Schlammsaugen

In der Badischen Zeitung war heute ein Artikel über das Schlammsaugen im Staufener Stadtsee. Da musste ich an das Schlammsauen in St. Georgen im Klosterweiher denken. Wir hatten damals so etwas angedacht für den Behlaer Weiher. Die Zahlen die damals in Hüfingen behauptet wurden waren um ein vielfaches höher als jetzt die Stadt Staufen benennt mit 220.000 Euro. (Das ist weniger als die Hälfte des Geldes für einen Kunstrasenplatz.)

Wobei Staufen natürlich mit dem Rhein eine viel bessere Möglichkeit hat den belasteten Schlamm an eine Fachfirma zu transportieren. Was ich vor allem spannend finde ist, dass Staufen zuerst mal den Schlamm entfernt, trocknet und dann eine Firma den Dreck untersucht.

Hüfingen ist hier einen ganz anderen Weg gegangen. Erst Abwasser ins Biotop, dann bisschen untersuchen, dann teuere Kamerabefahrung anstatt Kanalplan zu lesen, dann wieder teuere Untersuchungen, dann alles abstreiten und weiter untersuchen. Ich möchte nicht wissen, was dies alles bis jetzt gekostet hat und der Weiher ist immer noch vom Biotop weit entfernt. Aber das wird schon, da bin ich zuversichtlich. Inzwischen haben neue Männer übernommen – und das meine ich nicht polemisch, sondern wirklich wertschätzend. Vielen Dank an unseren neuen Stadtrat und auch Ortsvorsteher von Behla, Johannes Bogenschütz!

Schlammsaugen am Klosterweiher

29. November 2021

Mann auf Schlammsauger auf dem Klosterweiher

In St. Georgen gab es früher eine Benediktiner-Abtei. Um die Mönche mit Fisch zu versorgen, wurde für einen Weiher die Brigach aufgestaut: Der Klosterweiher.

Das Kloster ist längst Geschichte, aber der Weiher erfreut sich heute großer Beliebtheit bei Badegästen, Fischern und auch bei dem Biber.

Zeichnung aus der Reformationszeit mit Darstellung des Grundbesitzes im Umfeld des Klosters (Foto: Wikipedia bei KALCHSCHMIDT)

Im sogenannten Absetzbecken vor dem eigentlichen Weiher hat sich nun jede Menge Schlamm angesammelt.

Diese Problematik und deren pragmatische Lösung der Stadt St. Georgen hat nun auch in Hüfingen für großes Interesse gesorgt. Hier will ich die Technik des Schlammabsaugens der Amodes GmbH allen interessierten Hüfingerinnen und Hüfingern vorstellen.

Mobile Teichschlammentwässerung

Teichentschlammungen werden momentan oft durch eine sogenannt Winterung und Sömmerung gemacht. Das heißt man lässt den Teich austrocknen und baggert dann den Schlamm ab. Dies wurde z.B. erfolgreich im Winter 2004/2005 und im anschließenden Sommer am Unterhölzer Weiher gemacht (1).

Dies ist allerdings sehr zeit- und arbeitsaufwändig, teuer und ein großer Eingriff in den Lebensraum.
Die Anlagen von amodes bieten hier eine Lösung.

Der Schlamm wird aus dem Weiher mit einem amphibischen Schwimmsaugbagger abgesaugt.

Von diesem Schwimmsaugbagger wird der Schlamm durch eine Leitung zu der mobilen Entwässerungsanlage gesaugt. In St. Georgen geschieht dies durch ein etwa 400 Meter langes Röhrensystem.

Schlammsaugröhren am Klosterweiher

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Schlammsaugröhren am Klosterweiher

Diese mobile Entwässerungsanlage benötigt Frischwasser für das Reaktionstrennmittel. Am Ende kommt Trockenschlamm mit einer Trockensubstanz von etwa 65% raus.

Die mobilen Entwässerungsanlage war in St. Georgen wegen des Frostes leider eingepackt.

Tagesleistung der mobilen Entwässerungsanlage ca. 250 – 350 m3 Schlamm.
So braucht man für 5.000 m3 etwa 16 bis 20 Tage.

(1) Markus Röhl, Susanne Popp, Friedrich Kretzschmar, Ingo Kramer, Hans Offenwanger und Konrad Reidl: Winterung und Sömmerung des Unterhölzer Weihers – Chancen und Risiken
einer traditionellen Pflegemaßnahme. Schriften der Baar 50 (2007) Seite 59-78.

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