Mehr zum Fischadler

Liebe Bürgerpostleser, 

Kommentare zum Beitrag unten über den Fischadler am Roten Meer sind Anlass, drei Punkte über den herrlichen Vogel aufzugreifen.

Punkt eins ist die Situation, wie der Kerle auf dem Geländer sitzt, und zwar auf einem Fuß. Jemand befürchtete, dass er nur einen Ständer, wie der Fuß in der Fachsprache genannt wird, besitzt. Was denkt Ihr? Nein, er hat zwei Füße, der andere ist ins Gefieder eingezogen. Hier war ChatGPT sehr hilfreich: Fischadler würden – wie andere Greife – sehr häufig auf einem Fuße stehen. Es gäbe drei Gründe dafür, zur Wärmeregulierung, zur Entspannung der Muskulatur und bei der Ruhehaltung beim Sitzen.
Reiher sieht man auch oft auf einem Beine stehen.

Punkt 2: An Menschen gewöhnte Fischadler.
Das war spannend, werte Leser. Denn es gibt zwei Gegenden, in denen die Fischadler sich so an die Menschen gewöhnt haben, dass Rita Schorp das Bild überhaupt schießen konnte. Die eine ist Florida mit seiner sehr großen Fischadlerdichte und die zweite kennen wir bereits, das Rote Meer in Ägypten.
Christoph Piela schreibt in https://naturfotografen-forum.de/o735924-Fischadler: „Beim Tauchurlaub in Ägypten waren doch tatsächlich drei Fischadler, die im Bereich unserer Hotelanlage ihr Jagdrevier hatten. Sie gingen in einer Badebucht auf Fischfang. Die Tiere wurden von Gästen und Angestellten in Ruhe gelassen, so dass man sich ihnen, ohne sie zu stören, bis auf wenige Meter nähern konnte. Dabei haben die Vögel einen kaum registriert und schauten weiter konzentriert aufs Wasser nach Fischen in der Nähe der Oberfläche. Bis jetzt konnte ich dieses Verhalten nur in Florida beobachten“.
Na wer sagts denn. Auch ChatGPT hat die Sache mit Florida bestätigt. Aber, aufgemerkt, ich habe kein solch aussagekräftiges Bild für die Vertrautheit von Mensch und Fischadler gesehen, wie es Rita auf dem Bild gelungen ist. Deshalb ihr nochmal ein herzlicher Glückwunsch dazu.

Was sagt Ihr zu diesem Bild? Das ist Punkt 3 des Beitrags. Dieses Bild ist mir gelungen am 7. April 2013, also vor über 12 Jahren beim Durchzug des Greifes Richtung Norden. Es zeigt nicht nur einen, sondern zwei Fischadler, ich vermute beim rasanten Balzflug über dem Unterhölzer Weiher. Bedingt durch tagelangen Nebel mussten die beiden Glückseligen im Gebiet blieben, sie konnten nicht weiterziehen und feierten statt dessen Hochzeit.

26. November 2025

Liebe Bürgerpostleser,

zur Zeit in Ägypten am Roten Meer Urlaub zu machen, ist sicherlich keine schlechte Sache. Wir beneiden unsere Nachbarn etwas, vor allem, als Rita Schorp diese Bilder geschickt hat. Sie wollte wissen, was das für ein Vogel ist. Mir kam es wie die Kugel aus dem Gewehrlauf, ein Fischadler. „Und Du bist so nahe an ihn herangekommen“? Eine holländsche Mittouristin konnte sich auch so nähern, der Fischadler machte keinen Muckser. Da muss man erstmal durchschnaufen, finden Sie nicht auch, ein absoluter Oberhammer. Otto Körner interpretierte das Bild so: „Ist das Ritas Haustier und handzahm“? Er machte wohl ein Spässchen. 

Ich muss etwas ausholen. Gibt es in Ägypten überhaupt Fischadler? Ja antwortete ChatGPT, es gibt etwa 40 Brutpaare vor allem am Roten Meer. Es gibt aber deutlich mehr Durchzieher vor allem im Herbst aus dem Norden ins Überwinterungsgebiet südlich der Sahara und ein Teil bleibt auch als Wintergast, vor allem am Roten Meer. Also das wäre geklärt. Ein Detail ist in dem Zusammenhang vielleicht noch wichtig, ist das Prachtexemplar ein Jung- oder ein Altvogel? Ein Blick in den Neuen Kosmos Vogelführer zeigt anhand des Weiß auf den Flügeln, es ist ein Jungvogel von 2025, denn die Altvögel sind ganz ohne Weiß im Oberflügelbereich. Habt Ihr bereits eine Ahnung einer Erklärung? Auf jeden Fall hat der junge Fischadler noch keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht. Vielleicht wurde er in einer menschenleeren Ecke von Skandinavien ausgebrütet, vielleicht aber auch in Ägypten am Roten Meer. Es kann sein, er überwintert hier, es kann aber auch sein, dass er nach einer Weile weiterzieht.

  • Fischadlder in Ägypten

Die ersten vier Bilder sind abends kurz vor Sonnenuntergang entstanden. Seine Augen sind stark fokusiert auf die Wasseroberfläche. Hatte er möglicher Weise noch keine Beute gemacht und brauchte dringend einen Fisch für die Abendmahlzeit? Normaler Weise rütteln sie über Wasser und stürzen im Sturzflug auf einen Fisch im Wasser. Ob die Entfernung von der Brücke ausreichen würde, um Beute machen zu können? Ich weiß es nicht, könnte es mir aber vorstellen. Vielleicht will er aber einfach nur seine Ruhe haben. Seht ihr wie er sicher auf einem Bein steht? Die Klauen sind schon gewaltig. Interessant ist, dass die hintere sehr beweglich ist. Die sei hilfreich beim Fischfang. Ja, was kann man zu dieser Geschichte sagen? Ich finde hammermäßig. Bild 4 und 5 zeigt ihn auf einer Fahnenstange sitzend, die Aufnahmen sind vom 24. November 2025, fünf Tage nach den anderen Bilder. Vielleicht bleibt er ja dort.

In Deutschland gibt es vor allem im Osten etwa 20 mal so viele Brutpaare wie in Ägypten, Tendenz steigend. In Bayern sind es 16 und in Baden-Württemberg seit 2023 bei Rastatt eines, das zweimal erfolgreich mit fünf Jungen gebrütet hat. Dieses Jahr hat vermutlich ein Baummarder die Eier gefressen. Es sind im Ländle 30 Nistplätze eingerichtet worden, na wenn das nicht fruchtet.

Übrigens, durch die Baar sind zur Zugzeit regelmäßig Fischadler zu sehen. Hier Fotos von Thomas Kring vom Zollhausried am 05. April 2024:

Erinnert Ihr Euch an den Disney Tierfilm, in dem ein Vielfrass die beiden bereits großen Jungvögel erledigt hat? Das ist mir sehr im Gedächtns hängen geblieben. 

Vielen Dank Rita für die Bilder für diesen Beitrag.

Unten noch einige Fotos von einem Fischadler in Korsika und vom Zollhausried von Thomas Kring:

  • Fischadlder in Korsika
    Korsika

Herzliche Grüße
Franz Maus

Zitterpappel: Baum des Jahres 2026

Ende eines Sommers
Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume!
>Günther Eich; 1954/55; Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1973, 1991

Diesmal hat das Kuratorium Baum des Jahres eine weise Wahl getroffen: Als ob die jüngste Weltklimakonferenz nicht eine Zitterpartie gewesen wäre! Angesichts des so deprimierenden Anstiegs der Erderwärmung, mutmaßlich bereits über die 1,5°C-Grenze hinaus aufgrund der weiter ansteigenden CO2-Emissionen bei zugleich nachlassenden politischen und gesellschaftlichen Bemühungen zu deren Eindämmung, herrscht ein Zittern und Zagen vor dem nächsten Extremereignis: Wann immer es dann eintritt, zittern die Menschen vor Angst wie Espenlaub. Die Zitterpappel (Populus tremula L.), auch Espe oder Aspe genannt, und das Zittern ihrer langgestielten Blättchen schon beim leichtesten Luftzug ist so charakteristisch für diese Baumart, dass der Volksmund ihr Laub gleichsetzt mit unserem Verhalten in Angstsituationen. 

Und auch sonst passt diese Baumart perfekt in unsere krisengeschüttelte Zeit: Sie ist mit ihrem weitfliegenden Samen (neben Birken, Ebereschen und Salweiden) unsere wichtigste „Pionierbaumart“, wie geschaffen zur Reparatur von Schadflächen in den gestressten, von Trocknis, Brand und Borkenkäfern geschädigten Wäldern. Wobei ihr die weite „eurosibirische“ Verbreitung zustattenkommt, passend von den Auewäldern über die kollinen und montanen Zonen hinweg bis in alpine Höhen hinauf. Weil Wälder hierzulande zuallermeist intensiv bewirtschaftet werden, trifft man den Baum des Jahres 2026 am ehesten noch an verhagerten und untersonnten Waldrändern an oder auf lichten, felsigen oder moorigen Extensivstandorten sowie in Flurgehölzen. Pionierbaumarten dienen dem Ökosystem als  Nährstoffpumpen wie als Schutzschirm über spätfrost- und hitzegefährdeten Jungpflanzen der nachfolgenden Waldgesellschaft. Espenlaub vermodert nicht nur rasch zu Humus, es ernährt auch eine Vielzahl von Schmetterlingsarten. Zwar wird der Baum nicht sonderlich alt und mächtig, doch ist sein weiches Holz besonders beliebt bei Buntspechten, die sich hier leichter tun beim Anlegen ihrer Bruthöhlen.  Sehr zu Recht weist die Schirmherrin für den Baum des Jahres 2026, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Silvia Breher, darauf hin, dass die Zitterpappel eine wahre Anpassungskünstlerin und Allrounderin unter unseren heimischen Baumarten ist und „eine unverzichtbare Helferin bei der Wiederbewaldung“. Sie stehe für Vielfalt, Lebenskraft und Erneuerung. 

Schon nach den verheerenden Orkanschäden gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde im Staatswald Baden-Württembergs daher per Ministerialerlass die Devise ausgegeben: jetzt nur keine überstürzten Pflanzaktionen auf den entstandenen Kahlflächen! Vielmehr sollten die Selbstheilungskräfte des Waldes genutzt werden – im Klartext: Es soll abgewartet werden, bis sich die raschwüchsigen Pioniere als Helfer in der Not von allein eingefunden und ausgebreitet haben.

