Volkstrauertag oder Besinnungstag?

Beitrag vom 11. November 2021

Besinnendes zum Besinnungstag

Joseph Roth’s Gedanken in Zlotograd / Galizien an einem Freitag 1914:

Zwei Tage lang zog durch das kleine Städtchen noch der hartsüße, warme Geruch der gebratenen Äpfel. Es begann zu regnen. Es war ein Donnerstag. Am nächsten Tag, Freitag also, klebte die Botschaft schon an allen Straßenecken.
Es war das Manifest unseres alten Kaisers Franz Joseph, und es hieß: »An Meine Völker!«
Ich war Fähnrich der Reserve. Knapp zwei Jahre vorher hatte ich mein Bataillon, die Einundzwanziger Jäger, verlassen. Es schien mir damals, daß mir der Krieg durchaus gelegen käme.
In dem Augenblick, in dem er nun da war und unausbleiblich, erkannte ich sofort – und, ich glaube, auch alle meine Freunde dürften es genauso schnell und so plötzlich, erkannt haben -, daß sogar noch ein sinnloser Tod besser sei als ein sinnloses Leben. Ich hatte Angst vor dem Tod. Das ist gewiß. Ich wollte nicht fallen. Ich wollte mir lediglich selbst die Sicherheit verschaffen, daß ich sterben könne.
Mein Vetter Joseph Branco und sein Freund, der Fiaker Manes, waren beide Soldaten der Reserve. Auch sie mußten also einrücken. Am Abend jenes Freitags, an dem das Manifest des Kaisers an den Wänden plakatiert worden war, ging ich, wie gewohnt, ins Kasino, um mit meinen Freunden von den Neuner Dragonern zu essen. Ich konnte ihren Appetit nicht begreifen, ihre gewohnte Heiterkeit nicht, nicht ihre törichte Gleichgültigkeit gegen die Marschorder nach dem nordöstlich gelegenen russischen Grenzorte Radziwillow. Ich war der einzige unter ihnen, der schon die Anzeichen des Todes in ihren harmlosen, sogar fröhlichen, jedenfalls unbewegten Gesichtern erkannte. Es war, als befänden sie sich in einer Art euphorischem Zustand, der die Sterbenden so häufig begnadet, ein Vorbote des Todes. Und obwohl sie noch gesund und munter an den Tischen saßen und Schnaps und Bier tranken, und obwohl ich so tat, als nähme ich teil an ihren törichten Scherzen, kam ich mir doch vor wie ein Arzt oder ein Krankenpfleger, der seinen Patienten sterben sieht und der sich freut, daß der Sterbende noch gar nichts von dem nahen Tode weiß. Und dennoch fühlte ich auf die Dauer ein Unbehagen, wie es vielleicht auch mancher Arzt und mancher Krankenwärter haben mag im Angesicht des Todes und der Euphorie des Sterbenden, in jenem Augenblick also, da sie nicht genau wissen mögen, ob es nicht besser wäre, dem Todgeweihten zu sagen, daß er bald sterben müsse, statt die günstige Tatsache zu begrüßen, daß er dahingehen würde, ohne etwas zu ahnen.

Aus „Die Kapuzienergruft“ Seite 40 und 41 von Joseph Roth.

Gedenkstein in Fauske/Norge an ein von Breivik auf Üthöja ermodertes Mädchen aus Fauske

Das Psychogramm des Krieges: Einfältig-heroischen Nationalismus anfachen.

alles ummesunscht„, ein Bild Gedanken- Gang, Allmendshofen, DS, Fürstenberg, 
Mundelfingen. 

Mitte der 70-er Jahre stehe ich hinter Villingen mit dem Bürgermeister und den Gemeinderäten am Denkmal aus 
Buntsandstein für die Kriegsopfer der Gemeinde. Das Mahnmal soll einem Kanalbau weichen. 


Einige wollen es endgültig beseitigen, wenige auf den Friedhof umsetzen. Unerwartet eilt ein betagter, sichtlich erregter Mann hinzu und fragt, was hier vorgehe. „Wir beraten, ob wir das Mahnmal beseitigen oder umsetzen“ sagt der Bürgermeister. Jetzt brechen bei dem Mann alle Gefühls-Dämme. Er klammert sich an das Denkmal und weint erschütternd, stammelt herzerweichend immerzu „Wenn ihr des wegwerfet, war alls umsunscht“. Einstimmig war man nun fürs umsetzten und der Bagger schwieg. Der Mann fand zumindest wieder seinen äusseren Frieden. Was muss dieser einfache Bürger erlebt haben, dachte ich erschüttert bei der Heimfahrt. 

Donaueschinger Opfer im 1. Weltkrieg auf dem Friedhof.
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Wäre alles umsonst, denke ich alljährlich im Novemberanfang, auch 45 Jahre nach diesem unvergesslichen Erlebnis? Dann, wenn wir uns nicht mindestens einmal im Jahr an diesen Mahnmalen besinnen würden? Und 
immer dann, wenn ich am Stahlhelm vor dem Rathaus Donaueschingen, der Gedenksäule mit 130 Namen Eschinger Weltkrieg-Eins Opfer, dem martialischen Kriegerhain in Fürstenberg und dem ausdrucksstarken Standbild „Trachtenfrau mit Kind, Uniformierter Mann“ am Eingangstor zum Mundelfinger Friedhof vorbei komme. 

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Mühe hat man oft, bei Kriegerdenkmalen mit Heldenposen, die den Geist des Völkischen atmen. Bei diesen „Krieger“ -Denkmalen, nicht bei den Kriegsopfergräbern, denkt man schon, dass das alles umsonst war. Geht man aber betroffen vorbei an der Frau mit Kind in Baaremer Tracht in die Dorffriedhofs Kapelle und zählt die zu Tode gekommenen aus dieser kleinen Dorfgemeinschaft, erkennt man, dass das Erinnern nicht umsonst sein kann und darf.

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„Gefallen“ ist ein verharmlosender begriff aus dem Geist der Heldenverehrung. Sie alle sind nicht nicht einfach nur „gefallen“, in Wahrheit sind sie Opfer. Opfer die den tyrannischsten, entmenschlichsten Verbrechern „zum Opfer gefallen sind“. Besinnung kommt auch auf, wenn man sich in Erinnerung ruft, dass von fast vierzig, von ausnahmslos Allen ! eingezogenen Bauernhoferben aus Donaueschingen, kein einziger die Baar wieder gesehen hat. Es war zwar völlig sinnlos, menschenverachtend, unmenschlich, aber es hat im Nachhinein nur den einzigen Sinn: Mahnung und Warnung vor Unmenschen. Und unendliche Trauer um die unfassbar vielen Opfer. 

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Eindrückliche Mahnmale und Besinnungsstätten sind deshalb nie umsonst. Das wusste und sagte uns der Mann aus dem Eschachtal. Dass man nämlich auf Mahn- und Denk- Male nicht verzichten kann. Auf heroisierende „Krieger“ -Denkmale aber schon. 
Unsere Lokalpolitiker meinen, dass wir auch in diesem feierlosen Jahr, in diesen Besinnungstagen, einen Gedanken- Gang machen sollten. 

Villa Rustica in Deggenreuschen

Ruinenweg in Deggenreuschen
Ruinenweg in Deggenreuschen

In Akte über die Erstellung der Anlage am Rotrain ist viel von den römischen Altertümern die Rede. Allerdings wussten die Hüfinger damals noch nichts von der Villa Rusica, die Prof. Dr. Paul Revellio (aus einer Hüfinger Familie) 1913 ausgegraben hatte. Man kann aber sicher sein, dass Dr. Paul Revellio viel über die Anlage am Rotrain und auch das Deggenreuschen Elseli wusste. Die Hüfinger „Mutter Courage“ hatte hier Zuflucht gesucht, nachdem sie vor dem Württembergischen Militär während des „Hüfinger Blutbades“ am 15. Oktober 1632 geflüchtet war. Dort soll sie sogar das Badezimmers genutzt haben. Das Deggenreuschen Elseli ist heute noch im Wald und lacht von oben aus dem Bäumen die dummen Menschen aus.

Alles was an die Ausgrabungen von 1913 erinnert ist ein einsames Schild mit der Aufschrift „Ruinenweg“. Ich vermute, dass die Funde heute in Freiburg irgendwo in einem Archiv schlummern. Von der ausgegrabenen Villa ist nicht mehr viel zu sehen. Nicht mal ein Schild weist auf die Ruine hin.
Unten die Artikel von Prof. Dr. Paus Revellio hierzu, von denen ich am 29. September 2020 Teile veröffentlicht hatte.

Dr. Paul Revellio 1921(*1+2)

Im Jahre 1903 stießen Waldarbeiter beim Suchen nach Steinen am Südostrand des Deggenreuschenwaldes auf Mauerwerk. W Rieger stellte fest, daß es sich um die Trümmer einer villa rustica handeln müsse und legte auch bereis einen Raum der Anlage frei. Seine Grabungen wurden sehr erschwert durch den Hochwald, der den Platz der Villa damals bedeckte, und deshalb aufgegeben. Inzwischen ist der Wald gefällt und bald darauf der Platz von neuem bepflanzt worden, so daß, wenn jetzt die Untersuchung nicht vollständig durchgeführt wurde, in absehbarer Zeit ganz darauf verzichtet werden mußte. So hat denn der Gemeinderat der Stadt Hüfingen auf meine Anregung hin die nötigen Mittel für die Grabungen bereit gestellt. Diese fanden im August und September 1913 statt.

Vila rustica Hüfingen gezeichnet von Dr. Paul Revellio 1913 (2)
Vila rustica Hüfingen gezeichnet von Dr. Paul Revellio 1913 (2)

Auf halber Höhe eines sanften Hanges gelegen die Front nach Südosten gerichtet, so daß Morgen- und frühe Mittagssonne ungehindert Zutritt hatten, gewährte die Villa einen weiten Blick hinüber zur Länge und zum Wartenberg und war durch den überhängenden Hang doch geschützt gegen die kalten Nordwinde. Dazu ist in nächster Nähe eine Quelle.

Von Einzelfunden wäre zu erwähnen: 2 Fibeln, 6 Münzen: eine keltische, eine von Vespasian, zwei von Trajan, eine von Valerian dem jüngeren und eine des Tetricus , eine Schnalle, und Zierbleche aus Bronze, eine Kuhglocke, Türbänder aus Eisen, Schiebeschlüssel, Scherben von terra sigillata sowohl verzierte, wie unverzierte Ware und gewöhnliches Geschirr.

Dr. Paul Revellio 1921 (*2):

Um einen quadratischen Hof gruppieren sich Wohn- und Wirtschaftsräume. Die Schauseite des Gehöftes zeigt eine Querhalle flankiert von zwei Ecktürmen. Hier und an der sonnigen Süd- und Südwestseite liegen die Wohnräume, darunter meistens eine kleines Badezimmer mit Hypokaustenheizung.

Badezimmer der villa rustica.
Das Bild zeigt die unterste Lage der Heizkacheln, durch die die warme Luft des Kohlbodens in die Höhe steigt und die Wand erwärmt. Die Kacheln sind da, wo sie den Boden verlassen, durch einen Viertelrundstab gegen Beschädigungen geschützt und an ihrer Vorderseite geraut, damit der Wandstuck besser haftet.
(*2)

Dr. Paul Revellio 1921 (*2):

Wohnkeller der Hüfinger Villa
Wohnkeller der Hüfinger Villa

Nie fehlt der sorgfältig ausgemauerte Wohnkeller mit halbrunden Nischen und Lichtschacht und einem steinernen Tisch in der Mitte zur Aufstellung des besseren Geschirrs. Ein Blick auf die Villen von Hüfingen und Hausenvorwald zeigt, daß sie sich überdies ungefähr auch noch in der Größe entsprechen. Sie bedecken ein Quadrat von rund 100 römischen Fuß Seitenlänge und sie haben diese Eigenschaft gemeinsam mit einer gleich gebauten Villa von Alpnach-Dorf in der Schweiz, in der sich Stempel der 21. und 11. Legion gefunden haben. Es ist wohl nicht anders: Ein Baukommando der 11. Legion hat an diesen Villen gebaut und ihre Bewohner sind zumeist alte Veteranen, die hier eine Kriegerheimatstätte bekamen.

