Brandbrief – Eine Initiative von Pro Igel e.V.

von Heike Philipps und Ulli Seewald

Wir wollen (über)leben!

Mit dieser Aussage klagt das allseits beliebte Wildtier, der heimische Igel, an, ein stachliger Umweltindikator in Zeiten des Artenrückgangs und des globalen Klimawandels, des Rufens nach mehr Biodiversität und Handeln.
Ungehört die Klagen der Igelschützer – bis jetzt, das muss enden. Denn der Igel ist nicht mehr omnipräsent, nicht jedes Kind begegnet heutzutage noch Igeln… Denn der Igel ist gefährdet und bedroht – er hat es in die Vorwarnstufe der Roten Liste gefährdeter Säugetiere geschafft! Genau das ist Anlass, Igels Klage zu vernehmen – und für das Wildtier und damit auch für die Artenvielfalt endlich nachhaltig
zu handeln!

Wir sprechen für das geschützte Wildtier Igel! Wir sind sein Sprachrohr: Wir sprechen PRO Igel!

Igel sind nicht einfach „süße Stacheltiere“, nein, sie sind wichtige Nützlinge im Kreislauf der Natur!
Heutzutage haben sie durch Menschen verursachte Maßnahmen und/oder Taten massiv zu leiden.

Jeder, der Igel mag oder sich deren Bedeutung als Umweltindikator klar macht, sollte aufhorchen, denn trotz der Gesetzesvorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes, die Zuwiderhandeln unter Strafe stellen, trotz des Staatsziels Tierschutz im Grundgesetz ist die Lage dramatisch ernst:

  • Igel werden eingesperrt in zugemauerten Parzellen, in sterilen Gärten, die durch in den Boden eingerammte Einfriedungen Lebensräume begrenzen und zerschneiden.
    Die Freizügigkeit der Igel wird immer mehr eingeschränkt!
  • Igel finden immer seltener Unterschlupf und Nistgelegenheiten in aufgeräumten Landschaften, in sterilen Gärten oder Monokulturen.
    Igel leiden Wohnungsnot!
  • Igeln sind nachtaktive Insektenfresser, ihnen mangeln Nahrungstiere. Der Einsatz von Pestiziden und Fungiziden verursacht den Insektenrückgang nachweislich, auch nachtaktive Spezies gehen inzwischen zurück.
    Igel leiden zunehmend Hunger!
  • Igel finden in zunehmenden Extremwetterlagen bei Dürrezeiten oftmals nichts zu trinken Wasser ist Lebenselixier.
    Igel leiden Durst!
  • Igel werden immer öfter Opfer des Straßenverkehrs, insbesondere der Mähroboter bei Nacht und sonstiger motorbetriebener Gartengeräte, werden verletzt, verstümmelt, getötet. Der menschliche „Fortschritt“ hat zahlreiche Opfer.
    Igel könnten aussterben!

Wir rufen Politik und Gesellschaft auf, ihrer Pflicht nachzukommen, den Auftrag gesetzlichen Schutzes von Fauna und Flora ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln.
Die Diskrepanz zwischen Gesetz und vernichtender Realität muss ein Ende haben!

Wir fordern für den Igelschutz

  • Ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter JETZT! Blicken Sie dem Igeltod ins Auge!
    Mindern Sie Tierleid – retten Sie den Igel!
  • Kommunale Vorschriften für tierfreundliche öffentliche Grünpflege inkl. eines entsprechenden Laubmanagements.
    Schaffen Sie Igeln Unterschlupf!
  • Naturnah gestaltete und entsiegelte Gewerbegebiete sowie öffentliche Anlagen wie Parks, Friedhöfe, Schulhöfe, Verkehrsinseln und Randstreifen innerhalb der Städte.
    Fördern Sie die Biodiversität im Sinne der Igel!
  • Für Igel passierbare Grundstückseinfriedungen.
    Geben Sie dem Igel sein Recht auf Freizügigkeit!
  • Verbote des Einsatzes von Insektenvernichtungsmitteln.
    Tun Sie etwas für die Nahrungstiere der Igel!
  • Für Wildtiere zugängliche Wasserstellen.
    Löschen Sie Igels Durst!
  • Untersagen sogenannter Schottergärten und Anpflanzung invasiver Pflanzen.
    Schaffen Sie Raum, für das Wildtier Igel!

Mit igel-freundlichen – hoffnungsvollen – Grüßen, denn die Hoffnung stirbt zuletzt!
Vorstand Pro Igel e.V.

(Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Heike Philipps / Ulli Seewald. Kontakt: vorstand (ät)pro-igel.de)


Feldwespen

Feldwespennest

Liebe Bürgerpostleser, 

wir waren übers Wochenende in Aitern-Rollsbach im Auerhahn, um endlich den Gutschein der Vorderwälderzüchter zur Pensionierung einzulösen. Dort sind wir bereits Stammgäste, denn die Ruhe dort gefällt uns sehr gut. Übrigends, beim Einmarsch der Franzosen 1945 sollen die Bergbewohner die Ortschilder abmontiert haben, so dass sie zunächst nicht gefunden wurden.

Wegkreuz mit Feldwespennest um Madonna


Nun, fällt Ihnen an Kreuz oben etwas auf? Ich könnte mir vorstellen, eher nicht. So ging es mir zunächst auch. Erkennen Sie, was da los ist? Im Status meinte jemand, ob das die Asiatische Hornisse sei, weil die Tierchen doch viel schwarz aufweisen. Nein. Es sind Hausfeldwespen. Sie müssen erkannt haben, dass das ein herrlicher Brutplatz für sie ist hinter dem Plexiglas. Denn sie brauchen Wärme, weil sie kein Nest haben, sondern nur einschichtige Brutwaben. Gott sei Dank hat der Erbauer genügend Abstand gelassen, so dass sie problemlos rein- und rauskommen. Oder hat er diese Verwendung der Gottemutter Nische womöglich geplant? Ich bin begeistert, wie die Wespen herausbekommen haben, dass das für sie das richtige Plätzchen ist.

Feldwespennest um Madonna


Das Bild oben im Titel zeigte ich schon einmal bei meinem ersten Feldwespen Beitrag im Jahre 2017, ich erhielt es von Konrad Köstel aus Achern. Damals war die Brutwabe in einer Wäscheleinenstange.

Ein paar Worte zu den Hausfeldwespen: Sie sind volkommen harmlos, ihr Stachel kann die menschliche Haut kaum durchdringen. Die Arbeiterinnen leben vom Nektar von Doldenblütern, aber zur Aufzucht der Brut wird tierisches Eiweiß benötigt in Form von Fliegen und Steckmücken. Ihre Taille ist die schmalste aller Wespenarten und typisch sind die hängenden Hinterbeine im Flug. Überwintern tun nur die begatteten Königinnen, die anderen Tiere sterben – wie bei allen Wespenarten – ab.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Das 1. internationalen Workcamp in Hüfingen war ein voller Erfolg!

Plakat von der IBG

Nächstes Jahr im Oktober wird es ein 2. internationales Workcamp in Hüfingen geben und wir freuen uns jetzt schon darauf.

Vielen Dank an den Tennisclub mit Gerhard Tobisch und die Stadt Hüfingen, insbesondere den Bauhof und Bürgermeister Patrick Haas, für die großzügige Unterstützung!

Gestern haben wir den Biber in die Gemeinderatssitzung gebracht und alle Fotos können auf unserer Webpage angeschaut werden.

