Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,
wie Sie alle wissen, steht der Hieronymus seit Jahren für Transparenz, Bürgerbeteiligung und eine lebendige kommunale Demokratie.
Umso befremdlicher ist es, dass das neue Stadtlogo im vergangenen Jahr in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen wurde. § 35 der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg stellt klar, dass die Sitzungen des Gemeinderats grundsätzlich öffentlich sind. Gerade weil die Gemeindeordnung die Öffentlichkeit als Regelfall und die Nichtöffentlichkeit als Ausnahme vorsieht, erscheint die Entscheidung über ein Stadtlogo besonders erklärungsbedürftig. Nichtöffentlich darf nur verhandelt werden, wenn das öffentliche Wohl oder berechtigte Interessen Einzelner dies erfordern. Bei einem Stadtlogo handelt es sich jedoch nicht um eine Personalangelegenheit, nicht um vertrauliche Vertragsinhalte und nicht um schutzwürdige private Interessen.
Es handelt sich um das öffentliche Erscheinungsbild unserer Stadt, um ein Zeichen, das alle Bürgerinnen und Bürger repräsentieren soll. Ein Stadtlogo ist kein Verwaltungsakt. Es ist Ausdruck unserer gemeinsamen Identität.
Deshalb hätte ein solcher Beschluss aus meiner Sicht öffentlich diskutiert werden müssen. Die Öffentlichkeit hätte nicht ausgeschlossen, sondern einbezogen werden müssen. Wer Transparenz und Bürgerbeteiligung ernst nimmt, sollte über die Symbole unserer Stadt nicht hinter verschlossenen Türen entscheiden und Monate später der Bürgerschaft präsentieren.
Wer Bürgerbeteiligung als Wert nennt, sollte sie gerade bei Fragen ermöglichen, die das Selbstverständnis einer Stadt betreffen.
Deshalb schlage ich vor, den Vorgang nicht weiter zu verteidigen, sondern ihn durch einen offenen und demokratischen Prozess zu heilen. Zum Beispiel hierdurch:
Die Stadt schreibt öffentlich einen Ideenwettbewerb für ein Stadtlogo aus.
Alle kreativen Menschen aus Hüfingen erhalten die Möglichkeit, Entwürfe einzureichen.
Sämtliche eingereichten Vorschläge werden in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung vorgestellt und diskutiert.
Der Gemeinderat wählt daraus fünf Finalisten aus.
Auch das derzeitige Logo kann selbstverständlich als Vorschlag teilnehmen und von Gemeinderat und Verwaltung begründet werden.
Anschließend stimmen die Bürgerinnen und Bürger im Hüfinger Boten oder über ein anderes geeignetes Verfahren über die Vorschläge ab.
Ein solcher Prozess würde kaum Geld kosten. Er würde jedoch etwas viel Wertvolleres schaffen: Vertrauen.
Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass Bürgerinnen und Bürger fertige Entscheidungen präsentiert bekommen. Vertrauen entsteht, wenn Menschen die Möglichkeit haben, ihre Stadt mitzugestalten.
Eine solche Abstimmung würde zeigen, dass die Stadt bereit ist, Kritik ernst zu nehmen. Sie würde zeigen, dass Bürgerbeteiligung mehr ist als ein Schlagwort. Sie würde zeigen, dass Transparenz nicht nur dann gilt, wenn sie bequem ist.
Vor allem aber würde am Ende ein Logo stehen, das demokratisch legitimiert ist. Ganz gleich, welcher Entwurf gewinnt: Es wäre das Logo der Hüfingerinnen und Hüfinger.
Deshalb geht es mir nicht nur um einen Männerkopf oder um ein Logo. Es geht um die Frage, ob die Grundsätze von Transparenz, Öffentlichkeit und Bürgerbeteiligung in Hüfingen gelten sollen, wenn es darauf ankommt.
wenn ich es recht im Kopf habe, war der Frauenschuh noch nicht thematisiert. Dieses Jahr bewegen mich zwei Dinge, über ihn etwas zu schreiben, erstens seine Vermehrungsstrategie und zweitens die Anzahl Blüten pro Stängel. Ich habe mich erinnert, vor langer Zeit, genauer gesagt, vor 20 Jahren dreiblütige Stängel auf dem Tannbüel an einer Stelle gesehen zu haben. Und tatsächlich, im Archiv habe ich zwei Bilder heraus fischen können.
Ich finde drei Blüten pro Stengel sind etwas besonders Schönes beim eh schönen Frauenschuh. Ich denke, das könnt ihr nachvollziehen. Dieses Jahr waren dreiblütige Fehlanzeige, es waren zwar viele zweiblütige Stengel zu sehen, aber nicht eine einzige dreiblütige. Auch ein Aufruf im Status gab keine positive Rückmeldung. Vielleicht auch hier noch der Aufruf, wer so etwas zu Gesicht bekommt, es mir bitte mitzuteilen.
Dann hat Karl Wild aus Maichingen beim Rundgang auf dem Tannbüel das Bild geschossen und mich aufgeklärt, wieso diese Wildbiene, vermutlich eine Sandbiene im Frauenschuh hockt.
Wenn Ihr befürchtet, dass der Frauenschuh eine fleischfressende Pflanze sei, so gebe ich knallharte Entwarnung. Es hängt mit der Vermehrungsstrategie zusammen. Die Blüte lockt kleine Insekten durch Farbe und Duft an. Die schuhförmige Lippe der Blüte ist wie eine Falle: Das Insekt rutscht hinein und kann nicht direkt wieder heraus. Das wird Kesselfallen-Prinzip genannt. Beim einzigen Ausgang muss das Insekt an den Pollensäcken vorbei. Hat es vorher Pollen von einer anderen Frauenschuh-Blüte mitgebracht, bleibt dieser an der Narbe hängen und die Blüte wird befruchtet. Danach entsteht eine Samenkapsel mit sehr vielen winzigen Samen.
Das Bild zeigt eine solche Kapsel vom letzten Jahr mit einer zweiblütigen Pflanze von diesem Jahr. Das Insekt nimmt neue Pollen mit und kann weitere Blüten besuchen, in die Falle gehen und befruchten. Das nenn ich mal einen Oberhammer.
Vor 20 Jahren habe ich das Bild geschossen mit der Haarfliege im Kessel, jetzt erst verstehe ich, dass auch sie zur Befruchtung beigetragen. Ist das nicht fantastisch? Die Samen haben kaum Nährstoffe. Sie können deshalb nur keimen, wenn sie mit bestimmten Bodenpilzen zusammenarbeiten, was die Vermehrung schwierig macht.
