Behlaer Weiher einst, heute und morgen

Hannah Miriam Jaag stellt das Buch Lorax vor beim Vortrag im Kranz in Behla

Am Mittwoch den 4. Juni 2025 war im Kranz in Behla ein Vortrag mit Diskussion zum Behlaer Weiher. Ich möchte mich hier recht herzlich bedanken bei den vielen Zuhörern für das rege Interesse und die schönen Diskussionen im Anschluß! Es tut gut, wenn sich so viele Menschen für meine, zugegeben manchmal etwas durchgeknallten, Aktionen interessieren.

Hier erst mal ein paar Eindücke:



Da einige nicht teilnehmen konnten, hatte ich versprochen hier zu berichten. Es gibt auf dem Hieronymus ja nun wirklich genug zum Thema, deswegen habe ich so ungefähr meinen Vortrag im Vorfeld als Podcast aufgenommen und jeder der sich das antun mag, darf es sich unten anhören. Dies allerdings auf auf eigene Verantwortung – ist lang geworden.
Daneben ist eine pdf mit fast allen Bildern die ich gezeigt habe, allerdings etwas kürzer durch Selbstzensur.


Podcast zum Vortrag Bellemer Weiher einst, heute und moren.

Beitrag vom 17. Januar 2021

Der Bellemer Weiher einst und heute

Im November 2020 konnte ich nachweisen, dass seit Jahren Abwasser in den Behlaer Weiher floss, ohne dass ernsthaft etwas dagegen unternommen wurde: Abwasser im Behlaer Weiher.

Heute ist der Weiher eine Klärgrube und auf der anderen Seite das „Feuchtbiotop“, wie ich das Habitat des Bibers nannte, ist als Folge stark eutrophiert. Eutrophierung ist ein Terminus aus der Ökologie. Damit wird allgemein die Anreicherung von Nährstoffen in einem Ökosystem bezeichnet. Dies hat meist nachteilige Folgen für die Ökologie der Gewässer. Eutrophierung beruht also auf Nährstoffeintrag mit Nährstoffanreicherung im System. Der Duden definiert sie „als unerwünschte Zunahme eines Gewässers an Nährstoffen und damit verbundenes nutzloses und schädliches Pflanzenwachstum“ (aus Wikipedia).

Nach diesen traurigen Ist-Zuständen will ich hier jetzt zeigen, was einmal war.

1978 erschien in den Schriften der Baar, Band 32, von Hannelore Borzer und Professor Dr. Günther Reichelt: Lurchwanderungen am Behlaer Weiher – ein Beitrag zur Rettung von Amphibien

Plan von 1978

Die Rettungsaktion wurde damals mit Unterstützung von Alt-Bürgermeister Gilly und den Stadträten durchgeführt. Auch 1978 schon war die Erdkröte (Bufo bufo), der Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) und der Teichmolch (Lissotriton vulgaris, Syn.: Triturus vulgaris) geschützt. So meinte Professor Dr. Reichelt, dass die Erdkröte menschliche Korrekturmaßnahmen seltener nötig oder überhaupt überflüssig mache. Es sei noch nicht lange her, dass die Kröte im Garten als Glücksbringer galt! So verzehren 10 Kreuzkröten (Bufo calamita). pro Tag durchschnittlich 50 Kartoffelkäferlarven, 50 Speckkäferlarven und 48 Asseln.

Kreuzkröte

Der Behlaer Weiher ist laut Prof. Dr. Reichelt der letzte Rest von mehreren mittelalterlichen Fischweihern, deren Lage und Größe aus Landtafeln des 17. und 18. Jahrhunderts hervorgehen.

Erdkröte

Der Behlaer Weiher war das Laichgebiet einer großen Zahl von Lurchen. Zahlenmäßig waren die Erdkröten weitaus am häufigsten. In den meisten Jahren dürfte zur Laichzeit der Behlaer Weiher von über 5000 Erdkröten aufgesucht worden sein.

Teichfrosch

Ziel der Arbeit 1978 war die Rettung der Tiere vor der Bundesstraße. Dafür wurde damals ein Zaun angelegt und die Tiere wurden über die Straße getragen. Damit sollten die Tiere auch auf das neue Laichgewässer auf der anderen Straßenseite geprägt werden.

Kaulquappen von der Erdkröte am Höhlenstein

Prof. Dr. Reichelt konnte damals das meiste was er wollte nicht erreichen, aber immerhin durften er und seine Helfer das kleine Biotop im Osten der B27 anlegen. Dort, wo heute der Biber waltet, ist also ein „Reichelt-Biotop“!

Laichklumpen des Grasfrosches im Ersatzteich 1978

Diese Zahlen zeigen, dass der Behlaer Weiher ein recht bedeutendes Laichgewässer für mindestens drei geschützte Amphibienarten war.

Grasfrosch

Mit Vorsicht lassen sich aus den Zahlen Anhaltspunkte für die Größe der Laichpopulation des Behlaer Weihers und die Besiedlungsdichte der Erdkröten der Umgebung gewinnen. Wir wissen nämlich aus Stichprobenzählungen, dass aus dem Jagdgebiet westlich der Straße etwas mehr als die Hälfte der gesamten Population zum Weiher zieht. Danach wird man annehmen dürfen, dass in Jahren wie 1977 rund 7000 Erdkröten zum Laichen wandern. Geht man davon aus, dass mindestens 75% der Tiere nicht weiter als 500 Meter vom Laichgewässer entfernt leben, käme man zu einer durchschnittlichen Besiedlungsdichte von 5250 Tieren auf 78 ha, also etwa 67 Kröten/ha. Man muss aber berücksichtigen, dass Kröten unterschlupfreiche, mit Baumstrünken, Astwerk, Krautansammlungen, Erdhöhlen und/oder Steinen ausgestattete Biotope bevorzugen; dann wird man die Wälder und extensiv genutzten Feuchtflächen als Hauptaufenhaltsorte ansetzen können.

Prof. Dr. Reichelt 1978

Im Jahre 2018 wurde im Zuge der Ortsumgehung Behla der neue Krötentunnel an der Bundesstraße 27 gebaut.

Krötentunnel an der B27

Das sagt Prof. Dr. Reichelt heute zu den Zuständen am Behlaer Weiher

„Wie bedauerlich diese schlimme Entwicklung, wo doch die Stadt Hüfingen seit Jahren mit dem Markenzeichen „Ökologie“ wirbt! Ob  die  Umsetzung wenigstens in den nächsten 50  Jahren (!) erfolgen wird? Immerhin war das Echo auf unseren Aufsatz 1978 erfreulich groß. Freilich: das war vor fast 50 Jahren. Aber das Sterben in der Natur geht noch immer fast unvermindert weiter!“

Junger Bergmolch

Das sage ich zu den Zuständen am und im Behlaer Weiher

Wassergesetz für Baden-Württemberg
§56 WG und Abschnitt 2 Abwasserbeseitigung § 46 Verpflichtung zur Abwasserbeseitigung

Strafgesetzbuch
§324
StGB (1) Wer unbefugt ein Gewässer verunreinigt oder sonst dessen Eigenschaften nachteilig verändert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Der Versuch ist strafbar.
(3) Handelt der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

Tierschutzgesetz
§17
Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer (1) ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet.

Auch in Anbetracht der Tatsache, dass mehrere Gesetzte gebrochen wurden, fordere ich die sofortige Instandsetzung des Weihers!