Internationales Workcamp Hüfingen



Für alle die es noch nicht mitbekommen haben:

Vom 04.-20. Juli 2025 war hier ein internationales Workcamp.

Das zweiwöchige Workcamp verband praktischen Naturschutz mit gelebtem interkulturellem Austausch. Die Teilnehmenden kamen aus unterschiedlichen Ländern, wie Finland, Spanien, Frankreich, Slowakei, Griechenland, Ukraine, Tschechien, Italien und sie waren im Tennisheim untergebracht.

Mehr auf unserer Webpage:

Kunstrasen für den Fußball, Essen für die LRS vom FFA, Telelader, Feuerwehrgerätehaus, Hubarbeitsbühne, Straßensanierung Opferdinger Straße, Forstwirtausbildung, Sozialpreis

Hier geht es um die Gemeinderatssitzung am 24. Juli 2025.

18:10 Uhr Ausschuss für Umwelt und Technik

Bauantrag Nr. 25/2025
Errichtung einer Agri-Photovoltaikanlage mit Batterien zur Erzeugung, Speicherung und Einspeisung von elektrischer Energie in Sumpfohren. Der Ortschaftsrat von Sumpfohren hat zugestimmt und auch der Gemeinderat mit einer Enthaltung.

Bauantrag Nr. 26/2025
Neubau eines Wohnhauses mit Garage in Fürstenberg.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Das erste Haus in dem unseligen Baugebiet. Spannender Weise fast an der Schweinefabrikanlage. Ob die vorher die Winde gemessen haben? Immerhin wurden auf dem Bauplatz nicht vorher illegal Bäume abgesägt.

Bauantrag Nr. 27/2025
Dachsanierung mit Loggia in Hüfingen. Es wird einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 28/2025
Umbau und Sanierung eines Einfamilienhauses mit Unterkellerung und Neubau einer Doppelgarage in Hüfingen. Es wird einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 31/2025
Erweiterung der bestehenden Untergeschoss-Wohnung in Fürstenberg.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 32/2025
Anbau an bestehendes Wirtschaftsgebäude (Lagerhalle) in Hausen vor Wald.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 33/2025
Errichtung einer ortsveränderlichen Zelthalle in Leichtbauweise in Hüfingen.

Der Gemeinderat hat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 34/2025
Erweiterung des bestehenden Wohn- und Geschäftshauses durch Anbau und Umnutzung der landwirtschaftlichen Einstellhalle in Sumpfohren.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 35/2025
Anbau landwirtschaftliche Halle in Behla.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 37/2025
Erweiterung einer bestehenden Freiflächenphotovoltaikanlage in Hüfingen.
Der Ausschuss möchte erst eine Abklärung mit dem Landratsamt, ob es einen Präzedenzfall geben würde. Dies soll geprüft wurden und im September nochmal vorgelegt werden.
Es wird beschossen dies auf 25. September zu verschieben.

Bauantrag Nr. 38/2025
Errichtung einer Eingangsüberdachung in Hüfingen.
Der Gemeinderat hat einstimmig zugestimmt.

Es gibt keine Fragen vom Ausschuss.

Biber in der Gemeinderatssitzung

Sitzung des Gemeinderates – 24.07.2025 – 18:30 Uhr

TOP2
Bürgerfragestunde

Keine Fragen, obwohl fast 60 Leute da sind.

TOP3
Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen

Die Freiwillige Feuerwehr hat Ehrenmitglieder beschlossen.

TOP4
Antrag der Hüfinger Fußballvereine auf finanzielle Beteiligung von Kunstrasenplätzen

Die Fußballvereine FC Hüfingen e.V. und SV Mundelfingen e.V. beantragen jeweils eine finanzielle Beteiligung der Stadt Hüfingen zur Umwandlung ihrer bestehenden Rasenplätze in moderne Kunstrasenplätze.

Die Vereine planen, einen wesentlichen Teil der Finanzierung eigenverantwortlich zu stemmen. Eine
finanzielle Beteiligung der Stadt könnte durch eine pauschale Kostenbeteiligung erfolgen sowie ergänzend durch die Bereitstellung von Sachmitteln (z. B. Material, technische Unterstützung).
Die erheblichen finanziellen Auswirkungen seien im Rahmen der Haushaltsplanung allerdings ebenfalls sorgfältig abzuwägen und vom Gemeinderat ins Verhältnis zu den langfristigen Vorteilen für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger zu stellen.
Als Diskussionsgrundlage könnten die 400.000€ dienen, die aktuell für einen Platz in der langfristigen Haushaltsplanung vorgesehen sind. Diese wurden dem FC Hüfingen bei der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2024 unter der Bedingung zugesichert, dass ein gemeinsames Nutzungskonzept mit dem SV Mundelfingen und dem FC Hausen vor Wald erstellt wird.
Der FC Hausen vor Wald verzichtet auf einen eigenen Kunstrasenplatz, wenn die Nutzung des Kunstrasenplatzes in Mundelfingen und/oder Hüfingen sichergestellt wird. Dieser Aspekt sollte in der Diskussion zusätzlich berücksichtigt werden.
Neben der Entscheidung über die Anzahl der Plätze sind auch die Höhe der städtischen Finanzierungsbeteiligung sowie der zeitliche Rahmen eingehend zu beraten.
Die Vereinsvorstände werden im Gemeinderat die Projektvorstellungen und Konzeptionen persönlich präsentieren.

Der hintere Platz (2) soll umgewandelt und eingezäunt werden.

Die Kosten für die Umwandlung. Hier möchte ich auf die Kosten von 42.200 € für den Zaun aufmerksam machen.

Achtung!
Bevor ich über die Ansichten der Gemeinderäte berichte, kommt nun zuerst meine Meinung:

In Mundelfingen bin ich zwar noch nicht so oft vorbeigelaufen wie in Hüfingen, aber die paarmal sogar mit Hund und es hat mich keiner beschimpft, im Gegenteil. Auch war ich in Mundelfingen schon im Clubhaus auf einer Party eingeladen und ich schätze das Engagement in Mundelfingen für Parität und Inklusion ausserordentlich. Auch gibt es dort mehr Mitglieder als in Hüfingen.
Apropos Mitglieder, der TUS Hüfingen hat fast doppelt so viele Mitglieder wie der FC Hüfingen und Mundelfingen zusammen. Die Jugendarbeit vom TUS in der Stadt Hüfingen ist deutlich engagierter und die Sporthallen könnten sicher auch mal ein kleines Upgrade verkraften in den nächsten
Jahren.

Eine meiner Laufstrecken geht am FC Hüfingen vorbei und obwohl ich mich immer am Tennisplatz vorbei drücke, wurde ich auf deren Grundstück schon mehrfach blöd angemacht. Und zwar nie von den Tennis Spielern! Ich bin damit nicht alleine, auch andere haben mir davon berichtet.
Dazu kommt der Zaun, den der FC Hüfingen plant zu bauen, damit niemand mehr am Tennisplatz vorbei zum Römerbad laufen darf.

Der FCH besteht darauf alle Hüfingerinnen und Hüfinger des Wegerechtes zu berauben!
Und das mit unserem Geld!

Falls dies durchgesetzt wird, nehme ich den Handschuh auf. Ich werde nicht kampflos auf meine Laufstrecke verzichten wegen ein paar rücksichtslosen Fußballer!

