gott im Baum
Wir Menschen haben unsern Stolz und wollen diesen Herrgott nicht. Wir schlagen ihn ins Angesicht und hängen ihn ans Marterholz.
Dort hängt er gut und stört uns kaum bei den Geschäften dieser Welt. Er ist im Winkel abgestellt bei Fuchs und Has und Busch und Baum.
Doch sieh: Der Baum umfangen hält das vielverachtet Bild aus Stein und nimmt ihn ganz in sich hinein, den Schmerzensmann und Herrn der Welt. FH (1955)
Die dritte Strophe fand sich alsbald auf einem Holztäfelchen wieder, das jemand am Stammfuß der Buche angebracht hatte.
Bäume hatten es dann auch mir angetan, weshalb ich beruflich in die Fußstapfen des Vaters trat. Als junger Forstassessor hatte ich von meinem obersten Dienstherrn, dem Stuttgarter Forstminister, den reichlich privilegierten Auftrag erhalten, die bemerkenswertesten Baumgestalten des Landes aufzusuchen und zu dokumentieren; dies auf den Spuren der Baumbücher der vorigen Jahrhundertwende (Ludwig Klein: Bemerkenswerte Bäume im Großherzogtum Baden, 1908 und Otto Feucht: Schwäbisches Baumbuch, 1911). Im Jahr 1978 erschien die Auftragsarbeit als Bildtextband Begegnung mit Bäumen3, in welchem die Buche mit dem eingeschlossenen Herrgott natürlich nicht fehlen durfte – wie auch nicht das väterliche Gedicht dazu. „Die Buche wächst weiter“, so schloss ich meinen Begleittext, „schon überwallt sie den Brustkorb des Gekreuzigten; Druck und Spannungskräfte des Holzes, Frost und Wetter vervollständigen das Zerstörungswerk.“
Die 1980er Jahre standen ganz im Zeichen des sauren Regens, des von Schwefeldioxid- Immissionen ausgelösten „Waldsterbens“. Um den Gemütszustand auch der Forstleute stand es nicht zum Besten in jenem Jahrzehnt, und so schien mir der Balzer Herrgott mit einem Mal als bildhaftes Gleichnis zu taugen für die gefährdete Waldwelt. In meinem ganz dem neuartigen Phänomen gewidmeten 1984 erschienenen Buch Tännlefriedhof4 schrieb ich neben einem aktuellen ganzseitigen Porträt des seitlich geneigten Christushauptes den wenig optimistischen Text: Der Balzer Herrgott droht indessen vollends einzuwachsen. Der ihn umklammernde Baum ist im Begriff, ihn unseren Blicken zu entziehen. Verbirgt der Gekreuzigte sein Antlitz im Schmerz über das ihm und seiner Schöpfung Angetane? Keine Bildhaftigkeit, keine Symbolkraft? Doch wozu brauchen wir Symbole? Der Schwarzwälder Herrgottswinkel, die Schwarzwälder Freizeitlandschaft braucht ihre Anziehungspunkte. Es tobt daher ein munterer Ideenwettbewerb: Der Balzer Herrgott muss als Ausflugsziel erhalten bleiben! Her mit dem Baumchirurgen, her mit dem Herrgottsschnitzer, der den Gott im Baum sauber wieder herauspräpariert!
Die Buche samt Corpus war inzwischen geschütztes Naturdenkmal geworden, über dessen Weiterbehandlung nun Behörden mit zu entscheiden haben. Auch die Eigentümerin, die Staatsforstverwaltung, meldete sich 1986 zu Wort, nachdem der Freiburger Forstpräsident samt Justitiar sich vor Ort einen Eindruck vom Geschehen verschafft und das Anliegen der Gemeinde Gütenbach für berechtigt erkannt hatte. Beauftragt mit der Freilegung von Haupt und Brust wurde der einheimische Holzschnitzer Rombach, sodann trugen zwei eigens von der Insel Mainau herbei beorderte Baumspezialisten auf das nunmehr herzförmig freigelegte Buchenholz eine grünliche Paste gegen Pilze und Feuchtigkeit auf, um so eine künstliche Rinde zu schaffen. 1995 musste der Vorgang wiederholt werden. Weitere Sanierungsmaßnahmen, abgestimmt zwischen Gemeinde, Denkmalschutzbehörde und Forstamt, kamen 2014 zum einstweiligen Abschluss; dies nach abermaligen Einsätzen von Baumsachverständigen, die aus der Baumkrone scheuernde und morsche Äste entfernten, um den Allgemeinzustand der Buche zu verbessern und auch der Verkehrssicherungspflicht zu genügen. Um zu verhindern, dass hinter dem Christushaupt Regenwasser in das Holz eindringt, wurde am Stamm ein Dächlein aus Blech angebracht und schließlich auch noch die Konsole eines Zunderschwammes angeklebt, eines ansonsten vorwiegend Totholz besiedelnden Pilzes.
Balzer Herrgott 2019
Der an der Buche vorbeiführende Holzabfuhr- und Wanderweg wurde vom Forstamt ein Stück weit zurückverlegt und im Halbkreis um Stamm und Wurzelbereich wurden ein paar Steinbrocken abgelegt, sowohl als Schutz gegen schwergewichtige Holztransporter wie auch gegen die Bodenverdichtung durch etwaige motorisierte Besucher. Allzu Zudringliche sollen neuerdings durch einen hölzernen Staketenzaun vom Betasten oder gar Verunstalten und Verkritzeln von Baum und Heiland abgehalten werden; an ihm baumeln inzwischen „Zeugnisse schlichter Volksfrömmigkeit“, allerlei Devotionalien (vom Rosenkranz bis zum Stofftierchen). Auf den Felsbrocken rundum erinnern Steinmännchen an den touristischen Stellenwert des Orts. Und natürlich dürfen zur Rast und stillen Einkehr auch die Sitzbänke nicht fehlen.
Nebenan erläutert eine hölzerne Schautafel die mutmaßliche Entstehungsgeschichte des Balzer Herrgotts, wobei Auerhähne bemüht werden für die Herleitung des Namens. Ob das scheue Auerwild jemals auf Weidbuchen und auf freiem Feld gebalzt hat und nicht auf den seit Jahrhunderten den Hahnenjägern wohlbekannten Balzplätzen im Wald. Vier Abbildungen des Gekreuzigten, beginnend im Jahr 1930, zeigen die jeweilige Überwallungs- und Freilegungsphase bis in die Gegenwart. Noch Wünsche offen?