Neben ihrer ökologischen Rolle tritt in Mitteleuropa die Verwendung von Zitterpappelholz längst in den Hintergrund, so leicht es durch seine geringe Dichte und seine Weichheit auch zu bearbeiten sein mag. Wie alle Pappelhölzer hat es eine geringe Witterungsbeständigkeit und ist überdies anfällig für Schädlinge, sodass es allenfalls in der Papier- und Zellstoffproduktion gefragt ist. Doch in größeren, wirtschaftlich relevanten Kontingenten ist Zitterpappelholz hierzulande ohnehin nicht zu haben. Auch für die Herstellung von Zündhölzern oder Zahnstochern taugen eher hybride (aus Züchtungen mit Ausländersorten hervorgegangene) Wirtschaftspappeln. Und die Zeiten, als die Schneflerzunft aus Pappelholz noch Holzpantoffeln fertigte, sind längst vorbei.

Was für die Bevölkerung aber in neblig-trüben Herbst- wie in Krisenzeiten kaum weniger zählt als der bloße Nutzwert, ist die ästhetisch überaus reizvolle, gar tröstlich empfundene Herbstverfärbung: vorwiegend in leuchtendem Gelb, mitunter jedoch auch in flammendem Rotorange. Im laublosen Winterzustand erscheinen Zitterpappeln dann silbrigweiß und unterscheiden sich damit noch immer deutlich von allen sonstigen Baumkronen.

Ein Trost spendender Baum: passt der etwa nicht perfekt in unsere Gegenwart?

Verglühender Herbst: Zitterpappeln am Kirnbergsee
Verglühender Herbst: Zitterpappeln am Kirnbergsee
Nach dem Laubabwurf: Zitterpappeln am Rand der Jungviehweide
Nach dem Laubabwurf: Zitterpappeln am Rand der Jungviehweide

Au e’Christkindle-Gschicht

5. Dezember 2020

Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr

S’giit nu on Ort uf dere Welt 
Wo mir jeder winzigscht Winkel
Ganze Schare vu lebendige Erinnerunge zuewirft 
Wo jedes Plätzli i jedere Gass
Ver mich ebs Erlebts, Entbehrts, Uverlierbars isch 
Und no en Nochglanz vu dem fabelhafte,
riiche, lideschaftliche Lebe a sich trait
Daß ich als Bue do glebt han

Hubert Mauz frei nach Hermann Hesse

„e` Sechzehner- Lok“ au e` Christkindle- Gschicht

Aafang Dezember isch mer fascht jede Dag nochdem d` Huusufgabe gmacht häsch, d` Krankehuusstroß rab. Bim Zinke- Ernschtle vorbei, den häsch miteme Pfiff dorch Zai obe abi glockt. Schnell simmer mitenand über de Rothuusplatz und zum Thedy a s` groß Schaufenschter gwetzt. A dem Spielwareschaufenschter vum „Eisenwaren- Haushaltswaren und Spielwaren Otto Thedy “ häsch der denno ufem kaalte Stoafenschterbank d` Nase a de froschtige Schiebe fascht platt druckt. Hinter de Schiibe hät de Stocker , de Chef vum Lade , scho vorem 1. Advent die groß Iisebah ufbaut. Jedes Johr bisch gspannt gsi wanner Desjohr ver e neii Schlaufe dezuebaut hät und wa ver e Landschaft wieder dezue kumme isch. Amend endlich emol d` Sauschwänzli- Bah ? De Kaltebrunner- Kurt oder ebe de Stocker hond Punkt zwei s` Derli i de mit wiisse Wolke bemolte Kulisseruckwand ufgmacht und a de Trafo vu dem Wunderwerk triblet und uf Stufe „ 2 „ gschaalte. Denno isch die elektrisch Iisebah , Spur H0, mit 2-3 Züg de ganz Mittag bis in Obet inni, vu usse kum hörbar, liisli und i oe Fiddle dorch de ganz Schwarzwald und s` Voralpeland im Ring umme gloffe.

Iberal sind Liechtli und Lämpli aagange, Schranke sind wie vu Geisterhand uf und zue gange, a de Kreuzungsweich hät on Zug beim Rote Signal uf de ander gwaartet und hät en vorbeiglau. Am Bahhof hond d` Ziig ver paar Secunde ghaalte dass die Passagier, die häsch der halt Iibilde messe, uus – und iistige hond kinne. Ufem Güterwagegleis a de Rampe hät de ewiglang Gieterzug ghaalte. Milchkante usem Breg- und Brigital sind schepprig a de Milchzentale usglade wore, Langholzstämm sind vum Tiefbettgüeterwage abibolderet, Kohle und Koks isch abkippt, verwoge und abgsackt wore und Bierkischte und Bierfässer vu de Brauerei sind ufglade wore. En andere Gieterzug hät a de Silotürm vu de ZG stillghebt und Fruecht und Getreide vu de Kornkammer Boor iigfillt griegt i die Silowäge. Am Rampe vu de Franzose sind Laschtkärre und Panzer vu de Flachbettwäge abglade wore und denno sind sie is Proviantamt über die Nebegleis a de Millibruck vum kleine Rangierlökli innirangiert wore. Ufem Trittbrett vu om Wage isch en Iisebähnler mitere Karbitfunzle gstande und hät mit de Lampe gschwaiet und de Pfiefe im Muul dirigiert. De ganz Eschinger Wirtschaftskosmos isch hinter dere Schiebe uf on Blick abgloffe, real aber au i iiserm Kopfkino.


D` Kinderphantasie hät konni Grenze und konni Begrenzunge kennt. Vum Bahhof eweg sind die Züg i paar Secunde über de Ravenna- Viadukt gsorret und, ruck zuck, war er scho wieder i de Hochalpe , im Allgäu und am Voralpsee bi Füssen mit de Königsschlösser im Hintergrund. A de Kulissewand kunstvoll und märlihaft ännigmoolet. Zugspitz im Hintergrund war us Gips usmodelliert und a de Abhäng uf dene untere Blume- Matte sind Alpekühli, Älpler wo jodlet und Sennerinne wo winket gstande. Rundum Fallerhiesli im Alpestil mit Stäe uf de Dächer dass se de Storm nit nimmt. Am Ravenna- Viadukt natierli Schwarzwälder Walmdächer mit Wälderkiehli und Schwarzwälder Füchs uf de satte Woade. Gsoffe hond die a de us Staniolpapier ännitrappierte Wiesebäch, me hät die quellfrische Bächli im Ohr fermlich gluttere ghört. Rund um de Tittisee und unterm türmlebsetzte Feldberg hät die Idylle stattgfunde. On Bahhof vum legendäre „Fallerhiesli“ Bauer usem Gietebach war de Zindelstoaner Bahhof. En andere, de Konstanzer Bahhof mit dem Minarett und isern Eschinger Bahhof, die hond natierli au nit fehle derfe. Mühlräder hond sogar draiet ohni Wasser. A historische Wäldermillene und i Sägwerk hond sech d` Gatter uf- und abbewegt und suuber und akkurat hunderti vu Festmeter Diele, Bretter und Kanthölzer gsäget. Natierli hond zu dere Idylle au zwei, drei Kerche ghert und au Kapelle und Feldkriezer hond ver die Verrichtung vu de Volksfrömmigkeit uf de Höf und de Felder nit fehle derfe.

Desjohr hät de Stocker- Thedy au s` Donautal dezuebaut. De Schienebus fahrt uf s` Kloschter Beuron zue, am mächtige Gips- Petersfelse mit em Kriez obedruf vorbei, d` Burg Werewoog taucht am reachte Ufer vu de Donau uf und uf de andere Siite vum mit hohne Kalchfelse umsäumte, liebliche Wiesetal taucht au die vertroomt Burg Wildestoa uf. Und kumm isch de Schienebus imme Felsetunnel korz vor Sigmaringe verschwunde, do pforreter au scho wieder hinneferri und sorret i die topfebe Boor mit dene zahlriche Donauschlinge zwische Guetmedinge und Pfohre ummenand.

Uf de „Spanische“ Kulissewänd war de ganz Landschaftsblick vum Schelleberg feschtghaalte. Vum Berner – Oberland, zum Titlis, Säntis, de Churfirschte, über de Bodesee bis zum Allgäu häsch bildhaft und hoametkundlich s` ganz wunderschee Panorama gsänne. Erdkunde wies de Lehrer Otsche Frank nit aaschaulicher und kindgerechter und nit besser mache hät kinne.

Ab- und zue hät de Kaltebrunner- Kurt i Pause, wonner mol konni Nägel und Schruube hät abwiege und uszelle hät messe, s` Kulissederli ufgmacht und hät on Zug aaghalte und en andere renne lau. Verschiedeni Dampflocke hät er usem Lokschuppe schnuufe lau. Die Märklin- Manne hond ebs neis broocht: En Zusatz zu de grössere Dampflocke mit eme Öl wo bim Fahre fascht genauso scheen Dampf und Rauch us em Lokomotive- Kämmig uusbloose hät wie die Dampflocke wo usem Eschinger Bahhof geg Gräninge gschnuufet sind. Wenn de Glick khet häsch hät de Kurt onni grad mol mit Öl gfillt. No isch der Zug zwar vu unne über de Stromschliefer mit Strom versorget wore, aber doch fer e paar Minute unter schneewiessem „ Dampf „ gstande. Die wiiess- rot, neimodisch Diesellock, selli BR 216, und de „ Rot Arnold „ de Schienebus VB 142 wo zwische Eschinge und Villinge allfort hin und her gschleche isch, ab und zue halt au mol geg Pfohre, Giisinge und Immedinge, dieselle Dieselstinker hät er us verkaufsstrategische Gründ natierli au ufgleist.

Allmählich hond d` Pfote ghorniglet und d` Fiddlebacke waret vum Hucke uf dem saukaalte Schaufenschterbank fasch scho aagrfore. Aber de Höhepunkt, wo all Stund aagstande isch, den häsch nit verpasse derfe, den häsch no winterhert abgwetteret.