Dann noch eine Anmerkung über die Vorlage in der steht:
 „Ohne Kenntnis des FCH hat der damalige Bürgermeister in der Versammlung am 5. April 2024
verkündet, dass im Haushaltsplan der Stadt Hüfingen für das Jahr 2027 Mittel von 400.000,- € für den Bau eines Kunstrasenspielfeldes in Hüfingen eingeplant wurden.“

Wie konnte der Ex so großzügig ohne Gemeinderatsbeschluss mit unserem Geld umgehen? Das schreit förmlich nach einem Wahlkampfgeschenk, das nicht funktioniert hatte und das wir jetzt ausbaden dürfen, wie so viele andere Schulden des Ex. Der Ex fühlte sich an Verträge seines Vorgängers nicht gebunden und hatte dies oft lautstark verkündet. Aber der Gemeinderat ist bisher immer Abmachungen gefolgt und das ist auch richtig so.


18:40 Uhr
Alle drei Vorstände vom FC Hüfingen, Mundelfingen und Hausen vor Wald sind anwesend und erläutern, was sie warum möchten. Hauptproblem sei das Wasser, das im Sommer immer mehr knapp wird und oft auch die Entnahme aus Bächen verboten ist. Auch reiche ein einziger Platz nicht für die vielen Gruppen, wie man in den Nachbarstädten sieht.

19:05 Uhr Meinung des CDU Fraktionssprecher:
Es handelt sich um ein großes Investitionsvolumen von 400.000 Euro und er drückt seine Hochachtung für die betriebswirtschaftliche Vereinsführung aus. Beide Kunstrasenplätze finden die Zustimmung der CDU Fraktion. Allerdings sorgt er sich über die Folgekosten. Die CDU hätte gerne eine zeitliche Streckung. Also Mundelfingen ab nächstes Jahr und FC Hüfingen erst in zwei, oder drei Jahren.
Er fragt nach der Umzäunung und ob die den Weg sperren wollen.

FC Hüfingen will den Weg sperren und besteht darauf.

19:13 SPD Fraktionssprecherin:
Bedankt sich für die gute Absprache und Zusammenarbeit. Die SPD steht hinter den zwei Plätzen. Sie betont aber, dass sich auch die SPD nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt festlegen will. Auch hätten die Gemeinderäte die Verantwortung für andere Vereine und möchte jetzt nichts versprechen.

19:06 Freies Forum Fraktionssprecher:
Hüfingen wird die nächsten Jahre rote Zahlen schreiben und es gibt jede Menge Investitionen und die Rücklagen werden angegriffen werden müssen. Jeder Verein hat Bedürfnisse und die Folgekosten sind nicht zu unterschätzen. Die Fraktion unterstützt nur einen Kunstrasenplatz.

19:20 LBU:
Ist auch für einen einzigen Platz und hat Bedenken wegen des Mikroplastiks.

Mikroplastik sei heute kein Problem, da andere Materialien benutzt werden.

Die LBU und CDU hätten gerne eine Formulierung für einen Beschlussvorschlag die auf den September vertagt wird. Der Gemeinderat stimmt zu im September über die Finanzierung für den FCH abzustimmen.

Der Kunstrasenplatz für Mundelfingen 2026 wird mit einer Enthaltung beschlossen.

TOP5
Neuvergabe der Essenslieferung für die Mensa der Lucian-Reich-Schule

Seit Beginn des Schuljahres 2018/2019 ist eine Firma aus Rheine Lieferant der Schulverpflegung. Die Menükomponenten werden tiefgekühlt angeliefert und vom Mensateam je Schicht regeneriert und ausgegeben. Das FF Altenpflegeheim Hüfingen hat gegenüber unserem Bürgermeister Interesse an einer Übernahme der Essensbelieferung für die Lucian-Reich-Schule signalisiert. Durch die neue Küche stehen beim FFA zusätzliche Kapazitäten für eine Belieferung der Schulmensa zur Verfügung. Die erforderliche Sachkunde, Erfahrung und das notwendige Personal zur zuverlässigen Versorgung sind vorhanden.
Der Gemeinderat hat der Verwaltung fraktionsübergreifend den Auftrag erteilt, die Möglichkeiten einer Vergabe der Essenslieferung an das FF Altenpflegeheim zu prüfen und in die Wege zu leiten. In der Folge wurde der bestehende Liefervertrag zum 31.08.2025 gekündigt.

Der Gemeinderat soll die Direktvergabe des Lieferauftrages für die Mensa an der Lucian-Reich-Schule ab 01.09.2025 für die Dauer von 12 Monaten zum Preis von 3,18 € netto je Mahlzeit an das FF Altenpflegeheim Hüfingen vergeben.
Die Verwaltung soll beauftragt werden, in der ersten Gemeinderatssitzung des Jahres 2026 über die Entwicklung der Essenszahlen, die Zufriedenheit der Nutzer mit dem Essen und die allgemeine Situation der Mensa an der LRSH zu berichten.

Der Gemeinderat stimmt dem einstimmig zu.

TOP6
Beschaffung eines Teleladers zur Beschickung des Schubbodens bzw. Bunkers für die Hackschnitzelheizung Bleichewiese

Bislang wurde der Bunker der Hackschnitzelheizung Bleichewiese von einem Bauhofmitarbeiter mit dem Schaufellader des Bauhofs befüllt (Stundenaufwand aktuell 10 Stunden/Woche). Der Schaufellader des Bauhofs ist aber bereits mit eigenen Arbeiten des Bauhofs ausgelastet.
Der Maschinen-Stundenaufwand für die Beschickung des Schubbodens steigt mit der Inbetriebnahme der neuen 2-MW-Hackschnitzelheizung weiter. Der Telelader ist besser geeignet für die Beschickung als der Schaufellader des Bauhofs. Der Telelader wird sowohl bei der Anlieferung als auch bei der
Beschickung des Schubbodens der Heizzentrale Bleichewiese eingesetzt werden.

Es soll eine Firma aus Rottenburg beauftragt werden einen Telelader zum Angebotspreis von
109.440,25 € netto zu liefern.

Der Gemeinderat stimmt dem mit zwei Enthaltungen zu.

TOP 7
Vergabe verschiedener Arbeiten für den Hackschnitzelkessel II am Standort Bleichewiese

Die Isolierarbeiten der Rohrleitungen für den Hackschnitzelkessel II soll an eine Firma aus Grosselfingen in Höhe von netto € 54.714,56 (inkl.2% NL) vergeben werden.

Die Bodenbelagsarbeiten-Epoxidharz für die Heizzentrale II am Standort Bleichewiese soll an eine
Firma aus Blumberg-Opferdingen in Höhe von netto € 22.407,00 vergeben werden.

Die MSR-Technik für den Hackschnitzelkessel II soll an eine Firma aus Hüfingen in Höhe von netto € 116.089 € vergeben.

Auch hier stimmt der Gemeinderat mit zwei Enthaltungen zu.

TOP 8
Erweiterung Feuerwehrgerätehaus Hüfingen – Vergabe von Bauleistungen

Eine Firma aus Hüfingen soll für die Fensterbauarbeiten in Höhe von 86.303,56 € brutto beauftragt werden.

Eine Firma aus Hüfingen soll für die Elektroarbeiten in Höhe von 293.368,62 brutto € beauftragt werden.

Eine Firma aus Hüfingen soll für die Heizungsbau- und Sanitärarbeiten in Höhe von 305.435,90 € brutto beauftragt werden.

Hier wird mit einer Enthaltung zugestimmt.


TOP9
Beschaffung Hubarbeitsbühne für den Bauhof

Für den Bauhof soll eine Hubarbeitsbühne für den Preis von 164.220 € brutto angeschafft werden.