Zusätzlich kann sich der Frauenschuh über sein unterirdisches Rhizom, das ist ein unterirdisch wachsendes Sprossachsensystem, ausbreiten und neue Triebe bilden. Interessant ist auch, dass der Frauenschuh sehr langsam wächst – oft dauert es mehrere Jahre, bis aus einem Samen eine blühende Pflanze entsteht.
Zu guter Letzt nochmals ein Hammerbild. Seht Ihr die veränderliche Krabbenspinne? Veränderlich deshalb, weil sie Ihre Färbung der Umgebung anpasst. Gelb auf Gelb, bestens getarnt. Offenbar weiß sie instinktiv, dass da Insekten vorbeikommen an der Frauenschuhblüte zur Befruchtung. Seht Ihr, wie sie für eine liebevolle, sprich tödliche Umarmung vorbereitet ist? Der Frauenschuhkessel ist voller Beutetiere, also Verhungern mußte sie garantiert nicht.
Also die nächsten Tage ist die Vollblüte vorbei, trotzdem lohnt sich noch eine Besuch zum Beispiel auf dem Hüfinger Orchideenpfad, auf Tannbühl und auf Schopfeln Rehletal bei Hattingen.
Ein Hüfinger Unternehmer hat einen wunderschönen, etwa sieben Meter hohen Ginkgo pflanzen lassen. Solche Beispiele zeigen, wie viel Einzelne zu einem attraktiven und lebenswerten Stadtbild beitragen können.
Gerne möchte ich mal wieder darauf hin weisen, dass Schottergärten illegal sind. Schon im Jahr 2023 hatten wir die zuständige Behörde auf dem Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis angeschrieben und gebeten sich um den schlimmsten Schottergarten in Hüfingen zu kümmern.
Am 9. Juli 2023 schrieb ich folgenden Text an das Baurechtsamt:
Die Stadt Hüfingen hat leider keine Baurechtszuständigkeit, deshalb wendet sich der Verein Freunde der Natur Hüfingen e.V. an Sie. In Hüfingen ist vor einigen Jahren ein Schottergarten an der Donaueschinger Straße angelegt worden. Es ist zwar nicht der einzige in Hüfingen, aber mit Abstand der größte, heißeste und direkt an der Hauptstraße, also für jeden sichtbar. Der alte Baumbestand wurde hierfür damals auch entfernt, es ist gar nicht so lange her.
Das ist ein Verstoß gegen § 9 der Landesbauordnung BW.
Im Gegensatz zur verbreiteten Auffassung sind Schottergärten nicht erst seit 2019 verboten (Biodiversitäts-Stärkungsgesetz), sondern seit Inkrafttreten der Landesbauordnung. Wobei dieser Schottergarten sogar nach 2019 angelegt wurde.
Vom Baurechtsamt kam gleich am 8. Februar 2023 die Antwort, man würde sich kümmern. Am im Juni 2024 wurde nachgehakt und es kam am 12. Juni 2024 wieder die Antwort, man würde sich kümmern.
das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen hat Schottergärten rückwirkend ab 1995 für illegal erklärt. Damals wurde in den Landesbauordnungen der folgende Passus aufgenommen: “Die nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke müssen Grünflächen sein, soweit diese Flächen nicht für eine andere zulässige Verwendung benötigt werden.“
Wir könnten uns nun mit einem „Haben wir doch gleich gesagt!“ zurücklehnen, aber das zaubert den bereits verbauten Schotter nicht weg. Immerhin ist nun entschieden, wer im baden-württembergischen Konflikt zwischen dem Umweltministerium und dem Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Recht hat.
Und wir können nun die Baubehörden auffordern, von den Schotterbesitzern eine Begrünung einzufordern.
Man kann zu Recht fragen, ob wir Naturschützer nichts Wichtigeres zu tun haben, als gegen ein paar Quadratmeter (in Summe: etliche Quadratkilometer) Schotter anzugehen, die sich über kurz oder lang ohnehin mit „Unkraut“ begrünen werden. Ich denke aber, es stellt sich eine kulturelle Frage. Wenn der Garten der Spiegel der Seele seines Besitzers ist, wie mag es dort aussehen? Es geht auch um die Deutungshoheit für den gesellschaftlichen Umgang mit der Natur: Wollen wir als Teil der Natur leben oder in Opposition zu ihr?
Wenn wir im Kampf gegen den Flächenverbrauch kleinere Baugrundstücke forderten, wurde uns entgegengehalten, die Leute wollten große Grundstücke und das trage doch zur Durchgrünung bei. Warum will jemand ein möglichst großes Grundstück und schottert dann die Hälfte davon zu?
Wird Ulf Soltau, der Schöpfer der Seite „Gärten des Grauens“, nach dem aktuellen OVG-Urteil arbeitslos? Das wird noch dauern. Denn nun kommt es auf die Kommunen an, das Verbot der Schottergärten auch konsequent umzusetzen. Die Unterstützung der Naturschutzverbände haben sie.
Wir sollten den unbekannten Beschäftigten eines Ministeriums ehren, der in den 90er-Jahren unbemerkt, aber sehr weitsichtig, den oben zitierten Passus in die Bauordnungen schmuggelte. Ob er geahnt hatte, was für Perversitäten der Gartengestaltung in den 2000er-Jahren Mode werden würden?
Eine erste Version des Beitrags über die Schächerkapelle war im Sommer 2019
Bräunlinger mappa aus dem Jahr 1620
Vermutlich wurde die Schächerkapelle in den Jahren 1608/1609 erbaut, sicher vor dem 30-jährigen Krieg. Im Jahr 1622 ist erstmals von einem „Cruzifix- oder Schächerhäuslein“ die Rede. Auch auf der Bräunlinger mappa ist ein Kreuz mit einem Häuslein eingezeichnet. Die Entstehung und die Herleitung des Namens sind weitgehend ungeklärt. Zwar gibt es das mittelalterliche Wort „Schächer“, was so viel heißt wie „Räuber, Verbrecher“, und auch eine Verbindung zu den Sühnekreuzen ist denkbar. Beides jedoch ist nicht belegt.*
Traditionsgemäß stehen solche Kapellen an den Verbindungsstrassen als Zufluchtsorte für von Unwettern bedrohte Wanderer. Eine noch heute lesbare Inschrift an der Kapelle lautet:
„In Sturm und Wetter, Sei Gott mein Retter. In Krieg und Frieden Sei uns sein Schutz beschieden.“
Die Schächerkapelle gezeichnet von Dennig-Ruh 1967
Die Schächerkapelle gezeichnet von Franz Wintermantel 1972
„Anfangs Mai 1916 wurde durch den Fürstlich Fürstenbergischen Archivrat Dr. Tumbült, Donaueschingen, und Bürgermeister Bausch, Hüfingen, das Eigentumsverhältnis der Schächerkapelle an der Straße nach Donaueschingen festgestellt. Es ging damals um die Bezahlung der Kosten für die notwendige Instandsetzung der seiner Zeit ziemlich verwahrlost gewesenen Kapelle. In der Niederschrift der Verhandlung wird erwähnt, daß die Schächerkapelle seit Menschengedenken aus Mitteln wohltätiger Stifter baulich unterhalten wurde, da niemand Eigentümer des Heiligtums sein wollte.
