Warten auf den Wolf

Es ist wirklich ein Wolf (Überschrift eines Berichts der Donaueschinger Redaktion von Südkurier und Schwarzwälder Bote vom 5. März 2025)

Das Foto einer Wildkamera, aufgenommen in der östlichen Baar, belegt: Er ist wieder da – Rotkäppchen und die sieben Geißlein lassen grüßen! Dass sich seit 2016 auch auf der Baar immer wieder mal ein Wolf gezeigt hat und dass jetzt auch Damwildrisse bekannt werden, hat seine Logik: Der Damwildbestand im und um den Unterhölzerwald ist für Wölfe gar zu verlockend. Weshalb es wenig verwunderlich erscheint, dass auch die Ausrottungsgeschichte mit der Ostbaar eng verbunden ist, vor allem dank der Wartenbergischen Wolfsordnung, die sich ab dem Jahr 1540, wann immer ein Wolf auftauchte, als ein ausgeklügeltes und hocheffizientes Alarmsystem erwiesen hat. Als 1805 endlich der letzte Wolf der Baar erlegt war, kannte die Freude der Wolfsjäger keine Grenzen mehr: Bei ihrer Rückkehr nach Donaueschingen wurden sie (Zitat K. Stephani) „in feierlichem Zuge von der fürstlichen Musik unter Begleitung des Bürgermeisters und des Militärs eingeholt“.

Am Wartenberg: Warten auf den Wolf 


Anno 2016 verkündete der für Jagd zuständige Minister Peter Hauk noch freudig, dass der Wolf bei uns wieder heimisch wird: „Wir begrüßen den Wolf in Baden-Württemberg“ (Pressemitteilung Nr. 100/2016 des Ministeriums für Ländl. Raum und Verbraucherschutz) ließ er wissen. Und auch der Chef der FF-Forst- und Jagdverwaltung, Dr. Jens Borchers, hatte nicht gezögert, den Neuankömmling willkommen zu heißen und zu versichern, dass es hier an frischer Nahrung nicht fehlen werde. Auch die Baaremer Bevölkerung hatte die Nachricht erstaunlich gefasst aufgenommen, ohne dass Urängste aufgetreten wären oder gar die Schließung von Waldkindergärten erwogen worden wäre. Nur seitens der Schafhalter hagelte Kritik.

Inzwischen haben sich die Sympathien für den Wolf freilich stark abgekühlt. Er ist trotz Wolfsmanagementplan längst zum Politikum geworden und soll künftig dem Jagdrecht unterstellt werden. Erfreulicherweise schürt der jüngste Bericht in den Tageszeitungen keine Raubtierängste, auch wenn er in Wäldern, wo Wölfe nachgewiesen worden sind, immerhin zur Vorsicht rät. Wohingegen laut Umweltministerium Begegnungen selbst nachts keine Gefahr darstellen würden. Bleibt zu hoffen, dass uns Wolfshysterie auch weiterhin erspart bleibt.


Wolfshysterie


Porträt eines Zuwanderers
(Foto W. A. Bajohr)

Weltfrauentag – die Barriere im Kopf

08. März 2024 von Wiltrud Siegfried

Zur bisher unvollständigen Gleichberechtigung von Frauen und Männern gibt es in Rundfunk und Zeitung unterschiedliche Stimmen zu hören und zu lesen, z.B. dass wir ein Strukturproblem haben, da es an ausreichender und passender Kinderbetreuung fehlt. Ich halte Regelungen und Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung für sinnvoll und wichtig.

Doch meine ich, dass das grundlegende Problem in unseren Köpfen besteht. 

Unbewusst beeinflussen uns lange geprägte Klischees. Zum Beispiel gelten Frauen als weniger belastbar als Männer. Und unser Erscheinungsbild wirkt sich darauf aus, wie wir eingeschätzt werden: Eine kleine zierliche Frau wird als weniger durchsetzungsfähig wahrgenommen als ein großer und kräftiger Mann. Leider wirken sich diese unbewussten Kriterien noch immer stark auf unsere Selbstwahrnehmung aus und prägen uns. Ein Mann, der sofort gesehen wird, wenn er den Raum betritt, verinnerlicht diese Bestätigung ebenso, wie eine Frau, die aktiv auf sich aufmerksam machen muss, um wahrgenommen zu werden, die ausbleibende Wertschätzung registriert.

Deshalb halte ich es für essenziell in unseren Köpfen zu beginnen, indem wir unsere Wahrnehmung reflektieren. Wir müssen uns unserer inneren Bilder bewusst werden, damit wir sie umgestalten können. Und vor allem halte ich es für wichtig, unsere Kinder darin zu bestärken, neugierig und offen anderen Menschen zu begegnen. Wir brauchen keine schnelle Beurteilung unserer Gegenüber. Wir brauchen kein Einsortieren in Schubladen, auch wenn das auf den ersten Blick den Umgang miteinander einfacher zu gestalten scheint.

Wir brauchen den unvoreingenommenen Blick auf unsere Mitmenschen, um alle Facetten an ihnen erfassen zu können.

Hofnarren im Mittelalter

In der aktuellen 5. Jahreszeit der Narretei ist es bestimmt interessant zu erfahren, was Hofnarren im Mittelalter für eine Funktion hatten. Sie sollten das Verhalten des Adels spiegeln und auf diplomatische Weise die Stimmung unter dem Volke vermitteln und durch kritische Fragen die Meinungsbildung erleichtern. Man kann Hofnarren also als eine Institution zulässiger Kritik bezeichnen.

George Bernard Shaw sagte einmal:

„Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.“

Deshalb möchte ich heute in diesem Kommentar mal einen Hofnarren machen.

In dem Fall jedoch lade ich Sie zum Nachdenken, Umdenken und Andersdenken ein.

Es begab sich vor langer Zeit, da herrschte, wie es regelmäßig üblich war, zwischen verschiedenen Adelsgeschlechtern wieder mal Krieg. Und es  ging dabei wie immer um Land, Macht und Geld und weniger um das Volk und seine aktuellen Probleme.  Fürst eins war der Meinung das die Gegenseite zu viel Land besaß . Fürst zwei brauchte aufgrund seiner kostspieligen Hobbys mehr Geld. Fürst drei störte sich an dem Zustrom von Armen aus dem Nachbarland von denen er zudem auch noch zu wenig Steuern einnehmen konnte. Fürst vier wollte einfach nur mehr Macht, weil ihn alles andere langweilte. Jeder der Fürsten versammelte hinter sich also alle wehrfähigen Männer, um in den Krieg zu ziehen mit dem Ziel genau das für sich zu erreichen. Den Männern, die da für den Adel in den Krieg ziehen sollten wurden diverse Märchen erzählt, damit sie auch mit der „richtigen Einstellung“ gegen Ihresgleichen zu Felde ziehen würden. Das waren so Dinge wie: 

  • Eure Häuser werden Euch von der Bevölkerung des anderen Adelsgeschlechtes weggenommen
  • Ihr werdet von Denen als minderwertig zu Frondiensten geknechtet werden
  • Die Zuwanderer fressen Euch die Haare vom Kopf
  • Die Steuern, die das andere Adelsgeschlecht erheben wird, werden Euch ärmer machen
  • Eure Felder werden andere bestellen und die Ernte teuer an Euch verkaufen
  • Es wird im Lande Anarchie herrschen
  • Ihr werdet nicht mehr frei Eure Meinung vertreten können und in den Karzer geworfen, wenn ihr es dennoch tut
  • ….

Blinden Glaubens stürzten sich die Völker in die Schlacht und sahen nicht, dass sie lediglich dafür sorgten, dass ihre Herren reicher und reicher wurden, für sie jedoch sich wenig ändern würde. Entweder würde Fürst eins ihnen ihr Land wegnehmen, Fürst zwei ordentlich Steuern erheben um seinen Lebenswandel finanzieren zu können und Fürst drei würde sie verjagen, Fürst vier würde sie in ihren Rechten einschränken. Was bewog vernünftig denkende Menschen dazu die Schwerter, Mistgabeln und Stöcke zu nehmen, um gegen ihre Mitmenschen in den Krieg zu ziehen?