Hier wird einstimmig zugestimmt.


TOP 10
Vergabe Straßensanierung Opferdinger Straße Mundelfingen

Der Gemeindeverbindungsweg von Mundelfingen nach Opferdingen befindet sich abschnittsweise in einem nicht mehr verkehrssicheren Zustand. Daher hat der Ortschaftsrat bereits im Jahr 2022 einen Haushaltsantrag für die Sanierung des Verbindungsweges gestellt.

Eine Firma aus Leipferdingen soll als wirtschaftlichster Bieter mit einer Angebotssumme von 44.688,90€ brutto beauftragt werden.

Auch hier wird einstimmig zugestimmt.

TOP 11
Reparaturvergabe Oberlichter Haus Schellenberg Lucian-Reich-Schule

An der Lucian-Reich-Schule sind im Lernhaus Schellenberg die Motoren der Oberlichter defekt und können nach vorangegangener Prüfung auch nicht wiederinstandgesetzt werden. Dies führt vor allem in den Sommermonaten zu einem Hitzestau in diesen Klassenzimmern und die Räume lassen sich hierdurch auch schlechter belüften.

Eine Firma aus dem Brigachtal soll für die Fensterbauarbeiten in Höhe von 26.608,99 € brutto beauftragt und eine Hüfinger Firma wird für die Elektroarbeiten im Rapportlohn beauftragt.

Dem wird auch einstimmig zugestimmt.

TOP 12
Forstwirtausbildung im Städteviereck

Die Kommunen Hüfingen, Bräunlingen, Blumberg und Donaueschingen im Städteviereck haben große Waldbestände in ihrem Eigentum. Damit verbunden gibt es für die umfangreiche Forstwirtschaft in jeder der Kommunen einen Forstbetrieb mit Revierleitern und Waldarbeitern.
In allen Städten gibt es unbesetzte Forstwirtstellen. Deshalb fanden Termine zwischen den Förstern, Bürgermeistern und der Verwaltung statt, um sich über die Möglichkeiten einer gemeinsamen Forstwirtausbildung abzustimmen. Dabei kristallisierte sich heraus, dass ein gemeinsamer Ansatz mit allen vier Kommunen auf der Südbaar am besten geeignet wäre.
Die Ausbildung von Forstwirten im eigenen Forstbetrieb hat viele Vorteile. So werden die Waldflächen, die handelnden Personen und Abläufe schon während der Ausbildung kennen gelernt. Die Erfahrung hat weiterhin gezeigt, dass auch die Bindung an den Ausbildungsbetrieb während der Ausbildung geprägt wird. Dadurch entsteht eine deutlich höhere Chance, dass die Auszubildenden den Forstbetrieben erhalten bleiben und somit freie Stellen besetzt werden können.

Wenn sich die Gemeinderäte der vier Kommunen für die gemeinsame Ausbildung aussprechen würden, wäre als nächstes die Anerkennung für die Ausbildung im Verbund zu beantragen. Dies ist erforderlich, damit die Auszubildenden in allen vier Kommunen gleichermaßen eingesetzt werden dürfen.
Die Auswahl in welcher Rechtsform ein solcher Verbund geführt werden könnte wird aktuell geprüft. Denkbar wäre hierbei die Gründung eines Zweckverbandes. Da die vier Kommunen bereits Mitglied des bestehenden Zweckverbandes Volkshochschule Baar sind, könnte es auch eine Überlegung sein, die Ausbildung als neuen Aufgabenbereich an diesen bestehenden Zweckverband anzugliedern. Weitere Details dazu sind im Projektverlauf noch abzustimmen.

In dieser Sitzung soll der Gemeinderat informiert werden und es werden die einzelnen Stellungnahmen hierzu eingeholt. Auch sollen die erforderlichen Mittel im Haushaltsplan 2026 bereitgestellt werden. Für die einzelne Kommune wäre im ersten Jahr mit einmaligen Kosten von rund 25.000,- € zu rechnen.

Meine Meinung hierzu ist, dass der Zweckverband Volkshochschule Baar zwar schon existiert, aber der momentane Geschäftsführer nicht die Kompetenzen hat, so etwas zu leisten. Seit seinem Antritt 2021 haben alle Mitarbeiterinnen, die konnten, das Weite gesucht und er hat die VHS ideologisch geprägt. Vielleicht wäre die Forstwirtausbildung eine gute Gelegenheit, einen neuen Zweckverband zu gründen und den der Volkshoschule Baar aufzulösen. Somit hätte man auch das hierfür nötige Geld frei – sogar das Doppelte!
Eigentlich wäre auch der Kreis für so etwas zuständig, wir bezahlen ja nun wirklich genug Kreisumlage.

Es war der Amtsleiter vom Forstamt, Dr. Frieder Dinkelaker, da und hat die Fragen der Gemeinderäte detailliert beantwortet.

Alle Gemeinderäte stimmen dem zu.

TOP 13
Änderung der Richtlinie für die Vergabe des Sozialpreises der Stadt Hüfingen

Seit 2018 werden jährlich mindestens zwei PreisträgerInnen von der Jury aus den eingegangenen Vorschlägen ausgewählt und ausgezeichnet. Die Zusammensetzung der Jury ist in § 4 der Richtlinien für die Vergabe des Sozialpreises der Stadt Hüfingen geregelt. Diese Regelung über die Zusammensetzung der Jury soll geändert werden. Also es sollen noch mehr Männer in dieser Jury etwas zu sagen haben.

Meine Meinung hierzu ist eindeutig und ich bin froh hier und jetzt Gelegenheit zu haben, diese kund zu tun:

Es steht ausser Frage, dass alle bisherigen Sozialpreisträgerinnen und Sozialpreisträger diesen verdient haben. Alle haben großes geleistet und tun dies immer noch; auch ich habe mehrfach schon eine Dame vorgeschlagen von der ich hoffe, dass sie dieses Jahr endlich berücksichtig wird. Aber, jetzt kommt das Aber 🙂

Wir sind in Hüfingen ein Team und sollten endlich zusammen arbeiten. Es ist mir wichtig, dass nicht irgend welche Grüppchen gegen andere Grüppchen arbeiten. Der Sozialpreis zupft nun einen Menschen aus einem Grüppchen raus und lobt ihn. Diese Jury, egal in welcher Zusammensetzung und wieviele, wird wieder aus Männern bestehen die sich wichtig fühlen möchten. Ja, sie sind auch wichtig, da ihre Aufgabe sein wird Hüfingerinnen und Hüfinger rauszuzupfen die dann gesondert geehrt werden.

Wir sind ein Team! Bitte zupft keinen raus und ehrt ihn gesondert! Wie wäre es das Geld in eine gemeinsame Nachbarschaftsfeier zu investieren? Ein bunter Abend in der Stadthalle mit allen Ehrenamtlichen die kommen möchten?

Die CDU und SPD beantragen eine Vertagung da sie anscheinend die selben Überlegungen dazu haben wie ich. Also ich bin nicht alleine mit meinen Gedanken.

Es wird erst mal vertagt, da der Sozialpreis in dieser Form eh zu diskutieren ist.


Nachbarschaftshilfe

Die Veranstaltungen waren gut besucht und am 30. September ist die Kick-off Veranstaltung.

Bürgerenergiegenossenschaft

Für eine Bürgerenergiegenossenschaft soll es am 29. September eine Infoveranstaltung geben.

