Vu Sternesinger

Winterliche  Brauchtumsgschicht 

Wie all Johr sind sie wieder do gsi, d` Sternsinger. Über de Huusdere hond sie : C * M * B * mit Kriede ännigmoolet. Wa des eigentlich hoasst , des wisset die wenigschte Liit hit no. Sogar wemmer die kleine Sternsinger frogt, die Buebe und Maidli meischtens vu de Minschtrante oder de Katholische Jugend, saget se meischtens „Caspar, Melchior und Balthasar“. Stimme duets zwar nit, aber e gueti Gedächnisbruck isch es trotzdem. Au Desjohr hond se ihs e Liedli vu de Heilige Drei König usem Morgeland gsunge und ihs e Guets Neis Johr gwinscht. De drei Buechstabe hond sie wieder mit Kriede a de Huusdere-Storz gschribbe und am allerbeschte war, dass sie ihs d` Stubbe mit Weihrauch iigneblet hond. Desell Guu liit denno e paar Dag i iisere „ Mansion“, i iiserm Huuswese. Vor 50 Johr hanni dem Bruuch nimme vill vermacht. Gott sei Dank hann i mi do gherig täuscht.

Me schriebbet dieselle Johr us de Fufzger. Zwische de Johr hond d`Minschtrante , aber au d` Bieble vu de katholische Jugend vu St. Marie, im Mariehuus all Dag Probe kha. De Vikar Kistler, en lange Lulatsch wo mit Hilf vume kleine Honda- Motorrollerle si Dagwerk zwischem Pfarrhuus, em Krankehuus, de Schuele und em Friedhof verrichtet hät, der probt mit iis s` Dreikönigssinge. Rolle wered verdoalt, d` Hääser und Gwänder iidoalt und aprobiert und die Liedli und Segensprich iigstudiert. Desjohr simmer gli 3 Sternsingergruppe. Wunderfitzig spannemer druf wer desjohr de Moorekönig mache word. On isch eigentlich immer scho gsetzt. En Kerli der so kruseligi Hoor hät wie ebe die Schwarze us de Afrikanische Missionsgebiet. Des wissemer well fascht jedes Johr so en Schwarze usem Kongo als Pfarrlehrbue bi iis i de Mariegmond de letzscht Schliff im katholische Pfarrwese kriegt. Dieselle 3 wo de Schwarz König, de Melchior, i de onzelne Gruppe spile mond, wered vor em Uusrucke mit ere dicke Nivea-Crem iigsalbet und denno mit Ruess iipuderet. Daß des bim Abschminke und Abwäsche e Mordsauerei war und mer d` Rescht am andere Dag i de Aadacht all no gsänne hät, hät die Attraktivität vu dere Rolle nit erhöht. Drum hät de Vikar au all Johr e Machtwort schwätze messe. Zum Glick bin i vu dere Rolle all die Johr verschont blibe. Ech war immer en suubere König.

Am Dreikönig- Mittag isches also losgange. Mit ere letschte Hauptprobe simmer, bewaffnet mit em Batterie- betriebene, elektrische Stearn, mit em Rauchfass, mit Gold , Weihrauch und Myrre im Schiffle usgschwärmt um die Frohbotschaft vum Bsuch vu de Heilige Drei König am Krippli z` verkünde. Die sind mit dem Helle Stern am Himmel gi Bethlehem an Heuschopf navigiert wore. Mit iisere Gruppe ische de Vikar Kistler mitgange, mit de zweite de Manus, de Oberminschtrant Karlheinz Stadelmann und mit de dritte de Vize- Oberminschtrant Koni Kunze. Die guete Seele vu de Mariekerch, Stadelmanne Annemie mit de Freundin und Helferin Elisabeth Zink, hond gholfe iis usztafiere, schminke und hond gugget dass mer reacht aagrschierret waret, d` Sptichli kenne hond und au alls parat ghet hond. Iiser Revier war zwische de Millistroß und de Lehe- Friedhofstrooß. De Manus hät d` Eile mit de Käfer- und Herdstrooß kha und de Kunze Koni d` Siedlung; s` Westend. Nebe de liturgische Utensilie war s` wichtigscht Gschier, fascht no wichtiger wie de helle Stern und s` Sammelbichsli , en klepprige Loaterewagge. Des war zwar nit ganz stilgerecht für die Gegend und die Ziit vor 2000 Johr. E Kamel het besser passt. Aber wo nimmsch z Mitts im Winter uff de Boor e Kamel her ? So simmer also loszoge bi Wind und Wetter. Am erschte Huus hät de Sterneträger gschellet und d` Liit hond freundlich d` Huusdere uffgmacht. Bi de Passiv- Katholische hommer d` Sprichli und d` Liedli vor de Derre im Kalte ufgsait. Bi de Aktiv- Katholische im Huusgang und bi de ganz fromme Katholike simmer i die warm Stubbe iiglade wore. De Christbomm hät denno aazunde were messe und s` Weihrauchfass hät nomol kräftig gscherret werre messe.

De Großvater im Ohresessel häts denno fascht gar nimme verschnuufet und hät beischtet und gröchlet. Manchmol hät e Maidli am Klavier gspillt, oder en Bue uff de Giege giigset und gsäget oder d` Klindli uf de Blockflöte mitspille messe. I dene Stubbe isch denno au meeschtens e Papier- Graschel in de Schatzbichs zum vernämme gsi. I dene Huusgangzeremonie häts Minzgeld zwei- dreimol klepperet und i de kalte Huusdiere – Vorführung häts ehnder noch Kupfer glunge. So feingstimmt uff Geld waret iseri Spenderohre scho. S´ hät wenig Fäll ghäe wo entweder gar nit ufgmacht wore isch oder d` Derre vor iisere Nase zuegschlage wore isch. S`näscht Johr hät mer aber wieder oder erscht reacht und no ufdringlicher gschellet. I de seltenschte Fäll aber hät`s d` Herzer doch emol erweicht. Wenn s` letzscht Sprichle vum Balthasar verklunge isch, isch die Sammelbichs oder die Schatulle ufghebt wore. De Caspar hät en Segensproch ufgsait und de Melchior hät die drei Buechstabe : C + M + B über de Huusderebalke mit Kriede ännigschgribe. Eweng ufdringlich und verlege simmer denno no still ummegstande bis d` Hausherrin no eweng ebbis zum Schneigge usigruckt hät. Der Schoklad, die Orange, Mandarine, Spekulatius, Lebkuchebretli oder Niklausmanne sind denno id Pappedeckelschachtle in Loaterewage kumme. So geg Zehni noch 3- 4 Stund war der guet gfillt. Die Füllung war de Gradmesser vum Tageserfolg und war ver iis wichtiger wie de Inhalt vu de Schatulle, Vu dem homm mir jo nint kha. De Vikar aber , der hät mit dem Schatzkäschle bim Stadtpfarr aagäe kinne. Natierli isch unter de Gruppe au e Rivalität gsi wer am meischte Naturalie und au Geld gschefflet hät. I paar Hieser isch au so um achti e Paus gmacht wore wo die güetig Hausherrin en Herdepfelsalot mit Wienerli und Kako grechtet hät zum Ufwärme und zur Stärkung vu dere usdörrte Wüschte- Karawane. A om Obet sind die Sternsingergruppe au immer no bei de Reichin vorbei, bei de Fotographin us de Krankehuusstrooss. Diesell hät iis mit ihrere rauchige, legendäre Brumbassstimm uffgstellt und ännitrapiert, dass es passt hät. Mit erem stadtbekannte Rauchstimme- Kommando : „ Lache !“ , innerlich häsch sowieso scho glachet wege dem uvermeindliche Aapfiff, hät sie des rappeschwarz Tuch hinterm grosse Plattefoto über eren borstige Riebel gleit und unter eme Blitzlichtgwitter vu gli 3 Blitzscherm isch e wunderbar Foto ver s`Album entstande. De Bue, de Xaver, wo au bei de Minschtrante war, hät ver jeden die Bilder innere Minschtrantestund mitbrocht und verdoalt.

