Engel auf der Gruftkirche in Neudingen von Xaver Reich

Als nach dem Brand des Klosters Maria Hof bei Neudingen Fürst Karl Egon II. in den Jahren 1835-56 die Gruftkirche erbauen ließ, wurde Franz Xaver Reich mit der Ausschmückung beauftragt. Er modellierte die vier Engel aus Zinkguß auf den vier Nebentürmchen, die die Kuppel flankieren. Von ihm stammen ebenso die Madonna und die beiden Heiligenfiguren über der Portalwand wie die beiden Klosterfrauen über dem Portal. Ganz Raphael nachempfunden, dessen Werke Reich während seines Romaufenthaltes besonders stark beeindruckt hatten, ist das Verkündigungsrelief des Hauptaltars. Im Jahre 1870 entstanden die beiden Seitenaltäre, die wiederum eine Madonna und die acht Seligkeiten darstellen. Vielleicht spendet uns ja mal jemand Fotos von innen.

Adebar auf der Gruftkirche

Beitrag vom 5. Juni 2021von Wolf Hockenjos

Was für ein hoffnungsvolles Signal in Zeiten des weltweiten Artenschwunds: Die Störche, Symbole für Fruchtbarkeit, Wachstum und Kindersegen, nehmen auch auf der Baar wieder kräftig zu. Allein in Neudingen bezogen dieses Frühjahr wieder acht Storchenpaare ihre Brutplätze, ob auf Giebeln, Telegrafenmasten oder Bäumen und, ganz wie es sich gehört, auf dem Dach des Gasthauses Zum Storchen, ein weiteres nebenan auf der Sonne. Doch das spektakulärste Nest hatte ein Paar im Frühjahr 2019 auf den Schwingen einer der Engelsgestalten des Bildhauers Adolf Heer erbaut, welche die Außensäulen der F.F. Gruftkirche von 1853 schmücken. Leider waren im Frühjahr 2020 die Engel auf ihren Säulen mitsamt dem Storchennest verschwunden. Wurden sie womöglich entfernt, um fortan allfällige Zweckentfremdungen zu verhindern? Wollte man auf solch rigorose Weise die Verunzierung durch ätzenden Storchenkot, gar die Beschädigung der Engel unterbinden? An Stelle der Skulpturen zieren jetzt antennenartige Metallstäbe alle vier Säulen rundum, anscheinend eigens dazu ersonnen, den Störchen das Rasten, erst recht das Nisten zu vergällen.

05.08.2019
18.04.2020

Die Rückfrage im Fürstenhaus brachte ernüchternde Entwarnung: Die Engelsgestalt samt Nest habe aus Sicherheitsgründen entfernt werden müssen. Das Postament sei am Zerbröseln, die Skulptur selbst auf der Rückseite gespalten gewesen. Doch drohte das nämliche Schicksal auch den anderen drei Engeln? Waren etwa auch sie marode, oder wollte man einfach vorbeugen, dass nicht auch sie Störche anlockten? Schade drum, für kunstsinnige Parkbesucher wie für die Störche! Das Paar war inzwischen umgezogen. Es nistete jetzt, weit weniger spektakulär als auf Engels Fittichen, unmittelbar über dem Eingangsportal zur Gruft, und sie hatten auch schon für Nachwuchs gesorgt im neuerbauten Nest.

Ob sich die fürstliche Liegenschaftsverwaltung auch hier mit Fragen zur Verkehrssicherungspflicht konfrontiert sehen würde? Oder ob man den Störchen unbesehen weiterhin Gastrecht gewähren wird – auch dann noch, wenn die Storchenjugend geschlüpft sein wird, wenn der Flugbetrieb zunehmen wird und auch der kalkweiße Storchenkot zunehmend als Ärgernis empfunden werden sollte?

13.06.2020
15.08.2020


Mitte August 2020, die Jungstörche hatten sich bereits auf den Wiesen der Riedbaar versammelt, um die Thermik des nächstbesten Hochdruckgebiets zum Start nach Süden zu nutzen, als die Tageszeitung unter der Überschrift Storchennest ist plötzlich weg die nachstehende Notiz aus Donaueschingen-Neudingen brachte: „Plötzlich war es weg. Und lange scheint dieser Zustand niemandem aufgefallen zu sein. Unbekannte Personen haben laut Mitteilung der Polizei im Marienpark des Klosters Neudingen ein Weißstorchennest entfernt, das sich auf der Gruftkirche der Fürsten zu Fürstenberg befand. Die Polizei ordnet den Vorfall in einem Zeitraum zwischen 12. und 26. Juli ein. Warum drei Wochen lang keine Anzeige erfolgt ist, kann sich Jörg Kluge, Polizeisprecher beim Präsidium Konstanz, auch nicht erklären. Möglicherweise hänge es damit zusammen, dass das Gelände schwer zugänglich ist. Oder man wisse nicht, dass ein Storchennest auch nach der Aufzucht der Brut nicht abgebaut werden darf. Da Weißstörche nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt sind ist es verboten, ihre Brut- und Ruhestätten zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.“

Doch egal: im Frühjahr 2021 war das Storchenpaar jedenfalls wieder da, um sich aus Astmaterial an gleicher Stelle über dem Eingangportal der Gruftkirche erneut sein Nest zu bauen. Und Frau Storch machte sich auch alsbald ans Brüten. Der April war der kälteste seit vierzig Jahren und auch der Mai war kühl und nass – fürs Brutgeschäft keine günstigen Voraussetzungen. Für die Neudinger Störche sah es dennoch nicht schlecht aus gegen Ende Mai: In allen Nestern war Nachwuchs zu versorgen. Einzig das Nest auf der Gruftkirche war offenbar aufgegeben worden. Was war passiert? War es ein erneuter Platzverweis? Ein Schelm, wer Zweifel hegt an der Willkommenskultur des Fürstenhauses!

08.05.2021
02.06.2021

Feld- und Hirtenleben

Hieronymus Kapitel 6

Sechstes Kapitel gelesen aus dem Hieronymus von Lucian Reich

“Kennst du auch die goldene Zeit
Mit den frommen Kinderträumen
Ach sie darf nicht lange träumen
Ihre Heimath liegt gar weit”

A. Schreiber

Feld- und Hirtenleben

In das Stilleben des heimatlichen Tales zurückgekehrt, hatte Hieronymus Muße genug, die Erinnerungen, die er als bunte Bilder aus der Stadt mitgebracht, zurechtzulegen und andern mitzuteilen.

Mit erneuter Lust und Liebe wollte er jetzt wieder hinter das Zeichnen und Malen gehen. – Doch vorderhand mußte er seinen Eifer zähmen; denn mit dem Frühling waren andere Beschäftigungen gekommen, die, an den Spruch erinnernd: im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot verdienen, wohl geeignet waren, die Gedanken abzuziehen und auf das Alltägliche, Materielle zu lenken. Nebst einem Vierling Feld zu einem Küchengarten hatte Mathias vom Hofbauern einige bisher unbebaute Grundstücke in Pacht erhalten; sie lagen entfernt vom Haus oben am Waldsaum. Um sie zur Ansaat tauglich zu machen, mußten sie erst umgebrochen werden. Da hieß es denn „schaffen, solang der Tag ei’m hilft“. Seines Handübels wegen konnte der Vater, wie schon erwähnt, schwere Feldarbeit für sich allein nicht mehr verrichten, während die Zeit der Mutter mit Hausgeschäften und dem Nähen für Kunden vollauf in Anspruch genommen war. – So mußte denn der Sohn ein übriges tun, soviel es die noch schwachen Kräfte erlaubten. – Es war kein leichtes Geschäft, das mit Gestrüpp und Unkraut bewachsene Feld umzubrechen und den steinigen Boden zu behacken – doch tat er’s mit Freuden, im Bewußtsein, den Eltern damit ihr Los erleichtern zu können. Wenn er aber dann abends mit dem Vater heimkam, mit schrundigen, oft blutiggerissenen Händen, so war’s ihm nicht mehr ums Zeichnen und Malen.

Ja, oft beschlich ihn der Gedanke, er werde wohl zeitlebens ein gewöhnlicher Taglöhner bleiben und den Vater, der immer mehr über zunehmende Schmerzen in der Hand klagte, unterstützen und vor Not schützen müssen. – Waren solche Geschäfte beendigt, so kamen wieder andere; und bis das Heu und Ohmd unter Dach und Fach waren, die Garben gebunden und gedroschen waren, mußte mancher Schweißtropfen über die Wangen rinnen. Und zu alldem war der Sohn des Hausmanns häufig auch noch vom Bauer selbst in Anspruch genommen, namentlich im Herbst, wenn das Vieh auf die Weide getrieben und gehütet werden mußte. Dieses Amtlein lag dem Kleinen meist ausschließlich ob; doch hatte er nicht selten dabei eine Gesellschafterin – Florentina, das Töchterlein des Hofbauers.

Das Kind des reichen Mannes hatte in der Jugend wenig Genuß von der Wohlhabenheit des Vaters. Dieser, ein eigensinniger Mann, dem alles nur nach seinem Kopf gehen sollte, setzte etwas darein, seine Kinder, wie er sagte, nicht zu verzärteln und sie in Geschäften und Kleidern den Geringsten im Tale gleich zu halten. So ersparte ihm der ganz nach seinem Sinne geartete einzige Sohn Peter, kaum den Kinderschuhen entwachsen, beinahe schon vollständig einen Knecht. Der Junge fuhrwerkte und tat wie ein Alter.

Tagelang half er dem Fahrknecht mit dem Zuge Bauholz und schwere Holländerstämme aus den Waldungen schleifen; und wenn er abends heimkam, so verrichtete er unverdrossen und pünktlich noch alle Geschäfte im Stall und beim Haus. Freilich – in der Schule hatte er’s kaum zum Lesen und Schreiben gebracht, was jedoch dem Alten wenig Kummer machte. Florentina hingegen schien weniger nach seinen Wünschen gedeihen zu wollen. Sie zeigte ein aufgeweckteres Temperament. Oft führte sie Klage bei der Mutter über die unnötige Sparsamkeit des Vaters, besonders wenn sie sehen mußte, wie andere Kinder, namentlich ihre Kameradinnen Juliana und Martina, die Töchterchen des Stabhalters, immer so neumodisch geputzt und nett einher kamen, während allerdings in dem barfüßigen Mädchen Florentina niemand die Tochter des reichsten Bauern im Tal vermutet haben würde. In solchen Dingen jedoch war die Mutter von geringem Einfluß bei ihrem Mann. Hatte dieser einmal seinen Kopf auf etwas gesetzt, so blieb’s dabei.

So zum Beispiel wollte er durchaus nicht zugeben, daß seine Tochter in der Schule schreiben lerne. Aber hier siegte die List des Mädchens über den Eigensinn des Vaters. Florentina, von der Mutter begünstigt, machte ihre Schreibstudien in der Mühle, und Hieronymus war dabei ihr Lehrer. Und wahrlich, sie war eine aufmerksame Schülerin, die es in zierlichen Schriftzügen bald ihrem Instruktor gleichtun konnte. – So gewöhnten sich die Kinder an ein stetes Zusammenleben. Sie glichen zwei nahe stehenden Bäumchen, deren Zweige und Kronen immer mehr und mehr ineinanderwachsen und sich verranken, um so in festem, getreuem Zusammenhalten dereinst heitere und stürmische Tage gemeinschaftlich zu durchleben.

Das Hüten der zahlreichen Herden des Hofbauers die lange Herbstzeit hindurch war nicht ohne Abwechslung. Bald geschah es im Talgrund, in den Matten am Bach, bald höher oben am Wald, auf weitschichtigen Heiden, an Abhängen, wo zwischen mächtigen Granitblöcken die nahrhaftesten Futterkräuter wachsen. War das Geschäft an sich auch kein besonders kurzweiliges, so fand Hieronymus eine gewisse Befriedigung in dem Gedanken, es komme ja auch den Eltern zugut, weil die Kuh und die paar Geißen, welche der Vater angeschafft, ebenfalls mit hinausgetrieben werden durften.

Florentina kam nicht nur häufig, um dem Hirtenknaben ein Abendbrot zu bringen, sie war ihm in der letzten Zeit förmlich zur Aushilf beigegeben worden. Es gab keine Stelle auf dem ganzen umfangreichen Hofgut, wo das Zweigespann bei seinem unsteten Feld- und Hirtenleben nicht hingekommen wäre.

An feuchtkalten Tagen kampierten sie in der Köhlerhütte des Forbachklaus und hörten ihm, am Herde gelagert, gerne zu, wenn er vom Heiligen Land, von Jerusalem und Bethlehem erzählte oder von Begebenheiten aus alten Zeiten, von Räuberbanden und Zigeunerhorden. – Sehr oft erzählte er den Kindern auch von der längst versunkenen Stadt, die droben auf dem Laubhauserberg gestanden haben sollte, an der Stelle im Wald, wo jetzt noch viele Steintrümmer zu sehen. –

Hier erzählt der Forbachklaus den Kindern die Geschichte der längst versunkenen Stadt, die droben auf dem Laubhauserberg gestanden haben soll. Laubhausen soll eine keltische Stadt gewesen sei die zum Krumpenschloss gehöre, mutmaßten schon manche. Andere meinen es wäre eine Siedlung aus dem frühen Mittelalter. Wobei diese Vermutung auch inzwischen bewiesen wurde. Sicher ist, dass vom Krumpenschloss sichtbar Mauern übrig sind, von Laubhausen selber nur viele Mutmaßungen.

Ebenso verhält es sich mit der Sage von dem prächtigen Kloster, welches auf dem Tierstein gestanden habe. Hierfür sind die Anzeichen noch dürftiger. Das große Kreuz auf demselben wurde erst 1866 errichtet und dürfte von daher im Buch noch keine Rolle spielen. Aber auch um dieses Kreuz ranken sich schon viele Legenden.

Dann brachte er die Rede auf das prächtige Kloster, welches, der Sage nach, auf dem großen Tierstein gestanden habe. „Es muß“, meinte er, „ohng fähr zu der Zeit g wesen sein, wo noch die Ritter auf dem Zindelstein dort g’haust habe, von denen einer als Kreuzfahrer ins Heilige Land zogen ist und hernach den große Karfunkelstein heimbracht hat. In dunklen Nächte, heißt es, hab er ihn zuweilen auf die Ringmauer g’legt, daß es weit naus ins Tal gezündet hab; und deswegen soll das Schloß den Name Zindelstein bekomme habe.“ –

Der Forbachklaus erzählt auch Geschichten zum Zindelstein und dem Karfunkelstein. Hiernach zog ein Kreuzfahrer von Zindelstein ins Heilige Land und kehrte mit dem Karfunkelstein zurück. Diesen legte der Ritter auf die Ringmauer und das Zündeln erhellte das ganze Bregtal und gab der Burg ihren Namen. Die Geschichten sind in der 1. Version des Buches besser erklärt.

Ruine Zindelstein etwa 1970

s’ chunt alles jung und neu und alles schlicht
im Alter zu, und alles nimmt en End,
und nüt stoht still. Hörsch nit, wie ’s Wasser ruuscht,
und siehsch am Himmel obe Stern an Stern?
Me meint, vo alle rühr si kein, und doch
ruckt alles witers, alles chunnt und goht.