Weißer Waldportier

Liebe Bürgerpostleser, 

falls Sie den Falter schon hier auf der Baar gesehen haben, schätzen Sie sich glücklich, denn nur wenige Personen haben ihn bisher gesehen. Dazu zählt Petra Schmidtmann aus Schramberg, die diese Geschichte angestoßen hat. Sie arbeitet am Bauamt in Bad Dürrheim. Interessant und lustig ist, wieso Sie meinen Kontakt hatte.
„Als ich 2020 kurze Zeit das Bauamt in Hüfingen leitete, erhielt ich die Bürgerpost, die ich bis zum heutigen Tag weiter empfange“.


Aha, deswegen habe Sie meinen Kontakt. Auf Bild oben ist der Schmetterling mit geschlossenen Flügeln auf dem Poolflamingo von Petra Schmidtmann in ihrem Garten zu sehen. Das war Ende Juni 2025. Ich hoffte noch auf ein Bild mit offenen Flügeln von oben, aber leider glückte das nicht. Sie sind recht fotoscheu. Ein zweiter ist auch dazugekommen, hoffen wir auf eine Paarbildung. 

Mit dieser Information von Petra Schmidtmann wandte ich mich an Thomas Schalk, dem ausgewiesenen Schmetterlingsexperten und NABU – Kreisvorsitzenden. Er schrieb: „Ganz toll, diese Beobachtung. Das ist eine neue Art für den Schwarzwald-Baar-Kreis und angrenzende Gebiete. Sie kommen jetzt aus dem Rheintal hoch, weil es bei uns auch immer wärmer wird. In Döggingen hatte ich schon eine Eiablage beobachten können. In St.Georgen, in Unterkirnach, in Bad Dürrheim und in Tennenbronn gab es ihn auch schon mehrfach. Ein toller Falter“. Das Bild unten hat freundlicher Weise Gabi Ebenhöh zur Verfügung gestellt, es stammt – wie Gabi Ebenhöh auch- von Unterkirnach und zeigt den Falter von der Unterseite. 


Ja wie heißt der schöne Kerle? Weißer Waldportier. Die folgenden Fakten stammen aus Wikipedia: Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 55 bis 65 Millimetern. Er ist damit der größte heimische Augenfalter, zu denen auch häufigere Arten wie Schachbrett, Ochsenauge, Wiesenvögelchen und Waldbrettspiel gehören. Auffällig ist der Weiße Waldportier aufgrund seiner Augenflecke auf der Flügeloberseite, aber auch an der Unterseite sind sie zu sehen. Die Falter fliegen jährlich in einer Generation von Anfang Juni bis Mitte September, man kann sie oft auf Blüten beobachten. Die Weibchen werfen ihre Eier während des Fluges auf dem Boden. Wenn das kein Hammer ist. Die Raupen suchen sich dann eine geeignete Futterpflanze. Sie überwintern halbwüchsig und verpuppen sich im nächsten Jahr in einer Kammer unter der Erde. Das ist Hammer Nummer zwei. Sie sind vor allem im Mittelmeergebiet häufig, in den warmen Gebieten Süddeutschlands wie dem Kaiserstuhl sind sie recht selten vorkommend. Man findet sie besonders auf Trockenrasen nahe an Wäldern. Nach 1919 erfolgte in Vorarlberg erst 2024 wieder eine Sichtung, das ist doch interessant.

Schauen wir auch etwas aufmerksamer die Schmetterlinge um uns herum an, vielleicht haben wir auch Glück, einen weißen Waldportier zu sichten.

Vielen Dank Frau Petra Schmidtmann und Frau Gabi Ebenhöh für die Bilderüberlassung und Thomas Schalk für die fachliche Unterstützung.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Großer Pazifischer Müllteppich

Great Pacific Garbage Patch

Da ich immer wieder über kuriose wissenschaftliche Untersuchungen stolpere, wollte ich hier einen kleinen Blogbeitrag über „Fun Facts“ eröffnen. Dies hat nichts mit Hüfingen zu tun, sondern soll eine kleine Sammlung von unnötigem, aber interessantem Wissen sein.

Den Beginn mache ich mit dem Müllteppich im Meer, dem

Great Pacific Garbage Patch

Der „Müllteppich“ ist eine Bezeichnung für die Ansammlung von Meeresmüll wie unten im Nordpazifik.

Great Pacific Garbage Patch

 Großer Pazifischer Müllteppich.
Foto:  National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)

Der Name „Pazifischer Müllteppich“ läßt vermuten, dass es sich bei diesem Gebiet um einen großen, zusammenhängenden Teppich aus Meeresmüll wie Flaschen und anderen Abfällen handelt – sozusagen eine Müllinsel, die auf Satelliten- oder Luftaufnahmen zu erkennen sein müsste. Dies ist jedoch nicht der Fall. Zwar finden sich in diesem Gebiet höhere Konzentrationen von Abfällen, doch besteht ein Großteil des Mülls aus kleinen, schwimmenden Plastikteilen, die mit bloßem Auge nicht sofort erkennbar sind.

Diese Müllteppiche galten lange Zeit als unbewohnt, da das Plastik und die treibenden Fischereigeräte zu schädlich für das Meeresleben waren. Doch Forscher haben in dieser Müllansammlung ein ganzes Ökosystem entdeckt. Es befindet sich in der Mitte des Teppichs und die Meeresbiologin Fiona Chong hat es erforscht.

Zu den häufigsten Bewohnern gehören: Porpita – auch „blauer Knopf“ genannt. Es ist ein kleines scheibenförmiges Tier mit Tentakeln und es ist eng mit Quallen verwandt.

Porpita
Foto: Bruce Moravchik (NOAA), Public domain, via Wikimedia Commons

Dann gibt es noch Segelquallen – auch „Windsegler“ genannt und Veilchenschnecken, diese Schnecken fangen Luftblasen ein, um sich über Wasser zu halten.

Segelqualle
Foto: Public domain, via Wikimedia Commons

Veilchenschnecke
Foto: Rebecca R. Helm. Image by Denis Riek., CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Diese und andere Organismen, die frei auf dem Wasser schwimmen, werden als Neuston, bezeichnet. Dies kommt vom Griechischen η πλωτή – das Schwimmende.

Neuston bildet untereinander ein Ökosystem und ein Nahrungsnetz. So fressen Veilchenschnecken Segelquallen und Porpita. Ein weiterer Räuber ist die Blaue Ozeanschnecke, auch Blauer Drachen oder Seeschwalbe genannt.

Blauer Drachen
Foto: Glaucus_atlanticus_1.jpg: Taro Taylor from Sydney, Australiaderivative work: dapete, CC BY 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by/2.0, via Wikimedia Commonsmmons

Chong merkt an, dass Porpita manchmal Partnerschaften mit kleinen Jungfischen eingehen, die dann gestresst sind, wenn sie von ihrem Porpita getrennt werden. Sie erkennen also ihren „eigenen“ Porpita. Außerdem sind Tiere wie der Sonnenbarsch, Seevögel und Meeresschildkröten dafür bekannt, dass sie Neuston fressen.

Trotz des Ökosystems sollte man nicht vergessen, dass der Müll im Meer vor allem tötet. Er tötet Schildkröten, Fische, Vögel und am Ende auch den Menschen.

Quelle: NPR, Shortwave vom 14.07.2025: Do you clean up ocean trash if it’s part of a vibrant ecosystem?