Dr. Paul Revellio 1921 (*1):

Die Entstehung der Anlage fällt in die Zeit bald nach dem Jahre 74 wohl sicher noch in das erste nachchristliche Jahrhundert.

Das Gebäude ist durch Feuer zerstört worden., wie der bei der Ausgrabung gefundene Brandschutt beweist. Ein glücklicher Fund belehrt uns auch über die Zeit der Zerstörung. Beim Ausräumen des Kellers fanden sich etwa 1 m über dem eigentlichen Kellerboden 2 römische Münzen und eine barbarische Nachahmung einer römischen Münze, die alle aus der Zeit 265-270 stammen.

Hier hatte sich vielleicht eine alamannische Horde vorübergehend gelagert und dabei diese Münzen verloren. Wie dem auch sei: die Villa war ums Jahr 270 n. Chr. eine Ruine, und das stimmt nur zu der allgemeinen Annahme, daß der Limes um das Jahr 260 von den Römern aufgegeben wurde.

Dr. Paul Revellio 1920 (*1):

Man hat beobachtet, wie gerade diese einfachen Bauten in regelmäßigen Abständen längs der Straße wiederkehren und hat daraus geschlossen, daß diese Bauten mit Staatshilfe errichtet und ausgedienten Legionären als Zivilversorgung überwiesen wurden, vielleicht gegen die Verpflichtung die Straße zu unterhalten und einen Teil des Ertrages ihrer Wirtschaft, man ist fast geneigt an den Zehnten zu denken (agri decumates), zur Verproviantierung der benachbarten Kastelle abzuliefern. Diese regelmäßige Anlage der Gehöfte längs der Straße stellt sich auch immer mehr für unsere Baar heraus. Kaum 2 km südöstlich von unserer Villa wurde im Jahre 1833 eine solche mit ähnlichem Grundriß auf dem Auenberg bei Hausenvorwald freigelegt, weitere 2 km nach Osten traten in unmittelbarer Nähe des Röhrlebachbrunnens römischer Mauerschutt, Tonscherben und eine Münze des Claudius zutage, sichere Zeugen einer Villa.

3 km weiter nach Westen konnte ich im Herbst 1913 am Fuße des Fürstenbergs am Südrand des Städtchens ein weiteres Gehöft auffinden. Ein Loch, das mir der Landwirt Jakob Gut auf seinem Grundstück auf meine Vermutungen hin machte, förderte sofort Bruchstücke von Leistenziegeln, Heizkacheln, Ziegelbeton, polierte Alabasterplätttchen zutage. Der Platz wurde vom Volk „Ziegelbühl“ genannt. In seiner unmittelbaren Nähe befindet sich eine Quelle. In den benachbarten Äckern ließen sich die Spuren von Nebengebäuden erkennen. https://hieronymus-online.de/villa-rustica-in-fuerstenberg/

Von Hüfingen bis Schwenningen ist nicht eine einzige mit Sicherheit nachgewiesen. Münz- und andere Funde fehlen auf dieser Strecke fast vollständig. Man wird sich bei der Suche vor allem von den Quellen führen lassen müssen, die sich bei Hüfingen als untrügliche Begleiter der ländlichen Gehöfte erwiesen haben.

So zahlreich wie bei Hüfingen werden wir sie nicht erwarten dürfen. Erfahrungsgemäß häufen sich diese Villen im Schutze und in der Umgebung der militärischen Stützpunkte.

Es ist eine Pflicht des Dankes, der Unterstützung und Förderung zu gedenken, die die Ausgrabungen durch den Gemeinderat der Stadt Hüfingen und vor allem durch den damaligen Bürgermeister Bausch erfahren haben.

Segment der sogenannten Peutingerkarte, einer mittelalterlichen Kopie einer römischen Straßenkarte des IV. Jahrhunderts. Oben ein Teil der Peutingerstraße von Vindonissa (Schweiz) über Brigobanne (Hüfingen) nach Samulocenis (Rottenburg). Silva marciana ist der Schwarzwald und der Kleckes in der Mitte ist der Bodensee. (https://tp-online.ku.de)
Segment der sogenannten Peutingerkarte, einer mittelalterlichen Kopie einer römischen Straßenkarte des IV. Jahrhunderts. Oben ein Teil der Peutingerstraße von Vindonissa (Schweiz) über Brigobanne (Hüfingen) nach Samulocenis (Rottenburg). Silva marciana ist der Schwarzwald und der Kleckes in der Mitte ist der Bodensee. (https://tp-online.ku.de)

Wer mehr über die Römerstraße wissen will, soll hier gucken:
https://hieronymus-online.de/brigobannis-roemerstrassen-und-peutingerkarte/

Hier ist das Deggenreuchen Elseli:
https://hieronymus-online.de/das-deggenreuschen-elseli/

Und hier über die Entstehung der Hüfinger die Anlage:
https://hieronymus-online.de/anlage-auf-dem-rotrain-1820-1845/


(*1) Ein römisches Bauernhaus im Deggenreuschenwald bei Hüfingen von Dr. Paul Revellio in den Schriften der Baar 14 (1920)
(*2) Die Römer in der Baar von Dr. Paul Revellio in der Badische Heimat 8 (1921)

Begegnungen im stadtnahen Wald

„Rennen tun Sie jetzt nimmer, gell!“ War das nun Anteilnahme oder eher eine spöttisch-hämische Bemerkung? Eine mir unbekannte Waldbesucherin mittleren Alters, die mich mit ihren beiden (ordnungsgemäß angeleinten) Mischlingen beiseitetretend passieren ließ, sprach mich so an. Und exakt dieselbe Bemerkung hatte sie sich schon vor ein paar Wochen bei einer ersten Begegnung nicht verkneifen können, während ich flotten Schrittes an ihr vorbeigeeilt war. Reichlich perplex, aber lachend antwortete ich beide Male, dass ich es mittlerweile halt etwas moderater mag. Sollte ich sie irgendwann einmal, zu Zeiten, als ich noch zu joggen pflegte, so sehr erschreckt oder ihr dermaßen imponiert haben, dass sie sich danach jedes Mal, wenn sie mich erblickte, zur nämlichen Frage veranlasst sah? Waren vielleicht ihre Hunde einst bei meinem Überholvorgang außer Rand und Band geraten, wie es bei Begegnungen mit Joggern ja nicht selten geschieht? Oder könnte es sich bei dem so eigenartig wiederholten Satz womöglich auch um ein Anzeichen einsetzender Demenz gehandelt haben? Der soll man ja, wie in den Medien neuerdings allenthalben empfohlen wird, mit viel Bewegung (zumal in würziger Waldluft) entgegenwirken – was natürlich auch zur Prophylaxe aller sonstigen Zivilisationsschäden tauge.  Im Stadtwald auf meiner Runde derart ungeniert angesprochen zu werden, ist jedenfalls ein denkbar seltenes Vorkommnis.

Seltsam ist doch allein schon, wie unterschiedlich Waldbesucher einander zur Kenntnis nehmen, wie sie aufs Grüßen reagieren: die Sportiveren zumeist mit einem knappem Hallo, egal ob männlichen oder weiblichen Geschlechts. HundehalterInnen pflegen zumindest kurz zu nicken, froh, wenn es nicht zu Stress mit ihren Lieblingen kommt. Speziell das weibliche Sicherheitsbedürfnis scheint bei Gegen- oder Überholverkehr die entscheidende Rolle zu spielen: je tiefer im Waldesinneren und je weiter vom Stadtrand entfernt, gewiss auch je spärlicher der Besucherverkehr, desto schüchterner wird Unsereinem der Gruß abgenommen. Von hinten auflaufend empfiehlt es sich allemal, sich rechtzeitig zu räuspern, um Schnappatmung bei den Überholten zu vermeiden. Gänzlich grußlos pflegen vor allem Handynutzer und Menschen mit übergestülpten Kopfhörern an einem vorbei zu schlendern. Nicht anders die (im Stadtwald allerdings seltener anzutreffenden) Kopftuchträgerinnen, denen der Blickkontakt mit männlichen Personen, gar das Grüßen derselben anscheinend noch immer verwehrt wird. Weshalb wohl auch kaum zu befürchten ist, dass die unsägliche Stadtbild-Diskussion nächstens auch auf den stadtnahen Wald überschwappen könnte. 

Ob freilich das Grüßen, wie es im ländlichen Milieu, bei Wanderern, Waldläufern und Alpinisten noch an der Tagesordnung ist, im urbanen Umfeld überhaupt überleben wird?  Barttragende, vorwiegend dunkel gekleidete Angehörige der Generation Z, ob mit oder ohne Handy und Hund, scheinen schon jetzt kaum noch geneigt zu sein, sich den Grußsitten der Altvorderen anzuschließen.

Ach ja, auch um die grüne Waldidylle steht es in Krisenzeiten nicht mehr zum allerbesten, vom Klimawandel und seinen Auswirkungen auf das Waldökosystem ganz zu schweigen. Bis in die abgelegensten Stadtwaldwinkel dringt bisweilen, jetzt erst so richtig wahrgenommen, das Tatütata von Feuerwehr- und Rotkreuzfahrzeugen, auch mal das Röhren beim Aufdrehen eines Bikers. Zuhinterst auf meiner Runde dominiert dann sogar das Geknatter von Maschinengewehrsalven (Gefechtslärm auf dem benachbarten Übungsgelände der Bundeswehr gottlob mit Übungsmunition, mit scharfer einstweilen nur auf der neuen, strenggesicherten Schießanlage bei gehisster Deutschlandfahne). Wie vertraut und friedlich sind da doch die polternden Schienengeräusche der Schwarzwaldbahn, wie sie immer wieder einmal aus dem Brigachtal herauf zu vernehmen sind. Doch vibriert da nicht eben wieder das Smartphone in der Jackentasche? Gelegentlich hämmert immerhin noch ein Specht oder gurrt eine Ringeltaube. Allenfalls an den immer selteneren Schneetagen lässt sich am Fährtenbild auch noch die Anwesenheit von Hasen, Fuchs und Reh ablesen.

Aber gell, rennen muss ich da jetzt nimmer. Egal wie: auf meine Stadtwaldrunde mag ich auch weiterhin nicht verzichten, sofern mir nur die Beine und der Motor nicht den Dienst versagen – auch das Grüßen werde ich dabei nicht lassen.

Gashaus Krokodil in Hüfingen

Da unglaublich viele Leute hier über die goolge Suche aufschlagen, wollte ich die Öffnungszeiten kommunizieren.
Es gibt auch einen Internet Auftritt vom Gasthaus_Krokodil auf Instagram.

Das Krokodil ist Mittwoch bis Sonntag ab 17:00 Uhr geöffnet.
Montag und Dienstag sind Ruhetag.
Das Krokodil ist in der Hinterstadt 8
Telefonnummer: O77I 92O36369

Im Rahmen des Projektes Hüfingen kippenfrei gibt es im Krokodil Taschenaschenbecher zu verschenken!