Johann Peter Hebel

Auch vom bösen Grafen auf dem Hammerschloß erzählte der Klaus den Kindern, der vor den rebellischen Bauern die Flucht ergriffen und – damit sie seine Spur nicht finden sollten – seinem Gaul die Eisen verkehrt hab aufnageln lassen. –

Zur Geschichte vom bösen Grafen auf dem Hammerschloß konnte mir Dr. Jörg Martin erhellendes berichten:

Ausführlich wußte er auch zu berichten von den sieben Schwestern von Vöhrenbach und vom Wunderkirchlein, in das die Fräulein vor den wilden Hunnen sich geflüchtet und aus welchem stets noch nächtlicherweile Harfengetön und Gesang erklingen soll.

Die Geschichte von den sieben Schwestern von Vöhrenbach und dem Wunderkirchlein läßt sich auf Wikipedia nachlesen.

Zuweilen war es auch die Hütte Stoffels, wohin das Paar seine Schritte lenkte. Als Hieronymus diesen alten Forstknecht zum erstenmal wieder seit seiner Ankunft aus der Amtstadt sah, erzählte er ihm, der Vetter Feldwaibel hab ihm gesagt, daß im vorigen Herbst der Kuhhirt von Hüfingen um zehn Pfund Wachs gebüßt worden sei, weil ihm der Wolf eine Kuh zerrissen hab.
– Der Alte lachte. „ Was man jetzt für en Aufhebens macht“, sagte er, » wenn sich mal so ne Bestie blicke laßt. Zu meiner Zeit ist es gar nix Seltenes g’wesen. Hab, als ich noch Knecht beim Oberförster g’wesen bin, in einer Nacht oft zwei bis drei g’sehe, wenn wir im Winter vor der Hütte das Schalmenfleisch g’legt habe.“

Florentina dankte Gott, daß diese Tiere seltener geworden. Hieronymus aber versicherte sie, daß, sollte je einmal ein Wolf daherkommen, er dem Luder mit seinem Stock gewiß den Garaus machen werde.

Der letzte Wolf wurde auf der Baar 1805 bei Bachzimmern erlegt. So war wohl die Kuh bei Hüfingen das letzte Tier das vom Wolf gerissen wurde. Was es allerdings mit den zehn Pfund Wachs auf sich hat, kann ich nur erahnen. So musste der Hirte für sein Versagen die Kuh zu schützen, wohl Wachs für Kerzen besorgen?

Oft leisteten sie dem Stoffel auch Gesellschaft, wenn dieser in der erlenbeschatteten Bregach mit dem Forellenfang sich beschäftigte, wobei sie ihm gerne behilflich waren, während das ihrer Hut anvertraute Vieh, zerstreut weidend, in den üppigen Wiesen und Gründen umherlief.

Bei Sturm und Gewitter flüchteten sie unter die hohen, überhängenden Felsen des Tiersteins und lagerten sich unter seinem schwärzlich angerauchten Gestein, wo die Vaganten oft kochend übernachteten. – Nicht selten verschanzten sich die Kleinen auch im verfallenen Gemäuer des einsamen Zindelsteins. – Stille, klare Herbsttage verbrachten sie unter den hohen Tannen des Weißwaldes, wo einzelne Stellen eine weite Aussicht gewährten, bis hinaus zu den Schneebergen der Schweiz. – Wenn sie dann so in der Wildnis, um das glimmende Feuer gelagert, einander ihre geheimsten Herzenswünsche in jugendlicher Lebensfreude offenbarten, kam das Gespräch auf allerlei, in der Nähe und Ferne, Gegenwärtiges und Zukünftiges.

Tierstein

„Wenn du wünschen könntest, was du wolltest, was tätest du dir wünschen?“ fragte ihn einmal das Mädchen.
„Ich? Wenn ich emal groß bin, möcht ich ein Ritter sein, wie der vom Zindelstein einer g’wesen ist; da würd ich fortziehen ins Morgenland, und wenn ich heimkäm, brächt ich dir auch so ein‘ Karfunkel mit, wie der g‘ wesen ist, von dem der Klaus erzählt.“
„Ja“, sagte Florentina, ,weit, weit im Meer, da ist ein Felsen von Karfunkelstein, so groß fast wie der Tierstein; es kommt aber nur wunderselten ein Schiff dazu. Da müßtest du ja ein Schiffsmann sein.“ „Ein Schiffsmann möcht ich kein‘ sein“, entgegnete Hieronymus; „lieber möcht ich ein rechter Maler sein, so geschickt, daß mich der Kaiser an sein‘ Hof berufe tät. „
„Oh, du bist ja schon ein rechter Maler“, meinte Florentina. „Du kannst’s ja fast schon besser als dein Vater. Der kann ja nur Kästen anstreichen und Herrgöttle anmalen; du aber kannst ja schon ganze Bildle malen auf Papier!“
„Hab’s früher au g’meint, daß ich was könn“, entgegnete Hieronymus.
„Seitdem ich aber im Hüfinger Schloß g‘ wesen bin und die Gemäld‘ und andere schöne Sache g’sehn hab, weiß ich, daß ich noch gar nix kann. Wollt nur, du wärst bei mir g‘ wese – hab allewil bei mir selber denkt, wenn nur au die Florentine da wär!“ – Und dann erzählte er der Freundin ausführlich von all jener Pracht und Herrlichkeit, erzählte ihr auch von dem vornehmen, hübsch frisierten Herrenkind im Garten des Vetters, welches zuletzt noch seine gute Freundin geworden usw. – Das war denn freilich eine Welt, von der Florentina, die noch nie aus ihrem Tal herausgekommen, sich kaum eine Vorstellung machen konnte. – Wenn hernach der Tag sich neigte, der Abendstern schon über’m Bergwald flimmerte, und aus dem Tal das Betglöcklein wie eine Stimme aus der Heimat ertönte und die zerstreuten Menschen sich zu sammeln ermahnte, falteten auch sie die Hände zum Gebet.

Manchmal gab es auch größere Gesellschaften, wenn andere Hirten oder Kinder mit Lesholz, mit Körbchen voll Heidel- oder Wacholderbeeren aus dem Wald daherkamen und ein Stündchen sich hier niederließen. – Dann wurden Spiele gemacht; die Mädchen, gesondert, zählten an in fremdklingenden Lauten oder mit deutschen Sprüchlein.

Bei den Buben ging’s gewöhnlich wilder zu. Und hatte man genug ausgetobt und ausgespielt, so scharte man sich zusammen, die Mädchen unter der großen Tanne dort, die mit ihren fast bis auf den Boden reichenden Ästen ein förmliches Dach bildete.

„Wir wollen eins singen!“ heißt es, nachdem alle Platz genommen.
„Was für eins?“
„Es war einmal ein junger Knab'“, schlägt Juliana vor.
„Das mag ich nit“, sagt Florentina, „weil es allewil dabei heißt: das Trauern nimmt kein Ende mehr! – Lieber ein lustiges: Es reist ein Bettelmann aus Ungarn daher.“
„Nein!“ sagt ein anderes. „Lieber noch: Schlaf ein! Schlaf ein, mein Kindelein! Wo wird der Reiter, dein Vater sein? Wo suche, wo finde, wo finde?“ „O je! das alte Wiegelied!“ fällt Florentina ein. „Wißt ihr was? Jetzt singe wir das Lied vom Grafen und der Nonne.“
„Ja, gelt“, unterbricht sie schnippisch ein drittes, „das singst du nur so gern, weil’s heißt:
„Ei, Jungfer, wärt‘ Ihr ein wenig reich, Fürwahr, ich wollt Euch nehmen, Fürwahr, ich wollt Euch nehmen: Wir sähten einander gleich.„
Endlich nach vielem Hin- und Herreden werden sie einig, und ein altesWeihnachtsliedchen wird angestimmt:

„Inmitten der Nacht,
Die Hirten erwacht,
Die englischen Stimmen
Das Gloria singen,
Die himmlische Schar:
Geboren Gott war.

Die Hirten im Feld,
Die laufen’s so schnell;
Vor Rennen und Laufen
Kann keiner mehr schnaufen,
Dem Krippelein zue,
Der Hirt und der Bue!“

Jetzt aber fahren die Buben dazwischen – und alles hat ein End‘. Die Buben haben nämlich, während die Mädchen ihre Liedlein probiert, oben am Rain sich niedergelassen, dort bei der alten Eiche, wo eine förmliche kleine Küche mit Herd und Rauchfang im trockenen Boden ausgehöhlt zu sehen ist. Bald ist ein Feuer angefacht; Hieronymus zieht ein irdenes Schüsselein aus seinem Zwillichsack, Dionys hat Schlehen mitgebracht, die im Schmalz geschmort werden sollen. Romulus bringt Speck, der, in Stücke geschnitten, überm Feuer gebraten und dann zum Schwarzbrot mit beneidenswertem Appetit verzehrt wird.

Unterdessen sind die Nebel, welche oben am Walde gelagert, gewichen, sie ziehen ab in einzelnen Fetzen und Dunstgestalten. Ein plötzlicher Windstoß saust durch die Tannen und raschelt im dürren Heidegras, das Vieh rennt verscheucht aus den Hürsten, und ein mutwilliger Bub ruft: „der Landenberger! der Landenberger!“ Ein anderer rennt zur großen Tanne, unter welcher die singenden Mädchen wie die Küchlein unter den Flügeln der Henne sitzen, und schreit hinein: „der Landenberger kommt!“ Und kreischend fährt der Kreis auseinander; und eins will das andere bereden, es habe den bösen Vogt gesehen im flatternden Mantel ohne Kopf durchs Gebüsch reiten.

Zur Geschichte vom bösen Grafen Ladenberger auf dem Hammerschloß konnte mir Dr. Jörg Martin ebenfalls erhellendes berichten:

Gerne zogen die kleinen Nomaden auch den Landfahrern nach, wenn diese auf Waldblößen lagerten, spengelten und Kessel flickten, während ihre Weiber bettelnd in den Ortschaften und Gehöften umherzogen. Der Lange Hans, wenn er bei guter Laune war, spielte ihnen dann die lustigsten Stücklein und „Hopper“ auf, nach welchen sie so lange tanzten und sprangen, bis irgendein Geschrei mit Rauferei entstand, wozu die Vagantenkinder immer sehr aufgelegt waren. Der Lange aber, eine strenge Kinderzucht führend, fuhr alsdann nach einigem Zusehen dazwischen und erteilte seinem eigenen Fleisch und Blut mit einer alten ledernen Säbelscheide eine derbe Lektion mit den Worten: „Habt’s mit euers Gatting!“ – womit er sagen wollte, ein jeder solle sich zu seinesgleichen halten.

Sehr oft befand sich Hieronymus auch allein, ein unumschränkter Regent seiner Herde, ein Fürst des Waldes und der Trift. – Wenn er dann, im Grase liegend, hinaufschaute in das blaue Meer des Himmels, in welchem einzelne lichte Wölkchen wie Kähne dahinzogen – so träumte er sich hinaus in die Welt, in die Fremde, sah sich zurückkehren nach Jahren in das Vaterhaus, als ein Mann, glücklich und geehrt von Bekannten und Freunden. – Dann sprang er auf aus der Ruh, bestieg den höchsten Fels und schaute hinab ins Tal – und es war ihm so wohl, so fröhlich ums Herz, daß er mit einem weithin schallenden Jauchzer sein Glück den Bergen und Wäldern verkünden mußte.

Wer wollte es unsern Hirtenkindern verdenken, wenn sie wünschten, das ungebundene Leben in Feld und Wald möchte noch lange, recht lange kein Ende nehmen? – Dennoch begrüßten sie wieder mit einer anderen Art von Behagen den ersten Schnee, die ersten Stürme, welche Menschen und Vieh zurück in ihre Wohnungen trieben. Für Hieronymus brachte der Winter manch freie Stunde, während welcher er dem Vater beim Schreinern und Bäscheln helfen oder seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Zeichnen und Malen, obliegen durfte.

Auch in diesem Kapitel begegnen uns wieder die Landfahrer. Der Lange Hans bringt hier auf den Punkt was damals für alle gegolten hat:

Habt`s mit euers Gatting!

Das Bruderkirchlein und die Familie des Köhlers
Beim rauchenden Meiler

Mehr dazu auch von Wolf Hockenjos:

Hieronymus und der Wald

Hier geht’s zur Übersicht:

Hieronymus Das Buch Von Lucian Reich 1858

Mehr zum Hieronymus gibt es hier:

Der Hüfinger Künstlerkreis

Johann Nepomuk Heinemanns „Hieronymus“

„Der Ton ist das Problem.“ – Wie Frauen diszipliniert werden, wenn sie ihre Rolle verlassen

Es gibt einen erstaunlich stabilen Satz, der Frauen begleitet, sobald sie öffentlich Einfluss nehmen:

Sie seien „zu viel“.

Zu direkt.
Zu laut.
Zu emotional.
Zu ehrgeizig.
Zu präsent.

Der Satz wirkt harmlos. Fast wie ein persönlicher Eindruck. Aber wenn man genauer hinschaut, taucht er erstaunlich zuverlässig dort auf, wo Frauen beginnen, Raum einzunehmen.

Sobald sie nicht mehr nur teilnehmen, sondern prägen.
Sobald sie nicht mehr nur mitarbeiten, sondern widersprechen.
Sobald sie nicht mehr nur zustimmen, sondern entscheiden wollen.

Dann verschiebt sich plötzlich die Diskussion.

Nicht mehr: Stimmt das Argument?
Sondern: Wie hat sie das gesagt?

Die Philosophin Kate Manne beschreibt dieses Muster in ihrem Buch Down Girl: The Logic of Misogyny (2017) sehr präzise. Ihrer Analyse zufolge ist Frauenfeindlichkeit weniger ein individuelles Gefühl von Hass als ein sozialer Durchsetzungsmechanismus.

Mit anderen Worten: Misogynie ist nicht in erster Linie eine Emotion. Sie ist eine Form sozialer Ordnungspolitik.

Während Sexismus erklärt, warum Männer angeblich natürlicherweise führen und Frauen unterstützen sollen, sorgt Misogynie dafür, dass diese Ordnung auch eingehalten wird.

Sie belohnt Frauen, die sich an die erwartete Rolle halten.
Und sie sanktioniert Frauen, die davon abweichen.

Die Regeln sind selten ausgesprochen. Aber sie sind erstaunlich stabil.

Eine Frau, die freundlich, unterstützend und zurückhaltend ist, gilt als angenehm.
Eine Frau, die argumentiert, widerspricht oder eine Entscheidung einfordert, wird schnell anders beschrieben: schwierig, aggressiv, polarisierend.

Das Verhalten selbst hat sich nicht verändert.

Nur die Passung zur erwarteten Rolle.

Die Durchsetzung dieser Regeln kommt selten offen daher. Niemand sagt: „Sie ist ein Problem, weil sie eine Frau ist.“

Stattdessen klingt es wie sachliche Rückmeldung:

„Ihr Ton war unangemessen.“
„Sie wirkt sehr hart.“
„Man kann mit ihr schlecht zusammenarbeiten.“
„Ich finde sie einfach unsympathisch.“
„Sie polarisiert.“

Solche Sätze wirken wie persönliche Eindrücke.

In Mannes Analyse sind sie oft Teil eines Systems, das Abweichungen korrigiert.

Besonders sichtbar wird dieses Muster dort, wo Frauen Macht erreichen.

Eigentlich könnte man erwarten, dass Kritik abnimmt, wenn Frauen Kompetenz zeigen, Verantwortung übernehmen und politische Erfahrung sammeln.