Was tut der zum Interview geladene Mensch des Digitalzeitalters, ehe er vor die Kamera tritt? Rasch wirft er noch einen Blick ins weltweite Netz und googelt „Balzer Herrgott“. Da schau her – nicht zu glauben, was WIKIPEDIA alles weiß! Sogar die Herkunft des hellen Sandsteins scheint geklärt zu sein: Er stamme nämlich aus einem Steinbruch bei Pfaffenweiler am westlichen Schwarzwaldrand. Und welche Fülle von Fotos und von Wandervorschlägen (gar von GPX-Wegpunkten und Koordinaten für die GPS-Radtour per E-Mountainbike), welche Anhäufung von Zeitungsberichten und Expertenwissen! Der Gott im Baum als touristischer Hotspot – jetzt scheint er endgültig in der Gegenwart angekommen zu sein. Ob ich meinen Auftritt vor der Kamera nicht doch besser hätte absagen sollen?
Zustand 2019
1 Der Text ist in Badische Heimat 4/2019 erschienen. 2 Hockenjos, F.: Wäldergeschichten. Hrsg. U. Verl. Schwarzwaldverein e. V. Freiburg, 1960. 3 Hockenjos, W.: Begegnung mit Bäumen. DRW-Verl. Stuttgart, 1978. 4 Hockenjos, W.: Tännlefriedhof. Bilder einer Verwandlung. Gerhard Schillinger Verl. Hinterzarten, 1984.
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AD-HIES oder HIES oder Hiob-Syndrom ist ein primärer Immundefekt, der erstmals 1966 von Davis et al. beschrieben wurde und durch eine dominant negative Mutationen in STAT3 verursacht wird.
STAT3 spielt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Wirbeltieren und der Funktion von reifem Gewebe, einschließlich der Kontrolle von Entzündungen und Immunität.
Das Syndrom ist durch eine Reihe immunologischer und infektiöser Krankheitsmanifestationen, sowie durch ein breites Spektrum nicht-immunologischer Merkmale gekennzeichnet. AD- HIES ist eine sehr seltene Krankheit. Die jährliche Inzidenz wird auf weniger als Eins pro Million (1/1000000) geschätzt. Das Syndrom betrifft Männer und Frauen gleichermaßen, da das Gen auf Chromosom 17 liegt.
Die meisten Fälle von HIES treten sporadisch auf, werden also nicht vererbt. Es handelt sich um De-novo-Mutationen. Wenn also zwei gesunde Eltern ein HIES Kind haben und eine dominant negative Mutation durch Sequenzierung bestätigt wurde, dann ist es relativ ausgeschlossen, dass weitere Kinder die selbe Mutation bekommen. (3)
Klinische Phänotyp
Der klinische Phänotyp von AD-HIES umfasst die folgenden Erscheinungsformen
Infektiöse Komplikationen:
Hautinfektionen – so genannte „kalte“ Abszesse, die hauptsächlich durch Staphylococcus aureus verursacht werden.
Ekzematöse Hautausschläge, die bereits in der Neugeborenenperiode auftreten.
Wiederkehrende sinopulmonale (Atemwege) Infektionen, die durch Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae und Haemophilus-Arten verursacht werden. Diese Infektionen tragen zur Bildung von Bronchiektasien, Lungenschäden und Pneumatozelen bei. Pneumatozelen sind Luft-gefüllte Zysten, welche durch einen Ventilmechanismus im Lungengewebe entstehen. Pneumatozelen bilden einen Ort für chronische Infektionen mit Pseudomonas aeruginosa, Mykobakterien, Aspergillus und Pneumocystis jirovecii-Pneumonie.
Chronische mukokutane Candidose (CMC) und andere Pilzerreger, einschließlich Histoplasma, Coccidioides und Cryptococcus. Diese Erreger werden hauptsächlich bei Magen-Darm-Infektionen und Meningitis vermutet.
Varicella-zoster-Virus (VZV)-Reaktivierung (Gürtelrose) und Epstein-Barr-Virus (EBV)-Virämie. Virämie ist das Vorhandensein von Viren im Blut.
Muskuloskelettale Anomalien: Überstreckbarkeit, Skoliose, Osteoporose, Frakturen mit minimalem Trauma, Erkrankungen der Halswirbelsäule im vierten und fünften Lebensjahrzehnt, die eine chirurgische Stabilisierung erfordern können.
Gefäßanomalien: Tortuosität (Windungen) der Koronararterien, Aneurysmen und Bluthochdruck.
Hirnläsionen unbekannter Ursache.
Erhöhtes Risiko der Entwicklung bösartiger Erkrankungen, insbesondere Non-Hodgkin-Lymphome (NHL). Non-Hodgkin-Lymphome sind eine heterogene Gruppe von Krebserkrankungen, die von Zellen des lymphatischen Systems, sogenannten Lymphozyten, ausgehen.
Von den 65 Personen mit AD-HIES im jüngsten USIDNET-Register waren fast 25 % (16/65) voll aktiv und hatten keine Krankheitsanzeichen. Ein Prozentsatz von 64 % (42/65) wies eine leichte Beeinträchtigung auf, und die restlichen 11 % (7/65) berichteten über eine erhebliche Beeinträchtigung. Insgesamt 23 % (15/65) wiesen eine Ateminsuffizienz auf. Das klinische Bild verbesserte sich tendenziell mit der Zeit, was wahrscheinlich auf eine korrekte Diagnose und eine angemessenere Behandlung zurückzuführen ist, außer bei Patienten mit fortschreitender Lungeninsuffizienz und chronischer Bronchialvereiterung. Bei den meisten Patienten tritt die erste Infektion sehr früh im Leben auf, wobei bei 39 % der Patienten eine neonatale Infektion und bei 81 % (48/59) der Patienten eine Infektion im ersten Lebensjahr festgestellt wurde.(Stand 2020 *1)
Laborwerte
Zu den Laborbefunden bei AD-HIES gehören Eosinophilie (Granulozyten die Säure-Base-Reaktionen regulieren) und IgE, das in der Regel über 2000 IE/ml und häufig über 20 000 IE/ml erhöht ist. Interessanterweise zeigen Personen mit HIES selten Allergien oder Unverträglichkeiten gegen Nahrungsmittel. Die Serum-IgG- und IgM-Werte sind in der Regel normal, und die Serum-IgA-Werte sind normal oder niedrig; bei einigen Patienten mit HIES werden jedoch gestörte spezifische Antikörperreaktionen beobachtet. Die Phänotypisierung der Lymphozyten zeigt häufig verminderte T-Gedächtniszellen (CD45RO+), B-Gedächtniszellen und verminderte CD27+ B-Zellen. (1)
Mutationsanalysen
Einfacher Chromosomensatz des Menschen. STAT3 ist auf Chromosom 17Quelle: UniProt
Mehrere Arbeitsgruppen haben das Spektrum der STAT3-Moleküldefekte untersucht. Diese sind hauptsächlich Funktionsverlust des Gens und dies ist dominant negativ. Der Mensch hat einen doppelten Satz Gene. Einen vom Vater und einen von der Mutter. Dominant negativ heißt, dass nicht, wie oft üblich, das gesunde Gen für das defekte einspringen kann. Das defekte Gen ist sozusagen dominant.