Zecken auf der Baar

Etwa zwanzig Zeckenarten kommen in Deutschland vor. Die Schildzecke Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus) ist dabei die deutsche Zeckenart, die am häufigsten Menschen befällt. Andere häufige Schildzeckenarten sind hier z. B. die Igelzecke (Ixodes hexagonus), die Schafzecke (Dermacentor marginatus), in Süddeutschland auch die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus). Weltweit die häufigste Art, die auch auf dem Menschen parasitiert, ist die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus), die in Deutschland wegen zu geringer Wärme aber nicht dauerhaft leben kann.

Zecken übertragen beim Zeckenstich aufgrund ihrer Lebensweise häufig Krankheitserreger zwischen den Wirten, ohne jedoch selbst zu erkranken. Es handelt sich dabei um mehr Arten von Krankheitserregern als bei jeder anderen parasitischen Tiergruppe. Auch Menschen sind durch Erkrankungen wie Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Babesiose, Ehrlichiose, Rickettsiosen oder Neoehrlichiose betroffen.

Borelliose

ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi oder verwandte Borrelien ausgelöst wird. Die in drei Stadien verlaufende Erkrankung kann verschiedene Organe in jeweils verschiedenen Stadien und Ausprägungen betreffen, speziell die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Bei dem dritten Stadium der Erkrankung könnte es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handeln. Die Infektion mit Borrelia burgdorferi kommt beim Menschen, verschiedenen Säugetieren und Vögeln vor, und sie geschieht in der Regel über einen Zeckenstich.

Bei einer Borelliose ist wichtig, dass sie korrekt diagnostiziert wird und dann möglichst schnell mit Antiobiotika behandelt. Die Prognose nach frühzeitiger antibiotischer Behandlung im ersten Stadium ist gut! Deshalb ist eine frühzeitig Diagnose wichtig.

Nach einer Borelliosefinfektion können rote Flecken auftreten.
Foto: James Gathany (CDC), Public domain, via Wikimedia Commons

Diese roten Flecken treten nur bei Borelliose auf!
Gegen eine Borelliose kann man nicht impfen!

Hier auf der Baar gibt es aber eine deutlich schlimmere Gefahr:

FSME – Frühsommer-Meningoenzephalitis – TBEV

Diese ist der Grund für meinen Artikel hier!

Endemiegebiete in Deutschland liegen vor allem in Baden-Württemberg, in Bayern, im südlichen Hessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen. Darüber hinaus sind einzelne Kreise in sechs weiteren Bundesländern betroffen. Eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete, eine Zusammenfassung der FSME-Epidemiologie in Deutschland und die FSME-Impfquotenwerden jährlich im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht: www.rki.de/fsme-karte

Karte der FSME-Risikogebiete 2022
veröffentlicht im Epidemiologischen Bulletin des RKI 9/2023

Erreger

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und verwandte Virusenzephalitiden werden durch ein Virus des Genus Flavivirus in der Familie der Flaviviridae verursacht. Weltweit gibt es drei relevante Virussubtypen mit hoher phylogenetischer und antigener Ähnlichkeit, die impfpräventabel sind.

Das heißt: Man kann impfen!

In Deutschland kommt der europäische Subtyp vor, der vor allem durch die Zecke Ixodes ricinus übertragen wird. Daneben gibt es auch einen fernöstlichen und einen sibirischen Subtyp, die in Europa im baltischen Raum und an der finnischen Küste sowie im asiatischen Raum vorkommen und dort von der Zecke Ixodes persulcatus übertragen werden. Tick-borne encephalitis (TBE) ist der englische Überbegriff für alle Virussubtypen; der deutsche Begriff „FSME“ bezeichnet die Erkrankung mit dem europäischen Subtyp.

In den FSME-Verbreitungsgebieten Deutschlands sind kleinräumig in sogenannten Naturherden ca. 0,1-5% der Zecken mit dem Virus infiziert.

Die o.g. Zecken können auch das Bakterium Borrelia burgdorferi übertragen, das zur Lyme-Borreliose führen kann. Diese Erkrankung tritt wesentlich häufiger als die TBE auf, da etwa 10-35% der Zecken mit Borrelien befallen sein können.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 7–14 Tage, in Einzelfällen bis zu 28 Tage.

Klinische Symptomatik

Der typische Verlauf einer FSME-Erkrankung ist biphasisch und beginnt mit unspezifischen, grippeähnlichen Beschwerden. Nach einem kurzen symptomfreien Intervall von bis zu einer Woche folgen die spezifischen neurologischen Manifestationen der FSME (Meningitis, Enzephalitis, Myelitis). Ein hoher Anteil der Infektionen (ca. 70–95%) verläuft jedoch asymptomatisch oder die zweite Krankheitsphase bleibt aus. Bei schweren Verläufen besteht insbesondere bei Erwachsenen die Gefahr von bleibenden neurologischen Ausfällen, in der Regel in Form von Paresen, aber auch von Anfallsleiden oder lange andauernden Kopfschmerzen. Diese Symptome können oft Monate nach der Erkrankung persistieren. Häufig kommt es jedoch selbst nach schweren Verläufen zur völligen Heilung. Schwere Krankheitsverläufe werden bei Erwachsenen häufiger beobachtet als bei Kindern. Bei ca. 1% der Erkrankten führt die Erkrankung zum Tod.

Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen

1. Präventive Maßnahmen

Expositionsprophylaxe

Ein wichtiger Grundsatz der Prävention der FSME und auch der Borreliose ist, Zeckenstiche nach Möglichkeit zu vermeiden.

Nach naturnahem Aufenthalt in Gebieten mit Zeckenvorkommen wird ein sorgfältiges Absuchen des Körpers nach Zecken empfohlen. Insbesondere bei Kindern können die Zecken am Haaransatz sitzen. Bei Zeckenbefall muss die Zecke umgehend entfernt werden. Dabei sollten möglichst alle Teile der Zecke entfernt werden, um eine Entzündung zu vermeiden. Hierzu greift man die Zecke mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument nahe der Hautoberfläche, also an ihrem Kopf (niemals am Körper!) und zieht sie langsam und gerade aus der Haut. Die Zecke sollte dabei auf keinen Fall vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden. Dies würde das Tier unnötig reizen und könnte dazu führen, dass es seinen Speichel und somit mögliche Infektionserreger abgibt. Nach Entfernung der Zecke ist eine sorgfältige Desinfektion der Wunde empfohlen. Falls der Tetanusschutz nicht (mehr) gegeben ist, sollte dieser aktualisiert werden.

Impfung

Die Immunisierung stellt einen wirksamen Schutz für potenziell gefährdete Einwohnerinnen und Einwohner und Besuchende von Risikogebieten dar.

Für die Grundimmunisierung sind drei Impfstoffdosen erforderlich. Auffrischimpfungen sind bei fortbestehender Exposition in Abständen zwischen drei und fünf Jahren erforderlich, je nach Alter und verwendetem Impfstoff (siehe Fachinformationen).

Weitere Informationen finden Sie in den Antworten auf häufig gestellte Fragen zur FSME-Impfung.

Bitte, lassen Sie sich und Ihre Kinder impfen!