In der Realität passiert häufig das Gegenteil.

Die Prüfung wird intensiver.

Je näher Frauen an Machtpositionen kommen, desto genauer wird ihr Verhalten beobachtet.

Das ist kein Widerspruch zum Fortschritt.
Es ist die Logik eines Systems, das seine eigenen Grenzen überwacht.

Ein System kontrolliert besonders dort, wo seine Regeln tatsächlich herausgefordert werden.

In der Kommunalpolitik lässt sich dieses Muster erstaunlich gut beobachten.

Zum Beispiel in Gemeinderatssitzungen.

Wenn ein männlicher Gemeinderat deutlich widerspricht, gilt er als engagiert oder durchsetzungsstark.
Wenn eine Gemeinderätin dasselbe tut, wird plötzlich ihr Ton diskutiert.

Nicht der Inhalt.

Der Ton.

Oder in Ausschüssen, wenn Frauen fachliche Kritik äußern. Plötzlich wird nicht mehr über die Argumente gesprochen, sondern über den Stil:

Ob das „nicht etwas zu scharf formuliert“ sei.
Ob man „so nicht miteinander umgehen sollte“.
Ob das „jetzt nicht eskalieren müsse“.

Die gleiche Klarheit, die bei Männern als Führungsstärke gilt, erscheint bei Frauen plötzlich als Problem.

Es gibt eine ganze Reihe von Sätzen, die in politischen Gremien auffällig häufig fallen – besonders dann, wenn Frauen deutlich argumentieren oder Kritik äußern.

Zum Beispiel:

„Jetzt bleiben wir mal sachlich.“
„Man kann das auch freundlicher sagen.“
„Der Ton macht die Musik.“
„Das muss man jetzt nicht so emotional sehen.“
„Wir sollten das hier nicht eskalieren lassen.“
„So kommen wir hier nicht weiter.“
„Das ist jetzt aber schon sehr konfrontativ.“

Interessant ist dabei eine kleine Verschiebung.

Der Inhalt verschwindet aus der Diskussion.

Stattdessen wird über Form, Ton und Stil gesprochen.

Nicht darüber, ob das Gesagte stimmt – sondern darüber, wie es gesagt wurde.

Das ist genau die Art von sozialer Korrektur, die Kate Manne beschreibt:
Die Abweichung von der erwarteten Rolle wird markiert, ohne dass sie jemals offen benannt werden muss.

Ein weiteres Phänomen, das Manne beschreibt, hat sie mit einem eigenen Begriff versehen: Himpathy.

Er bezeichnet eine auffällige Form von Empathieverschiebung.

Wenn Konflikte zwischen Männern und Frauen entstehen, richtet sich das Mitgefühl oft stärker auf den Mann – selbst dann, wenn er derjenige ist, der Kritik ausgelöst hat.

Plötzlich geht es um seine Zukunft.
Seinen Ruf.
Seine Karriere.
Seine Verdienste.

Während gleichzeitig die Frau, die das Problem angesprochen hat, sehr schnell selbst zum Problem erklärt wird.

Was Mannes Analyse so unbequem macht, ist ihre Konsequenz.

Wenn Misogynie nur aus individuellen Vorurteilen bestünde, wäre die Lösung einfach: Vorurteile erkennen, Einstellungen ändern, Problem gelöst.

Aber wenn Misogynie strukturell ist – eingebettet in Erwartungen, Bewertungen und institutionelle Routinen – dann können auch Menschen mit guten Absichten Teil dieses Mechanismus sein.

Eine faire Person in einem unfairen System produziert immer noch unfaire Ergebnisse.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:

Wer hat Vorurteile?

Sondern auch:

Welche Verhaltensweisen belohnt unsere politische Kultur?
Welche sanktioniert sie?
Und wer zahlt den Preis, wenn jemand die unausgesprochenen Regeln nicht mehr akzeptiert?

Vielleicht erklärt das auch ein merkwürdiges Paradox politischer Arbeit.

Frauen wird oft geraten, sich einzubringen.
Mehr Verantwortung zu übernehmen.
Ihre Stimme zu erheben.

Aber wenn sie genau das tun, beginnt plötzlich eine zweite Debatte.

Nicht über ihre Argumente.

Sondern über ihre Art.

Über ihren Ton.
Ihr Auftreten.
Ihre Persönlichkeit.

Vielleicht ist das der eigentliche Test politischer Teilhabe.

Nicht, ob Frauen mitreden dürfen.

Sondern wie viel Raum sie einnehmen dürfen,
bevor jemand sagt:

„Das ist jetzt aber schon ein bisschen viel.“

Im Frühlingswald

06. März 2026 von Thomas Kring

Wer im Frühjahr durch den Wald spaziert, wird viele Pflanzen finden, die bereits blühen. Manchmal ein wahres Blütenmeer, wie beim Märzenbecher.

  • Märzenbecher

Der Märzenbecher ist auch als Frühlings-Knotenblume bekannt.

Diese früh blühenden Pflanzen im Wald werden auch Frühlingsgeophyten genannt. Bei Geophyten handelt es sich um mehrjährige krautige Pflanzen, die eine ungünstige Jahreszeit, zum Beispiel den Winter oder trockene Sommer, unterirdisch überdauern. Sie bilden dann bei günstigeren Verhältnissen aus unterirdischen Erneuerungsknospen (Wurzeln, Knollen, Zwiebeln) neue Triebe.

Die Frühlingsgeophyten der Laubwälder blühen so früh, weil dann noch viel Licht den Waldboden erreicht. Damit können die Pflanzen Photosynthese betreiben und genug assimilieren, um Früchte auszubilden. Damit müssen die Pflanzen weitestgehend fertig sein bevor der Lichtreichtum endet, wenn die Bäume mit dem Laubaustrieb beginnen.

Die hier gezeigten Aufnahmen sind alle vom 06. März 2026.

  • Weiße Pestwurz
    Weiße Pestwurz


Eine Besonderheit ist der Zinnoberrote Kelchbecherling, dessen Fruchtkörper vor allem zwischen Januar und April auf totem Laubholz zu finden ist.


Zinnoberrote Kelchbecherling oder auch Scharlachroter Prachtbecherling genannt.

  • Zinnoberrote Kelchbecherling

Auch die Vogelwelt ist hoch aktiv. So lassen sich verschiedene Meisen, Zaunkönige, Buchfinke, Singdrosseln und Waldbaumläufer vernehmen.

Anhand des letzten Fotos kann der ein oder andere bestimmt feststelle, wo die Aufnahmen für den Artikel entstanden sind.

Wächter der Wutach
Wächter der Wutach

Der Zuckerbäcker

Süsser Winkel Hüfingen 9.3.24 von Wolfgang Kleiser
Süsser Winkel Hüfingen 9.3.24 von Wolfgang Kleiser
Schwarzwälder Kirsch Torte
De Zuckerbeck von Hubert Mauz, gelesen von Maria Simon

De Zuckerbeck, am Siesse Winkel Eck

Es giht en Beck der no meh khaa
Drum fange mer vu vorne aa
Nuu Wecke, Halbwiess, Buurelaib
On woess vum Bache no meh bscheid

Es isch de Zuckerbeck, Conditor gnennt
Der hät bigott mords gschickti Händ
Im Kopf vill zuckrigi Rezept
Wa der alls khaa, Respekt, Respekt

Er doeget zerscht en Tortebode
Fürs Fundament muß mer ihn scho lobe
Wa dä druff kunnt, loset jetzt guet zue
Des haut di fascht scho us de Schuhe

I ville Häfe Zimt Zucker, Meähl
De Safran macht e Torte geäl
En Huufe Zuetate stond parat
Iidolt, gwoge, akkurat

Sie hohe Kunscht isch Schwarzwald Kirsch
Wer die genießt word zu me Hirsch
Sie Kaffeestub isch drum en Kult
Und Bsuecher lobets, voller Huld

Au Sachertorte hät er druff
De Duft verschleht der fascht de Schnuff
Schwarzbeer vu de Beerliewieber
En Torte Zauber, konn wid meh lieber

En Schoko Traum, so zart und fein
Sind d Pralinee, ob gross, ob klein
Au Nougat kha ganz guet der Maa
Nuu Feinback – Fraue kummet a den draa

Wa wär e Städtle ohni Zuckerbeck
Verzicht wär schad uffs Feingebäck
Drum lobet mir de Städtli Beck
Am Huefinger Siesse Winkel Eck

Was ein Zuckerbecker alles kann von Maria Simon, Alemannisch von Hubert Mauz

Was ein Konditor alles kann

Er kann backen wie ein Bäcker,
doch auch wie ein Apotheker
mengen, wiegen, extrahieren,
wie ein Stuckateur verzieren.

Er kann kandieren und gelieren,
aber auch noch modellieren,
macht Figuren aus Marzipan
wie`s aus Ton der Künstler kann.

Wie ein Maurer Stein auf Stein
dazwischen Mörtel streichet ein.
Mit zarter Krem, wenn`s ist vonnöten
streicht ein der Konditor Tortenböden

Er kann hobeln wie ein Schreiner
Schokospäne, so kann´s keiner.

Wie ein Gipser verputzt die Wände,
Torten überzieht er ganz behände.

Er entwirft ein Ornament
wie ein Grafiker das kennt,
spritzt dann aus `nem feinen Tütchen
schokoladig schmucke Hütchen.

Kunstmaler sind berühmt und bekannt
für ihre feinmotorische Hand.
Auch ein Konditor zeichnet mit Bravour,
er spritzt auf Torten Bilder mit Glasur.

Aus flüssigem Glase formt der Bläser,
formvollendet seine Gläser.
Auch der Konditor bläst mit Gefühl
aus Zucker ein schönes Formenspiel.

Schneidet der Konditor dann
zuallerletzt sein Kunstwerk an,
so muss es zart und locker, fein
verzehrbar mittels Gäbelchen sein.

Wahlergebnisse für Hüfingen

Wer selber schauen möchte, hier geht es zu den Ergebnissen: Wahlergebnisse Hüfingen

Behla ist der Gewinner beim Auszählen. Glückwunsch! Ergebnisse um 18:39 Uhr
Mundelfingen hat den 2. Platz mit 19:05 Uhr, Sumpfohren 19:12 Uhr.

Ich beschränke mich hier auf die Parteien mit Direktkandidaten. Oben 2026 und unten die Ergebnisse 2021. 2021 gab es nur eine Stimme und die steht bei den Erststimmen. Von den Wahlräumen in Hüfingen Kernstadt habe ich abgesehen.
Alle Zahlen ohne Gewähr!

Hüfingen gesamtErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE
686
1.013
912
17,5
29,09
23,1
Guido Wolf
CDU
1.419
906
1.28436,1
26,2
32,5
Christine Treublut
SPD
191
256
1784,9
7,35
4,5
Nikolai Reith
FDP
527
586
25113,4
16,83
6,4
Kay Rittweg
AfD
872
354
90922,2
10.17
23
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 135
78
1173,4
2,24
3
Christane Fichter
Volt
99
11
442,5
0,32
1,1

2026 Wahlberechtigte: 5.656
Wahlberechtigte 2021: 5.539

2026 Wähler/innen: 3.929 Wahlbeteiligung 2026: 70,3 %
Wähler/innen 2021: 3.524 Wahlbeteiligung 2021: 63,62 %

Hier geht es zu den alten Ergebnissen: Wahlergebnisse

BehlaErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE
26
29
46
13,1
20,71
23,4
Guido Wolf
CDU
98
44
7949,2
31,43
40,1
Christine Treublut
SPD
9
4
84,5
2,86
4,1
Nikolai Reith
FDP
20
39
1210,1
27,86
6,1
Kay Rittweg
AfD
37
13
4218,6
9,29
21,3
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 3
2
11,5
1,43
0,5
Christane Fichter
Volt
6
0
03,0
0
0
FürstenbergErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE
21
34
33
8,6
16,83
13,3
Guido Wolf
CDU
130
75
12853,1
37,13
51,6
Christine Treublut
SPD
6
2
62,4
0,99
2,4
Nikolai Reith
FDP
40
33
2016,3
16,34
8,1
Kay Rittweg
AfD
33
16
4213,5
7,92
16,9
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 8
6
53,3
2,97
2
Christane Fichter
Volt

7
0

52,9
0
2
Hausen vor WaldErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE
29
32
33
14,6
20,92
16,7
Guido Wolf
CDU
61
44
6230,7
28,76
31,3
Christine Treublut
SPD
8
11
84
7,19
4
Nikolai Reith
FDP
44
36
1722,1
23,53
8,6
Kay Rittweg
AfD
49
17
5324,6
11,11
26,8
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 5
2
32,5
1,31
1,5
Christane Fichter
Volt
3
1
41,5
0,65
2
MundelfingenErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE
44
75
54
15,8
30,74
19,2
Guido Wolf
CDU
98
65
9235,3
26,64
32,7
Christine Treublut
SPD
14
15
145
6,15
5
Nikolai Reith
FDP
51
42
2318,3
17,21
8,2
Kay Rittweg
AfD
59
19
6421,2
7,79
22,8
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 6
8
102,2
3,28
3,6
Christane Fichter
Volt
6
0
52,2
0
1,8
SumpfohrenErststimmenZweitstimmenProzent
Erststimmen
Prozent
Zweitstimmen
Jens Metzger
GRÜNE
27
27
28
19,7
22,5
20,4
Guido Wolf
CDU
54
40
5439,4
33,33
39,4
Christine Treublut
SPD
3
5
22,2
4,17
1,5
Nikolai Reith
FDP
17
21
912,4
17,5
6,6
Kay Rittweg
AfD
28
18
3220,4
15,0
23,4
Heinrich Alexandra Hermann, DIE LINKE 2
2
51,5
1,67
3,6
Christane Fichter
Volt
6
0
24,4
0
1,5

Lieber Hüfingerinnen und liebe Hüfinger,

dieses Jahr dürfen wir am 8. März einen Landtag für Stuttgart wählen. Der 8. März ist ein besonderer Tag und soll auch daran erinnern, dass Frauen in der Politik, auch heute noch, so gut wie keine Rolle spielen. Wir werden hier in Südbaden von Stuttgart fremdbestimmt und wurden für die Wahlen extra in den Schwäbischen Kreis eingegliedert.

Meine Meinung zur Stuttgarter Politik habe ich schon sehr oft kund getan: Baden nach Bayern eingliedern?

Die 35 Landkreise, 9 Stadtkreise und 70 Wahlkreise in Baden-Württemberg sind ein unsinniger Luxus und dienen der übermäßigen Versorgung der Landräte, Politiker, Landesbeamten und Dezernenten auf Steuerzahlerkosten. Eine Zusammenlegung der Landratsämter und Wahlkreise auf etwa 20 würde nicht nur Milliarden einsparen, sondern wäre auch deutlich gerechter und effektiver. Aber es wird natürlich keiner der wichtigen Männer seine Pfründe freiwillig aufgeben und die AfD steht schon in den Startlöchern an den Fleischtöpfen bereit.

…S’rumoret zmol landuff, landab.
Min Nochber debret bsässe:
Jetzt, guck emol des Gschmier do aa,
d’Badenser sottes fresse.

Südweschtstaat schtoht do krottebroat,
Potzhageldunderwätter,
sott ech am End en Schwob no geä?
Ho sell, sell wär no nätter.