Angst!

Angst um Verlust an Gütern, Wohlstand und Selbständigkeit.

Ein Märchen? Nein, die Aufforderung zum Nachdenken, Umdenken und Andersdenken wenn es darum geht sich die Frage zu stellen von wem wir regiert werden möchten. Von Rattenfängern oder von Fürsten die nicht nur an sich denken. Von Fürst 1, 2, 3, 4 oder …..? 

Hifinger Fasnetsfilmli vu 1950

Hüfingen 18. Januar 2020 von Peter Albert

Liebi Närrinne und Narre,

Diä Fasnetsfilmli sind wahre Schätz!

G`filmt hät dä Hifinger Zahnarzt Ernst Kramer vu dä Eschingerstroß. Sinn Schwiegersohn dä Dokter Preis, wo z`Blumberg e Praxis ka hät, der hät sie mir zu treue Händ gäe.

Hüfingen ist eine alte Narrenstadt mit langer Geschichte. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich in den frühen Neunziger Jahren die sog. Hüfinger Narrenchronik „Hüfinger Fasnet“ verfasst, welche die Narrenzunft herausgegeben hat.

Meine Begeisterung für die Fasnet war schon immer sehr groß.

Scho wo ech no bi gsi än Bue
hät d`Fasnet mech niä glau in Ruhä,
dä Narremarsch got mir is Bluet
und duet i mir no allwil guet

So, jetzt will ech nitt lang ummelaabere und Ei verzelle wa uff dene Film druff ischt:

Bei den beiden Filmchen handelt es sich um einen klassischen Fasnetmentigumzug mit einer bühnenreifen Altweibermühlen Aufführung am Schluß des Umzuges vor dem Schulhaus (heute Rathaus).

Der Umzug, an welchem sich auch Narren aus Donaueschingen, Behla und Hausen vor Wald beteiligten, formierte sich in der Außerstadt in der Schaffhauser Straße. Angeführt von der Stadtmusik unter Dirigent Josef Hutzler hoppsed viele Hansel und Gretlepaare Richtung Tor. Das Babischtli und der Narrenrat, damals noch Elferrat genannt, folgen hinterher. Obernarr – heute Zunftmeister – war damals Julius Straub, dä „Straube Juli“.

Viel närrisches Fußvolk und Pferdewagen folgen der großen Hanselschar.

Stellvertretend möchte ich das schöne Schiff des Turnvereins nennen. Auf dem Müllerwagen „kalbered“ der spätere Bürgermeister von Hüfingen „dä Gilly Max“, als Müllerknecht herum.


Zu dä Altwiibermilli wär folgendes t`sage:

In Hüfingen wurde dieses Spektakel insgesamt viermal aufgeführt.

1857, 1906, 1929 und zuletzt 1950. Vielleicht sollte man (Frau) dies wieder einmal aufführen. Max Gilly hat mir erzählt, dass er und die anderen Protagonisten der Müllerzunft im Nachgang beim Bürgermeister anrücken mussten und zusammengestaucht wurden, da sie manche Damen höchst unsanft auf die Rutsche befördert hatten und vorher s`Fiedle verschlage hond. Diä Siieche! Am Schluss sieht man schön Gottfried Schafbuch mit Rucksack und seiner klassischen Handhaltung vor der Mühle agieren.

Dä Goppfried dät dezue sage:

S`sind nitt allwiil die Gschiitschte grad,
wo uff em Roothuus hucket
und mit vill Gschwätz und Wechtigdoa
i alli Winkel gucket.

Narro

Liebi Grüß
dä gräe Peter uss em Usserstädtli

Kandelaberbaum

Liebe Bürgerpostleser, 

diesen interessanten Kandelaberbaum hat unsere Tochter Dina in Ludwigsburg auf dem dortigen Friedhof gefunden. Laut Reinhold Mayer handelt es sich um eine Scheinzypressenart, die wie Tuija gerne auf Friedhöfen gepflanzt wurde. Irgendeinen Grund gab es, dass sozusagen ein zweiter Baum entstanden ist. Übliche Gründe sind Brüche des Haupttriebes, wie es schon in Beiträgen beschrieben wurde. Ab und zu gibt es mehrere Seitentriebe, hier ist nur einer entstanden. 

Faszinierend ist die Anbindung an den Hauptstamm. Man sieht die starke Verstärkung von unten her, damit das Gewicht des Seitenbaums abgestützt werden kann. Das ganze ist ein optischer Augenschmaus, genießen Sie diese faszinierende Baumkomposition.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Bundestagswahl in Hüfingen

Wer selber schauen möchte, hier geht es zu den Ergebnissen: https://wahlergebnisse.komm.one

Hier die Ergebnisse 2025 und drunter 2021
Parteien von 2021 die nicht mehr antreten habe ich weg gelassen
Alle Zahlen ohne Gewähr!

Hüfingen gesamtErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Thorsten Frei, CDU 2.211
1.839
1.690
1.240
47,6
43,3
36,4
29,1
Derya Türk-Nachbaur
SPD
646
623
474
768
13,9
14,7
10,2
18
Marin Jurić
GRÜNE
Thomas Bleile,
272
444
454
578
5,9
10,4
9,8
13,6
Mark Hohensee
FDP
Dr. Klinge
188
495
265
703
4,1
11,6
5,7
16,5
Sebastian van Ryt
AfD
Rothweiler
968
426
1.084
499
20,9
10
23,3
11,7
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 185
80
222
84
4,0
1,9
4,8
2
die Basis
Herrmann

179
18
142

4,2
0,4
3,3
Tierschutzpartei58
61
1,2
1,4
Die PARTEI20
27
0,4
0,6
Leon Dold
FREIE WÄHLER
Maier
63
160
58
82
1,4
3,8
1,2
1,9
MLPD 2021
Kruse-Günter

3
0
2

0,1
0
0
BSW
256

5,5
Selina Schmidt
Volt
4731
10
1,00,7
0,2
ÖDP120,3
Bündnis C50,1
Louis Weißer611,3

2025: Wahlberechtigte in ganz Hüfingen 5.548 davon haben 4.684 gewählt
Wahlbeteiligung 2025: 84,4 %

2021: Wahlberechtigte in ganz Hüfingen 5.538 davon haben 4.301 gewählt.
Wahlbeteiligung 2021: 77,7%

Für die einzelnen Wahlräume beschränke ich mich auf über 5 %!
Dann fehlen hier natürlich die Briefwähler.
Die Zahlen sind die Menschen die aktiv in dem Raum wählen waren.
Alle Zahlen ohne Gewähr!

Behla

BehlaErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei
CDU
111
105
93
77
52,4
54,4
43,9
39,7
Derya Türk-Nachbaur
SPD
25
19
16
30
11,8
9,8
7,5
15,5
Marin Jurić
GRÜNE
Thomas Bleile
9
15
20
18
4,2
7,8
9,4
9,3
Mark Hohensee
FDP
Dr. Klinge
7
21
10
32
3,3
10,9
4,7
16,5
Sebastian van Ryt
AfD
Rothweiler
45
19
42
21
21,2
9,8
19,8
10,8

2025 Wahlberechtigte: 348 davon haben 213 in Behla gewählt.
2021: Wahlberechtigte 339 davon haben 194 in Behla gewählt.

Fürstenberg

FürstenbergErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei
CDU
149
111
129
91
60,8
51,2
52,7
42,1
Derya Türk-Nachbaur
SPD
24
32
15
31
9,8
14,7
6,1
14,4
Marin Jurić
GRÜNE
Thomas Bleile
13
7
20
15
5,3
3,2
8,2
6,9
Mark Hohensee
FDP
Dr. Klinge
5
29
12
31
2,0
13,4
4,9
14,4
Sebastian van Ryt
AfD
Rothweiler
39
18
42
22
15,9
8,3
17,1
10,2

2025 Wahlberechtigte 351 davon haben 246 in Fürstenberg gewählt.
2021: Wahlberechtigte 361 davon haben 219 in Fürstenberg gewählt.