Dies beinhaltet eine Winterung des Gewässers und die fachgerechte Entsorgung des Klärschlammes.

BLACK FOREST

Buchrezension:

              Wolfgang Schorlau: BLACK FOREST
Taschenbuch, Kiepenheuer & Witsch, 18 Euro

Buch Black Forest von Wolfgang Schorlau

           Landschafts- und Artenschutz vs. Klimaschutz nach Krimi-Art

Georg Dengler, der vielbeschäftigte Privatermittler des Autors, stammt aus dem Schwarzwald. Und sein elfter Fall hat es in sich, geht es doch um die Windenergie, damit um Auseinendersetzungen, wie sie in Deutschlands bekanntestem Mittelgebirge seit über zwei Jahrzehnten besonders heftig toben – hier eskalieren sie bis zum Mord. Scharlau hat dazu am Ort der Handlung, im Hochschwarzwald rund um den Feldberg, fleißig recherchiert, wie der Leser dem Anhang entnimmt.

Hauptperson ist diesmal Denglers alte Mutter, Bäuerin auf dem Denglerhof. Streitpunkt ist ihr Grundstück zuoberst auf dem Feldberg, das sie zunächst partout nicht hergeben will für den Bau einer Windkraftanlage. Die wollen freilich nicht nur Landschaftsschützer hier nicht haben, sondern auch andere, allen voran der Aufsichtsratsvorsitzende des Energiekonzerns VED, der trotz Klimakrise noch immer mehr auf Kohle, Gas und Öl setzt als auf Windstrom. Dabei bedient er sich im Naturschutzgebiet Feldberg wie auch schon anderswo im Schwarzwald eines speziellen Tricks: Der Genehmigungsbehörde wird, selbst auf dem weithin baumfreien Feldberg, Auerhuhnkot nachgewiesen. Wobei dieser allerdings aus dem Gehege eines zwielichtigen russischen Honorarkonsuls stammt, eines Jägers, der sich speziell für solcherlei Zwecke eine Auerhenne hält. Wo doch das Auerhuhn im Schwarzwald am ehesten noch vor dessen „Verspargelung“ schützt.

Auerhahn


Der Schwindel fliegt freilich auf, und das Verhängnis nimmt seinen Lauf, vor allem für Denglers Jugendliebe, die man für die Ausbringung des Hennenkots angeworben hatte. Nachdem sie sich hiervon losgesagt hat, wird sie vom Jäger und seinen Komplizen ermordet – exakt da, wo sie einst mit dem jungen Dengler noch die Hahnenbalz verfolgt hatte. 

Nachdem Großmutter Dengler unter den von ihrem Enkel und dessen Freundin eindringlichst vorgebrachten  Klimaschutzargumenten ihre Ablehnung des Windrads endlich aufgegeben hat, hält sie an dessen Standort bei einer Demo von Widerständlern und Befürwortern eine vielbeklatschte Rede pro Windenergie. Nach einem (unbeabsichtigten?) Rempler wacht sie erst im Krankenhaus wieder auf, und nun ist auch das Happyend nicht mehr fern. Denn der Projektentwickler zieht einen für den Denglerhof äußerst lukrativen Vertrag aus der Tasche, von dem auch die Grundstücksnachbarn noch profitieren werden. 

Schorlaus Kriminalroman umfasst (inklusive Nachwort mit Quellenangaben, Tatsachen- und Schauplatzrecherchen usf.) 443 Seiten und hinterlässt den Eindruck, als ob sein Plot mit den finsteren Machenschaften des großen Energie- und Finanzkonzerns durchaus nicht fiktiv, sondern der Realität entnommen sein könnte. Im Anhang dankt Wolfgang Scharlau u. a. Andreas Markowsky von der Ökostromgruppe Freiburg, dem Autor des auf Krawall gebürsteten Buchs „Klimaschänder – Gewinner von gestern, Loser von heute“ (2021) für ein ausführliches Gespräch. Fazit: „Wer denkt, das Auslegen von Auerhahnkot sei die Idee eines überdrehten Krimiautors, dem empfehle ich die Lektüre von Markowskys Buch.“ 

Spätestens hier drängt sich dem Leser der Eindruck auf, dass Arten- und Landschaftsschutz, insbesondere der Schutz des „Schwarzwälder Charaktervogels“, von kriminellen Akteuren unterwandert ist. Alles echt oder doch nur Krimi?

Die Menscheit isch ein Rindvieh

Was mir denkt, schreib ich auf

Umberto Ecco


„Die Menscheit isch ein Rindvieh“
Die Weisheit eines lebensklugen Mentors

Friedfertige Muscox Family
Foto: Fabian Mauz, Dovre 2020

Mitte Februar han ich mich zu me Gspräch über Literatur und Mundart gi Villinge in Franziskaner aagemeldet. Dem Villinger Testes han i mit em Aameldungsrodel au eweng aadiete welle, dass ich mini berufliche Lebenspflöck i de junge Doppelstadt innighaue han. 12 Johr han ich die Ehestritigkeite vu dene zwangsverhierotete Städt mitgriegt. Dem orientalische Kulturkreis werfet mir zu reacht heftig vor, dass des mit dene Zwangsehe nit so de Brecher sei. Wenns aber druff aakunt, verbozget mir des sogar bei benochberte, gegesätzliche Städt und leget die hemmungslos, gfühllos und lieblos zämet i oe Nescht.


Die erscht Baustell als frischbachene Bauigel han i uff de neu erschlossene Hammerhalde ghet. Ufftraggeber war s Städtisch Tiefbauamt. Jedesmol wenn i vu Pfaffemucke geg Villinge fahr, denk i a die folgend Lebensweisheit. So au Mitte Februar im Johr des Un- Heils 2022, am Schmutzigste aller Dunschtig, am 24.2.2022. Uff die beide uuselige Umständ, die Pandemie und den barbarische Putin- Krieg i de Ukraine, han ich im Aaschriebe kurz ännigwiese. Wiedermol isch mer die gnau passend, saftig, trocke Lebensweisheit vum Urvillinger Baumensch Hans Heuft in Sinn kumme.
Woni mi nämli s Erschtmol mit dem Bauleiter Hans Heuft troffe han uff de Hammerhalde, er de alt Haas, nei, de alt Fuchs und ich, de Bauleitungsaafänger, taxiert er mich stechend vu obe bis unne, leit sin scharfgschnittene Giacometti- Kopf wie immer eweng schreeg, sait traage, theatralisch, beschwörend, wie i me Art feierliche Initialisationsritus. Es hät nu no gfehlt, dass er si reachte segens Hand uff mi rechte Schulter gleit hät :

„Mauz,………… eins muesch der merke, …..die Menscheit isch ein Rindvieh“.


Zwölf Johr han ich mit dem ussergwöhnlich menschliche, berufliche Mentor zämetgschafft. Später sind mir uns immer wider mol beruflich, aber au privat begegnet. Aber immer sind mir us gegesiitigem Respekt bim „Sie„ blibbe. Für s Bauwese, des will ebbis hoesse, isch des eher uuüblich.


Dass ich den Satz nie vergesse han, dass er mir immer wieder in Sinn kunnt, nit nuu, wenn i gi Villinge kumm, sonder au i andere Lebenslage, wo die knochtrocke Hans- Heuft Lebensweisheit passt, wundert mi sit her uff die oe Siite. Anderesiits aber au nit, denn sie stimmt uff de Pfennig und drum isch er mir au am uuselige 24.2.2022 spontan iigfalle.
Eme Datum, wa sich, wie 9/11, is europäisch Gedächtnis iipräge wird.