Vermutlich wurde die Kapelle in den Jahren 1608/09 erbaut. Bis etwa 1864 befand sich in der hiesigen Schächerkapelle ein Kruzifix aus Gips, das nachts von einem betrunkenen Gotteslästerer aus Allmendshofen blindlings total zerstört wurde. Da kein Eigentümer der Kapelle vorhanden war und die Mittel für ein neues Kruzifix sehr spärlich eingingen, hatte Prinzessin Elise zu Fürstenberg das jetzt noch vorhandene Christusbild aus Eisenguß und in Gold gefaßt, gestiftet.
Bei der Nachforschung nach dem Eigentümer der Schächerkapelle wurde festgestellt, daß auf der Bannkarte vom Jahre 1788 der Standort der Kapelle angegeben ist; merkwürdigerweise läßt sich aber im Urbarium vom gleichen Jahr ein Eigentümer nicht feststellen. Das Gelände war wohl Fürstliches Herrschaftsfeld, doch wurde bei einer Flurvermessung der Zipfel, auf dem die Schächerkapelle steht, mit dem Gemeindegrundstück Hochstraße vereinigt und ist somit Eigentum der Stadt Hüfingen.
In seiner Sitzung am 3. August 1917 faßte der Hüfinger Gemeinderat folgenden Beschluß:
„Nachdem die im Mai 1916 vorgenommene Nachforschung nach dem Eigentimer der Schächerkapelle ergeben hat, daß die Kapelle bei der Katastervermessung mit dem Gemeindegrundstück Hochstraße vereinigt wurde und somit die Gemeinde Hüfingen zweifellos Eigentümerin der Schächerkapelle ist, wird dieselbe als Eigentum hiesiger Gemeinde anerkannt.“
Die zwei mächtigen Silberpappeln samt dem Hasenwäldle werden bei klarem Wetter selbst vom Wartenberg, wie auch vom Fürstenberg aus gesehen.
Bei der 1968/69 erfolgten Instandsetzung der Schächerkapelle wurden dem Kruzifix rechts und links die hiesigen Kirchenpatrone. St. Verena und St. Gallus, beigegeben. Diese beiden Figuren standen ehedem auf dem Hauptaltar der Stadtkirche.“
Selbst von einer sagenhaften Gestalt, die späten Heimkehrern begegnet, ist seit eh und je die Rede. Ein unbekannt gebliebener Poet hinterließ uns nachstehendes Gedicht über die Schächerkatze:
Dert, wo de Weag gi Eschinge goht, zwischet zwo große Pappele schtoht e Käpelli,’s ischt suuber und nätt, ech mecht nuu wisse, wears gschtiftet hätt. I dem Käpelli seit mer Schächer bi iis, es hätt en goldige Herrgott im Ghiis. Und d’Bämm, die schtond scho meh als hundert Johr, drum sieht mer’s au fascht i de ganze Boor. Meng Wiibervolk und au menge Maa, die Kummer, Sorge und Kriiz hond khaa, sind i des Käpelli inni gruckt, hond andächtig drinn ere Load verdruckt. Duet Sankt Petrus emol e Wätter loslau, no ka mer ganz rüejig drinn unterschtau. Doch ischt es bim Schäer scho gfähli gsii
Hermann Lauer ist der Meinung, dass das Schächerkreuz an der Straße nach Donaueschingen in den Jahren kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg entstand. Tatsächlich ist im Jahre 1622 erstmals vom »Crucifix- oder Schächerhäußlein« die Rede. Demnach bestand die Kapelle bereits in jenem Jahr.
Während sich die Bedeutung der Schächerkapelle im Schächer von Fürstenberg, erklären läßt, ist die Herkunft der kleinen Kapelle am Ausgang Hüfingens in Richtung Donaueschingen ungeklärt. Zwar ist der »Schächer« aus dem Mittelhochdeutschen herzuleiten und bedeutet soviel wie »Räuber, Verbrecher«, aber auch in diesem Zusammenhang ist eine Deutung nicht zu finden. Möglicherweise steht der Hüfinger »Schächer« mit den Sühnekreuzen in Verbindung.
Unter Pfarrer Rudolf Rauber haben 1909 die Gebrüder Marmon, Bildhauer-Atelier in Sigmaringen, den jetzigen Altaraufbau mit Tabernakel und Verena- und Gallusfigur angefertigt. 1960 wurden die Figuren der hl. Verena und Gallus in der Schächerkapelle untergebracht, 1993 jedoch im Auftrag von Herrn Dekan Andreas Huber wieder zurückgeholt und neben dem Altar aufgestellt, wo früher die Beichtstühle waren.
Die Kapelle war nach dem Ende der napoleonischen Kriege dem Verfall nahe. Da aber nicht klar war, wem die Kapelle gehörte, wurde im Auftrag des Stadtrates eine Kollekte veranstaltet, um die kleine Kapelle reparieren zu können. Im Jahre 1838 aber stürzte das Gewölbe der Kapelle ein, weil es alt und baufällig gewesen war. Wieder wurde eine Kollekte durchgeführt und die Arbeit versteigert. Sie wurde von der Gemeinde zum Mindestgebot von 50 fl. vergeben. Nach Gottfried Schafbuch befand sich in der Kapelle ein Kruzifix aus Gips, das nachts von einem betrunkenen Gotteslästerer aus Allmendshofen zerstört worden sei. Da die Kapelle keinerlei Fundus besaß, war niemand für die Wiederherstellung offiziell zuständig. Prinzessin Elise zu Fürstenberg stiftete darum das heute noch vorhandene Kruzifix, das aus Eisenguss besteht und in Gold gefaßt wurde.
Während der folgenden Jahrzehnte verfiel die herrenlose Kapelle immer mehr, und während des Ersten Weltkrieges wurde die Renovierung immer dringender, aber ein Eigentümer der Kapelle war noch immer nicht bekannt. Darum versuchten Dr. Georg Tumbült, der bekannte fürstenbergische Archivrat, und Bürgermeister Bausch aus Hüfingen im Mai 1916 die Eigentumsverhältnisse zu klären. Es zeigte sich dabei, dass die Kapelle seit Menschengedenken von Wohltätern erhalten worden war. Es zeigte sich weiter, dass auf der Bannkarte aus dem Jahre 1788 zwar der Standort der Kapelle angegeben, im Urbar der Stadt Hüfingen jedoch kein Eintrag zu finden ist. Zwar befand sich die Kapelle auf Herrschaftsfeld, aber bei einer Feldvermessung wurde die Fläche, auf den die Kapelle steht, mit einem Gemeindegrundstück vereinigt. In einer Sitzung am 3. August 1917 anerkannte der Gemeinderat das Eigentum der Schächerkapelle.