Hausen vor Wald

Hausen vor WaldErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei
CDU
125
107
84
75
52,7
51,4
35,6
36,1
Derya Türk-Nachbaur
SPD
20
25
20
29
8,4
12,0
8,5
13,9
Marin Jurić
GRÜNE
Thomas Bleile
7
6
11
13
3,0
2,9
4,7
6,3
Mark Hohensee
FDP
Dr. Klinge
10
28
14
35
4,2
13,5
5,9
16,8
Sebastian van Ryt
AfD
Rothweiler
54
23
69
32
22,8
11,1
29,2
15,4

2025 Wahlberechtigte 376 davon haben 237 in Hausen vor Wald gewählt.
2021: Wahlberechtigte 397 davon haben 211 in Hausen vor Wald gewählt.

Mundelfingen

MundelfingenErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei
CDU
167
127
124
80
51,5
45,2
38,3
28,4
Derya Türk-Nachbaur
SPD
28
34
24
44
8,6
12,1
7,4
15,6
Marin Jurić
GRÜNE
Thomas Bleile
22
30
29
42
6,8
10,7
9,0
14,9
Mark Hohensee
FDP
Dr. Klinge
17
36
19
56
5,2
12,8
5,9
19,9
Sebastian van Ryt
AfD
Rothweiler
64
30
75
28
19,8
10,7
23,1
9,9

2025: Wahlberechtigt 564 davon haben 329 in Mundelfingen gewählt.
2021: Wahlberechtigte 553 davon haben 286 in Mundelfingen gewählt.

Sumpfohren

SumpfohrenErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei
CDU
87
68
70
41
56,1
51,1
45,8
30,8
Derya Türk-Nachbaur
SPD
12
7
8
12
7,7
5,3
5,2
9,0
Marin Jurić
GRÜNE
Thomas Bleile
2
11
6
13
1,3
8,3
3,9
9,8
Mark Hohensee
FDP
Dr. Klinge
5
23
11
36
3,2
17,3
7,2
27,1
Sebastian van Ryt
AfD
Rothweiler
39
19
44
21
25,2
14,3
28,8
15,8

2025: Wahlberechtigt 212 davon haben in Sumpfohren 155 gewählt.
2021: Wahlberechtigte 209 davon haben in Sumpfohren 133 gewählt.

LRS Hüfingen

LRS HüfingenErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei
CDU
303
196
234
142
43,5
41,1
33,5
29,8
Derya Türk-Nachbaur
SPD
103
70
82
91
14,8
14,7
11,7
19,1
Marin Jurić
GRÜNE
Thomas Bleile
43
44
75
52
6,2
9,2
10,7
10,9
Mark Hohensee
FDP
Dr. Klinge
36
73
41
84
5,2
15,3
5,9
17,6
Sebastian van Ryt
AfD
Rothweiler
171
43
186
50
24,5
9,0
26,6
10,5

2025: Wahlberechtigte 1334 davon haben in LRS 705 gewählt.
2021: Wahlberechtigte 1304 davon haben in LRS 480 gewählt.

Verena Hüfingen

Verena HüfingenErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei, CDU228
178
186
114
37,6
36,6
30,6
23,1
Derya Türk-Nachbaur
SPD
89
95
59
106
14,7
19,5
9,7
21,5
Marin Jurić
GRÜNE
Thomas Bleile
15
36
19
45
2,5
7,4
3,1
9,1
Mark Hohensee
FDP
Dr. Klinge
24
64
33
81
4,0
13,1
5,4
16,4
Sebastian van Ryt
AfD
Rothweiler
204
73
207
85
33,6
15,0
34
17,2

2025: Wahlberechtigt 1161 davon haben in Verena 614 gewählt.
2021: Wahlberechtigte 1165 davon haben in Verena 502 gewählt.

Rathaus Hüfingen

Rathaus HüfingenErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent Zweitstimmen
Thorsten Frei
CDU
228
168
163
104
37,4
35,3
26,7
22,1
Derya Türk-Nachbaur
SPD
108
83
66
105
17,7
17,4
10,8
22,3
Marin Jurić
GRÜNE
Thomas Bleile
42
53
81
68
4,9
11,1
13,3
14,5
Mark Hohensee
FDP
Dr. Klinge
21
47
31
70
3,4
9,9
5,1
14,9
Sebastian van Ryt
AfD
Rothweiler
147
67
162
80
24,1
14,1
26,6
17,0

2025: Wahlberechtigte 1202 davon haben 618 im Rathaus gewählt.
2021: Wahlberechtigte 1210 davon haben 480 im Rathaus gewählt.

Briefwahl ist 001 Hüfingen I und 002 Hüfingen II – diese Ergebnisse liste ich nicht gesondert auf, die fließen dann ganz oben bei Hüfingen gesamt ein.



Es gibt jetzt einen extra Briefkasten für die Briefwahlunterlagen!

Damit eure Stimmen sicher sind.
Nutzt sie!


Leider hat sich niemand von den Wahlkämpfern auf unseren Wochenmarkt getraut.

Sehr bizarres Wahlplakat auf der Hüfinger Wand am 8. Februar 2025!

Dazu fand ich von 2019 diesen Kommentar: „Seit 2009 sind die kommunalen Freien Wähler in Baden-Württemberg darauf bedacht, sich von der gleichnamigen Partei in Bayern abzugrenzen – sie sehen sich als das „Original“.

Das mit der Abgrenzung funktioniert ja super!









16. Januar war Derya Türk-Nachbaur in Hüfingen unterwegs!


Was ich momentan auch mache ist unten die Ergebnisse der Wahlen von 2021 aufzulisten, damit man das dann mit 2025 vergleichen kann. Also die Wahlbeteiligung von 2021 ist wirklich ausbaufähig, das können wir besser.

Geht wählen!

Unten erst mal der Neujahrsempfang. Eigentlich wollte ich nur paar Fotos machen, aber da die Reden von Thorsten Frei und Derya Türk-Nachbaur an uns alle waren, möchte ich sie doch mit ganz Hüfingen hier teilen. Leider müsst ihr heute auf unseren Bürgermeister verzichten – obwohl seine Rede wirklich großartig war – aber kommt doch einfach selber das nächste Mal, diese Seite hier ist nun mal nur für die Bundestagswahl.

Zuerst redete Thorsten Frei

Thorsten Frei


Anschließend Derya Türk-Nachbaur

Derya Türk-Nachbaur


Unten stehen vier Fragen, die ich am 9.12.2024 unseren Bundestagskandidaten geschickt habe. Am 10.12.2024 habe ich schon die Antworten von Thorsten Frei bekommen. Vielen Dank an Herrn Frei für die superschnellen und ausführlichen Antworten!

Am 7.01.2025 hat uns Derya Türk-Nachbaur geantwortet. Vielen Dank an Derya Türk-Nachbaur für die persönlichen Worte an alle Hüfingerinnen und Hüfinger!

Am 15.01.2025 hat uns Marin Jurić geantwortet. Vielen Dank an Marin Jurić!

Dann möchte ich allen Nörglern sagen, dass ich hier nur das veröffentliche, was nun mal in Hüfingen los ist und nur die Antworten der Kandidaten, die mir diese auch schicken.
Wenn jemandem ein Kandidat besonders wichtig ist, kann er sich gerne selber darum kümmern, dass er sich bei mir meldet. Ich werde bei keinem klingeln und betteln. Wenn mir jemand vorwirft unausgewogen zu sein, kann ich dazu nur sagen:
Ihr bekommt hier die Kandidaten, denen auch Hüfingen wichtig ist!