So um Zehni sind alli wieder im Mariehuus zemetkumme. Jetzt isch die Beute vu de Loaterwäge abglade wore und Orange, Mandarine, Bretli und Schokoladtafle ufbieget wore. Die drei Karawaneführer hond jetzt akribisch die Schätz gliichmässig a die erschöpfte, daigige Reisende dorchs Morgeland verdoelt. Jeder isch mit eme guet gfillte Leinesäckli vergnüegt, stolz und zfride hoam zottlet. D` Eltere und Gschwischter hond jede Obet gschpannt uf die leibliche Genüsse gwartet und Komplimenter verdoalt. Natierli isch dehoam au fascht alles verdoalt wore. Fascht alles. Bevor i nämli dehom gschellet han und inni bi, hanni no e paar Tafle Schoklad wie e Eichhörnli i de Holzbieg und im Schopf ver knappere Ziite bevorratet und verschobbet. Wenn de no im bissige Winter amel de grösser Brueder vum Vatter usi in Schopf gschgickt wore isch zume Zoane Holz hole zum Kachelofe- Scherre, isch der manchmol mit ere Schokolad- Tafle triumphierend uftaucht und hät den Kako- Nussgenuss grosszügig zum allgemeine Verzehr verdoalt. S` Eichhörnle hät natierli nint verrote kinne woher die Tafle kunnt und schwer ufs Muul hucke messe. Und natierli hät des Hörnle sich schwer gergeret dass des Haselnussdepot vume andere plünderet wore isch. So isch scho mancher Haselnussbosche us Vergesslichkeit usme Versteck ussi gwaase. Gwunderet hät sich des Hörnli aber all, wieso de Bruder so grosszügig verdoalt hät und selber gönnerhaft nu oa gotzigs Rippli khafflet hät. Der Satan hät nämli die ander gfunde Tafle scho vor em Huus rubis und stubbis gfresse. Woni sell mol gschpannt ha, ab dert hanni kapiert dass ech immer nu oa Tafle, also onzeln, weiträumig i de Holzbieg verschobbe sot.

3-4 Tag isch des ergibig Sternsinger- Sammle gange. Und oemol, do kann i mi no ganz guet erinnere, homm mir Mariekerchler 7 000.- Mark gsammlet und hond zu de Sammelkönig vu de Diözese ghert. Sogar im Konradsblättle simer kumme. I dem Johr waret sogar mir genussüchtige Naturaljäger mords Stolz wege dem Mammon der in Schwarze Kontinent gschickt wore isch und wege dem Bericht im Diözesanblättle.
Die drei Buechstabe überm Türestock und de Guu vum Weihrauch im Huus hond sit Johrzehnte iis und iser Huss vor Schade bewahrt und segensriich gwirkt. Sogar alljohr währende de Sternsingerprobe isch iis iibleut wore dass es nit „Caspar, Melchior und Balthasar“ hoasst. Desell Fehler haltet sich au hit no zäh i de Dreikönigsgmonde. Hoasse duet er in Wohrhet : „Christus masionem benedikat“ , wa soviel bedietet, dass Christus des Huus beschütze soll.

Fer iis und villi andere gilt der Spruch gottseidank und glückseligerwiies sit langer, langer Ziit.

Jo so wars , des Buebeglick zEschinge und snächstmol verzell ich eich ebbis über die geheimnisvolle, mystische Loosdäg im Baarschwarzwald.

Karl Merz – der Maler der Baar.
Zum 136. Geburtstag

Karl Merz (3.01.1890 – 10.03.1970)

1. Version war am 14. Juni 2021

Karl Merz wurde am 3. Januar 1890 in Unterbaldingen geboren und ist am 10. März 1970 in Donaueschingen gestorben.

Alte Donaubrücke Pfohren 1921

Alte Donaubrücke, Wendelinuskapelle und Entenburg 1937

1937 Pfohren
An der Donau bei Neudingen 1929

Im Rathaus in Pfohren hängen die alte Donaubrücke, Wendelinuskapelle und Entenburg und auch der Blick über die Baar von 1937.

Karl Merz machte nach der Schule eine Lehre bei einem Dekorationsmaler und besuchte danach die Karlsruher Kunstgewerbeschule . Von 1909 an war er Schüler unter anderem der Professoren Landenberger und Pötzelberger an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart *.

Mühlengasse in Pfohren von Karl Merz 1936

Im ersten Weltkrieg war Karl Merz an der Front für die Donaumonarchie in Mazedonien, Serbien und Galizien. Mehrfach war er als Kriegsmaler abkommandiert. In den Inflationsjahren verdiente er sich sein Brot vor allem als Porträtmaler in der nahen Schweiz, in den Kantonen St. Gallen, Zürich und Schaffhausen. Auch in Bad Dürrheim fand der Bauernsohn aus der Ostbaar zahlreiche Porträtaufträge. *

1920 kehrte Karl Merz in seine Heimat zurück und gründete mit Karl Bartels und Hans Schroedter die Künstlergruppe „Maler und Bildhauer Oberbadens“.

Im zweiten Weltkrieg war Karl Merz zum Luftschutzwarndienst eingezogen, tat eineinhalb Jahre in Blumberg Dienst bei der Gendarmerie und wurde im letzten Kriegsjahr erneut zur Wehrmacht einberufen. *

Schellenberg von Karl Merz 1956

Seine Werke mit der Baaremer Landschaften fanden nie den Weg in die Museen der großen Städte, sondern mehr in Rat- und Gasthäuser, sowie ungezählten Bürgerhäusern und Bauernstuben auf der Baar.

Titisee und Feldberg 1950

Foto: Erich Spiegelhalter 2023

In Donaueschingen war im im August 2024 eine kleine Ausstellung im blauen Rathaus und dort waren auch zwei Bilder von Karl Merz ausgestellt. Diese zwei Bilder sind ein Gemälde von Titisee mit dem Feldberg und das Trachtenbild mit der Frau seines Neffen, Ursula Merz.

Schwenninger, Villinger und Donaueschinger Tracht. In Villinger Tracht Ursula Merz.
Gretle und Hansel,
Donaueschingen von 1950

Der Bruder von Karl Merz war Eugen Merz. Eugen Merz sein Sohn war der in Villingen berühmte Schemmenschnitzer Manfred Merz. Die Dame in Villinger Tracht oben ist Ursula Merz, die Frau des Schemmenschnitzers Manfred Merz. Ursula Merz wurde nach dem Tod ihres Mannes von weitläufiger Familie enterbt und in ein Pflegeheim abgeschoben wo sie 2018 verarmt und einsam starb.

Postkarte von Andreas Weißhaar aus den Kommentaren unten.
Das Ölgemälde von 1929 befindet sich irgendwo im Besitz der Stadt Hüfingen.
Foto aus dem Jahr 1953

Allmendshofen Kirchplatz

Auf der Insel Hüfingen

Hasewäldle Hüfingen

Härlefalle Hüfingen

Härlefalle 1940 mit Tor im Hintergrund
Härlefalle 1940 mit Tor im Hintergrund

Bregspiegel Hüfingen

An der Breg Hüfingen

*Infos von einem Zeitungsschnipsels von Lorenz Honold etwa 1980

Wegerecht für alle!

Keine Wegverlegung in die Biberauen am Höllenstein!

Das Mühlöschle ist heute mit einem Gewerbegebiet überbaut

In Hüfingen konnte die Besiedelung schon im Endneolithikum nachgewiesen werden. Diese Zeit ist ca. 2800–2200 v. Chr. und bezeichnet die jüngste, neolithische Unterstufe am Übergang zur Bronzezeit. Es wird mit dem Beginn der „Schnurkeramik“ gleichgesetzt. Siehe auch Fürstenberg und Ziegeleschle.

Es gab schon vor dreitausend Jahren um die Breg recht viele Menschen. (Unten ist der Artikel aus dem Gräberfeld im Mühlöschle. )
Die Seemühle wird am 1. März 1291 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Menschen konnten sich nachweislich seit dreitausend Jahren frei zwischen der Seemühle, dem Höllenstein, dem Rotrain und dem Ziegeleschle bewegen.