Bei ncbi hinterlegte Gendefekte von SAT3. Es wurden bisher 54 verschiedene pathogene Gendefekte hinterlegt (Stand Oktober 2022).
Bisher wurden etwa 80 STAT3-Mutationen der Datenbank gemeldet, von denen die überwiegende Mehrheit (54) pathogene Varianten sind. Das ist eine Sequenzvariante, bei der eine oder mehrere Basen (Nukleotide) verändert sind, was zu einer anderen Aminosäuresequenz führt, durch die das Protein einen Funktionsverlust hat.
Info hierzu: Nukleinbasen, kurz Basen, sind ein Bestandteil von Nukleotiden und somit der Bausteine von Nukleinsäuren also von RNA und DNA. In der DNA treten die vier Basen Adenin (A), Guanin (G), Cytosin (C) und Thymin (T) auf. Drei Basen codieren für eine Aminosäure. Ist also eine Base anders, bekommt man folglich eine andere Aminosäure. Eine bestimmte Aminosäuresequenz ergibt das Protein. Egal wie die Sequenz verändert ist, es entsteht meist ein anderes Protein, das nicht so funktionieren kann. Dies nennt die Wissenschaft LOF – loos of function.
Auswahl pathogener STAT3 Mutationen Die zweite aufgeführte Mutation ist R382Q
Hier ein Beispiel einer pathogenen Mutation:
Vom Gen STAT3 ist die Base 1145 von G (Guanin) nach A (Adenosin) verändert. So wird aus der 382. Aminosäure Arginin R (CGG) Glutamin Q (CAG). Dies heißt dann wissenschaftlich: R382Q
Ausschnitt der DNA Sequenz von STAT3. Oben ist die korrekte Sequenz unten die Mutation in grün eingekreist. G wird zu A.
Diese Mutation (R382Q) ist in der DNA-Bindungsregion von STAT3. Das heißt, dass eine große Anzahl der STAT3-Dimere nicht an die DNA binden können. Diese wurde auch im Nature Paper von 2007 nachgewiesen (3).
3-D Darstellung des Protein das von STAT3 codiert wird. Das Protein heißt: Signal Tansducer and Activator of Transcription 3 Ganz unten steht DNA binding site (DNA-Bindungsregion)
Das Protein von STAT3
Das vom Gen STAT3 codierte Protein heißt Signal Tansducer and Activator of Transcription 3 und ist ein Mitglied der STAT Proteinfamilie. Als Reaktion auf Zytokine und Wachstumsfaktoren werden die Mitglieder der STAT Familie von den rezeptorassoziierten Kinasen phosphoryliert und bilden dann Homo- oder Heterodimere, die in den Zellkern verlagert werden.
Ein Proteindimer ist ein makromolekularer Komplex, der aus zwei oder mehreren Proteinen besteht. Hier wird dann auch klar, warum das „gesunde“ Gen das mutierte nicht ersetzten kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Heterodimer aus den „richtigen“ Proteinen (Wildtyp) entsteht, ist relativ gering. Die Heterodimere zwischen Mutanten (LOF)- und Wildtyp-STAT3-Molekülen können also nicht mehr an der DNA binden und dort die Transkription bestimmter Gene einschalten. Also wird eine Reihe wichtiger Protein nicht mehr hergestellt. (3)
Aber es bietet auch eine Chance genau hier anzusetzen und das LOF-Protein aus dem Verkehr zu ziehen. Könnte man die LOF-Proteinversion blockieren oder abfangen, käme nur das funktionierende Protein zum bilden der Heterodimere zum Einsatz. Vielleicht könnte dies mit Antikörpern gegen das Peptid RGSQKFN gelingen. Auch könnte man durch Antisense Nukleotide die mRNA blockieren.
Im Zellkern wirken die STAT3-Dimere als Transkriptionsaktivatoren. Das heißt dass diese Dimere als „Einschaltknopf“ für die Herstellung bestimmter anderen Proteine benötigt werden, also dass bestimmte andere Proteine produziert werden.
Das Protein wirkt nach Phosphorylierung auf verschiedene Zytokine und Wachstumsfaktoren wie IFN, EGF, IL5, IL6, HGF, LIF und BMP2. STAT3 vermittelt also die Expression einer Vielzahl von Genen und spielt somit eine Schlüsselrolle bei vielen zelluläre Prozesse wie Zellwachstum und Apoptose.
STAT3 spielt auch eine Rolle bei der Regulierung der Reaktion des Wirts auf virale und bakterielle Infektionen. Mutationen in diesem Gen werden auch als Multisystem-Autoimmunerkrankung und natürlich mit dem HIES assoziiert.
DNA bindende Domäne in blau
Faktoren zu Krankheitsursachen
Die DNA-bindende Domäne (DBD) der STAT3-Proteine hat eine Ig-ähnliche Faltung. Mutationen in den DNA-bindenden Domänen, werden mit Krankheiten wie Autoimmunität (HIES), Immunschwäche und Krebs in Verbindung gebracht.
Die Regulation von STAT3 ist streng kontrolliert, da entweder Inaktivierung oder Hyperaktivierung zu einer Erkrankung führt. Die STAT3-Aktivierung wird durch verschiedene Zytokine und Wachstumsfaktoren über verschiedene Rezeptoren stimuliert. Wenn Zytokine an ihre Rezeptoren binden, werden rezeptorassoziierte JAKs aktiviert, um STATs zu phosphorisieren, die wiederum dimerisieren und in den Zellkern verlagert werden, wo sie Zielgene aktivieren.