Thorsten Frei: Sie kennen die Weisheit „Kultur ist nicht alles, aber ohne Kultur ist alles nichts“. Deshalb sollten Kunst und Kultur auch in Zukunft angemessen durch den Bund gefördert werden. Klar ist aber, dass verfassungsrechtlich die Kulturförderung in die Zuständigkeit der Länder fällt. Der Bund wird sich also auf national bedeutsame Projekte beschränken müssen. Beispielsweise bin ich überzeugt, dass es auch in Zukunft die wichtigen Denkmalschutzsonderprogramme geben wird, die den Erhalt national bedeutender Kulturschätze adressieren. Und selbstverständlich werden wir auch im Bereich des Klimaschutzes weiter fördern, beispielsweise bei der Dekarbonisierung im Gebäudebereich. Unser Ziel ist aber mehr Zielgenauigkeit. Klar ist, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch bei der Förderung knapp kalkuliert und entsprechend priorisiert werden muss. Alles wie bisher weiter laufen zu lassen, dürfte nicht zu erwarten sein.

Derya Türk-Nachbaur: Kunst, Kultur und Naturschutz sind nicht nur schön, nicht nur ein nice-to-have, sie sind der Kern unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts und unserer Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Ich setze mich dafür ein, dass nationale Förderprogramme in diesen Bereichen langfristig und verlässlich finanziert werden. Besonders wichtig finde ich Programme, die auf die Stärkung des ländlichen Raums abzielen, wie das Programm ‚Kultur in ländlichen Räumen‘ oder die Förderung nachhaltiger Naturschutzprojekte. Mein Ziel ist es, dass Kommunen wie Hüfingen direkt profitieren können und dabei die bürokratischen Hürden so niedrig wie möglich sind.

Marin Jurić: Ich würde nicht sagen, dass Hüfingen in einem vergessenen Landstrich liegt!
Kunst und Kultur sind wichtig und deshalb haben wir Claudia Roth 2021 als Kulturstaatsministerin eingesetzt. Damit wurde dieses wichtige Amt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, das 1999 eingeführt wurde, fortführen. Förderprogramme sind dynamisch und oft so gestaltet, dass sie als Anschubfinanzierung dienen sollen. Gerade ihre Förderung der jungen Menschen durch den Kulturpass unterstreicht unser Bewusstsein für die Relevanz.
Kunst und Kultur sind Gemeinwohl und werden auch oft von Privatpersonen und Institutionen gefördert, denen dieses Gemeinwohl wichtig ist. Vor allem die vielen Menschen, die im Ehrenamt dafür arbeiten, sei es in Brauchtumsvereinen, Naturschutzorganisationen oder in Museen, helfen dabei, Kunst und Kultur zu stärken.
Das Naturschutzgroßprojekt ist eine Chance. Es ist ein wichtiges und gefördertes Projekt des Bundes für die Baar. Naturschutz liegt uns Grünen besonders am Herzen, und wir können hier aus Baden-Württemberg starke Impulse in Richtung Bund mit unserem Biodiversitätsstärkungsgesetz aus dem Jahr 2020 oder der Errichtung und Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald setzen. Auch die Förderung des Ökolandbaus ist uns Grünen wichtig, um Landwirtschaft und Naturschutz zu vereinen.

Thorsten Frei: Ja. Selbstverständlich unterstütze ich alle Vorhaben meines Wahlkreises in Berlin im Rahmen meiner Möglichkeiten. Das ist schon immer eine meiner Kernaufgaben als direkt gewählter Abgeordneter gewesen. Sofern ich über Bewerbungen informiert oder um Unterstützung gebeten werde, versuche ich geeignete Ansprechpartner oder Fördertöpfe zu identifizieren, Gesprächsmöglichkeiten zu eröffnen und auch im Namen der Bürgerinnen und Bürger der Wahlkreise für die hiesigen Projekte zu werben. Mit diesem Weg haben wir in der Vergangenheit viele schöne Erfolge erzielen können.

Derya Türk-Nachbaur: Als Abgeordnete dieses wunderschönen Wahlkreises sehe ich es als meine Hauptaufgabe, neben meiner Tätigkeit als Fachpolitikerin in Berlin, vollen Einsatz für unsere Region zu leisten. Der Wahlkreis und seine Anliegen haben für mich oberste Priorität. Wann immer sich die Möglichkeit bietet, den Auswahlprozess positiv zu beeinflussen – sei es durch Gespräche, unterstützende Schreiben oder den direkten Kontakt zu Entscheidungsträgern – nutze ich diese Chance, um Hüfingen bestmöglich zu unterstützen.
Bereits in der letzten Legislaturperiode konnte ich als Mitglied der Regierungsfraktion zeigen, wie wichtig mir diese Aufgabe ist: Über 500 Millionen Euro sind mit meiner Unterstützung in die Region geflossen. In Fällen, in denen ich von Bürgermeister:innen und Gemeinderäten über Förderanträge informiert wurde, konnte ich gezielt nachfassen und unterstützen. Der Zugang zu Fördergeldern darf nicht wie ein Hindernisparcours wirken.
Mein Ziel ist es, Hüfingen weiterhin dabei zu helfen, Förderanträge strategisch und erfolgreich einzureichen. Das bedeutet, die Hüfinger Entscheidungsträger:innen nicht nur auf mögliche Programme aufmerksam zu machen, sondern sie auch aktiv zu unterstützen – etwa durch mein Netzwerk oder direkte Gespräche mit den zuständigen Ministerien in Berlin. Zudem setze ich mich dafür ein, dass Beratung und Transparenz in Förderprozessen verbessert werden. Keine Kommune sollte aufgrund mangelnder Unterstützung oder Informationen benachteiligt werden

Marin Jurić: Als Abgeordneter ist es ein wichtiger Teil meiner Aufgaben, Vorhaben im Wahlkreis zu unterstützen. Wichtig ist dabei, dass ich rechtzeitig darüber informiert werde und gute Argumente vorhanden sind.

Derya Türk-Nachbaur: Ich bin überzeugt von der Stärke des Föderalismus – er ist ein Kernstück unserer Demokratie. Aber er darf nicht dazu führen, dass kleinere Kommunen wie Hüfingen in einem ungleichen Machtverhältnis zurückbleiben. Der Bund muss in Schlüsselbereichen wie Infrastruktur, Kulturförderung und Daseinsvorsorge mehr direkte Verantwortung übernehmen können. Es ist nicht akzeptabel, dass das Regierungspräsidium Entscheidungen trifft, während Kosten und Lasten bei den Kommunen hängen bleiben.

Deshalb setze ich mich dafür ein, dass der Bund als verlässlicher Partner stärker eingebunden wird und Fördermittel direkt an die Kommunen fließen können, ohne den Umweg über die Länder. Unser Föderalismus ist eine Errungenschaft, die wir bewahren müssen – aber auch anpassen, wo nötig. Ob Klimaanpassung, Unterstützung für sozial Benachteiligte oder wirtschaftliche Hilfen: Der Bund muss dort handeln, wo er gebraucht wird. Dabei zählt immer die konkrete Lösung, nicht pauschale Ansätze. Ein handlungsfähiger Bund ist unerlässlich, um gemeinsam die großen Aufgaben unserer Zeit zu bewältigen.

Marin Jurić: Ich begrüße die föderalen Strukturen in unserem Land. Das Bundesstaatsprinzip des Grundgesetzes verpflichtet Bund und Länder zu wechselseitiger Rücksichtnahme und Hilfeleistung. Dabei werden Aufgaben zwischen Gesamtstaat (Bund) und Einzelstaaten (Länder) aufgeteilt. Beide politischen Ebenen sind für bestimmte, verfassungsgemäß festgelegte Aufgaben selbst zuständig.
Der föderale Aufbau soll dazu beitragen, dass Entscheidungen näher an den Bürgern getroffen werden und regionale Unterschiede besser berücksichtigt werden.