Foto: Wikimedia/Scott Bauer, Agricultural Research Service of USDA

Verstummte Töne und Geräusche

Wolfgang Köhler mit Sense vor Heu und neben Zettler

gelesen von Maria Simon

Der wortgewaltige Erzähler Roger Willemsen sagt, er erinnere sich an Städte, Länder, Landschaften, Erlebnisse oder Regionen fast nur anhand von erlebten Geräuschen. An Rom durch das ständige Surren der hochtourigen Motorinos. An Isafjördur im hohen Westisland wegen des Schlagen und Klackens eines sturmgepeitschten Fahnenmastseiles mit Karabiner vor dem Hotelfenster. Weil auch mich das einmal  genauso um den Mittsommerhellen Schlaf gebracht hat, ergeht es mir seit Willemsen Tipp genauso. Hamburgs Dampfertuten, Münchens Glockenspiel, Lissabons Tramgebimmel und Gleis- Gekreische, Vierwaldstätter See Raddampfer Geplantschte, Pfferdehufestakkado beim Palio, das Rauschen am Regensburger Schwall, das Sturmgeheul auf der Glarner Fridolinshütte und die unvergessenen Eschinger Töne und Melodien wie d Siedebuddi und abdampfende Lokomotiven.

Und plötzlich, unverhofft und unerwartet ertönt erneut ein wahrhaft  schneidendes Geräusch. Im allerwörtlichsten Sinn. Nur noch ganz wage erinnert man sich an dieses zischen aus Kindheitstagen. Auch damals schon selten, denn der Messerbalken am 13 PS Kramerbulldöggle mit seinem metallischen rattern und kreischen hat sich damals schon durchgesetzt. Vor dem stählernen  Messerbalken mähten sich die Mäder aus dem Unterland gekonnt und virtuos  in grossen Gruppen vom Schwarzwald in die Baar. Und sie brachten nebenbei die neuesten, meist deftigen Geschichten mit und belebten die Zagat- Abende am Hofbrunnen. Auch heirateten sie sich durch diese geselligen Abende in die Baar ein oder aus ihr heraus. Denn manche Magd oder Hoftochter wurde nebenbei durch diesen Heiratsmarkt der Wandermäder an den Kaiserstuhl entführt. Die Bauern, Knechte und Mägde nahmen die nicht mehr gut gepflegten und gedengelten Sensen, d Sägis, nur noch zum Ausmähen um Ecken, Bäume und Halden in die Hand. Da, wo sie mit dem klappernden, unkommoden Messerbalken nicht hinkamen.

Und urplötzlich ist es wieder da, das sanfte, rytmische Zischen in einem gleichmäßigen Tackt. Wie mit einem Metronom vorgegeben. Nur alle 2-3 Minuten unterbrochen von einem Wetzgeräusch. Auch das in einem klaren Polkatackt, linksrechts, linksrechts. Beendet mit einem klapper Klaks, wenn der Wetzstein wieder in den Kuhhorn Köcher fällt.

Wieder erlebt wurde das, als Wolfgang Köhler sich anbot, die Obsbaumwiese dieses Jahr von Hand zu mähen. Denn er hilft jedes Jahr drei Wochen lang einer Südtiroler Bergbauernfamilie Wildheue zu machen. An Steilhängen wird beharrlich von Hand mit hingebungsvoll gepflegten, kenntisreich gedengelten Sensen das Almkräutergras gemäht. Nachdem dieses gehaltvolle Wildheu dann in die Almhütten eingetragen ist, kehrt der „Schwarzwoid Wolferl“, wie ihn die Bergbauernfamilie anerkennend nennt, mit seinem Wissen und seiner Erfahrung zurück auf die Baar. Und dort lässt er seine Rasierklingen scharfen, perfekt gedengelten und gewetzten Sensensortimente durch durch das borstige Obsbaumwiesengras zischen. Es gibt sie also doch noch, die guten, hilfsbereiten Seelen und diese Zischtöne aus längst vergangenen Mädertagen.

Lindenschwärmer

zwei Lindenschwärmer

Liebe Bürgerpostleser, 

endlich mal wieder etwas „Normales“ nach der Sackträgermotte und dem Ameisensackkäfer könnte man sagen, eine Schmetterlingspaarung. Brigitte Riesle aus Gütenbach hat sie mit geschickt mit der Frage, „was sind das für zwei Hübsche“? Eines der beiden Bilder ist seitenverkehrt, sie dürfen anhand der Beschreibung erkennen, welches. 

zwei Lindenschwärmer
zwei Lindenschwärmer


Zunächst geht’s um die Frage, ob Sie die Art kennen. Ich behaupte frech, die meisten nicht, aus dem einfachen Grund, weil sie als eine Nachtfalterart normaler Weise tagsüber nicht zu sehen ist. Wieso auch immer, findet aber die Paarung tagsüber statt, dauert um die 20 Stunden und nach Sonnenuntergang läßt sich das Männchen fallen und fliegt fort. Das Weibchen beginnt alsbald mit der Eiablage. Der Hammer ist, dass die Falter keinerlei Nahrung aufnehmen können, weil der Saugrüssel zurückgebildet ist. Deshalb ist nach der Paarung und der Eiablage der biologische Sinn ihres Daseins erloschen und das Leben bald zu Ende. Menschlich grausam, von der Natur konsequent zu Ende gedacht, wenn man es so sagen darf. 

Die Falter sind mit 60 bis 80 mm ordentlich groß, die Weibchen in der Regel etwas größer als die Männchen. Aufgrund von etwa 130 Eiern ist der Hinterleib des Weibchens prall gefüllt. Ein weiterer Hammer ist, dass die Eier bereits in der weiblichen Puppe voll entwickelt sind. Obwohl die Färbung der Tiere sehr variabel ist – die Grundfarbe der Tiere reicht von fuchsrot, braun, grau, gelb bis zu grün – ist die Art in ihrem Verbreitungsgebiet unverwechselbar.

Ach, da fällt mir gerade ein, den Namen habe ich noch gar nicht erwähnt, der Nachtfalter heißt Lindenschwärmer. Das leuchtet ein, weil die Eiablage und das Leben als Raupe vorwiegend in Lindenbäumen stattfindet. Sie verpuppen sich im Regelfall in der Vegetation am Boden, überwintern dort und schlüpfen ab Ende Mai des nächsten Jahres.

Und haben Sie erkannt welches das seitenverkehrte Bild ist? Ich vermute schon, Bild 2, Bild 1 mit Weibchen oben und Männchen unten ist richtig.

Vielen Dank Brigitte Riesle für die Überlassung der beiden hübschen Kerle.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Nachtrag: Unten ein Exemplar, das mir Cathrin Schelshorn vom Feldberg nach dem letzten Beitrag zugeschickt hat. Auch interessant muss man sagen. Danke Cathrin Schelshorn!

Neues vom Leänedli

aktualisierter Beitrag, 1. Version am 15. August 2024

Die St. Leonhardskapelle dürfte wohl eine der ältesten Kapellen der Baar sein. Sie wurde 1479 erbaut und ist eine Stiftung der Brüder Konrad und Burkhard von Schellenberg und von Hüfinger Bürgern.

Karte aus dem Jahr 1664 von Hüfingen, Behla und Sumpfohren.

Karte von Martin Menradt aus etwa 1661.
Rechts sieht man am Rand das Leänedli.

Vielen Dank an Dr. Jörg Martin für das Foto!