S` Krokodil, seller langstreckt, mit zwei Drehschemel usgstattet elektrisch Moloch mit wa woes ich wievill Tonne und Kilowatt, den häsch no gsenne ha messe (6 Achse, 18,5 m lang, 1750 PS, 120 t). Jetzt macht de Stocker de Lade uff, grinst gönnerhaft is Buebepublikum und lot mit ere theatralische Handbewegung am Trafo, so wie wenn en Dirgent a s` Pult goht, des Unikum, der Kraftprotz, des legendär Krokodil mit eme ewig lange und zigtausend Tonne schwere Gieterzug hinnedraa usem Hangar , useme Tunnel gleite. Majestätisch schloapft der brutal, des war dämols s`Modewort wie hit „geil“, Kraftbolze den mit Holz, Maschine, Kohle, Kies und Brauereibiertank schwerbeladene, elendlange Gieterzug ohne on Zucker, ohne on Mucks, federliicht, mühelos wie wenn`s nint wär, über die steile Schwarzwaldrampe , über s` Ravenna- Viadukt, dorch d` Triberger Kehrtunnel. Jedesmol wenn es erhabe über d` Ravennabruck schuuset, monsch jetzt krachets Vidukt zämet. So wie am End vum Krieg, wo die Nazidubbel des Viadukt i de letschte Däg im Endsieg gopfert und no gsprengt hond. Es ruuscht de Schwarzwald wieder abi und fahrt hoffärtig z` Eschinge in wichtigschte Bahhofsknotepunkt z` ganz Bade mit eme luute, lange Pfiefe ganz majestätisch ii. Jetzt glänzet d` Kinderauge und selig troomsch, dass irgend wenn emol die Lokomotive- Königin, so e gottgliichs Krokodil, au unter dim Christbomm liit. No besser wärs natierli, wenn des Schwizer Gotthard Krokodil, wa no grösser, no stärker isch wie iisers, dä unterm Wunderkerze ertrahlende Dännli liege dät. Denn sell helvetisch Krokodil muess no längere und no schwerere Gieterzüg de Gotthard uffi und dorchs Gotthardloch i d` Tschinkei schloapfe (8 Achse, 20 m lang, 2500 PS, 130 t).

No kentsch erscht reacht aagäe und d` Nase strecke und wärsch de Krokodil König. So wie de fett Lumumba mit dene Viile Wieber und em Büffelhoor- Fliegewadel als Zepter. Ob der überhaupt woass wa e Abendländisch Krokodil isch?


Jetzt word dä z` Eschinge am Güeterbahhof uff- und abgalde und so sieht mer, wa z` Eschinge uff de Boor dorch die Iisebbahne, wo vu glii 4 Siite Gleis zemetkummet, so alles bote isch. Sogar e Drehschiebe zum umdrille vu de Lokomotive, dass sie schee vorwärtsfahret und nit mit em Fiddel voruus schnuufet, hond mir do am Schienegwirr. A de Rüebäcker und de Labrante, wie des Gwann uff Almedshofer Gmondsfeld wo der Bahhof baue wore isch anne 1868. So kapiersch dass Ware, Milch, Holz und Liit vu Fortwange, vu Friborg Wii und Gmies, vu Konstanz, em Hegau, de Reichenau Obst und Salot und vu Offeborg und Kehl am Rhii Koks und Kohle do bei iis aakummt und wieder mit Bierfässer vu de FF- Brauerei belade wieder devupfufferet. Und so stohts au uf dene Aa- und Abfahrtstafle vu de Faller- Bahhofsschilder: Hamborg, Frankfort, Kassel, Lindau, Amsterdam und Köln. Des kamer grad no so entziffere. De Lehrer Pfingschtler hät halt doch reacht kha, dass mir Eschinger d` Drehschiebe, wenn nit sogar fascht de Nabel vu de Welt sind.

„Heieiei, Ernschtle, war des wieder schee, kumm, jetzt gommer zum Guetbrod i d` Wasserstroß“.
Bim Beck Nobs, dä giihts die beschte Brezeli i de Stadt, dert spendiert de Ernschtle no e Brezeli fer 15 Pfennig. De Zinke- Ernschtle hät all Geld, Penunze hond mir dämols gsait, im Sack well er zerscht i de Mamme und de Tante. Em Freili Wassmer, paar Pfennig us de Bürgerstibbli Wirtschaftkasse abfuggeret oder au mopst. Und klei weng später bettlete er d` Tante, s` Freili Wassmer hählinge au no aa. So hät er meistens s`Dopplet im Hosesack. Und manchmol bohret er au no de gross Brueder aa, desell Pils-Zapfhane – Virtuos und begnadete, berüchtigte Pilsblume – Teschter und Bier- Vorkoschter.

Im Schaufenschter vum Gutbrode- Fritz sind Schriftzüg ufbäbbet mit, kursiv, „Fleischmann“ und i Großdruckbuechstabe „TRIX“. Des „Fleischmann“ hät sich scho aaghert und glese wie wenns e Metzgerei- Maschinefabrik wär mit Fleischwolf-Worschtschnied-maschiene und Riergerät. Der Name scho isch innere ghobene Spielzeug- Iisebahn uuwürdig. Und erscht rächt no„TRIX“ : Des hert sich aa wie bschiesse, mauschle, halt trixe. Wie wenn sie om ebbis dritt- Klassigs aadrehe wetet. „Märklin“, des klingt melodisch wie Bahschienetackt, halt wie schwäbische Fleiss, Präzision, Zueverlässigkeit, Produktbräeti und Langlebigkeit. Au eweng wie „ Merlin“, de Zauberer us de Kindertraumwelt, des hersch eweng us dem Name drus ussi. Aaregendi Kinderträum stieget drum mit dem wundersame Name Merklin unstillbar i om uff.

„Siesch dä, die Schiene us schwarzem Bagelitt, nit emol Mittelstromabnehmer hond die, grad nu emol 3-4 Loke, koe Krokodil, kon Triebwage. Hubi, des guckemer nit lang aa.“ . „Guck dä, koe Bergstrecki, koa Viadukt, alles im Flache, im Ebene. Die Loke verziehnet nit emol fünf D- Zug Wäge“. „Ernschle, und statt oberschlächtige Schwarzwälder Wasserräder hond die Windmüllene wie im dupfebene Holland oder z` Holstein, Jessesmareie, so e Glump. Und guck, dä, sel TRIX– Miki- Maus Oval. E kleini, krippligi Dampflock, zwei Bregtäler Personewägeli und zwei winzigi Gieterwägeli, Ohje , Ohje, jegesmareie, so e armehiesler Bah ! Ernschtle, kumm mir gond wieder zum Thedy, zu de Märklin- Bah. Dä hond d` Schiene scho e iibauts Schotterbett und dä giihts sogar Strom- Oberleitunge“.

So gohts de halb Dezember und jetzt isch e Entscheidung fällig. A villne kaalte Mittäg häsch innere kleine, wendige, wuselige und zueverlässige Dampflock zueguckt. De Sechzehner-Lok, wie sie i de Kenner- Fachsprooch khoasse hät, well sie 16.- Mark koschtet hät. Über Johre war sie preisstabil, wertbeständig, robuscht, zueverlässig bi Wind und Wetter, halt mit legendärem Ruf. De Renner vu Märklin, de VW, de Käfer, s`Arbeitstier ufem Lokmärt, kennt mer au sage. De ganz Dezember häsch de Kassestand prüft, Kassesturz gmacht, kalkuliert, abgwoge, überschlage wa sunsch no bruuchsch und en Vorgriff, e Vorkalkulation gmacht, wa a Wihnächte no so a Zahlungsiigäng kumme kintet. S` Minschtrantegeld am Stephansdag dierft wieder so 18- 20 Mark bringe, vu de Gotte kennt en Zehner kumme, d` Oma lot au en Batz, en 5-er hoppe und andere Wünsch wie neii Schiihschue erfüllet dier d` Motter und de Vatter. De Haushalt ver s` näscht Buebe- Johr isch, ganz im Gegesatz zu de Stadtkass, meh als uusgliche und solid ufgstellt.

Am 20. Dezember, nochem 4. Advent, stürm ech mit rotgliehige Backe ufem letschte Knopf, mit Herzbumbere und ugwehnlich hohem Puls ganz ufgregt de Thedy Lade.
D` Ladeschelle macht Ding-Dong und schellet de Kaltebrunner usem Iisewarelager hinneverri. „Wa wit Bieble?“ . „E, e Se- Sechz…ehner- Lok“, stottere ech ufgregt, „ diesell BR 89.0 het i gern“.„Sapperlot, do häsch der aber ebbis reachts usigsuecht. Bisch nit du de halb Dezember am Schaufenschter ghanget und häsch der kalte Backe, kalti Pfote und e kalts Fiddle gholt ? So, So ?? Wer so viel Liedeschaft fer sie Märklin Bah ufbringt, dem gib i sie sogar ver 15 Mark. Liesli Bue, saisch es aber nähmert, versprichschs mers ! sunscht kummet nämmli alli gi fechte. Solle mer se iipacke oder kaasch`s scho nimme verhebbe bis de Chrischtbomm brennt?“ . „Iipacke bittschee, des Päckli leg i mer selber under de Bomm. Uf Wiedersähne und scheeni Wihnächte, Vergelt`s Gott, Dankschee Herr Kaltebrunner“.
„Sooo, Herr Stocker , dem Biebli hani oa Mark nooglau, der kunnt die näschte paar Johr no villmol, der isch ganz aabrennt, der bliibt Marke- und Firmetreu“. „Hond sie guet gmacht, Kaltebrunner, so kinnet mir mit dem Biebli no lang gschäfte und zemet mit dem Biebli hond mir no villi scheene Iisebah- Wihnächte“.