Thorsten Frei: Die föderalen Strukturen haben sich in Deutschland bewährt. Für einen leistungsfähigen Staat ist die konsequente Anwendung des Subsidiaritätsprinzips erforderlich. Das bedeutet, dass möglichst viele Aufgaben so nah als möglich an den Bürgern erledigt werden. Und nur die Aufgaben, die von den Kommunen nicht zu bewältigen sind oder weit über die Kommune hinausgehen von Land, Bund oder EU übernommen werden. Leider haben wir in der Vergangenheit erlebt, dass insbesondere in Brüssel, aber auch im Bund, überproportional viel neue Bürokratie geschaffen wurde, die bis in die Kommunen hineinwirkt. Dadurch lähmt sich unser Land, Menschen werden frustriert und wir verlieren an Wettbewerbsfähigkeit. In diesem Sinne wäre ich für eine Entflechtung der Ebenen und Bürokratieabbau. Mein Leitmotto in Bezug auf Europa lautet: Die EU muss in den kleinen Dingen klein und in den großen Dingen groß sein. Soll heißen, in Brüssel müssen wir uns gemeinsam mit unseren Partnern um Migration, Sicherheit- und Verteidigung oder auch Außenhandel kümmern. Auf der anderen Seite sollte sich Europa in vielen Detailfragen zurückhalten und auf Reglementierung verzichten. Auch im Verhältnis von Bund und Ländern gibt es immer wieder ein Gerangel um Aufgaben und Kompetenzen. Ich würde es aber sehr begrüßen, wenn der Bund eine generelle Verantwortung für die Abschiebung von Flüchtlingen erhalten würde, da sich in diesem Bereich das föderale Geflecht nicht bewährt hat.

Derya Türk-Nachbaur: Europa ist unsere Zukunft und bekommt angesichts der multipolaren Krisen eine noch viel größere Bedeutung. Nur ein starkes Europa wird die Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind, gut bewältigen können. Ich glaube, dass die EU dort mehr Einfluss nehmen sollte, wo grenzüberschreitende Themen wie Klimaschutz, Digitalisierung, Migration oder der Schutz des kulturellen Erbes betroffen sind. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass EU-Fördermittel direkt in die Kommunen gelangen, ohne dass bürokratische Hürden in den Ländern den Zugang erschweren. Für Hüfingen heißt das konkret: Wenn Gelder aus Brüssel für Kultur- oder Naturschutzprojekte bereitstehen, müssen sie schnell und unkompliziert abrufbar sein.

Marin Jurić: Die europäische Einigung ist unfassbar wertvoll. Sie hat uns vieles gebracht, was vorher nicht selbstverständlich war: demokratische Freiheit, Sicherheit vor Kriegen, wirtschaftlichen Fortschritt und Wohlstand.
Gerade heute, wo von Russland, China und leider auch den USA unter Trump Bedrohungen unserer Freiheit und Sicherheit ausgehen, müssen wir den Einigungsgedanken stärken, Gefahren gemeinsam mit unseren Partnern abwehren, freiheitliches Denken erhalten und durch Zusammenarbeit unsere Wirtschaft stärken. Alleine, als Nationalstaat, wäre Deutschland hilflos ausgeliefert.
Nur ein geeintes Europa kann erfolgreich Spielregeln in der digitalen Welt gegenüber den Musks und Zuckerbergs durchsetzen. Des Weiteren kann sich ebenfalls nur ein geeintes Europa gegen Putins Expansionsstreben wehren.
Aber es gilt auch: Alles, was sinnvoller in den Gemeinden, Ländern oder im Bund entschieden werden kann, muss dort entschieden werden. Möglichst nahe an den Bürgerinnen und Bürgern und durch sie selbst!


Hier die Seiten aus 2021:

Biotopvernetzungsplanung, Kopfacker, Beauftragter für Menschen mit Behinderung, interkommunale Zusammenarbeit und Teambuilding

Hier geht es um die Sitzung am 20. Februar 2025


Unterlagen wie immer hier: https://huefingen-sitzungsdienst.komm.one

Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik

Dem Neubau eines Wohnhauses mit Einliegerwohnung im Baugebiet von Behla wird zugestimmt. Ebenso einer PV-Anlage auf bestehenden Garagen.

Der dritte Punkt ist die Errichtung eines Parkplatzes mit 27 Stellplätzen am Weiherweg 10. Der Parkplatz soll mit 8 E-
Ladesäulen für 16 Stellplätze ausgestattet werden und es sollen 4 neue Bäume gepflanzt werden.

Es ist ja löblich Bäume zu pflanzen, um die Autos irgendwann zu beschatten. Es wundert mich aber wieso man nicht gleich ein Solardach drauf kann? Damit hätte man auch Strom für die Ladesäulen und die Autos wären immer beschattet. Ich bin absolut gegen Solaranlagen auf der grünen Wiese so lange man sich nicht in der Lage sieht, versiegelte Flächen damit zu überdachen. Diesen nutzlosen Flächenverbrauch über den Autos halte ich für Irrsinn.

In Hausen vor Wald soll ein ehemaliges Bauernhaus saniert werden und 3 Wohneinheiten sowie ein Carport errichtet werden. Dem wird einstimmig zugestimmt.

In Sumpfohren soll eine Lagerhalle für landwirtschaftliche Güter und als Unterstand für sogenannt Kälberiglus errichtet werden.
Ich lebe jetzt fast 60 Jahre in dieser grausamen Kultur, trotzdem werde ich mich nie daran gewöhnen, dass Babies gleich nach der Geburt ihrer Mutter entrissen werden, um sie in eine Kiste zu sperren. Diese Selbstverständlichkeit erschüttert mich immer wieder. Ja, ich muss mich damit abfinden, wie mit so Vielem, aber es wird niemals von mir einfach so hingenommen werden. Ebenso der letzte Antrag für die Erweiterung eines Milchviehstalls in Behla. Echte Männer trinken sowieso kein Eutersekret!

Beiden Bauanträgen wurde einstimmig zugestimmt.

Fragen aus dem Gremium

Ein Stadtrat fragt am Ende der Ausschusssitzung ob der Weg vom Bahnhof zum Stellwerk nicht asphaltiert werden soll, weil man sich dort dreckige Schuhe holt. Meine Meinung dazu: Ich bin dagegen alles zu asphaltieren! Der Weg ist gut wie er ist. Problem ist der Schneepflug der dort immer wendet und mit der Schaufel Löcher gräbt. Diese Löcher laufen dann jedes Frühjahr mit Wasser voll und werden im Herbst vom Bauhof wieder repariert. Hört einfach auf, mit dem Schneepflug da rein zu fahren und alles ist gut!

Bitte kein Asphalt!

Öffentliche Gemeinderatssitzung ab 18:30 Uhr

Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen

  1. Die Preise vom Aquari bleiben gleich und werden nicht erhöht.
  2. Die Stadt Hüfingen hat das Flurstück 191 gekauft. Das ist das Haus vom ehemaligen Blumenladen, also Hauptstraße 4. Super! Das freut mich!

TOP 4
Biotopvernetzungsplanung – Berichterstattung 2024 und Vorstellung der Planung 2025 durch den Biotopvernetzungsbeauftragten

Unter 1a) 2024 steht: Anlegen von Blühstreifen Unterwieden, Hammeltal und Vor Gatter.
Diese 3 Flächen sollen neu eingesät werden, weil sie „ausgeblüht“ seien. Es steht da: „Sie müssen aber für die Neueinsaat bestellt werden, also beackert.

Ein mehrjähriger Blühstreifen ist nicht „ausgeblüht“. Sauerampfer und Disteln sind auch keine Zeigerpflanzen für ein „Ausblühen“. Dieses Wort gibt es nicht in diesem Zusammenhang. Wissenschaftliche Infos hierzu gibt es auf der Seite vom Nabu.

Unter 1b) steht: „Die Flächen Burgmühle und Lochmühle werden zurzeit zum größten Teil von Privaten als Holzlagerplatz benutzt. Die angelegten Blühflächen sind zerstört und somit entfallen 15.264 Ökopunkte.
Liebe Mundelfinger, das geht gar nicht! Macht so was auf eigenem Land!