Krokodilwirt Karl Sulzmann im Jahr 1955
Foto aus der Hüfinger Chronik


Ferienbummlers Rundgang in der Baar
Hüfingen.

von Franz Josef Schelble 1899
Jetzt ging es gemütlich, heiter
Durch die Felder heimwärts weiter,
Nach der lieben Vaterstadt,
Die den grünen Kirchturm hat,
Wo die Rinder in den Gassen
Die Visitenkarten lassen,
Wo in einer Gasse still
Traulich lockt das Krokodil,


Hochzeitsgesellschaft vor dem Krokodil vielleicht in den 1930er Jahren. Film von Ernst Kramer

Astabwurf

Liebe Bürgerpostleser, 

im Urlaub in Binnenseenähe in Schweden hat man Gott sei Dank etwas Zeit zum Schauen. Und, was sehe ich an einer mittelalten Eiche? Etwas im ersten Moment scheinbar Unglaubliches, sie wirft kleine Äste ab. Seht Ihr sie auf dem Boden liegend? Viele sind noch richtig grün gefärbt, manche braun.

Wenn man die Eiche anschaut, weiß man, die sieht richtig gesund und vital aus. Auf dem Bild unten habe ich einen am Boden liegenden Trieb in die Hand genommen und habe die Bruchstelle abgebildet. Kann man feststellen, dass das vollkommen planmäßig aussieht? Auf jeden Fall würde ich sagen. das Bild daneben zeigt eine weitere Bruchstelle und so sehen alle Triebe am Abwurfende aus. Wenn mans ganz genau nimmt, sieht man einen Ring. Er stellt den Übergang des Frühjahrswachstums zum Spätsommerwachstum dar. Wenn das kein Hammer ist. 

Also die Rätselfrage war, warum wirft diese Eiche Triebe ab? Und ob das vielleicht alle Eichen machen. Es gab ein längeres Hin und Her mit meinem Fachberater in Sachen Forst, Reinhold Mayer, das Endergebnis lautet – aus ChatGPT entnommen – wie folgt: 

„Der Triebabwurf bei Eichen ist ein spezielles physiologisches Phänomen, das im Spätsommer oder Herbst auftritt. Dabei wirft die Eiche junge, noch nicht ausreichend ausgereifte Kurz- oder Langtriebe ab. Das ist kein Krankheitszeichen, sondern eine Anpassungsreaktion.

Wenn im Sommer Trockenheit, Nährstoffmangel oder Schädlingsdruck auftreten, können die zahlreich entstandenen jungen Triebe nicht ausreichend mit Kohlenhydraten und Wasser versorgt werden. Auch bei sehr starkem Triebwachstum kann ein Ungleichgewicht entstehen, die Krone „überproduziert“ Triebe, die Pflanze kann aber nicht alle mit Kohlenhydraten und Wasser versorgen. Dass das die Eiche merkt? 

Und jetzt kommt die Besonderheit der Eichen zum Tragen, sie aktiviert Sollbruchstellen. Die Eiche besitzt an der Basis junger Triebe spezielle anatomische Schwachstellen, Zonen mit dünnwandigen, wenig verholzten Zellen. Unter Versorgungsstress werden dort enzymatische Prozesse, Abbau von Zellwänden und Korkbildung eingeleitet. Es entsteht eine Art Abszissionsschicht, ähnlich wie beim natürlichen Laubfall. Der Trieb trocknet an der Basis ein und bricht leicht ab. Zurück bleibt eine kleine, geschützte Narbe. Das Holz des Vorjahres oder älteres Gewebe wird nicht geschädigt. Dafür gibt es einen Oberhammer.

Der Abwurf führt zu einer Energie- und Wassersparmaßnahme: Die Eiche entlastet sich von zu viel „Ballast“, den sie in Trockenzeiten oder bei Ressourcenknappheit nicht versorgen könnte. Statt dass alle Triebe kümmerlich überleben und eventuell das ganze Baumwachstum beeinträchtigt wird, konzentriert der Baum seine Ressourcen auf die kräftigeren, besser versorgten Triebe. Besonders nach wärmeren, trockeneren Sommern tritt Triebabwurf häufiger auf.

Kurz gesagt: Der physiologische Mechanismus des Triebabwurfs bei Eichen entspricht einem aktiven Abszissionsprozess an vorgebildeten Sollbruchstellen, der durch Versorgungsungleichgewichte (Wasser/Kohlenhydrate) ausgelöst wird und dem Baum hilft, seine Ressourcen effizient zu nutzen“.

Aus dem Urlaub zurück, bin ich bei nächster Gelegenheit zu den Eichen im Schoßpark und was habe ich zum ersten Mal hier entdeckt? Abgeworfene Triebe. Ein weiteres Naturwunder.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Das „Belvedere“ auf dem Schützenberg in Allmendshofen

Dr. Jörg Martin, F.F. Archiv Donaueschingen

Hermann Sumsers (1944–2024) Todestag jährt sich in diesen Tagen zum ersten Mal. Obwohl Sumser dem Verfasser persönlich unbekannt war, beeindrucken die Schriften des Hüfinger Architekten durch das sich in ihnen spiegelnde Engagement für die Baudenkmale der Baar. Die nachfolgenden Ausführungen verstehen sich als kleine Ergänzung zu den anregenden Ausführungen Sumsers über das Donaueschinger „Belvedere“, jenem Gartenhaus oberhalb des Getränkemarkts Biedermann, um dessen Erhalt Sumser vor 20 Jahren mit Erfolg gekämpft hatte.*1 Sie seien seinem Andenken gewidmet.

„Belvedere“ Donaueschingen, Nordseite mit Treppenaufgang und fensterlose Westseite, Oktober 2025. Foto: FFA Donaueschingen.
„Belvedere“ Donaueschingen, Nordseite mit Treppenaufgang und fensterlose Westseite, Oktober 2025. Foto: FFA Donaueschingen.

Zwischen Donaueschingen und Hüfingen schiebt sich ein Ausläufer des Schellenbergs bis in die Niederung von Brigach und Breg vor, an seinem Fuß entspringt die Juniperusquelle mit dem Allmendshofener Brunnenbach. Von der Höhe genoss man ehedem, bevor Baumbewuchs und Neubauten den Blick verstellten, einen schönen Blick auf Donaueschingen und die Donauniederung. Dort steht auf einem Aussichtspunkt ein kleines Gartenhaus, das Anfang der 2000er Jahre überraschend aus einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf wiedererweckt wurde. Als die Stadt Donaueschingen das Gelände im Zuge der Erschließung des Baugebiets „Bühlstraße“ als ökologische Ausgleichsfläche erworben hatte, erkannte man die geschichtliche Bedeutung des anfänglich zum Abriss vorgesehenen Gebäudes. Den Bemühungen der Stadtverwaltung, des Landesdenkmalamts (Monika Loddenkemper) und des beigezogenen Architekten Hermann Sumser ist es zu verdanken, dass das von Loddenkemper und Sumser wegen des schönen Ausblicks treffend als „Belvedere“ benannte Häuschen*2 nicht nur 2003 in das Denkmalbuch eingetragen wurde,*3 sondern überdies in den Jahren 2007 und 2008 fachgerecht restauriert wurde.*4

In der Tat handelt es sich keineswegs um einen einfachen Schuppen für die Lagerung von Gartengeräten, wie schon der rund 1 Meter hohe, aus sorgfältig behauenen Sandsteinen gemauerte Sockel zeigt.*5 Mit rund 5,5 Metern auf 6 Meter ist die Grundfläche fast quadratisch. Eine Tür auf der Ostseite führt in einen kleinen Kellerraum. Über dem Sockel erhebt sich ein über drei Meter hoher Fachwerkbau mit einem Walmdach; die Außenwände sind verschindelt, das Dach mit Ziegeln gedeckt. Die Höhe der Fenster und des Raums sowie das Walmdach mögen entfernt an Goethes Gartenhaus in Weimar erinnern, das bei der Planung vielleicht Pate stand. Über eine an der Nordseite wiederum aus Sandstein gemauerte Treppe gelangt man in das Erdgeschoss des Gebäudes, wo man von einem einzigen, hohen Raum empfangen wird. Lichte, hohe Sprossenfenster, ein hellgrüner Lambris und ein weißer Keramikkamin verweisen in die Zeit des Klassizismus; eine etwas jüngere Tapete mit neogotischer Architektur dank einer von Sumser gefundenen Unterlage aus dem Jahr 1837 in den Biedermeier. Kamin und Tapete sind zugleich die einzigen Anhaltspunkte für das hohe Alter des Bauwerks, während sich der Bauherr an keiner Stelle zu erkennen gibt.

Blick vom Schützenberg auf Donaueschingen, Aquarell von Wilhelm Thierry, 1819. Vorne die heutige Friedrich- Ebert-Straße mit dem Gasthaus „Schwanen“ (links, Friedrich-Ebert-Straße 18) und den Häusern Friedrich-Ebert- Straße 25 und 22, an der Stelle des großen Hauses rechts befindet sich heute ungefähr der Straßenkreisel. Im Hintergrund die Josefstraße und das Residenzviertel. Fürstl. Fürstenbergische Sammlungen (FFS) Donaueschin- gen, Zeichnung 754. Eine sehr ähnliche Ansicht wurde 1819/20 von Franz Epple (1791–1856) in Öl gemalt (FFS Donaueschingen, Gemälde 835) und als Lithographie in den Druck gegeben (FFS Donaueschingen, Grafik 551).
Blick vom Schützenberg auf Donaueschingen, Aquarell von Wilhelm Thierry, 1819. Vorne die heutige Friedrich-Ebert-Straße mit dem Gasthaus „Schwanen“ (links, Friedrich-Ebert-Straße 18) und den Häusern Friedrich-Ebert-Straße 25 und 22, an der Stelle des großen Hauses rechts befindet sich heute ungefähr der Straßenkreisel. Im Hintergrund die Josefstraße und das Residenzviertel. Fürstl. Fürstenbergische Sammlungen (FFS) Donaueschingen, Zeichnung 754. Eine sehr ähnliche Ansicht wurde 1819/20 von Franz Epple (1791–1856) in Öl gemalt (FFS Donaueschingen, Gemälde 835) und als Lithographie in den Druck gegeben (FFS Donaueschingen, Grafik 551).

Loddenkempers und Sumsers Annahme, den ersten Eigentümer des Anwesens in der Fürstenfamilie zu Fürstenberg suchen zu müssen,*6 dürfte allerdings unzutreffend sein, wie eine Recherche in den einschlägigen Archivalien ergab. Vielmehr war es der fürstenbergische Regierungspräsident Joseph Kleiser von Kleisheim (1760–1830), der sich hier ein Refugium geschaffen hatte. Mit dem von den Fürsten zu Fürstenberg betriebenen Ausbau Donaueschingens zur Residenz und der immer weiter in Richtung Allmendshofen ausgedehnten Anlage des Schlossparks strebten auch die fürstenbergischen Beamten in das Donaueschinger Umland. Das augenfälligste Zeugnis für den Willen der Beamtenschaft, zusammen mit den Fürstenbergern das Residenzumfeld zu gestalten, dürfte das von Leopold von Lassolaye errichtete Schlösschen auf dem Wartenberg gewesen sein. Weniger exponiert war das Anwesen des Majors von Koller an der Josefstraße (der spätere „Karlshof“, Josefstr. 12). Unmittelbar unterhalb Kleisers Gartenhaus entstand mit der Villa des Hofkammerrats Joseph Ignaz Fischer ein Landgut, dessen freie Lage in der Flusslandschaft nach wie vor bezaubert (heute Getränke Biedermann, Friedrich-Ebert-Str. 31). Diesen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstandenen Bauten ist das Gartenhaus Joseph Kleisers beizustellen.