Muscox Boss (Ähnlichkeiten sind unbeabsichtigt und rein zufällig)
Foto: Fabian Mauz, Dovre 2020

Volpone von Peter Lenk

Ja so wars, und so isches mit em skurile, weise, lebenskluge Hans Heuft us Villinge.

Schmetterlingshaft

Schmetterlingshaft

Liebe Bürgerpostleser,

vor zwei Wochen schickte mir Thomas Kring – er ist seit 2013 Projektleiter des Naturschutzgroßprojektes Baar beim Schwarzwald-Baar-Kreis – diese beiden Bilder. Er schrieb dazu: „Falls Du noch ein Thema für einen Bürgerpostartikel suchst, wie wäre es damit, am 10. Mai 2025 fand ich bei Geisingen im Naturschutzgebiet Albtrauf-Baar den Libellen-Schmetterlingshaft“. Ich dachte, wie bitte, Libellen-Schmetterlingshaft, so etwas soll es bei uns geben? Das ist doch ein absoluter Oberhammer, finden Sie nicht auch?

Vor langer Zeit habe ich einmal Bilder von ihnen gesehen, aber nie gedacht, sie noch einmal zu Gesicht zu bekommen. Was sind das nur für Wesen? Laut Wikipedia sind es keine Schmetterlinge, sondern Netzflügler aus der Familie der Schmetterlingshafte. In Deutschland kommt nur der Libellen-Schmetterlingshaft vor, eine von drei in Mitteleuropa vorkommenden Arten. Nur im Süden Deutschlands, in wärmeren Gebieten ist sein auf Deutschland bezogenes Verbreitungsgebiet. Dass dazu auch die Baar gehört, ist erstaunlich. Aber auf der Baar gibt es schöne Südlagen, wo sie – siehe Bildbeleg von Thomas Kring – zweifelsohne leben können. Was brauchen der Libellen-Schmetterlingshaft noch zum Existieren? Halbtrockenrasen und magere Mähwiesen. Er könnte auch vom Klimawandel profitieren.
Die Tiere erreichen eine Flügelspannweite von 4,2 bis 5,5 cm. Also ganz ordentlich. Das Aussehen ist fantastisch. Man darf die Bilder der beiden Exemplare einfach genießen. Besonders auch die langen schwarzen Fühler mit der Verdickung an den Enden. Die Männchen kann man an ihrer gekrümmten Hinterleibszange erkennen. Sehen Sie bei den Bildern, welches Geschlecht Thomas Kring fotografiert hat?

Die ausgewachsenen Tiere besitzen eine Lebenserwartung von vier bis fünf Wochen. Nach dem Schlüpfen Anfang bis Mitte Mai fliegen sie an trockenen und sonnigen Tagen von Mai bis Juli auch im Schwirrflug dicht über der Vegetation oder sehr hoch, um kleine Fluginsekten zu jagen. Verschwindet die Sonne, wenn auch nur für kurze Zeit, heften sie sich mit ihren beißenden Mundwerkzeugen an einen Halm und verharren während der Beschattungszeit inaktiv. In dieser Situation hat Thomas Kring sie fotografiert. Dabei breiten sie ihre Flügel gegen die Sonne aus, so dass die Flügel aller Libellen-Schmetterlingshafte parallel ausgerichtet sind.

Die Eiablage erfolgt meist im oberen Hangbereich an offenen Bodenstellen. Dabei legt das Weibchen wahrscheinlich nur ein einziges Gelege von 30–65 Eiern an einen frei stehenden Stängel, der durch Rückstrahlung vom Boden zusätzlich erwärmt wird, was die Trocknung der Eier nach Regen beschleunigt. Ist das nicht erstaunlich? Trotzdem ist dieser Halm so gewählt, dass er überwiegend beschattet ist und auf nur wenig geneigter Fläche steht. Dieser Platz kann so rar und attraktiv sein, dass ein Halm auch für mehrere Gelege genutzt werden kann. Gerät das Gelege in Bodennähe, weil der Halm knickte, gelangen die Eier kaum noch zur Reife, dann werden sie von Bodentieren erbeutet oder trocknen zu langsam nach Regen. Die Schlupfdauer variiert je nach Trockenheit, sie beträgt meist vier Wochen, kann aber erheblich kürzer sein oder über 40 Tage dauern.

Die Larvenentwicklung bis zum erwachsenen Tier findet am Boden statt und dauert lange vermutlich zwei Jahre.
Thomas Kring betont, „Schutzgebiete, insbesondere Naturschutzgebiete, sind für die Biodiversität und den Naturschutz allgemein von extrem großer Bedeutung. Und ohne Pflege der Lebensräume verschwinden über kurz oder lang sehr viele seltene Arten, wie die gezeigten Libellen-Schmetterlingshafte“.

Vielen Dank Thomas für die Überlassung dieser beiden Bilder. Ich glaube, sie sind ein absoluter Höhepunkt der Bürgerpostbeiträge.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Thomas Kring ist übrigens nächsten Sonntag mit dem Naturschutzgroßprojekt auf dem Naturparkmakt in Mundelfingen!

Ziemlich beste Freunde

Dann hab ich durch Zufall einen alten Film auf youtube gefunden von einem Kurzvortrag den ich 2016 an der Uni Nürtingen über das Mikrobiom gehalten hatte. Dachte vielleicht interessiert das jemanden, ist immer noch aktuell.

Da ich den youtube link nicht einbetten darf, habe ich hier eine Aufnahme davon eingefügt. Wer auf youtube schauen möchte: https://youtu.be/Z74yU5L9iAc?si=OJcxkKnWeHCNuLe0

Beitrag hierzu vom Februar 2016

Das Mikrobiom und der Vagusnerv

Entgegen der Meinung, dass das Gehirn für den Darm verantwortlich ist, ist es tatsächlich so, dass der Darm weitaus mehr Informationen an das Gehirn sendet. Der alte Glaube, dass die Gesundheit im Magen beginnt scheint sich bei neuesten Forschungen immer mehr zu bewahrheiten.

Darmflora ist die Bezeichnung aller Mikroorganismen im Verdauungstrakt. Im menschlichen Darm sollen etwa 38 Billionen Bakterien leben (6). Dazu kommt noch das Phageom mit wohl 380 Billionen Phagen, das nach neuesten Erkenntnissen auch eine sehr große Rolle spielt (7). Die Oberfläche vom Darm hat etwa 32 m² (8).

Bakterien auf Agar

Das Mikrobiom und der Vagusnerv

Neueste Forschung hat einen Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung unserer Darmflora und dem Funktionieren des Immunsystens, des Nervensystems und dem endokrinen (hormonelles) Gleichgewicht bestätigt. In einigen Untersuchungen wird diskutiert, ob Bakterien den Vagusnerv, der aus dem Verdauungstrakt in das Gehirns läuft, beeinflussen.

Es wird heute in der wissenschaftlichen Forschung untersucht inwieweit die Darmflora selber das Essverhalten des Menschen manipulieren kann (1). Wie bei jeder komplexen Interaktion, wie der vom menschlichen Nährstoffbedarf und dem Nährstoffbedarf der unterschiedlichen Darmflora, gibt es eine Mischung von gemeinsamen und auch entgegengesetzten Interessen, mit Möglichkeiten zum gegenseitigen Nutzen und auch Manipulation (1).