Im Mai 2024 wurde zur Biotopverbundplanung eine gemeinsame Veranstaltung mit den Hüfinger BLHV-Vertretern durchgeführt. Hierbei wurden alle Maßnahmen abgelehnt. Streuobstwiesen wurden ebenso gestrichen, wie Extensivierung, Beweidung und Wiedervernässung.
Das einzige was getan werden muss ist unter 4h) „Öffnen der Gräben mit Bagger“. Ich möchte hierzu erwähnen dass für den Unterhalt der Drainagen der Steuerzahler her halten muss. Das Ried, von dem wir hier reden, haben in den 1930er Jahren die Nazis zerstört und ihren loyalen Anhängern vermacht.

Entwässerung vom Ried 1939

Unter 2024 9b) werden die Pachtverhältnisse der Längewiese erläutert und dass das Ausgraben und Häckseln des geschützten Heckenbiotopes keine Flurbereinigung gewesen sei.

Längewiese im September 2022

Längewiese im September 2024 mit nachgepflanzten Hecken

Bei zwei Grundstücken auf ca. 0,75 ha wurde der Humus abgeschoben. Diese Flächen werden wohl für die Montage der Windräder benötigt, allerdings fand hier keine Absprache statt.
Mir ist im Januar auch der Müll aufgefallen der bei der Aktion einfach mal so fallen gelassen wurde. Anscheinend muss den Herren mit den Windrädern etwas mehr auf die Finger geguckt werden.

Den Müll auf der Längewiese hat es inzwischen in den Wald verblasen.

TOP 5
Bebauungsplanverfahren „Kopfacker, 1. Änderung“ Satzungsbeschluss
Abwägung zu den in der Offenlage und Behördenbeteiligung (TÖB) eingegangenen Stellungnahmen

Der Kopfacker wurde am 24. Oktober 2024 auf den Weg gebracht. Der Produktionsablauf Fa. FB Food GmbH soll künftig zur Einsparung von Energie, Flächenbedarf und Arbeitszeit auf „Senkrechttransport“ ausgerichtet werden. Dazu ist eine wesentlich größere Bauhöhe notwendig, die eine Änderung des geltenden Bebauungsplans „Kopfacker“ für das ausgewiesene Baufenster im Bereich der geplanten zweiten und dritten Bauabschnitte erforderlich macht. Bisher ist dort eine Bauhöhe von ca. 20,5 m zulässig. Die neue Planung erfordert eine Bauhöhe von ca. 33 m.

Heute soll über die eingegangenen Stellungnahmen aus der Abwägungstabelle gesprochen werden.
Der Bebauungsplan „Kopfacker 1. Änderung“ soll gemäß § 10 Baugesetzbuch (BauGB) als Satzung beschlossen werden und dem Satzungstext zugestimmt werden.

Mit zwei Gegenstimmen wird der Satzung zugestimmt.

Die Verwaltung wird beauftragt, den Satzungsbeschluss des Bebauungsplans „Kopfacker 1. Änderung“ öffentlich bekanntzumachen.

TOP 6
Bestellung ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Stadt Hüfingen (m/w/d)

Die 5-jährige Amtszeit des „ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten“ läuft ab und es ist eine neue Bestellung erforderlich.

Hier hat unser Gemeinderat die gute Idee als neuen Beauftragten für Menschen mit Behinderung Lars Hauser zu wählen. Lars Hauser ist der Träger vom Sozialpreis 2024, vielseitig engagiert und kennt sich gut aus. Es freut mich sehr hier frischen Wind von einem jungen Mann zu bekommen und ich bedanke mich für seine Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen!

Allerdings empfehle ich die Wortwahl unserer verstaubten Verwaltung in das 21. Jahrhundert zu heben und er soll der 1. Beauftragte für Menschen mit Behinderung von Hüfingen werden.

Die CDU schlägt ehrenamtlicher Inklusionsbeauftragter vor. Danke, finde ich sehr gut, sogar besser.

TOP 7
Abschluss einer öffentllich-rechtlichen Vereinbarung zur gegenseitigen Vertretung von Standesbeamten

Die Städte auf der Südbaar Hüfingen, Bräunlingen und Blumberg wollen enger zusammenarbeiten. Ein Themenfeld hierbei ist dabei das Standesamt, sowie die Möglichkeit zur gegenseitigen Vertretung der Vollstandesbeamten.
Durch die Vereinbarung wird die interkommunale Zusammenarbeit unter den Städten und Gemeinden gestärkt und hilft mögliche Personalengpässe in diesem Bereich der Pflichtaufgaben sicher überbrücken zu können. Zudem wird noch das Gespräch mit der Stadt Donaueschingen gesucht, ob ebenfalls Interesse besteht in den öffentlich-rechtlichen Vertrag aufgenommen zu werden.

Der Gemeinderat soll den Bürgermeister ermächtigen diesem zuzustimmen. Dies wird mir einer Gegenstimme beschlossen.

TOP 8
Finanzielle Beteiligung von Umlandgemeinden an weiterführenden Schulen – Sanierung des Otto-Hahn-Gymnasiums mit Realschule Furtwangen; Freiwilligkeitsphase

Auch diese Thema war schon in der Sitzung vom 24. Oktober 2024 und es geht wieder um dieses obsolete VGH-Urteil vom 6. Dezember 2022. Seitens des Gemeindetags gibt es Bestrebungen hier Lösungen zu erarbeiten, allerdings ohne einen ungefähren Zeitrahmen nennen zu können. Aktuell lassen sich diese aufwändigen Verhandlungen nicht vermeiden.

Teil dieser Verhandlungen ist nun, dass die Stadt Hüfingen der Stadt Furtwangen sich im Rahmen der Freiwilligkeitsphase i.S.d. § 31 Abs. 1 S. 1 SchG bereit erklärt zur Verhandlung einer öffentlich-rechtlichen
Vereinbarung.

Diese Thema ist meiner Meinung nach Teil unseres dysfunktionalen Staates, absolut unnötig und hetzt die Kommunen gegenseitig auf. Vor allem auch angesichts der Tatsache, dass Stuttgart sich nicht sonderlich um Gesetze schert, aber die Kommunen sollen es dann, aber auch nur bei bestimmten Themen. Nicht nur beim Lidllager wurde EU Recht gebrochen, ich habe weiteres hier aufgeführt: Fremdverwaltet von oben herab . Gesetzte werden nur dort eingehalten bei denen auch jemand klagen darf und kann. Stuttgart schaut dem Gemetzel der Gemeinden untereinander nun tatenlos zu. Von daher ist es gut unser Bürgermeister sucht den Schulterschluss mit unseren Nachbarn.

Der CDU-Fraktionssprecher hat sich übrigens hierzu gepflegter ausgedrückt als ich, aber er hat eine ähnliche Meinung.

TOP 9
Personal – Einführung einer Regelung zur Durchführung von Teambuilding-Maßnahmen

In der Stadtverwaltung Hüfingen gibt es bislang keine Regelungen hinsichtlich der Durchführung von Teambuilding-Maßnahmen. Der Personalrat hat daher eine entsprechende Dienstvereinbarung entworfen, welche mit dem Bürgermeister abgestimmt ist.
Das Ziel von Teambuilding-Maßnahmen besteht darin, das Vertrauen der Mitarbeiter zu stärken, die Kommunikation zu verbessern, die Zusammenarbeit zu steigern und die Motivation zu erhöhen oder aufrechtzuerhalten.

Als Grundsätze der Förderung wurden folgende Punkte festgelegt:

  1. Die Teambuiliding-Maßnahme findet außerhalb der Kernarbeitszeit statt.
  2. Jedes teilnehmende Team-Mitglied erhält eine Zeitgutschrift von max. 2 Arbeitsstunden
  3. Jedes teilnehmende Team-Mitglied erhält einen Zuschuss von 20,00-€ als Zuschuss zur
    Verwendung für Verpflegung bzw. Eintritt usw.
  4. Die Förderung kann einmal jährlich in Anspruch genommen werden.

Der Gemeinderat stimmt einer Dienstvereinbarung zur Durchführung von Teambuilding-Maßnahmen zu. Die entsprechenden Mittel werden bereitgestellt.