Karte aus dem Jahr 1664 von der Baar

Aus dem Jahre 1620 stammt die „Bräunlinger mappa“, in der die Territorialgrenze gegen Bräunlingen hervorgehoben ist. Sie enthält auch den westlichen Teil der Gemarkung Hüfingen.
Die Schächerkapelle, das Leprosenhaus, St. Leonhard, das Schützenhaus, die Seemühle und der Galgen sowie der Behlaer Weiher sind hier richtiger eingetragen als in der Landtafel der Baar.
Verzeichnet sind auch das Scharfrichterhaus und der Weg nach Behla.**

Landtafel der Baar von Hiffingen mit Schützenhaus und Stadtkirche. Die beiden Stadttore und überdimensional auch die Nikolauskapelle. Die Nikolauskapelle stand etwa da, wo der Garten der Stadtapotheke war und wurde 1788 abgerissen (Nikolausgasse).
Merkwürdigerweise fehlen die beiden Schlösser. Willkürlich ist die Bebauung innerhalb der Stadt gestaltet. Auf der Donaueschinger Stadtseite lagen eingezäunte Grundstücke (Gärten). Besonders ins Auge fällt ein Wegkreuz etwa auf dem Platz der nachmaligen Lorettokapelle. Weniger Sorgfalt als in der »Bräunlinger Mappa« wurde auf den Breglauf, die Wege und die topographisch richtige Lage der St. Leonhardskapelle und des Scharfrichterhauses (zwischen Kapelle und Wegkreuz) gelegt, das westlich der Dögginger Straße erbaut war.*

Eine alte Pergamenturkunde berichtet, dass im Jahre 1479, am Samstag vor dem St. Nikolaustag, die Gebrüder Konrad und Burkhard, Ritter von Schellenberg, und die Bürger zu Hüfingen die Kapelle, „vor der Bruck gelegen“, weihen ließen zu Ehren des hl. Lienhard und „am 19. Dezember 1630 wurde das Glöcklein von St. Leonhard geweiht.“*


Vielen Dank an den Mesner Artur Lehnert für das läuten der Glocke!


Die Außenwände der Kapelle sind mit einer Kette umzogen, an der sechs Hufeisen hängen, weil St. Leonhard der Patron der Fuhrleute ist. Sie gelten als „aneinandergereihte Danksagungen“ an den Patron aller angeketteten Wesen, der Gefangenen und der Stalltiere. Daß die Kette von einem Fuhrmann als Dank für die Rettung aus der Hochwasser führenden Breg gestiftet wurde, darf wohl als Sage gelten, da ja die Mehrzahl der Leonhardskapellen mit Ketten versehen sind.



St. Leonhard lebte im 6. Jahrhundert, gehört zu den 14 Nothelfern und ist der Patron der Fuhrleute.

König Theodebert erlaubte St. Leonhard, dass er sich den Gefangenen annahm. Daran hatte bisher noch kein Mensch gedacht, dass Sträflinge auch Seelsorge brauchen. Leonhard sorgte für Gerechtigkeit im Strafvollzug, erwirkte Befreiung für Unschuldige und nahm sich besonders der Strafentlassenen an. Diese mußten wieder Boden unter die Füße bekommen, sonst gerieten sie auf neue Abwege. Er ließ sich Land schenken, stellte seine Schützlinge mit Spitzhacken und Spaten hin, lehrte sie roden und siedeln und wirtschaften. Nach ein paar Jahren waren sie ordentliche Menschen.*

Der Merowingerkönig Chlodwig I. wollte seinem früheren Höfling Leonhard, weil er so tüchtig war, ein Bistum besorgen; aber dem Demütigen stand der Sinn nicht darnach. Er ging in das Kloster Micy bei Orleans und nahm dort den Habit. Als er auch daselbst nach einiger Zeit selber den Stab führen sollte, machte er sich davon und suchte in einem Wald bei Limoges die Einsamkeit auf. Das Regieren Lag ihm nun einmal nicht, er wollte dienen.*

Er selber blieb in der Einsamkeit, aber mit der Zeit gesellten sich ihm Brüder bei. Man baute Zellen und eine Kapelle; der Anfang zum Kloster Noblat, später Leonhardskloster genannt, war gemacht. Als Gründer dieses Klosters wurde er trotz seines Sträubens zum Abt gewählt, man übergab ihm den Abtsstab.

Lucian Reich erwähnt in seinen Schriften, dass in der hiesigen Leonhardkapelle, im „Leänedli“, wie sie geheissen wird, jeweils vor dem Auftrieb des Viehes auf die verschiedenen Weiden Gottesdienste gehalten wurden.

Die Legende besagt, es seien durch das Gebet des heiligen Leonhard oder auf seine Anrufung hin auf wundertätige Weise die Ketten zahlreicher Gefangener zersprungen.

Der heilige Leonhard im Leändeli

Leonhard von Limoges, auch Leonhard von Noblat († 559), war ein fränkischer Adelssohn, der am Hof der Merowinger erzogen wurde; später lebte er als Eremit. Er ist einer der 14 Nothelfer. Sein Gedenktag ist der 6. November.

Der Heilige Leonhard in der Kapelle von der Lochmühle.
Die Kapelle wurde 1805 zum Gedenken, der beim Hochwasser 1804 Ertrunkenen, gebaut.

St. Leonhard von 1310 im Würzburger Dom.
Foto: Andreas Faessler, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Lochmühle

Die Statue in der Kapelle stellt St. Leonhard mit einer Kette mit Handschelle und Schloß und mit dem Abtsstab dar.

Der heilige Leonhard, zunächst Schutzpatron der Gefangenen wird auch als „Kettenheiliger“ bezeichnet. Der Kettenheilige wird von Bauern, Stallknechten, Fuhrmannsleuten, Schmieden und Schlossern sowie Obsthändlern und Bergleuten angerufen. Er gilt auch als Helfer von Wöchnerinnen, bei Kopfschmerzen sowie Geistes- und Geschlechtskrankheiten.***

Der Altar im „Leänedli“ stammt aus der wegen Baufälligkeit im Jahre 1788 abgebrochenen St. Nikolauskapelle. Das Altarbild, gemalt 1748 von Johann Pünner, einem heute unbekannten Maler, trägt oben die Inschrift:

„St. Leonhard und St. Nikolaus, bittet für uns.“

Besonders in Bayern, wo Leonhard der Liebling der Bauern vor allen andern Heiligen ist, wird sein Fest am 6. November recht feiertäglich begangen. In vielen Orten finden alljährlich die Leonhardifahrten statt. Über fünfzig Wagen in hochfestlichem Aufputz bilden in Tölz die freudige Prozession. Die Jungfrauen fahren in einer besonders schönen „Truhe“, im Dirndelwagen. Die Burschen und Männer aber reiten nach der Umfahrt den Kalvarienberg hinauf, nehmen am Gottesdienst teil, traben dreimal um die Leonhardikapelle herum und stellen sich dann zur Pferdesegnung auf.*

„St. Leonhard vorm Himmelstor,
wir reiten dir die Rosse vor.
Einst kommen wir zu Fuß herauf,
halt uns dann deine Hände auf!“

St. Leonhard von Franz Wintermantel 1972 aus Mii Boor – Mi Hoamet von Gottfried Schafbuch

Epitaph der Familie des Obeamtmanns Baur

Der Friedhof hinter der Kapelle wurde im Jahre 1629 vom Abt Georg Gaisser des Beneditinerklosters St. Georgen geweiht, da der Friedhof an der Stadtkirche für den 30-jährigen Krieg und die vielen Hexenverbrennungen zu klein wurde. Im Jahr 1772 wurde der Friedhof bei der Stadtkirche aufgegeben und der Friedhof hinter der Kapelle wurde 1806 und 1861 erweitert.

*nach Gottfried Schafbuch in Mii Boor – Mi Hoamet (1972)
** nach der Chronik von Hüfingen von August Vetter (1984)
*** nach Wikipedia

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