Ein entscheidender Parameter ist die Rolle von STAT3 bei der Signaltransduktion und Aktivierung mehrerer Zytokine, darunter IL-6, IL-10, IL-11, IL-17, IL-21, IL-22, IL-23, Leukämiehemmer Faktor, Oncostatin M, Cardiotropin-1, Cardiotropin-ähnliches Zytokin und ciliärer neurotropher Faktor. Bei HIES-Patienten wurde eine beeinträchtigte Differenzierung und Signalgebung von Th17-Zellen nachgewiesen.
Keratinozyten und Bronchialepithelzellen zeigen eine viel stärkere Abhängigkeit als andere Zelltypen von Th17-Zytokinen für ihre Produktion von Chemokinen und antibakteriellen Peptiden, was die charakteristischen Haut- und Lungenkomplikationen der Krankheit erklärt.
Darüber hinaus wird angenommen, dass sich Basalzellen nach einer Epithelverletzung vermehren, um das freigelegte Epithel zu bedecken und IL-6 lokal zu produzieren. Die anschließende IL6/STAT3-Signalgebung fördert die Differenzierung der Basalzellen in Flimmerzellen und hemmt die Differenzierung der sekretorischen Zellen durch Hemmung der Notch 1-Expression und Hochregulierung von Zilienbiogenese-Genen wie Mcidas und Foxj1.
Diese Flimmer- und Sekretionszellen sind Schlüsselkomponenten des mukoziliären Clearance-Apparats. Als mukoziliäre Clearance bezeichnet man den vom respiratorischen Epithel getragenen Selbstreinigungsmechanismus der Bronchien. Epithelschäden und nachfolgende infektionsbedingte Atemwegsentzündungen bei AD-HIES verändern die Regulation dieser normalen Reparaturmechanismen, was die deutliche Ansammlung von persistenten Sekreten erklärt, die fest an den Atemwegswänden haften können.
Beispielsweise hängen IL-6-Rezeptoren von den Tyrosinkinasen JAK1 oder JAK2 ab, die mit dem zytoplasmatischen Schwanz von gp130 assoziieren und zu STAT3-Phosphorylierung, Dimerisierung und Translokation in den Zellkern führen. Dies führt zu einer weiteren IL-6-Produktion und einer Hochregulierung antiapoptotischer Gene, wodurch verschiedene zelluläre Prozesse gefördert werden, die für das Fortschreiten des Krebses erforderlich sind.
Andere Aktivatoren von STAT3 umfassen nicht nur die Zytokine sondern auch die Lipopolysaccharid-Aktivierung der Toll-like-Rezeptoren TLR4 und TLR9.
STAT3 wird bei zahlreichen Krebsarten aktiviert. Es hat sich gezeigt, dass es eine bedeutende Rolle bei der Förderung von Krebszellen spielt.
Mechanismen der STAT3-bezogenen Signalübertragung. ZNF341 reguliert positiv die STAT3-Transkription. IL-6 und IL-11 binden an ihre jeweiligen Rezeptoren und bilden einen Komplex mit GP130, phosphorylieren zuerst ein JAK, dann STAT3. (10)
Förderung von Krebszellen durch STAT3
Hier ist das Protein an drei hauptsächlichen Wegen beteiligt
Hochregulierung antiapoptotischer Gene. Also die Förderung der Proliferation (schnelles Wachstum beziehungsweise Vermehrung von Gewebe) und des Überlebens der Krebszellen.
Verhinderung der Differenzierung zu funktionellen Zellen und Blockierung der T-Zell-Funktion über andere Wege.
STAT3 reguliert die Mitochondrienfunktionen sowie die Genexpression durch epigenetische Mechanismen; seine Aktivierung wird durch die Überexpression von Bcl-2 über einen Anstieg des mitochondrialen Superoxids induziert. Die Regulatoren und Funktionen von JAK-STAT3 in Tumoren spielen hier eine wichtige Rolle
Die Inzidenz maligner Erkrankungen bei Patienten mit AD-HIES wird auf etwa 7 % geschätzt. Etwa 25 Fälle von Lymphomen wurden bei etwa 300 Patienten mit AD-HIES gemeldet. Das Durchschnittsalter von AD-HIES-Patienten bei der Präsentation des Lymphoms ist 19 Jahre alt und reicht von 4 bis 69 Jahren (4). Es scheint eine Veranlagung für aggressive Lymphome mit einem hohen klinischen Stadium zu geben (5).
Es wurde zunächst vermutet, dass die Überlebensrate mit Lymphomen beim Hyper-IgE-Syndrom niedriger ist als in der Allgemeinbevölkerung, aber Patienten mit Hyper-IgE-Syndrom wurden oft weniger aggressiv behandelt als diejenigen, die immunkompetent waren, da befürchtet wurde, dass die zugrunde liegende Immunschwäche das Ergebnis beeinflussen könnte . Hämatologische oder infektiöse Komplikationen sind häufiger, da das Immunsystem dieser Patienten zu Verzögerungen im Chemotherapieplan und zu weiteren Dosisanpassungen führt. Darüber hinaus gibt es immer Bedenken hinsichtlich der Haut, wenn eine lokale Strahlentherapie erforderlich ist (1).
Vergleich zu Mukoviszidose
Da immer wieder der Vergleich mit Mukoviszidose kommt, möchte ich hier kurz den Unterschied zu HIES erläutern:
Mukoviszidose wird durch eine Veränderung im Mukoviszidose-Gen, dem CFTR-Gen, verursacht. CFTR steht für das englische Wort „Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator“. Ein solcher Regulator ist ein Protein, das auf der Oberfläche einiger Zellen sitzt und wie ein Kanal wirkt. Die Mutation im CFTR-Gen führt zu einem defekten Kanal in der Zelloberfläche. Dieser Kanal sorgt normalerweise dafür, dass Salz und Wasser aus der Zelle ein- und ausströmen. Ist der Kanal defekt, kommt es zu einem Ungleichgewicht im Salz-Wasser-Haushalt der Zelle. Deshalb enthält der Schleim, der die Zellen bedeckt, bei Mukoviszidose zu wenig Wasser und wird dadurch zäh. Bei Mukoviszidose ist ein Gen auf Chromosom 7 fehlerhaft. Die Krankheit wird autosomal rezessiv vererbt. Im Gegensatz zu HIES, das meist spontan auftritt und dominant negativ ist.
Beide Krankheiten sind selten und die Betroffenen haben, unter vielen anderem, mit verschiedenen Bakterienstämmen in der Lunge zu kämpfen.
Phagentherapie
HIES Patienten haben, wie oben erwähnt, mit verschiedenen Bakterienstämmen zu kämpfen.