..
Glaub nu, iis ginges dräckig gnueg,
mier dierftet ninnt me sage.
Vum Muschterländli wäret d’Liit
… halt blos s’fifft Rad am Wage.

…
>Gottfried Schafbuch 1950

Wie der Hüfinger Frauenverband schon 1849 festgestellt hatte:
Worte können unser Recht und unsere Freiheit nicht erobern!

Es geht hier um die Landtagswahl am 8. März 2026 im Wahlkreis 55 Tuttlingen-Donaueschingen, im Speziellen um Hüfingen.

Für den Wahlkreis 55 hatte ich folgende Kandidatinnen und Kandidaten angeschrieben: Christane Fichter (Volt), Heinrich Alexandra Hermann (Die Linke), Jens Metzger (Bündnis 90/Die Grünen), Nikolai Reith (FDP), Kay Rittweg (AfD), Christine Treublut (SPD) und Guido Wolf (CDU).

Fragen zur Landtagswahl 2026

Vielen Dank an Christiane Fichter (Volt) für die Zeit und die klaren Antworten! Sie war die einzige die sich die Zeit für Hüfingen genommen hat.

Antworten von Christiane Fichter (Volt) für Hüfingen


1. Thema: Grünbrücke Hüfingen / B31
Mit dem Ausbau der B31 wurde das Landschaftsbild rund um Hüfingen stark verändert. Unter anderem ist das Naturschutzgebiet Deggenreuschen-Rauschachen durch die Trasse in zwei Teile geteilt, und die Durchgängigkeit für Menschen wie auch für Wildtiere ist stark eingeschränkt. Es wurde damals wie heute auf unsere Natur und die Menschen die hier leben keine Rücksicht genommen. 
In den vergangenen Jahren wurden erhebliche Summen in den Ausbau der B31/B27 investiert und weitere 70 Millionen sind für eine zweite Gauchachtalbrücke vorgesehen. Durch den ungezügelten Ausbau der Bundesstraßen wurden nicht nur die Menschen in Hüfingen selber „eingesperrt“, sondern auch alle nicht geflügelten Wildtiere am Wandern gehindert. So wurde mit dem Ausbau der B31 ein Naturschutzgebiet, ein Wildtierkorridor und sogar die Stadt Hüfingen in zwei Teile geteilt. 
Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich daher eine Grünbrücke, die sowohl Wildtieren sichere Wanderwege eröffnet als auch Fußgängerinnen und Fußgängern eine Querungsmöglichkeit bietet.

Frage: Wie stehen Sie zum Vorschlag einer Grünbrücke über die B31 in unserem Naturschutzgebiet?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Eine Grünbrücke ist ein wirkungsvolles Instrument, um Lebensräume, die durch Verkehrswege getrennt wurden, wieder miteinander zu verbinden. Sie ermöglicht Wildtieren sichere Wanderungen, erhält genetische Vielfalt und stabilisiert ganze Ökosysteme.

Ich gebe offen zu, dass ich für den Abschnitt an der Hüfingen/B31 noch nicht alle Details kenne. Aber wo wir zusammenhängende Lebensräume getrennt haben, müssen wir wieder Verbindung schaffen. Denn nur so bleibt die Natur lebendig und die Vielfalt der Tiere erhalten.

Eine Grünbrücke kann genau das leisten. Sie wirkt wie eine geheilte Wunde in der Landschaft. Aber nur, wenn wir sie wirklich den Tieren überlassen. Wenn Menschen sie als Spazierweg nutzen, bleiben die Tiere fern. Dann verliert die Brücke ihren Sinn.

Ich wünsche mir, dass wir die Natur nicht länger nachrangig behandeln. Dass wir nicht zuerst neue Straßen planen und erst dann darüber nachdenken, was das für die Tiere bedeutet. Ich möchte, dass wir zuerst fragen, wie wir das Gleichgewicht erhalten und wie wir Schaden vermeiden können.

Denn am Ende geht es um unseren gemeinsamen Lebensraum. Und um die Verantwortung, die wir dafür tragen.


2. Thema: Wahlrecht und Landkreisordnung
Am 24. September 1950 stimmten etwa 65% der hiesigen Wahlberechtigten gegen einen Südweststaat und für die Wiederherstellung Badens. Wohl aus Strafe hatte Stuttgart später Hüfingen als Wahlkreis zusammen mit Donaueschingen und Blumberg ins schwäbische Tuttlingen zwangsverlegt. Unter Missachtung der Volksbefragung untersteht Hüfingen der baden-württembergischen Landkreisordnung, wird von Stuttgart regiert und vom RP in Freiburg verwaltet. Im Unterschied zu 14 anderen Bundesländern dürfen wir den Landrat nicht direkt wählen und bekommen von Stuttgart einen 1. Landesbeamten bestimmt. Die Konsequenz hiervon ist, dass dies immer Männer mit Parteibuch einer der in Stuttgart regierenden Parteien sind. Kritikerinnen und Kritiker sehen darin eine Einschränkung demokratischer Mitbestimmungsmöglichkeiten auf Landkreisebene.

Frage: Wie stehen Sie zu einer Reform der Landkreisordnung, insbesondere im Hinblick auf die Direktwahl von Landrätinnen und Landräten und der Anordnung der Wahlkreise?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Mein Vater ist Badner, meine Mutter Württembergerin. Ich bin in Württemberg geboren und in Baden aufgewachsen. Ich bin gerne Badenerin und gerne Württembergerin – und damit stolz, Baden-Württembergerin zu sein. Gleichzeitig bin ich überzeugte Europäerin.

Nichts ist für die Ewigkeit. Reformen sind dazu da, Strukturen zu prüfen, anzupassen und an veränderte Realitäten anzupassen. Die Region Schwarzwald Baar ist wunderschön und vielfältig, und die Menschen hier verdienen ein System, das ihre Interessen abbildet. Es gibt Pro und Contra für eine Direktwahl von Landrätinnen und Landräten. Wie einige andere Bundesländer zeigen, kann die Direktwahl funktionieren. Ich denke, es gibt noch viele weitere Faktoren, die dazu gehören, dass bei uns meist Landräte sind und womöglich mit der gleichen Partei wie in der Regierung in Stuttgart. Wie zum Beispiel “haben wir immer schon so gemacht/gewählt”, patriarchale Strukturen etc. Aber ich freue mich, wenn mir jemand die Daten dazu aussucht, ob dies z.B. in Bayern mit direkt gewählten Landräten und Landrätinnen anders aussieht. 

Noch wichtiger finde ich, dass Informationen und Veranstaltungsankündigungen nicht nur über die Zeitung bekannt gegeben werden, sondern auch über Social Media und andere digitale Kanäle. Dabei geht es nicht nur um Informationsveranstaltungen, sondern um echte Bürgerbeteiligung: Diskussionsrunden, Workshops und andere Mitwirkungsmöglichkeiten sollten angeboten werden. Öffentliche Kreistagssitzungen könnten online übertragen werden, ergänzt durch weitere Beteiligungsformate. Vor allem ist wichtig, dass Informationen frühzeitig und mit allen relevanten Daten und Fakten bereitgestellt werden. Nur so können Menschen wirklich mitentscheiden, sich ein eigenes Bild machen und informiert mitwirken.

Die letzte große Kreisreform war 1973, als der Schwarzwald Baar Kreis entstanden ist. Eine strukturelle Reform kann sinnvoll sein, aktuell sehe ich jedoch keinen dringenden Handlungsbedarf. Für Nostalgikerinnen und Nostalgiker bleibt immerhin die Möglichkeit, das Kennzeichen DS zu wählen – ein kleiner, aber schöner Bezug zu unserer Geschichte.


3. Thema: Einsatz von Palantir-Software
Das Land Baden-Württemberg hat einen Vertrag über den Einsatz der US-amerikanischen Software „Palantir“ abgeschlossen. Kritisch betrachtet wird dabei zum einen, dass der Vertrag offenbar keine Ausstiegsklausel enthält, zum anderen, dass es alternative Anbieter gibt – darunter auch Unternehmen aus Baden-Württemberg – die aus Sicht vieler Fachleute mehr Transparenz und eine bessere rechtsstaatliche Einbettung gewährleisten könnten.

Frage: Wie bewerten Sie den Einsatz der Software Palantir in Baden-Württemberg? Halten Sie es für wichtig, stärker auf regionale und europäische Anbieter zu setzen?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Palantir wurde von dem rechtslibertären US-Milliardär Peter Thiel mitgegründet, der Demokratie kritisch gegenübersteht. Allein diese Herkunft und Abhängigkeit macht die Software Gotham für den Einsatz in kritischer Sicherheitsinfrastruktur hochproblematisch. Daneben geht mit der Software aber auch Intransparenz und Kontrollverlust einher. Zwar wurde 2023 durch das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie eine Überprüfung des Quellcode durchgeführt, diese gilt jedoch nur für die konkrete überprüfte Version und müsste für jedes Update neu überprüft werden, wie Netzpolitik.org hervorhebt, weshalb nicht sichergestellt werden kann, dass womöglich doch Daten abfließen, bspw. an us-amerikanische Geheimdienste und es zu Verletzungen der Rechtsstaatlichkeit kommt. Die von der Landesregierung geplante Einführung von Gotham ist daher keine einfache Softwareinstallation. Es handelt sich um eine strategische Entscheidung für ein Betriebsmodell, das Schulungen, Abhängigkeiten und langfristige Integrationen mit sich bringt. Von der Polizei genutzte Software muss aus unserer Sicht jedoch geltende Grundrechte und Datenschutz achten. Gleichzeitig sollte Baden-Württemberg sich nicht langfristig an Einzelunternehmern mit autoritären Weltbildern, sondern Investitionen auch unter dem Gesichtspunkt digitaler Souveränität betrachten. Es gibt bereits Software-Alternativen in Europa, eine Möglichkeit besteht jedoch auch in einer Eigenentwicklung, wie Europol es vorgemacht hat. Dort war man mit den Ergebnissen der Software so unzufrieden, dass sogar eine Klage erwogen wurde. Eine Möglichkeit der wäre hier aber auch Innovation Hub 110 der Polizei Hessen, der als positives Beispiel für digitale Transformation in der Polizeiarbeit gilt. Dort findet seit 2020 eine EU-orientierte Entwicklung von digitalen Tools, Apps und Analyseverfahren in transparent öffentlichen Strukturen statt. Polizeiarbeit soll und muss modernisiert werden, das unterstützen wir ausdrücklich, aber wir wollen eine Polizei, die effektiv, demokratisch kontrolliert und technisch souverän arbeitet – keine blinde Abhängigkeit von US-Konzernen.


4. Thema: Qualifikation einheimischer Ingenieurinnen und Ingenieure
Deutschland – und insbesondere Baden-Württemberg – verfügt über eine große Zahl hochqualifizierter Ingenieurinnen und Ingenieure. Angesichts dessen stellt sich die Frage, warum auf international umstrittene Anbieter zurückgegriffen wird, obwohl auch im Land selbst Expertise und Innovationskraft vorhanden sind.

Frage: Sehen Sie Defizite in der Qualifikation unserer Ingenieurinnen und Ingenieure – oder sollte deren Know-how künftig stärker genutzt werden?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Wir haben sehr viele Ingenieure und Ingenieurinnen in BW und einige international bekannte Unis und Hochschulen. Während wir gerade in der Forschung und Entwicklung Vorreiter sind, haben wir aber in der Übersetzung in Anwendungen in der Wirtschaft häufig noch Defizite. In Deutschland fehlt es häufig noch an Risikokapital für die Entwicklung und Vermarktung  von Produkten und es gibt viele Hürden für die Gründung von neuen Unternehmen. Diese wollen wir angehen und Baden-Württemberg freundlicher für Gründerinnen und Gründer machen und so langfristig die Innovations- und Wirtschaftskraft unseres Landes stärken.


5. Thema: Wissenschaftsfreiheit und die Rolle vom Staat
Das sogenannte Gender Health Gap beschreibt die Tatsache, dass medizinische Forschung und Behandlung noch immer überwiegend am männlichen Körper ausgerichtet sind, wodurch Frauen Nachteile erfahren. In den USA wurde jüngst Forschung an Frauen und Kindern teilweise als „zu woke“ eingeschränkt. Auch in Baden-Württemberg gab es in der Vergangenheit politische Anträge, die den Universitäten Vorgaben machen sollten. Von Zigeunerschnitzel, Schokokuss über Tofuwurst; Worte werden verboten oder neue Worte vorgeschrieben, ein * ist schon zu Anarchie geworden. Der ÖPNV wird im Schwarzwald-Baar Kreis momentan stark eingeschränkt und die Kommunen werden gezwungen, zusätzlich zur Kreisumlage, dies auch noch zu bezahlen. Damit stellen sich die grundsätzlichen Fragen was die Aufgabe des Staates in einer Demokratie ist und was die Politiker mit den Gesetzten erreichen wollen.

Frage: Wie stehen Sie zur Wissenschaftsfreiheit der Universitäten? Wo sehen Sie ihre legitimen Grenzen – und wo beginnt politische Einflussnahme, die Sie für problematisch halten? Welche Rolle sollte der Staat in einer modernen Gesellschaft spielen?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Wissenschaftsfreiheit ist ein grundlegendes Prinzip, das gewahrt werden muss. Staatliche Projektförderung ist zunächst kein direkter Eingriff, nimmt aber natürlich Einfluss. Wenn Programme, die sich bspw. dem Gender Health Gap widmen, gestrichen werden, also der Forschung die sich Wissenslücken in der Medizin bezüglich der gesundheit von Frauen widmet aus Ideologie heraus gestrichen wird, wie wir es in den USA derzeit beobachten können, ist das nicht nur problematisch, sondern gefährdet auch die Gesundheit von Frauen.  Gleichzeitig müssen wir auch anerkennen, dass sich unsere Gesellschaft ändert und damit auch die Sprache und wie wir miteinander sprechen. Es werden keine Worte „verboten“, sie werden gesellschaftlich anerkannt als was sie sind. Rassistisch bzw. Aus einem rassistischen und/oder abwertenden Kontext. Solche Vorgaben bei Förderanträgen stellen jedoch anders als die zuvor beschriebenen Einschränkungen der Forschung zur Frauengesundheit keinen Eingriff in die Forschung ein, geforscht werden kann weiterhin völlig frei, sofern eine sensible Sprache gewählt wird. Grundsätzlich ist es normal, dass der Staat Schwerpunkte und Spielregeln für Förderanträge festlegt, schon weil ein (zu) begrenztes Budget für Forschung und Entwicklung zur Verfügung steht.


6. Thema: Haltung zu BDS und Antisemitismusprävention
Am 17. Mai 2019 hat der Deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit (CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen) den Antrag „BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen“ angenommen. Darin werden Länder, Kommunen und öffentliche Einrichtungen aufgefordert, sich dieser Haltung anzuschließen und antisemitischen Tendenzen entschieden entgegenzutreten.
Im März 2025 fand an der Volkshochschule Baar in Hüfingen eine Veranstaltung mit Bezug zur BDS-Bewegung statt. Mit unserem Geld, in unserem Raum wurden Juden entrechtet, Schändungen an Frauen gerechtfertigt und Geschichte neu geschrieben.

Frage: Wie stehen Sie zum Beschluss des Deutschen Bundestages von 2019 und zur Durchführung von Veranstaltungen mit Bezug zur BDS-Bewegung in unserer Region?