Im Jahr 1820 hat Fürst Karl Egon mit Hofrath Anton Baur und zusammen mit Freunden der Natur den Weg ausgebaut und einen neuen Steg über die Breg zum Römerbad gebaut. (Akte über die Anlage auf dem Rotrain aus 1820 bis 1845). Dies war nötig, da es zum einen an der Breg entlang gefährlich war, aber man auch einen Steg benötigte, um auf die andere Seite zu gelangen. Vermutlich war dort auch früher schon ein Steg, da die Menschen vom Mühlöschle in das Ziegelöschle mussten. Unser Alt-Bürgermeister, Anton Knapp, hat diesen Steg wieder bauen lassen. (Bregbrücke).

Heute wird der Weg von vielen Hüfingerinnen und Hüfingern als Naherholungsgebiet genutzt. In den Auen vom alten Mühlenbach, Steinerbächle und Höllenstein leben mindestens zwei Biber und es ist nicht nur ein Biotop, sondern zählt auch als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet).

Wir wollen ein Wegerecht für alle auf den Wegen wie sie seit 3000 Jahren bestehen!

Ein Gräberfeld im Mühlöschle aus der Bronzezeit

8. August 2022

Bei den Ausgrabungen auf dem Mühlöschle wurden im Jahre 1958 zwei urnenfelderzeitliche Gräber gefunden, die von den römischen Anlagen nicht gestört worden waren.

Die Urnenfelderkultur bestand etwa von 1300 v. Chr. bis 800 v. Chr. in der Urnenfelderzeit. Der Bestattungsritus (Leichenverbrennung auf einem Scheiterhaufen und die Beisetzung des Leichenbrandes in Urnen) ist durch weitere Kriterien, wie typische Bronze- und Keramikformen, definiert. Die Urnenfelderkultur folgt der Hügelgräberkultur der mittleren Bronzezeit.

Ausgrabungen 1958 auf dem Mühlöschle
Foto: Karl Schweizer

Grab 1 lag unter dem westlichen Graben der römischen Straße in etwa 1,20 m Tiefe unter der heutigen Oberfläche, Grab 2 lag in 80 cm Tiefe. *

Beide Gräber durften zusammen mit einer Bronzenadel, die während der Grabung 1957 als Einzelfund geborgen wurde, der Beweis dafür sein, dass sich in der Breg-Schleife, die später von der römischen Siedlung eingenommen wurde, ein urnenfeldzeitliches Gräberfeld befunden hat. *

Ausgrabungen 1958 auf dem Mühlöschle
Foto: Karl Schweizer

Beide Gräber waren echte Urnenflachgräber ohne weitere erkennbare Grabanlage, bei denen sämtliche Beigefäße und sonstigen Grabbeigaben innerhalb der Urne auf dem Leichenbrand niedergelegt waren.*

Hier eine Liste der Funde von Edward Sangmeister:

Liste der Funde aus Grab 1 (1)
Urne und Beigefäße der Urnenfeldgräber im Mühlöschle (2)
Liste der Funde aus Grab 2 (1)

Beide Gräber seien Musterbeispiele für die gegenseitige Durchdringung der untermainisch-schwäbischen und der rheinsch-schweizeischen Gruppe im Gebiet des Hegaus.

Die Kegelhalsurne aus Grab 1 tendiert gerade wegen ihres Kegelhalses zur untermainisch-schwäbischen Gruppe während in der Verzierung die Halbbuckel, vielleicht auch die Reihe stehender schraffierter Dreiecke auf die rheinisch-schweizerische Gruppe hindeuten.

kammstrichverzierter Schulterbecher (1,2), kannelurenverzierter Schulterbecher (3), flache Deckschale mit Innenverzierung aus Kanneluren (4), Kegelhalsurne (5),

Schalen und Schüsseln mit schwach gewölbter Wandung

Ganz eindeutig zur untermainisch-schwäbischen Gruppe dürfte die Amphore gehören.

Amphore (1), Urne (5), Schulterbecher (3, 7), Schalen (2, 4), flaschenartiges Gefäß (6)

Aufgrund der Keramik ist eher an eine Zugehörigkeit beider Gräber zur rheinisch-schweizerischen Gruppe zu denken, während nur in den Urnen und in der Amphore der Einfluß der untermainisch-schwäbischen Gruppe zu spüren ist.


Urne bei der Ausgrabung 1958
Foto: Karl Schweizer

bronzene Mohnkopfnadel (2), schwalbenschwanzförmiger Anhänger (6a), Anhänger in Kammform mit blitzähnlichen Auswüchsen am Aufhängering (6b),

Eine Begegnung zwischen den Kulturen am Rande der Baar wird durch den Einzelfund der Mohnkopfnadel vom Bereich des ehemaligen Urnengräberfeldes Hüfingen deutlich, mag sie doch belegen, dass hier der Friedhof vielleicht schon in dieser Stufe begann.

Wir befinden uns in einer Zone des Austauschs von Kulturelementen, der in der schwierigen Deutung der letzten Bronzezeiterscheinungen schon faßbar, in der Auseinandersetzung der untermainisch-schwäbischen und der rheinisch-schweizerischen Gruppe der älteren Umenfelderkultur fortgesetzt und in der Vorrangstellung der Schweiz in der jüngeren Urnenfelderkultur besonders deutlich wird. (1)

Edward Sangmeister meinte 1962, dass die Gräber sicher aus Ha A2 seien.

Urnenfeldkultur in Hüfingen

Die Urnenfelderkultur wird in mehrere chronologische Stufen eingeteilt, die als Bronzezeit D, sowie Hallstatt A und B (Ha) bezeichnet werden, da die Unterscheidung zur eisenzeitlichen Hallstattkultur zunächst undeutlich war.

So haben wir hier die späte Hallstattzeit A2. Diese war 1100 v. Chr. bis 1050 v. Chr.

Also sind die Gräber gut 3.000 Jahre alt.

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Grabungen im Mühlöschle 1958. Fotos von Karl Schweizer.


(1) Gräber der Urnenfeldkultur von Hüfingen, Ldkrs. Donaueschingen, Edward Sangmeister, Badische Fundberichte, 22. Jahrgang, Seite 9-13 (1962). Vielen Dank an die Universitätsbibliothek Heidelberg für die digitale Version unter https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0447

(2) Chronik der Stadt Hüfingen von August Vetter 1984.

Neujahrsschießen der Bürgerwehr 2026

Historische Bürgerwehr Hüfingen 1741 e.V beim traditionellen Neujahrsschießen auf dem Wagrain.

2026

Neujahrsschiessen 2026
Vielen Dank Monika Thoma-Walkenbach!
Neujahrsschiessen 2026

2025

Filme und Fotos von Thomas Kring

2024

2023

Historische Bürgerwehr Hüfingen 1741 e.V beim traditionellen Neujahrsschießen auf dem Wagrain mit anschließender Kommandoübergabe.


S` Eishuus

S’Eishuss gelesen von Maria Simon

Neilich woni ums Eishuus, um d` Eiswies und um die Zuelaufkanäl und Stellfalle vu dere Kuriosität umme gmuset bi, hät mer en Maa vu de Prinz-Fritzi Allee her zuegucket und mech au aagschwattiert :
„Sagnsemal Junger Mann, er hät tasächlich Junge Maa gsait, wat isen dat für eehn Jebäude. Keene Fenster, nur en hojes Scheunentor und mächtje Mauern mit sone Feiler anne Wände. So wat ha ick noch nie jesehen“. Ech ha mi beschts Hochdietsch usikromet i de Erwartung dass ers au verstoht. S` häts denno au einigermaasse dau. Ech hann ihm also verzellt dass des s` Eishuus vu de Brauerei sei und dennebet e Eiswies. Zertscht häter mech aagucket wie wenn ihn verseckle wet, aber s` moss bald so glaubwerdig aakumme sie, dass ers kapiert und au glaubt hät. „Dat is ja n` Ding, so wat ha ick noch nie jehöhrt un jesehn. Scheenen Tach ooch noch und nischt für Unjut, wa“.

S` Eishuus am Park z’Eschinge
1999 von German Hasenfratz
Eishuus vu Weste

Des wann ech dem Berliner i 10 stark mundartlaschtige, trochene Sätz verzellt han, des hehreter jetzt uf Booremerisch und uusfiehrlicher.