Die kleine Kapelle zwischen den zwei mächtigen Silberpappeln wurde 1968/69 instand gesetzt. Links und rechts des Kruzifixes wurden die Statuen der hl. Verena und des hl. Gallus angebracht. Sie hatten einst ihren Platz wohl auf einem Hauptaltar der Hüfinger Pfarrkirche.
Die Figuren befinden sich heute wohl irgendwo in der Sakristei und dienten als Vorlage der Figuren die heute in St. Verena und Gallus stehen.
Vielen Dank an Matthias Sigwart. (Am 10. August 2024 in den Kommentaren)
Die heilige Verena und
der heilige Gallus in der Stadtkirche
Die zwei mächtigen Silberpappeln die bei klarem Wetter vom Wartenberg und auch vom Fürstenberg aus gesehen wurden:
Schächer im Herbst 1964
Alte Donaueschinger Strasse
in den 1970ern Fotos: Karl Schweizer
hier die Reste im Sommer 2019
Quellen: Die Chronik von Hüfingen von August Vetter (1984) Mii Boor – Mii Hoamet von Gottfried Schafbuch (1972) Kirchen und Kapellen in der Stadt Hüfingen von Dr. Maren Nickel (2006)
De Hintsch gelesen am 2. Februar 2024 von von Hubert Mauz
E Rinderkranket usem Kuriositätekabinett vum Roßdokter
Am Herdeplatz am Weagroa im Spotherbscht anne 1938 hät de Fischer Lambert, de Förschter vu Wolterdinge, sin aalte Fahrradgeppel uffbockt und flickt sin Plattfuess won er uf dem stoenige Weag vum Kohlwald unne uffi sech gard iigfahre hät. Er fluecht und sakramanetiert: „ Gottverdammi, scho wieder en Platte, erscht geschtert hani bim Blenkle- Schmied z` Briilinge neii Fahrradflick und Kleaber gholet. Die Gummischliech und die Vulkan- Kleaber sind halt au nimme des wa sie mol waret. Sit de Adolf ame Krieg ummizindlet bruucht er allen Gummi, de guet Kautschuk ver die Laschtwäge, Kübelwäge und Nazi- Motorräder. Mir, die Kleine, grieget nu no de Schiissdreck und de Uusschuss. Der Schluuch hät fanget meh Flick wie des Rad Spoache hät. Me sieht fascht konn Gummi meh. Sakrament, Schiessdreck aber au, so en Soach.
„Jo wa kunnt denn do vu Buebach unneuffi ?“ . „ En Guete“ sait des Biebli mit dem Kiehli, ganz matt und daigig, meh ghuuchet wie g muht: „Muuhhh“„ . „Au en Guete, Biebli. Kunscht aber scho frie vu Buebach unneuffi. Wit zum Hagge gi Huvershofe ? Moneter, dass es mit dem Kleppergschtell no ebbis giit. Dät sage do nitz nit emol de bescht Briilinger Hagge no ebbis“ . „ He Naai, ich muen s Kiehli gi Bittelbrunn fiehre“ . „ Jo waa, so wiit no, monsch der Serbling kunnt dert no aa ? , wem kehrsch Biebli und wie hoasch ?“ . „ Ich biin de Rohrer Rheinhold vuns Rohrers, wissener, d` Alma het de Hintsch griegt“ . „ Oh Jesses Maraie, diesell Kranket wo`s nu im Buebach giht und in de Obere Schoole, do sinner aber schwer blooget. Hai, hilf mer no den Geppel wieder zämet z Schruube, So, also guet.“ . „ Wo wenn ihr im Buebach no naa ?“ . „Waisch, Reinholdle, bi iis am Halleberg isch en gruusige Storiax dorchgfahre und hät vill Bämm umbänglet und umgworfe. Ich han en Sau- Verhau und bruuch no meh guete Holzmacher zum Uffrumme vorem Winter. Und dinni Buebacher Manne sind schaffigi, fliessige und pfiffige Holzhauer und Schlaifer, grad bi so Stormverhau. Do bruuch i paar devu, do will i im Bierhiesli am Friehschoppe die beschte aabohre und aawerbe.“ „He jo, ich han grad e paar gsehne ins Bierhuus wackle, de Babbe isch au debie. Bin dem Sauwetter schaffets hit idde „ . „Also no ischs jo guet, no find i jo e Paar vu dene bommstarke Kerli. Adee, und bring des serblig Kiehli guet gi Bittelbrunn, guck dass es nit vorher scho zenmetkhait, de Rohrer- Albert dät gherig mit der gosche. Und gucket, dass die Kur im Kuhe- Kurhuus Bittelbrunn dusse guet aaschleht. Adje, Reinholdle „ und gottbefohle ver din wiite Weag“ . „En Gute , Förschter Lambert, und mick jo guet des Sauloch do rab, sunsch kehnts eich schwer uf d` Schnurre schlaan wie scho villi wo dert nab graitet sind. Un im Bierhuus briicht mer de Hepf zum s` Loch im Kopf uusspiele und nit ver d` Goorgle„ .“Des isch baigott en gattige kleine Hoseforzer, der häts Muul und s` Hirni am reachte Fleck“, denkt de Lambert bim Abfahre gi Buebach.