Christiane Fichter DE City Lead Schwarzwald-Baar-Heuberg Direktkandidatin Tuttlingen-Donaueschingen Platz 13 der BW-Landesliste für die Landtagswahl 2026
Christiane Fichter:

Die BDS-Bewegung ist im Kern antisemtisch und wird maßgeblich vom Palestinian BDS National Committee geführt, zu dem das Council of National and Islamic Forces in Palestine gehören, welcher Terrorgruppen wie die Hamas und die PFLP vereint. Das BDS National Committee kann insofern auch nicht als friedliche Organisation betrachtet werden. Dazu kommt, dass Flügel des BDS in der Vergangenheit auch aktiv die Verfolgung und Ausschluss von Aktivisten und Organisationen unterstützt haben, die sich für eine Verständigung und Frieden zwischen Palästinensern und Juden eingesetzt haben. Die BDS-Bewegung wird daher auch vom Verfassungsschutz beobachtet und der Beschluss des Bundestages von 2019, Antisemitismus entschlossen entgegen zu treten unterstützenswert. Gerade auch in Zeiten von zunehmendem Antisemitismus und einer sich polarisierenden Gesellschaft sind (Bildungs-) Projekte gegen Hass und für Verständigung und ein offener Dialog sowohl mit jüdischen als auch palästinensichen Akteuren wichtig. Dazu gehört auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Politik der israelischen Regierung. Das ist und muss aber mit Akteuren möglich sein, die sich tatsächlich für ein friedliches Miteinander und Verständigung einsetzen.


Letztes Jahr zur Bundestagswahl hatten wir im Januar alle Antworten der Kandidatinnen und Kandidaten. Thorsten Frei hat sogar nur einen Tag gebraucht, um zu antworten. Was sagt uns das?
Unsere Bundestagsabgeordneten sind wirklich für alle da. Derya Türk-Nachbaur und Thorsten Frei, die wirklich genug zu tun haben – und um ehrlich zu sein – es auch nicht nötig hätten sich um die Hüfinger Provinz zu kümmern. Trotzdem nehmen sie uns ernst. Kein Wunder, dass wir von Stuttgart so absolut gar nichts zu erwarten haben. Der Stuttgarter Landtag ist halt nur für Schwaben da. Aus Nostalgie möchte ich die Reden unserer Bundestagsabgeordneten raus kramen.

Hier letztes Jahr die Bundestagswahl und Antworten aus 2021 sind hier: https://hieronymus-online.de/landtagswahl-2021/.

Derya Türk-Nachbaur am 5. Januar 2025 in der Stadthalle Hüfingen
Thorsten Frei am 5. Januar 2025 in der Stadthalle Hüfingen

Badische Dorfschrapnelle in unserer Haupt- und Residenzstadt

An diesem Frauentag dürfen Frauen nicht mal in der Provinzpresse sprechen, da die Wahlen wichtiger sind. So werden sich die Männer wieder gegenseitig hypen und wetten, wir bekommen einen schwäbischen Ministerpräsidenten? Welch Überraschung! Ein Großteil der Bevölkerung wird einfach mal ignoriert und dann behauptet „die wollen ja gar nicht“ oder noch besser, für uns wäre ja gesorgt, weil wir mitgedacht würden.

Dieses Jahr bin ich in der UNESCO City of Media Arts
Willkommen in Karlsruhe!

Die badischen Künstler wurden früher von Karlsruhe bezahlt und unterstützt. So ist in der Residenzstadt der gesamte Hüfinger Künstlerkreis zu finden.

und hiervon hat das Hüfinger Krokodil 1884 seinen Namen bekommen. Krokodil Karlsruhe
Nebenfund: das Grab von Wenzel Kalliwoda

Damals wurde Badische Kunst und Kultur unterstützt und auch finanziert.
Seit 1950 das Wahlergebnis für die Wiederherstellung Badens von Stuttgart missachtet wurde, stehen wir unter der Fremdherrschaft der württembergischen Landkreisordnung und werden von Stuttgart regiert. Seit Karlsruhe nicht mehr für uns zuständig sein darf, geht das Geld vom Land fast nur in schwäbische Kultur.

Ist schon sehr nostalgisch in Karlsruhe, wenn man sieht, was wir alles verloren haben.
Nicht nur eine Haupt- und Residenzstadt, sondern auch unsere Kultur liegt in Trümmern, begraben unter der schwäbischen Vorherrschaft.

Großherzog Karl Leopold I. Friedrich von Baden (29. August 1790 – 24. April 1852) hat das Denkmal zwar den Toten des Theaterbrandes gewidmet, aber die Verwüstungen kommen der württembergischen Übernahme des Badnerlandes gleich.

Engel von hinten
Von Xaver Reich auf dem Alten Friedhof


von
Großherzog Leopold
Den Todten
zum Gedächtniss
und den Lebenden
zum Trost

Was dies alles mit dem Frauentag zu tun hat

Es gab und gibt eine badische Fortschrittlichkeit und auch einen badischen Liberalismus. Angefangen mit der frühen Aufhebung der Leibeigenschaft 1783, der ersten deutschen technischen Hochschule in Karlsruhe, einer fortschrittlichen Verfassung von 1818, dem ältesten demokratischen Naturschutzverein 1821, dem ersten deutschen demokratischen Landesparlament und dem ersten deutschen Frauenverband in Hüfingen anno 1849 .

In Karlsruhe lebt der Geist des Frauenverbandes fort, den die Männer aus Stuttgart in die Küche zur schwäbischen Hausfrau verbannen wollen.

Das Bild stellt sie als Künstlerin dar vor ihrer Staffelei
Bild von Jean-Etienne Liotard mit Karoline Luise von Baden, geborene Prinzessin Karoline Luise von Hessen-Darmstadt.

Das Radieren nach Vorbildern von Rembrandt war unter künstlerisch dilettierenden Aristokraten des
18. Jahrhunderts außerordentlich beliebt. Auch die badische Markgräfin Karoline Luise erlernte neben der Zeichnung und der Malerei 1760 diese druck-grafische Technik. Ihr Talent zeigt sich hier in der gekonnten Wiedergabe der theatralischen Gesten:
Dargestellt ist die alttestamentarische Erzählung des verzweifelten Jakob, dem die blutigen Kleider seines vermeintlich verstorbenen Sohnes Josef gebracht werden.

Jakob beweint den Tod des Josef. Das Radieren nach Vorbildern von Rembrandt war unter künstlerisch dilettierenden Aristokraten des 18. Jahrhunderts außerordentlich beliebt. Auch die badische Markgräfin Karoline Luise erlernte neben der Zeichnung und der Malerei 1760 diese druck-grafische Technik. Ihr Talent zeigt sich hier in der gekonnten Wiedergabe der theatralischen Gesten: Dargestellt ist die alttestamentarische Erzählung des verzweifelten Jakob, dem die blutigen Kleider seines vermeintlich verstorbenen Sohnes Josef gebracht werden.
Jakob beweint den Tod des Josef.
Rosalba Carriera 1675-1757 Tatig in Venedig. Paris und Wien Active in Venice, Paris, and Vienna Die Poesie Poetry ca. 1740 Bereits zu Lebzeiten wurde die Künstlerin hochge-priesen. Ihre Pastelle, für die sie berühmt war, fanden Eingang in viele europäische Sammlungen des 18. Jahrhunderts. Entsprechend glücklich war der von Markgräfin Karoline Luise beauftragte Kunst-agent, dass er bei einer Pariser Auktion das bereits für einen anderen Interessenten eingepackte Bild doch noch für seine Klientin sichern konnte. Bilder Carrieras wie dieses, das die personalisierte Dichtkunst im Augenblick der Inspiration zeigt, waren der Markgräfin sicher auch Vorbild für ihre eigene Pastellmalerei. The artist was already
Rosalba Carriera
1675-1757
Die Poesie ca. 1740

Bereits zu Lebzeiten wurde die Künstlerin hochgepriesen. Ihre Pastelle, für die sie berühmt war, fanden Eingang in viele europäische Sammlungen des 18. Jahrhunderts. Entsprechend glücklich war der von Markgräfin Karoline Luise beauftragte Kunstagent, dass er bei einer Pariser Auktion das bereits für einen anderen Interessenten eingepackte Bild doch noch für seine Klientin sichern konnte. Bilder Carrieras wie dieses, das die personalisierte Dichtkunst im Augenblick der Inspiration zeigt, waren der Markgräfin sicher auch Vorbild für ihre eigene Pastellmalerei.

Maurice Quentin de La Tour (1704-1788) Tätig in Saint-Quentin und Paris Bildnis der Marguerite Le Comte 1752/53 Die Liebe zur Kunst eint. Sanft lächelt hier Marguerite Le Comte, eine französische Adelige. Als Amateurin, vom lateinischen Wort »amare« (etwas aus Liebe tun) abgeleitet, übte sie sich in der Kunst der Pastellmalerei. Le Comte lebte mit ihrem Liebhaber, dem Maler und Kunstschriftsteller Claude-Henri Watelet vor den Toren von Paris. Dort arbeiteten sie gemeinschaftlich und empfingen gleichgesinnte Kunstinteressierte. Zum Bekanntenkreis Claude-Henri Watelets gehörte auch Markgräfin Karoline Luise zu Baden.
Bildnis der Marguerite Le Comte 1752/53
von Maurice Quentin de La Tour
(1704-1788)

Le Comte lebte mit ihrem Liebhaber, dem Maler und Kunstschriftsteller Claude-Henri Watelet vor den Toren von Paris. Dort arbeiteten sie gemeinschaftlich und empfingen gleichgesinnte Kunstinteressierte.
Zum Bekanntenkreis Claude-Henri Watelets gehörte auch Markgräfin Karoline Luise zu Baden.
Wie ihr Lebensgefährte Claude-Henri Watelet übte sich auch Marguerite Le Comte in der Radierung. Die hier gezeigten kleinen italienischen Landschaften hatte sie vermutlich Karoline Luise nach Karlsruhe geschickt, bevor sie die badische Markgräfin auf deren Parisreise 1771 kennenlernte. Der Austausch derartiger Arbeitsproben war unter den korrespondierenden Amateuren und Amateurinnen des 18. Jahrhunderts üblich und von inspirierendem Einfluss für die künstlerische Tätigkeit.
Wie ihr Lebensgefährte Claude-Henri Watelet übte sich auch Marguerite Le Comte in der Radierung.
Die hier gezeigten kleinen italienischen Landschaften hatte sie vermutlich Karoline Luise nach Karlsruhe geschickt, bevor sie die badische Markgräfin auf deren Parisreise 1771 kennenlernte. Der Austausch derartiger Arbeitsproben war üblich und von inspirierendem Einfluss für die künstlerische Tätigkeit.

Frau, Leben, Freiheit!

28. Februar 2026

ژن، ژیان، ئازادی
Jin, Jiyan, Azadî,



Solidarität mit den tapferen Perserinnen und Persern!

Brandenburger Tor in den Farben vom Iran und Woman Life Freedom
Brandenburger Tor am 28. Februar 2026
Frau, Leben, Freiheit ژن، ژیان، ئازادی Jin, Jiyan, Azadî

8. März 2025


Heute dürfen in der Provinzpresse paar Frauen sprechen und morgen werden wieder ausschließlich die Männer gehypt. Über 50% der Bevölkerung werden einfach mal ignoriert und dann behauptet „die wollen ja gar nicht“.

Diese Jahr viele Grüße aus Wien!

Es gab in Wien keine Demo zum Frauentag, sondern nur eine antisemitische Veranstaltung für ein Kalifat und ich bin gleich wieder weg. Die eigentliche Veranstaltung war im Rathaus mit der gesamten Zivilgesellschaft. In Österreich übernimmt der Stadtrat, Landtag und Bürgermeister und gibt allen demokratischen Kräften eine Bühne. Eine wirklich sehr gelungene Veranstaltung!

Die meisten Ukrainerinnen waren im Rathaus

Zwei einsame Ruferinnen vor der antisemitischen Veranstaltung der KPÖ

Aus dem Rathaus

Im Rathaus gab es bestimmt an die 50 solcher Tafeln zu wichtigen Österreicherinnen

Sitzungssaal im Rathaus Wien

Festsaal vom Rathaus

Klio

Die Muse der Geschichtsschreibung mit den Schreibtafeln der festgehaltenen Heldentaten sinniert in weiser Vorausahnung des Zukünftigen über den letztlich unveränderbaren Lauf der Geschichte.


Badische Dorfschrapnelle auf dem Frauentag in Berlin

am 8. März 2024

Sprengt alle Ketten!

We are the grandaughters of the witches you couldn’t burn.

Wir wehren uns gegen die Diffamierung der Genderpolitik!

Danke den Ukainischen Soldatinnen, dass ich hier heute demonstrieren kann.

Gerechtigkeit statt Blumen.

Kämpfen bis wir frei sind.

Jeder Tag ist Frauentag.

Frau, Leben, Freiheit
ژن، ژیان، ئازادی
Jin, Jiyan, Azadî,

Istanbul Konvention. Weltweit, vollumfänglich umsetzen!

In Berlin gibt es Presse!

Der Zug ging vom Oranienburger Platz zum Brandenburger Tor.

Neder von Nizza Thobi am Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor

Ähm Vorschlag – vielleicht sollte Frau zumindest am Frauentag den Cis-Männern mal für einen Tag das Mikrofon weg nehmen? Gilt auch für Hüfingen!

Stop to mansplain
start to empower.

205 Jahre Zerstörung der Anlage

Bild vom Frank noch mit dem letzten der Bäume der schon halb zerstört wurde und die gerodete Fläche vor dem Hotel. Der Himmel wurde in dramatische Farben geändert.

In der Nacht vom 4. auf den 5. März 1821 wurden auf dem Rotrain 216 Bäume umgehauen.

In Erinnerung an die Zerstörung der „neuen“ Anlage!
Zur Mahnung, da Bäume auch über 200 Jahre später immer noch unerwünscht sind.
Für eine Zukunft der nächsten Generation mit Bäumen!

Willkommen bei den Freunden der Natur Hüfingen!

Auch 205 Jahre später leben wir noch.
Für die Hüfinger Natur!

Wie die Blätter am grünen Stamme wachsen und abfallen, so die Geschlechter der Menschen. Das Eine stirbt ab und ein Anderes wird geboren.
Epitaph des Anton Schellenberg von Luzian Reich senior

Wie die Blätter am grünen Stamme wachsen und abfallen,
so die Geschlechter der Menschen.
Das Eine stirbt ab und ein Anderes wird geboren.

aktualisierter Originalartikel vom 5. März 2021

Johann Nepomuk Schelble
(1789 -1837)
Zeichnung von unbekannt.

Vor über 200 Jahren gab es in Hüfingen den Verein „Freunde der lieben Natur“. Diesem Verein gehörten Hüfinger Künstler um Luzian Reich senior an. Mit dabei war auch Johann Nepomuk Schelble, der Bruder von Maria Josefa Reich und einer der Gründer des Cäcilienvereins in Frankfurt a. M.

Die Freunde der Natur entschlossen sich in Hüfingen mehrere Anlagen zu erbauen.