Streptococcus pneumoniae. Das sind grampositive Bakterien die morphologisch zu der Gruppe der Diplokokken gehören, also paarweise gelagert sind und Erreger der Pneumonie (Lungenentzündung) sind. (Wikipedia)
Pseudomonas aeruginosa. Dies ist ein gramnegatives, oxidasepositives Stäbchenbakterium der Gattung Pseudomonas. Die Namensgebung bezieht sich dabei auf die blau-grüne Färbung des Eiters bei eitrigen Infektionskrankheiten. P. aeruginosa ist ein wichtiger Krankenhauskeim, der gegen mehrere Antibiotika resistent ist. (Wikipedia)
Mykobakterien. Die Mykobakterien (Mycobacterium) bilden eine Gattung bestehend aus ca. 100 Arten. Sie sind die einzigen Vertreter der Familie Mycobacteriaceae. Zu ihnen gehören als Auslöser von Mykobakteriosen sowohl Krankheitserreger des Menschen wie Mycobacterium tuberculosis (Tuberkulose) und Mycobacterium leprae (Lepra) als auch Krankheitserreger von Tieren wie der Erreger der Rindertuberkulose (Mycobacterium bovis). Daneben gibt es aber auch freilebende Arten. (Wikipedia)
Haemophilus-Arten. Sind eine Gattung stäbchenförmiger gramnegativer Bakterien aus der Familie der Pasteurellaceae. Die 16 Arten dieser Bakterien sind unbewegliche Stäbchen, die mitunter in den Schleimhäuten von Menschen und Tieren leben und Erkrankungen auslösen können. Beinahe alle Haemophilus-Arten sind in der Lage, ohne Sauerstoff zu überleben (fakultativ anaerob); allerdings sind sie meistens eher aerob. Der Name der Gruppe kommt von ihrer besonderen Vorliebe für Nährböden mit Blut- oder Hämoglobinzusätzen, auf denen sie in Kultur gehalten werden können. (Wikipedia)
Da Haemophilus infuenza bei HIES Patienten eine übergeordnete Rolle spielt, möchte ich hier etwas mehr darauf eingehen.
Die invasive Haemophilus-influenzae-b-Infektion ist eine der schwersten bakteriellen Infektionen in den ersten fünf Lebensjahren. Der Erreger kommt nur beim Menschen vor und findet sich vor allem auf den Schleimhäuten der oberen Atemwege. Erreger Haemophilus influenzae vom Typ b (Hib) können fieberhafte Infektionen des Nasenrachenraums mit Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- und Lungenentzündungen verursachen. Komplikationen können sein:
Hirnhautentzündungen (Meningitis), Entzündungen des Kehldeckels (Epiglottitis), akute bakterielle Infektion der Haut (Cellulitis), bakterielle Infektion, die mehrere Gelenke im Körper betrifft (septische Arthritis), Ansammlung von Eiter in einer präformierten Körperhöhle oder einem Hohlorgan (Empyem), Infektion im Inneren des Auges (Endophthalmitis), Harnwegsinfektionen, Abszesse, Infektion des Knochens und des Knochenmarkes (Osteomyelitis) und Endokarditisund Anwesenheit von Bakterien im Blutkreislauf (Bakteriämie). (7)
Der Hib-Konjugatimpfstoff schützt wirksam vor dem Kapselpolysaccharid Typ „b“ und hat die Rate der Hib-Infektionen in größerem Maße gesenkt. Derzeit ist nicht-eingekapselter H. influenzae, auch nicht typisierbarer H. influenzae (NTHi) genannt, für die Mehrzahl der Fälle von Mittelohrentzündung, Sinusitis und Lungenentzündung bei Patienten verantwortlich, die bereits mit dem Impfstoff immunisiert wurden. Die Übertragung erfolgt durch Einatmen von Atemwegssekrettröpfchen infizierter Personen oder durch direkten engen Kontakt.(7)
Hib Infektionen entwickeln oft Biofilm-ähnliche Kolonien. Die anfängliche Antibiotikawahl ist ein Cephalosporin der dritten Generation. Antibiotikaresistenz ist ein besorgniserregendes Problem.
In der Literatur wurden bisher sieben biologisch aktive dsDNA-Phagen beschrieben, die Haemophilus influenzae infizieren (8, stand 2020). Zu ihnen gehört auch der HP1-Phagen, der zur Familie der Myoviridae gehört. Das Genom des HP1-Phagen (NC_001697.1) wurde sequenziert, ist 32 kbp lang und kodiert für 41 potenzielle Proteine in fünf plausiblen Transkriptionseinheiten (8).
Zusätzlich wurden 2020 noch vier weitere Phagen beschrieben (9)
Phagencocktail aus (9)
Meiner Meinung nach steht ein HIES Immundefekt mit den involvierten Proteinen und oben beschriebenen Zusammenhängen einer erfolgreichen Phagentherapie nicht im weg. Auch sehe ich keine größeren Risiken für Personen mit LOF-STAT3. Ich möchte aber darauf hin weisen, dass dies die Einzelmeinung einer Molekularbiologin ist.
Stammzelltransplantation
Der Neustart des Immunsystems mittels hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSCT) ist ein auf Heilungen ausgerichtetes, aber risikoreiches Therapieprinzip, das mit starken Nebenwirkungen einhergeht. Die Stammzelltherapie kommt in Deutschland nur in spezialisierten Zentren als „ultima ratio“ zum Einsatz, wenn zuvor durchgeführte Therapien keinen Erfolg zeigten.
