Die „schönste Gebirgsbahn von Offenburg nach Konstanz“ wurde am 10. November 1873 eröffnet. 1973 hat die Bundesbahndirektion zum 100 jährigen Bestehen eine Jubiläumsbroschüre heraus gegeben.
100 Jahre Fahrt durch Wälder, Täler, Tunnel:
Donaueschingen ist Höhenluftkurort und Solbad, Endpunkt der Höllentalbahn von Freiburg her und war einst und bis 1806 das lebensfrohe Residenzstädtchen derer von Fürstenberg. Das Schloß steht noch, in dem Victor von Scheffel („Ekkehard“) Bibliothekar und Konradin Kreutzer („Das ist der Tag des Herrn“) als Hofkapellmeister ihr Brot verdienten. Und hintenan im Schlosspark liegt eine ebenso wichtige wie umstrittene Sehenswürdigkeit, eingefaßt in einem Rondell, verziert mit einer Marmorgruppe von 1896 und von Professor Adolf Heer aus Karlsruhe: die sogenannte Donauquelle.
„678 m über dem Meer“, steht da eingemeisselt und „Bis zum Meer 2.840 km“. 120 Liter Wasser pro Sekunde ergießt sich über die verschiedenen Münzen, die die Besucher wer-weiß-warum in die stahlblaue Quelle geworfen haben. Und die Marmorgruppe hat zu bedeuten, dass „die Baar ihrer jungen Tochter, der Donau, den Weg in die Ferne deutet“. Schon einen Spaziergang weiter freilich mündet sie in die weitaus kräftigere Brigach, die sich alsbald mit der Breg zusammentut. Und weil die Breg länger sei als die Brigach, behaupten die Furtwanger, sie besässen die Donauquelle.
So kam es, dass es vor einigen Jahren zu einer Anfrage im Landtag kam und auf höchst ministerieller Ebene ein halbwegs weises Urteil getroffen wurde: Die Donau beginnt in Donaueschingen und kommt zustande durch den Zusammenfluss von Brigach und Breg am Ende des alten Fürstlich Fürstenbergischen Parkes.
Im juristischen Sinne gibt es also keine Donauquelle, die gefasste Quelle im Park hat also nur symbolischen Charakter… Charakter? Den allerdings hat die junge Donau kaum. Denn schon nach 25 Flusskilometern zwischen Immendingen und Möhringen, verkrümelt sie sich sechs Monate im Jahr durchs poröse Kalkgestein, fliesst 12 unterirdische Kilometer weit und taucht erst 177 m tiefer in Aach als Achquelle auf.
Seite 12-13 aus der Jubiläumsbroschüre
Donauquelle auf Seite 5 aus der Jubiläumsbroschüre
Dem Büchlein beigefügt sind ausführliche Zeichnungen einer Lokomotive und eines Wagens.
Die Donauquelle wird auch im Hieronymus in Kapitel 5 erwähnt:
wie heißt ein schönes Sprichwort? Aller guten Dinge sind drei. Eins und zwei unten waren ein Beitrag zur Raupe und einer zur Verpuppung. Letzte Woche, am 13. Juni 2024 war es so weit, der Schwalbenschwanz hat sich aus der Puppe in den Schmetterling verwandelt. Beim routinemäßigen Beobachten am Morgen saß er oben am Steckle, wie wenn er darauf wartete, dass ich den Deckel abhebe.
Schwalbenschwanz und die leere Puppe unten am Steckle.
Die leere Puppe sieht fast unverletzt aus.
Nach vorne ist der Schmetterling entstiegen. Man kann kaum glauben, dass er da reingepasst hat. Wissen Sie noch, wann die Verpuppung erfolgte? Am 3. Oktober 2023 war es so weit. Das heißt acht Monate und zehn Tage war sie eine Puppe. Bringt einen das nicht zum Erstaunen? Unten sieht man das Foto, ich finde es sensationell mit den Halteseilen.
Der Biologielehrer und NABU-Vorsitzende vom hiesigen Landkreis, Thomas Schalk, sagte, dass der Schwalbenschwanz im nächsten Jahr im Mai schlüpfen wird. Da lag er einen Monat daneben. Nun, ich war gespannt, wann der Schmetterling davonflattern würde. Es war sehr frisch an diesem Morgen und die Sonne lies sich auch Zeit. Was denken Sie, wieviel Zeit ab der Deckelöffnung bis zum Abflug vergingen? Fast vier Stunden. So lange brauchte er, bis er voll bei Kräften war. Er verließ den Behälter und flatterte zu einem nahem Blumenhafen mit einer kleinen Stange, an der er sofort nach oben kletterte.