Jeder vu iis will e scheen zapfts, guet kiehlts Pils vum Fass. Wenn de Zinke Franz vum Bergerstiebli Aafang vu de Woch mit dem Henschel vu de Brauerei s` Holzkischte- Bier, s` Fassbier und de Sprudel kriegt hät, hät er und die Brauereimanne so 4-5 Eisschibbel in Kähr abitreit. Die Bier- oder besser die Eiskutscher hond grossi Lederlappe über d` Schulter glait, dass die Saukälte vu dene Iiisschibbel nit dorch Mark und Boa gange isch. Mit Iiseklammhoocke , so Art Steigeise zum d` Issschibbel hebe, hond sie die kalt Ware in Käer abi trait. Die Schibbel waret ugfähr so groß wie die sauschwere Granitrandstäe wo de Stroossebauer Fischbach i de ganze Stadt versetzt hät. Well sie us Wasser waret, waret sie nit ganz so schwer wie selli Granitbolle. Des Iis hät ver die ganz Woch des Bier kiehl halte messe. Wenns im Summer hoass war hät de Franz e paar Schiebbel meh kriegt. Vu de Pritsche vu de Brauerei- Henschel, Magirus, MAN oder au Daimler häts all abitropfet. S` war koa Tropfbier, s waret die Iisschibbel wo halt verloffe sind. Wenn die Bierkutscher i de Brauerei glade hond sind sie no dorch d` Prinz- Fritzi Allee as Eishuus gfahre und dert, bim Iis- Moaschter, hond sie die Iisschibbel ufglade. S hät schnell gau messe und die klei dopplet Nebederre isch nu korz ufgmacht wore, dass koa Wermi vu dusse inne kumme isch. Dert drin wars au im Summer iisig kaalt. D` Neistädter hond sit e paar Johr e mords grossi Gosche well sie de erscht und greescht Gletscher im Wälderwaald erfunde und und gmacht hebet. Die Wälderdossele hond halt no nie ebbis vu de Ferschtliche Eishieser us de Johrhundertwendi ghert mit denne Eisschätz. Dert sind au mindschtens 2500 cbm Naturgletscher glege. Erscht noch dem des Winter- Iis glade war, sind denno die Bierkutsche zu de oanzelne Wertschafte zugglet.

Kiehlschränk, Kiehlaggregat oder Kiehlhieser wie hit mit Strom häts halt dämolds no nit gäe. De Bierkäer uf de Buechhalde, dert gohts mit Ufzieg granate tief abi in kiehel Lettebode, hät oafach nit des Kiehl Bier hergäe wiemers halt im Summer gern ghet hät. Dert änni hät d`Brauerei en Toal vum Bier au uusglageret. Die Verkarrerei vu de War war aber au selli ufwändig und halt au koschtschpielig. Do war natierli Natur- Iis die Lösung.

Wiederkehr Nordsiite wo de Schrägufzug (Elevator) war

Anne 1898 im Oktober hät mer sich überleit ob mer des Bierdepot, so hät de Bierkäer i de Buechhalde dämols ghoasse, in en Eiskäer ummodlet. Im Hammer, im Bregtal bim Ferschtliche Hammerwerch, hät mer en Eisweiher aalege welle. Wege de Transportkoschte aber hät mer des kheie lau. Me sieht dass au dämols des Fuhrwerche au scho dier war. Jetzt hät mer anne 1901 z` Immedinge bi de FF Maschinegiesserei en Eiskäher mit eme Weiher baue welle. Dert im Dunnedaal ischs au selli kaalt und s` Iis hät mer mit em Zug, de neie Schwarzwaldbah, gi Eschinge fiehre welle. Au des isch nint woore. 1903 hät mer de Bahhof z` Eschinge als Standort ver en Iiskäer usguckt und bi de Maschinefabrik Otto Wehrle us Emmedinge nocheme Koschtevoraaschlag aagfrooget. Die hond so e Iishuus abote zemet mit eme „ Eis- Elevator (später kummemer nomol druf wa des isch). D` Isolierung hät mer bim Bau mit Sägmähel zwischet de zweischalige Wänd usgfillt. Daß mer so ebbis guet Dämme muess, des hond die au scho genau gwisst. Des Sägmähel hät de Sägwerker Ruppert Bader us Wolterdinge glieferet und de Zimmermoaschter Hirt häts iigfilt. S` erscht Aagebot war vum Sägwerk Kromer usem Hammer. Der war aber, wahrscheinlich au wieder wege de Fracht, z` dier.

De Aastrich war, wörtlich us de Genehmigung „ Haagfarbe“ wa so vill wie hoasset wie des stinkig Carbolineum, also Teerfarb. En ziemli schwarze Kaschte inne, usse aber heal aagstriche gege d` Sunnestrahle. Imme Iishuus – Lehrbuech vu 1890 word aber vor Carbolineum gwarnt weil de stechend Guu is Iis innischlupfe dät und stinke dai und wells sichs vu de Sunne mit Wärmi uflade dät. Viel besser wär usse en Aastrich mit wiisse Kalchmilch – Farb. Der Maa hät ebbis verstande und wenn si dem gfolget hettet, hetes sie des Maleur 1919 nit khaa. Anne 1911 nämlech war die Buddi scho dringend reparaturbedierftig. Wahrschienlich war des Sägmähel wege de Nässi vum Iis vermauchet und soachnass dass es nimme isoliert hät. Wa mer ganz nei war: Z` Friedewieler, e FF- Niederlassung mit Forstamt und ere FF- Verwaltung, häts au e FF Brauerei gähe mit eme Iisweiher und eme Iiskäher im Granit/ Gneis Berg. S` Bier hät „Kloschterbräu“ koasse und isch au im Friedewielemer Kloschter, wa de Ferscht i de Säkularisierung saparalisiert hät, braut wore. Den Iiskäer- Stolle sieht mer hit no wemmer usem Ort Friedewiehler wieder uf d` Kreisstrooß ussi fahrt. Die Brauereimäeschter Noll vu Eschinge und de Pietsch vu Freidewieler hät mer 1911 uusduuscht well de Friedewielemer Pietsch amend e bessers Pils zweag broacht hät und sech mit Iis au besser uskennt hät.

Well also des Bahhofsiishuus am verricke und vermauche war hät mer scho 1909 im FF- Sennhof imme
„ Ökonomiehof „ au en Iiskäer ver de Iibergang iigrichtet. Wie mer glii no dietlicher sieht, war des Iis zum Kiehle e mords Kummedi und trotzdem aber au wechtig. 1907 hät mer nebe denne beide andere Iishieser de Platz am jetzige Iishuus, also a de Prinz -Fritzi Allee, mit iberschissigem Uushub vume Brauerei- Neibau uffgfillt. De Uftrag vers Muure vum dem neie Bau hät de Muurer Christian Weber us Briilinge griegt. Desmol hät mer d` Isolierung mit Torf aabiete lau. Wahrschienli hät sich des Sägmähl nit bewährt wie mer am Bahhofsiishuus gsähne hät. De Torf hät denno de Max Gliemann us Mannheim glieferet, man höhre und staune. Waret d`Pfohremer dämols grad nit gut aagsähne oder hond se nit liefere kinne, welle oder war vermuetlich der Torf z` wenig breeselig, ebe z` schibblig, z` boschig ? Alles isch meglich. Aber hauptsächlech hond d`Pfohremer de Torf ver sech selber bruucht dass se im Winter nit an Ranze gfrohre hond. Usserdem het mern no mahle messe dass es breeseliger, mealiger und luftiger wore wär.