I dem Johr därf ech i de Mitternachts- Christmett s` Jesuskind. iigwicklet innere Persil- suubere Windel, i dere feierliche Prozession dorch die ganz Mariekerch trage. Mit ere kleine Kinder- Albe, eme Cingulum und ere Minschtrante- Stola hät mi de Messmer Klebo usstaffiert und aagschieret wie e kleis Lilliputaner- Pfärrli. De Kleischt Minschtrant vum Dienstjohr därf nämli des Christkindli zum Krippli trage. Sell hät de Zimmermaa Köpfer- Sepp kunstvoll bäschtlet, zimmeret und ufbaut. D ́ Auguschte Köpfer, sie Frau, hät dene Krippli- Figure je noch Funktion prachtvolle oder armselige Häser gnaijet und aagleit. Des ganz Krippli war fascht e stilgerechti Landschaft usem Morgeland, Betlehem, ihr Bube und Maildi, hoasst des Ort. Mit Felse, Wüschtesand, Höhle, Kameler, rassige Araber- Resser, Gstripp- Esel, Goasse, mageri Schäfli, e Kuhe und en Ochs und eme Hittli.. En Schwarzwälder Heuschopf mit tiefabizogenem Dachwalm und ere Petroleumfunzle im Gräch. So khaa de Rege und de Schnee wo i dem hoasse Morgeland alli par hundert Johr mol abikunnt, nit in Heustock fege und s` Strau und s` borschtig Hei nit vernässe und verkaibe. De Erscht aber verzeihlich Stilbruch vum hoametverbundene Zimmemaa Köpfer- Sepp. En Schwarzwälder Holzworm kha halt nit us sinnere Huut, au oder erscht rächt nit, wenns um Wihnächte goht. I sim Zimmermaas- Koleg, dem Seppli usem Morgeland, hät er nebem Kripli e helzerni Zimmemaas- Kischte ännigstellt mit ere Sägi drin, ere Bundaxt, eme Stechbeitel und eme Latthammer. Dodemit hät er no schnell bevor des Kindli uf d` Welt kumme isch us Dachlatte, vermauchete Bretter woner i dem Schopf gfunde hät, e gmietliche Krippe zemetgnaglet. De Maja hät Köpfer Auguschte en scheene , blaue Booremer Burremaidli Schorz aaglait. Der Gsell war halt au uf de Walz. Aber nit freiwillig als Handerksbursch zum s` Handwerk kennelehre wie de Köpfer i junge Johre. Er hät mit siener Maja ufreiwillig vor dem Menscheschinder Herodes vertlaufe messe. Palme us Schilf hät de Köpfer zwar stilgrecht ufgstellt, Dännli aber ufzstelle, des hät er tatsächlich grad no so mit Mühe verhebbe kinne. Sovill muen er vum Gelobte Land Palästina scho gwisst haa, au uhni Fernseh und Wikipedia. Daß aber die üppig moosgräe Landschaft us Moos, Riißnodle und grasgräe iigfärbtem Sägmeahl nit so ganz i die karg und kahl Wüeschtelandschaft passt hät, des hond sogar mir scho gwisst und gmerkt und des war de Zweit, aber au verzeihlich Griff in Ofe vum fromme und gottesfürchtige Booremer Zimmermaa und sinere güetige Frau Auguschte.

Des Christkindli – Trage i dem feierliche Umgang, dere rituelle Prozession dorch die ganze Reihe und Gäng vu de Mariekerch, war im wohrschte Sinn erhebend. De Lauber Albert hät sie Orgle jodle, pfiefe, trompete und brause lau mit allem waner ghet hät. Alli Regischter, dieselle Zugknöpf über de Taschtemanual, hät er zoge und s` elektrisch Gebläse hät de Wind, wonner bruucht hät zum des himmlisch Brause zum Erzeuge, fascht nit zämetbroocht. Do hät er mit em Oberkörper gumpe und im Tackt wiege kinne wiener hät welle, ums Hoor isch dene Bleiblech- Pfiife, dene Holzflöte und dene grosse Bass- Oferohr d` Luft und de Wind uusgange. De Kerchechor war übertönt, überstimmt und nimme zum höre. I dere entruckte Stimmung, umgähe vu Nebelschwade us Weihrauch und Myrre, vu hingebungsvollem Minschtranteschelle und em Liite vu allne Glocke im Glockestock vum Gabriel, i dem allerhöchschte Hochamt vum Johr, do warscht de Hauptkerli.

De Christkindli – Träger vu dem Johr und en wechtige Verkünder vum Christetum und de Frohe Botschaft i de Stadt und uf de Boor.

E grossi, erhebende Ehr. D` Gotte , d` Oma und d` Motter hond gschraue vor Rührung woni würdevoll mit em Christkindli i de Ärm a ihre Kniebank vorbeigschritte bin. I de entruckte Gsiechter het mer ganz bestimmt lese kinne: „Wa word des emol ver en nette, fromme Pfarr gähe“. „ Hette, Hette, Fahradkette“ (hät de Fabian Riesle mol de Sportpresse is Microfon gjublet), wenn do nit später mol der fett Fünfer i Griechisch gsi wär.

Ganz grosses Ritual und Zeremonie war des wa do jede Christmett zelebriert wore isch. Usdenkt und i paar Minschtranteprobe uf Schritt und Tritt und Haltung und Würde iistudiert vum Stadtpfarr Helmut Baumgärtner, em begnadetschte Prozessionszelebrant vum Dekanat, wenn nit sogar vu de ganze Diözöse. Unterstützt vu de erfahrene, Kopfnüss- Oberminschtrante Konrad Kunze und Karlheinz „Manus“ Stadelmann.

Ech aber, wonni s` Christkindli i die Köpfer- Krippe i dere bodeständige Schwarzwälder Ständer- Bohle Heuschier zmitte i de Wüschte inni bettet han, ech han denkt:

„Wa wär des Krippli ver e wunderscheeni, ussergwähnlichi Märklin– Iisebahlandschaft wo ech mit minere nigel- nagelneii Sechzehner Lok im ganze Morgeland ummenand schlieche kinnt

Jo so wars , des Buebeglick z` Eschinge. So e Glick hond iseri Kamerädli z` Betlehem nit kaa.

D` Sechzehner-Lok

Am Mittag noch de Huusufgabe
Zum Thedy bisch, i d` Karlstroß aabe
Dä häsch des gsänne i dem Fenschter dinne
Wa sooo guet bruuche hettisch kinne

Dä rennt e Iisebähnli im Ring all umme
D` Städtli Bube, alli zämet sind sie kumme
Zum troome wa fer Wünsch sie hettet
Und wa vum Christkind sie no wetet

Jetzt guck mol dert, dä wetzt e Lok
Me kennt grad monne über Stoa und Stock
Des Lökli häts mir schwer aadau
Im Mage word` es mir ganz flau

Taguus – tagii stand ech am Schiiebe
Konn Wind, konn Schnee kha mech vertriebe
Sell herzig Lökli mosch bald poschte
Do guckisch nit uf s`Geld und Koschte

Die Sechzeh Mark, die grieg ech zämme
Wenn des nit schaffsch no mosch di Schämme
Uf Wihnächte ghert die Lok no mir
Der Kindertroom isch mir nit z` dier

Am Vierte Advent, dä ischs so wiit
E Lok dä unterm Chrischtbomm liit
Die Sechzehner – Lok des isch min Troom
Vor allem ischs konn Fleischmann Kroom

E Märklin ischs, vum Schwobbe duss
Mit dere häsch halt konn Verdruss
Die sorret , rennt taguus – tagii
Und goht halt nit noch paar Dag hii

Und so erfillt sich Stuck um Stuck
En Kindheitstroom wo loot nit luck
Do glänzet d` Auge, glihjet d` Bäckli
Wenns rennt im Kreis, des keckli Lekli

Omas Schürze jetzt auch auf Alemannisch!

Auf Alemannisch übersetzt von Hubert Mauz, gelesen von Maria Simon am 29. November 2025.

von Maria Simon am 24. Oktober 2023 auf Hochdeutsch

Die Geschichte von der „Schürze“

Ich glaube, dass nicht alle Kinder heute wissen was eine Schürze ist….
Der Hauptzweck von Omas Schürze bestand darin, das Kleid darunter zu schützen, da Oma nur wenige Kleider hatte. Es lag auch daran, dass Schürzen einfacher zu waschen waren als Kleider und Schürzen auch weniger Material verbrauchten. Darüber hinaus diente sie aber auch als Topflappen, zum Herausnehmen heißer Pfannen aus dem Ofen.

Oma mit Schürze

Sie eignete sich wunderbar zum Trocknen von Kindertränen und wurde gelegentlich sogar zum Reinigen schmutziger Ohren verwendet.

Im Hühnerstall wurde die Schürze zum Tragen von Eiern verwendet.

Über den Holzofen gebeugt, wischte man sich mit der Schürze den Schweiß von der Stirn.
In dieser Schürze wurden Späne und Anzündholz für’s Feuer in die Küche gebracht.
Aus dem Garten brachte sie allerlei Gemüse.

Im Herbst wurde die Schürze zum Einholen von Äpfeln verwendet, die von den Bäumen gefallen waren.
Als unerwarteter Besuch die Straße herauf lief, war es überraschend, wie viel Möbel diese alte Schürze in Sekundenschnelle abstauben konnte.

Als das Abendessen fertig war, ging Oma auf die Veranda, schwenkte ihre Schürze und die Männer wussten, dass es Zeit war, von den Feldern zum Abendessen zu kommen.

Es wird lange dauern, bis jemand etwas erfindet, das die „alte Schürze“ ersetzt, die so vielen Zwecken diente.

Wie viele Keime sich wohl auf dieser Schürze befanden ???
Ich glaube nicht, dass sich jemals wer was von dieser Schürze eingefangen hat – außer Liebe…

Zum 100. Geburtstag von Bertold Hummel

Vielen Dank für den Beitrag an Prof. Martin Hummel, der dies als Vortrag beim Neujahrsempfang 2025 über seinen Vater Bertold Hummel gehalten hatte.

Prof. Martin Hummel am 5. Januar 2025

Lieber Herr Bürgermeister Haas – liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hüfingen!

Es freut mich sehr, heute hier zu sein und ich gratuliere Ihrem Bürgermeister, dass er den Mut hatte, bei seinem ersten Neujahrsempfang als Bürgermeister der Stadt, mich, den Sohn von Bertold Hummel hier heute ans Pult zu lassen. Denn bei einem Neujahrsempfang ist es eigentlich nicht üblich gleich 100 Jahre zurückzublicken.

Ich denke, das ehrt Sie, Herr Haas, denn Sie scheinen zu wissen, dass Zukunft für eine Stadtgesellschaft ohne das Bewusstsein von Herkunft selten vernünftig ist.

Dass in Hüfingen Geschichte präsent ist, sieht man am Stadtbild, an der langen Tradition der Vereine sowie am klug konzipierten Stadtmuseum, für das sich Ihre Ehrenbürgerin Eva von Lintig, eine Freundin meines Vaters aus Kindertagen, so unvergleichlich engagierte.

Bertold Hummel
1993 mit Eva von Lintig,

mit Max Gilly und seiner Frau Inken Hummel,

1996 mit Anton Knapp

Ihr Vater der Arzt und Orchideenschützer Dr. Erwin Sumser, der wiederum mit meinem Großvater dem Hüfinger Lehrer und Kirchenmusiker Gustav Hummel gut befreundet war, war es, der meinen Vater hier vor hundert Jahren im benachbarten Schellenberghaus am 27. November 1925 ans Licht der Welt hob.

Auf diesen Bildern sehen Sie, dass die Behausung eines Lehrers damals noch nicht ganz so repräsentabel war, wie das prachtvolle Schellenberghaus heute den Eindruck machen könnte. Es musste damals darin sehr beengt zugegangen sein, sagte man.