TOP10
Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Gemeinderat

SPD stellt einen Antrag für ein professionelles Schülerlotsen-Konzept an der Lucian Reich Schule zusammen mit der Verkehrswacht. Eine Lehrerin von der LRS Schule stellt das Konzept kurz vor.

Um 20:03 Uhr wird der öffentliche Teil geschlossen.

Beerliwieber und Sepples Geheimnis

Beerliwieber vorgelesen von Maria Simon in Mundart

Beerliwieber vorgelesen von Maria Simon auf Hochdeutsch

Bis in die 60-er Jahre waren die Halden, Döbel und Hochflächen des Unteren Bregtales wichtig für den Lebensunterhalt der Bevölkerung. Sobald die Heidelbeeren, Preiselbeeren und Himbeeren reif waren durchstreifen  ganze Familienverbände den Hallenberg, das Oberholz, den Pfarrwald und den Ross- Schmelz- und Wilddobel. Zum z‘ Nieni gab’s bis Drei König Beermues aus dem Wald. Für den Rehbraten und das  Siedfleisch an den Feiertagen, Kirchen – und den Familienfesten haben die „gluubete“, aromatischen Preiselbeer bis nach Pfingsten gereicht. Ausgestattet also mit z’Nieni Vesper  im Rucksäckle, Eimern, Milchkannen, Riffeln und Weidenkörben, schwärmte die grossen Familien aus, um an ihren Familien Claims  die Früchte des Waldes zu ernten.

Oma, Gotte, d Maidle, d Mamme sammelten Schwarzbeer, Staibeer und Himbele in ihre Milchkännle und leerten die vollen Känntle bei der Mutter in die grossen Zinkeimer. De Sepple lieferte uuliedig immer nur ein halbes Känntle voll ab und wurde von Mutter gescholten mit der Ermahnung, dass er deshalb beim Vespern halt auch nur einen halben Landjäger bekäme. Der pfiffige Sepple hatte natürlich eine Idee. Er stopfte das Milchkännle zu 3/4 mit Moos aus und schüttete ab jetzt ein „gschochet“ volles Känntle in Mutters Eimer. Wegen des liebevollen Lobes der Mutter strahlte er vergnügt wie ein Putzeimer.
Der Lohn für diese gnitze Bescheisserei waren sogar zum Landjäger noch ein Wienerle. Von der lässlichen Sünde erfuhr bei der Probebeichte vor Sepples Erstkommunion nur der Pfarrer. Und der erzählte es ganz bestimmt nicht seinen auch sammelfaulen Kamerädle. Dafür sorgte auch Nepomuk, der Patron des Beichtgeheimnisses.
Sepples gut gehütetes Geheimnis „verhebte“ so noch viele, viele erfolgreichen Beerensammeljahre.

Beerliwieber und Sepples Geheimnis

Bis i d ‚ 60-er Johr waret d Halde, Döbel und Hochflächen vum Untere Bregtal wichtig für de Lebensunterhalt vu de Bevölkerung. Sobald d Heidelbeere, Preiselbeere und Himbeere riif waret hond  ganze Familienverbänd de Halleberg, s Oberholz, de Pfarrwald und de Ross- Schmelz- und Wilddobel uusboenet. Zum z‘ Nieni häts am Kochitisch bis Drei König Beermues us em Wald gähe. So lang hond die siesse Gottesgabe us em Wald ghebt.  Für de Rehbrote und s  Siedfleisch a de Fiiertig, de Kirche – und de Familienfescht hond die gluubete, aromatische Preiselbeere mit dem wunderbare Guuh bis noch Pfingsten uusglanget.
Uusgstattet also mit z’Nieni Vesper  im olivgräene Rucksäckle, mit Eimer, Milchkanne, Riffle und Wiedekratte, sind die grosse Familene uusgschwärmt, zu  ihrene Familien Claims, ihrene meischt vererbte, überlieferte Plätz. Dä hond sie gsellig, luschtig und fidel die Frücht vum freigiebige  Wald gsammlet.
D Oma, s‘ Gottle, d Maidle, d Mamme hond Schwarzbeer, Staibeer und Himbele i ihri Milchkänntle gsammlet und hond die volle Känntle bei de wachsame Motter i die grosse Zinkeimer gleert.
De uuliidig Sepple hät  immer nuu e halbes Känntle voll abgähe. D Motter hät all goschet und gescholte und ihm aakündt, dass er  beim Vespern halt au nuu en halbe Landjäger überkumme dai.  De pfiffig Sepple hät natierli e gnitzi Idee ghet. Er hät denno hählinge sii  Milchkänntle zu 3/4 mit Moos uusgstopft. Jetzt hät er e „gschochet“ volls Känntle in grosse Zinkeimer bei  de Motter leere kinne. Wegem  liebevolle Lob vu de Motter hät er gstrahlt wie en Putzeimer und sich uff d Schenkel klopft.
De Lohn für die gattig Bschiesserei war sogar zum Landjäger no e Wienerle beim Vesper dezue.
Vu dere lässliche Sünd hät bei de Probebiicht vum Sepple vor de Erstkommunion natierli nuu de Pfarr ebis erfahre. Und desell verzellt den Trick ganz bestimmt nit  sinne au  stinkfuule, lahmarschige Sammelkamerädle. Dodefür sorgt au de Nepomuk, de Patron vum Biichtgheimnis.
Im Sepple sii guet ghüetets Gheimnis hät so no vill  erfolgriichi Beeresammeljohr verhebt.
Erscht i de Post – Wildfrüchtesammeljohr hät sich der Trickser verschämt am Schwarze Buebe Stammtisch zum Feetz vu de  ganze Runde  doch emol uusgmärtet, „geoutet“, wie mer Hit zu Tag halt leider  sait.

©Hubert Mauz, Feb. 2025

Ausgangs Winter

Liebe Bürgerpostleser,
die heutige Überschrift lautet, „ausgangs Winter“.
Das Bild unten brachte mich zum Erstaunen. Schnee an der Seite unseres Fabias, den es richtig auseinanderzog. So etwas habe ich noch nie gesehen. Die Schwerkraft der Erde war zu schwach, damit das sauber abrutschen konnte. Beziehungsweise die Lufttemperatur gerade noch so kalt, dass der Schnee ineinander verhakt blieb. Ist Ihnen so etwas schon begegnet?


Das nächste Bild ist am Valentinstag, 14. Februar 2025 aufgenommen worden. Es zeigt unser Hofpflaster. Ich bin immer begeistert, wenn so etwas zu sehen ist: Die Steine sind schneefrei und in den Zwischenräumen türmt sich der Schnee. Der Grund ist ein einfacher, die Pflastersteine hatten beim Schneefall noch Wärme gespeichert, die in den Zwischenräumen fehlte.
Können Sie sehen, dass wir drei Größen von Pflastersteinen verwendet haben?


Die Fotos unten habe ich von Christiane Willmann aus Schwärzenbach und von Edmund Zeiser aus Zimmern unter der Burg dankenswerter Weise bekommen. Edmund schrieb, „es wird Frühling, die Stare sind da“. Christiane frug, ob ich schon einmal einen Starenschwarm am Vogelhaus hatte. Ich konnte das bejahen, wenngleich der Schwarm sehr schnell wieder abzischte. Bei ihr waren es etwa 25 Stück, 15 auf dem Boden und etwa zehn im Haus. Die im Haus hätten gestritten und Krawall gemacht, sie war überrascht. Haben sie diesen Winter auch Starenschwärme am Futterhaus gehabt?


Herzliche Grüße
Franz Maus

De storje Aujust, Standuhr und Rennrad

Dieser Beitrag hat 2023 den Kulturpreis gewonnen.

Veröffentlicht am 22. November 2022

Loset mol, bevor ichs vergiss.