Als Baujahr des Kleiser’schen Gartenhauses gibt ein undatiertes Verzeichnis der Häuser in der Donaueschinger Josefstraße das Jahr 1809 an.*7 Nach außen hatte der 49-jährige Kleiser – aus einfachsten Verhältnissen in Urach (Stadt Vöhrenbach) stammend – damals den Höhepunkt seiner Karriere als fürstenbergischer Beamter erreicht.*8 Seit 1801 zum Präsidenten der fürstlichen Regierung und Kammer berufen, oblag ihm nicht nur die Leitung der fürstenbergischen Verwaltung und Gerichtsbarkeit, sondern er nahm auch die außenpolitische Vertretung Fürstenbergs wahr, die in der napoleonischen Umbruchszeit mit der Mediatisierung des Fürstentums zugunsten vor allem des neu entstandenen Großherzogtums Baden mehr als schwierig war. 1804, nach dem Tod des Fürsten Karl Joachim zu Fürstenberg, der Kleiser 1796 in den Adelsstand erhoben hatte, rückte dessen Großneffe Karl Egon zu Fürstenberg aus der böhmischen Linie der Familie in der Herrschaft nach. Der erst 5-jährige Knabe wurde der Vormundschaft eines entfernten Onkels, des Landgrafen Joachim zu Fürstenberg unterstellt, der seinerseits Kleiser zu seinem Untervormund ernannte mit umfassender Vollmacht für alle Amtsgeschäfte. Bei der häufigen Abwesenheit des Landgrafen war Kleiser damit in den Jahren 1804 und 1805 der fast unbeschränkte Herrscher über das fürstenbergische Staatswesen. Beim Übergang des Fürstentums an das neu gebildete Großherzogtum Baden wurde Kleiser in der Vormundschaft 1806 ausdrücklich bestätigt. Als mit der Einführung des Code Napoleon 1809 die Stellung der Mutter des Fürsten, Elisabeth zu Fürstenberg, geb. Prinzessin von Thurn und Taxis, rechtlich gestärkt wurde, erhielt Kleiser das Amt eines „Gegenvormunds“. Glücklich war er darüber nicht, denn Fürstin Elisabeth gedachte keineswegs, ihn in irgendeiner Weise einzubinden. Kleisers Versuche, sich an der Erziehung des jungen Fürsten zu beteiligen, wies sie vielmehr schroff zurück.*9 Freilich war das Verhältnis zwischen der Fürstin und Kleiser schon zuvor gestört, weil Elisabeth die Ergebnisse von Kleisers außenpolitischen Missionen als ungenügend empfand – wie sie später selbst auf dem Wiener Kongress erfahren musste, wohl zu Unrecht, denn von den Gewinnern des napoleonischen Umbruchs irgendwelche Zugeständnisse für das fürstenbergische Staatswesen zu erreichen, stellte sich weitgehend als Unmöglichkeit heraus. Als sich Kleiser nach der Übernahme der fürstenbergischen Gerichtsbarkeit durch Baden im Jahr 1813 die Möglichkeit eines Wechsels in den badischen Beamtendienst eröffnete, ergriff er diese Gelegenheit, und die Fürstin ließ ihn ziehen. Den Wegzug von Donaueschingen begriff Kleiser, der auch im badischen Staatsdienst als Richter in Meersburg und als Kreisdirektor in Konstanz hohe Positionen erlangte, als endgültigen Abschied von der heimatlichen Baar.

Das Wappen des 1796 geadelten Kleisers über dem Wiesenplan, Zeichnung ohne Jahr. FFA Donaueschingen, Karten, Kasten I/2/138 c.
Das Wappen des 1796 geadelten Kleisers über dem Wiesenplan, Zeichnung ohne Jahr. FFA Donaueschingen, Karten, Kasten I/2/138 c.

So kam es 1814 zum Verkauf des Gartenhauses an den Schützenwirt Franz Joseph Ganter.*10 Ebenso verkaufte Kleiser an Ganter eine große Wiese unterhalb des „Belvedere“, die er einige Jahre zuvor hatte kartieren lassen (heute Teil des Schlossparks, Flst.-Nr. 4779, Allmendshofen).*11 Kleisers herausragender Stellung war es wohl geschuldet, dass der Vermesser das einfache Kärtchen ungewöhnlich prächtig ausschmückte. Der Lageplan der Wiese erhielt eine mehr als den doppelten Platz einnehmende, üppige Scheinarchitektur als Rahmen, die von Putten und Kleisers Adelswappen bekrönt wurde. Zu einem späteren Zeitpunkt (nach dem Bau 1809?) wurde auf den Plan noch ein Blatt aufgeklebt, das das Gartenhaus zeigt und damit Kleiser zuordnet.*12 Danach lag unterhalb des Häuschens ein über zwei Zufahrtswege von Norden und Süden zu erreichender Vorplatz; Fußgänger kamen über zwei im Dreieck angelegte Spazierwege auf die Höhe. Die Wege über die damals völlig freie Wiese waren mit Alleebäumen gesäumt. In Richtung Westen auf den Hang zu, wo das Gebäude keine Fenster besaß, war offensichtlich als Wetterschutz eine dichte Hecke angelegt. Unterhalb des Vorplatzes befand sich ein vielleicht von Findlingen eingefasstes Halbrondell, möglicherweise, wie Loddenkemper und Sumser vermuten,*13 eine Grotte.

Schützenwirt Ganter muss das Gelände – man denke an die Tapete von 1837 – für eigene Gesellschaften genutzt haben. Der offensichtlich rege Betrieb machte so viel Aufsehen, dass die Flur im Volksmund nunmehr die Bezeichnung „Schützenberg“ erhielt, während zu Kleisers Zeiten die Bezeichnung noch „Linsenhalde“ gelautet hatte.*14 Aus dem neuen Flurnamen „Schützenberg“ folgte die Bezeichnung „Schützenhäusle“ für das Gartenhaus. Dagegen kann ein Zusammenhang des neuen Flurnamens mit einer Betätigung von Schützengesellschaften nicht belegt werden.*15

Grundriss des „Belvedere“ mit Parkanlage, aufgeklebt auf dem Lageplan der Kleiser’schen Wiese, ohne Jahr. Rechts unten das Gasthaus „Schwanen“ (Friedrich-Ebert-Str. 18) und das Haus Friedrich-Ebert-Str. 22. FFA Donaueschingen, Karten, Kasten I/2/138 c.
Grundriss des „Belvedere“ mit Parkanlage, aufgeklebt auf dem Lageplan der Kleiser’schen Wiese, ohne Jahr. Rechts unten das Gasthaus „Schwanen“ (Friedrich-Ebert-Str. 18) und das Haus Friedrich-Ebert-Str. 22. FFA Donaueschingen, Karten, Kasten I/2/138 c.

In jener Zeit, in den 1830er Jahren, entstand auch die einzige erhaltene Ansicht des Häuschens.*16 Die Aquatinta bietet eine Südansicht der Residenzstadt Donaueschingen, deren Kennzeichen das Schloss und die Stadtkirche sind (dargestellt ohne das 1829 abgerissene alte Pfarrhaus). Hinter den fürstenbergischen Verwaltungsgebäuden an der Haldenstraße in der Bildmitte (Neuer Bau, Kammer/ Hofbibliothek und Archiv) ist der Turm der 1837 abgerissenen St.-Lorenz-Kapelle zu erkennen (heute Rathaus). Im Vordergrund links sieht man das „Belvedere“ mit dem Zufahrtsweg und dem zu erahnenden Fußpfad. Am Hang verläuft die Landstraße von Allmendshofen nach Donaueschingen. Der Künstler – Egid Federle aus Stühlingen (1810–1876) – stand offenbar im heute durch die Bahnlinie nach Neustadt gekappten Allmendshofener Quellenweg, der damals noch eine Querverbindung zur Landstraße mit Brücke über den Brunnenbach besaß. Im weiteren Verlauf des Brunnenbachs ist die lange, quer zum Tal stehende Mauer zu erkennen, mit der Hofrat Fischer sein Anwesen umgeben hatte und die bis heute erhalten ist (Friedrich-Ebert-Str. 31). Pferde, Menschengruppen und eine Kutsche vermitteln Maßstab und Perspektive der Ansicht.

Aus Ganters Erbe – der erfolgreiche Schützenwirt erreichte das beachtliche Alter von 86 Jahren *17– gelangte das Grundstück über dessen Tochter 1888 an den Allmendshofener Landwirt Joseph Faller.*18 Dieser begann, als Donaueschingen sich immer mehr in Richtung Allmendshofen ausdehnte, in den 1890er Jahren mit der Abtrennung von Baugrundstücken entlang der Straße, die auch seine Besitznachfolger fortsetzten.*19 Aber auch nun stand das Gelände noch für die Sommerfeste des Männergesangvereins Allmendshofen zur Verfügung, bis diese in den 1980er Jahren auf den bequemer gelegenen Festplatz verlegt wurden.*20 Die ehemals freie Lage des „Belvedere“ ist heute nicht mehr zu erkennen, zumal die schon 2005 von Monika Loddenkemper geforderte Auslichtung nicht erfolgte, sondern das Grundstück nach wie vor mit hohen Bäumen und Buschwerk bestanden ist, die einen freien Blick in die Landschaft kaum zulassen.

Stadtansicht von Donaueschingen, links das Belvedere, Aquatinta von Egid Federle, 1830er Jahre. Im Vordergrund der Brunnenbach, in der Mitte die langgezogene Mauer des Landguts Fischer (heute Getränke Biedermann), rechts das Residenzviertel. FFA Donaueschingen, Grafik 368, zum Druck vgl. http://www.landesarchiv- bw.de/plink/?f=4-1877763.
Stadtansicht von Donaueschingen, links das Belvedere, Aquatinta von Egid Federle, 1830er Jahre. Im Vordergrund der Brunnenbach, in der Mitte die langgezogene Mauer des Landguts Fischer (heute Getränke Biedermann), rechts das Residenzviertel. FFA Donaueschingen, Grafik 368, zum Druck vgl. http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1877763.

Die 2009 mit namhafter Unterstützung der Denkmalstiftung Baden-Württemberg abgeschlossene Sanierung durch den Überlinger Architekten Bruno Siegelin gab dem Raum zwar seinen Charakter wieder, brachte jedoch im Gegensatz zu den von der Stadtverwaltung und dem Landesdenkmalamt aus Kostengründen abgelehnten Entwürfen Sumsers *21 keine neue Nutzungsperspektive für das Gebäude. In den ersten Jahren nach der Restaurierung fanden in dem Gebäude Trauungen statt; auch gab Martina Wiemer Bildvorträge zur Donaueschinger Stadtgeschichte. Obwohl die umgebende Grünanlage sehr gepflegt wirkt, scheint das „Belvedere“ jedoch mittlerweile in seinen tiefen Dornröschenschlaf zurückgesunken zu sein.

