Liebe Bürgerpostleser,
wir waren übers Wochenende in Aitern-Rollsbach im Auerhahn, um endlich den Gutschein der Vorderwälderzüchter zur Pensionierung einzulösen. Dort sind wir bereits Stammgäste, denn die Ruhe dort gefällt uns sehr gut. Übrigends, beim Einmarsch der Franzosen 1945 sollen die Bergbewohner die Ortschilder abmontiert haben, so dass sie zunächst nicht gefunden wurden.
Nun, fällt Ihnen an Kreuz oben etwas auf? Ich könnte mir vorstellen, eher nicht. So ging es mir zunächst auch. Erkennen Sie, was da los ist? Im Status meinte jemand, ob das die Asiatische Hornisse sei, weil die Tierchen doch viel schwarz aufweisen. Nein. Es sind Hausfeldwespen. Sie müssen erkannt haben, dass das ein herrlicher Brutplatz für sie ist hinter dem Plexiglas. Denn sie brauchen Wärme, weil sie kein Nest haben, sondern nur einschichtige Brutwaben. Gott sei Dank hat der Erbauer genügend Abstand gelassen, so dass sie problemlos rein- und rauskommen. Oder hat er diese Verwendung der Gottemutter Nische womöglich geplant? Ich bin begeistert, wie die Wespen herausbekommen haben, dass das für sie das richtige Plätzchen ist.
Das Bild oben im Titel zeigte ich schon einmal bei meinem ersten Feldwespen Beitrag im Jahre 2017, ich erhielt es von Konrad Köstel aus Achern. Damals war die Brutwabe in einer Wäscheleinenstange.
Ein paar Worte zu den Hausfeldwespen: Sie sind volkommen harmlos, ihr Stachel kann die menschliche Haut kaum durchdringen. Die Arbeiterinnen leben vom Nektar von Doldenblütern, aber zur Aufzucht der Brut wird tierisches Eiweiß benötigt in Form von Fliegen und Steckmücken. Ihre Taille ist die schmalste aller Wespenarten und typisch sind die hängenden Hinterbeine im Flug. Überwintern tun nur die begatteten Königinnen, die anderen Tiere sterben – wie bei allen Wespenarten – ab.
Herzliche Grüße
Franz Maus