Hier sieht man schön, wie er eine möglichst senkrechte Position zur Sonne einnahm, um viel Energie abzubekommen.
Einfach toll, was da wieder zu erleben war. Zum Schluß noch eine Frage, wie lange lebt der Schwalbenschwanz als Schmetterling? Drei bis vier Wochen, hätten Sie das gedacht?
Herzliche Grüße Franz Maus
4. Oktober 2023
Liebe Bürgerpostleser,
weiter unten schrieb ich über die Schwalbenschwanzraupe, ich nehme an, Sie erinnern sich noch. Am 24. September 2023 habe ich diese wunderschöne Raupe am Kraut unserer Möhren im Garten entdeckt. Ich habe dann überlegt, die weitere Entwicklung zu beobachten und die Raupe am 26. September 2023 in einen Fünflitereimer zu geben mit Ihrem Futter, dem Möhrenkraut.
Ich habe geschrieben, dass die Verpuppung kurz bevorsteht und tatsächlich kann ich nun das Puppenbild präsentieren. Die Raupe hat ein Stäbchen angenommen, an dem sie ein paar Tage regungslos als Raupe verharrte. Am 3. Oktober 2023 war es so weit, die Verwandlung zur Puppe ist geschehen.
Ist das nicht der Oberhammer? Schauen Sie mal, wie sie Ihren Oberkörper mit zwei Seilchen am Stöckchen befestigt hat. Einfach sensationell. Nun, der Biologielehrer und NABU- Vorsitzende vom hiesigen Landkreis, Thomas Schalk hat mich aufgeklärt, dass der Schwalbenschwanz erst im nächsten Jahr im Mai schlüpfen wird. So lang lasse ich den Eimer im Durchgang unseres Hauses stehen. Ich bin sehr fasziniert auch deshalb, weil die Puppe fast acht Monate lang ohne Energiezufuhr ist und scheinbar leblos da hängt und trotzdem lebendig sein muss. Für mich einen weitere Sensation. So, das war bereits der erste Folgebeitrag und ich hoffe es erfolgt noch mal einer im Mai 2024.
28. September 2023
Liebe Bürgerpostleser,
erst vor kurzem, am 24. September 2023, entdeckte ich diese wunderschöne Raupe am Kraut unserer Möhren im Garten. Ich glaube, es ist die erste Beobachtung, seit wir in Hausen wohnen.
Ich habe dann überlegt, das nächste Stadium ist die Verpuppung und aus der Puppe entsteht dann der Schmetterling. Aber, ist das noch in diesem Jahr oder überwintert die Puppe und der Schlupf erfolgt dann im Frühjahr. Um diese Fragen klären zu können, entschloß ich mich, die Raupe am 26. September 2023 in einen Fünflitereimer zu geben mit Ihrem Futter, dem Möhrenkraut. Dazu habe ich kleine Stöckchen aufgestellt, an denen sie sich verpuppen kann. Den Eimer habe ich mit einem „Lochdeckel“ abgedeckt, damit sie mir nicht entweichen kann. „Lochdeckel“ deswegen, weil er mit vielen kleinen Löchern versehen ist, damit der Luftaustausch stattfinden kann.
Deckel und die kleinen Stöckchen
Unterhalb der Raupe liegen die ersten Kotbollen, anscheinend klappt die Verdauung.
Nach Wikipedia ist unsere Raupe eine ältere, das heißt die Verpuppung dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Aus dem Geschriebenen kann man erkennen, dass das „Züchten“ von Schmetterlingen relativ einfach ist. Entscheidend ist, dass man die Futterpflanzen kennt und die Art der Verpuppung. Wie müsste man zum Beispiel mit einer Totenkopfschwärmerraupe umgehen? Die Raupe müsste Gartenboden im Eimer haben, denn, ob Sie es glauben oder nicht, sie verpuppt sich in etwa 10 cm Tiefe. Genauso macht es die Windenschwärmerraupe.