Sieben Fälle mit AD-HIES, die von 1998 bis 2018 einer Knochenmarktransplantation unterzogen wurden, wurden veröffentlicht. Das Ergebnis der ersten beiden Fälle war enttäuschend, da der erste Patient, der 1998 gemeldet wurde, 6 Monate nach der Transplantation an einer diffusen Alveolarschädigung starb und der zweite, der 2000 gemeldet wurde, fast 4 Jahre nach der Transplantation eine Staphylokokken– und pseudomonale Hautsepsis entwickelte , trotz vollständigem Spender-Chimärismus (also nach einer erfolgreichen Transplantation). Es gibt jedoch keine Aktualisierung bezüglich des medizinischen Zustands dieses Patienten nach dem Jahr 2000. (1)
Die von Oikonomopoulou (1) operierten zwei Patienten wurden nach der Transplantation 22 und 18 Jahre lang beobachtet. Es ginge ihnen gut, sie mussten nach der Transplantation nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden und sind beeindruckend frei von Infektionen und nicht-immunologischen Manifestationen der Krankheit. Insbesondere Hautläsionen, Osteoporose und sogar das grobe Erscheinungsbild der Gesichtshaut mit ausgeprägten Poren verschwanden nach und nach. Transplantationsindikation war die Entwicklung von Non-Hodgkin-Lymphome (NHL). Patel et al. berichteten 2015 über einen Patienten, der im Alter von 14 Jahren von seinem haploidentischen Vater nach einer Konditionierung mit reduzierter Intensität (RIC) transplantiert wurde (der Patient erhielt ein Transplantat ohne T-Zellen). Nach 3,5 Jahren Nachbeobachtung ist der Patient infektionsfrei, mit vollem Spender-Chimärismus. Indikation zur Transplantation war die zunehmende Schwere rezidivierender Infektionen, hauptsächlich die Entwicklung einer Pneumatozele und das Vorliegen rezidivierender Hautabszesse. (1)
Yanagimashi et al. berichteten 2016 über zwei weitere Patienten mit AD-HIES, die aufgrund einer erhöhten Schwere der Infektion transplantiert wurden. Der erste Patient war aufgrund von Pneumatozelen und Abszessen einer bilateralen Lobektomie unterzogen worden. Der zweite Patient war aufgrund einer Aspergillose einer totalen rechten Lobektomie (Entfernung eines Lungenflügels) unterzogen worden. Die Hospitalisierungshäufigkeit der beiden Patienten nach der Transplantation nahm ab. Darüber hinaus litten die beiden Patienten vor der Transplantation auch an Haut- und Mundpilzinfektionen, hatten aber danach keine derartigen Infektionen mehr. Wahrscheinlich wegen der normalen IL-17-vermittelten Immunität nach der Transplantation. Sie verbesserten sich daher teilweise hinsichtlich der Infektanfälligkeit. Dennoch zeigten beide Patienten nach der Transplantation pulmonale Komplikationen, d. h. rezidivierende pulmonale Aspergillose und rezidivierende Pneumatozelen, was darauf hindeutet, dass die Stammzellentransplantation nur eine begrenzte Wirkung bei der Verhinderung des Fortschreitens der Pneumatozele hatte. Die Knochenbrüchigkeit blieb auch nach der HSCT bei diesen beiden Patienten mit AD-HIES bestehen. (1)
Angesichts der geringen Anzahl von Patienten, die einer Transplantation unterzogen wurden, und des Fehlens neuerer klinischer Daten zu den gemeldeten Patienten ist der Grad des Chimärismus, der zur Korrektur der Krankheit erforderlich ist, nicht bekannt. Fünf von sieben Patienten hatten einen vollständigen Spender-Chimärismus, drei von ihnen geht es gut. Der vierte Patient hat eine geringere Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten, und für den fünften Patienten fehlt der aktuelle Status. (1)
Überlegungen zu einer HSCTvon Oikonomopoulou und Goussetis
Unter Berücksichtigung der oben erwähnten Daten zu HIES-Patienten schlagen Christina Oikonomopoulou und Evgenios Goussetis (1) vor, dass eine frühe HSCT eine Option für Patienten sein sollte, die einen HLA-übereinstimmenden verwandten oder nicht verwandten Spender haben. Diese Patienten sollten bereits in frühen Lebensjahren einen aggressiveren Verlauf haben und besonders hohe Rezidivraten von Atemwegsinfekten, da diese eine Tendenz zur chronischen Beeinträchtigung aufweisen. Eine HSCT wäre bei diesen Patienten sorgfältig in Betracht zu ziehen. Ein junger Patient würde sich höchstwahrscheinlich mit den geringsten Atemproblemen vorstellen und hat noch kein Lymphom, vaskuläre Anomalien, Skoliose und Osteoporose entwickelt. Daher könnte eine frühe HSCT ihre Entwicklung verhindern und eine normale körperliche Entwicklung des Kindes versprechen.
Von den sieben Patienten, die bisher transplantiert wurden, haben drei einen hervorragenden Verlauf nach der Transplantation, was sowohl Infektionen als auch nicht-immunologische Merkmale betrifft. Einer der sieben Patienten verstarb an transplantationsbedingter Mortalität und ein weiterer Patient entwickelte trotz Vollspender-Chimärismus eine Hautsepsis. Die verbleibenden zwei Patienten entwickelten Lungenkomplikationen nach der HSCT, jedoch in einer verbesserten Weise, die weniger Krankenhauseinweisungen erforderte. Diese beiden Patienten waren beide aufgrund von Abszessen und Aspergillose einer Lobektomie unterzogen worden. Die restlichen Lungen hatten auch Pneumatozelen. Mit anderen Worten, die beiden Patienten wurden mit einer schweren Lungenbehinderung transplantiert. Wahrscheinlich hätte das Ergebnis anders ausfallen können, wenn die Entscheidung bezüglich HSCT früher getroffen worden wäre. (1)
Mein Fazit
Da ich jetzt viel gelesen und oben zitiert habe, maße ich mir hier ein kleines Fazit zur Stammzelltransplantation an.
Meiner Meinung nach sollte der Zustand des Patienten und bestimmte Umstände auf jeden Fall berücksichtigt werden. Die bestimmten Umstände sind:
Gibt es geeignete Stammzellenspender in der Familie? Dies sollte auch in Hinblick auf eine mögliche Krebserkrankung so früh wie möglich einfach mal unverbindlich evaluiert werden.
Hat der Patient das EBV (Epstein-Barr-Virus)? Es gilt als gesichert, dass das Epstein-Barr-Virus, (Erreger des Pfeiffer‘schen Drüsenfiebers) zur Entwicklung eines Hodgkin-Lymphoms beitragen kann. Das EBV und Lymphome sind Probleme eines HIES Patienten. Wenn also ein Mensch mit einer LOF-STAT3 Mutation es schafft frei von EBV zu bleiben, so rate ich von einer Stammzellentransplantation ab, wenn man ansonsten halbwegs gesund ist. Wobei man aber wissen muss, dass die meisten Lymphome von HIES-Patienten negativ auf EBV getestet wurden (10).