Dies bedeutet, dass ein breites Spektrum an verschiedenen Darmmikroben viel Energie und Ressourcen an die Bekämpfung der Konkurrenz verbraucht. Dagegen haben große Populationen einiger weniger Mikroben mehr Ressourcen den Wirt, also den Menschen, zu manipulieren. Zusätzlich ist eine große Population an gleichen Mikroben leichter in der Lage zu manipulieren, da sie sich besser Koordinieren können (sogenanntes Quorum Sensing). Aus diesen Gründen wird heute eine geringe Vielfalt in der Darmflora und dem Mikrobiom mit einer ungesunden Ernährung, verschiedenen Krankheiten und auch mit Übergewicht in Zusammenhang gebracht (1).

Der Vagusnerv und seine Verbindungen zu den einzelnen Organen.

Warum Sie Ihre Darmflora optimieren sollten

In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass Menschen die viel fermentierte Lebensmittel zu sich nehmen, Nährstoffe besser aufschließen können (2, 9). Die Nebenprodukte der Gärung helfen unserem Körper Fett abzubauen und den Blutdruck zu regulieren (3). Auch beeinflussen sie die Zusammensetzung des Blutes, dienen als Neurotransmitter und regulieren die Funktion des Nervensystems (4). Bei der Fermentation produzieren einige Bakterien natürliche Antibiotika und Verbessern die Vitaminversorgung. Die Probiotika stärken das Immunsystem und unterstützen dabei die allgemeine Gesundheit des Verdauungssystems und des ganzen Körpers (1).

Ebenso führt eine pflanzenbasierte Ernährung zu einer verringerten Neurodegeneration und verringerten Entzündungsreaktionen im Körper. Die Phagozytose, also die Müllabfuhr im Körper, wird aktiviert. Ist die Phagozytose gestört, kommt es zu einer Anreicherung von fehlerhaften Proteinen. Durch die Ernährung und auch durch Fasten kann man die Phagozytose beeinflussen.

(1) Is eating behavior manipulated by the gastrointestinal microbiota? Evolutionary pressures and potential mechanisms. Joe Alcock, Carlo C. Maley, C. Athena Aktipis. Bioessays (2014)

(2) Increased iron bioavailability from lactic-fermented vegetables is likely an effect of promoting the formation of ferric iron (Fe3+). Nathalie Scheers, Lena Rossander-Hulthen, Inga Torsdottir, Ann-Sofie Sandberg. European Journal of Nutrition. (2015)

(3) Blood Pressure-Lowering Peptides from Neo-Fermented Buckwheat Sprouts: A New Approach to Estimating ACE-Inhibitory Activity. Masahiro Koyama, Seiji Hattori, Yoshihiko Amano, Masanori Watanabe, Kozo Nakamura. PLOS ONE (2015)

(4) The gut microbiome and diet in psychiatry: focus on depression. Dash Saraha, Clarke Gerard, Berk Michaela, Jacka Felice. Current Opinion in Psychiatry (2015)

(5) The microbiome and critical illness. Robert P Dickson. The Lancet Respiratory Medicine (2015)

(6) Revised estimates for the number of human and bacteria cells in the body. Ron Sender, Shai Fuchs, Ron Milo. Biorxiv (2016).

(7) Healthy human gut phageome. Pilar Manrique, Benjamin Bolduc, Seth T. Walk, John van der Oost, Willem M. de Vos, Mark J. Young. PNAS (2016).

(8) Surface area of the digestive tract -revisited. Helander & Fändriks. Scandinavian Journal of Gastroenterology (2014).

(9) Role of gut microbiota and nutrients in amyloid formation and pathogenesis of Alzheimer disease. Francesca Pistollato, Sandra Sumalla Cano, I~naki Elio, Manuel Masias Vergara, Francesca Giampieri, Maurizio Battino. Nutr Rev. (2016)

 

Beitrag hierzu vom Dezember 2016

Phageom und Mikrobiom

Da das Phageom (eng. phageome) ein Großteil unseres Mikrobioms darstellt, es immer mehr Hinweise gibt wie wichtig es für unsere Gesundheit ist, und es leider bis jetzt von den deutschsprachigen Medien vollkommen ignoriert wird, will ich hier das bis jetzt (Dezember 2016) bekannte aus der englischen Fachliteratur zusammentragen.

Phagen

Phagen sind schon sehr lange bekannt und wurden von Frederick Twort im Jahre 1915 und später von Felix d’Herelle 1917 entdeckt. Phagen sind alle Viren die Bakterien zu ihrer Vermehrung benötigen, auf ein Bakterium sollen mengenmäßig etwa 10 Phagen kommen. Damit hat jeder Bakterienstamm seit Jahrmillionen mit seinen eigenen spezifischen Viren zu kämpfen, denn Phagen sind sehr wirtsspezifisch. Natürlich haben Bakterien ein Immunsystem und können sich auch Phagen zu Nutzen machen. So befinden wir uns in  einem andauernden Wettlauf der Evolution von Bakterien gegen Phagen und auch von Bakterien und Phagen gegen Bakterien.

Ja, wir befinden uns mittendrin. Unser Körper hat etwa zwischen 10 bis 900 Billionen Zellen, auf eine menschliche Zelle kommt etwa eine Bakterie, das macht dann mehrere Billiarden Phagen pro Mensch (1+2).

Es gibt somit eine unerforschte Unmenge an verschiedenen Phagen, da es ja auch Unmengen an verschiedenen, zum Teil unerforschten Bakterien gibt. Am besten erforscht sind Phagen von Escherichia coli, sogenannte T4-Phagen und Lambda-Phagen (Phage λ). Dies hat damit zu tun, dass E. coli, das sogenannte Haustier von Biologen, sich relativ einfach im Reagenzglas halten lässt und im Normalfall für den Menschen harmlos ist. Phagen sind zwischen 20 – 200 nm gross. Der relativ grosse T4 Phage ist mit 200 nm einer der Grossen. E. coli ist im Vergleich dazu 0.5 μm x 2 μm, also 500 x 2000 nm gross.

Ein Phage injiziert sein Genom aus DNA oder RNA in eine Bakterienzelle.

Vermehrung der Phagen

Da es sehr viele verschiedene Phagen gibt, gibt es auch genau so viele Strategien der Phagen eine Bakterienzelle zu „entern“. Aber eins ist allen Viren gemeinsam: Sie brauchen eine Zelle, um sich zu vermehren. Bei Phagen unterscheidet man grundsätzlich zwei verschiedene Gruppen, wobei die Übergänge fließend sein können.

  1. Lytische Phagen: Der Phage vermehrt sich sofort in der Zelle explosionsartig und bringt diese dann zum platzen und freisetzten neuer Viren.
  2. Lysogene Phagen: Der Phage baut erst mal nur seine DNA in das Bakterium mit ein und tötet diese nicht sofort.

Das Mikrobiom

Als das Mikrobiom wird die Gesamtheit aller Mikroorganismen bezeichnet, die ein Lebewesen besiedeln. Heute wird auch das Virom mit dazu gezählt. Das Mikrobiom beseht also aus Bakterien, Pilzen, Algen, Protozoen und eben dem Virom mit dem Phageom. Ein Teil des Mikrobioms ist die Darmflora.

Das Phageom

Das Virom ist die Gesamtheit aller Viren die ein Lebewesen besiedeln. Teil des Viroms ist das Phageom. Also der Teil der Viren die man auch als Bakteriophagen bezeichnet und die sich ausschließlich in Bakterien vermehren.