Ich nehme an, Sie erkennen in der Zwischenzeit die Art, es ist die Raupe des herrlichen Schwalbenschwanzes. Er ist einer der größten Tagfalter. Dieses Jahr habe ich ihn wenige Male gesehen. Darf ich Ihnen zum Schluß eine kleine Anektode anbieten: Wir erhielten Besuch und ich entschuldigte mich, dass ich gerade auf Schwalbenschanz Fotosuche im Garten sei. „Ach ja, von dem Vogel habe ich auch schon einmal etwas gehört“. Nach der Aufklärung haben wir kräftig lachen können.
Sind Sie auch gespannt, was aus der Raupe zu welcher Zeit werden wird? Ich könnte mir vorstellen, dass das nochmal einen Folgebeitrag geben könnte.
Wer auf dem Hohen II wohnt, muss entweder direkt mit dem Auto weg oder halt sehr gut zu Fuß sein.
Eine Begehung vom Landratsamt, eine sogenannte „Verkehrsschau“, befand es vollkommen in Ordnung, wenn Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder auch Kinderwagen ohne starken Mann nirgends hin kommen. Abgeflachte Bordsteinkanten scheinen die Stadt vollkommen zu überfordern und damit kein Anwohner weiter als 10 Meter gehen muss, wird kurzerhand der komplette Gehweg für Fußgänger gesperrt und Gehwege enden in Schutthalden.
Hoffnung aus dem mittelniederdeutschen bedeutet hüpfen oder zappeln vor Erwartung. Sie bedeutet eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung mit einer positiven Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes eintrifft. So ging es denke ich jedem, der auf die Wahlergebnisse gewartet hat.
Vaclac Havel sagte einmal zur Hoffnung: Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.
Bei diesem Wahlergebnis habe ich versucht den Sinn zu finden. Zu wählen macht Sinn ohne Zweifel und ist das große Vorrecht einer Demokratie, ob das Ergebnis Sinn macht muss jeder für sich entscheiden, der sein Kreuzchen gesetzt hat. Was war der Antrieb? War es Wut, Verzweiflung, Frust, Furcht, Überzeugung? Das alles könnte es gewesen sein. Wenn der Sinn darin liegt durch das Kreuzchen Parteien dazu zu bringen sich nicht gegenseitig zu zerfetzen, sondern konstruktiv zum Wohle der Gemeinschaft zusammenzuarbeiten ohne parteipolitische Dogmen mit Gewalt am Leben zu erhalten, wäre der Sinn erkennbar. Ich bezweifle allerdings anhand der jetzt schon lauthals verkündeten Drohungen und Forderungen, das dieses Ziel erreicht worden ist.
Solange das Gegeneinander lukrativer ist als das Miteinander werden wir als Bürger, egal warum wir wo in welcher Wahl ein Kreuz gemacht haben zum Spielball der Parteienlandschaft werden und auch bleiben.
Und so werden wir sicherlich bald erkennen, wer nur wie man hier so sagt geschwätzt hat und wer tatsächlich umsetzbare Lösungen bietet, die Frieden, Klima, Wohlstand und Zusammenhalt fördern. Denn das ist das, worauf alle hoffen.
Friedrich Nietzsche schreibt zur Hoffnung. „Zeus wollte nämlich, dass der Mensch, auch noch so sehr durch die andren Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er den Menschen die Hoffnung; sie ist in Wahrheit das übelste Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert.“
Doch andererseits ist sie neben Liebe und Glaube einer der drei christlichen Tugenden. Was bleibt ist daher die Hoffnung, dass sowohl die Erde als auch unsere Mitmenschen auf diesem Planeten nicht am Ende die Verlierer sind. Und da wir nur diese Erde haben und als Christen wissen müssten, dass alle vom gleichen Menschenpaar abstammen, sollten wir überlegen, wem wir unsere Stimme geben.
Mögen wir also selbst entscheiden, ob dieses Ergebnis die Qual nur verlängert oder ein Sinn darin bestand.