*1 Sumser, Belvedere.
*2 Loddenkemper, Vergessenes Gartenhäuschen, S. 25; Sumser, Belvedere, S. 10.
*3 Loddenkemper, Vergessenes Gartenhäuschen, S. 26; Sumser, Belvedere, S. 10.
*4 Bea, Fast vergessenes Gartenhäuschen.
*5 Detaillierte Beschreibung des Gebäudes bei Sumser, Belvedere, S. 12–19.
*6 Loddenkemper, Vergessenes Gartenhäuschen, S. 26; Sumser, Belvedere, S. 7.
*7 Fürstlich Fürstenbergisches Archiv (künftig: FFA) Donaueschingen, OB 21, Vol. II, Hüfingen, Untermappe Donaueschingen.
*8 Das Folgende nach den autobiographischen Angaben im Nachlass Kleisers im GLA Karlsruhe, Nachlässe,
Kleiser. Ergänzend: FFA Donaueschingen, Personalakte 2434; Bader/Platen, Das große Palatinat des Hauses
Fürstenberg, Allensbach 1954, S. 132–134.
*9 So in GLA Karlsruhe, Nachlässe, Kleiser 14, Brief Elisabeths von 1812.
*10 Grundbuchzentralarchiv (im Folgenden: GBZA) Kornwestheim, Güterbuch Allmendshofen, Bd. V, Nr. 101,
Nachtrag des Kaufvertrags von 1814 im Güterbuch von 1857.
*11 FFA Donaueschingen, Karten I/II/138 c. Die Datierung der Karte auf das Jahr 1803 durch Loddenkemper und
Sumser beruht auf einer wohl vom FFA Donaueschingen verursachten Fehlinterpretation einer beiliegenden
Karte.
*12 Ebd.
*13 Loddenkemper, Gartenhäuschen, S. 25; Sumser, Belvedere, S. 11.
*14 So im genannten Kaufvertrag von 1814.
*15 Sumser, Belvedere, S. 7–8.
*16 FFA Donaueschingen, Grafik 368. Woher Loddenkemper und Sumser die Datierung der Aquatinta auf das Jahr 1827 bezogen (Loddenkemper, Gartenhäuschen, S. 25; Sumser, Belvedere, S. 8), ist nicht klar. Der Druck stammt aus dem Werk „Malerische Reise von Freiburg im Breisgau durch das Höllenthal und Donaueschingen nach Schaffhausen“, das ohne Jahr bei Bleuler in Schaffhausen erschien (online: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1877753). Die Datierung kann daher nach bisheriger Kenntnis nur mit Hilfe der dargestellten Gebäude festgestellt werden. Die signierte, jedoch nicht datierte Vorzeichnung Federles hat sich ebenfalls erhalten: FFA Donaueschingen, Zeichnung 760. Das Exemplar des Drucks im FFA Donaueschingen ist merkwürdigerweise nicht wie beim Karlsruher Exemplar deutsch und französisch, sondern englisch beschriftet.
*17 Gestorben am 26. April 1865: Sterbebuch der kath. Pfarrgemeinde Donaueschingen.
*18 GBZA Kornwestheim, Güterbuch Allmendshofen, Bd. XI, Nr. 112.
*19 GBZA Kornwestheim, Lagerbuch Allmendshofen, Flst.-Nr. 188 (4188 neu). Die Reihenfolge der Abtrennungen
lässt sich den heutigen Teilnummern der Flur 4188 entnehmen.
*20 Sumser, Belvedere, S. 7.
*21 Sumser, Belvedere, S. 20–24. Unnötig polemisch der Text im Mitteilungsblatt der Denkmalstiftung Baden-
Württemberg, Belvedere in Donaueschingen.

„Belvedere“ Donaueschingen, Südseite mit einem und Ostseite mit zwei Fenstern, darunter der Kellereingang, Oktober 2025. Foto: FFA Donaueschingen.
„Belvedere“ Donaueschingen, Südseite mit einem und Ostseite mit zwei Fenstern, darunter der Kellereingang, Oktober 2025. Foto: FFA Donaueschingen.

Literatur:

Bea, Josef: Ein fast vergessenes Gartenhäuschen auf dem Schützenberg bei Donaueschingen, in: Die Gemeinde (BWGZ) 2009, Heft 2, S. 79–80

Denkmalstiftung Baden-Württemberg (Hrsg.): Belvedere in Donaueschingen: Rettung eines „Kleinods“, in: Denkmalstiftung Baden-Württemberg 2009 Heft 2, S. 1–2 (Beilage zu Denkmalpflege in Baden-Württemberg
38, 2009, Heft 2)

Loddenkemper, Monika: Ein vergessenes Gartenhäuschen auf dem Schützenberg bei Donaueschingen, in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 34, 2005, S. 25–28 (https://doi.org/10.11588/nbdpfbw.2005.1.12211)

Sumser, Hermann: Das „Belvedere auf dem Schützenberg“ in Donaueschingen, in: Schriften des Vereins für Ge-
schichte und Naturgeschichte der Baar 50, 2007, S. 5–28 (https://doi.org/10.57962/regionalia-17404)

Federles Vorzeichnung gibt das „Belvedere“ noch etwas exakter wieder als der Druck. FFS Donaueschingen, Zeichnung 760.
Federles Vorzeichnung gibt das „Belvedere“ noch etwas exakter wieder als der Druck. FFS Donaueschingen, Zeichnung 760.
Lageplan des „Guth des Schützenwirth Ganter“ und des „Guth des Hofrath Fischer“ am Brunnenbach, 1819. FFA Donaueschingen, Karten, Kasten I/1/64c.
Lageplan des „Guth des Schützenwirth Ganter“ und des „Guth des Hofrath Fischer“ am Brunnenbach, 1819. FFA Donaueschingen, Karten, Kasten I/1/64c.

Weißtannen-Vitalität

Schon seit langer Zeit schreibt man viel und fortwährend über das allmählich immer mehr und mehr sichtbar werdende Verschwinden der Weißtanne von unseren Bergen. Auch gibt sich zu ihr eine gewisse weitverbreitete Sympathie kund, welche an die Wehmut beim Scheiden eines geliebten Freunds erinnert. (K. Gebhardt, Freiburg 1842)

An Sympathien für die Weißtanne hat es – o Tannenbaum! – nie gefehlt, schon gar nicht in der Forstpartie. Allerdings hält sich bis heute das Narrativ, sie sei überempfindlich wie eine Mimose. Allein schon die Tatsache, dass sie in Deutschland nur mehr auf ca. zehn Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets vorkommt, spricht wahrlich nicht für Vitalität und Widerstandskraft. Spätestens das „Tannensterben“ hat ihrem Ruf den Rest gegeben. „Ist die Weißtanne eine sterbende Baumart?“, so fragten sich 1979 Baden-Württembergs Forstleute anlässlich einer Fachtagung. Der Wiener Waldbauprofessor Hannes Mayer, einer der besten Tannenkenner, wies in seinem Beitrag darauf hin, dass das „Tannensterben“ schon seit dem 16. Jahrhundert bekannt sei. Es handle sich dabei alles in allem um eine „Komplexwirkung verschiedenster vitalitätsmindernder Faktoren“. Freilich würden diese nicht zum Totalausfall der Tanne führen, „wenn nicht anthropogene Schadfaktoren wie überhöhte Immissionen dazukommen.“ In den Medien schlug die Geburtsstunde des neuen Schockbegriffs „Waldsterben“. Für die Politik sollte es bald höchste Zeit werden, im Kampf gegen den sauren Regen der Automobilindustrie den Katalysator vorzuschreiben, die TA-Luft zu verschärfen und per Großfeuerungsanlagen-Verordnung die Entschwefelung der den Fabrikschloten entweichenden Emissionen voranzutreiben.


„Der Schwarzwald stirbt“, so lautete 1984 die Weihnachtsbotschaft des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL, als Titelbild dient ein halbseits entnadelter Tannenbaum vor winterlicher Schwarzwaldidylle. Gegen Ende des Jahrtausends war in den Medien dann freilich bald nur noch vom „sogenannten Waldsterben“ die Rede, ehe auch dieses – ausgerechnet im „Jahrhundertsommer 2003“ – von der grünen Umweltministerin Renate Künast offiziell für beendet erklärt worden war. Doch nach einer Serie sich steigernder Hitze- und Trockenjahre tauchte das Phänomen als „Waldsterben 2.0“ plötzlich wieder aus der Versenkung auf: Dürre- und Borkenkäferschäden, die Häufung der Waldbrände sowie eine verheerende Flutkatastrophe sorgten dafür, dass der Verursacher, der Klimawandel, fortan nicht mehr aus den Schlagzeilen verschwinden sollte.

Als Fotograf mit einem Faible für Baum und Wald lechzt man bei all den Hiobsbotschaften förmlich nach Motiven abseits der Katastrophenszenarien, und so entstand im Jahr 2011 beiläufig auch das Foto einer ungemein langschäftigen, allem Anschein nach kerngesunden Weißtanne. Angetroffen hatte ich sie auf einem Streifzug durch Wutachschlucht unweit der überdachten Stallegger Brücke, über die einst der Fernhandelsweg vom Neckar zum Hochrhein führte. Eigentlich war ich nur im Begriff, mich unter den dortigen Tannenriesen nach einer Ersatzkandidatin umzusehen für die zwar prominente, doch leider seit Jahren kränkelnde Stallegger Tanne, auf welche am Wanderweg eine Hinweistafel aufmerksam machte mit ihren famosen Daten: Höhe 52 m, Volumen 34 Erntefestmeter, Umfang in Brusthöhe 4,52 m, Alter ca. 280 Jahre. Ob für ihren angeschlagenen Gesundheitszustand wohl der Klimawandel verantwortlich war – oder war ihr Siechtum eher dem Greisenalter geschuldet?

Was Alter, Umfang und Stammvolumen anbetraf, so würde mein Ersatzbaum natürlich noch längst nicht mithalten können, doch die Baumhöhe, immerhin, dürfte bereits an die 50 m heranreichen, so schien es mir vom Gegenhang beim Betrachten seines langen vollholzigen (walzenförmigen) Schaftes mit der dicht benadelten runden Kuppelkrone oben drauf; in ihr entdeckte ich mit dem Fernglas einen aufwärts gebogenen Kandelaberast, Indiz für einen früh verheilten Wipfelbruch. Ansonsten aber schien mir mein Baum, fern aller „anthropogenen Schadfaktoren“ und deren Komplexwirkung (H. Mayer), der Inbegriff einer makellosen und vor Gesundheit strotzenden Weißtanne zu sein.

Tanne 2011
Tanne 2015

Doch was war das für eine Enttäuschung, als ich mich vier Jahre später, im März 2015, wieder der Stallegger Brücke näherte, um nach der Tanne Ausschau zu halten! Denn ein Sturm (oder war es gar die Windhose eines Tornados?) hatte sie inzwischen brutal geköpft, sodass von der stolzen Krone am Stamm nur wenige grüne Wasserreißer (Klebäste) verblieben waren! War das nun das Aus für meine Tanne? Zwar war mir das phänomenale Ausheilungsvermögen der Weißtannen von zahlreichen frappierenden Beispielen durchaus vertraut, doch hier schien Hopfen und Malz verloren.

Im Sommer 2019, nach abermals vier Jahren, zog es mich erneut in die Schlucht: Was mochte aus meinem Motiv geworden sein? Sieh einer an, es gab sie noch, die Tanne – und sie war eben im Begriff, sich eine neue Krone zuzulegen. Zuoberst an der Bruchstelle schob sich tatsächlich ein neuer Leittrieb in die Höhe und die spärlichen Wasserreißer hatten sich auf wundersame Weise buschig vermehrt. Der staunenswerte Vorgang verdiente es, weiter verfolgt zu werden.

Tanne 2019
Tanne 2020

Zum Winterauftakt, am 8. Dezember 2020, war ein weiterer Besuch angesagt. Lag es am Neuschnee, dass sich der Wipfel erneut verändert zu haben schien: Knapp unterhalb der Bruchstelle, die sich wieder deutlicher abzeichnete, schoben sich nun sogar drei Leittriebe in die Höhe als gelte es neuerdings, da oben Christbäume zu züchten – an Saft und Kraft fehlte es der neuen Krone ganz offensichtlich nicht.

Mein vorerst letztes Foto stammt vom 5. November 2022, dem Vorabend der jüngsten Weltklimakonferenz. Und wieder hatte sich das Kronenbild der Tanne verändert: Nun sieht es ganz so aus, als hätten die Leittriebe sich im Wettbewerb um die Führungsrolle gegenseitig hoch getrieben, derweil ein paar flechtengraue Seitenäste vorzeitig ausgeschieden sind. Doch alles in allem bietet sich das Bild eines wohlgeratenen jugendlichen Tannenbaums, der sich da jetzt, seitlich leicht versetzt, auf dem weit über hundertjährigen Stamm breit gemacht hat. Dem Fotografen erwuchs so im Verlauf nur eines knappen Jahrzehnts ein neues Sinnbild für Vitalität, auch ein Hilfsmittel gegen das Verzagen angesichts all der Krisen, ein für sich selbst sprechendes Musterbeispiel für das Zauberwort im Zeichen des Klimawandels: für Resilienz.