D` Fa. Ohrenstein& Koppel, kurz O&K, Feld – und Kleinbahnbau/ Niederlassung Straßburg, hät de Uftrag griegt ver ebe so en „Eis- Elevator“. Strossborg war dämols Diischs Reichsgebiet. So en Elevator hät iis Bube über 50 Johr später immer no fasziniert, beschäftigt und au zume kleine Nebeiikumme verholfe. Aber au des kummt no später. Der Elevator war en Schrägufzug usre Iiseträgerkonschtruckzion wo schreeg so mit 45° a de Nordsiite vum Eishuus aagloehnet war. Er isch us de Eiswies bis iunters Dach vum Iishuus gange und dert imme Wiederkehr- Door verschwunde. Die Iiseträgerrampe hät zwei umlaufendi riesige, giegsigi Ketteme kha a denne luuter Iisedorne wie e Folter- Nagelbrett muntiert waret, hit dät mer Spikes dezu sage. Über die dorneriich Schrägbah sind d` Iisschiebbel uffi transportiert wore zum Iilagere. Die Firma O&K war ibrigens noch em Krieg bis i 90-er Johr e nahmhafte Bagger Fabrik mit eme gute Ruef für Soalbagger aber au Pionier im Hydraulikbaggergschäft. Am 10.Dez. 1906 war schomol en Ufrichtschmaus. S` isch aaznähme dass es dä z` kaalt war zum feschte. Drum hond de Zimmerpolier 3 Mark griegt, de Zimmergsell 2 mark, de Taglöhner 50 Pfennig, de Lehrling sogar oa Mark, de Muurerpolier 2 Mark, also weniger wie de Zimmermaa, und de Muurerhandlanger 50 Pfennig. So ischs imme Schpeserodel verewigt.

Bahnhof- Eishuus vu 1903 – 1911

1917 hät mer e Angebot bruucht ver neie Zuelaufkanäl und Stellfalle zum Eisweiher. Die Halbwertziite vu dene Iishieser waret selli korz. Scho anne 1920 hät d` Fa. Brenzinger us Friiborg e Aagebot wieder ver e nei Iishuus gmacht mit Elevator. Des isch die Firma die au 1909, also glii nochem Stadtbrand, die im ganze Südweschte onzigartig Jugenstilbruck z` Wolterdinge baut hät als erschti „ Eisenbetonbrücke „ in Baden. Also scho wege dem e hischtorischs Unikat. Der Ruef vu dere Ferma muess bis anne 1920 glanget haa, so dass sie im Feber 1920 de Uuftrag ver des nei Iishuus griegt hät. Gnaugnomme s` Viert innerhalb vu so 20 Johr. Desmol in „ Eisenbetonbauweise „ und mit 2 Elevatoren vu de Firma Otto Beck us Bieberach im Elzdaal. (Ibrigens war de Baumoaschter Brenzinger en Vorfahr vum Tobias Brenzinger der ufem Stadtbauamt Eschinge glehrt hät und de Sohn war vu de beliebte Eschinger Musiklehrerin Frau Brenzinger. Der Eschinger Lehrbue isch jetzt Stadtbaumoeschter z` Waldkerch) . D` Abbrucharbete vum aalte Glächter war mit drin aber d` Fundament waret „ verwertbar „. De Lohn ver de Vorarbeiter vum Neibau hät de Brenzinger mit 55 Pfennig aabote, de Facharbeiter mit 54 Pfennig und de Helfer mit 45 Pfennig. Ufschlussriech wär i dem Zemethang wa dämols s`Kilo Brot koschtet hät ? Scho anne 1919 wars Dach vum 3. Iishuus und d` Wänd so desolat, dass die Sanierung 70 000.- Mark koschtet het. Des Geld aber hät mer nit uusgähe, sondern später ebe komplett nei baut.

Ver de Neibau hät mer offesechtlich oageni Eishaus- Ing. Büros aagstellt nämlich die Firme Zangerl us München, Langeloth us Frankfurt und Arnold us Nürnberg. Ver des Ziitalter ohne Fax, Mail, Kopierer und Autobah, kaum e Telefon, ganz scheh „global“. Us dere Kummedi mit dem Sägmähel und dem Torf und Holz hät mer anscheinend glehrt. D` Wänd hät mer 1,75 m !! dick gmacht und hät domit gnug Isolation ghet zum de Gletscher s` ganz Johr z` hebbe. Desmol hät mer au den Fehler mit dere schwarze„ Haagfarb “, die d` Wermi sogar aagsuuget statt zruckwirft, nimme gmacht. D` Wänd waret ockerheal aagmolet dass d` Sunnestrahle zruckgworfe wered und geg Süde waret riesige Laubbämm wo die Iis- Kathetrale verschattet hond. Und so stohts hit no. Ziemli uubeachtet vu de Stadt- und de FF- Verwaltung, wenig äschtemiert und fascht übersehnne. Wenns nit so en Riesebolle wär hetetses bestimmt scho iber de Huufe gschobbe. Wers woass stuunt, hät Respekt dass es so lang ghebt hät und beduuret selli dass de Elevator vor so 25 Johr verschrottet woare isch. Au der Eschinger Bau hät en hohne bauliche und induschtriehischtorische Selteheitswert. Z ́ Dietschland gihts grad no 2-3 ähnlichi, aber viel kleineri Eishieser. Dieselle wered aber au als Event- Hiiser und Gaschtronomie vermärtet. Wie wärs mol mit eme Eiswiesefescht im und am Eishuus so bei minus 20° ?

E Kleinod i dere Art gihts aber au no z` Breitnau. Dert isches us Holz im Schwarzwaldstil und hoasst dert
„ Eisschopf“ statt „ Boscheschopf“, wa eigetlich genau s` Gegetoal isch. Im oane hofft mer uf Kälte , usem andere erwaartet mer molligi Wermi. Der Schopf war au amme Iis- und Brandweiher und war ver e Milchbuuregnosseschaft zum Milch, Rohm, Wii, Bier und Butter kiehle.

S` Eishuus in Eschinge mit Eiswies von Nord im Hintergrund s`Maschiehuus der FF Brauerei

Wa hät des aber alls mit iisere Jugendziit z`dond ? Viel, wie mer glii sehnnet. Wenn also de Brauerei- Iis- Moaschter Mitti November die Stellfalle am Grasellihuus ufgmacht hät und korz vorem Eisweiher die zweit au no, denno isch des Bregwasser usem Kraftwerkskanal i die gmaijet Eiswies gloffe. Je noch Keltiibroch usem Oschte häts sie kinne, dass es Aafang Dezember scho 8- 10 cm Iis dä unne ghet hät. Zum Schlittschuhe fahre hät des scho guet glanget. Dämols war mer nit so verschrocke wie hit, womer mont 15 cm daiet nit trage. Des war also die Ziit bis zum Dreikönig wo Eschinge zum Schlittschuhe – Eldorado wore isch. Die ganz Eiswies hät mer zum fahre kaa.

Eissäge Sammlung Oscar Rohr / Ewattingen ( Zahnung in Stoss- u. nicht in Zugrichtung ! )
Holzeishaus auf Eiswiese von ca. 1912 – 1920 genutzt / Fussballer auf der Eiswiese
Aafang vume „ Canale Grande“

Noch Dreikenig isch d`Fläche aber kleiner wore. D` Brauerei- Iis- Kneacht, verstärkt mit Buure us Eschinge die i de Winterruhe waret, hond jetzt die uugfähr 25 cm dick Iisschecht vum Elevator, also vum Eis- Schrägufzuug, Richtung Norde mit Iissäge ufgsäget. Die Iissäge waret wie langi Fuchsschwänz mit om T- fermige Griff a dene mer mit beide Händ ziehe und Stosse hät kinne. Des warte grobzähnigi Säge wo Zähn i Stossrichtung uusgrechtet hond. Des hät de Sinn kha dass mer i Stossrichtung säget und s` Wasser om beim Zieh nit so entgege spritzt und om nit so soachnass macht. Regelrächte Kanäl wie holländischi Grachte sind entstande. Zerscht hond sie en Hauptkanal freigsäget. Die Manne hond Eisflöß mit so 3 * 4 m mit erne grosse Blattsäge, wie grossi Waldsägefuchsschwänz hond sie uusgsähnne, zuegsäget. Jetzt hond mir Buebe en Flösser- Bohnestäcke wie die Gondoliere z` Venedig i die nasse Fuuschthändsche kriegt und hond die Iisflöß zum Ufzug gondle miesse. Dert isch mer vu dere wacklige Iisplatte abi ghoppet und isch mit de Stang wieder zu de Sägimanschaft gloffe wo de wieder e neis Floß zudoalt griegt häsch. Vorem Ufzug sind Manne gstande und hond die Flöß zu kleinere Schiebbel versäget dass mer se uf des Nagelbett vum Elevator bugsiere hät kinne und sie mit dem giegsige Schrägufzuug gmietli is Eishuus uffi gräslet sind. Im Eishuus hond anderi Manne die Schibbel zu de endgiltige „ Randstoa“ – Gressi zuegsäget und akkurat i Regal und Niesche Iiglageret. Später hond d`Wirt, aber au d`Mezger und Buure die Iisbolle in Käer gliefret griegt zum s` Bier kiehle, Worscht mache und kiehle oder ebe d` Milch und de Butter bi de Buure zum kiehle. Daß des mit dem Flöße uf dene arschglatte und gautschige Iisplatte nit uhni nassi Fiess abgange isch, wenn Pech gha häsch bisch au mol bis as Fiddle im Wasser gstande, des war natierli klar.