Die ersten sieben Jahre seiner Kindheit lebte mein Vater unbeschwert hier in der Geborgenheit der Familie, mit seinen Eltern und den drei deutlich älteren Geschwistern. Er wird Benni genannt, der Jüngste. Fotographien zeigen ein geliebtes Kind in kurzen Hosen, festtags im Matrosenanzug.

1927

1927

1930

In Hüfingen nahm er die vielen musikalischen Eindrücke auf, die diese klingende Stadt zu bieten hatte. Sein erster großer musikalischer Eindruck, erzählte er, war eine Aufführung der Oper Freischütz durch den hiesigen Gesangsverein. Das Orgelspiel seines Vaters, Hausmusik, Kirchengesänge und die Fronleichnamsprozessionen, die er hier erlebte, entzündeten seine musikalische Fantasie.

Nach dem Osterfest 1932 wurde er eingeschult und obwohl er bereits im Herbst desselben Jahres mit seiner Familie nach Merzhausen bei Freiburg übersiedelte, wurde er bis zu seinem Lebensende in regelmäßigen Abständen zu den Hüfinger Klassentreffen eingeladen, die er auch immer wieder gerne besuchte.


Bis 1955 lebte er mit seinen Eltern in Merzhausen und studierte von dort aus – nach Krieg und Gefangenschaft in Frankreich – an der neu gegründeten Freiburger Musikhochschule Violoncello und Komposition.

1959 Kinderchor St. Konrad


Bis 1963 war er Kirchenmusiker in Freiburg St. Konrad und komponierte und musizierte als freier Mitarbeiter des Südwestfunks für zahlreiche Rundfunkproduktionen. Als Komponist machte er sich schnell einen Namen und so wurde bereits 1951 bei den Donaueschinger Musiktagen eine Messe und 1957 im Freiburger Stadttheater eine Kammeroper von ihm uraufgeführt.

Ich möchte Sie nicht mit zu vielen Details ermüden, man kann sie im Netz nachlesen. Deshalb sei hier nur kurz sein weiterer Weg skizziert:

1963 zieht er mit seiner Frau Inken, die er in Freiburg beim Streichquartettspiel kennenlernte, und seinen 4 Söhnen nach Würzburg, 1968 sollen es dann sechs Söhne werden. In Würzburg hatte er sich erfolgreich um eine Kompositionslehrerstelle am Staatskonservatorium beworben. Hier war er von 1979-1987 Präsident der Musikhochschule und prägte das kulturelle Leben der Stadt in dieser Zeit maßgeblich. Er wurde u.a. mit dem Kulturpreis der Stadt Würzburg, dem Kulturpreis der Deutschen Katholiken sowie dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und war ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der schönen Künste.

Bei noch so vielen beruflichen und familiären Verpflichtungen (bis zu seinem Lebensende betreute er immer wieder gerne seine 16 Enkelkinder) komponierte er unbeirrt ein Werk nach dem anderen. Seine Kompositionen wurden und werden in vielen Ländern aufgeführt. Er schrieb für die Berliner Philharmoniker ebenso wie für das Blockflötenensemble der Musikschule.
Er liebte die Menschen und sagte:

Als Komponist fühle ich mich der Gemeinschaft, in der ich lebe, verpflichtet. Mein Bestreben ist es, einen bescheidenen Beitrag zu leisten bei dem Bemühen, die Welt humaner und lebenswerter zu gestalten.

Nun wieder zu Hüfingen. Hier lebte seine Schwester Erika, die mit dem hiesigen Betriebsleiter des Elektrizitätswerkes an der Seemühle Franz Josef Mayer verheiratet war und ihr ganzes Leben in Hüfingen verbrachte.

Regelmäßig, wenn er im Herbst im benachbarten Donaueschingen die Konzerte für Neue Musik mit seinen Studierenden besuchte, übernachtete er bei seiner Schwester und ließ sich den neuesten Gossip aus Hüfingen erzählen.

So war er hier nie ein Unbekannter und als ihn Bürgermeister Max Gilly im Jahr 1984 fragte, ob er nicht für die 900-Jahr-Feier der Stadt Hüfingen eine Festmusik schreiben wolle, sagte er sofort zu. Und weil, wie er damals süffisant bemerkte, im Gegensatz zu den Donaueschingern, die für ihre Musiktage immer das SWF-Orchester Baden-Baden benötigen, die Hüfinger auf eine traditionsreiche Stadtkapelle zurückgreifen konnten, wurde sein Werk Musica urbana der Hüfinger Stadtmusik auf den Leib geschrieben.

Hier ein Foto der Probe mit dem Komponisten.



Sie hören also heute wohl proportioniert dieses Werk in drei Teilen. Im eben gehörten 1. Satz haben sie unschwer den Choral „Lobe den Herren“ dem heutigen festlichen Anlass entsprechend erkennen können. Im 2. Satz dachte er an die flotten Märsche der Stadtmusik und man hört die Melodie, die im Hüfingen seiner Kinderzeit mit dem Text unterlegt wurde:
David wenn de Brot witt, in de Schublad liit en Aschnitt

Im 3. Satz, der mit Volkslied und Ausklang betitelt ist, erklingt das von ihm sehr geliebte und mehrfach bearbeitete alemannische Lied
Han ame ort ä Bluemli gsäh, ä Bluemli rot un wiiss
und dazu gibts den Hüfinger Narrenmarsch:
Hans blieb do, du woascht jo nit wiäs Wetter wird.

Wie Bürgermeister Gilly damals in seiner Dankesrede bemerkte, brauchte Hummel allerdings ein paar Anläufe bis der ganze Marsch zu erkennen war. Ja so ist das halt bei den modernen Komponisten. Zur Vervollständigung sei noch berichtet, dass im Jahr 1996 die Familie Hummel ein Festkonzert in der Stadthalle gestaltete und im Jahr 2000 Filmaufnahmen zum 75. Geburtstag des Komponisten stattfanden.

Zwei Jahre nach Hummels Tod enthüllte Bürgermeister Knapp eine Gedenktafel von Bernhard Wintermantel am Schellenberghaus.

Bernhard Wintermantel,
Inken Hummel und
Anton Knapp
im Jahr 2002 bei der Einweihung der Gedenktafel.

Heute beginnt also hier in Hüfingen der Reigen der Aufführungen seiner Werke im Jubiläumsjahr und wird bereits am nächsten Sonntag in der Hamburger Elbphilharmonie fortgeführt. Veranstaltungen u.a. in Freiburg, Frankfurt und Würzburg werden in diesem Jahr an Bertold Hummel erinnern.

Wir, die Familien Hummel, Himmelseher und Mayer, danken dem Bürgermeister und der Stadt Hüfingen für diesen festlichen Rahmen zum Einläuten des Gedenkjahres.

Werke von Dichtern und Malern können, wenn sie einmal geschaffen sind, von jedem Menschen jederzeit nachgelesen und betrachtet werden. Das Werk eines Komponisten muss von lebendigen, viele Jahre gut
ausgebildeten Musikerinnen und Musikern nachgeschaffen und zum Klingen gebracht werden. Es erlischt im Moment des letzten Tons.

Ganz besonders herzlich möchte ich mich deshalb bei dem jungen Hornisten Serkan Özyildirim, bei Herrn Otmar Mayer und den wunderbaren Musikerinnen und Musikern der Hüfinger Stadtmusik und ihrem exzellenten Dirigenten Herrn Burger bedanken, die sich mit dem Werken meines Vaters so gründlich auseinandergesetzt haben und uns deshalb heute seine Musik so nahe bringen können. Vielen, vielen Dank!

Nun wünsche ich noch einen guten weiteren Verlauf der Veranstaltung und der Stadt Hüfingen ein prächtiges Jahr 2025!
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

Spenden

Liebe Leserinnnen, liebe Leser,

der Hieronymus-online.de wurde von mir 2019 gegründet und hat heute 939 Beiträge, 5933 Fotos, Audios, Videos und Dokumente (Stand 24. November 2025).

Hierfür kaufe ich jedes Jahr Speicherplatz und „traffic“ bei einem Provider, schlage mich mit Abmahnern rum und versuche mir bezahlten „Content“, diverse Fallen und Werbung vom Leib zu halten. Dies alles kostet mich im Hintergrund nicht nur viel Geld, sondern auch Nerven.

Falls ihr Spaß an meiner digitalen Hüfinger Agora habt, und mich bisschen unterstützen mögt, dann könnt ihr mir auf folgendes Konto eine kleine Anerkennung überweisen:


Dr. Hannah Miriam Jaag
IBAN: DE69500105175407310028
ING DiBa BIC INGDDEFFXXX

Hat Glas den Ersten Weltkrieg entschieden?

Feldstecher von Uropi

1915 trifft sich ein Vertreter des Royal Empire hochgeheim an einer Deutsch-Schweizerischen Grenzlinie am Hochrhein mit Abgesandten des grossen preußischen Heerführer Wilhelm II. Vielleicht am Zollhäusle zwischen Fützen und Beggingen? Oder unterm dusteren Eichendach auf der Dissenhofer Rheinbrücke? Genau weiss mans nicht. Auf jeden Fall verkaufen die geschäftssinnigen Abgesandten von Zeiss in Jena unter Vermittlung der Gnomen aus Zürich 35.000 Ferngläser, Zielfernrohre, Periskope und Zieleinrichtungen für Kanonen an den Feind, die Briten. Das weiss man genau. Weil die Zeissianer und die Schottianer Flint- und Cronglas am allerbesten auf der Welt zu optischen Linsen verkochen und in Feinstmechanik verbauen können, das können sie noch viel besser als verkaufen, haben die Glasexperten von Wilhelm II zunächst  Trümpfe in der Hand. Wie wir später sehen werden aber auch den rappenschwarzen Peter.

Die Royal Army hat aber auch Asse im Ärmel. Denn das Empire hat vormals Kautschuk Pflanzen in Brasilien erbeutet, gemopst und in ihren Fernost Kolonien kultiviert, veredelt und in riesigen Sklaven-Plantagen ertragreich multipliziert. So wurden sie die Gummiweltmarktführer. Die Glaskunst und deren optische Optimierung haben sie und auch die Franzosen jedoch verschlafen, vernachlässigt, verlappt. So wie die Deutschen das Gummi Geschäft. Um aber erfolgreich Krieg führen zu können brauchte man für die beginnende Motorisierung Reifen, Keilriemen, Gummiplanen und Schläuche aller Art. Wie ist das nochmal mit den berüchtigten „deal makern“, die die Worte Anstand, Moral, Gewissen nicht in ihrem Brainfundus haben? Das ist nicht nur heute so, das war und ist schon immer so gewesen.