„Die Ruhe im Tempel der Natur besänftiget die Stürme des Gemüts“ war die Inschrift an der „Johannishütte“ in den gemeinsam von Bürgern und Beamten geschaffenen „Anlagen“ im nahen Tannengewälde des „Rotenraines“. (Lucian Reich im Denkbuch)

Eingang der Anlage von der Nordost Seite. Gewidmet Seiner Wohlgebohren Herrn Hofrath Baur, Director des Vereins gezeichnet von Luzian Reich senior 1820
StAF B 695/1 Nr. 731

Waldhisli an der Stelle der ehemaligen Johannishütte oder Johanniskapelle

Fast die ganze Stadt Hüfingen stand hinter der Anlage und sehr viele hatten geholfen sie aufzubauen. So wurde ein Steg über die Breg gebaut und ein Forstweg errichtet. Auch wurde eine Kapelle errichtet mit einem „Johannes in der Wüste“. Die Anlagen ist in „erstaunungswürdiger Anstrengung“, so der damalige Hofrat Anton Baur, in kürzester Zeit entstanden. In der Nacht zum Fasnet Sonntag, vom 4. auf den 5. März 1821, wurden große Teile in der Nacht von Frevlern zerstört.

39 – Lehrer Reich
40 – Musiker Schelble

Mehr zur Zertörung der Anlage gibt es in der Akte:
Akte über die Anlage auf dem Rotrain aus 1820 bis 1845

Mitgliederliste der Freunde der Natur 1833.
(Staatsarchiv Freiburg Akte Rotrain StAF B 695/1 Nr. 731)

In der Akte vom Staatsarchiv ist die Abschrift eines später verfassten Spottgedichts über die Zerstörungsnacht mit dem Akrostichon: „FALLER AUER RUF“ vorhanden. Der Verfasser des Gedichts wollte damit auf die Identitäten der Missetäter hinweisen (Landesarchiv Baden-Württemberg).

Spottgedicht von 1821
Staatsarchiv Freiburg B 695/1 Nr. 731

Abschrift

Die Zersterung der neuen Anlag in der Nacht vom 4. auf den 5. März 1821

Fallet Bäumchen fallet
Alles heute nacht erschallet
Laut vom Jubelthon
Luna selbst wird mich erheren
Eine Anlag zu zersteren
Ruf ich auch noch Pluto an

Als uns gedanken=Räthe niemand wollte Mehren
Unterstand ich mich, und half zersteren
Ein Erholungsort sehr angenehm und schön
Ruf ich jetzt Ruhe es ist geschehen.

Ruft nicht so laut! Sprach nach vollbrachter That ein Heüchlerischer Bether
Und nehmt euch wohl in Acht, es gibt ein fürchterliches Wetter.
Fort fort es ist geschehen, wir müssen jetzt ganz still nach Hause gehen.

Ein alter Briefkopf zeigt Hüfingen etwa 1840 mit den Pappelpflanzungen und der Anlage am Rotrain.

Die Namen der Zerstörer der Anlage waren damals bekannt, aber sie wurden vor einem Verfahren geschützt. Der Schutz ging noch bis ins Jahr 1984 in die Chronik von August Vetter über. So steht zu den Freunden der Natur in der Chronik gleich gar nichts, sondern es wird nur eine „Baumschule“ erwähnt:

Äpfel- und Birnbäume sollten in ihr gezogen werden. Mit besonderem Eifer setzte sich Oberamtmann Baur für diese Baumschule am Rotrain ein. Oberlehrer Luzian Reich und Stadtrat Josef Burkhard überwachten die Ausführung der Pläne, die auch eine Allee zur Baumschule vorsahen.

Ansicht von Hüfingen 1833 vom Roten Rain aus. Zeichnung von Josef Brukhard.
Ansicht von Hüfingen 1833 vom Roten Rain aus. Zeichnung von Josef Brukhard.

Diese Allee wurde mit 400 Pappeln bepflanzt, die vom Fürsten Karl Egon von Fürstenberg gestiftet wurden. Er übernahm auch den größten Teil der Kosten für den Steg im Mühlöschle, der dort über die Breg führte und 1823 gebaut wurde.

Als die Anlage fertiggestellt war und die Bäume kräftig heranwuchsen, wurden in der Nacht vom Fastnachtssonntag zum Fastnachtsmontag in dieser Anlage 216 Bäume frevelhafterweise umgehauen.
Zwar wurden die Täter ermittelt, aber im Hinblick auf deren Familien schonlich behandelt.

Die heute kaum noch erkennbare Anlage mit den 216 Bäumen befand sich im Gewann Rotrain also westlich vom Römerbad.

Aus Orthophotos 1968 von leo-bw
Gewann Rotrain

Was noch lange stand war das „Waldhisli“ an der Stelle der Johanneskapelle, oder wie Lucian Reich im Denkbuch sagt, Johanneshütte. Heute befindet sich auf dem Fundament ein Teil vom Römerpfad und es war ein Teil vom nicht realisierten Konzept des Architekten Hermann Sumser.

Weg durch den alten Steinbruch angelegt durch die Freunde der Natur 1820
Bild aus der Hüfinger Chronik mit dem Brunnen
Vielleicht war es der Johannes von der Kapelle. Foto: 1886 J. Nepomuk Heinemann
Der Weg führte zur Kapelle mit einer Statue des heiligen Johannes in der Wüste auf dem Giebel

Das Waldhisli wurde vermutlich auf das Fundament der Johannes Kapelle gebaut

Schild auf derAnlage am Rothrain mit Waldhisli

Stein vom Fundament

Die Zerstörung der Anlage wird auch im Hieronymus von Lucian Reich junior in Kapitel 5 mehr- oder weniger thematisiert:

Das schien auch dem Kleinen das vernünftigste zu sein; und der Vetter sagte ihm dann, sie wollten jetzt noch einen Gang durch den fürstlichen Hofgarten machen. Der Hofgärtner besorgte früher den Dienst im Schloßgarten zu Hüfingen, wo ihn der Feldwaibel oft besucht und manche Tulpenzwiebel oder sonstige Sämerei von ihm erhalten hatte. Sie trafen den Mann im Garten, vor dem Treibhaus; und während er ihnen bereitwillig die Pflanzen und Blumen zeigte, erzählte er seinem Freunde, daß die fürstliche Regierung nächstens einen Befehl ergehen lassen werde zur Bepflanzung der Landstraßen mit Obstbäumen. „Es ist wahrhaftig kein Überfluß”, meinte er, „wenn die Baar mit Bäumen geziert wird. Denn, sagt selbst, Feldwaibel, ist es nicht ein trostloser Anblick, wenn man zum Beispiel aus dem schönen Kinzigtal heraufkommt und unsere baumlose Hochebene überschaut?”

„Wie man’s nimmt”, entgegnete der Feldwaibel. „Als Gärtner habt Ihr vollkommen recht. – Fragt aber einmal einen Bauern, der wird Euch sagen, daß es in der Welt nichts Schöneres gebe als so ein glatter Fruchtösch, Feld an Feld wie ein Schachbrett – insonderheit wenn die Ernt reif ist und das Aug über die gelben, im Sonnenschein wie ein Meer schwankenden Kornfelder hinschauen kann.”
„Ganz richtig”, versetzte der Hofgärtner. „Hätt ich aber zu befehlen, so müßte mir jeder Bauer wenigstens ein halbes Dutzend Obstbäume in jeden Acker pflanzen.”
„Würde nicht lang guttun”, meinte der Feldwaibel, „der Bauersmann ist kein Freund vom Schatten; und das hiesige Klima ist dem veredelten Obstbaum nicht günstig. Besser als das wäre meines Erachtens, wenn man das Wildobst im Wald und Feld mehr schonen würd. Erinnere mich noch recht wohl, wie wir daheim den ganzen Winter über gedörrte Holzäpfelschnitz oder teige Holzbirnen im Vorrat gehabt haben. Und eine ordentliche Kunkelstube hätt Euch den Abend nicht rumzubringen gewußt, wenn die Spinnerinnen keine Schnitz oder gedörrte Schlehen zum ‚Annetzen’ gehabt hätten. – Und jetzt noch darf in keinem rechten Bauernhaus das Fäßle hinterm Ofen fehlen, in dem die Bäurin ihren Essig aus Wildobst aufbewahrt.«

„In dem Punkt mögt Ihr recht haben, Feldwaibel”, räumte der Hofgärtner ein. „Andernteils aber müßt Ihr wieder zugeben, daß so manches unbenützte Plätzlein um Haus und Dorf vorhanden ist, wo ein Baum, gleichviel, ob Obstbaum oder sonst einer, recht gut stehen und niemand im Weg sein würde.”

„Einverstanden, Herr Hofgärtner, bin ganz Eurer Meinung”, sagte der Feldwaibel, „und bedaure nur, daß der alte Brauch mit Pflanzen von Linden so ganz abzukommen droht. Denn abgesehen von den Gemeindelinden ist keine Kirch, kein Kirchhof, keine Kapell oder Schützenhaus gewesen, wo früher nicht Linden hingepflanzt worden sind. – So ein Lindenbaum aber ist für den Landmann eine kleine Apothek, wo er den Lindenblütentee umsonst haben kann, für die Immen im Frühling aber eine wahre Honigweid. – Und daß auch der Holzbildhauer am liebsten zum Lindenholz greift, wenn er etwas Schönes machen will, ist bekannt.“

Kapitel 5 Hieronymus

Akte über die Anlage auf dem Rotrain aus 1820 bis 1845. Geschichte der Freunde der Natur Hüfingen.

Plakate, Plakate…

Es herrscht Landtagswahlkampf, und in der Stadt hängt alles voller Plakate. Am Ortsausgang in Richtung Schwarzwald grüßt das BSW (gibt es das also auch noch in Baden-Württemberg – wie heißt es doch neuerdings?) in großer Aufmachung mit dem Slogan Lehrkraft statt Wehrkraft. Während es dann drüben in Wolterdingen an den Laternenmasten wieder überwiegend Politikerköpfe sind. Nicht anders in Hammereisenbach, wo ich ins Urachtal abzweige, um über die Kalte Herberge zum Thurner zu gelangen.

In Urach, gleich hinterm Sägewerk, haben sie aus einem ganz anderen Anlass plakatiert. Hier grüßt kein Wahlkämpfer, sondern es strahlt Eine vom Plakat, die die Republik kürzlich in einen wahren Freudentaumel versetzt hat: Skiclubkameradin Daniela Maier, die Goldmedaillengewinnerin. Mein Club, für den auch ich vor einem halben Jahrhundert noch Rennen bestritten habe und dem ich mich nach wie vor verbunden fühle, ist zu Recht stolz auf sie!

Daniela Maier Olympiasiegerin im Skicross Der SC Urach ist stolz auf dich!

Lang genug haben wir uns doch vor der Glotze mit vierten Plätzen, mit Stürzen und Formschwächen unserer Athleten abzufinden gehabt, ehe Daniela uns endlich mit ihrem ebenso gewagten wie gekonnten Ritt erlöst hat. Und wie da Glückstränen geflossen sind – bei der Siegerin wie bei ihren im Bus angereisten Fans! Wann waren Schwarzwälder (im Publikum leicht erkennbar an roten Bollenhüten) zuletzt so aus dem Häuschen geraten wie an diesem 20. Februar in Livigno, und auch zuhause am Fernsehgerät war man überwältigt – selbst wenn einem der Sinn bis dahin nie nach Skicross, sondern eher nach nordischen Skisporterfolgen gestanden hatte. Ist der Schwarzwald auf internationaler Bühne je charmanter und sympathischer vertreten worden?

Talaufwärts wirken die Glücksgefühle weiter nach, auch wenn die Lifte, an denen die kleine Daniela einst ihre ersten Schwünge gelernt hatte, anscheinend schon länger außer Betrieb waren; nur noch ein paar schmutzige Schneereste erinnerten an den Schwarzwaldwinter. Drüben, jenseits des Hohlen Grabens, war noch weniger davon zu spüren, wo hier um diese Jahreszeit ja eigentlich das Eldorado von Langläufern und Skiwanderern zu erhoffen war: die Thurnerspur mitsamt dem Fernskiwanderweg.

Und als ob da die trüben nostalgischen Gedanken nicht schon ausgereicht hätten für ein Stimmungstief, wird der Blick neben der B 500 und gegen die Rheinebene hinunter nun urplötzlich auch noch von einem Großplakat eingefangen, als ob das Naturschutzgesetz Werbung in freier Landschaft, gar im Landschaftsschutzgebiet, nicht untersagen würde. Und die Aufschrift, unübersehbar in Großbuchstaben und bebildert mit einer zähnefletschenden Bestienschnauze neben einem zarten Lämmlein, lässt keinen Zweifel zu, worum hier geworben wird: Euer Wolf, unser Problem! Land- und Gastwirtschaft. Gemeinsam stark im Hochschwarzwald.

Ja holla, seit wann bedrohen Wölfe nicht mehr nur die Nutztierhaltung, sondern auch die Hochschwarzwälder Gastronomie? Wo die Umweltministerin im Nordschwarzwald doch kürzlich erst den „Wolfstourismus“ entdeckt und „aus Artenschutzgründen“ lebhaft beklagt hat: die Unart von Hundehaltern nämlich, sich mit ihren Lieblingen im Territorium des „Hornisgrinde-Wolfs“ in den Nationalpark aufzumachen, um so die Chancen auf eine Begegnung mit Isegrim und für ein Foto zu erhöhen. Was in der winterlichen „Ranzzeit“ der Wölfe, wie man fürchtet, in Ermangelung von artgerechten Partnern womöglich zu Hybriden, zu Kreuzungen mit Hündinnen führen könnte. Weshalb der zutrauliche Wolf nach der Entscheidung des Umweltministeriums von einem Spezialisten-Team bis spätestens zum 10. März dieses Jahres erlegt („entnommen“) werden soll, wie es der Mannheimer VGH nach der Beschwerde der Naturschutzinitiative e. V. bestätigt hat.

Plakat mit Eurer Wolf, unser Problem von Land- und Gastwirtschaft.

Vermögen Plakate je unterschiedlichere Gefühle und Assoziationen auszulösen, als jene zwischen Urach und Thurner? Hoffen wir, dass auch die Wahlplakate nächstens ihren Zweck nicht verfehlen. 

Abbruch Gasthaus Frank, Feuerwehrbedarfsplan, Ökopunktekonto, Zubringer – Allmendshofen, Schulinvestitionskosten, Ganztagsförderungsgesetz, Dirigenten der Stadtmusik, Gaststättenrecht Gebühren, Förderprogramm „Digital aufs Amt, Kosten RÜB

Die Unterlagen gibt es wie immer hier: huefingen-sitzungsdienst
und alle Infos zu den Sitzungen hier: https://www.huefingen.de/Rathaus/Gemeinderat

Hier geht es um die Gemeinderatssitzung am 26. Februar 2026

Ausschuss für Umwelt und Technik um 18:20 Uhr

Plan vom Gasthaus Frank mit den alten Bäumen
Plan vom Gasthaus Frank mit den alten Bäumen

Bauantrag Nr. 04/2026
Umbau Wohnhaus mit Errichtung von zwei Gaupen, Neubau Garage in Fürstenberg.

Es wird einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 05/2026
Errichtung Werbeanlage in Behla.

Auch hier wird einstimmig zugstimmt.

Bauantrag Nr. 06/2026
Kenntnisgabeverfahren – Abbruch Gasthaus Frank

Man beachte auf dem Plan oben wie absolut wichtig es war die alten Bäume im Vorfeld zu fällen weil sie ja „im Weg“ waren. Und ja, ich bin immer noch ziemlich sauer!