Schlittschuehvergniege 2014

Jetzte kummt des groß Manko vu de Unterstadt. Dä hät es ebbe koa Warmluftheitzung gähe, wie i iisere Mariekerch. Ver des hert, kaalt, soachnass und risikoriichs Fleeßergschäft isch mer au entlohnt wore. Am Mittag häsch , je nochdem wie dech aagstellt häsch und wie langs uusghalte häsch, vum Iis- Moaschter so oa Mark oder en Fufzgerle kriegt und 2 iiskaalti „Silberperle“ Schprudel. Daß des Eishuus e Rarität, e Kuriosität, e Einmaligkeit isch im ganze Südweschte, dass dert koa Gras und Schilf dorchs Iis hät waase derfe, dass de Iis- Moaschter de Wasserstand dauernd genau usmebiliere hät messe daß es guets Iis gieht, dass d` Eiswiesflächi noch dere Iis- Earn nu no halb so gross war und dass es im Iishuus au im Summer saukaalt war und dass es ver iis Buebe au im Winter ufregendi Nebeerwerbsquelle gäe hät, des dierft jetzt au ufklärt sie. Übrigens war de Eishuus und die Naturiis – Earn no bis anne 1970 i Betrieb. En Zeitzeug, de Öhler – Fritz, sait dass mer emol 46 cm dicks Eis gernet hät were kinne. D` FF- Brauerei war no die letscht gross Brauerei die so lang des guet, dicht und klar Naturiis gnutzt hät.

Jo , so war`s dämols .

Stellfalle am Maschinehuuskanal, Zuelaufkanal zu de Eiswies

Melodien der Baar im Dezember

Von der Biberaue am Höllenstein in die Breg.

27.12.2023

am Schossenweg
23.12.2025
27.12.2023
27.12.2023
23.12.2025

Brücke über den Röthenbach

27.12.2023

Im Winkel Bräunlingen

27.12.2023
27.12.2023

Im Winkel am Röthenbach

An der Breg, Vor Buchen, Bräunlingen.

27.12.2023
27.12.2023

An der Breg in Bräunlingen.

27.12.2023
27.12.2023

Im Eichhölzle, Bräunlingen.

27.12.2023
28.12.2025
27.12.2023
27.12.2025

Schellenberger Wald, beim Hollohoh.

27.12.2023
27.12.2023
28.12.2025

Blick vom Schellenberg.

27.12.2023
28.12.2025
27.12.2023
27.12.2023
28.12.2025

Wehrdienstzersetzung

Wehrkraftzersetzung?

Zu Weihnachten 1961, sechs Jahre nach Gründung der Bundeswehr, schenkte ich meinem Vater eine Sammlung selbstgefertigter Karikaturen, die aus dem Alltag bei den Mittenwalder Gebirgsjägern stammten. Dorthin war ich – wunschgemäß – eingezogen worden, nachdem mir die Musterungskommission gleich nach dem Abitur die Wehrdiensttauglichkeit bescheinigt hatte. „Mit allem schuldigen Respekt“, so vermerkte ich in der „Gebrauchsanleitung“ meiner Blätter, wolle ich damit meinem (als Weltkriegsveteran vorbelasteten) Vater vermitteln, „dass sich auch zu Zeiten der Überschalljäger und Superbomben hie und da Situationen ergeben, die Vätern und Großvätern aus deren eigener Praxis wohlvertraut erscheinen werden.“ Will heißen: Wehrdienst, gleich welcher Art und in welcher Bedrohungslage, hat nicht nur düstere Seiten – zumal bei der Gebirgstruppe.

„San mir die solzn Alpenjager“ (aus einem Marschlied der Gebirgstruppe)

Daran wurde ich am 6. Dezember 2025, dem Nikolaustag, erinnert, als im Berliner Reichstag das neue Wehrdienstgesetz beschlossen wurde; begleitet wurde dieser heikle gesetzgeberische Akt allenthalben von Demos zahlloser Jugendlicher, die sich darüber entrüstet zeigten, dass ausgerechnet sie, die Betroffenen, nicht gefragt worden seien. Für Deutschland erschossen zu werden, so las man es auf Transparenten und Plakaten, nein danke!

Doch ab 2026 haben 18jährige Jugendliche (die männlichen obligatorisch, die weiblichen freiwillig) nun also einen Fragebogen aus dem Verteidigungsministerium auszufüllen, der Auskunft geben soll über den Fitnesszustand der Befragten, vor allem über deren Bereitschaft zu dienen. Sollte sich die benötigte Zahl an Soldaten nach dem Freiwilligkeitsprinzip nicht realisieren lassen, so soll die im Jahr 2011 ausgesetzte Wehrpflicht für Männer wieder in Kraft gesetzt werden; für die Frauen wird es hierzu erst noch einer Grundgesetzänderung bedürfen, wie sie unter den gegenwärtigen parlamentarischen Kräfteverhältnissen freilich nahezu ausgeschlossen ist.

Flugabwehr bei der Gebirgstruppe

Wann jemals ist Wehrpflicht so schonend, ja, so weichgespült wiedereingeführt worden? Und wann war Mitteleuropa, wann die Bundesrepublik stärker bedroht als seit dem Einfall Putins in die Ukraine? Damals, in den 1960er bis in die 1990er Jahre war es „nur“ der Kalte Krieg mit seinem atomaren Säbelrasseln beidseits des Eisernen Vorhangs; was dazu geführt hat, dass Keiner danach gefragt wurde, ob er denn gewillt ist, als „Bürger in Uniform“ seiner Wehrpflicht nachzukommen. Verweigerer hatten immerhin die Möglichkeit, Ersatzdienst zu leisten. 

Seit vier Jahren tobt unterdessen ein heißer Krieg – keine zwei Flugstunden von uns entfernt. Und es finden auch hier täglich hybride Attacken mit Aufklärungsdrohnen statt, derweil Moskau obendrein mit seinem Atomraketenarsenal droht. All dies bei zunehmender Durchlöcherung des Nato-Schutzschirms durch einen exzentrischen US-Präsidenten. Wie soll da mal nicht von „Zeitenwende“, nicht von „Verteidigungsfähigkeit“, von „Kriegstüchtigkeit“ die Rede sein?

Anno 1961, zu Zeiten des Verteidigungsministers Franz-Josef Strauß selig, glaubte ich meinem Vater noch versichern zu müssen: „Sollte sich bei aller Einfalt und Skurrilität meiner Zeichnungen versehentlich ein makabrer Unterton eingemischt haben, so sind – angesichts der leider viel weniger komischen Weltlage – Ähnlichkeiten mit wirklichen Begebenheiten oder gar mit lebenden Personen rein zufälliger Natur!“

Ob sich unsere Gesellschaft soweit entstauben lassen wird, dass sie von Moskau und Washington als verteidigungsfähig, von Putin als unangreifbar wahrgenommen wird?