Buchrezension: Schweikle, Johannes und Keyerleber, Daniel: Über den Schwarzwald. Entdeckungsreise auf dem Westweg. 8 grad verlag, Freiburg 2024, 254 S. 35 €
Über den 285 Kilometer langen, bereits im Jahr 1900 vom Schwarzwaldverein mit der roten Raute ausgeschilderten Westweg von Pforzheim nach Basel ist schon viel geschrieben worden. Auch Johannes Schweikle, in Freudenstadt geborener Journalist, Autor und Dozent, hatte 2014 bereits ein Buch über ihn unterm Titel Westwegs (Klöpfer u. Meyer Verl.) verfasst, und unlängst ist mit Wildwestwegs sogar noch ein Film über diesen wohl bekanntesten und bestfrequentierten Fernwanderweg Deutschlands in die Kinos gekommen. Nun haben Johannes Schweikle und Fotograf Daniel Keyerleber mit einem Westwegbuch nachgelegt, das zweifellos neue Maßstäbe setzt: Den Schwarzwald erlebt und beschreibt der Autor auf seiner Wanderung mitreißend amüsant und zugleich nachdenklich, jedenfalls auf ganz und gar unsentimentale Weise und fernab aller üblichen touristischen Klischees. In seinen unterwegs eingeblendeten Exkursen beweist der Freudenstädter ein enormes Hintergrundwissen über Land und Leute wie über die Geschichte, sodass selbst der Schwarzwälder Leser aus dem Staunen und Schmunzeln nicht herauskommt.
Für Daniel Keyerlebers eingestreute Fotos gilt Ähnliches: Auch sie zeigen den Schwarzwald nicht in den gewohnten Bildband- und Kalendermotiven, sondern zumeist recht unprätentiös, wobei er nicht einmal vor wetterbedingter Düsternis oder vor Windkraftanlagen zurückschreckt. Schade nur, dass Bildunterschriften fehlen und dass zur Lokalisierung der Aufnahmen zuhinterst im Bildverzeichnis nachgeschaut werden muss.
Die Windräder blendet auch der Autor nicht gänzlich aus, wenn er etwa das „Blindrad“ hart am Rande des Naturschutzgebiets Blinder See kritisch kommentiert oder den Straubenhardter Windpark eher gelten lässt, um welchen der Westweg ein Stück nach Osten verlegt werden musste, um nicht die Zertifizierung als Premiumwanderweg zu gefährden. Auch massentouristische Exzesse à la Mummel- oder Titisee werden weder geschönt noch ausgelassen. Und dennoch beschreibt er die Wanderung als beglückendes und bereicherndes Erlebnis – ausgenommen die allerletzten schnurgeraden Kilometer bis ins Ziel: „Seit Lörrach fürchte ich das Ende des Wegs. So sieht die Welt aus, in die ich nach dem Ende dieser Wanderung zurückmuss.“
Ob freilich der Schwarzwaldverein sich nächstens nicht noch zu vielen Verlegungen des Westwegs (auf seine neue Gesamtlänge von dann geschätzt 350 Kilometern) genötigt sehen wird, wenn all die von den Regionalverbänden derzeit ausgewiesenen Vorranggebiete mit Windparks zugestellt sein werden? Und ob sich der Autor dann nochmals zu einer Westwegtour aufraffen könnte, erscheint zweifelhaft. „Hier oben“, schreibt er auf S. 165, „bin ich empfindlicher. Ich suche eine Insel im Meer der Funktionalität, brauche Abstand von den kalten Lösungen der Technokraten. Im Wald will ich mich erholen von den Anstrengungen permanenter Veränderungen. Deshalb verträgt der Blindensee kein Windrad.“
heute geht es um spektakuläre Zaunkönignester. Erinnern Sie sich noch an die beiden Nester in einem Quaderballen Heu bei Paul Franch in Kraichtal-Neuenbürg? Also, vor wenigen Jahrzehnten gab es noch keine Quaderballen. Man sieht, die Vogelwelt lernt dazu. Was sagen Sie aber zu den Bildern unten? Beim letzten Beitrag ging es um das Fremdnesten einer Blaumeisenbrut in einem Mehlschwalbennest. Dieses Mal könnte man sagen, es geht um eine nicht genehmigte Umnutzung.
Frau Nadine Lienhard-Blum aus Hohberg, südlich von Offenburg gelegen, hatte diese Bilder in die Hinterwälder-Whatsapp-Gruppe gestellt. Meine Neugier war geweckt. Sie hatte die Jacke, wahrscheinlich weil es ihr zu warm wurde, auf dem Heuboden an einen Nagel gehängt und dort belassen. Sie war beschäftigt, über dem Milchziegenstall Heu auf den Futtertisch zu gabeln. Dreimal am Tag macht sie das. Das hat den Zaunkönig nicht vom Nestbau im Kapuzenbereich abgehalten, was nur zwei Tage dauerte. Vermutlich herrschte Legenot und es eilte ein bißchen. Freundlicher Weise hatte Nadine vollstes Verständnis für die Umnutzung und lies die Zaunkönige gewähren.