Forschung zum Phageom

Im September 2016 ist ein faszinierendes Paper zum Phageom in PNAS erschienen:

Healthy human gut phageome (3)

Die Veröffentlichung dreht sich um das „healthy gut microbiome“, also eine gesunde Darmflora. Teil dieser „gesunden Darmflora“ ist ein gesundes Phageom. Dieses gesunde Phageom hilft und unterstützt eine gesunde Darmflora. Das gesunde Phageom besteht aus etwa 35-2800 verschiedenen Arten an Phagen (5), von denen die meisten absolut unbekannt sind und keine Ähnlichkeit zu bekannten Phagen haben.

In der Studie zum „gesunden Phageom“ wurden 44 Gruppen von Bakteriophagen untersucht, die bei gesunden Probanden gefunden wurden. Es konnte gezeigt werden, dass Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa (chronisch-entzündlichen Darmerkrankung) ein verändertes Phageom haben. Es wird eine direkte Beziehung zwischen einem gesunden Mikrobiom und einem gesunden Phageom gezogen.

Dieser Abschnitt kann die nächsten Jahre (hoffentlich) mit interessanten Forschungen erweitert werden.

Spekulationen zum Phageom

Das Phageom wird allem Anschein nach in den ersten Lebenswochen vererbt und scheint essentiell für das weitere Leben zu sein. Es ergeben sich Hinweise darauf, dass unser Körper Phagen zur virologischen Abwehr von bakteriellen Erkrankungen einsetzen kann. Auch scheint das Phageom ausgesprochen wichtig beim horizontalen Gentransfer. So werden nicht nur Antibiotikaresistenzen auf Bakterien verteilt, auch können Phagen für den Menschen nützliche Gene konservieren; z.B. Gene „guter“ Bakterien, nach einem Einsatz von Antibiotika.

Mit den Möglichkeiten der Tiefen-Sequenzierung (Sequenzierung im Hochdurchsatzverfahren) wäre es heute möglich, einen tieferen Einblick in das Phageom zu bekommen. Leider sind die Prioritäten in der deutschen Wissenschaft heute deutlich wo anders gesetzt.

Weiterführende Veröffentlichungen über Phagen jenseits der Englischen Fachliteratur habe ich hier zusammengetragen http://hmjaag.de/phagenlinks/

(1) The phage-host arms race: Shaping the evolution of microbes. Adi Stern, Rotem Sorek. BioEssays (2011).

(2) Revised estimates for the number of human and bacteria cells in the body. Ron Sender, Shai Fuchs, Ron Milo. Biorxiv (2016).

(3) Healthy human gut phageome, Manrique et al., PNAS (2016)

(4) Gut microbiota modulate host immune cells in cancer development. Erdmann and Poutahidis, Free Radical Biology and Medicine (2016).

(5) The human gut virome: Inter-individual variation and dynamic response to diet. Minot et al. Genome Research (2011).

Exkursion an der Sperbelhalde zum Tag der Artenvielfalt

Zum Tag der Artenvielfalt am 25. Mai 2025 luden die Freunde der Natur Hüfingen wieder zu einer Exkursion ein. Vom Schächer aus führte Thomas Kring die Gruppe entlang des Westhanges der Länge. Im Mittelpunkt standen die vorkommenden Pflanzenarten und die Pflege der Flächen sowie die Waldbereiche, die im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Baar zusammen mit der Stadt Hüfingen dauerhaft aus der Nutzung genommen wurden.

Neben Alpenmaßliebchen und Gewöhnlicher Kugelblume bestaunte die Gruppe sechs Orchideenarten. Darunter die Fliegen-Ragwurz und die Vogel-Nestwurz.

Fliegen-Ragwurz

Vogel-Nestwurz

Vogel-Nestwurz



Exkursionsbericht vom 18. Juni 2024

Vom Wanderparkplatz Schächer aus führte Thomas Kring die 14 Teilnehmer durch das Schutzgebiet. Er erläuterte den besonderen Standort, der sich aus dem Gestein des Weißen Juras entwickelt hat und wie die vorkommenden Magerrasen mit Schafen und Freischneider gepflegt werden. Bei den Pflanzenarten legte er den Schwerpunkt auf die vorkommenden zehn Orchideen-Arten. In Natura konnten unter anderem das unscheinbare Große Zweiblatt und die auffällige Mücken-Händelwurz bestaunt werden. Das high-light war aber die Bienen-Ragwurz, die in Deutschland strak gefährdet ist.

Das sogenannte „flächenhafte Naturdenkmal“ Sperbelhalde befindet sich beim Schächer am Westhang der Länge.

Als absolutes Kleinod unserer Region fristet die Sperbelhalde leider zu Unrecht ein Schattendasein. Deshalb will ich Sie hier mitnehmen auf eine kleine Bildertour durch die wunderschöne Sperbelhalde.

Ein Besuch lohnt sich!

Die Bilder aus dem Jahr 2021 sind wegen eines alten, mangelhaften plugins leider nicht mehr verfügbar.

Iisern Schuelwald

Beitrag vom 27. Juli 2021

Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr.

Während de Schuelziit i de Fufzger sind alli Eschinger Schuelkinder us de ganze Stadt am Morge vor de Achti triilnasig gege d` Volksschuel, d` Feuersteinschuel, gschlurpfet. Au die vu de Siedlung und em Spanneberg. S`hät no konni Schuelbus, Stadtbus und konni Helikopter Müetter- und Großmüetter gähe. Mit de oagene Fiess bei Wind und Wetter. „My feet is my carriage“ singt de Bob Marly. Sogar bei minus 39°, wan es tatsächlich e mol i de fufgzer Johr am Fischerhof im Ried ghet hät. Am Schuelranze us Leder, manche, die Besserse, hond on mit eme gscheckete Kälblifell – Deckel kha, des war so e Art Gucci- Model vu de Nochkriegsjohr, isch am Spaget- Schnierli e Naturschwämmli ghanget. Drin war e Schueltafel us feschtem Schieferton vum Heibergtrauf, e helzers Griffelkäschtli mit eme Schieberdeckeli und ufem Dintefläschli isch „Pelikan“ gstande. Den Vogel hond mir Eschinger Eingeborene natierli us de naturkundliche Sammlunge vum Fürscht, de 2. Gröschte in Europa, scho kennt. Des war also die normal, die gwähnlich Schuel-Uusrüstung.

Aber a 2 Tag im Johr, oamol im Frühjohr und oamol im Herbst, sind die doale Klasse mit andere Gschierer am Morge geg d`Volkschuel zottlet. Die Doale hond Blecheimer, verzinkti Spritzkannte, Gilleschapfe us Blech oder au Stahlhelm, Häckeli, Karscht, Feldspate, Schuufle und Bexler aagschloapft. Im Schueliigang im Hof, vor em Direx sim Kabuff, hät mer en Halbkreis gmacht. Um Punkt Achti isch de Rektor, de legendär Karl Wacker gstande. Scho aloenig wege sim Uussehne, sim Schwätze, sinnere strenge Güeti en mordsmässig Respekt iiflössende Maa.

Karl Wacker

Heut ist wieder „Euer“ Tag, an dem ihr alle zusammen wieder unseren und vor allem „Euern“ Schulwald hegt und pflegt. Euer Lehrer H. Frank, mir hond ihm de „Otsche“ gsait weil er Otto mit Vorname goesse hät, wird euch zum Schulwald am Zusammenfluss begleite und euch zeige, wie man unseren, ja „Euern“ Schuelwald pflegt und hegt.