Klar, dass nun auch noch ein Krankenbesuch bei der Stallegger Tanne anstand: Sie ist inzwischen vollends abgestorben, reckt ihre morschen kahlen Äste in die Luft, derweil die Rinde am Stamm bereits abzublättern beginnt und zwei prächtige Fruchtkörper des seltenen Stachelbartpilzes aus ihm hervorwachsen. Tannen pflegen lotrecht zu sterben und ihr Totholz ist voller Leben – das Hinweisschild mit ihren stolzen Daten wurde vorsorglich entfernt, damit andächtige, gar trauernde Tannenfreunde nicht unnötig lang im Gefahrenbereich verharren. Von „Wehmut beim Scheiden eines geliebten Freunds“ (K. Gebhardt), vom „Tannensterben“, jener „Komplexwirkung verschiedenster vitalitätsmindernder Faktoren“ (H. Mayer) ist in der Wutachschlucht derzeit wenig zu spüren.

Weißtannen-Vitalität 2022

Anmerkungen zur Vitalität der Weißtanne
Nachtrag:

Im zu Ende gehenden Oktober 2025, nach einer regenreichen Woche, zog es mich wieder mal hinab zur Stallegger Brücke, unter der die Wutach diesmal prächtig schäumend hindurchrauschte. Dass die bei meinem Besuch vor drei Jahren bereits sterbenskranke Stallegger Tanne hart oberhalb des vielbegangenen Wanderwegs inzwischen aus Verkehrssicherungsgründen hat gefällt werden müssen, das hatte man vor Jahresfrist schon der Presse entnehmen können. An der Schnittfläche des gewaltigen Strunks gedeiht noch immer die Tannenglucke, während darunter eine blitzblanke Informationstafel der Naturschutzverwaltung nun an den Baum und seinen Riesenwuchs erinnert, dazu an den heutigen Nutzungsverzicht in Naturschutzgebieten wie an den einstigen Raubbau inklusive der Flößerei. Bis zum Bau der Eisenbahnen und der forstwirtschaftlichen Wegeerschließung war es auf der Wutach (anders als es die Abbildung auf der Tafel suggeriert) bei der blockweisen Holztrift geblieben, nachdem die Wolfacher Schiffergesellschaft, die den wilden Fluss für die stammweise Flößerei herzurichten versucht hatte, damit 1847 kläglich gescheitert ist bei einem Gesamtschaden von 200.000 Gulden.

Überrest der Stallegger Tanne (mit Gluckepilz)
Überrest der Stallegger Tanne (mit Gluckepilz)
Infotafel zum Angedenken
Infotafel zum Angedenken

Gänzlich unbeeinflusst von der Nutzungsgeschichte der Schlucht hat sich indessen der neue Wipfel meiner im Jahr 2015 vom Sturm geköpften (und zuletzt vor drei Jahren fotografisch dokumentierten) „Ersatztanne“ weiterentwickelt. Und wenn ihre Ersatzkrone ungestört so weiterwächst, wird man der Tanne den Stammbruch wohl bald nicht mehr anmerken können, so perfekt ist sie schon jetzt wieder geformt – nach gerade mal einem Jahrzehnt. Und selbst wenn es erneut zu einem Missgeschick kommen sollte, so hat sie bereits vorgesorgt: In ca. fünf Metern Höhe hat sich am Stamm aus einem Klebast ein grün benadeltes Bajonett gebildet, sodass sie auch einen weiteren Stammbruch überleben könnte. Nein, auch Weißtannen wachsen nicht in den Himmel, ihre Vitalität ist dennoch wahrhaft staunenswert!

Nur das von Rehen heillos verbissene Tännchen am Standort des Fotografen (knapp oberhalb der Wegböschung der einstigen hier die Wutach querenden Postverbindung zwischen Neckar und Hochrhein) hat es mit seinem Gipfeltrieb noch immer nicht über die Äserhöhe hinausgeschafft. Ob im Klimawandel zur Erhaltung des „Schwarzwälder Charakterbaums“ nicht vielleicht doch nebst den Jägern auch die großen Beutegreifer Luchs und Wolf wieder ihren Beitrag leisten sollten?

Grünes Bajonett am Stamm meiner „Ersatztanne“
Grünes Bajonett am Stamm meiner „Ersatztanne“
10 Jahre nach dem Stammbruch
10 Jahre nach dem Stammbruch

Spaziergang über den Friedhof zu Allerheiligen

aktualisierter Beitrag, 1. Version war am 02. April 2021

St. Leonhardkapelle
31. Oktober 2025
Mond über dem Kreuz und Friedhofsmauer mit Baum
31. Oktober 2025
Mond über dem Friedhof mit Kerzen
31. Oktober 2025
St Leonhardt
31. Oktober 2025
Leonhardskapelle bei Nacht
31. Oktober 2025
Leonhardtskapelle bei Nacht
31. Oktober 2023

Spaziergang über den Friedhof

Die Kette mit den 6 Hufeisen an der Leonhardskapelle befindet sich trotz aller Sagen wohl dort, weil an so gut wie allen Leonhardskapellen Ketten sind. St. Leonhard lebte im 6. Jahrhundert (starb wohl 559) und gehört zu den 14 Nothelfern – er ist der Patron der Fuhrleute. Die Kette gilt als „aneinandergereihte Danksagung“ an den Patron aller Wesen, der Gefangenen und der Stalltiere.

Die Statue in der Kapelle stellt St. Leonhard sitzend mit einer Kette mit Handschelle und Schloß und mit dem Abtsstab dar.

Ebenfalls vorne an der Leonhardskapelle (erbaut 1479 und gestiftet von Konrad und Burckhart von Schellenberg) kann man die verschiedenen Wasserpegel von Hüfingen bestaunen:


Der Friedhof wurde im Jahre 1629 vom Abt Georg Gaisser des Beneditinerklosters St. Georgen geweiht und wurde 1806 und 1861 erweitert. Problem war nicht nur, dass wegen des Dreißigjährigen Krieges der Friedhof bei der Stadtkirche zu klein wurde, sondern auch die ermordeten der sogenannten „Hexenverfolgung“ verscharrt werden mussten. Archivrat Franck meint 1872: “Wen mahnt es aber nicht an höhere Strafe und Gerechtigkeit, wenn er sich erinnert, daß über die Hüfinger Blutmenschen selbst schon am 15. Oktober 1632 das fürchterliche Blutbad durch die Würtemberger hereinbrach?

Aus dem Jahre 1620 stammt die „Bräunlinger mappa„, in der die Territorialgrenze gegen Bräunlingen hervorgehoben ist. Sie enthält auch den westlichen Teil der Gemarkung Hüfingen, die allerdings ungenau gezeichnet ist. Dagegen sind die Schächerkapelle, das Leprosenhaus, St. Leonhard, das Schützenhaus, die Seemühle und der Galgen sowie der große Weiher (Behlaer Weiher) richtiger eingetragen als in der Landtafel der Baar.
Verzeichnet sind das Scharfrichterhaus und der Weg nach Behla.
Karte aus dem Jahr 1664 von Hüfingen
Karte aus dem Jahr 1662 von Hüfingen von Martin Menradt

Siehe auch https://hieronymus-online.de/stadtwappen-hohentwiel-und-grenzsteine/

Landtafel der Baar von 1620 von Hiffingen mit Schützenhaus und Stadtkirche. Die beiden Stadttore und überdimensional auch die Nikolauskapelle. Die Nikolauskapelle stand etwa da, wo die Stadtapotheke war. Deutlich lassen sich die an die Stadtmauer gebauten Häuser erkennen.
Merkwürdigerweise fehlen die beiden Schlösser. Willkürlich ist die Bebauung innerhalb der Stadt gestaltet. Auf der Donaueschinger Stadtseite lagen eingezäunte Grundstücke (Gärten). Besonders ins Auge fällt ein Wegkreuz etwa auf dem Platz der nachmaligen Lorettokapelle. Weniger Sorgfalt als in der » Bräunlinger Mappa« wurde auf den Breglauf, die Wege und die topographisch richtige Lage der St. Leonhardskapelle und des Scharfrichterhauses (zwischen Kapelle und Wegkreuz) gelegt, das westlich der Dögginger Straße erbaut war.

Als Sinnbild der Vergänglichkeit kennt jeder die Rose, dabei ist der Efeu schon seit vorchristlicher Zeit das Sinnbild der Erlösung und des ewigen Lebens.


Epitaphien sind Grabinschriften für einen Verstorbenen an einer Kirchenwand oder in der Friedhofsmauer. Hier will ich einige zeigen und beginne aber erst mit der Mauer von German Hasenfratz in den 1970er

Friedhofsmauer von German Hasenfratz etwa 1970

Lucian Reich
Schriftsteller und Kunstmaler
26. Februar 1817 – 2. Juli 1900

Xaver Reich
Bildhauer
1. August 1815 – 8. Oktober 1881
Josepha Reich
geb. Elsässer
23. Aprlil 1823 – 19. November 1900

Johann Nepomuk Heinemann
Litograf
30. Mai 1817 – 22. Februar 1902

Karl Bromberger, Litograph
Ehernbürger der Stadt Hüfingen
1873-1965
Clara Bromberger, geb. Bölke
1871-1958

Durchbohrt von eines Mörders Hiebe.
Blieb CURTA noch ein Muster von Geduld.
Noch sterbend sprach er voll der Liebe.
Vergebet meinem Mörder seine Schuld.

Dieses Denkmal der Liebe weihet ihrem Gatten Vallentin Curta Handelsmann seine betrübte Witwe mit VIII. verzogenen Kindern. Geboren zu der H. Dreyfaltigkeit in Gressoney. Starb den IV. Oktober MDCCCV. im LIII. Jahr seines Alters. R.I.P.

Dieses Denkmahl der Einzigen Liebe und des oantbiex? andenkens seihen dir Sehrvermißten Curtaischen Kinder ihrer ? für ? und alle jene, die sehr herzlichen unvergeßlichen Mutter
Rosina Burkhard
verehelichten Curta deren Geist aus der zerbrechlichen irdischen Hülle zu der ewigen Stütze und zur fehgälich gewünschten wiedervereinigung zu ihrem vorangegangenen Gatten eille.
der 22. März 1808. eben als die das 40 e Lebensjahr angefangen hatte.
Gottes friede weh in Blumen düften Vater Mutter über Euer Gräber her.

Johann Franz Valentin Curta (Kurta im Stammbuch), Kaufmann aus Italien, * in „Dreifaltigkeit ind der Cresonai“ (=Gressoney am Monte Rosa). Gestorben in Hüfingen am 19.10.1805 . Er wurde von österreichischen Soldaten beim Plündern vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder niedergeschossen und drei Stunden später gestorben. Er war verheiratet mit Rosina Burkhard und sie hatten 12 Kinder. Ein Sohn Johann Franz Valentin Curta wurde Hirschenwirt und Johann Jakob Handelsmann.

Maria Franziska von Ehren
geb. D. IX. September gestorben D. 22 ANG. 1863
?

Denkmal
Ihrer Hochedelgebohrenen Frau Katharina Kletser gebohrene Bosch. Sie starb den 5. November 1815 im 40 Lebensjahr.

Lasset die Kinder zu mir kommen
Dem hoffnungsvollen Knaben
Ferdinand Fischerkeller
Geb. den 8. August 1818
Gest. 25 April 1828
Weihen dieses Denkmal seine trauernden Eltern

Hier ruht
Johann Babtist Fischerkeller
geboren zu Donaueschingen den 21ten August 1749.
gundler Kaplan zu Jungnau druch 13 – zu Kaseifingen G_ und endlich dazu ad 6. Blasium durch 26 Jahre ? seine irdische Laufbahn den 21 ten Juny 1852.
Gott gebe Ihm und allen ? dir Ewige ? Amen

Francisco Neser
Josepf Anton Heizman
Raul Stoerk

Ruhestätte des Hochwürdigen Herrn LOS. Benedict Rebsteix
(Pfarrer?)