Für die Brutzeit bis zum Ausfliegen kann man mit gut vier Wochen rechnen. Das Brüten erfolgt nur vom Weibchen, es muss sich sogar selber versorgen. Auch die Jungenversorgung ist großteils Frauensache. Erst wenn die Jungen ab Tag 8 nach dem Schlüpfen betteln, helfen die Männchen sporadisch mit. Unmögliches Verhalten möchte man sagen. Was auf der Jacke zu sehen ist, die enorme Staubbildung innerhalb kurzer Zeit. Aber Abstauben war natürlich verboten. Logisch, oder?
Etwa zeitgleich schickte Edmund Zeiser aus Zimmern unter der Burg die Bilder unten. Zu sehen ist eine Skaterbahn. Finden Sie das herrliche Nest auf der Skaterbahn? Man muss wirklich genau hinschauen, um anhand des braunen Laubknäuels an der zweiten Stangen von hinten gesehen die Nestlage zu finden. Man hat fast den Eindruck, dass der Zaunkönig das Nest gegen die Schwerkraft erbauen konnte. Er ist natürlich ein Leichtgewicht mit etwa 9 Gramm Körpergewicht, so dass diese Aufhängung gereicht haben sollte. Trotzdem ein richtiger Nestbauhammer, das finden Sie sicherlich auch.
Vielen Dank Nadine Lienhard-Blum und Edmund Zeiser für die Möglichkeit, die besonderen Zaunkönignester zu sehen und über sie zu schreiben.
Es reicht nicht, wenn wir überall den Mund halten und in der 2. Reihe den Herren zuschauen. Es reicht nicht, wenn wir als Lob dafür unseren Männern immer brav im Hintergrund den Rücken gestärkt zu haben, einen Blumenstrauß überreicht bekommen. Es reicht nicht, das Reden den Männern zu überlassen, nur weil die sich dafür so gerne selber loben.
Es geht um die 4.000 Hüfinger Frauen, die es sich in der 2. Reihe bequem gemacht haben!
Geht wählen! Bleibt nicht zuhause!
aktualisierter Originalbeitrag vom 1. Februar 2024
Liebe Hüfingerinnen,
wir leben noch in Deutschland und nicht in Afghanistan. Ich zumindest will, dass dies so bleibt! Es reicht mir ständig gegen eine Wand anzurennen! Es reicht mir von den Männern bedroht zu werden, weil ich eine von zwei Frauen bin, die den Mund auf machen!
Ich weiß durchaus, dass für Parität und Mitbestimmung zu sorgen eigentlich die Aufgabe eines Bürgermeisters wäre. Aber wir haben nunmal keinen. Das wird sich hoffentlich im Sommer ändern, aber die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist eben nicht alles den Männern zu überlassen.
Gleich 2019 hatte mir der Bm in einer öffentlichen Sitzung während einer „Debatte“ (so wie das die Männer nennen) gesagt, dass meine Meinung unwichtig sei und auch nicht interessiere. Klar ist das so für die Männer, aber hatte ich deswegen den Mund gehalten? Darauf hin hat er mir mehrfach gedroht mich zu verklagen, auch über die Kommunalaufsicht und sein Fraktionssprecher sowieso, aber nein, es ist den Männern nicht gelungen, dass ich den Mund halte. Ein Resultat davon ist der Hieronymus.
Lasst euch nicht klein reden! Ihr habt eine Meinung und dürft die auch sagen! Meint ihr denn die Männer schwätzen in ihren „Debatten“ klug?
Jetzt im Wahlkampf könnt ihr euch die Listen und Kandidatinnen genau anschauen. Es gibt sie, die Frauen die ihre Meinung sagen und sie auch vertreten – für uns alle!
Der hier dargestellte Film setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, so sind auch nachfolgende Jahre filmisch mit festgehalten.