Ii Zweierreihe, genau noch de Grösse abgstafflet uffgstellt, simmer jetzt gege de Park abgwatschlett. A de Händli hebe, wie im oefälltige Kindergarte , des hommer zu iiserm erhabene Stolz nimme miesse. Aber mit de Hacke und de Schuufle fechte und mit de Eimer trummle, mit de Kannte bloose, des hommer zu iiserm Verdruss doch nit derfe. Obwohl des natierli saumässig pfufferet hät. Do hät de „Otsche„ wie en scharfe Hofhund uffpasst. De Spitalbuckel abi, durch d` Sennhofstroos, a de Melkerei, de Sennerei, de abbrennte Feschthalle, em Rote Hans, am Konvikt, am Aasemer Bahnhof vorbei, gohts in Alte „Englische Park“. De erscht Halt hommer am Ungare-Kriiz gmacht. Zwar hommer beim eweng eher schreege Otsche koa „Vater Unser“ bete messe, defier hät er iis aaschaulich verzellt, worum des Kriiz do a de Brigach stoht. So hommer frieh glehrt und mitkriegt, wie die gwalttätige Kremel-Manne mit dene oafältige Orde Brettli überm dicke Buuch und a beide Operette- Uniform Brüscht mit de uffmüpfige Bruedervölker umgange sind.



Entlang vu de Brigach, abwärts gege de berühmt Zämetfluss, hommer wieder die gliich Marschordnung iinämme messe wie dorch d‘ Stadt. Wenn den Flagelantezug mit Sichle, Bäxler, Haue und Spritzkante- Blechtrompete de sanft Pfohremer Revoluzzer, de Willmanne Andres, oder gar de Hecker- Fritz gsänne het, hetet die bestimmt denkt:
„Saperlott, wer het des denkt, dass die kratzbucklige Eschinger Residenzler emol so früehziitig und umsichtig ver de neu 48-er Revolutionsnochwuchs sorget“.
De Pfohremer Schnuufer, de Andres Willmann hört mer sage:
„Du, Hecker- Fritz, do hettet mir bigott no ebbis lehre kinne, bi iiserm fidele, hennefidlige Folklore- Revoluziönel“.

Kurz vor em Zämmetfluss uf de Aasemer Siite vu de Brigach hommer ghalte. Dert sind scho Bämmli- Setzling am Roa glege. Hergfiehrt vu de Stadtgärtner mit so Iiserädli- Pritsche- Handwägeli unterm Kommando vum Städli- Obergartebuzzli Fraas. De „Otsche“ hät iis jetzt aaglehrt, wie mer die junge Fichte, Erle, Dännli, die Esche, Bueche und Oache usenand haaltet und wie mer die setzt und uffzieht. Jeder hät so en Serblingling uusgsuecht und denno e Loch im Areal vum Volksschuel –Schulwaald uusgrabe. Des Bämmli hond mer innigsetzt und wieder mit dem rappeschwarze Riedbodde aadeckt. Dieselle mit de Eimer und de Spritzkannte hond jetzt Wasser us de Brigach mit Gilleschapfe gschöpft und zu de frisch gsetzte Bämmli brocht. Daß des natierli nit ohni Lättere und Aasspritze gange isch, düerft klar sii. Gege die kleine Wasserschlachte war au de resolut Otsche machtlos. Vu de nohe Stille Muusel häsch koa Tränki- Wasser hole kenne. Zu sellere Ziit hät Diire (Dürrheim) no koe Kläralag kha. Die Musel war eher en modrige Saubach oder en stinkige Gillegrabe. Versalze, rappeschwarz vu Moder, Moor und Abwasser. Do wäret iiseri Setzling glii verrickt. Vu wege Dürrheimer Tafelwasser, vu dä no wiet eweg.

Z` friede und wohlgfällig hät de Otsche nomol ebbis über de Generatione– Waldvertrag äschbliziert, und die aahaltende, symbolträchtige Erinnerung an e scheene Schuelziit, die mir i de Volkschul hond und die iis grad dorch den Schuelwald immer i Erinnerung bliibe word sinniert. Des hommer ihm abgnomme, des isch iis blibbe und mir sind au z` friede und au ziemlich iibild wieder i de aalte, zweireihige Flagelante- Wanderordnung abzottlet. Die Doale hond no schnell und häehlinge a ere Bämmli brienzlet und so e spirituelle Duftmarke gsetzt. De Ruckwäeg isch a iisere Geheimquell a de Brigach bim Schlosssteeg gange. Dert goht e kleini, versteckti Wendeltreppe abi an en Quelluustritt. Die küehl Labsal hät scho uuzählige Eschinger Buebe und Maidli uff em Weag is Stadion, is Schwimmbad und ebe an Schuelwald e wunderbare Laabung vermacht. Die Quell hät iis de Otsche sogar zoaget und als s` Bescht Wasser vu Eschinge aapriese. Daß und wieso des onni vu dene zahlriiche, ergiebige Karschtquelle im Ried isch, war nomol Hoametkunde am lebende, glutternde Objekt. Leider grootet die Quell immer meh i Vergesseheit und verschwindet us em Eschinger episodische Gedächtnis, wie mer hitzutag sait. Ohne die Quell wär der s` Muul vielmol gherig verbäbbet gsii. Denn Eschinge, im „Quellenland“, wie`s so vollmundig hoasst, isch immer no i de ganze Stadt, au hit no, e Trinkwasser- quellenfreie Zone, wo Bürger oder au die zahlriche Gäscht ebbis zum Erfrische hättet. Kum zum glaube. (Erscht jetzt anne 2019, giihts uff Hiiwies e Trinkbrünnele im Irmapark) Probieret trotzdem mol des köstlich Nass a de Schlossbruck– Quell. Ich kha dert au als aalte Simpel nie wiederstau und oafach nu vorbeidappe ohne aabi z` balanciere und en Schluck z` trinke.

Und jetzt wetet ihr no wisse welle, wies zum Schulwald kumme isch ? De Karl Wacker, de legändär Hoemet- und Naturkundler und grosse Menschefreund, hät des, wie so vill i sim Lebe, uff de Weag broocht. Sinni Kollege und Weggefährte hond des unterstütz und s` Gelände hät „de Ferscht“, de Prinz Max Egon, so war des früher halt d` Regel und üblich, als Art Schuel- Almend de Volksschuel vertlehnt. Johrelang isch des Schuelwäldli no ghegt u. pflegt wore. Im Frühjohr isch gsetzt und im Herbst vu de Schuelklasse gjättet und uusputzt wore. Aber vor so 20, 30 Johr hann ii ufs mol min Bomm nimme gfunde. Gottverdelli. Wemmer am Sunntig mit de ganze Familie zum Zemmetfluss spaziert isch, hond alli Kinder im Vater und de Motter stolz und begeischteret „Ihren“ Bomm zoaget. Uf oamol hond i dem Waald zu mim Verdruß Nobelwildsaue grunzt und gsuhlt und iisri Schuelbämm aagfresse und verkeibet. Die stärkschte hond sie gottlob nit verzwunge. Die gen`t hit no en ziemlich guete und starke Waald ab. Alljohr wenn i am Reiturnier eweng umenandmuus, gangi die paar Meter a iisern Schuelwald aabi, an Zämmefluss vu Muusel, Brigach und Breg. Wie hät diesell Alexandra i de 60-er rauchig gsunge: „Mein Baum ist tot, ……“ Min lebt vielliecht no, minere Volksschueloache hond die Wildsaue amend nint aadau kinne. Nuu ihre saftige Oachle hond sie hoffentlich grunzend, gnussvoll gmampft. Au des isch Naturkunde ala Otsche und Karl Wacker. Zu mim jetzige Vergniege sind die Saue i de Pfanne und iisern Naturwald hät die Narbe und Schrunde doch bald verhoale lau. Diesell kha des und sie macht`s au guet und schneller wie mer so ammel denkt. Des wissemer vum Direx Karl Wacker und vum Otsche Frank, dene legendäre, nachhaltige Naturkundler vu de Baar.