Stubendurchgang des UvDs (des Unteroffiziers vom Dienst)

Schulweg darf keine finanzielle Belastung sein – Ungerechte ÖPNV-Kosten im Schwarzwald-Baar-Kreis stoppen und Familien im ländlichen Raum fair entlasten

https://petitionen.landtag-bw.de/Petitionen/Details/3ff0b20e-d474-42f9-9372-424608406ada

Petent

Marius Süß
78176 Blumberg, DE


Anliegen

Familien im ländlichen Raum tragen oft eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung, weil ihre Kinder den öffentlichen Nahverkehr nutzen müssen, um überhaupt eine Schule besuchen zu können. Diese Kosten entstehen besonders dort, wo es keine Schule am eigenen Wohnort gibt oder die Wege zu weit sind.
Mit dieser Petition soll diese finanzielle Ungerechtigkeit hinterfragt werden. Fahrten mit dem ÖPNV, die ausschließlich dem Schulbesuch dienen, dürfen für Familien – insbesondere Mehrkindfamilien – keine existenzielle Belastung darstellen.
Ein konkretes Beispiel ist der Schwarzwald-Baar-Kreis mit dem Verkehrsverbund „move“.
Der Kreistag hat beschlossen, dass ab dem 01.01.2026 die Fahrtkosten für Grundschüler nicht mehr übernommen werden. Dadurch entstehen Familien 45 € Kosten pro Kind und Monat, denn das JugendBW-Ticket ist das einzige verfügbare Ticket. Dieses Ticket ist für junge Erwachsene sinnvoll, aber für Grundschüler völlig überdimensioniert – sie müssen lediglich in den Nachbarort zur Schule fahren.
Trotzdem bietet „move“ kein preisgünstigeres Ticket an, da Mindereinnahmen befürchtet werden. Damit werden Familien mit Grundschulkindern finanziell belastet, obwohl diese bereits stark unter steigenden Lebenshaltungskosten leiden.
Auch für Schüler weiterführender Schulen ohne Bedarf an bundesweiter Nutzung gibt es keine günstigere Alternative. Innerhalb von 2 Jahren sind durch Ticketpreiserhöhungen Mehrkosten für den ÖPNV von 14,60 € pro Monat und Kind entstanden. Selbst unter Berücksichtigung der Kindergelderhöhung bleibt eine Unterdeckung von 5,60 € pro Monat und Kind – das Leben im Schwarzwald-Baar-Kreis wird für Familien somit spürbar teurer.
Zusätzlich hat der Kreistag die 3-Kind-Regelung gestrichen, wodurch Familien ab 2026 für jedes schulpflichtige Kind voll zahlen müssen. Das führt zu folgenden jährlichen Mehrkosten:
• 3 Kinder: 540 €
• 4 Kinder: 1.080 €
• 5 Kinder: 1.620 €
• 6 Kinder: 2.160 €
Obwohl die Verwaltung selbst aufführt, dass die finanziellen Auswirkungen der 3-Kind-Regelung für den Landkreis „überschaubar“ sind, kann diese Entscheidung für Mehrkindfamilien existenzbedrohend sein. Die Begründung – hoher Verwaltungsaufwand – wäre durch moderne Digitalisierung längst lösbar.
Dies stellt eine finanzielle Benachteiligung und faktische Diskriminierung von Mehrkindfamilien dar.

Ziele der Petition

1. Untersuchung, wie Familien im ländlichen Raum bei den ÖPNV-Kosten für den Schulweg finanziell entlastet werden können. Ausarbeitung konkreter Maßnahmen mit Zielzeitvorgabe.
2. Verpflichtung der ÖPNV-Unternehmen – insbesondere im Schwarzwald-Baar-Kreis – spezielle und bezahlbare Tickets für Grundschulkinder anzubieten, mit verbindlichen Höchstpreisen, die sich am Kosten-Leistungs-Verhältnis des „D-Tickets JugendBW“ orientieren.
3. Verpflichtung der ÖPNV-Unternehmen – insbesondere im Schwarzwald-Baar-Kreis – günstige Tickets für Schüler weiterführender Schulen bereitzustellen, die keine bundesweite Nutzung benötigen, ebenfalls mit Maximalpreisgrenzen, die sich am Kosten-Leistungs-Verhältnis des „D-Tickets JugendBW“ orientieren.
4. Prüfung und Umsetzung sozialverträglicher Einsparmaßnahmen im Haushalt des Schwarzwald-Baar-Kreises, die nicht einseitig Familien mit schulpflichtigen Kindern belasten – mit dem Ziel, deren aktuelle Mehrbelastung ganz-oder teilweise zurückzunehmen. 
5. Überprüfung der Abschaffung der 3-Kind-Regelung in der Schülerbeförderungskosten-Satzung des Schwarzwald-Baar-Kreises.


https://petitionen.landtag-bw.de/Petitionen/Details/3ff0b20e-d474-42f9-9372-424608406ada

Zum 200. Geburtstag von Josef Heinemann

Erste Version war im Dezember 2023

Ein Mitglied vom Hüfinger Künstlerkreis war Josef Heinemann, geboren am 29. Dezember 1825 in Hüfingen und gestorben am 2. April 1901 ebenfalls in Hüfingen. Das Grab scheint leider ganz abgeräumt zu sein.

Elisabeth (Lisette) Reich (1819 – 1871) am Spinnrad; Katharina Heinemann (1828 – 1900) mit Kind; J. Nepomuk Heinemann, genannt „Muckle“ (1817 – 1902) mit Fes (Das Tragen eines Fes war im Biedermeier ein Zeichen der Gemütlichkeit); Lucian Reich (1817-1900) mit Pfeife; Rudolf Gleichauf (1826 – 1896) rechts unter der Uhr; Josef Heinemann (1825 – 1901) mit Buch. Zeichnung aus den Wanderblühten.

Der Vater, Josef Heinemann (18.03.1794 – 31.12.1855) war Naglermeister und Armenhausverwalter. Er war am Bau der Hüfinger Anlage beteiligt und wird in dieser Beziehung mehrfach in den Akten erwähnt: Akte über die Anlage auf dem Rotrain. Die Mutter Katharina Strobel (16.04.1791-20.11.1869) war die Tochter des herrschaftlichen Försters Anton Strobel (1762-02.10.1812) aus Mundelfingen.

Josef Heinemann, hat am 03.11.1857 Maria Josefa Gleichauf (10.02.1828-23.03.1891) in Bonndorf geheiratet. Josefa war eine Schwester von seinem Freund Rudolf Gleichauf und das Paar hatte 7 Kinder.

Josef Heinemann (1825 – 1901)
Bleistiftzeichnung von seinem Bruder Nepomuk Heinemann.
Pfarrer Josef Heinemann, Onkel des Malers Josef Heinemann und des Lithographen Nepomuk Heinemann.
Pfarrer Josef Heinemann, Onkel des Malers Josef Heinemann und des Lithographen Nepomuk Heinemann.
Marie Heinemann (1857 – 1948)
Gemalt von ihrem Taufpaten und Onkel Josef Heinemann.
Mehr zu Marie gibt es im Artikel über das Haus Nober.
Marie und Kätherli (Katharina Heinemann 30.04.1828-27.01.1900. Kätherli war die Schwester von J. Nepomuk und Josef Heinemann)
Foto von Johann Nepomuk Heinemann etwa 1868

Großherzog Leopold finanzierte Josef Heinemann ein Stipendium in Höhe von 200 Gulden, das ihm einen Aufenthalt in München ermöglichte. Dort hielten sich damals auch Lucian und Xaver Reich, Rudolf Gleichauf sowie sein Bruder Nepomuk auf. Sein erster Lehrer in München wurde der Akademieprofessor Strählhuber und nach ihm Julius Schnorr von Carolsfeld. Damals arbeitete Schnorr an seinen Darstellungen aus dem Nibelungenbuch.
Aus dem Denkbuch von Lucian Reich:

Mit Jäger, Gießmann und Strähuber, die unter Schnorrs Leitung dessen Nibelungen in der Residenz ausführten, bekannt geworden, beteiligte ich mich regelmäßig an ihren Kegelabenden in einem Privatgarten.

Josephsgeschichte: Jacob schenkt Joseph einen bunten Rock (1850)
Bildnis der Malerin Ida Müller, Freiburg (1841). Heinemann war hier erst 16 Jahre alt.