In der ehemals Fürstenbergischen Oberamtsstadt Hüfingen haben Feste, die Musik sowie die bildende Kunst eine lange Tradition. Letztere führte auch dazu, dass es gerade hier zu einer der farbenprächtigsten Fronleichnamsprozessionen nördlich der Alpen kommen konnte. Aus einer lokal begrenzten allgemein üblichen Fronleichnamsprozession wurde in Hüfingen ein Prunkaufzug im Rahmen europäischen Festwesens. Wie konnte es dazu kommen? Im Jahr 1841 brach der 26jährige Franz Xaver Reich zu einer Studienreise nach Italien auf. In Rom arbeitete er in Werkstätten bedeutender Meister und wurde dort auf die beiden Städtchen Portici und Resina aufmerksam.
In den beiden Orten wurden schon zur damaligen Zeit der Prozessionsweg mit Blumen des mediterranen Raumes ausgelegt. Dieser Brauch hinterließ bei dem jungen Hüfinger Künstler einen bleibenden Eindruck, so dass er bereits, nach dem er im Frühjahr 1842 in seine Heimatstadt zurückgekehrt war, dort am 8. Mai den ersten Blumenteppich nach süditalienischem Vorbild vor seinem Haus – heute Nr. 5 – legte. Im Jahr darauf war die Begeisterung unter der Bevölkerung so groß, dass sich alle Anwohner dem Blumenlegen angeschlossen hatten. Mit den ersten Filmaufnahmen aus dem Jahr 1931 von Ernst Kramer, welche ich von Herrn Dr. Karl Preis zur Auswertung und Verbleib bekommen habe, besitzt Hüfingen Bild und Filmmaterial von außergewöhnlichem Wert.
Zum Inhalt des Films:
Da ich selbst kaum mehr Personen, die im Film dargestellt sind kenne, habe ich mich schon früh mit älteren Bürger*innen unterhalten. So zum Beispiel mit Otto Böhm, einer „Institution“ in Sachen Hüfinger Kirchengeschichte. Er sagt zum Inhalt folgendes aus:
„Die Schwestern mit den großen weißen Hauben sind die barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul; Vinzentinerinnen aus dem Mutterhaus in Freiburg. Sie waren im städtischen Krankenhaus, haben die Kinderschule und die Nähschule betreut und eine von ihnen war die Städtleschwester; sie hat Hausbesuche gemacht und die Kranken betreut. Die Vinzenzschwestern waren auch im Landesspital; dort waren es mehr als im Krankenhaus. Sie waren seit 1862 dort und haben die alten Menschen gepflegt. Im Ganzen dürften ungefähr 20 bis 25 Vinzentinerinnen in Hüfingen gewesen sein“.
Ferner:
„Die Schwestern mit den schwarzen Hauben sind Franziskanerinnen aus dem Kloster Erlenbad. Sie waren zu erst in Neudingen im Kloster Mariahof. In den 1920er Jahren brannte das Kloster ab und die Schwestern übernahmen in Hüfingen das Heim für schwer erziehbare Knaben, das bis dahin in privaten Händen war. Die Schwestern übernahmen den Namen ihres Klosters in Neudingen und so wurde aus dem alten Zuchthaus das Heim Mariahof. Die Einrichtung wurde vom Caritasverband übernommen und von einem Priester geleitet. Der erste Rektor im Knabenheim war Hermann Kast, dann kam Franz Enz und danach Hans Haiber.
Das Krankenhaus wurde in den 1970er Jahren geschlossen. Im Landesspital und im Heim Mariahof wurden die Schwestern in den 1990er Jahren von den Mutterhäusern, wegen Schwesternmangel abberufen“.
Auch zwei Geistliche konnte Otto Böhm im Film identifiziere: Zum einen Pfarrer Theodor Renner und der schon erwähnte Prof. Hermann Kast.
Des weiteren ist die Stadtmusik Hüfingen unter der Leitung von Josef Hutzler mehrfach gut erkennbar. Hutzler war von 1935 bis 1963 Stadtmusikdirigent.
Die Stadtmusik ist in ihrer Art einer der ältesten Klangkörper in Süddeutschland. Erste urkundliche Erwähnungen gehen bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Mit den vier Prozessionsmärschen, mit welchen die Stadtmusik den Festzug begleitet und jedem Hüfinger das Herz höher schlagen lässt, hat sich nicht nur Franz Xaver Reich ein Denkmal gesetzt.