Jo , so wars, und de Karl Wacker und de Otsche Frank hond alles reacht gmacht, lang vor de Grüne i de 90-er, de Friitigs- Demos und de pfiffige Greta Thunberg.

An der Seemühle

Aktualisierter Beitrag, 1. Version war am 16. August 2020

Der erste Besitzer von der Seemühle ist laut der Chronik von Vetter* das Benediktinerinnenkloster Friedenweiler bei Neustadt und sie wird am 1. März 1291 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Im Jahr 1518 verkaufte das Kloster die obere Mühle, wie sie im Gegensatz zur Stadtmühle, die auch die untere hieß, genannt wurde, an Konrad von Schellenberg. Die Seemühle wurde von sogenannten Bestandsmüllern, die einen Bestandszins abgeben mußten, betrieben. Außerdem gab es ein Bannrecht, das bestimmte Dörfer einer der beiden herrschaftlichen Mühlen zuwies, die dann nur in dieser Mühle mahlen lassen durften.

Später gehörte sie dann Ritter Konrad III. von Schellenberg, er war der letzte Schellenberger dem Hüfingen ganz gehörte. Seine beiden Söhne Hans der Ältere, der Begründer der Randegger Linie, und Burkard IV. teilten den väterlichen Besitz am 23. November 1523. So erhielt Hans der Ältere das „Oberwasser vom Stelbanck der Stattmuly den Mulfurt ob dem Kennerbach hinuff bis an das stainy wur zu sampt dem Marpach und die Semuly.“*

Der letzte Sproß der Randegger Schellenberglinie, Hans der Gelehrte, starb 1609 und nach seinem Tod gab es ein langes Gerangel zwischen den Schellenberger und Fürstenberger um die Besitztümer.

Ausschnitt der Landkarte der Baar von 1620. Gegenüber der Seemühle ist der Galgen.
Vielen Dank an Dr. Jörg Martin, Leiter des Fürstlich Fürstenbergischen Archives.


Durch den Streit wurde die Mühle für etwa 10 Jahre nicht mehr nutzbar und etwa 1624 bezahlte Graf Wratislaus von Fürstenberg als Käufer die Renovierung. Durch die Wirren des 30 jährigen Krieges und die Überschuldung der Schellenberger gehen bei dem Streit ums Eigentum dann die Fürstenberger als Sieger hervor. Allerdings lag Hüfingen 1648 dann in Schutt und Asche und die Seemühle war abgebrannt.



Hier die Seemühle auf einer Zeichnung von Martin Menradt 1664. Da sie kein Dach hat und die Jahreszahl mit 1664 sicher stimmt, wurde die Seemühle erst nach 1664 wieder aufgebaut, nicht schon 1661 wie in der Chronik von Hüfingen spekuliert wurde.

Vielen Dank an Dr. Jörg Martin, Leiter des Fürstlich Fürstenbergischen Archives für die alten Karten.

Irgendwann nach 1664 wurde die baufällige Seemühle neu errichtet, unter anderem mit Türen und Kreuzstöcken aus der alten Burg, die damals bereits zerstört war. Im 18. Jahrhundert wurde sie um eine Reibe, eine Walke, eine Ölmühle, eine Stampfe und eine Lohmühle erweitert. Im 19. Jahrhundert erfolgte nach mindestens 500jähriger Verpachtungzeit der Verkauf an einen Müller.

Das Wohnhaus, die heutige Moschee, wurde 1676 erbaut.

Etwa 1930 Blick über die Seemühle und den Schellenberg aus einem Film von Ernst Kramer

Seemühle vor 1930

Die Seemühle wurde nach dem 1. Weltkrieg von der Stadt Hüfingen gekauft, weil ein städtisches Elektrizitätswerk errichtet werden sollte. Die Mühle selber verlotterte und wurde 1930 abgerissen. Das Wohnhaus wurde nach dem 2. Weltkrieg als Notunterkunft benutzt.



Fotos von einem Film von Ernst Kramer etwa 1937.

1934 wurde für das Elektrizitätswerk ein Tagesausgleichsbecken geschaffen, das ab 1935 als Naturbad diente. Es galt im ganzen Umkreis als große Attraktion und viele genossen die Strandatmosphäre, ähnlich heute beim Kofenweiher.

Fotos von einem Film von Ernst Kramer etwa 1937.


1963 wurde das Bad aufgrund der mangelhaften Wasserqualität geschlossen – es fehlte die Kanalisation.




Zeichnung der Seemühle von Franz Wintermantel in der Hüfinger Chronik von 1984.


Das Becken ist inzwischen zugewachsen und fast nichts erinnert mehr an das Naturbad.
Heute dient der Platz zum Fische totschlagen und der Müllablagerung. Ersteres oft legal, zweites immer illegal.



Mehr zu den Kraftwerken, dem Steinerbächle und den Ausgrabungen am Mühlöschle:

*Chronik der Stadt Hüfingen von August Vetter 1984

VHS Baar – ein Luxusprodukt in direkter Konkurrenz zu unseren Vereinen

oder
Ist die VHS Baar obsolet?

Hüfingen bezahlt jedes Jahr viel Geld für die Donaueschinger Volkshochschule. Die genauen Beträge sind noch etwas strittig, aber unser Hauptamt meldet, dass für den Haushalt 2025 46.000 € eingestellt wurden und die VHS Baar schreibt im Wirtschaftsplan von 30.621 €. Vermutlich sind beim Haushalt noch die Raumkosten dabei. Dann gibt es noch Umlageanteile für eine Nacherhebung:

Egal was jetzt genau dabei raus kommt, es ist sehr viel Geld das unseren über 70 Vereinen fehlt!

Es ist so, dass unsere Vereine eine sehr gute Arbeit machen, diese Arbeit wird im Gegensatz zur VHS in den regionalen Donaueschinger Zeitungen meist komplett ignoriert.

Die Hüfinger Vereine engagieren sich alle rein ehrenamtlich für Bildung, Kultur, Sport und Begegnungen! Und dies im Gegensatz zur VHS für alle Bürgerinnen und Bürger. 

Die Honorarkräfte, also Referenten, der VHS Baar werden nach der Honorarordnung vergütet. Von der Honorarordnung kann in „atypischen Einzelfällen“ abgewichen werden, hierbei gäbe es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Deshalb würden die Daten nicht erfasst werden.

Ich will nicht überheblich sein, auch ich mache viele Fehler, aber wer nicht in der Lage ist, sein Leitbild in ordentlichem Deutsch zu artikulieren, sollte sich nicht Bildungseinrichtung nennen.