Bild vom Frank noch mit dem letzten der Bäume der schon halb zerstört wurde und die gerodete Fläche vor dem Hotel. Der Himmel wurde in dramatische Farben geändert.

ÖFFENTLICHE SITZUNG DES GEMEINDERATES am Donnerstag , 26.02.2026 um 18:30 Uhr

TOP2 Bürgerfragestunde

Etwa 20 Feuerwehrleute und 20 weitere Zuschauer.

Architekt Rolf Schafbuch gefällt die Lösung am Zubringer Allmendshofen nicht, er findet einen Kreisverkehr viel besser.

Die Feuerwehr Hausen vor Wald bittet um Betrachtung des Plans in Ruhe und möchte keine schnellen Entscheidungen.

TOP3 Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen

Es wurde ein landwirtschaftliches Grundstück gekauft wo habe ich nicht verstanden, war zu schnell.

Nach dem Film von unserem Herr Bürgermeister weiß ich es jetzt:
Es handelt sich um das Flurstück Hofwiesen in Mundelfingen und das soll eines Tages Bauland werden.

TOP4 Feuerwehrbedarfsplan

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 25.09.2025 die Verwaltung ermächtigt, die Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplans extern zu vergeben. Ziel war eine fachlich fundierte, objektive und unabhängige Analyse der örtlichen Gefahrenlage sowie der daraus resultierenden personellen, organisatorischen und sächlichen Anforderungen.

Am 04.02.2026 gab es eine Erläuterung der Entwurfsfassung durch die Feuerwehrkommandanten an den
Bürgermeister. Die Übergabe der Endfassung mit entsprechenden Erläuterungen an den Feuerwehrkommandanten sowie an den Bürgermeister gab es am 20.02.2026

Information der Führungskräfte der Feuerwehr gibt es am Mittwoch 25.02.2026

Die Sitzung dient der erstmaligen Information des Gemeinderats.
Es erfolgt:

  • eine Vorstellung durch Branddirektor Dipl.-Ing. Sebastian Fischer.
  • eine Einordnung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Ergebnisse,
  • sowie die Möglichkeit zu Verständnisfragen.

Eine inhaltliche Beratung über den Umgang mit den Ergebnissen, Priorisierungen oder mögliche Umsetzungsentscheidungen ist nicht Gegenstand dieser Sitzung.
Die vertiefte Beratung sowie die politische Bewertung des Feuerwehrbedarfsplans sind für eine der kommenden Sitzungen – voraussichtlich im Mai – vorgesehen.

Veröffentlichung des Feuerwehrbedarfsplans

Der Feuerwehrbedarfsplan enthält detaillierte fachliche Bewertungen und sensible organisationsbezogene Aussagen.
Um eine sachgerechte Erstinformation sicherzustellen und einer vorzeitigen oder fragmentarischen öffentlichen Diskussion vorzubeugen, wird der Feuerwehrbedarfsplan erst nach den Erläuterungen von Herrn Fischer öffentlich zur Verfügung gestellt. Bis zur Gemeinderatssitzung im Mai ist dann genügend Zeit, den Feuerwehrbedarfsplan auszuwerten, zu diskutieren und mögliche Entscheidungen im engen Austausch mit der Feuerwehr vorzubereiten.

Ab 18:38 Uhr stellt Herr Fischer den Plan vor und bedankt sich für die Kooperation aller Hüfinger Feuerwehren. Er meint, dass Hüfingen mit 1,3 % Kameradinnen deutlich unter dem Schnitt liegt und regt an hier etwas zu tun, da auch Kameradinnen sehr wertvoll seien.

Hausen vor Wald ist das Feuerwehrhaus zwar schön, aber nicht mehr zeitgemäß, da zu eng, zu alt und vor allem zu klein. Es ist kein Platz für ein modernes Auto oder Gerätschaft und es besteht Handlungsbedarf. Der Standort ist nicht mehr geeignet.

Er meint die Drehleiter aus Donaueschingen oder Blumberg sei ausreichend und Hüfingen braucht nicht unbedingt ein eigenes Fahrzeug mit Drehleiter.

Es stellt zur Diskussion auf den Standort Hausen vor Wald zu verzichten, da es keine nachhaltige Optimierungsmöglichkeit gibt. Hausen ist von Hüfingen, Mundelfingen und auch Behla gut zu erreichen.

Markus Leichenauer (CDU Fraktionssprecher) kann inhaltlich nicht Bezug nehmen, da er von den 170 Seiten jetzt nur 43 kenne, aber die CDU will sich auf den Weg begeben, dass das Ergebnis dann eines Tages für alle tragbar ist. Kerstin Skodell (SPD Fraktionssprecherin) meint ebenso, dass sie sich die nächsten Wochen intensiv damit auseinander setzen werden. Das Freie Forum hält eine längere Grundsatzrede über die Feuerwehren und deren Aufgaben. Dann möchten die Männer gerne die Digitalform ausgedruckt haben, da sie digital nicht richtig lesen könnten.

TOP5 Vorstellung Ökopunktekonto der Stadt Hüfingen

Seit 1998 führt das Umweltbüro des GVV Donaueschingen das Ökokonto für die Stadt Hüfingen. Dort wird dokumentiert, welche Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt wurden, um die Eingriffe durch Bebauungspläne zu kompensieren. Die Ausgleichspflicht besteht seit 1998. Zuletzt wurde das Ökokonto im Gemeinderat im Jahr 2021 umfassend vorgestellt.
Im Jahr 2013 wurde das Bilanzierungsverfahren im kommunalen Ökokonto auf Beschluss des Gemeinderates auf das landeseinheitliche Verfahren der Ökokontoverordnung umgestellt. Mit diesem Verfahren erfolgt auch die Eingriffs-/Ausgleichsbilanzierung für Bebauungspläne, so dass die Zuordnung von Ausgleichsmaßnahmen problemlos möglich ist.
Die zum Ausgleich herangezogenen Maßnahmen sind insbesondere Bachrenaturierungen, Grünlandextensivierungen sowie eine Vielzahl von Bepflanzungs- und Biotopgestaltungsmaßnahmen. In Abstimmung mit dem Forst wurden größere Waldumbau-Maßnahmen im Wuhrholz in die Wege geleitet.

Im Moment sieht der Stand wie folgt aus: Seit 2013 wurden rd. 2,64 Mio. baurechtliche Ökopunkte durch eigene Maßnahmen im Gemeindegebiet Hüfingen erzielt. Aktuell stehen davon rd. 825 Tsd. Ökopunkte im baurechtlichen Ökokonto noch zur Verfügung.
Der zunehmende Bestand an Ökokontomaßnahmen bedarf laufender Pflege. Außerdem besteht eine gesetzliche Monitoringpflicht. Solche Kontrollen werden im GVV-Bereich im 5-Jahres-Turnus durchgeführt, in Hüfingen zuletzt 2025.

Im Zuge der Biotopverbundplanung wurde ein Konzept zur Gehölzpflanzung an Gewässern entwickelt.

Gerodetes Heckenbiotop auf der Längewiese im Jahr 2022

Auf der Längewiese wurde im Zuge der Neuverpachtung eine extensivere Wiesenbewirtschaftung eingeleitet. Nach Abstimmung mit weiteren Planungsvorhaben könnten Teilflächen ins Ökokonto übernommen werden.

Meine Meinung hierzu:
Wenn ein Landwirt seine Gülle auf der Längewiese entsorgt, ist dies keine „extensive Wiesenbewirtschaftung“. Was dort im Nordost-Bereich ist, ist keine Wiese sondern überdüngte Grasmonokultur. Eine „Wiese“ als Müllplatz für Nebenerzeugnisse der Fleisch- und Milchproduktion.
Das Roden eines Heckenbiotopes und die anschließende Wiederherstellung, was vom Bauamtsleiter in der Sitzung am 20. November so gelobt wurde, hat die Stadt ziemlich viel Geld gekostet: Ungebremste Zerstörungswut

Karten von der Längewiese was vorhanden ist und was geplant ist
Biotope auf der Längewiese
Bilder vom Graben vorher und nachher
Gewässerbepflanzung Im Brühel/Pfaffenhölzle
Hausen vor Wald

An der Sitzung nimmt auch Wiltrud Siegfried als neue Leitung des Umweltbüros teil.
Sie stellte zwei weitere Themen im Bereich der Energiewirtschaft und Energieeffizienz in Zusammenarbeit zwischen der Stadt Hüfingen und dem Umweltbüro vor.

TOP6 Zubringer – Allmendshofen

Per E-Mail übersandte die Stadtverwaltung Donaueschingen der Stadt Hüfingen die Verkehrsrechtliche Anordnung betreffend „Donaueschingen, L 171 Zubringer Allmendshofen; Einmündung Zubringer B 27 auf die L 171“ zur Kenntnis.
Die Testphase von 01.03.2026 bis 31.08.2026 soll zeigen, ob die Leistungsfähigkeit des Verkehrsknotens auf diese Weise erhöht werden kann und es so zu einer Reduzierung von Staulagen kommt.
Die Stadt Hüfingen hat hier kein Mitbestimmungsrecht. Die Unterlagen werden dem Gemeinderat zur Kenntnis vorgelegt.

Karte mit den neuen Regeln
Verkehrsregelung für die Testphase vom 01.03.2026 bis 31.08.2026

Herr Göggel vom Landratsamt (Amtsleiter Straßenbauamt) wird bei der Sitzung anwesend sein und die Unterlagen erläutern.

Der Hüfinger Gemeinderat ist sehr skeptisch und verärgert, dass er vorher nicht gefragt oder zumindest informiert wurde. Mete Ünal macht auf die 25.000 Euro aufmerksam die das ganze Experiment kostet. Herr Göggel meint ein Kreisverkehr würde Donaueschingen etwa 1 Million kosten und eine Ampelanlage müsste das Land bezahlen, das auch kein Geld habe.

TOP7 Beteiligung von Umlandgemeinden an Schulinvestitionskosten Interkommunale Pro-Kopf-Pauschale

Die Stadt Villingen-Schwenningen hat mit einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss vom 09.04.2025 beschlossen, keine individuellen Investitionsbeteiligungen mit den Umlandgemeinden mehr anzustreben. Stattdessen sollen feste Kostenbeteiligungen in Form von Interkommunalen Pro-Kopf-Pauschalen je Schuljahr vereinbart werden. Diese orientieren sich in ihrer Höhe an den Regelungen des § 17 FAG in Verbindung mit § 2 der Schullastenverordnung.
Für jeden auswärtigen Schüler ist damit ein pauschaler Betrag an die Schulstandortkommune zu entrichten. Hierfür ist der Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung erforderlich.
Mit Schreiben vom 06.08.2025 wurde die Stadt Hüfingen aufgefordert, den Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur Interkommunalen Pro-Kopf-Pauschale zu beraten.
Nach § 31 Absatz 1 Schulgesetz (SchulG) Baden-Württemberg können Gemeinden zur Erfüllung der ihnen als Schulträger obliegenden Aufgaben Schulverbände bilden oder öffentlich-rechtliche Vereinbarungen gemeinsam mit den Umlandgemeinden abschließen. Hierzu zählt auch die Finanzierung baulicher Maßnahmen an Schulen.

Freiwilligkeitsphase § 31 Abs. 1 S. 1 SchG
Die Umlandgemeinden werden angehört und es wird auf den freiwilligen Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung hingewirkt. Hierfür sind in allen Kommunen entsprechende Gemeinderatsbeschlüsse notwendig. Alle beteiligten Kommunen müssen zustimmen, ansonsten gilt die Freiwilligkeitsphase als gescheitert.

Zwischenphase § 31 Abs. 1 S. 2 SchG
Die Zwischenphase wird eingeleitet, wenn die Freiwilligkeitsphase gescheitert ist. Die Schulstandortgemeinde hat daraufhin das Kultusministerium als oberste Schulaufsichtsbehörde einzuschalten, sodass diese das dringende öffentliche Bedürfnis zum Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung oder zur Bildung eines Schulverbandes feststellt. Das Kultusministerium hört dabei die Umlandgemeinden an. Ist das dringende öffentliche Bedürfnis festgestellt, sind die Umlandgemeinden zur Mitfinanzierung verpflichtet und die Zwischenphase endet mit dem Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung.

Zwangsphase § 31 Abs. 1 S. 3 SchG
Sollte nach Feststellung eines dringenden öffentlichen Bedürfnisses die beteiligten Kommunen weiterhin nicht zur Bildung eines Schulverbands oder zum Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung kommen, trifft die Rechtsaufsichtsbehörde die notwendigen Maßnahmen.

Landkreisphase § 28 Abs. 2 S. 3 SchG
Die Landkreisphase wird eingeleitet, wenn die Zwangsphase zu keinem Ergebnis führt. Hier besteht die Möglichkeit, die Schulträgerschaft an den Landkreis zu übertragen.

Die vorgeschlagene Pauschalregelung berücksichtigt weder die individuellen finanziellen Möglichkeiten noch die tatsächliche Nutzung der Schulstandorte durch Umlandgemeinden ausreichend. Für kleinere Gemeinden kann die feste Pro-Kopf-Abgabe zu finanzieller Überlastung führen, besonders bei demografischen Schwankungen oder überdurchschnittlich großen Jahrgängen. Das starre Modell lässt keine Anpassungen an besondere Umstände oder individuelle Investitionsbedarfe zu. Zudem ist unklar, welche Investitionen genau durch die Pauschale abgedeckt werden, was die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Kosten mindert. Trotz Pauschalierung sind weiterhin aufwendige Prüfungen nötig, was kleinere Kommunen zusätzlich belastet. Insgesamt besteht das Risiko einer unfairen und finanziell belastenden Kostenverteilung.

Meine Meinung, da es in 10 oder 20 Jahren eh beim Landkreis landet:
Die 35 Landkreise und 70 Wahlkreise in Baden-Württemberg sind ein unsinniger Luxus und dienen der übermäßigen Versorgung der Landräte, Politiker, Landesbeamten und Dezernenten auf Steuerzahlerkosten. Eine Zusammenlegung der Landratsämter und Wahlkreise auf etwa 20 würde nicht nur Milliarden einsparen, sondern wäre auch deutlich gerechter und effektiver. Aber es wird natürlich keiner der wichtigen Männer seine Pfründe freiwillig aufgeben und die AfD steht schon in den Startlöchern an den Fleischtöpfen bereit.

Beschlussvorschlag:

  • Der Gemeinderat nimmt den Vorschlag der Stadt Villingen-Schwenningen zur Interkommunalen Pro-Kopf-Pauschale zur Kenntnis.
  • Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung mit der Stadt Villingen-Schwenningen im Rahmen der Freiwilligkeitsphase erneut zu verhandeln und für beide Kommunen eine tragbare Lösung zu finden und ggf. bei fehlendem Einvernehmen die Zwischenphase einzuleiten.
  • Der Gemeinderat stimmt der Einführung einer Interkommunalen Pro-Kopf- Pauschale nicht zu.

Der Gemeinderat ist geschlossen mit der Sitzungsvorlage einverstanden. Das alles sei Aufgabe vom Land und die Kommunen sind sich einig, dass sie keine Einigung wollen und das Land, bzw. Stuttgart in der Pflicht sehen.

TOP 8 Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG)

Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Kinder der Klassenstufen 1 bis 4 stufenweise eingeführt.