Übrigens, bis 1915 feierten die Hüfinger ihren Herrgottstag, wie es allgemein üblich war so, dass der Teppich unmittelbar nach dem Festgottesdienst weggeräumt wurde. Auf besonderen Wunsch des damaligen Stadtpfarrers Schatz ließen sie aber 1916 die Blumen erstmals bis in den Nachmittag hinein liegen, damit auch Auswärtige, beispielsweise das Fürstenhaus, die Gelegenheit hatten, sich an dieser gelungenen Volkskunst zu erfreuen. Wie groß der Stellenwert auch weit über Süddeutschland hinaus geht, sieht man daran, dass schon im Jahr 1955 der Päpstliche Nuntius – Bischof Aloysius Munch – extra aus der damaligen Bundeshauptstadt Bonn zur Prozession angereist war.
Es ist sehr bedauerlich, dass dieses Jahr auf die schöne und traditionsreiche Feierlichkeit leider verzichtet werden muss.
Ein Trost bleibt: Nächstes Jahr ist wieder „Herrgottstag“ und bis dahin haben wir ja unseren tollen Film von Ernst Kramer!
Liebe Bürgerpostleser, vor kurzem schaute ich nach, ob der Schwalbenturm am neuen Standort am Mühlkanal im dritten Jahr der Umsiedlung von Mehlschwalben besiedelt wird. Leider ist das wiederum nicht der Fall. Dann schaute ich unweit davon nach einer zehn Nester umfassenden Kolonie unterm Dach, dort waren die Nester besetzt. Die jungen Schwalben waren noch nicht geschlüpft. Trotzdem hörte ich unterm Dach Jungvögel Gepipse und war kurz irritiert. Aber nicht lange. Erkennen Sie die Ursache? Ein Blaumeisenpaar hat ein Mehlschwalbennest besetzt. Das ist doch der Hammer, finden Sie nicht auch?
Dass Meisen in Briefkästen brüten, habe ich schon mal aus dem Glottertal beschrieben. Auch andere erstaunliche Wohnhöhlen wie Wasserpumpen und Öffnungen von Verkehrsschilderrohren sind schon benutzt worden. Aber dass sie Mehlschwalbennester beziehen, das habe ich noch nicht erlebt oder gehört. Vielleicht Sie als Leser. Wenn ja, bin ich über eine Rückmeldung dankbar.
Am Samstag 25. Mai 2024 haben sich Christina Meckes, Patrick Haas und Andreas Hofmann in der Ratsstube bei der LBU Hüfingen vorgestellt.
Nach einer kurzen Einführung von Peter Albert haben die Kandidaten ihre Motivation erläutert.
Andreas Hofmann
Andreas Hofmann hat 40 Jahre Führungsverantwortung und will diese Erfahrung in die Waagschale als Bürgermeister werfen.
Christina Meckes
Christina Meckes meint, man muss wissen in welchen Hafen man segeln will, um die Segel richtig zu setzen.
Patrick Haas
Patrick Haas will schon immer Bürgermeister werden. Ihn reizen die Gestaltungsmöglichkeiten gegen alle Schwierigkeiten. Er möchte etwas erschaffen und gestalten.
Moderation von Nicole Schönecker und Fragen von Till Röthele, Emine Sems, Christa Knust, Otto Merz, Petra Wetzel, Dorothea Hepting und Peter Albert.
Die erste Frage ging über Hinterzimmerpolitik, für die Hüfingen bekannt ist, und wie man damit umgehen will.
Christina Meckes meinte, dass hier keiner sagen wird, „das finde ich gut“. Was aber wichtig sei, ist Vernetzung.
Patrick Haas: Da er von aussen komme, war für ihn sehr interessant unbelastet Gespräche in alle Richtungen zu führen. Transparenz sei hier sehr wichtig und Intransparenz führt zu Problemen.
Andreas Hofmann: Für ihn ist wichtig in keiner Partei zu sein. Ebenso mit Vereinen, er möchte auch kein Mitglied in einem Verein sein, damit dann keine Bevorzugung hinterher gesagt wird.
Christina Meckes: Transparenz ist durch Digitalisierung heute leichter zu handhaben. So habe man durch eine Kommunal App ein ganz einfaches Mittel. Man dürfe Gleichbehandlung nicht mit Fairness verwechseln. Es kann nicht jeder gleich behandelt werden, weil nicht alle gleich sind, aber es sind eben alle gleich viel Wert.