Wie weit ist die Forschung? Eine Therapie die das mutierte LOF-STAT3 „ausschalten“ könnte wäre sicher vorzuziehen, da die Patienten meist ein gesundes Gen haben, das dann einspringen kann. Mit den neuen RNA Impfstoffen, könnte man hier relativ schnell und einfach etwas entwickeln. So könnte man das LOF-STAT3-Protein mit Antikörpern einfangen. Problem ist hier der Charakter der Krankheit als seltene Krankheit und selbst innerhalb der Krankheit gibt es verschiedene Mutationen. Für jede einzelne müsste man extra einen maßgeschneiderten Impfstoff entwickeln. Eine solche Therapie würde kein Geld einbringen, sondern nur viel kosten. Ich möchte aber den Konzernen zur Überlegung mitgeben, dass man mit diesem Prinzip jede dominant negative Genkrankheit behandeln könnte.
Wie weit sind die Kliniken mit der Stammzellentransplantation und den negativen Auswirkungen? Blutstammzellen sind die „Mutterzellen“ aller Blutzellen. Aus ihnen entwickeln sich im Knochenmark die roten und weißen Blutkörperchen (Erythrozyten, Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Die Stammzellen für die Transplantation können entweder aus dem Knochenmark (Knochenmarktransplantation) oder aus dem Blut (periphere Blutstammzelltransplantation) gewonnen werden. Nun wird der Patient mit Hilfe einer hochdosierten Chemotherapie – zum Teil in Kombination mit einer Ganzkörperbestrahlung – so intensiv behandelt, dass sein gesamtes Knochenmark und im Idealfall auch alle erkrankten Zellen zerstört werden. Diese vorbereitende Behandlung wird auch Konditionierung genannt. Anschließend werden dem Patienten – als Ersatz für das zerstörte Knochenmark – gesundes Knochenmark oder gesunde Stammzellen von einem geeigneten Spender wie bei einer Bluttransfusion in die Vene übertragen. Die Blutstammzellen wandern in die Markhöhlen der Knochen, siedeln sich dort an und beginnen neue funktionstüchtige Blutzellen zu bilden. In der Regel dauert es durchschnittlich drei Wochen, bis das fremde Knochenmark angewachsen ist und sich die Blutwerte erholt haben. Wenn die Transplantation erfolgreich ist, d.h. wenn die Blutbildung wieder in Gang kommt und tatsächlich keine kranken Zellen die Vorbehandlung überlebt haben, ist der Patient dauerhaft geheilt. (UKE Hamburg)
Ernährung bei HIES
Als letzten Abschnitt möchte ich hier noch die Ernährung einfügen, da man damit sicher einiges machen kann und auch muss.
Wie die Symptome der Krankheit behandelt werden, dafür gibt es von der behandelnden Klink einen Leitfaden. Die Behandlung stützt sich auf regelmäßige Blutuntersuchungen und Abstriche. Dies ist ganz wichtig, dass man so einen individuellen Überblick hat. Die Behandlung muss regelmäßige Gaben von verschiedenen Antibiotika und auch Cortison beinhalten. Die Auswirkungen kann man mit der Ernährung etwas kontrollieren.
Mikrobiom
Durch die Medikamente wird das Mikrobiom vollkommen gestört. Deshalb empfiehlt sich möglichst frisch und zuckerarm zu essen. Fermentierte und vergärte Lebensmittel, wie Sauerkraut, Kimchi, Tempeh, Kombucha und frisches Gemüse (am besten roh) und auch frisches Obst. Wenn man Obst nicht als Saft trinkt kann man den Zuckergehalt (Fructose) hier vernachlässigen. Fruchtsäfte sind zu meiden. Anstatt Süßkram lieber eine Banana oder auch Trockenobst und Nüsse. Bei Trockenobst nur Bio und ohne Zusätze (Schwefel) kaufen, oder vielleicht sogar selber machen. Wenn Milchprodukte, dann nur vergärt, wie Joghurt oder Kefir. Milchprodukte möglichst fettarm, da am Fett der Milch die ganzen Hormone „kleben“. Hormone sind auch in Biomilch!
Der Zucker ist ein großes Problem, da dieser von Pilzen gerne genommen wird. So sind Pilzinfektionen (Aspergillus und Pneumocystis jirovecii) bei HIES Patienten eh häufiger. Aber durch die regelmäßige Gabe von Antibiotika (sie sein muß!) werden Pilzinfektionen gefördet.
Maligne Lymphome sind eine Gruppe von bösartigen Erkrankungen des Lymphsystems. Dazu gehören Lymphknoten, Mandeln, Milz, Knochenmark und andere Organe.
Die Krankheit beruht auf einer bösartigen Umwandlung von Lympfzellen. Je nachdem, welcher Zelltyp betroffen ist, entwickeln sich verschiedene Lymphomtypen, die sich hinsichtlich der Ausprägung, des Verlaufs, der Beeinflussbarkeit durch die Therapie und der Prognose unterscheiden. Traditionell wird zwischen dem Hodgkin-Lymphom und der heterogenen Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) unterschieden.
Da HIES Patienten hier ein größeres Risiko haben ist eine regelmäßige Blutuntersuchung lebenswichtig!
Daneben sollten sie alles, was im Verdacht steht, Lymphome zu fördern, meiden. Ein gesunder Mensch kann sicher sehr viele „Umweltgifte“ gut wegstecken. So gibt es ja auch Raucher, die mit 90 Jahren noch fröhlich vor sich hin qualmen.
Nicht umsonst gibt es momentan in den USA viele Klagen gegen Bayer, weil Glyphosat krebserregend sein soll. Oben in meinem Artikel (https://hmjaag.de/mikrobiom-glyphosat) ist erläutert warum. Glyposat lässt sich sehr schlecht meiden und wurde schon im Urin von sehr vielen Kindern gefunden.
So wird von den verantwortlichen Stellen oft gesagt, dass die Menge Glyphosat im Urin der Kinder unbedenklich sei. „Selbst Kinder würden bei diesem höchsten Gehalt weniger als ein Prozent der duldbaren täglichen Aufnahmemenge erreichen.“ (BfR). Aber Eltern sollten sich nicht nur um den Grenzwert Sorgen machen, der angeblich unbedenklich sei, sondern auch darum, dass im Urin von eigentlich allen Kindern Abbauprodukte von Glyphosat gefunden werden.
Neben Glyphosat sind noch sehr viele andere Chemikalien im Verdacht. Wie diese alle zusammenwirken ist ebenso nicht erforscht, wie die Tatsache, dass eine lethale Dosis immer noch an Ratten bestimmt wird. Also die Giftigkeit einer Chemikalie wird bestimmt, indem man Ratten damit tötet. Da weiß man nichts über Langzeiteffekt oder auch wie das alles zusammenwirkt. Selbst in Glyphosat das der Landwirt ausbringt sind noch andere Zusätze, wie z.B. Vernetzungsmittel. Ein alter Artikel von mir hat sich mal mit den zugelassenen Pestiziden beschäftigt.