Eltern sind verpflichtet, ihren Bedarf bis zum 15.03. eines Jahres bei der Verwaltung anzumelden.
Die Teilnahme am Ganztagsbetrieb im Rahmen des Besuchs einer Ganztagsschule ist kostenfrei. Für eine Betreuung am Freitagmittag, in den Ferien und ergänzenden Betreuungsangeboten (z.B. VGS) kann der Schulträger Elternbeiträge erheben. Auch über die Höhe des Entgeltes des Mittagessens entscheidet der Schulträger.

Beschlussvorschlag:

  1. Der Gemeinderat der Stadt Hüfingen beschließt, den Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Kinder der Klassenstufen 1 bis 4 ab dem Schuljahr 2026/2027 schrittweise umzusetzen.
  2. Das bestehende Ganztagsangebot an der Lucian-Reich-Schule (Ganztagsschule nach Alt-Erlass mit Angeboten von Montag bis Donnerstag) wird auch im Schuljahr 2026/2027 unverändert fortgeführt. Die Einführung einer Freitagnachmittagsbetreuung wird derzeit nicht vorgesehen. Die Verwaltung wird beauftragt, bei einer Bedarfsmeldung, den Bedarf allgemein zu überprüfen und dem Gemeinderat entsprechend über erforderliche Anpassungen zu berichten.
  3. Die Schulferienbetreuung wird ab dem Schuljahr 2026/2027 um zwei zusätzliche Wochen erweitert, und zwar um eine Woche in den Osterferien sowie um eine weitere Woche in den Sommerferien. Das Ferienbetreuungsangebot umfasst damit bis auf Weiteres insgesamt sieben Wochen pro Jahr.
  4. Die Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) zur Durchführung der Ganztagsbetreuung wird fortgeführt und vertraglich abgesichert. Beim KiFaZ wird eine stellvertretende Ganztagsleitung mit einem Stellenumfang von 20 % eingerichtet.
  5. Im Rahmen der Schulferienbetreuung wird festgelegt, dass in den letzten zwei Wochen der Sommerferien auch Vorschulkinder am Betreuungsangebot der Stadt Hüfingen teilnehmen können. Die Aufnahme erfolgt nachrangig und ausschließlich im Rahmen verfügbarer Kapazitäten.
  6. Bei der Platzvergabe im Rahmen der Ferien- und Ganztagsbetreuung sind Kinder mit einem gesetzlichen Rechtsanspruch nach dem Ganztagsförderungsgesetz vorrangig zu berücksichtigen. Dies betrifft ab dem Schuljahr 2026/2027 zunächst Kinder der Klassenstufe 1 sowie im weiteren Verlauf den sukzessiven Ausbau bis zur Klassenstufe 4.
  7. Das Angebot der Verlässlichen Grundschule (VGS) im Anschluss an den Vormittagsunterricht wird aufgrund der geringen Inanspruchnahme zum Ende des Schuljahrs 2025/2026 eingestellt. Die Frühbetreuung vor Unterrichtsbeginn wird weiterhin angeboten.
  8. Für Angebote der Ganztags- und Ferienbetreuung werden Mindestgruppengrößen von in der Regel zehn Kindern festgelegt. Unabhängig von der Gruppengröße sind mindestens zwei Betreuungskräfte einzusetzen.
  9. Bei Unterschreitung der festgelegten Mindestgruppengröße ist die Verwaltung berechtigt, die Elternbeiträge entsprechend anzupassen.
  10. Die Verwaltung wird beauftragt, den Gemeinderat regelmäßig über die weitere Entwicklung des Ganztagsförderungsgesetzes sowie über die Auswirkungen auf die Stadt Hüfingen zu informieren. Dabei wird eine weitergehende Ausweitung der Ganztagsangebote vorbehaltlich einer verbindlichen Regelung zur finanziellen Beteiligung des Landes Baden-Württemberg stetig thematisiert.

Die CDU möchte kleine Änderung dass Nr. 3 und 4 einen Vorbehaltszusatz bekommen, deswegen werden die zwei Punkte vertagt. Dem Rest wird zugestimmt.

TOP 9 Mögliche Nachfolgeregelungen des Dirigenten der Stadtmusik Hüfingen und der musikalischen Leitung der Bläserschule Hüfingen/Bläserklasse LRSH

Der Gemeinderat hat am 23.11.2023 beschlossen, die Stelle eines hauptamtlichen Dirigenten für Blasmusik in der Entgeltgruppe 11 mit einem Stellenumfang von 50% im städtischen Stellenplan aufzunehmen.
Die Stelle beinhaltet die Aufgaben eines Dirigenten der Stadtmusik Hüfingen, die Leitung der Bläserschule Unisono der Gesamtstadt Hüfingen und die Leitung der Bläserklasse der Lucian-Reich-Schule Hüfingen.

Der Dirigent hat zum 31.03.2026 seinen Arbeitsvertrag mit der Stadt Hüfingen gekündigt. Er wird eine 100% Stelle als Leiter einer anderen Musikschule antreten.
Die Stadtmusik Hüfingen wünscht sich eine Fortsetzung der bisherigen erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Dirigenten der Stadtmusik Hüfingen. Er wäre bereit, die Position des Dirigenten der Stadtmusik zukünftig parallel
zu seiner hauptamtlichen Tätigkeit im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung fortzuführen.
Für die Leitung der Bläserschule Unisono und der Bläserklasse der Lucian-Reich-Schule Hüfingen müsste allerdings ein Ersatz gefunden werden.

Es wurde ein Vorschlag gemacht der nun als Beschlussvorlage vorliegt:

  1. Der Gemeinderat stimmt der inhaltlichen und arbeitszeitlichen Neu-Aufteilung der aktuell noch bestehenden 50% Stelle für die Leitung der Bläserschule, Leitung der Bläserklasse und Dirigent der Stadtmusik Hüfingen ab 01.04.2026 grundsätzlich zu.
  2. Die 50% Stelle wird ab 01.04.2026 auf 30% gekürzt und mit 30% im Stellenplan der Stadt berücksichtigt. Inhaltlich wird die Stelle ab 01.04.2026 auf die Leitung der Bläserschule und der Bläserklasse an der Lucian-Reich-Schule Hüfingen begrenzt.
  3. Die beschriebene 30% Stelle wird von der Stadtverwaltung umgehend ausgeschrieben.
  4. Herr Markus Burger bleibt Dirigent der Stadtmusik Hüfingen. Ab 01.04.2026 nimmt er diese Funktion im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung wahr. Die Kosten für diese geringfügige Beschäftigung übernimmt die Stadt.

Den Beschlussvorschlägen wird einstimmig zugestimmt.

TOP 10 Änderung der Verwaltungsgebührensatzung – LGastG

Zum 01.01.2026 ist eine wesentliche Gesetzesänderung in Kraft getreten.
Es gilt ein vereinfachtes, einheitliches Anzeigeverfahren nach § 2 Abs. 2 LGastG. Werden gastronomische Leistungen aus besonderem Anlass vorübergehend angeboten, genügt künftig eine Anzeige bei der Kommune, die in der Regel mindestens zwei Wochen vor Beginn der Veranstaltung erfolgen muss.

Diese Anzeige ersetzt die ehemals zu beantragende Gestattung vollumfänglich.

Beschlussvorschlag:

Der Gemeinderat beschließt die Änderung der Satzung über die Erhebung von Gebühren für öffentliche Leistungen (Verwaltungsgebührensatzung unter der lfd. Nummer 12 wie folgt:

Gaststättenrecht
Anzeige einer Veranstaltungsgastronomie nach § 2 Abs. 2 Landesgaststättengesetz (LGastG)
für den ersten Veranstaltungstag

bei Raumgrößen bis 350 m²
bei Raumgrößen über 350 m²
für jeden weiteren Veranstaltungstag
Sperrzeitverkürzung bei einzelnen Betrieben für einzelne Tage

19,00 € / Fall
25,00 € / Fall
5,00 € / Tag
22,50 € / Fall

Dem wird auch einstimmig zugestimmt.

TOP 11 Teilnahme am Förderprogramm „Digital aufs Amt (Virtuelles Amt)“ und Implementierung einer browserbasierten Online Beratungsplattform für die Stadtverwaltung Hüfingen.

Das Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg fördert gemeinsam mit der Digitalakademie@bw den Ausbau des sogenannten „Virtuellen Amts“. Dieses System ermöglicht es Kommunen, Behördengänge vollständig digital, rechtssicher und dennoch mit persönlicher Beratung abzuwickeln.
Hintergrund ist das Bestreben des Landes, insbesondere kleinen und mittleren Kommunen den Einstieg in moderne digitale Angebote zu erleichtern. Das System ist browserbasiert, was bedeutet, dass weder auf Seiten der Verwaltung noch auf Seiten der Bürger eine Softwareinstallation erforderlich ist. Die Stadt Hüfingen hat bereits am 22. Januar 2026 schriftlich ihr Interesse an der Teilnahme bekundet.

Das aktuelle „Online-Bürgerbüro“ der Stadt Hüfingen beschränkt sich primär auf die Bereitstellung von Informationen und statischen Formularen.
Die Vorteile des Virtuellen Amts umfassen: Medienbruchfreie Prozesse: Dokumente (z. B. Ummeldungen) können im Video-Chat gemeinsam ausgefüllt und per rechtssicherer Online-Signatur (SMS-TAN oder Schriftbild) unterzeichnet werden. Integrierte Bezahlung: Gebühren werden direkt während des Termins via ePayBL beglichen.
Barrierefreiheit: Das System bietet Funktionen wie High-Contrast-Modus und Text-to-Speech.

Durch die Ortsunabhängigkeit der Plattform kann zukünftig flexibler mit dem Thema „Mobiles Arbeiten“ umgegangen werden und somit die Mitarbeiterbindung, beispielsweise bei jungen Eltern, erhöht werden. Darüber hinaus würde es uns auch die Möglichkeit eröffnen, zukünftig noch bürgerfreundlichere Öffnungszeiten zu gewährleisten. Beispielsweise wäre eine Abendsprechstunde (wöchentlich/monatlich) im „Digitalen Amt“ denkbar.

Finanzierung:
Durch die Nutzung des Förderprogramms (verlängert bis zum 31.03.2026) reduzieren sich die einmaligen Einführungskosten um 50 %. Die Kalkulation basiert auf der Ausstattung von 5 Mitarbeitenden (Paket S), da diese für Hüfingen aktuell wirtschaftlicher sind als eine pauschale Kommunenlizenz.

Einmalige Kosten (geförderter Aktionspreis):
◦ Einführungspaket S (Setup, Customizing, Hosting): 7.499,00 € (statt 15.000 €).
◦ Schulungskonzept (Basisschulung für 5 User): 750,00 €.
◦ Gesamtsumme einmalig: 8.249,00 €

Laufende Kosten:
◦ 5 Named User Lizenzen à 107,00 €: 535,00 € / Monat.

Die Förderung erfolgt nach dem Windhundprinzip für die ersten 200 Kommunen. Da die Stadt bereits im Austausch mit dem Dienstleister Komm.ONE steht, ist eine zeitnahe Beschlussfassung geboten, um die Mittel zu sichern.

Beschlussvorschlag:

  1. Die Stadtverwaltung Hüfingen führt das „Virtuelle Amt“ im Rahmen des Förderprogramms „Digital aufs Amt“ ein.
  2. Der Bürgermeister wird ermächtigt, das Einführungspaket S (5 User) bei der Komm.ONE zu beauftragen.
  3. Die hierfür notwendigen Haushaltsmittel werden außerplanmäßig zur Verfügung gestellt.

Wenn wir beim Digitalisieren sind, Donaueschingen hat ein KI Programm namens Speechmind zum Protokolle schreiben eingekauft. Kosten soll die Lizenz für die Testphase über drei Monate 400 Euro, womit 90 Stunden protokolliert werden können.

Johannes Bogenschütz bespricht dies hier für die CDU und geht auch kurz auf Donaueschingen ein. Die CDU will zustimmen. Die SPD ist hier geteilter Meinung und Mete Ünal findet 14.000 Euro im Jahr etwas viel und er sieht keinen Kosten- Nutzenfaktor für noch eine App.

Es wird mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung zugestimmt.

TOP 12 Beschluss über die Annahme der Geld- und Sachspenden 2025, Spendenbericht 2025

Die Spenden und Zuweisungen sollen gemäß beiliegenden Spendenberichten angenommen werden.

Wer die Spendenaufstellung sehen möchte, soll zeitnah hier schauen, da ich dies nicht auf die Webpage kopiere:
huefingen-sitzungsdienst.komm.one

Hier wird einstimmig zugestimmt.

TOP 13 Vergabe von Bauleistungen für den Bauhof

Eine Firma aus Hüfingen wird mit den Verglasungsarbeiten in Höhe von 27.159,62 € brutto beauftragt.

Dem wir auch einstimmig zugestimmt.

TOP 14 Vergabe Ausstattung Mess-, Steuer- und Regeltechnik für Regenüberlaufbecken Sumpfohren

Diese Regenüberlaufbecken (RÜB) habe ich in den letzten 7 Jahre schon ziemlich oft diskutiert:

Spitzenabfluss in den Bach wird reduziert
Pflichtausgaben auf Kosten der kommenden Generation

Kosten RÜB
Kosten RÜB

RÜB sind ein zentraler Bestandteil der Siedlungsentwässerung und spielen eine wichtige Rolle im Schutz gegen sogenannte Spitzenabflüsse. Sie puffern Niederschlagsmengen und entlasten kurzfristig die Kanalisation. Was die also tun, ist unsere Häuser vor Hochwasser schützen, da das Wasser durch die versiegelten Flächen nicht mehr versickern kann. Ja, ist natürlich ganz toll für uns, möchte ich nicht abstreiten. Wenn unsere Keller mit Wasser und Fäkalien voll laufen, geht der ganze Dreck dann in die Kanalisation und würde dort Schaden anrichten. Deswegen behaupten die es sei Gewässerschutz. Somit gehören dann diese RÜB zu den Pflichtausgaben beim Naturschutz.

Kosten RÜBen für Neubaugebiet
RÜB für Neubaugebiet

Es gibt in jeder Ortschaft mehrere dieser Dinger. So zwei neue in Fürstenberg, eins in Behla und eins in Sumpfohren. Man kann locker von ner halben Million ausgehen, was allein die Anschaffung von einem RÜB kostet. Allein beim Strom kann man mit 26.000 Euro im Jahr rechnen.

Was diese RÜB übrigens auch nebenher tun, ist das Regenwasser davon abzuhalten unser Grundwasser aufzufüllen. Also der Regen kommt von der versiegelten Fläche in die RÜB und in die Kanalisation, von wo aus das ganze Wasser direkt in die Breg geleitet wird.

Wir spülen also das Trinkwasser der nächsten Generation mit viel Geld die Donau runter.

Nächstes Jahr soll es in Hüfingen drei neue RÜB geben!

Eine Firma aus Müllheim wird mit der Ausstattung zur Mess-, Steuer- und Regeltechnik des Regenüberlaufbeckens Sumpfohren in Höhe von 101.501,22€ brutto beauftragt.

TOP 15 Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Gemeinderat

Für die Projektentwicklung Frank gab es schon Gespräche mit Ärzten.
In der nächsten Sitzung wird es ein Konzept für die Jugendarbeit geben.
Flüchtlinge: Aktuell gibt es in Hüfingen 27 Ukrainer und 71 aus anderen Ländern und 2 Obdachlose.

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