Also machten die deal maker per Handschlag und Salut folgenden Deal:

Weil wir für unser Militär keinen Gummi haben, und ihr keine Zielfernrohre, bekommt ihr von uns sofort 35.000 Ferngläser und wir viele Tonnen von Kautschuk. Vieviel Tonnen wissen wir zwar nicht, aber die Helvetischen Gnomen haben das pekuniär und physisch schnell abgewickelt. In Jena müssen die Ferngläser parat gelegen sein. Vermutlich für die Deutschen Infanteristen, Matrosen und Scharfschützen. Die dann denen natürlich zwangsläufig fehlten. Weitere 10.000 Einheiten wurden auf Abruf bestellt und später nach eiliger Produktion auch noch geliefert. Endlich konnten die Kruppianer und die Mannesmänner wieder Motoren,  Fahrzeuge, Fahrräder und Motorräder bauen, mit denen  die Truppe wieder schneller und bequemer an die Schützengräben kamen. Auf der anderen Seite lauerten aber schon Scharfschützen mit neuester Zeiss Weltklasseoptik auf mit frisch gummibereiften Zweirädern angeradeltes Gewehr- und Kanonenfutter. Auch die neuen Zeiss Marine Periskope der Royal Marines sichteten die mit neuen Ostfriesen-Gumminerzen gischtgeschützten Matrosen auf dem seefesten Kaiser (Minenschiff „Kaiser) messerscharf und zielsicher.

Es gibt Historiker die glauben, dass geniale Deutsche Glaskunst den Kriegsausgang maßgeblich beeinflusst hat. Glas versus Gummi – der Tod soll ein Meister aus Deutschland sein. Aber wie wir sehen, nicht nur aus Deutschland.

100 Jahre später und ein „L“ weniger im Wort , wird GAS statt GLAS zur kriegsentscheidenden Handelsware mit ähnlich wirkmächtigem, tödlichem Sponsoring des Aggressor.

Da sage noch einer Geschichte wiederhole sich nicht.

  • Zielfernrohr


Quellen
*1Ed Conway, Material World, ab S. 58 Die Glas-Hungersnot, Glasfamin des Empire. (2024)
*2 A.König, Die Fernrohre und Entfernungsmesser, Naturwissenschaftliche Monographien und Lehrbücher. (1923)

Schulsozialarbeit LRS, Römerstraße-Süd, Biotopverbundplanung, ADFC-Fahrradklima-Test, Projektentwicklung „Gasthof Frank“, Stadtbächlifest 2026

Hier geht es um die Gemeinderatssitzung am 20. November 2025

Ausschuss für Umwelt und Technik

Es gibt nur einen einzigen Bauantrag und zwar die Nr. 50/2025 für die Errichtung eines Werbepylons in der Schaffhauser Straße. Da musste ich jetzt nachschauen, was ein Pylon ist. Als erstes kam: „von festungsartigen Türmen flankiertes Eingangstor ägyptischer Tempel.“ Dort ist kein Tempel und ägyptisch ist schon gar nichts, es soll einfach nur ein Pfeiler hin, der auf das Autohaus hinweist. Eigentlich hätte ich jetzt gedacht, dass dort schon sowas wäre, aber anscheinend nicht.

Dem Pylon wird einstimmig zugestimmt.

Sitzung des Gemeinderates um 18:30 Uhr

TOP2 Bürgerfragestunde

Über 50 Bürgerinnen und Bürger sind da! Das erste Mal geht der Platz für die Stühle aus, mehr als beim Fußball.

Rolf Schafbuch hat Fragen zur Entwicklung vom „Hotel Frank“. Er möchte die Entscheidung aufschieben bis ein Investor gefunden ist und macht Vorschläge wie dies aussehen könnte.

TOP3 Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen

Bei der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit wird der Vertrag mit Mariahof fristgerecht zum 31.12.2026 gekündigt und es wird versucht mit gegenseitigem Einverständnis den Vertrag früher aufzulösen.

TOP4 Erweiterung Schulsozialarbeit Lucian-Reich-Schule

In der Sitzung am 23. Oktober sollte dieser Punkt auf Antrag der CDU verschoben werden, da noch einige Fragen offen seien. Unten erst nochmal worum es geht:

Seit 2022 gibt es an der Lucian-Reich-Schule Hüfingen Schulsozialarbeit mit einem Stellenumfang von 100%. Die Stelle ist in zwei 50% Teilzeitstellen aufgeteilt. Die beiden StelleninhaberInnen sind beim Caritasverband Schwarzwald-Baar-Kreis e.V. angestellt. Die Grundsätze und Zielsetzungen der Schulsozialarbeit an der LRSH sind ebenso wie die Finanzierung der Stelle vertraglich zwischen der Stadt Hüfingen und dem Caritasverband für den Schwarzwald-Baar-Kreis e.V. geregelt. Die Stadt Hüfingen trägt als Schulträger die Personalkosten für die Schulsozialarbeit an der LRSH. Personalkostensteigerungen durch Tarifanpassungen gibt der Caritasverband der Stadt Hüfingen frühzeitig zur Kenntnis. Auf (jährlich zu stellenden) Antrag gewährt das Land Baden-Württemberg für die Jugendsozialarbeit an öffentlichen Schulen Zuschüsse. Je 100%- Stelle beträgt der Landeszuschuss aktuell 16.700 €.
Wenn beide Teilzeitstellen besetzt sind, beträgt der Anteil der Stadt Hüfingen für die Schulsozialarbeit an der LRSH aktuell 80.766,54 €. Die tatsächlichen Kosten liegen bei 97.966,54 €.

Durch bereits angekündigte tarifliche Lohnsteigerungen wird der städtische Zuschuss für die beiden bereits bestehenden Teilzeitstellen in 2026 von 80.766,54 € auf 84.755,20 € steigen.

Die Schulleitung der Lucian-Reich-Schule Hüfingen hat am 06.10.2025 einen Antrag auf Ausweitung der Stelle der Schulsozialarbeit an der Lucian-Reich-Schule Hüfingen gestellt. Gewünscht wird eine Ergänzung der bereits bestehenden zwei 50%-Stellen um eine weitere Teilzeitstelle, deren Umfang mindestens 50% betragen soll.

Die Verwaltung teilt mit der Schulleitung die Auffassung, dass die stark gestiegenen Schülerzahlen bei gleichzeitiger Steigerung der vielfältigen Aufgabenfelder in einem auch durch Corona schwieriger gewordenen Umfeld eine Ausweitung der Schulsozialarbeit an der LRSH rechtfertigen würde. Die Wertschätzung und grundsätzliche Notwendigkeit der Schulsozialarbeit steht für die Verwaltung außer Frage.
In Anbetracht der schwierigen Haushaltslage und vielfältiger Pflicht-Aufgabenfelder ist jedoch eine Gewichtung bzw. Priorisierung der Themen und Wünsche unumgänglich. Eine Ausweitung der Schulsozialarbeit an der Lucian-Reich-Schule Hüfingen würde aktuell jährliche Mehrkosten von rd. 40.000 € verursachen. Lohnkostensteigerungen in den Folgejahren sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Die Stellungnahme und die ausführlichen Antworten auf die Fragen darf jeder selber in den Unterlagen durchlesen: https://huefingen-sitzungsdienst.komm.one/

Meine Meinung: Die Fraktion des sogenannten „Freien Forums“ (die Männer stimmen meist geschlossen mit ihrem Führer), haben sich schon gegen Sozialarbeit ausgesprochen, da sie für sich hier keinen Vorteil sehen. Die Fraktion der SPD steht geschlossen hinter der Schule – wäre auch merkwürdig, wenn nicht. Im Grunde hängt das Ergebnis an dem Abend mal wieder an dem sozialen Gewissen der CDU. Da aber eine ordentliche Sozialarbeit ganz Hüfingen zugutekommen wird, denke ich, dass die CDU hier im Sinne der Kinder entscheiden wird.

Egon Bäurer spricht wieder für die CDU. Er ist zufrieden mit den Antworten auf seine 12 Fragen und er ist überzeugt, dass der Bedarf steigt. Deswegen unterstützt die CDU eine zusätzliche Stelle und bittet die Verwaltung aber die Stelle auf zwei Jahre zu befristen, damit man flexibel auf politische Veränderungen reagieren kann.

Kerstin Skodell meint, dass die SPD den Antrag im vollen Umfang unterstützt. Eine Befristung hält sie für unnötig und befürchtet, dass es nach den nächsten Wahlen noch schlimmer wird.

Das sogenannte „Freie Forum“ sagt, es stünde hinter der Schulsozialarbeit, aber möchte kein Geld dafür ausgeben. Alle fünf Männer würden auch in Zukunft geschlossen gegen alles stimmen was Geld kostet.

Die LBU stimmt den Vorschlägen der Verwaltung zu.

Beschlussvorschlag der Verwaltung:

Die Schulsozialarbeit an der Lucian-Reich-Schule Hüfingen wird dauerhaft ab Schuljahr 2026/2027 um eine weitere 50% Stelle ausgeweitet. Die Verwaltung wird beauftragt, die bestehende Leistungsvereinbarung (=Vertrag) mit dem Caritasverband Schwarzwald-Baar-Kreis e.V. entsprechend anzupassen. Die Personalkosten werden abzüglich laufend gewährter Zuwendungen vom Land, vom Schulträger getragen.
Die Verwaltung wird beauftragt, ggf. in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband mögliche Förderanträge auf Landeszuschüsse zu stellen.

Leider konnte ich nicht genau zählen, aber der Vorschlag der Verwaltung wurde angenommen.
Es gab eine leichte Verwirrung, da sich einige der CDU enthalten hatten, da sie eine Befristung wollten aber für die Stelle waren.

TOP5 Bebauungsplan „Römerstraße-Süd“ in Behla – Abwägung der im Rahmen der öffentlichen Auslegung und der Behördenbeteiligung eingegangenen Stellungnahmen, Kenntnisnahme der Planunterlagen, Satzungsbeschluss

Der Beschluss zur öffentlichen Beteiligung war in der Sitzung am 8. Mai 2025.

Der geplante Geltungsbereich des Bebauungsplanverfahrens mit einer Gesamtfläche von 0,8 ha beinhaltet Teile des Flurstücks 349.


Bebauungsplan
Römerstraße Süd Behla

Innerhalb des Plangebiets befinden sich aktuell landwirtschaftliche Grün- und Ackerflächen.