Wie kann man das umgehen?
Eigentlich gar nicht. Aber minimieren kann man dies durch den konsequenten Kauf von Bio Produkten. Im Biolandbau sind die meisten Chemikalien verboten und es gibt nur eine geringe Abdrift. Hier sollte man nicht nur bei Obst- und Gemüse darauf achten, sondern vor auch bei Brot und Getreide. Dann die Weichmacher und andere Chemikalien bei Plastik, Spielzeug, Möbeln, Teppichen, Kleidung und Hygieneartikel nicht aus den Augen lassen.
Ich diskutiere gerne in den Kommentaren! Auch können sich Betroffene hier über mich vernetzten
Nachtrag vom 17. Mai 2025
Seit 2025 ist ein Monoklonaler Antikörper zugelassen der einige Symptome verbessert!
Dupilumab
Dupilumab ist ein monoklonaler Antikörper, der als Medikament (Handelsname Dupixent; Herstellung und Vermarktung Sanofi-Aventis, entwickelt in Zusammenarbeit mit Regeneron Pharmaceuticals) zur Behandlung der atopischen Dermatitis (Neurodermitis), zur Add-on-Erhaltungstherapie bei schwerem Asthma sowie bei bestimmten Patienten mit schwerer Entzündung der Nasenwege und Nebenhöhlen (Rhinosinusitis) in Verbindung mit Nasenpolypen und bei HIES angewendet wird. Die Anwendung erfolgt durch subkutane Injektion. Mehr bei Wikipedia
Es gibt bereits mehrere Berichte, dass dieser Antikörper sehr gute Erfolge bei HIES zeigt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.
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(1) Autosomal dominant hyper-IgE syndrome: When hematopoietic stem cell transplantation should be considered? Christina Oikonomopoulou and Evgenios Goussetis, doi:10.1111/petr.13699, Pediatric Transplantation, (2020).
(2) Selective inhibition of STAT3 signaling using monobodies targeting the coiled-coil and N-terminal domains, Madej T, Lanczycki CJ, Zhang D, Thiessen PA, Geer RC, Marchler-Bauer A, Bryant SH. “ MMDB and VAST+: tracking structural similarities between macromolecular complexes. Jan; 42(Database issue):D297-303, Nucleic Acids Res. (2014).
(3) Dominant-negative mutations in the DNA-binding domain of STAT3 cause hyper-IgE syndrome. Yoshiyuki Minegishi et al., doi:10.1038/nature06096, Nature(2007).
(4) Autosomal dominant hyper‐IgE syndrome: When hematopoietic stem cell transplantation should be considered? Gernez Y, Freeman AF, Holland SM, et al. J Allergy Clin Immunol Pract.(2018)
(5) Non-Hodgkin’s lymphoma in Job’s syndrome: a case report and literature review. Leonard GD, Posadas E, Herrmann P, et al. Leukemia Lymphoma (2004)
(6) Life-Threatening Pneumopathy and U urealyticu(m in a STAT3-Deficient Hyper-IgE Syndrome Patient. Guillaume, D. et al. https://doi.org/10.1542/peds.2016-0845. Pediatrics (2017)
(7) Haemophilus Influenzae. Zoia E. Khattak, Fatima Anjum. StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing (2022)
(8) Haemophilus influenzae HP1 Bacteriophage Encodes a Lytic Cassette with a Pinholin and a Signal-Arrest-Release Endolysin, Adamczyk-Popławska, M. et al. Int. J. Mol. Sci.2020, 21(11), 4013; https://doi.org/10.3390/ijms21114013. International Journal of Molecular Sciences (2020)
(9) New Phage cocktail against infantile Sepsis bacteria, Sadeq Abdulridha Gatea Kaabi, Hadeel Kareem Musafer, DOI: 10.1016/j.micpath.2020.104447, Microbial Pathogenesis (2020)
(10) STAT3 Hyper-IgE Syndrome—an Update and Unanswered Questions. Christo Tsilifis et al. doi: 10.1007/s10875-021-01051-1, Journal of Clinical Immunology (2021)
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haben Sie sich erholt vom letzten Bericht über die Kreuzotter in Ischgl? Ich bin überzeugt davon. Heute geht es mit Spannung weiter. Frau Margit Wehrle aus St. Märgen schickte mir die ersten beiden Bilder. Klar war, dass es sich um Blindschleichen handelt. Aber worum geht’s dabei? Meine Spontanantwort lautete, entweder handelt es sich um einen Rivalenkampf oder um ein Paarungsverhalten. Ein Blick ins Internet klärte auf, es ist ein Paarungsritual der Blindschleichen und kein Revierkampf und keine Fresshandlung. Jetzt muss die Frage beantwortet werden, wer beißt da wen und zu welchem Zweck? Ohne große Umschweife ist zu sagen, dass das Männchen das Weibchen heftig packt und beißt, siehe Bilder. Der Grund ist, dass sie die Weibchen damit ruhigstellen, um die Kopulation zu ermöglichen „Bisshaltung zur Ruhigstellung“. Was für ein Hammer.
Im übrigen sei die spiralförmige Umklammerung typisch für das Paarungsverhalten bei Reptilien. Auf meine Frage, wie es zu den Bildern kam, schrieb mir Frau Wehrle: „Es war im Garten, ich habe zuvor mit dem Freischneider gemäht, beim Zusammenrechen sah ich sie dann und bin sehr erschrocken, weil ich dachte, ich hätte vielleicht eine mit dem Freischneider erwischt. Aber es war alles in Ordnung“. Was ich bisher auch nicht wußte, dass die Färbung der Geschlechter bei Blindschleichen so verschieden ist, grau die Männchen und braun gestreift die Weibchen.
Mit zunehmenden Alter zeigen die Männer auch eine bläuliche Färbung. Das bekam ich zeitgleich von Gabi Schroll aus Mundelfingen geschickt. Ich war erstaunt über die Größenunterschiede. Thematisch würde ich davon ausgehen, dass hier die Paarung beendet ist und beide friedlich auseinandergehen. Was denken Sie? Sehen Sie, dass dem alten Männchen ein Großteil des Schwanzes fehlt? Typisch für Blindschleichen und Eidechsen, die bei Gefahr die Schwänze abwerfen können.
Herzlichen Dank Frau Margit Wehrle und Gabi Schroll für die Bilder, die diesen Beitrag ermöglicht haben.