Bim Iitrette is Bierhiesli: „Dees war beigott wieder e Graiterei do nab. D` Micki het scho aagfange zum gliehe und de vorder Bremsklotz hät scho gstunke, breeselet und qualmet wie e Köhler- Fier. Soo, do wäremer“ . „ Gute Morge, Griess Gott, zum Wohl. So kamers uushalte bi dem Saichwetter am warme Kachelofe ufem Ofebank vum Bierhuus.“ Alli brummlet verdruckt zruck: „Au en Guedde, Lambert“ . „ Kresenz, en Hepf und en Halbe vum Friedewielemer Klosterbier“. E paar Minute isches still, alle beschweiget sich aaregend gegesiitig bis de Lambert de aahaltend Kuuscht- Friede bricht: „ Bi iis dusse hät de letscht Herbschtstoriax gherig in Halleberg inniglanget. A dere Haalde homm mir en mords Verhau. Des sot i no vorem Winter uffrumme“ „Soso“ . „Soso“ „He nai, so ebbis“ „ Do henner aber kaini gute Waldheilige aabetet“ . „ So ebbis koscht Geld“ . „So ebbis giht meh Brennholz wie Bretter“ . „ So , so“ . „ Ha so ebbis“ . „He nai, wa du idde saisch“. Brummlets. Allmählich plazt im Lambert de Kragge woner merkt dass en die giffizige Buebacher Schaalme abschwarte wend. „Ihr honds scho gmerkt, ich sot gute Holzhauer und uusgfuxti Schlaipfer mit gute Rooß han, wer macht mit ?“ „ Jetz hemer gmaint du kunsch zum Schnäpsle ins Bierhuus, do gohts jo um Arbet. Was zahlsch im Taglohn?“. „ So, so, seld isch aber weenig. Fier die saughä knochebrecher- Halde wemmer 20 Pfennig meh fer de Maa und ver d` Roß ai Mark meh und de guet gschrotet Haber vum Gehringer Miller ummesunscht“ . „ Also guet, wa bliebt mer anders ibbrig, abgmacht, s`gilt.“ Alle bekräftiget`s mit eme Handschlag und schächet giffizig und gnitz iber de Tisch. „ Also, kann i ufschriebe: Wunderle……, Schöpperle……….., Schwörer………. mit de Roß, Meder……….., Rohrer………mit zwei Ochse., Kleiser……….mit de Roß, Junkel………., Schwarz …………… saget mol, gihts nu die Näme im Buebach ? ; do words aber Ziit für frisch Bluet, soll ich eich mol Beerliwieber vu Wolterdinge, Hufertshofe und Zindelstai an Glattacker un ins Moos schicke?“ . „Seld kaansch ruhig mol mache, no weremer scho sehne…….“. „Du, Rohrer Albert, din Bue, sell pfiffig Reinholdle, han i hit Morge am Herdeplatz troffe. Er isch miteme daigige Kieheli gi Bittelbrunn unterwäegs. Honn er wider de Hintsch?“ . „ He joo, s` het iis wiedermool verdwidscht. Sidder drei Johr waremer verschoont, do hends andri khaan. Waisch, mir hen Verwandschaft z` Bittelbrunn duuse. Wemers dert 3-4 Woche in ere Art Kur unterstelle kinne, no kumets ellemol wieder ganz guet aa. Defier bringt de Bue Morge ains vu de Bittelbrunner Kälbli zruck in Buebach wa deno bin iis gfueteret wird. Iiser Fuetter duet denne ihre War ellemol au ganz guet. So goht ains mit em andre. Beid hend ebbis devoo“ . „Aber jetzt saget mol, wa isch denn des ver e kaibe schreegi Kranket wo d` Rindli so serblet und daigig weret do hinne bei eich?“ . „ He waaisch, de Hintsch, so saage mir, manchi sage au de Semper oder d` Darri, den giihts nu im Buebacher Tal, in de Obere Schoole und selte im Hammer. In de Untere Schoole isch er idde. Drum dient die Buure us de Obere Schoole ihre Rindli, wenns wiedermol de Hintsch hend, rab in die Unter Schoole. Dert kummet sie denno ellemol wieder noch paar Wuche ganz guet aa“. „ Jo sag nuu, aber saget mol, waa isch des ver e Siichi ?“ „ He waisch, die Kiehli und Rindli stehn uf aimol ganz daig und gstärrig naa, fresse nint meh, knagget nu no a Holz und gstärrige Riisäscht ummenand und fange a z`verkheie. Well sie so abmager maint mer d`Kepf were greeser. Selleweg sait mer au „Die Grosskopfete“ , dieselle hend ellemol au de Hintsch. S ́ muen e Mangelkranket siin, wo vum Wasser und vum Boode kunnt. Z` viel Kreizblietler uf de Matte kinntet au en Aalass ver die Kummedi siin. Genau waiss mers halt all no idde. De Roßdoktor us de Neistadt kaan Spritze gai, soviel waiss mer, aber desell und die Briehje wo der denno all paar Dag dene Viecher ins Fiddle jagt, des koscht halt au ganz schee Geld. Do isch des Verstelle vun de War ginschtiger. Wenn natierli Verwandschaft im Schwobbe hesch, wie die Rohrer in Bittelbrunn, no bisch no guet draa“. „ Waisch, dert dusse im Kalch und Lettebodde gihts kain Hintsch und de Kalch isch ver die Hintsch- Kiehli wie e Kur. Grad so wie fier die schwindsichtige Engländer- Gaisse wenns im „Schnecke“, im Schoolemer Kurhuus Luft, Wasser, Hei und Mischtlache- Guu schnappe. Die hend halt au de Hintsch, stehn au bockstärrig naa, gucket die mit Glupschauge aa und muhet giegsig: „ Haaiy, wellkom, häf e naiss daiy“ und verschwinde wieder unterm Parablüe, daß se joh kai Sunne abkriege. „Wa machet no d` Hammricher mit ihrne Viecher wenns de Hintsch hen?“ . „Dieselle Halbtiroler Bergmannejockel wered vielleicht en Mirabelle- oder en Tombinambur oder e Bier verabriiche, …… nai ehnder idde, den suufe se lieber selber. Nai, nai, die diens au ins Brigital, an Spittelhof oder ins unter Bregtal verstelle; so ab Brugge, Brielinge. Dert hets wieder Kalchbodde wo sie wieder aakumme“ „ De Roßdokter het neilich gsait dass es den kaibe Saich baigott au in de sandige Lüneborger Heide gäb. Iberhaupt sei uffallend daß es immer in sandige Böde, so wie im Granit- und Gneissand wie z` Buebach und de Obere Schoole und in de kiesige Hammer- Au, der muens jo wisse“.
Brielinge
„Anne 1840 het s Buebacher Stabhalteramt en Rodel uff Brielinge iigei, dass uns erlaubt sei, wieterscht Waldweide z betriebe. Dämols hät de Grossherzog verbote, in Wald z fahre zum Waide. D Buebacher hend gschriebe: „Die Zeit des Austriebs unseres Viehs ist herangenaht und es lässt der Austrieb wegen der sogenannten Hindsch, die allendhalben auszubrechen droht, unmöglich länger hinauszuschieben“. „Do draan kaan mer sehne, dass iiseri Väter scho gwisst hend , dass im Wald durch die Hürscht und Grüetli d Wiederkäuer nit hindschig wore sind. Wo s Waldfahre endgültig verbotte war, isch die Hindsch- Kummedi no erscht recht wieder ghörig losgange“.