2. von links: Maria Magdalena Nober geb. Moog 24. Juni 1765 – 14. Juli 1840

Dem Andenken Des Hochwürdigen Herrn
Benedici Merck
Des villino, Rur:Kap;Exdecans
Bischöf. Konk, geist. Raths, und durh 35 Jahrepfarrer dahier
Legte ab die Körperliche Hülle nach 7 Jahren Leiden den 21 May 1798 im 64 Alterjahre: Geweiht v. seinen Geschwistern.

In der Mitte das Epitaph eines Bäckers.
Die Brezel bindet die gesenkte Fackel des Todes ein.





Das von Franz Xaver Reich 1864 erschaffene Steinkreuz verbindet die Hauptachse des alten Friedhofsteiles mit dem neuen Teil.
Der obere Teil scheint neuer zu sein. Vielleicht weiß ja jemand wo sich das ursprüngliche obere Kreuz befindet?


Die Einsegnungshalle wurde 2007 vom damaligen Bürgermeister Anton Knapp zusammen mit dem Architekten Rolf Schafbuch mit einer großen „Lichterscheinung“ vom Hüfinger Künstler Emil Kiess neu gestaltet.

Das Glasfenster von Emil Kiess mit 6000 kleinen Glasplatten spiegelt den Friedhof wie ein Mosaik.


Ebenfalls bei der Einsegungshalle befinden sich die Grabplatten von Adolf Heer und Rudolf Gleichauf.



Adolf Heer Bildhauer geboren 13. September 1819 gestorben 29. März 1898

Grabstein Adolf Heer und Rudolf Gleichauf

Rudolf Gleichauf Historienmaler geboren 29. Juli 1826 gestorben 15. Oktober 1896

Die Grabstätte (Grabstein) von Adolf Heer und seinem Freund Rudolf Gleichauf ehemals auf dem Hauptfriedhof in Karlsruhe.

Nach dem Tode Adolf Heers veranlasste der Landschaftsmaler Wilhelm Klose, ein ehr vermögender Karlsruher Mäzen (Ehrenbürger der Stadt Karlsruhe), eine würdige Grabstätte für seine Freunde zu errichten. Die Ausführung lag in den Händen von Bildhauer Johannes Hirt, der ein langjähriger Mitarbeiter von Heer bei der Gestaltung des Kaiser-Wilhelm-Denkmal war. Auch die zwei Bronzereliefs von Heer und Gleichauf am Grabstein sind mit J. Hirt signiert. J. Hirt wurde vom Verlassenschaft -Gericht als Abwickler der noch nicht vollendeten Arbeiten von Heer bestimmt. Er wurde ein bekannter Bildhauer in Karlsruhe. Das Grabmal fand seinen Platz auf dem sogenannten „Hügel“, eine bevorzugte Lage mit Bäumen, Farnen und Stechpalmen – wahrscheinlich unter Denkmalschutz stehend.

Wenig verständlich erscheint ein Bericht im Südkurier im Jahre 1976, „Silberdisteln schmücken das gemeinsame Grab von A. Heer und R. Gleichauf, wo den Besuchern von der Friedhofsverwaltung erklärt wird: „Wir halten es für eine Selbstverständlichkeit und Pflicht, den Gräbern Heers und Gleichaufs unsere Aufmerksamkeit zu schenken“. Mit wenigen einprägsamen Worten wird die Bedeutung der Künstler skizziert: .. Heer und Gleichauf haben im vergangenen Jahrhundert mitgeholfen, die Züge des Kunstschaffens in Karlsruhe zu prägen“. Monate später wird dann in einem Schreiben an die Stadtverwaltung Hüfingen und wahrscheinlich auch Vöhrenbach angefragt, ob Interesse am Grabstein der beiden Künstler bestehe: „Das Grab wird aufgelöst.“ Die Stadtverwaltung Hüfingen holte den Grabstein, der jetzt bei der Aussegnunghalle und den Urnenstelen steht. Leider ist der Stein nur ein Torso, denn die kunstvolle Einfassung fehlt. Auch sollte die Inschrift erneuert werden.


Bildhauer Prof. Adolf Heer,
Sein Leben und seine Werke auf der Baar und dem Umland von Erich Willmann
Schriften der Baar 53, (2010)



Dr. Erwin Sumser
(8. Oktober 1891 in Merzhausen bei Freiburg im Breisgau als Erwin Josef Sumser – 22. Januar 1961 in Hüfingen).
Pionier des Naturschutzes.

Eva von Lintig
geboren 11. Juli 1931
gestorben 10. September 2023

Eva von Lintig
Ehrenbürgerin
11.07.1931 – 10. 09.2023

Max Gilly
Ehrenbürger und Bürgermeister
Träger des Bundesverdienstkreuzes
31.03.1921- 15.08.2006

Foto von German Hasenfratz

Gottfried Schafbuch

De Goppfried Schafbuch
(* 3. Jänner 1898 z Hiifinge – 23. Oktober 1984)
isch e dytsche Dialäktdichter un Haimetforscher gsii.



German Hasenfratz
29.05.1923- 2008

Zita Hasenfratz
1926-2021


Hermann Felder (1772 – 1954)
Geistlicher Rat

Monsignore Hermann Josef Kast (01.09.1888 – 21.06.1967)
Ehrenbürger von Hüfingen und Rektor von Mariahof

Abschließen möchte ich diesen Spaziergang mit dem Hüfinger Künstlerkreis und dessen Gedenkstein von der Hüfinger Heimatzunft im Park gegenüber der Breg.

Für Ergänzungen und Tipps bin ich jederzeit dankbar!

Riebeköpf und Drachelättli

Beitrag vom 27. Oktober 2020

Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr

S` giit nu on Ort uf dere Welt
Wo mir jeder winzigscht Winkel
Ganze Schare vu lebendige Erinnerunge zuewirft
Wo jedes Plätzli i jedere Gass
Ver mich ebs Erlebts, Entbehrts, Uverlierbars isch
Und no en Nochglanz vu dem fabelhafte,
riiche, lideschaftliche Lebe a sich trait
Daß ich als Bue do glebt han

Hubert Mauz frei nach Hermann Hesse
Riebeköpf und Drachelättli, gelesen am 27. Oktober 2020

Riebegäeschter:

Die letschte Däg bin i de halbe Boor umegmuuset. Ech han e Riebefeld gsucht dann i minere Enkelin, de Nora, en Riebekopf mache kaa. Gfunde hani koe onzig Feld und natierli au koa onzigi Rieb. Verdriessli bin i hoam und han iber iisri Riebeköpf- Buebeziit nosinniert. Zu allem Uglick bin i au no in en Baumärt innidappet wo`s hiefewies so uuweags und billigs Hälowiin Lumpezieg gäe hät. No war i natierli erscht reacht glade und aagscherret zum die folgend Herbschgschecht us re glickselige Kinderziit z` Verzelle.

Wemmers s` Kruut und d` Rahne im Garte geehrnet hät, mit de Gilleschapfe s` Gilleloch glehrt und im umbrochene Garte verlätteret hät und d` Buure, de Waibel , de Bächler und de Glunk, scho Loaterwäge mit de Brettersiteläde und de 13 PS Fahr- oder Kramer- Bulldöggli voll mit große, rote Riebe hoam gfiehrt hond, mit Runkelriebe, denno wars Ziit zum uf d` Riebefelder z` gau und de scheenscht, de grescht vu dene rote Runkelriebe z` saperalisiere. Me hät sech zwar e weng verduckt, aber wenns de Buur gsähne hät, hät er nint gsait. Oder sogar omm de schenscht mit om zemet uusgsuecht. Die Buure hond de uuralt Volks- Bruuch kennt, äschtimiert und sogar gferderet.

Zwei scheeni häsch der uusgsuecht, eweng putzet, s` Kruut abgseblet und unter de Ärm hoamgschloapft. Us de Kochi häsch jetzt s` scherfscht und spitzigscht Speckmesser gschmugglet. De Riebekopf uf de Spaltklotz und zerscht d` Schädeldecki vu dem Riebel eröfffnet. Uubluutig aber eweng saftig mit Zuckergschmack. Jetzt häsch ihm s` Hirn uusgschabbet mit kriezwiese Messerschnitt und eme alte Löffel. Je dinner de Schädel war umso besser, umso dorchsichtiger und gspenschtischer war er. . Ufpasse häsch trotzdem messe dass en nit verseblet häsch und d` Wand dorchbroche häsch, also en uuheilbare Schädelbroch aazettlet häsch. Vu de ibrige Riebeschnitz häsch ab und zue eweng gschlecket, aber die meischte hät de Nochbersbue ver sini d` Hase griegt; Deutsche Langohr- Riesen. Jetzt isches as Uussäge und zueschnitze vu de Auge, de Nase, em Muel und de Ohre gange. I de kretaive Iifäll waret konni Grenze gsetzt. Ob es Zacke, Rundunge, Halbmönd, Sternlifermig oder nu gradi Skalpellschniitt waret. Hauptsach eweng gruusig, gspenstisch und uuheimlich hät des Gsicht und s` Ussähne vu some Riebekopf sie messe.

Scho Woche vorher häsch bim Messmer, bi sellem guetmietige Klebo, die Kerzereschtli und Kerzestumpe vu de Altarliichtli abbetlet. Jetzt sind die Stumpe ver en heidnische Kult umgmodlet und umgoorglet wore. Nämlich ver`s Liechte und Strahle vu dene Riebeköpf. Wenn de Klebo gwisst het dass die gweihte Kerze i heidnische Riebegäeschter kumme sind, no heter mer bestimmt konni griegt. Denno d` Schädeldecke, s`Käppli, de Glatzkopf wieder druff, mit zwei roschtige Nägel gsecheret und fertig war de gruusig Riebegoascht. De Brueder und die andere Soacher vu de Strossebandi waret am Obet noch em Iinachte au fertig und parat und denno isches ab uf d` Gass zum Goaschtere gange. Zindhelzli im Sack zum

d` Kerzestumpe aazinde und denno zerscht zu de Dilgeri. Vor de Derre hommer e Goeschtergjomer und Dräese i allne Tonlage aagstimmt und gschellet. Natierli isch Dilgeri verschrocke, vergelschteret zruckgweche wenn mir mit de Riebeköpf vor ehrem Gsicht ummegfuchtlet hond. Ängschtlich hät die Fasnetnärrin gjommeret und dräeset. Aber die Alteschingeri hät des Uralt Ritual im Herbscht kennt und gern mitgspillt. Noch e Paar Minute vu dem Gschpenschtere hät sie jedem vu dene Gäeschter zwonzg- oder fufzg Pfennig gähe zum die Herbstgäeschter, die de Winter akindigt hond, zum besänftige. Jetzt hät de Winter kumme kinne, dene Wintergäschter war flatiert und sie waret güetig gstimmt. Noch vier fünf Huusderre bi de Ureschinger häsch guet e Mark zämet ghet, d` Kerzli waret au abbrennt und Stimmbänder verstimmt.

Z` fride häsch de Angscht- und Goaschter Zies usem Hosesack zelt und abgmacht, zu wem er am näschte Obet gond. Die zuegroasste Lehrer im Linseösch, die hoffährtige Beamte und die Evangelische im Hindeborgring häsch uuslau kinne. Und ver „ Giizig, giizig, giizig isch de Lehrer Lempel ….“ wars ver
d` Johresziit no z` frieh. Die Spielregle hommer scho kennt und au iighalte. Und au i Brauchtumssache waremer Basis- uusbildet und honds respektiert.

Noch dene paardägige Riebegäeschter- Umgäng isch de Riebekopf is Fenschter gstellt wore und jede Obet aazunde wore. So Aafang November warer verdrochnet, lummelig, rappeschwarz vum Kerzeruess und die vergnieglich Riebekopfziit war wiedermol ver e Johr umme.