Sprecherin Maria Simon

Zum Iirolle, zum warm up, fahrt de Auguscht aafang sechzger Johr vum Lachehiesli mit sim 10 Gang Rennrädli, Marke Peugeot, vu de Kalte Herberg d Uure nab, s Bregtal ussi und ueber de Weiherhof, Dieremer Saline, gi Schwenninge, „ins Schobbe nuus“. Im Rucksäckli paar greichti Brotwürscht, en Riebel Buurebrot, e Bügelflasch Feierling Bier und e Cola. S Rennrädli isch putzt, d Kette g’oelt und d Kläebreife mit 6 bar uffbumpet. On Ersatzreife isch im khaki-graene Holzmacherrucksäckli  mit dene verschwitzte, miechtelige Lederrähme. Z Schwenninge sind die Badewürtebergische Strosseradmeischterschafte über giftige 120 km. Deuteberg, Wiehlersbach, Kappel, Niederesche, Dauchinge und zruck an Deuteberg. 5 mol mond die Helde der Landstrasse im Ring rum, bis de umtriebig Rennrad verruckt Helmut Hils, de Testes vum Schwenninger Rennradclub, begeischtered d Zielglocke scheppere loot. 

Backhaus in Kappel 1973

Peugeot Rennrad von 1980

Des Iirolle vum Lachehiesli gi Schwenninge hät de Auguscht grad so reacht warm were lau. Noch de Übersetzungskontroll, des nimmt en andere Rennradverruckt, de Technisch Delegiert Sauser Heinz  ganz gnau, no die zwei Brotwürscht und des Cola wegputzt und en Schluck Bier gsoffe. De Rescht in Trinkbuddel am Rahmehalter. De Präsi Helmut Hils schickt des gross Feld mit em Schuss us em Platzpatronebischtol uff d Strecke. Die erscht Rundi sind sie alli no ziemli beienand. Aber im Aastieg vu Niederesche gi Dauchinge riisst es des gross Feld scho ghörig usenand. I de dritte Runde kurblet nu no fuenf gaedrigi Rennraedler ganz vorne mit. Natierli isch de starch Auguscht us de Uure debei. Hinter sim Windschatte kinnet die vier andere verschlupfe und so vill Kraft und Körner spare. I de letschte Runde, z Kappel am Zwischeposchte, sinds nuu no drei. No zwei Banane im vorbeisurre vum Rennleiter Heinz Sauser uffgnomme und verdruckt und de Rescht vum Bier us de Trinkflasche gsucklet.

Und denno kunnt aber de gwaltig Aatritt vum Guscht gi Dauchinge uffi. Kurz vor Dauchinge sehnet die andere zwei, natierli Schwobe vu de Alb raa,  nu no de mächtig Buckel mit em SC Urach Trikot vum Auguscht im bärige Wiegetritt devukurble. Den homer gsehne, denket die beide Verfolger und gänd resigniert uff. S goht nu no um d Silbermedaille fuer die zwei abghängte. De bärestark Wälder, de Kimmig August, der nimmt desjohr bestimmt wieder de erscht Preis und d Goldmedaille mit de Urkunde „Bawü-Moeschter“ mit hoem in Hochschwarzwald, a d` B500, is einsam, idyllisch Lachehiesli. Nu en Plattfuess oder en bissige, vergelschterete Hund, gottverdelli des dät no fehle, kinnt des no verhindere. 
Z Dauchinge dobe guckt er mol hinderschi. Die han i baigott ghörig abghänkt. Und wie wenns nint gsii wär, rollt er mit  mit uusgstreckte Ärm und sine Bärepranke freihändig is Ziel. Dä bämberlet de Helmut Hils mit de Titanic Schiffsglocke und verkind im Lautsprecher als Sieger de neu Bawü-Moeschter:

Blick vom Lachenehiesle über Ferndobel, Glashütte, Knobelwald, Platte zum Kandel.

„Sieger Auguscht Kimmig, SC Urach, Badischer Radsportverband“.

Dass es z Schwennige im Uhr-Eldorado e Uhr als Preis gähe word, des hond die Radrennfahrer us em ganze Ländle g‘ ahnt, oder au scho gwisst. Und jeder Starter het so e Praezisionsuhr mit so eme „Big Ben“ Schlag gern mit hoem gnomme. Dass es aber e Standuhr, e Vitrieneuhr isch mit eme lange Berebemdickel, des war natierli scho nomol on druff, en Brecher. Zu zweit hond Uhremachermäschter vu de spendable Sponsorefirma des uukommod Möbel as Siegerträppli schloepfe messe, dass de Vorstand Hilse Helmut  des schwer Gschier im gifitzig griensende Kimmig Guscht uff em oberschte Trepple uebergähe hät kinne. 

De Radkenner Helmut Hils hät gwisst, dass de Auguscht mit em Rennrädle kumme isch und hät ihm glii bei de Siegerehrung aabote und versproche, dass de Schwenninger Radverein ihm die schwer Standuhr i de näschte Woch mit eme Lieferwägeli us sim Volvo-Autohaus is Lachehiesli bringt. 


„Big Ben“ vu d’Standuhr


„He nai, waa glaubener au, selt goot baigott gar idde. Die Uhr schleet hit obbe de Big Ben Gong um zehni in de Stubbe bin mir , im Lachehiesli doobe“. D Schwenninger hond scho bleed us de Wesch guckt, wo der Wälder, desell rasend Rennradsatan Kimmig, scho wieder gwunne hät. Wa denno kunnt, haut sie no ganz us de Latsche.

„Ihr bringe mir guedi, braiti Läderrieme und binde mir des Gschirr uff de Buckel, no grait ich mit em Rennrädli ibber Eschinge, de Hammer, d Uure nuff bis an Ferndobel. Derter, im Lachehiesli Stibbli, gongt um zehni noch de Sabaradio Ziitaasag s erschtmol die gattig Schwobbe Uhr im Hoch- Badische, selt khaan ich eich saage“.

Und noch dere Rähme Verzurraktion unterm Technische Delegierte Heinz Sauser, der hät gwisst wo so e Kischte drucke kinnt, isch de Buckel no e weng uuspolsteret wore mit Kabogg us de Uhrepackerei, isch de Kimmig Auguscht, de nei Bawü Stroosserad-Moeschter, de knorrig, gifitzig Rennradkaib vu de Fernhöhi, vor de verdutzte Schwenninger eweg, quitsch fidel mit de Standuhr uff em Buckel uffs Lachehiesli nuff graitet. Wa glaubeter wie do die Sunntigsfahrer im Bregtal und im Wald glotz hond ?  

Auguscht Kimmigs Lachehiesli

Johre später hät e Uuremer Rennradler Gruppe emol an ere Hollandrundfahrt mitgmacht. Am Obet isch mer bei dunklem belgischem Bier, Krabbe mit Remoulade, Gouda Käs und Jenever Schnäpsle mit de „Kan nit Verstan“ Sportsfreund us dem tupfebene Tulpeland zemet ghuckt. Weil jeder Holländer au guet Dietsch khaa, hond sie gfrogt, wo sie her saiet. „Wissener, mir sin Waelder vum Schwarzwald“. 
„Oh jeh, sagt bloos, da kennen wir auch einen Rennradfreund, von dem wir oft, besonders bei Bergrundrennen, nur das Hinterrad gesehen haben, „Minheer Aujust, de Storje Aujust“, haben wir ihn geheissen“. „He naii, jo so ebbis, des gits gar idd, selt isch ainer vun uns, de Kimmig Auguscht us de Uure, vum Lachehiesli überm Ferndobbel. Derte, wo mer mit eme wunderscheene Uusblick ins Glashitteloch, in d Wildguede, über de ganz Herrgottswinkel zum Kandel und zu de Vogese nibber sehne khaan. Do kaahnsch widder mol sehne, wo die Wälder überal rumkumme und angsehne sind“. 
Und natierli hond die Uuremer Wälder mit de Kanitverstaan vu Holland no en mords Verzahl und en Feetz ghet beim bluemige verzehle und Sprich klopfe über de Schwenninger Standuhr Storiax vum „Storje Aujust“, vum gattige Kimmig Guscht us em legendaere, idyllische Lachehiesle. 

Jo, so wars

Bild: Heinrich Graf

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