„So, So, jetzt hanni wieder ebbis glehrt und: , Rohrer- ………, ich winsch der und hoff ver dich dass die Reinholdle baald wieder e gsund und starchs Rindli vun de Kur im Bittelbrunn heimbringt und kein so kripplige Serbling. Vergelts eich Gott ihr Buebacher und am näschte Mändig um Siebni treffe mer iis am Zindelstainer Hauptbahhof zum d` Arbet iidaile, d` Schleipfroß zueteile und de Haber ver d`Roß portioniere. Sellen lan i mit em Bregtäler am Rampe vum Bahhefli abstelle. Un bevor mer Aafange gommer a s`Kriezwehbildsteckli am „Schwarze Bue „ und bete e Gsetzli Rosekranz ver e guti Verrichtung und dass nint passiert. Und wenn ainer vu eich s`Buckelweh hät, des wered die meeschte sii, denno kanner grad no ver den Breschte au no bete, dass ers wieder eweg bringt. Sell Wallfahrtskrietz hät scho villne mit Kriezweh gholfe.“
„ Adieu, Nint ver uguet und en gsegnete Tag !“ „Au, fascht het is vergesse: A die Beerliwieber denk ech mol un schick sie im näschte Spootsummer ins Falzmoos und an Glattacker. Adie und : E Gueti Ziit“.
Ja so wars, im einsame, seeleruhige und wundersame Buebach mit dem Hintsch.
Ursach, Wirkung und Behandlung vu de Hintsch- Rinderkranket
De Forbelepold mit Bart überm Hals. Worum wohl, muen er ebbis verstecke?
De Hintsch oder au de Semper oder d` Darri isch e Mangelkranket vu wiederkäuende Rinder, aber au Schoof, die meschtens uf sandige Böde vorkunnt. Bsunders im verwitterte Granit und Gneis, im Urgestei. Im Schwarzwald fascht nu i dene Täler Buebach, Obere Schoole und im Hammer. Im Lettige und kalkhaltige Bode uf de Boor, im Schwobe und au im Unterland kennt mern gar nit. Im Erzgebirge und i de Lüneborger Heide kunnt er au no vor. Grund isch en Kobaldmangel, de Mangel also vu dem Muckeseckeli vume Spureelement. I dene sandige Böde, au wenns im verwitterete Felsbereich vum Urgestein isch, word des Spurelement scho sit Johrmillione sterker, tiefer und schneller uusgwäscht und verschwindet ver immer im tiefe Bodde, ebe meh wie i de dichtere Böde. Jedes Lebewese, aber hauptsächlich d Wiederkäuer, bruchet den Kobald, des Spurelement. Me kann en aber au us andere Gegende, mit anderem Futter oder Esse kriege, hole. Des kaa aber e Rindli us Buebach nit wa all nu Gras vu de oegene Buebacher Matte kriegt. Z` Norwege im sandige Urgestein und au z`Australie, i dene sandige Gegende , ischer au verbreitet und e Ploog. I Küschteregione wo` s vielmol au nu Sand hät, kaas e klei weng dorch s` jodhaltig Klima vum Meersalz uusgliche were. Wenns also i dene heimische Täler au meh Jod gäb, wärs nit ganz so werksam und schlimm. Daß es aber au grad a Jod manglet, selewäeg hät mer friehner vor de Schuel- Jodtablette Abgabe iberkumme und häts sie vor em Schuelmoaschter rabworge messe. Im jodarme Waald dä hinne häts gern Krepf gähe. Wenn d` Wälderkind oemol im Johr amend i d Boor oder an Schätzeli- Märt kumme sind, hond sie d` Motter villmol verwunderet gfroget: „Muedder, wieso sehnet die Liit do vorne im Schwobbe so komisch uus? die hend jo gar kaini Kröpf?“ . „He waisch Thebusle, me muen froh sin, wenn aim nint fehlt, so wie dene arme Schwobbe“.
S` Lineli und s` Mineli traget e Moritat ibber die Tal- Bloog, de Hintsch vor:
Im Felsetal, im Buebach, au in de Schoole Des muesch beigott dir so uusmoole Dert gihts en Mangel, me kaahns kuum glaube Do gihts kai „ Muuhhh „… nu no e Schnaube
Wenns Kiehli dostoht, gstärrig , daig No isch des Lebe am Verzwaig Des Bierli usem Buebebach Des wort denno ganz schnell hellwach
Oh je, oh je wie wär des schee Het Buebebach die Siech nit meh Der Hintsch, des isch baigott en Saich Do wird de Buur sit vorfehrn blaich
Der waiss jetzt glii vu de Vorfahre Des Kälbli muensch jetzt schnell verfahre Am Beschte glii ins Schwobbe nuss So giehts am Wenigschte en mords Verdruss
Hai, Biebli, bring die Alma furt Gii Bittelbrunn zum Vetter Kurt Und bring e andri grad mit haim So gohts halt gattig, grad in aim
Oh je, oh je wie wär des schee Het Buebebach die Siech nit meh Der Hintsch, des isch baigott en Saich Do wird de Buur sit vorfehrn blaich
De Vetter bringt sie schnell uf d` Bai De Bodde, s` Wasser in dem Gai Hät villmool gholfe bei so Krippl So bruucht de Mexer halt kain Knippl
Drei Woche bruuchts, s` isch nimmi krumm Des Kiehli hät jetzt wieder Mumm Hai, Biebli, fier d` Alma an de Naase Brings haim uf Buebach, zum gmietli Graase
Oh je, oh je wie wär des schee Het Buebebach die Siech nit meh Der Hintsch, des isch baigott en Saich Do wird de Buur sit vorfehrn blaich
Ortserklärunge:
Herdeplatz: Kreuzung am Höchschte Punk/ Passhöhe zwische Mischtelbrunn/ Kohlwaldhieser u. Buebach wo s` steil gi Buebach is Falzmoos abi goht.
Halleberg: Südl. Hangwald zwische Zindelstai u. Wulterdinge wo s`steil vu 670 m bis gege 920 m uffi goht is Oberholz. Dä waret wichtigi Schliefstai Stoabrich wo en gute, feinkörnige Sandstai gwunne wore isch. De ganz Hang isch dorchwühlt fu Brüch, Löcher und Hangschutt. Dä hond Stoahauert bis so 1910 ? gwirkt.
Bittelbrunn: Kleine Weiler südl. vu Waldhuuse mit 2-3 Hieser / Höf gege de Tabor / Diddishuuse.
Bierhuus: S`Wirtshuus vu Buebach wa zerscht e Glashitte- Aasiedlung war, denno e Schitzerdorf war wo hauptsächlich Prothese us Holz u. Scharnier herstellt wore sind. Drum hät sich d`Feinmechanik entwicklet. De Dr. Sauerbruch vu de Charite`soll de Bescht Abnehmer gsi sie?