Andreas Hofmann: Die Vereinsförderung sollte überarbeitet werden. Die Gemeindeordnung sollte auch offen gelegt werden. Es muss alles einsehbar sein.
Patrick Haas: Vereinsförderung ist ja genau das Mittel wo man Fairness herstellen kann. Man muss sich das mit den Vereinen anschauen und anpassen. Es braucht einen Ansprechpartner in der Verwaltung. Bisschen was abnehmen, damit der Spaß nicht verloren geht.
Es ist soviel im Wahlkampf passiert gerade bei Vereinen, die waren noch nie so wichtig die letzten Jahre. Zitat von Otto von Bismarck: „Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl und während des Krieges.“ Wie stehen Sie zu dieser Aussage?
Patrick Haas: Es ist nicht Beruf sondern Berufung. Es ist nicht einfach immer im Wind zu stehen. Ich möchte gerne länger als eine Amtszeit im Amt bleiben und in Hüfingen eine Familie gründen. Dafür ist gute Arbeit und Ehrlichkeit nötig. Leere Versprechungen sind hier fehl am Platz und kosten unglaublich Vertrauen, auch im Wahlkampf.
Andreas Hofmann: Für ihn ist Ehrlichkeit unerlässlich. Eine Lüge ist eine Legende an die man immer wieder anknüpfen muss.
Christina Meckes: Für sie gehört ein Bürgermeister nicht ins Rathaus sondern zu den Bürgern. Klar ist es Verwaltungsarbeit, aber man muss auch mal aus dem Fenster schauen und in Verbindung bleiben. Ziel ist keine Bürgermeistersprechstunde mehr zu brauchen, da man die Bürgermeisterin eh immer sprechen kann.
Wie wollen Sie die Jugendlichen in Hüfingen erreichen?
Christina Meckes: So schwer ist es nicht die Jugendlichen zu erreichen. Jugendliche sind viel politischer, als man sich das vorstellt. Sie war am Bahnhof und es hat mit einer Pizza sehr gut funktioniert. Jugendarbeit funktioniert nicht mit einem Auftrag. Also hin gehen und sagen kommt ins Jugendhaus, weil da wo ihr gerne steht, stört ihr. In Hüfingen haben wir verpasst die Jugendlichen mitzunehmen die nicht in Vereinen sind. Vereinsarbeit kann professionelle Jugendarbeit nicht immer ersetzen Wir haben Themen die Jugendliche mitbringen, man muss sie nur sprechen lassen und auch zuhören.
Andreas Hofmann: Will einen Jugendgemeinderat etablieren.
Patrick Haas: Für ihn war es eine unfassbar lehrreiche Zeit, die Jugendarbeit. Es war learning by doing. Wobei Mönchweiler ist eh eine Leuchtturmgemeinde. Die Frage ist: „Wie beteiligt man?“ Die Kinder und Jugendlichen sind mit der Zeit aufgeblühlt. Die Entwicklung war sehr interessant, wie politisch und auch mutig sie geworden sind. Und wie zentral es ist, dass der Bürgermeister mit dabei sitzt. Wir haben in der Demokratie ein Problem mit Politikverdrossenheit. Wir haben es in der Hand die Generation die folgt politisch zu bilden. Es hat sich verändert, wie wir die Kinder erziehen. Psychische Erkrankungen steigen, weil vieles nicht im familiären Kontext aufgefangen wird. Genau die Jugendlichen müssen wir auffangen, die nicht vom Verein oder der Familie aufgefangen werden können.
Was ist wichtiger Naturschutz oder Wirtschaft?
Patrick Haas: Will einen Konsens finden. Wirtschaft bringt ja auch Geld, man muss die Balance finden und den Konflikt jedes Mal wieder neu verhandeln.
Andreas Hofmann: Wurde bei der Bundeswehr in Punkto Naturschutz erzogen und habe sich gerne daran gehalten.
Christina Meckes: Meint dass beides Hand in Hand gehen kann.
Zum Dank überreicht Peter Albert den Kandidaten einen guten Holzhammer.
Die Diskussion ging drei Stunden und oben ist natürlich nur eine kurze Zusammenfassung. Wer sich eingehender informieren möchte, findet auf den oben verlinkten Internetauftritten die einzelnen Zeitpläne der Kandidaten.