Drachelättli

Noch dem Bombe Summer isch all no kon onzige Herbsstorm iber d` Boor gruuscht. Und ech han au no kon onzige Papiervogel, nei, hit sind die jo us Plaschtik, am Himmle gsänne. Drum muen i mi zum schwätze und verzelle über de ander groß Buebe- Herbschtbruuch fascht scho eweng zwinge.
Wenn ebe de erscht Storiax vum Spanneberg und Brielinge her i d` Stadt inni pfiffe isch, denno häsch gwisst: Jetzt mosch drag au, jetzt mosch ebbis bäschtle. Denno bisch noch de Huusufgabe glii zum brummlige aber güetige Nochber, zum Zimmermaa Wilhelm Rudolf gange. „Herr Rudolf, kennt emer e paar Drachelättli haa, so 2-3 Meter ver mech und de Brueder“

„Hergottsack, jetzt war de Heitzmanne- Christof und de Lohre Ginter scho do und hond gholt. Moss zertscht gucke wanni no do han. Nei, bigott, die hond alls wa no do war scho abgschwartet. Aber wells ihr sind werf i d` Sägi schnell no aa und säg e paar. Bruuchet aber gar nit monne, dass er nomol kumme kinnet und monne, dass er nomol grieget. Wenner`s wie s` letzt Johr vermorkset oder de Drache devu fliegt i d` Bämm am Buechberg, no giihts konni meh.

Noch paar Minute waremer freidig- stolze Besitzer vu de beschte und liichteschte Drachelättli i de Stadt. Und umesunscht waret se au weil au de Rudolfe- Wilhelm den Drachfliegerkult vu de Eschinger Buebe kennt hät und er ihn friehner beschtimmt selber au zelebriert hät. Gond emol i d` Baumärt und kaufet 3 Meter feinschte Lättli. Erschmol sind sie zum heale Fidle uus nint und zweitens sind er ruck- zuck 20 Euro los. De näscht Gang war zu de Kuttrufe – Wieber i de Krankehuusstroß zum Drachepapier kaufe. Die beide Schriebwaregschäfts – Wieber, Josefine und Agathli, hond uf de Herbscht e Kontingent Drachepapier poschtet. Dinn, liiecht, meglichscht riisfescht, dorchsichtig und i verschiedene Farbe. Me hät nu Drachepapier sage messe, wieviel Böge und wa fer e Farb. Die gädrige, aalte Wieber hond Bscheid gwisst. Uhu- Kleaber und den no nit gängige Tesafilm hond sie glii gar nit aabote, well sie gwisst hond, daß do e koschtegünstigi Spezial- Mischung zum Iisatz kunnt. Also Lättli und Papier häsch.

Fehlt no d` Dracheschnur. Die Letschtjährig hät der Motter zum Gschenkli iipacke verschaffet. Also wieder zum e wiitere Nochber. Nebet iis isch de bescht polnisch Schuemacher i d` Garage vum Metzger Willi iizoge. De Stanislaus Biskupski. Dem homer wieder, wie scho im letschte Johr, erklärt dass mer de bescht, de dinscht, de sterkscht aber au de liichtscht Spaget bruuchet. Und nit nuu so paar cm wie ver en Schuhe – flicke, sondern ver jeden vu iis gli so 50 !! in Worten Fufzig Meter. E ganze Rolle. „ Jey, Schwarze Madonna von Zenschstochau, Madam Mauz, die beide Bubbe brauche soviele Zwirn, wie, oh- jegges , so i bekomme Miete nite zemme, kann i rabota wie i welle, ver diese Geier-Metzger , diese Raubvogel Willi, also, do habbe zwei Relleli, aber nächste Jahr i habe kein Schnurr meh, Jesu un Maria un Josip“

As s ` näscht Johr hom mir no nit denkt. Haupsach me hond ver des Johr s` bescht Matrial zemet.
D` Motter hät de Kochidisch rumme messe und jetzt sind zwei Kriezer us de Lättli vum Rudolf exakt zemetverschniert wore. Wechtig war dass sie i de „ Woog „ waret. Uf des Holz- Grischt isch jetzt s` Papier gleit wore, exakt zuegschnitte und: Mit dem aagriehrte, ufem Ofe eweng aagwermete Meahlpapp am Lattegstell und de rundum Abschpannung aabäppet wore. De Wadel vu dem Drache war e au e Stuck Spaget vum Biskupski a dem so 6-10 Krepp- Papierreesli, so wie a de Hozigbämli wo Kränlzimaidli bindet, aabunde waret. Des war vers Kurs halte wechtig. Jetzt isch `s as „ Tuning „ gange , as usmebiliere , as uustariere vum Drache. I de Queri und i de Längi hät er so millimetergenau usgwoge sie messe wies hitzudag nit emol die ufs Hundertstell baute Airbus sind. Wertarbet halt.


Jetzt hät d` Kunscht aber erscht aagfange. De Wind hät stimme messe und de Startplatz und natierli s` Wetter. Wenns grenglet hät war`s nint. Suscht wär de Mealbapp glii vertloffe und z` Schwer vu de Nässi wär er au gsi. Die Eschinger Drachmeteorologe hon genau gwißt wo`s am beschte war, und bei wa fer Wind. De Spanneberg war fascht immer guet well de Süd- Wester dä guet bloose hät. Und ganz frei glege war der Wiese- Buckel au no. Nit so iberbaut wie hit. Aber de Transport dorch die halb Stadt und dorch die Revier vu dene neidische, feindliche andere Bande- Revier, d` Käfersträssler, d` Eilemer, d` Vorstädtler und d` Spannebergler war lang und hoakel. Wenn a de Vorstädler- Haudege kampflos vorbei waersch.
häsch` s fascht scho gschafft. Iiser Hauptrevier vu de Oberstädtler aber war am hechste Punkt vum Buechberg, hinterm Lazarett. Bim legendäre Bunker. Dä, a dem luftige, freie Buckel, hät de Wind vu allne Siite kumme kinne und pfiffe, egal woher, windtmässig wars dä immer „ brutal guet „ wie mer dämols statt „ geil „ gsait hät. Dä häts all Ufwindkha. Aber alls kamer halt nie haa. Dä dobbbe waret nu Fruecht- Herdepfel- und Riebeäcker. Und zum Drachestiegelau, zum Starte, hät mer dämols no Renne messe wie en Haas. Und jetzt renn emol als kleine Hoseforzer dorch und über die Forrene und Fruechtäcker. Nit emeol d` Stoppelkenigin vum Markgrönninger Schäferlauf wär do iber die Forrene kumme uhni dass es sie uf d` Schnorre ghaue het. Wa hät do de Bruder gflucht und sakramentiert und Schimpfwerter ussigjohlet wenn de Klei wieder inere Forri glege isch und de Drache im Storzflug wie e Stucka abidrudlet isch. So sanft wie hit war min greesere Brueder dämols nit. Nit ummesunscht war er als Iisefueß bekannt. Wie vielmol isch die Übig mit eme Totalschade oder eme Totalverluscht uusgange.

Denno war e Gjohl und e Gschroa am Buechberg und ufem Hoamweag a de Riviera endlang, dass ech mir gschwore han: „ S` näscht Johr kann er mi am Arsch lecke und gucke dass er en andere Dubbel als Starthaas findet, aber nimme mit mir ! Ech gang mit mim oagene Drächli an Neberweag, dert bloost de Wind zwar nit so guet und immer nu vu hinne und villmol Fallwind oder vu de falsche Siite, aber s` hät dä nu guet gstrigleti Wiese womer wetze khaa wie en Satan und de Drache selber uffibringt und de Gnuss denno ganz aloenig hät“.

Wenn aber de Vogel immer höher und höher in Himmel gstige isch und dä e halbe oder gar oa Stund hin und her am hupfeliichte Spaget vum Biskupsky gschauklet und federliicht gschwebt isch, bespannt mit em gute Drachepapier vu de Kuttruffe – Wieber , zemetbbeppet mit de oagene Meahlbappmischung und mit de Rudolfsche Präzisionsdrachelättli; denno war die Buebe- Seeligkeit uuibertroffe und alli Flüech, Verwünschunge und Jähzornschräe waret vergesse. Und de Entschluss isch feschtgstande:
S` näscht Johr word de Drache no greeser, de Spaget no länger und die Flugziite ewiglang, usizoge bis zum Betzzitliite.

Jo so wars , des Buebeglick z` Eschinge und s `nächstmol verzell ich eich die Gschecht vum ….?

Drachelättli

Jetzt guck mol dert, dä lupft`s en Scherm Khoa Wunder ischs bei some Gsterm Hit Mittag Schuel, des wär e Päch
Mir holed Drächli rab, vum Gräch

Im letzte Johr hom mir paar baut Mit allerbeschter Drachehaut
Mit Spaget nu us feinstem Gspinn So fein wie fascht nu Siide sinn

Wenn Lättli häsch so liicht wie Zunder
Und nit wie seller Bauhaus- Plunder
Die giihts halt nu, vu dem khaschs haa
Vum Rudolf- Wilhelm , em Laßberg- Zimmermaa

Die Drachehuut vum Kuttruff Läddli Vum Rudolf beschte Dracheläddli
De Stanislaus spendiert de Spaget
De Meahlbapp griehrt, nuu nit verzaget

Do stieget Drächli hoh und hecher
I allerhegschti Himmelsgmecher
Am Regeboge kräslet die no nuf
So liicht wie wenn er bricht konn Schnuf

Me sots nit glaube, jo saprament
Jetzt isch er scho : am Firmament !
Es bruucht nit vill, nu Meahlbapp und Papier Zwoe Lättli und, halt sauguets Gschnier

No glihjet d` Buebebacke rot und schee Au uhni Facebook, T ablet und PeCee

Neue Leiterin vom GVV-Umweltbüro

Zum Jahresbeginn 2026 übernimmt Wiltrud Siegfried aus Hüfingen die Leitung des GVV-Umweltbüros.

Die Bauingenieurin hat an der TU Kaiserslautern studiert, wohnt seit 5 Jahren in Hüfingen und möchte künftig stärker Brücken schlagen – zwischen Verwaltung, Ehrenamt und Landwirtschaft.

Von der neuen Leiterin erhoffen sich die Mitgliedsgemeinden neue Impulse für den Umwelt- und Naturschutz, eine offenere Kommunikation und eine bessere Vernetzung der Projekte in der gesamten Region.

Wir haben mit ihr über ihre Pläne, Ziele und den Blick auf die kommenden Aufgaben gesprochen.

Wiltrud Siegfried am Mühlebach
Wiltrud Siegfried ab Januar 2026 Leiterin des GVV Umweltbüros

Fragen an die neue Leiterin des GVV-Umweltbüros

1. In den vergangenen Jahren war die Zusammenarbeit zwischen dem Umweltbüro und den ehrenamtlich Engagierten nicht immer ganz einfach.
Was möchten Sie anders machen, um künftig ein besseres Miteinander zwischen Haupt- und Ehrenamt zu erreichen?

2. Nach außen war vom Umweltbüro bisher eher wenig zu hören.
Wie wichtig ist Ihnen eine aktive Öffentlichkeitsarbeit – und planen Sie, den Austausch auch mit dem ehrenamtlichen Naturschutz und dem BLHV stärker zu suchen?

3. Der Schwerpunkt der bisherigen Arbeit lag deutlich in Donaueschingen.
Werden künftig auch die anderen Mitgliedsgemeinden mehr Beachtung finden – etwa durch die Vorstellung von Projekten in Gemeinde- oder Ortschaftsratssitzungen?

4. Sie sind die wahrscheinlich die Erste im Umweltbüro, die nicht in Donaueschingen wohnt.
Wie empfinden Sie das – eher als Nachteil oder vielleicht sogar als Chance, mit einem neuen, unabhängigen Blick auf die Region zu schauen?

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