Heute, am 21. Mai, war ich bei der VHS Verbandsversammlung im Rathaus in Donaueschingen. Im Vorfeld hatte ich nach den Honoraren der Referentinnen und Referenten gefragt – die ja nicht getrennt erfasst werden, da es keinen Unterschied gäbe. Das einzige was heute raus kam ist, dass hier mehr Geld ausgegeben wurde, als geplant.

Ich möchte jetzt auch nicht dem Bürgermeister von Donaueschingen an den Karren fahren. Er macht das toll und Donaueschingen hat sicher auch das schönere Rathaus und der Sitzungssaal ist wunderschön.
Die Arbeit mit den Integrationskursen, Deutschkursen und auch die Kurse für die Firmen und die Feuerwehr ist sicher eine gute Sache. Aber es kostet Geld von Hüfingen, Bräunlingen und Blumberg – unser Geld. Es fehlt den Vereinen auf der Südbar. Der TuS macht auch Yoga Kurse, die gefördert werden sollten.

Klar ist es schön eine VHS zu haben, die mit den Kindern Ausflüge macht, aber es ist halt Luxus. Das Geld fehlt an anderen Stellen. Und ich möchte anmerken, so viel Spaß die Männer am Whisky testen haben, ich halte es auch für einen Vorwand zum Saufen und finde eine Förderung für Alkohol moralisch nicht in Ordnung. Dafür gibt es den Feierabend Hock.

Vielleicht sollte die VHS eine gGmbH werden, die Integrationskurse, Kinderbelustigung, Kochkurse, Wettsaufen oder fröhliches Backen wie bei Oma etc. anbietet. Gerne war ich auch mit dabei an der Verbandskläranlage. Es ist ja nicht schlecht, was die VHS Baar macht. Aber warum soll das die Stadt Hüfingen bezahlen?
Unser Aquari zahlt uns auch niemand. Es ist Luxus.

Da die VHS sich Bildung, Kultur, Sport und Begegnungen auf die Fahne schreibt, möchte ich hier diese vier Kompetenzen den Hüfinger Vereinen gegenüberstellen.

Bildung

Jetzt weiß ich wirklich nicht, ob Kochkurse zur Bildung gehören. Aber wenn jemand mal einen Kuchen backen möchte, sind die Landfrauen sicher gerne behilflich.

Dann wird Donaueschingen eine Beteiligung der Umlandgemeinden an den Investitionskosten für die Realschule geltend machen. Wieviel das genau sein wird ist zwar noch nicht endgültig geklärt, aber auf der Seite von Donaueschingen gibt es eine erste Schätzung. Dies sind Gesamtkosten von 55,9 Millionen € und der Anteil der Hüfinger Schüler liegt vermutlich bei 13,26 %. Also kommen wir auf 7,4 Mio € (7.412.340 €). So nebenbei, liebes Bräunlingen, für euch wären es 7,19 Mio €!

Das Land Baden-Württemberg zahlt dem Schulträger auch Geld für die einzelnen Schüler. Dies wird voraussichtlich aber hier nicht abgezogen und verbleibt in Donaueschingen. Auch hatte Hüfingen bei dem Bau der neuen Realschule rein gar nichts zu melden. Also Donaueschingen baut, Hüfingen muss bezahlen und unser Gemeinderat darf gar nichts.

Doch, wir dürfen auch noch deren VHS Baar bezahlen.

Kultur

Während Hüfingen sehr viel für seine Kultur macht – vor allem auch das Stadtmuseum – konnte ich bei der VHS Baar keine Kultur entdecken.

Also zumindest keine die Hüfingen betrifft und Hüfingen hat nun wirklich eine sehr lange und große Kultur, sonst würden ja nicht in Donaueschingen überall Kunstwerke von Hüfingern Künstlern rum stehen.

Sport

Der TuS Hüfingen und FC Hüfingen mit weit über 1.000 Mitgliedern bieten deutlich mehr und dies ehrenamtlich, inklusiv und kostenfrei für Mitglieder. 

Aber wenn wir schon beim Sport sind: Alle Hüfingerinnen und Hüfinger bezahlen gerne für unser Aquari!
Unser Schwimmbad, das übrigens auch Donaueschingen nutzen darf, ist ein echter Mehrwert für die Donaueschinger Schülerinnen und Schüler – im Gegensatz hierzu soll Hüfingen die Realschule mit bezahlen.

Vielleicht sollten wir unser Aquari umbenennen in Schulschwimmbad, damit wir auch eine Beteiligung an den Kosten verlangen können. 

Begegnungen

Dieses Wort von der VHS Baar ist fast schon frech. Klar begegne ich Menschen, wenn ich bei einem kostenpflichtigen Kurs teilnehme. Davon abgesehen kann ich das auch in Villingen tun – was ich viel lieber mache. Menschen kann ich kostenlos begegnen, wenn ich eine Veranstaltung unserer über 70 Vereine besuche.

Um mir von Männern deren Weltbild dozieren zu lassen, muss ich nun wirklich kein Geld bezahlen. Die Hüfinger Vereine begegnen mir auf Augenhöhe und sind deutlich diverser. Da gehe ich sogar lieber zu Kolping und jeder der mich kennt, weiß was ich da sage.

Fazit

Hüfingen darf keinen Supermarkt haben, da Donaueschingen dies als Mittelzentrum verbietet. Was denkt ihr, warum ein Teil vom Kreisel bei Mariahof ins Nirgendwo führt?
Wovon sollen wir also die VHS bezahlen? Sollen wir das Aquari schließen für den Luxus einer VHS?

Ich möchte den Hüfinger Gemeinderat bitten in die Hüfinger Vereine und das Aquari zu investieren. 

Unsere prekäre Haushaltslage hat nichts übrig für Donaueschinger Bildungseinrichtungen. Auch Bad Dürrheim hat sich zurück gezogen und da ging es nur um 11.600 €; von uns wird das vierfache gefordert.

Dafür gäbe es ein riesiges Vereinsfest bei dem alle mitmachen könnten – vielleicht im Aquari 🙂

Insektenfortpflanzung

Liebe Bürgerpostleser,

schaut man sich diese vier Bilder an, erkennt man schnell, dass sich jeweils zwei Wesen in enger Verbindung zueinander befinden. Wir wissen es, es ist Paarungszeit, nicht nur bei den Blindschleichen wie letzte Woche, sondern auch bei den vorgestellten Insekten.

Lilienhähnchen, das Weibchen nimmt das Männchen Huckepack

Das kleinere Männchen der Märzfliege wird von der größeren Dame einfach mitgeschleift. Das sieht nicht gerade lustvoll aus, finden Sie nicht auch?



Auf die Fotos bin ich richtig stolz. Die Ausgangsstellung der Weichkäfer zeigt sozusagen ein Standart Huckepack. Und dann kommt es plötzlich zum halben Überschlag des Männchens auf der rechten Bildseite.


Bild oben zeigt die Paarung der Hauhechel-Bläulinge. Ratet mal, wer das Männchen und wer das Weibchen ist. Man kann es an der unterschiedlichen Färbung feststellen. Das untere ist das Männchen und das obere das Weibchen. Ob es auch das Gegenteil gibt, Männchen oben und Weibchen unten, ich weiß es nicht und ich fand es auch nicht im Internet. Auf jeden Fall findet die Paarung bei allen Schmetterlingen so statt, dass die Hinterleiber von Männchen und Weibchen verbunden werden, um die Samen des Männchens in den Körper des Weibchens zu übertragen, was zur Befruchtung der Eier, die das Weibchen trägt, führt.

Herzliche Grüße
Franz Maus

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