1848 verließen die Freunde München und gingen nach Frankfurt zum Onkel der Brüder Reich, dem Musikdirektor Johann Nepomuk Schelble.
Aus dem Denkbuch von Lucian Reich:

Xaver Reich, etwa 1850 gezeichnet von Josef Heinemann

In das vielseitige, nach außen hin aber wenig bewegte Leben unseres Frankfurter Aufenthaltes tönten bald auch schrille Mißklänge politischer Geschehnisse. Mit dem Rufe auf der Straße: Die Liberalen stürmen die Hauptwache waren eines Abends die Bewohner der freien Stadt aus ihrer Ruhe und Behaglichkeit geschreckt worden. Es galt, wie bekannt, zunächst den Sitzen der Herrn in der Eschenheimer Gasse. Das über die festgenommenen studentischen Tollköpfe verhängte, jahrelange heimliche Gerichtsverfahren, von dem nur zuweilen ein Schein gleich dem einer Blendlaterne in die Öffentlichkeit drang, war nichts weniger als geeignet, die bundestägliche Justiz populär zu machen. Und als eines Morgens — wir befanden uns just auf dem Wege zum Städelschen Institut — einer dem andern in den Straßen zurief: Sie sind durch heut Nacht! und die Leute in Gruppen vor der Konstablerwache standen und zu den Käfigen hinauf schauten, an welchen die Stricke, an denen sie sich herabgelassen, noch zu sehen waren, und es hieß, draus im Weiher beim Bethmannschen Garten habe man die Fußstapfen der Flüchtlinge entdeckt — da war unter der nach hunderten zählenden Menge gewiß nicht Einer, der ihnen nicht von Herzen glückliche Reise gewünscht hätte.

Nachdem der Sturm sich gelegt, und man in Ruhe sich wieder den Künsten des Friedens zuwenden konnte, hatten wir, ehe wir unser angefangenes Werk fortsetzten, Musterblätter für Schwarzwälder Uhrenschildmaler herauszugeben begonnen, wozu auch Joseph Heinemann und Heinrich Frank Beiträge gaben.

Im Jahr 52 hatte mich der Bau eines andern Kunsttempels wieder in die Residenz geführt, das Hoftheater, an und in welchem es Verschiedenes zu malen gab, wozu auch Joseph Heinemann und Gleichauf berufen wurden und auch mein Bruder mit seinen Terrakotten sich beteiligen sollte.

Bild aus der Kinderbibel in der polnischen Version. Aus dem Kommentar 1761.
Bild aus der Kinderbibel in der polnischen Version. Aus hieronymus/#comment-1761

Josef Heinemann kam danach wieder zurück nach Hüfingen. Hier wurde er berühmt durch die Bilderbibel die er im Auftrag der Herderschen Verlagsbuchhandlung schuf.

Nach dieser Bilderbibel schnitten die Holzschneider die Illustrationen in der Schulbibel für Volksschulen des Freiburger Weihischofs von Dr. Friedrich Justus Knecht, die später von Dr. J. Schuster und G. May neu bearbeitet, in mehreren Diözesen offiziell eingeführt und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Ein Foto einer kolorierten Fassungen ist sogar schon in den Kommentaren auf dem Hieronymus aufgetaucht.

Zu den Arbeiten Josef Heinemanns zählen auch 14 Kreuzwegstationen für die Kirche in Ettlingen, Wandbilder in der Kirche von Ohlsbach und Oberöwisheim und ein Apostelzyklus im Chor und in der Kuppel der Gruftkirche zu Neudingen.
Er malte auch die Fresken in der Kapelle des Schlosses Heiligenberg und das Rosenkranzbild für einen Seitenaltar in der Stadtkirche zu Donaueschingen, der im Jahre 1873 aufgestellt wurde. Er zeichnete 1868 die Kartons für die Glasfenster der Donaueschinger Stadtkirche. Im Treppenhaus eines Museums in Donaueschingen war auch mal eine Kohlenzeichnung mit dem Titel: Graf Heinrich zu Fürstenberg nach der siegreichen Schlacht bei Dürnkrut 1278 auf seine Burg Fürstenberg zurückkehrend.

Unten die Biblische Geschichte für Schule und Haus

Biblische Geschichte für Schule und Haus
Die Erschaffung der Welt
Adam und Eva
Kain und Abel
Die Sündflut
Noah geht aus der Arche und opfert
Turmbau zu Babel
Abraham
Joseph wir von seinen Brüdern verkauft
Joseph prüft seine Brüder
Jakobs und Josephs Tod
Der geduldige Job
Moses‘ Geburt
Moses‘ Flucht und Berufung
Die zehn Plagen
Das Osterlamm und der Auszug aus Ägypten
Der Durchgang durch das Rote Meer
Die Wunder in der Wüste
Gott verkündet die zehn Gebote
Das heilige Zelt
Der Hohepriester, die Priester und die Leviten
Moses‘ und Marons Zweifel. Die eherne Schlange.
Der Einzug in das Gelobte Land.
Heli und Samuel
David wird zum Könige gesalbt
Davids Kampf mit dem Riesen Goliath
David, der fromme und gotterleuchtete König
Salomons Gebet und weises Urteil.
Der Bau und die Einweihung des Tempels.
Der Prophet Elias.
Das Opfer des Elias.
Elias wird getötet und beruft den Elisäus. Seine Auffahrt.
Tobias und der Engel Raphael.
Judith
Jeremias
Daniel rettet die keusche Susanna.
Die drei Jünglinge im Feuerofen
Daniel in der Löwengrube
Esther
Die makkabäischen Brüder
Die Verkündung der Geburt des Johannes
Die Verkündung der Geburt Jesu
Mariä Heimsuchung
Die Geburt unseres Herrn Jesus Christus
Die Darstellung Jesu im Tempel
Die Darstellung Jesu im Tempel
Die Weisen aus dem Morgenlande
Die Flucht nach Ägypten und die Rückkehr
Der Knabe Jesu im Tempel
Jesu wird von Johannes getrauft
Die Hochzeit zu Kana
Jesus reinigt den Tempel
Jesus und die Samariterin
Jesus lehrt, treibt den Teufel aus und heilt Kranke
Der reiche Fischfang
Die Bergpredigt
Der Erweckung des Jünglings von Raim
Die Büßerin Magdalena
Die Seepredigt
Der Sturm auf dem Meer
Die Tochter des Jairus und das kranke Weib
Jesus vermehrt Brote
Bekenntnis und Vorrang des Petrus. Gewalt der übrigen Apostel
Die Verklärung Jesu
Das Gleichnis vom bamherzigen Samariter
Jesu der gute Hirt
Das Gleichnis vom verlorenen Sohne.
Das Gleichnis von dem reichen Manne und dem armen Lazarus.
Jesu segnet Kinder.
Die Auferweckung des Lazarus.
Der feierliche Einzug Jesu in Jerusalem.
Das Osterlamm und die Fußwaschung.
Jesus sagt den Verrat des Judas, die Flucht der Apostel und die Verleugnung des Petrus vorher.
Jesus am Ölberge.
Jesus wird dem Barabbas nachgesetzt, gegeiselt und gekrönt.
Jesus wird dem Volke vorgestellt und zum Tode verurteilt.
Jesus wird gekeuzigt.
Jesus spricht die sieben letzten Worte und stirbt.
Die Eröffnung der Seite und das Begräbnis Jesu.
Die Auferstehung Jesu.
Die Himmelfahrt Jesu.
Die Ausgießung des Heiligen Geistes.
Stephanus der erste Märtyrer.
Der Kämmerer aus Äthopien.
Die Bekehrung des Saulus.
Die Taufe des Heiden Kornelius.

das letzte Bild fehlt im Buch. Falls jemand noch ein vollständiges hat, freue ich mich über ein Foto!

Leider wurde die künstlerische Arbeit Josef Heinemanns seit dem Beginn der 1870er Jahre durch den Grünen Star (Glaukom) immer stärker gehemmt. Es zwang ihn schließlich, Pinsel und Stift für immer aus der Hand zu legen. Am 2. April 1901 starb Josef Heinemann in Hüfingen.

Fridolin Heinemann (19.12.1859-4.2.1926) führte später das künstlerische Erbe des Vaters weiter. Er stand als Glasmaler in München in hohem Ansehen. Die Glasgemälde in der Heiliggeistkirche in München und in St. Verena und Gallus in Hüfingen wurden im 2. Weltkrieg zerstört. In der Lorettokapelle ist ein Gemälde von ihm zu finden.

„Madonna“ (laut Chronik von August Vetter 1984 sei das eine Madonna?) in der Lorettokapelle von Fridolin Heinemann.
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