Auf Grund der eingegangen Anregungen und Bedenken wurde der ursprüngliche Bebauungsplanvorentwurf angepasst.

Beschlussvorschlag der Verwaltung:

  1. Die Berücksichtigung der im Rahmen der öffentlichen Auslegung nach § 3 Abs. 2 BauGB
    und der Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange nach § 4 Abs. 2 BauGB eingegangene Stellungnahmen wird gemäß Empfehlung der Verwaltung
    beschlossen.
  2. Die Bebauungsplanunterlagen werden entsprechend der Abwägungsbeschlüsse
    angepasst.
  3. Der Bebauungsplan mit Begründung (incl. Anlagen) und textlichen Festsetzungen wird in
    der Fassung vom 09.09.2025 vom Gemeinderat gebilligt.
  4. Die örtlichen Bauvorschriften zum Bebauungsplan in der Fassung vom 09.09.2025 werden
    vom Gemeinderat gebilligt.
  5. Die örtlichen Bauvorschriften zum Bebauungsplan in der Fassung vom 09.09.2025 werden
    vom Gemeinderat als Satzung beschlossen.
  6. Der Bebauungsplan wird gemäß § 10 Abs. 1 BauGB als Satzung beschlossen.

Der Ortschaftsrat und Gemeinderat haben einstimmig zugestimmt.

TOP6 Vorstellung Biotopverbundplanung Fortschreibung

Nach dem Biodiversitäts-Stärkungsgesetz sind die Kommunen verpflichtet, eine Biotopverbundplanung für das Offenland zu erstellen. Der Biotopverbund muss bis 2023 landesweit mindestens 10 %, bis 2027 mindestens 13 % und bis 2030 mindestens 15 % des Offenlandes umfassen. Landesweit beträgt der Flächenanteil derzeit 10,9 %. Diese Werte
werden als nötig angesehen, die Ziele des europäischen Schutzgebietsnetzes sowie des baden-württembergischen Naturschutzgesetzes zu erreichen.
Die drei Gemeinden des Gemeindeverwaltungsverbandes sowie Bad Dürrheim haben über den GVV im November 2022 die Biotopverbundplanung an das Büro BHMP beauftragt. Vor Planerstellung und nach dem Entwurf der Maßnahmenplanung fanden in den beteiligten Gemeinden öffentliche Vorstellungen statt. Die meisten Teilnehmer kamen von der Hauptzielgruppe Landwirtschaft.

Mittlerweile hat das Büro BHMP die Änderungswünsche und Rückmeldungen eingearbeitet und die Maßnahmenplanung fertiggestellt. Sie ist nun Grundlage der Maßnahmenumsetzung. Derzeit beträgt der Flächenteil in Hüfingen nur 4,2 % (landesweit 10,9%).

Die Biotopverbundplanung ist keine verbindliche Planung, die rechtliche Regelungen festsetzt. Maßnahmen werden nur durchgeführt, wenn die Eigentümer damit einverstanden sind. Dies wurde den Landwirten in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde nochmals schriftlich bestätigt. Auf anderweitige rechtliche Regelungen (Wassergesetz, Naturschutzgesetz) hat die Biotopverbundplanung keinen Einfluss.
Die gesamte Planung mit Bestandskarten, Maßnahmenkarten und Bericht kann hier eingesehen bzw. heruntergeladen werden:
https://www.gvv-umweltbuero.de/biotopverbundplanung/

Bestandsplan Hüfingen Biotopvernetzung
Biotopvernetzung Bestandsplan
Biotopvernetzung Maßnahmenplan
Biotopvernetzung Maßnahmenplan

Der Bauamtsleiter meint, dass Hüfingen hier nichts tun wird. Er will nichts umsetzten, 4,2 % reichten für Hüfingen. Mit ihm gibt es keinen Naturschutz. Die Landwirte sollen das selber machen. Die Landwirte können ja dann die Ökopunkte an die Stadt verkaufen.

Meine Meinung hierzu: Ehrlich gesagt wundert es mich, warum sich ein Tiefbauer über das Land der Hüfinger vor dem Gemeinderat als Fürst aufspielen darf. Er hat hier weder fachliche Kompetenzen noch Entscheidungsgewalt. Anscheinend hat er diese Überheblichkeit von seinem letzten Chef gelernt und dem ehrenamtlichen Naturschutz hatte er ja schon damals den offenen Krieg erklärt. Allerdings wird er dies kaum ohne vorherige Zustimmung der Verwaltung gesagt haben. Als Vorsitzende des über 200 Jahre alten Naturschutzvereins von Hüfingen schockiert mich diese (für mich sehr spontane) Kampfansage, direkt aus der Stadtverwaltung, zutiefst. Wir waren hier weder informiert worden, noch irgendwie darauf vorbereitet. Zum Glück kann dies Hüfingen nicht zurück werfen, da die Stadt in Punkto Naturschutz eh schon vorher am Boden lag. Es war lediglich eine romantische Vorstellung von mir, dass sich dies jemals ändern könnte.

Der Gemeinderat nimmt die Biotopverbundplanung zur Kenntnis.

TOP7 Vorstellung der Auswertung des ADFC-Fahrradklima-Test 2024 / CDU-Antrag „Radverkehrsfreundlichkeit“

Alle zwei Jahre führt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) den Fahrradklimatest, zur Bewertung der Fahrradfreundlichkeit deutscher Städte und Gemeinden, durch und wird hierbei vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt.
Der ADFC-Fahrradklimatest ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und umfasst eine Umfrage mit rund 30 Fragen zum Thema Radfahren. Hierbei wird beispielsweise gefragt, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob Radwege von Falschparkern freigehalten werden, ob man sich als Verkehrsteilnehmer ernst genommen fühlt und ob sich das Radfahren auch für Familien mit Kindern sicher anfühlt.
Ziel des Fahrradklimatests ist Transparenz schaffen, Handlungsbedarfe aufzeigen und Verbesserungen anstoßen.
Die Vorstellung des detaillierten Ergebnisses 2024, an dem sich 67 Fahrradfahrer durch eine Umfrage beteiligten, wird Herr Martin Röder als ADFC-Mitglied und Hüfinger Bürger übernehmen.

Wiltrud Siegfried über die Vorstellung des

ADFC Fahrradklima-Test 2024

Vorstellung der Ergebnisse für Hüfingen in der Gemeinderatssitzung am 20. November 2025 durch Martin Röder, Hüfingen, ADFC Gruppe Südbaar.

Der ADFC Fahrradklima-Test ist eine regelmäßige bundesweite Online-Umfrage des ADFC, die seit 1998 durchgeführt wird. Der ADFC ist der allgemeine deutsche Fahrrad-Club. Er tritt für die Interessen der Radfahrerinnen und Radfahrer ein. Die Umfrage beinhaltet die Messung der Fahrradfreundlichkeit von Städten und Gemeinde. Umfragezeitraum ist 1. September bis 30. November alle zwei Jahre. 2024 nahmen bundesweit 231.000 Menden an der Umfrage teil, in Hüfingen 67 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Hüfingen wurde 2024 zum ersten Mal ausgewertet, da in Hüfingen bisher die Mindestteilnehmerzahl nie erreicht worden war. Zudem findet eine begleitende Fahrrad-Kommunalbefragung statt. Hier können Städte und Gemeinden angeben, was sie zur Förderung des Radverkehrs unternommen haben.

Als wichtigste Probleme in der Umfrage wurden von Hüfinger Radfahrenden folgende angegeben:

  • Fehlende Radwege/Radverkehrsanlagen in der Kernstadt
  • Fehlende Radwegverbindung Fürstenberg – Hondingen/Blumberg
  • Mangelndes Sicherheitsgefühl im Straßenverkehr (besonders mit Kindern)
  • Radwege enden ohne verständliche Weiterführung

Martin Röder stellte in der Gemeinderatssitzung am 20.11.2025 besondere Problempunkte in Hüfingen und Lösungsmöglichkeiten vor. Daraus lassen sich folgende Empfehlungen der ADFC Gruppe Südbaar zur mittel- und langfristigen Verbesserung des Radverkehrs in Hüfingen ableiten:

  1. Separate Radwegführung wo möglich (Ausbau)
  2. Priorisierung von Schulwegen (z.B. Bräunlingen – Lucian-Reich-Schule)
  3. Radverkehrskonzept erstellen (z.B. als Teil des Stadtentwicklungskonzepts)
  4. Bürgerinnen , Bürger und Experten einbinden
  5. Förderprogramme bei Konzeption und Umsetzung nutzen, z.B https://www.aktivmobil-bw.de mit Landesförderung bis 75% der zuwendungsfähigen Kosten.

Herrn Bernd Göggel, der Leiter des Straßenbauamts stellt das Radnetzkonzept des Schwarzwald-Baar-Kreis vor.

TOP8 Stadtentwicklungskonzept – „Strategie Hüfingen 2040“

Zur strategischen und zukunftsorientierten Steuerung der Stadtentwicklung empfiehlt die Verwaltung die Erarbeitung eines Stadtentwicklungskonzepts. Das Konzept soll als fachübergreifendes und räumlich orientiertes Planungsinstrument dienen, das wesentliche Handlungsfelder wie Wohnen, Mobilität, Wirtschaft, Klima, kommunale Finanzen, soziale Infrastruktur, Städtebau etc. koordiniert und aufeinander abstimmt.

Im Ergebnishaushalt 2025 sind 35.000 € beschlossen, die aber aufgrund des fortschreitenden Haushaltsjahres möglicherweise nicht mehr abgerufen werden können. Da Ansätze im Ergebnishaushalt nicht auf das Folgejahr übertragbar sind, wurden im Entwurf des Haushaltsplans 2026 vorsorglich 70.000 € angesetzt.

Das Konzept sieht vor dass in einer Gemeinderatssitzung die wesentlichen Inhalte des Entwicklungskonzepts durch Mitarbeitende der STEG vorgestellt werden. Als Variante können im Rahmen einer Abendveranstaltung die Ergebnisse des Stadtentwicklungskonzepts „Strategie Hüfingen 2040“ durch die Mitglieder des Gemeinderats der Bevölkerung vorgestellt werden.