Kriezwehkreuz
Kriezwehkreuz: Kreuz und Sandsteinbildstöckle westl. vom „Schwarzen Buben“ im Zindelstai. Bis i d 1950-er Johr e kleis Walffahrts- Gedenkort für Liit mit Ruckeweh und Kriezbeschwerde. Wahrscheinlich entstande zu ebe de Schliefstei- Stoabruchziit. Die Manne die die sauschwer Schinderei uf sich gnomme hond, die hond sich natierli krumm und bucklig gschafft bi Wind und Wetter, Rege, Froscht und Schnee und hond so en Gnadeort i de nächschte Nähi bruucht ver ihre Breschte.
D` Schoole: Gemeinde Schollach im gliichnamige , wunderscheene, molerische Schollachtal zwische de Blessingsägi und de Magrutt uf de Passhöhe gege Schwärzebach. Historisches Kurhaus „Schneckehof“ wo de Skilift vum Robert Winterhalter erfunde wore isch und wa zu de drei gröschte und bedietenschte Hotel im Schwarzwald gherz hät nebem Feldbergerhof und em Kurhaus Wehrle in Triberg. Gäscht waret hausptsächlich sau riichi Engländer. Heut immer no e Kultwirtschaft mit dem knorrige, schreege Schnecke Klaus und sinere liebe Schwester als reserviert, aufmerksame und kultivierte Bedienung mit ebefalls Kultstatus Sehenswert !
Es johlet d’Käther, schreit und schilt am Mendig früh wie b’sässe:
„Du Lump, du ganz versoffne Siech, bischt z’lang im Bäre g’sässe. Jetzt guck emol din Kittel a, sind Flecke drin, en Huufe. Du Pfiddi, siescht, die Moose doo, die kummet nu vom Suufe!“
De Marti stieret vor sich hear, hört zu dem Dunderwätter. Z mol schleet er d’Bratze uff de Disch und brüelet a sie Käther:
„Gell, lieg mer nitt und halt die Muul, und hör nuu uff mit blääre. Vum Suufe kummet d’Moose nit die giit es bim Verlääre!
Das Buch Alma, das Störchlein mit den kurzen Beinen, kann unter sima-ria@web.de, Friedrich-Farb-klecks@gmx.de oder im Café Vanilli’s in Donaueschingen käuflich erworben werden.
E Storchepärle jung und nett Huckt dobbe wie uff me Tablett Hät guete Root uff rotem Giebel Der Uusguck, der isch gar nit ibel
Dä, z Amedshofe überm Ried E Nescht isch wo mer ganz wiit sieht Me trohnt dä uff me Rote Huus Und sieht rundum i d Boor dä nuus
So kaamer Krotte, Mies und Frösche jagge de Storche Clan bruucht nit verzagge E Residenz uff’s Rothuus Firscht Do isch mer halt de Storchefürscht
So kaa mer villi Störch ernähre Die allfort kläpperlet und blähre I so me Ort gihts drum vill Zwilling Und immer wieder mol au Drilling
Die honds dä nett, kummet mords guet aa Kennt wette, die gond scho bald i‘ De J K aa Bei sore Fürsorge i dem warme Nescht Gohts fidel zue, wie bei me Klapperstorche Fescht.
De Schurz vum Grossi isch parat:
Beim Tränli trockne im z‘ hoesse Bad Beim Ännikeije mit em Rad Beim erschte Kindergarte Zoff Bruuchts au emol den sanfte Stoff
Beim Tröschte „Fünf bis Sechs“ i Spanisch Aber Reli „Eins“, e Grossi word do koe weng panisch Beim Wache wegem hohne Fieber „Hai Oma, kumm doch schnell mol nieber“
Beim Wadewickel wickle, Puhh… Lebertran, au do gihts nint zum Zickle Beim Gosche weg dem Oefalt Phoebe „Die Kueh, des isch e ganz e bleede“
Beim erschte grosse Liebesschmerz Druckt d‘ Oma dich a s mollig Herz Wenns später mol ums Schaffe goot BHät s‘ Omi au no guete Rot
S‘ Schnuuferli Gitta vu de Enteborg Hät Tag und Nacht e grossi Sorg Dass Neschterplatte sind parat Am beschte us me Schpoecherat
E Glück isch’s i dem Storcheort zum Huuse drum gihts halt au so vill zum Schmuuse Und so gohts bald vu Vorne los des Storchekläppre, des Famos.
Umbenennung vom Hans-Thoma-Preis zum Landespreis für bildende Kunst
Beitrag vom 23. Mai 2024
Hans Thoma: Das wandernde Bächlein (1906)
Weidberge, Bächlein, weit überstehende Walmdächer, Wald: der Südschwarzwald gilt uns bis heute, wo immer er sich noch als Idylle präsentieren darf, als „Hans-Thoma-Landschaft“. Und alle zwei Jahre pflegt die Kunstwelt nach Bernau zu pilgern, um im dortigen Hans-Thoma-Museum der Verleihung des Hans-Thoma-Preises beizuwohnen und die Ausstellung mit den Werken des aktuellen Preisträgers zu begutachten. Doch diesmal wurden nicht nur wir Schwarzwälder Hans-Thoma-Verehrer von Medienberichten aufgeschreckt: Der Preisträger des Jahres 2023, Prof. Marcel van Eeden, Rektor der Karlsruher Staatl. Akademie der Bildenden Künste, habe sich kritisch mit Thoma auseinandergesetzt und dabei aufgedeckt, dass dieser ein völkisch antimodernes Weltbild vertreten und sich mehrfach antisemitisch geäußert habe. Dies stünde jedoch im Widerspruch zu dem mit 25.000 Euro dotierten Preis, mit dem ja „innovative Positionen“ ausgezeichnet werden sollen. Woraufhin das Stuttgarter Kultusministerium beschlossen habe, den Preis umzubenennen. Neu konzipiert werde 2024 zum hundertsten Todestag des Malers auch die Bernauer Dauerausstellung.
Bekannt war bislang allenfalls, dass Hans Thoma zu den Unterzeichnern des Manifests der 93 gehörte, mit dem Wissenschaftler, Künstler und Schriftsteller im September 1914 den Versuch unternommen hatten, den deutschen Militarismus zu verteidigen und die gleich zu Beginn des Kriegs in Belgien an der Zivilbevölkerung begangenen Kriegsverbrechen abzustreiten. Doch van Eeden deckte zudem Dokumente von einer Reise Thomas zur Rembrandt-Ausstellung in Amsterdam auf, anhand derer er glaubt nachweisen zu können, dass Deutschlands populärster Maler, zugleich Rektor der Karlsruher Akademie und Abgeordneter, bekennender Antisemit gewesen sei. Weshalb bloß hatte man bisher nie etwas davon mitbekommen? Dass er posthum auch von den Nazis vereinnahmt wurde, ist ihm ja nicht mehr anzulasten und hat seiner Beliebtheit dann auch bis heute nichts mehr anhaben können. So wenig wie der Umstand, dass er vom Impressionismus und Expressionismus seiner Malerkollegen nichts mehr gehalten hat.
Selbstbildnis vor einem Birkenwald 1899 Hans Thoma, Public domain, via Wikimedia Commons
Im Jahr 1919, fünf Jahre vor seinem Tod, hat Hans Thoma seinen Lebensrückblick Im Winter des Lebens: Aus acht Jahrzehnten gesammelte Erinnerungen veröffentlicht. Das Buch ist 1989 zur 150. Jährung seines Geburtstags vom Landkreis Waldshut und der Gemeinde Bernau unverändert neu herausgegeben worden. So kritisch man es heute durchmustern mag, es findet sich darin nicht die geringste Spur von Völkischem, gar von Antisemitismus. Als ob der soeben verlorene Krieg, als ob Dolchstoßlegende, Revolution und Verbannung des Kaisers einem für imperialen Zungenschlag Anfälligen, den der Großherzog 1907 in die erste badische Ständekammer berufen hatte, nicht Anlässe genug geboten hätten, sein „völkisch antimodernes Weltbild“ (absichtlich oder unbeabsichtigt) in den Text einfließen zu lassen. Nichts dergleichen lässt sich darin finden – selbst in Passagen, in welchen sich Hans Thoma mit Politik und mit seiner Selbsteinschätzung als Abgeordneter befasst (Textprobe):
Ich kam auch bei jeder Landtagsperiode ein oder zweimal zum Reden, dabei ließ ich mich nur auf Fragen ein, in denen auch ein Künstler mitsprechen kann. So z. B. über Naturschutz, über Vogelschutz, auch über die jährlich wiederkehrenden Kunstakademie- und Galeriefragen, über Zeichenunterricht, auch einmal über Sittlichkeitsfragen, insoweit sie die Kunst berühren.
Auch das Thema Krieg hat er nicht ausgespart:
Ich sitze in meinem Waldhäuschen Marxzell, wo wir gerade noch, es ist August 1918, von ferne die Fliegerabwehrkanonen von Karlsruhe her hören. Bei meinem recht langen Lauf durchs Leben habe ich so viel Elend und Menschenjammer erlebt, um zu wissen, dass es nicht erst dieses mörderischen Krieges bedurft hätte, um zu wissen, dass unser Dasein Leiden ist, nicht der Mühe wert, es abzuspinnen. Der Krieg ist ein schlagendes Beispiel dafür, wie wenig Wert die Menschenknochen haben. Im fünften Jahr schon erzählen die Tagesberichte der Völker sich gegenseitig, wie viel Menschenkörper durch ihre Mordmaschinen vernichtet worden sind, sie rühmen sich, wie viel Herzeleid sie sich angetan haben.
Schreibt so ein Völkischer, ein Imperialist? Nein, dem Achtzigjährigen fehlt es in seinem Lebensrückblick auch durchaus nicht an Selbstkritik:
Ja, wenn auf einer Wegstrecke auch der leibhaftige Teufel einmal mitgewandert sein sollte und man sich mit ihm ganz gut unterhalten hat, so sollte man höchstens von ihm sagen, dass einem sein Geruch widerlich war. Das mag aber wohl gegenseitig gewesen sein.
Egal, welcher Teufel auf welcher Wegstrecke da „einmal mitgewandert“ sein sollte: War die Umbenennung des Hans-Thoma-Preises wirklich unumgänglich? Ist sein Fall auch nur annähernd vergleichbar mit dem Schicksal des Malers Emil Nolde, nachdem sich bei ihm herausgestellt hatte, dass er einerseits zwar als „entarteter Künstler“ verfemt war, andererseits aber dennoch Rassist, Antisemit und Anhänger des Nationalsozialismus? Oder wirft der Bernauer Vorgang nicht eher ein bezeichnendes Licht auf den gegenwärtigen Kunst- und Wissenschaftsbetrieb – mit dessen Hang zur Politisierung, zu Diversifizierung, Skandalisierung und zum Canceln?
Hans Thoma (* 2. Oktober 1839 in Oberlehen, Bernau – 7. November 1924 in Karlsruhe)
Tod du machst mein Aug‘ zu nichts, doch nimmermehr die Macht des Lichts. Das Licht hat einst das Aug‘ gebaut zum Werkzeug nur, mir dem es selbst sich schaut. Die Zeit ist nun erfüllt, das Ende da, das Aug längst sich müde sah. Ein morsches Werkzeug wird zu Trümmern, es siegt des Glaubens Licht! Uns soll des Grabes Nacht nicht kümmern.
heute gehts ums Firmament. Das war am Donnerstag, den 21. Mai 2026 auf dem Bild zu sehen:
Links und rechts der Sonne zwei Nebensonnen und angedeutet nach oben ein Halo. Das war beeindruckend und viele haben es auch gesehen, die sich gemeldet haben, nachdem ich es in den Status gestellt hatte. Ich denke, Ihr wisst noch die Entstehungsgründe. Eiskristalle in großer Höhe brechen das Licht in seine Spektralfarben und zwar in einen Abstand von 22 ° von der Sonne in einer gedachte Linie parallel zur Sonne. Oberhalb und unterhalb kann das auch vorkommen, oben sieht man einen leichten Schimmer, unterhalb ist der Abstand von 22 ° nicht gegeben. Ich denke, Ihr seht den schwachen Halo überhalb der Nebensonnen, ebenfalls durch hochliegende Eiskristalle hervorgerufen.
Das nächste Bild zeigt die Planeten Venus und Jupiter:
Ich denke Ihr wisst, wer was ist: Ganz klar, die Venus ist heller, weil sie uns viel näher ist als der Jupiter. Nach dem Mond ist sie das hellste am Firmament. Also rechts Venus und links Jupiter.
Der zeitliche Abstand zum letzten Bild beträgt 2 Tage und 52 Minuten. Das Bild unten ist am 23. Mai 2026 um 22.51 Uhr und das Bild oben am 25. Mai um 21.59 von unserem Westbalkon aus geschossen worden. Der Hammer ist, dass erst mit zunehmener Dunkelheit die Zwillingshauptsterne Castor und Pollux zu sehen sind. Man sieht die Leuchtkraft der Planeten, die von der Bestrahlung der Sonne herrührt, im Gegensatz zu den Sternen, die wie unsere Sonne leuchten. Das ist alles eine Entfernungsfrage.
Ich finde, dass das auch eine schönes Bild abgibt. Das beste ist, dass Ihr das die nächsten Tage bei gutem Wetter selber beobachten könnt, denn heute ist ja erst der 27. Mai.