Als Instrument der Online-Beteiligung hat die STEG StadtentwicklungGmbH eine Bürgerbeteiligungsplattform ins Leben gerufen. Als modularer Baukasten kann sie individuell auf die Bedürfnisse vor Ort in der Kommune angepasst werden
und bildet damit zwei zentrale Aspekte ab: das Informieren der Bürgerinnen und Bürger und das Interagieren.
Der zentrale Einstieg erfolgt über die Informationsseite zu den laufenden und geplanten Projekten in der Kommune. Hier finden die Bürgerinnen und Bürger eine Übersicht und können sich per Klick in das jeweilige Projekt begeben.
Um den Bürgerinnen und Bürger vertiefende Informationen zum Projekt zu bieten, stehen Projektunterseiten zur Verfügung, die je nach Projekt individuell angepasst werden können

Meine Meinung hierzu: Ich finde das Konzept der Beteiligung hervorragend! Man könnte auch einen Termin anbieten, um die Hüfingerinnen und Hüfinger mit der Bürgerbeteiligungsplattform vertraut zu machen.

Die CDU unterstützt ein Gesamtkonzept obwohl die Haushaltslage angespannt ist. Auch die SPD findet ein Konzept sinnvoll, aber möchte es gerne auf das nächste Jahr verschieben, da zuerst das Projekt mit dem Frank richtig angegangen werden soll. Das sogenannte Freie Forum ist eh dagegen Geld auszugeben.

Beschlussvorschlag der Verwaltung:

  1. Der Gemeinderat beschließt die Erarbeitung eines integrierten Stadtentwicklungskonzepts
    für die Stadt Hüfingen als strategische Grundlage für die zukünftige Stadtentwicklung. Hierfür
    wird die Firma STEG Stadtentwicklung GmbH beauftragt.
  2. Die erforderlichen Haushaltsmittel in Höhe von 70.000 € werden im Haushaltsplan 2026
    bereitgestellt.

Der Gemeinderat beschießt dies auf 2027 zu schieben.

Postkarte: Hüfingen, Gasthaus zum Bahnhof. Ehemaliges Hotel Frank von 1930
Gasthaus zum Bahnhof. Postkarte von 1930
Hotel Frank im Oktober 2021
Das Hotel Frank am 1. Oktober 2021

TOP9 Projektentwicklung „Gasthof Frank“

Das Projekt wurde schon am 16. Oktober besprochen.
Die Firma STEG Stadtentwicklung GmbH schlägt einen strukturierten Prozess mit 6 wesentlichen Bausteinen vor, der in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung, den politischen Gremien sowie der Bürgerschaft durchgeführt wird. Die einzelnen Phasen umfassen:

  1. Standort- und Grundstücksanalyse
    Erfassung relevanter Daten sowie Abstimmung der Bedarfe mit der Kommune, um eine fundierte Basis für die weitere Planung zu schaffen.
  2. Zielfindung mit dem Gemeinderat
    Durchführung eines Workshops zur gemeinsamen Definition der gewünschten Nutzungen und Entwicklungsziele.
  3. Planungs- und Nutzungskonzept
    Entwicklung von bis zu drei Konzeptvarianten, einschließlich 3D-Visualisierungen und Richtpreiskalkulationen, um unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten transparent darzustellen.
  4. Vermarktung
    Aktive Akquisition von Miet- und Kaufinteressenten sowie Investoren unter Nutzung des umfangreichen Netzwerks der STEG.
  5. Projektsteuerung
    Überwachung von Leistungen, Kosten und Terminen sowie Begleitung städtebaulicher Fragestellungen während des gesamten Prozesses.
  6. Bürgerinformation
    Durchführung einer öffentlichen Abendveranstaltung zur Vorstellung der Projektziele und zur Aufnahme von Anregungen und Ideen der Bürgerschaft.

Die Projektentwicklung Frank soll auf Basis der vergangenen Klausurtagungen ein wichtiger Meilenstein in den Bereichen „Leben im Alter“, Ärzteversorgung und gesellschaftlichem Zusammenhalt über mehrere Generationen hinweg werden.
Für die Projektentwicklung „Gasthof Frank“ sind im aktuellen Entwurf des Haushaltsplans für 2026 70.000 € vorgesehen.

Beschlussvorschlag:

  1. Der Gemeinderat beschließt, für das städtische Grundstück „Gasthof Frank“ einen strukturierten Projektentwicklungsprozess zur Ausarbeitung der zukünftigen Nutzung und städtebaulichen Ausgestaltung einzuleiten. Für die Durchführung der Projektentwicklung wird die Firma STEG Stadtentwicklung GmbH beauftragt.
  2. Die erforderlichen Haushaltsmittel in Höhe von 70.000 € werden im Haushaltsplan 2026 bereitgestellt.

Die CDU sieht es als zwingend erforderlich hier einen externen Projektentwickler zu haben und wird dem Vorschlag einstimmig folgen. Auch die SPD findet einen externen Partner hier wichtig.
Das Freie Forum bleibt dabei, dass kein Geld ausgegeben werden darf, aber sie werden nicht gegen den Gemeinderatsbeschluss klagen.

Es wird mit den 5 Gegenstimmen beschlossen.

TOP 10 Standgebühren Stadtbächlifest 2026

Der Termin für das kommende Stadtbächlifest ist:
Samstag, 25.07.2026 bis Montag, 27.07.2026

Bei den zurückliegenden Stadtbächlifesten 2002, 2006, 2010, 2014, 2018, 2022 wurde eine Regelstandgebühr von 460,00 € erhoben. Für kleine Stände (Bierstände, reine Getränkestände, Eisstände, u.a.) betrug die Standgebühr 360,00 €.
Betrieb ein Verein gleichzeitig eine Festhütte sowie einen separaten Bierstand kam zur Regelstandgebühr von 460,00 € die Gebühr für kleine Stände mit 360,00 € hinzu. Vereine die lediglich einen kleinen Stand betreiben, hatten die die Regelstandgebühr von 460,00 Euro zu bezahlen.
Für Vereine, die mit einem kulturellen Programm oder Unterhaltungsprogramm für Kinder u.a. teilnehmen und die wirtschaftliche Ausrichtung absolut untergeordnet ist, sollte von den obigen Gebühren abgewichen werden können.
In der durch die Vereine zu entrichtende Kostenpauschale waren Kosten für das Rahmenprogramm, eine angemessene gemeinschaftliche Werbung, Strom- bzw. Wasseranschlüsse inkl. Strom- und Wasserverbrauch sowie Abwasserkosten enthalten. Ebenso wurde die Müllgebühr durch die Stadt übernommen, wobei die Vereine den anfallenden Müll in beim Bauhof bereitstehende Container selbst zu entsorgen und die Straße bzw. den genutzten Festbereich mit angrenzenden Flächen jeweils zu reinigen hatten. Ebenfalls werden mit dem der Kostenpauschale soweit erforderlich, Kosten für einen
Sicherheitsdienst abgedeckt.

Die Subventionen für das Stadtbächlifest durch die Stadt Hüfingen betrugen
1998: ca. 46.000 DM
2002: 11.900,00 €
2006: 10.500,00 €
2010: 14.000,00 €
2014: 19.000,00 €
2018: 22.000,00 €
2022: 35.000,00 €

Dies ohne Verwaltungskosten für Organisation und Abwicklung. Die Leistungen der Verwaltung, die aus dem Rathaus heraus erbracht werden, sind nicht unerheblich. Sie müssten den Subventionen für das Stadtbächlifest noch hinzugerechnet werden.

Was mich interessieren würde: Wer bestimmt wann und bei welchem Verein von den obigen Gebühren abgewichen wird? Was ist mit Vereinen die den Strom vom eigenen Haus beziehen? Werden die bevorzugten Vereine transparent kommuniziert?

Daniel Bucher schlägt vor auf professionelle Vorstellungen auf der Bühne zu verzichten, um Kosten zu sparen.

Beschlussvorschlag der Verwaltung:
Die Standgebühren für das Stadtbächlifest 2026 werden mit einer Regelstandgebühr von 520,00 Euro und 400,00 Euro für kleine Stände festgesetzt. Die Gebühr für kleine Stände wird auf Ausnahmen beschränkt. In den Standgebühren sind Kosten für das Rahmenprogramm, eine angemessene gemeinschaftliche Werbung, Strom- und Wasseranschlussgebühren inkl. Strom- und Wasserverbrauch sowie Abwassergebühren, Müllgebühren für beim Bauhof angelieferten Müll sowie Sicherheitsdienst enthalten.

Dies wird einstimmig beschlossen.

TOP 11 Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Gemeinderat

Taubenschlag

Liebe Bürgerpostleser, 

Christiane Willmann, eine Bekannte aus Titisee-Neustadt-Schwärzenbach schickte mir dieses Bild und fragte, ob ich wisse, was es mit den kleinen Dächle an dem Giebel auf sich hat.

Natürlich habe ich es nicht gewußt. Wisst Ihr es? Sie hat es übrigens in Gutenstein im Donautal kurz vor Sigmaringen aufgenommen. Das Haus ist ein Bauernhaus mit Wohnteil auf der anderen Seite und das ist der Giebel des Ökonomieteiles. Also gings ans Erkunden über Whatsapp und über eine Anfrage an das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck. Der Leiter Christof Heppeler schrieb: „Auf den ersten Blick würde ich auf einen Taubenschlag tippen. Allerdings kann ich auf dem Foto nicht recht erkennen, ob in dem Giebel überhaupt entsprechende Öffnungen vorhanden sind“. Das klärte Christiane auf: „Es gibt nur ein Loch unterhalb des Firstes, bei den 15 Dächle ist keine Öffnung zu sehen“. Darauf Christof Heppeler: „Ein Loch wäre nun für einen Taubenschlag in der Tat zu wenig. Ich würde jetzt die Öffnungen auch über diesen „Dächle“ erwarten, in der Annahme, dass die Taube darauf landen können. Möglicherweise wurden die Öffnungen auch verschlossen, als der Taubenschlag stillgelegt wurde, um unerwünscht Eindringlinge fern zu halten. Die Verteilung der „Dächle“ erinnert halt sehr an einen Taubenschlag“. Diese Ansicht mit dem Taubenschlag kam von einigen Statuslesern, aber keiner konnte erklären, wieso nur ein Loch da ist….. bis Rudi Willmann aus Titisee-Neustadt-Rudenberg die Manege betrat. Er vergewisserte sich: „Oben ist doch ein Loch? Die Dächle sind ein Anflug-Sitz-Platz für die Tauben, dass es keinen Rückstau am Loch gibt“. Rudi kennt das von seinem Heimathof, dort hätten sie auch solche Anflug-Plätze gehabt. „Leider kann ich nicht mehr dazu sagen“. Lieber Rudi, das ist auch gar nicht nötig, der Fall ist klar. 

Vielen Dank Christiane für die Bildüberlassung und allen fürs Mitmachen, besondern natürlich Rudi für die Lösung.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner