IGEL-Gefahren – Was jeder tun kann!

21. März 2022 von Manuela Martin von der Igelhilfe Eigeltingen

GEFAHR Mähroboter
Rasentrimmer und Motorsensen

Tagsüber schlafen Igel in hohem Gras, unter Hecken, Büschen, Bodendeckern oder Laub. Der Igel ist kein Fluchttier, er rollt sich bei Gefahr nur ein oder bleibt auf der Stelle sitzen. Dies wird ihm leider oft zum Verhängnis. Igel geben selten Schmerzenslaute von sich. Ein verletzter Igel schleppt sich mit letzter Kraft ins Gebüsch und verendet dort qualvoll.

Setzen Sie MÄHROBOTER nur tagsüber (zwischen 10.00-17.00 h) ein, wenn das Nachttier Igel schläft. Aber Achtung: In den Monaten August und September wärmen sich Igelbabys schon mal auf dem Rasen in der Sonne auf und erkunden die Gärten! Machen Sie den

„Apfel-Test“.

Legen Sie dazu einen 200 gr. Apfel ins Gras und beobachten Sie, ob das Gerät über das Hindernis oder drum herum fährt. Stellen Sie dem IGEL zuliebe einen

Bodenabstand von 4,5 cm oder weniger ein!

Rasentrimmer und Motorsensen können unsere kleinen stachligen Igelfreunde schwer verletzen oder gar töten. Mähen Sie nur bis ca. 30 cm über dem Boden.

Dann sieht man ob ein Igel sich dort zum Schlaf hingelegt hat. Sie können den Bereich auch vorsichtig mit einem Rechen absuchen.

Ein kleiner Gartentipp: Da motorbetriebene Gartengeräte auch Insekten häckseln, sparen sie Blühinseln aus, als Refugium für Insekten und Käfer und als natürliche Nahrungsquelle für Bienen und Igel.

Danke, dass Sie mithelfen, unnötiges Tierleid zu vermeiden!

Fremdverwaltet von oben herab

Schon öfters hatte ich mich beschwert, dass Hüfingen undemokratisch und aus historischen Gründen Stuttgart unterstellt wurde. Deswegen gilt bei uns eine Verfassung die 1953 von schwäbischen Männern beschlossen wurde. In dieser Verfassung steht: Das Land Baden-Württemberg ist ein republikanischer, demokratischer und sozialer Rechtsstaat und Die Staatsgewalt geht vom Volke aus. Deswegen dürfen wir alle 5 Jahre wählen. Um zu gewährleisten, dass Hüfingen keine Rolle in Stuttgart spielt, wurden wir zum Wählen dem württembergischen Tuttlingen zugeteilt. Ob das wohl die Rache für das Wahlergebnis von 1950 war, bei dem Hüfingen mit über 60% für Baden war und Tuttlingen zu 95% dagegen gestimmt hatte?

Um sich nicht direkt mit uns auseinanderzusetzen zu müssen, hat Stuttgart ein Regierungspräsidium (RP) in Freiburg errichtet das uns verwaltet. Als mittlere Landesbehörde steht das RPF zwischen dem Land Baden-Württemberg und der kommunalen Ebene. Das Regierungspräsidium zählt 1.718 Mitarbeiter darunter 809 hoch bezahlte Beamte.(Zahlen, Daten und Fakten RPF, abgerufen am 15.01.2025). Der Regierungspräsident wird genau so wenig vom Volk gewählt wie der Erste Landesbeamte oder der Landrat. Aus diesem Grund lassen sich bei den hoch bezahlten Stellen fast nur Männer finden die meiner Meinung nach viel zu viel Macht haben und nicht kontrolliert werden.

So bestimmt das RPF mit Macht und Steuergeld von oben herab wer was wie zu tun habe und missachtet die Bedürfnisse der Kommunen und die Sinnhaftigkeit seiner Maßnahmen. Deswegen möchte ich hier eine kleine Liste für Hüfingen zusammenstellen.

Lidllager

Als erstes muss man das Lidllager erwähnen, das ohne Sinn und Verstand auf eine Feuchtwiese geknallt wurde. Das Lager ist größer als die Hüfinger Altstadt und widerspricht nicht nur EU Recht, sondern auch Landesrecht. Es wurden 5 ha geschützte Biotope und Streu- und Nasswiesen versiegelt. Hier gibt es die Ausführungen von Prof. Dr. Günther Reichelt dazu: https://hieronymus-online.de/lidl-erweiterung. Dies alles unter Umgehung sämtlicher Gesetzte und ohne vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung.

Auch wurde auf das 46.969,22 m2 große Dach keine Photovoltaikanlage gebaut, da das Zentrallager so billig wie möglich gebaut wurde, so dass auch nachträglich keine Photovoltaikanlage mehr möglich war. https://hieronymus-online.de/kein-photovoltaik-fuer-lidl/

esb (Energieversorgung Südbaar GmbH & Co.KG)

Die Hüfinger Anteile an der esb wurden 2023 von der CDU und der FDP/FW/UWV verkauft. Die esb gehört der Kapitalgesellschaft Energiedienst Holding die sich jetzt Naturenergie Holding AG nennt, der Hauptaktionär ist die EnBW. Die Naturenergie Holding AG hatte 2024 eine Dividendenrendite von 3,54 % (Abgerufen am 20.01.2025).

Seit dem Rückkauf der Hüfinger Anteile plant die esb ein Umspannwerk an der B33 in Sumpfohren. Um den Gewinn an dem Umspannwerk den Aktionären zu sichern hat die esb hierfür landwirtschaftliche Fläche gekauft die nach ASVG der Landwirtschaft vorbehalten ist.

Dies wird vom RPF mit volkswirtschaftlichen Belangen begründet. Es stellt sich hier die Frage, warum das RPF der Ansicht ist, es sei ein volkswirtschaftlicher Belang, dass der Boden der esb gehören muss? Womöglich geht es hier eher darum, privilegiert bauen zu dürfen und die Gewinne an den Landwirten vorbei für die Aktionäre zu sichern?

Also die Genehmigung vom RPF wird genutzt, um ein Bauwerk planungsrechtlich nicht über ein Bebauungsplanverfahrenn bauen zu müssen sondern um es privilegiert bauen zu können.

Das RP hat die Gemeinde Hüfingen ausgehebelt!

Das RP und das Landwirtschaftsamt haben den Kauf am 20.12.2024 genehmigt.

Es soll anscheinend ein Baugenehmigungsverfahren nach §35 BauGB stattfinden, ohne alle Träger öffentlicher Belange zu hören.

Dieser Trick eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu verhindern, erinnert stark an den Lidl weswegen ich diese Geschichte vorangestellt habe. Aber wie es hier weiter geht ist noch nicht gesetzt und wir können gespannt sein.

Die Frage die sich hier aber immer wieder stellt ist warum Gesetzte immer irgendwie positiv für esb oder Lidl ausgelegt werden?

Tod der Singschwäne

Das Gebiet an der B33 war bis 1983 über Jahrhunderte das Zuhause von Singschwänen bis das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt in Stuttgart nicht nur diese Vögel der Vernichtung preis gab. Also bestimmten auch damals Stuttgarter Männer über unsere Heimat. Diese Geschichte kann bei Eva Zeller im gleichnamigen Buch nachgelesen werden.

Prof. Dr. Günther Reichelt hatte damals gekämpft und verloren. Verloren haben wir die die Großen Brachvögel, die Zwergtaucher, die Löffel-, Reiher-und Pfeifenten, vor allem aber die Traditionsplätze zur Überwinterung der Singschwäne.

Damals hat Stuttgart unsere Tierwelt unter die volkswirtschaftlichen Belange der Industrie gestellt. Um so mehr hat es alle Ökologen und Ornithologen auf der Baar gefreut, als der Wiesenackerhof ein Artenschutzprojekt für den Kiebitz umgesetzt hatte. Ein großer Traum von Professor Dr. Reichelt ist in Erfüllung gegangen und leider konnte er die Rückkehr des Kiebitz auf die Baar nicht mehr erleben. Bis zu den „fast überall gegenwärtigen lauten Brutgenossenschaften der Kiebitze“ ist zwar noch ein sehr weiter Weg, aber ein Anfang war gemacht.

Ja, der Anfang war gemacht. Ob die esb darauf Rücksicht nimmt, wenn sie in unserem Vogelschutzgebiet ihrem „privilegiertem Bergbau mit volkswirtschaftlichem Belange“* nachgeht?

* Bergbau ist die Begründung des RPFs für die angeblichen wirtschaftlichen Belange der esb

Lärmschutzwand und Ausgleich

Ein wahres Monument der Unfähigkeit des RPFs (in diesem Fall der Abteilung 4, Straßenbau) befindet sich an der B27 – im Volksmund Halfpipe genannt.

Hier wurden alle Pläne unseres Altbürgermeisters und der SPD vom RPF verworfen. 2016 dann, als uns Anton Knapp wegen seines verdienten Ruhestandes, nicht mehr beschützen konnte, hat das RPF die Chance ergriffen, eine sehr spezielle Firma für eine nie gewollte Halfpipe zu beauftragen. So mussten wir für eine vollkommen verpfuschte „Lärmschutzwand“ die nicht den Lärm sondern den Verkehr aufhält, bezahlen. Dieser ganz Zustand wurde schon in sieben (7!) Artikeln auf dem Hieronymus besprochen und wir sind alle müde davon.

Ausgleichsprojekt im Binsengraben

Aber passend dazu ist das absolut geniale Ausgleichsprojekt des RPF, Abteilung Straßenbau, zur B27 im Hüfinger Binsengraben. Weil dort wurde jetzt schon die 2. Generation Eiben mit Biberschutz gepflanzt. Die 1. Generation ist zum Erstaunen aller gestorben.

Europäische Eibe (Taxus baccata) mit Biberschutz im Binsengraben

Fortsetzung folgt

5 Jahre Hieronymus – in tempore mutationis

Liebe Hüfingerinnen, liebe Hüfinger,

Achtung dies ist ein Jahresendbettelbrief!

Im Sommer 2019 habe ich den Hieronymus gegründet, der erste Blogeintrag war am 19.07.2019.
Seit da hat sich viel verändert. Ursprünglich aus Frust über eine unehrliche Zeitung gegründet ist über die Jahre mehr entstanden als ein rein politischer Blog einer rebellierenden Fraktion.

Obwohl ich mich immer um größtmögliche Transparenz bemüht hatte, gab es die verrücktesten Gerüchte und Behauptungen auf die ich nicht näher eingehen will.
Was heute wohl jeder weiß: Der Hieronymus-online ist mein ganz persönliches Steckenpferd und wird von keiner Partei finanziert noch unterstützt. – Das Gegenteil ist der Fall.

In den letzten 5 Jahren hat sich der Hieronymus immer wieder gewandelt und all das hätte ohne Euch nicht funktioniert. Deswegen bedanke ich mich bei allen Mitstreitern – Ihr habt durch Eure Beiträge, Überlegungen und auch Kritik den Hieronymus mit Leben gefüllt!

Dankeschön!

Ich habe überlegt was für mich das Schönste in den letzten 5 Jahre war und kam auf das Konzert mit Tanja Futter und Thomas Heinsohn in St. Verena und Gallus. Weswegen ich es hier extra noch einmal erwähne.

So, dann kommen wir zu meinem Steckenpferd, dem Hieronymus. Das Finanzamt bezeichnet ein Steckenpferd als Liebhaberei – man könnte es Neudeutsch auch als Hobby bezeichnen, also ein Hobby das Geld kostet. Eine Webpage braucht nämlich zu allererst mal Speicherplatz, einen sogenannten „Host“, natürlich einen Namen, der registriert sein muss und dann muss auch der „Traffic“ (die verschiedenen Besucher in einem Zeitraum) bezahlt werden.

Der Hieronymus hat (Stichtag 24.11.2024) 851 Beiträge, 4.907 Bilder, 1.134 Kommentare, 246 Audios, 105 Videos und 64 Dokumente gespeichert. Der Traffic ist recht unterschiedlich, aber bewegt sich zwischen 4.000 und 10.000 Besuchern im Monat.

Es ist so, dass dies alles dem großen, weiten www nicht entgangen ist. „Traffic“ bedeutet nämlich „Klicks“, Kommerz und Geld. Deswegen blinkt bei anderen, kommerziellen, Seiten überall Werbung auf. Eine weitere Möglichkeit Geld zu verdienen ist „Content“. Man bekommt hier Anfragen was es kosten würde einen Artikel auf seiner Webpage zu platzieren. Dieser „Content“ soll dann die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser auf sich ziehen. Eure Aufmerksamkeit ist Geld wert! Eine andere Möglichkeit ist eine sogenannte „Paywall“, hier bekommen nur der bezahlende Gast Einblick in den Inhalt einer Seite.

Ich habe mich für eine barrierefreie Seite entschieden.
Das bedeutet keine Werbung, kein bezahlter Inhalt und auch keine Bezahlung für Artikel.

Womit wir wieder bei der Liebhaberei sind.

Jeder der mich kennt weiß, dass mir neben dem Hieronymus die Natur von Hüfingen wichtig ist. Unten ist der Artikel über die Freunde der Natur, die wir 2021 wieder gegründet haben.
– Auch auf Basis vom Hieronymus.

Die Freund der Natur Hüfingen e.V. sind als gemeinnützig vom Finanzamt anerkannt und beim Amtsgericht Freiburg in das Vereinsregister unter der Nummer VR 703285 eingetragen, die Steuernummer ist 22101/42953. Spenden und Mitgliedsbeiträge können als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Wenn im Betreff die Adresse angegeben wird, dann schicke ich im Januar einen Spendenbescheid.

Freunde der Natur e.V.
DE11 6945 0065 0151 0739 22
SOLADES1VSS
Sparkasse Schwarzwald-Baar

Ich bitte Euch heute und hier um Spenden für den Verein Freunde der Natur Hüfingen e.V.

Die Freunde der Natur Hüfingen vertreten die Natur und Landschaft auf der Baar und stehen für Bürgerbeteiligung.  Die Freunde der Natur Hüfingen bilden mit den Mitgliedern eine basisdemokratisch organisierte Ehrenamtsorganisation. 

Zur Wiedergründung der Freunde der Natur am 7. August 2021

Ein alter Briefkopf zeigt Hüfingen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Pflanzungen der Freunde der Natur.

Treibende Kraft der Freunde der Natur waren und Luzian Reich senior  (7.01.1787 in Bad Dürrheim – 18.12.1866), Maria Josefa Reich (Schelble) (18.03.1788 -12.11.1866) und ihr Bruder Johann Nepomuk Schelble (16.05.1789 – 7.08.1837 in Hüfingen).

Johann Nepomuk Schelble war auch Gründer und Direktor des Cäcilienvereins in Frankfurt a. M. und Hofsänger in Wien. Seine Schwester Josefa war mit Luzian Reich senior verheiratet und alle gehörten dem Hüfinger Künstlerkreis  an.

Luzian Reich senior und Maria Josefa Schelble 1865

Zu den Unterstützern der Freunde der Natur Hüfingen gehörte auch der damaligen Stadtrat Heinemann. Vermutlich war dieser Stadtrat Heinemann der Vater von Johann Nepomuk Heinemann, der später Elisabeth Reich heiratete und zusammen mit Lucian Reich den Hieronymus verfasst hat.

Das Staatsarchiv Freiburg hat einige Unterlagen über die Freunde der Natur Hüfingen, die uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.

Der Verein Freunde der Natur Hüfingen war weit über die Landesgrenzen bekannt. Zu seinen Unterstützern zählten auch Johann Wenzel Kalliwoda, dem Hofkapellmeister am Hoftheater Donaueschingen und Salomon Gugenheim aus der Schweiz. Johann Wenzel Kalliwoda hatte 1853 für Lucian Reich im Bruder Martin ein Weihnachtslied geschrieben:
https://hieronymus-online.de/der-heilige-weihnachtsabend-und-das-krippelein/

Spendenliste Freunde der Natur etwa 1820 (Staatsarchiv Freiburg)

Der Verein Freund der Natur Hüfingen vor der Nistkästenpflege auf der Jungviehweide im Herbst 2024

https://www.freunde-der-natur-huefingen.de/

Kontroverse um die Erweiterung des Baugebietes „Im Einfang“ in Sumpfohren

Dietrich Weller im Namen des NABU (Naturschutzbund Deutschland) Landesverband
Baden-Württemberg e.V. am 9.12.2024

Hannah Miriam Jaag am 24.10.2024 in der Gemeinderatssitzung

Zur Einführung ging das Büro Gfrörer 34 Minuten auf die einzelnen Einwendungen in der Abwägungstabelle ein. Der Ortschaftsrat stimmte dem Baugebiet einstimmig zu.

Der Gemeinderat beschließt mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung den Bebauungsplan.

Bebauungsplan „im Einfang -Erweiterung“

Baugebiet Sumpfohren wieder im Gemeinderat

Hannah Miriam Jaag am 23.Oktober 2024

Nächsten Donnerstag, am 24. Oktober 2024 kommt das alles wieder als TOP 6 auf die Tagesordnung. Die Geschichte des seit 10 Jahren schwellenden Konfliktes lässt sich anhand von hunderten Seiten (oder sind es tausende?) hier bei der Stadt Hüfingen runter laden oder anschauen.

Also der Aufstellungsbeschluss war am 27.06.2019 und folgende Unterlagen sind auf der Seite der Stadt hierzu:

  1. Abwägungsprotokoll der frühzeitigen Beteiligung in der Fassung vom 01.10.2024
  2. Abgrenzungsplan mit Geltungsbereich in der Fassung vom 01.10.2024
  3. Zeichnerischer Teil Bebauungsplan (Entwurf) in der Fassung vom 01.10.2024
  4. Planungsrechtliche Festsetzungen (Entwurf) in der Fassung vom 01.10.2024
  5. Örtliche Bauvorschriften (Entwurf) in der Fassung vom 01.10.2024
  6. Begründung zum Bebauungsplan (Entwurf) in der Fassung vom 01.10.2024
  7. Umweltbericht in der Fassung vom 01.10.2024
  8. Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag in der Fassung vom 01.10.2024
  9. Natura 2000-Vorprüfung Vogelschutzgebiet ‚BAAR‘ (8017-441) in der Fassung vom
    01.10.2024
  10. Maßnahmenkonzept für den Rotmilan in der Fassung vom 01.10.2024
  11. Geruchs-Immissionsprognose in der Fassung vom 30.08.2021
  12. Schalltechnische Untersuchungen in der Fassung vom 28.11.2022

Kontroverse um das neue Baugebiet Sumpfohren

Hannah Miriam Jaag am 05. Mai 2023

Ausschnitte aus dem öffentlichen Bebauungsplan „Im Einfang – Erweiterung“
Aushang über die Ortsbesichtigung

Heute war der Petitionsauschusss vom Landtag aus Stuttgart in Sumpfohren, um das geplante Baugebiet „Im Einfang-Erweiterung“ zu besprechen.

Wie oben ersichtlich war die Aussprache von 13:00 Uhr bis 14:35 Uhr im Rathaus. Anwesend waren die Landtagsabgeordneten Georg Heitlinger (Berichterstatter), Armin Waldbüßer und Niko Reith. Weiter eine Reihe Damen und Herren vom Regierungspräsidium Freiburg und vom Landratsamt Schwarzwald-Baar.

Hier gibt es ein paar Eindrücke:

Niko Reith begrüßt die Vertreter aus Stuttgart und vom LRA Schwarzwald-Baar Kreis
Der Berichterstatter und Landtagsabgeordnete Georg Heitlinger erklärt den Petitionsausschuss.
Niko Reith im Gespräch mit Katharina Bogenschütz.
Der Landwirt Bogenschütz trägt sein Anliegen vor.
Die Anhörung beginnt.
Max Bogenschütz erläutert die Probleme mit dem geplanten Wohngebiet.

Sorry, für die Ausschnitte der Fotos, aber ich saß relativ hinten.

Letztendlich konnte sich der Ausschuss das nun anhören und kann Kompromisse vorschlagen. Allerdings hat er wohl keine Weisungsbefugnis

Es gab eine lange Diskussion mit vielen Stellungnahmen. Ich habe einige angefragt und möchte diese gerne hier unten veröffentlichen. Deshalb will ich jetzt gar nicht viel dazu schreiben und zeige hier nur erst mal die Kuhwiese, um die es geht.

Unter der Kuhwiese kommen dann die Stellungnahmen vom LNV, vom Nabu und alle anderen, die mich hoffentlich bald per E-Mail erreichen.
Also, jeder, der was zu sagen hat: Bitteschön!


Stellungnahme zum Bebauungsplan des Wohngebiets „Im Einfang – Erweiterung“ in Hüfingen – Sumpfohren

Dietrich Weller am 05. Mai 2023, NABU -Schwarzwald-Baar

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bedanken uns für die Beteiligung im o,., Verfahren. Diese Stellungnahme erfolgt auch im Namen des NABU (Naturschutzbund Deutschland) Landesverband Baden-Württemberg e.V.

Die beabsichtigte Erweiterung geht aus unserer Sicht mit vielen Problemen einher, die durch die Planung nicht gelöst, ja zum Teil verschärft werden.

Seit jeher weisen wir darauf hin, dass jede überbaute Fläche eine Fläche ist, die für andere Nutzungen, insbesondere landwirtschaftliche, verloren geht. Dies führt zwangsläufig zu einer Intensivierung der Nutzung auf den verbleibenden Flächen. Angesichts des Krieges in der Ukraine halten wir hier eine deutlich stärkere Gewichtung dieses Belanges für angemessen. Viele Landwirte klagen über die steigenden Preise für Düngemittel und Pestizide. Diese werden zumindest bei ökologischer Landwirtschaft nicht erforderlich. Da Düngemittel und Pestizide bei der Herstellung mit dem Verbrauch von Erdgas zu verbinden sind, macht es Sinn auf diese Aspekte verstärkt zu achten.

Wir haben leider feststellen müssen, dass ein echtes prüfen der Unterlagen auf Richtigkeit de facto nicht möglich ist. Dies liegt daran, dass die herangezogenen Rechtsgrundlagen nicht vollständig mit der Nennung der Fassung genannt werden. So haben wir im Internet einen Hinweis gefunden, dass die Geruchsimmissionsrichtlinie Baden-Württemberg (GIRL) mit der Verabschiedung der TA-Luft 2018 außer Kraft getreten ist. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es uns im Rahmen unserer ehrenamtlichen Tätigkeit bisher nicht möglich war herauszufinden war, welche Vorschriften im vorliegenden Fall anzuwenden sind.

Wenn wir die alte GIRL anwenden, so kommen wir zu einer deutlichen Überschreitung der Grenzwerte, denn die Tiere werden ungefähr ein halbes Jahr auf der Weide gehalten, verbunden mit entsprechenden Gerüchen. Dies sind aber deutlich mehr als 10 Prozent der Jahrestage.

Auch beim Lärmgutachten stellen wir uns Fragen: Der vorgegebene Grenzwert wird knapp unterschritten. Da die VDI-Richtlinien nur gegen teure Bezahlung verfügbar sind (was eigentlich in einem Rechtsstaat ein Unding sein sollte, da nach ihnen entschieden wird), sehen wir uns nicht in der Lage die Aussagen des Gutachtens zu prüfen. Uns ist jedoch bekannt, dass Gutachter beim Lärm Zu- und Abschläge von bis zu 3 Dezibel (was einer subjektiven Lärmverdoppelung entspricht) vornehmen dürfen. Zumindest dies sollte klar erkennbar sein.

Ferner fällt beim Lärmgutachten im Vergleich mit dem Geruchsgutachten auf, dass die Auswirkungen einer Erhöhung der Tierzahl nicht berücksichtigt ist.

Wir können uns nicht wirklich vorstellen, wie man im Sommer auf seiner Terrasse sitzt, Kaffe und Kuchen vor sich, und dann von Fliegen der verschiedensten Arten umschwirrt ist. In einem reinen Wohngebiet würden wir jedenfalls etwas anderes erwarten.

Zum Artenschutz gilt das bezüglich der Rechtsgrundlagen. Hier stellt sich uns im Hinblick auf die FFH-Prüfung die Frage, ob die jüngste Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes Eingang gefunden hat. Insbesondere fehlt aus unserer Sicht eine Prüfung der Bedrohung von nicht FFH-Arten.

Das Herausnehmen kleinerer Flächen aus Schutzgebieten ist eine kreisweit übliche Praxis geworden. Diese Verluste und Verluste anderer bei der Ausweisung der Vogelschutzgebiete nicht berücksichtigter Nahrungsflächen für den Rotmilan, Weißstorch und andere sind jedoch in ihrer Summation zu betrachten. Der Hinweis auf landesweit zunehmende Rotmilanbrutpaare zieht hier nicht, denn unsere Zählungen belegen für den Schwarzwald-Baar-Kreis ein Beharren auf einem etwa gleichen Niveau mit Spitzen- und Tiefwerten über die letzten fast 30 Jahre.

Die Berechnung der Ökopunkte ist für uns nicht wirklich nachvollziehbar und erscheint von den Ansätzen her widersprüchlich. Hier sind zumindest ergänzende Erläuterungen erforderlich.

Wir bitten auch zu prüfen, ob es Sinn macht Abwasserhebeanlagen notwendig zumachen, die wartungs- und damit kostenintensiv sind, und dummerweise meist dann ausfallen, wenn man sie am meisten braucht, z.B. bei Gewittern.

Da es sich um die frühzeitige Beteiligung handelt, sind hier, die aus unserer Sicht wichtigsten Klärungspunkte dargestellt. Wir behalten uns das Einbringen weitere Punkte vor und stehen gerne zu erläuternden Gesprächen bereit.

Wir bitten um eine Einbindung im weiteren Verfahren.


Hüfingen-Sumpfohren, BP “Im Einfang-Erweiterung”, frühzeitige Anhörung

Hildegard Körner, LNV Arbeitskreis Schwarzwald-Baar, im Auftrag des Landesverbandes BUND, Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

diese Stellungnahme zum oben genannten Verfahren erfolgt im Auftrag des NABU Landesverbandes von Baden-Württemberg, des BUND Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg und des Landesnaturschutzverbandes von Baden-Württemberg. Vielen Dank für die Überlassung der Unterlagen und der Gelegenheit zur Stellungnahme.

Wie in der Begründung ausgesagt wird, soll durch den Bebauungsplan „eine geordnete städtebauliche Entwicklung des Plangebiets sichergestellt werden“. Dies wird mit dem vorgelegten Plan zwar innerhalb der Vorhabensfläche erreicht, aber keinesfalls im Bezug auf sein Umfeld:

In direkter Nachbarschaft befindet sich ein landwirtschaftlicher Betrieb mit seiner Hofstelle. Das nächstgelegene Stallgebäude ist gerade mal 70m entfernt. Die Weideflächen grenzen direkt an das Baugebiet. Die Zufahrt zum Hof erfolgt z.T. durch den Hofenweg, an den das Baugebiet angrenzt.

Konflikte wegen Lärm und Gerüchen mit den Bewohnern des geplanten Wohngebietes sind daher vorprogrammiert – z.T. bestehen sie bereits – und würden die Weiterexistenz und –entwicklung des biologisch-dynamisch (Demeter) wirtschaftenden Hofes massiv gefährden. Und das in Zeiten, in denen die Förderung der biologischen Landwirtschaft jüngst gesetzlich beschlossen wurde (Biodiversitätsstärkungsgesetz)!

Wie berechtigt unsere Befürchtungen sind zeigen die in der Begründung errechneten Immissionswerte, die nur wenige Zehntel unter den zulässigen Grenzwerten liegen. Abgesehen davon, dass die Berechnungsmethode und Grundlagen nicht dargestellt sind, liegen die angenommenen Tierzahlen unter den Zahlen, die dem Geruchsgutachten zugrundegelegt wurden. Die Entwicklung des Betriebs mit zunehmenden Tierzahlen – wie im Geruchsgutachten berücksichtigt – fehlt zudem völlig. Auch

die Annahme: Milchkühe „in geringem Umfang auf einer Wiese“ ist schlicht falsch, weil gerade bei einem Demeter-Betrieb der Weidegang die Regel und täglich ist. Im Sommer stehen die Kühe wegen der hohen Temperaturen tagsüber nachts auf der Weide.

Daher müssen wir davon ausgehen, dass die Grenzwerte der TA Lärm sicher nicht eingehalten werden können.

Für eine Weiterverfolgung der Planung wäre ein fundiertes Lärm-Gutachten mit realistischen Annahmen einschließlich Entwicklung des Betriebes erforderlich.

Leider zeigen die Erfahrungen hier und aus anderen Orten, dass auch bei Einhalten der Grenzwerte Tierstimmen und –gerüche, Erntearbeiten und andere landwirtschaftliche Tätigkeiten am Hof gerade in Neubaugebieten zu Konflikten führen, in denen oft Menschen wohnen, die emotional und vom Verständnis weit von der Landwirtschaft entfernt sind. Diese Konflikte für einen etablierten, zukunftsfähigen Biobetrieb in Kauf zu nehmen, zählen wir nicht zu einer „eine geordnete städtebauliche Entwicklung“ und unfair den Betreibern gegenüber.

Daher lehnen wir den Bebauungsplan ab.

Hinzu kommen noch folgende Punkte:

  • Betroffenheit EU-Vogelschutzgebiet (VSG) Zwar liegt nur ein kleiner Teil des Plangebietes im VSG, aber Horstplätze der FFH-Arten Rotmilan und Weißstorch liegen in unmittelbarer Nähe. Dazu eine Korrektur des NATURA-Vorprüfung: Alleine auf der Baar ist der Weißstorchbestand inzwischen auf über 40 Paare angestiegen (und nicht wie dargestellt 4 Paare!), auch in Sumpfohren brüten mehrere Paare. Nahrungshabitate, wozu für beide Arten auch Weiden gehören, in unmittelbare Horstnähe (<1km) sind als essentiel einzustufen, Verluste ab 10 ha erheblich. Angesichts der Baugebietsplanungen in den umliegenden Ortschaften Neudingen, Behla, Fürstenberg (alle < 3km Radius) ist die Summation in der Verträglichkeitsprüfung darzustellen. Die Aussage dort, es seien keine weiteren Vorhaben bekannt, ist ein weiterer Fehler des Gutachtens.
  • Grundstücksgrößen/ Bauweise:
    Mit den dargestellten Grundstücksgrößen und Zahl der Vollgeschosse ist eine Einzelhausbebauung mit max. 2 WE zu erwarten. Damit wird weder die angestrebte Einwohnerdichte von 50EW/ha erreicht, noch der „großen Nachfrage nach Wohnraum“ (Begründung) Rechnung getragen. In dieser Situation erwarten wir die Festsetzung kleinerer Grundstücke und Reihenhäuser, die die o.g. Einwohnerdichte auch erwarten lassen.
  • Grünordnung Baumpflanzung :
    Die Festsetzungen geben 1 Baum/200 m2 Grundstückfläche vor. Soll aus dem Neubaugebiet ein Wald entwickelt werden? Angesichts einer Überbaubarkeit von 60% halten wir das für völlig unrealistisch und ist der Versuch den Ausgleich zu minimieren.
  • Grünordnung Heckenpflanzung:
    Die „geordnete städtebauliche Entwicklung“ sieht eine Heckenpflanzung nach SO zur Eingrünung vor (vgl. Begründung). Warum nicht auf ganzer Länge?
    Zudem ist die Eingrünung dem Gesamtgebiet zuzuordnen und daher eine öffentliche Aufgabe. Die Festsetzung auf Privatgrundstücken halten wir wegen der fraglichen korrekten Umsetzung und Dauerhaftigkeit für nicht angebracht.
  • Retentionsmulde
    Die in der Begründung erwähnte „Naturnahe“ Gestaltung der Retentionsmulde ist weder festgesetzt noch so bilanziert. Bevor zusätzlich Flächen für den Ausgleich benötigt werden, wäre das Potential dieser Fläche auszuschöpfen z.B. mit einem gewissen Dauerstau, naturnaher Gestaltung der Form und Böschungen, naturnaher Vegetation (Hochstaudenflur) u.ä.

Wir bitten um weitere Beteiligung am Verfahren.

Zum Tod von Hermann Sumser

Unser herzliches Beileid an seine Witwe und allen Angehörigen.

Hier stellte Hermann Sumser im April 2021 das Brigobannis-Projekt im Hieronymus vor:

Brigobannis auf kulturellen Abwegen

06.04.2021 von Hermann Sumser

Statt nach der Realisierung der Fußgängerbrücke über die Breg ein nächstes Element im Rahmen des „Brigobannis-Projektes“ anzugehen,  riskiert man auf Anraten der CDU-Fraktion wie ich annehme lieber den Untergang dieses Projektes und der angesagten 50%-Zuschüsse des Landes, um das verfügbare Kapital für das nächste Großprojekt der Stadt anzusparen: z.B. die Umwandlung von Grünlandschaft in kommunales Bauland in der Kernstadt und in den Ortsteilen entgegen der Umweltpolitik des Landes und riskiert damit auch noch den Verlust der verfügbaren Finanzen  durch riskante Geldanlagen, die keinesfalls dem Fachbeamten allein anzulasten sind, sondern der politischen Vorgabe durch den Bürgermeister und die CDU-Fraktion, wie ich annehme.

Nun nach dem möglichen Verlust von 3 Millionen und dem großzügigen Verlust von Zuschüssen zum von Anfang an verunglimpften Projekt des „Römerparks“ kann man sich wohl die Wunschvorstellungen der Rekonstruktion von Serpentinenpfaden zum ehemaligen Waldhaus im „Roten Rain“ und hoch vom Römerbad zum Galgenberg und die Landschaftsgestaltung zur optischen Wiedergabe des Kastells auf dem Galgenberg bis zum Beispiel  die Umwandlung der leer stehenden Wasserreservoire in Schauräume zur Ausstellung von wichtigen Repliken des „Hüfinger Reiters und anderer spektakulären archäologischen Fundobjekten an den Hut schreiben; wahrscheinlich auch das Vorhaben der Darstellung des „Unteren Tores“ im Städtle als wichtigen Abschluss der Straßengestaltung in den letzten 10 Jahren, die das Städtle attraktiver gestalten  und das Geschichtsbewusstsein der Einwohner stärken soll.

Vermutlich können sich die Hüfinger Bürger auch das begehbare Archiv  im Erdgeschoss des Hüfinger Rathauses und die Ausstellung der Hüfinger Geschichte dort vergessen, weil kein Geld für sowas „Überflüssiges“ nach einem solchen Verlust mehr da ist, zumal auch noch die Großinvestition der Erneuerung des Schwimmbades ansteht. Wie schön, dass man immer die verzichtbaren Kultur-Investitionen im Auge hat. Schon einmal wie vor 200 Jahren, als einige engagierte Personen, wie z.B. Luzian Reich der Ältere die Hüfinger „Anlagen“ und jene noch heute wunderbare Fußgänger-Baumallee als Zugang, zum Teil sogar auf eigene Kosten,  realisiert haben und dafür von den Hüfinger Normalbürgern belächelt wurden. 

Liebe Hüfingerinnen, liebe Hüfinger,

was macht Hüfingen im Vergleich zu den umliegenden Städten zu etwas Besonderem, das es immer wieder zu stärken gilt? Es sind die Zeugnisse aus der Frühgeschichte und das Stadtbild aus der mittelalterlichen Geschichte der Stadt.

Vor mittlerweile  60 Jahren hatte mich eines Tages Altbürgermeister Max Gilly zu meiner Überraschung nach bestandenem Abitur ins Rathaus rufen lassen, um mit mir über die Zukunft von Hüfingen zu sprechen. Auf seine Fragestellung habe ich ihm damals geantwortet, dass das größte Kapital von Hüfingen seine mittelalterliche Altstadt ist. Wenige Jahre später gehörte Hüfingen zu den ersten Antragstellern an die zuständige Behörde der Landesregierung nach Aufnahme in das neue Städtebauförderungsprogramm. Die folgenden Jahre waren in Hüfingen geprägt von den Sanierungsmaßnahmen in der „Hinterstadt“, später in der „Vorderstadt“, schließlich in der Unterstadt, in der Folge auch von den Auseinandersetzungen um den Erhalt von historischen Häusern in der „Hinterstadt“, dem Sanierungsgebiet Nr. 1. Als ein von Bürgermeister Gilly an mich beauftragtes  Gutachten im Ergebnis das Zerschneiden des besonderen Baudenkmals in der Hinterstadt Nr. 7-9 in Frage stellte, dessen Abbruch schon vorgesehen war,  scheiterte bei unserem Antrag zur Bewahrung dieses nach Aussage des zuständigen Denkmalschützers, der sich voll hinter mein Gutachten zur Bewahrung diese bedeutenden Baudenkmals stellte, unser Antrag zum Erhalt in der anschließenden Gemeinderatssitzung an der CDU-Mehrheitsfraktion. Der Abbruch wurde nach Beschluss im Gemeinderat vollzogen.

Vor nunmehr mehr als 30 Jahren hat das Land Baden-Würrtemberg auf einen Hinweis des inzwischen als Nachfolger gewählten Bürgermeisters Anton Knapp auf die heruntergekommene Ruine des „Römerbades“ auf eigene Rechnung des Landes das Ruinenfeld wieder rekonstruiert  und in aufwändiger  Form eine Besichtigungsbühne auf halber Höhe über den Ruinen mittels einer Stahlkonstruktion einbringen lassen und damit dem bedeutenden Baudenkmal wieder zu neuem Glanz verholfen. Wenige Jahre später habe ich das Projekt „Brigobannis“ mit mehr als 20 Einzelelementen konzipiert vom „Pavillon“ über die Tribünen an der Römerwiese, über eine Brücke über die Breg in Fortsetzung der früheren Römerstraße, über die Reaktivierung von historischen Pfaden im Umfeld des Römerbades bis hin zum ehemaligen Waldhaus im „Roten Rain“ mit Aussicht auf die Altstadt, über die Darstellung des ehemaligen Kastells auf dem Galgenberg mit landschaftlich gestalteten Außenanlagen bis hin zum Ausbau von zwei vorhandenen unterirdischen Wasserreservoiren, die aufgegeben wurden, weil sie technisch überholt waren zu unterirdischen Schauräumen, in denen die bedeutenden Funde der Hüfinger Geschichte aus den verschiedenen archäologischen Grabungsfeldern, die in den Archiven des Landes ruhen,  in Hüfingen präsentiert werden sollten über den Einbau eines unterirdischen Verbindungsbauwerks zwischen den unterirdischen Schauräumen und die Herstellung von Repliken dieser Fundgegenstände. Das Projekt wurde von Bürgermeisetr Knapp aufgenommen und mit der Zentrale des Denkmalschutzes in Esslingen kommuniziert. Der damalige Präsident des Landesdenkmalschutzes Professor Dr. Bader erschien persönlich zu einer Besprechung in Hüfingen und hat seine Zustimmung signalisiert. Das Regierungspräsidium in Freiburg hat das Projekt begrüßt und die Bezuschussung in Höhe von 50% der jeweiligen Baukosten in Aussicht gestellt. Im Gemeinderat in Hüfingen habe ich das Projekt vorgestellt. Einige Elemente wurden realisiert und zu 50% bezuschusst, andere scheiterten bislang am Einspruch der CDU-Fraktion und wurden vorerst zurückgestellt. 

Ein anderer Projektvorschlag: das „Untere Tor“, das ich planerisch und im Detail ausgearbeitet hatte, hat Bürgermeister Knapp ebenfalls im Gemeinderat eingebracht. Es ging dabei um die Darstellung dieses ehemaligen wichtigen Gebäudes der Vorderstadt, das ca. 1840 durch Antrag der Fuhrunternehmer abgebrochen wurde. Die Darstellung in Konturen, die durch eine Stahlkonstruktion erfolgen soll,  um wieder die ehemalige räumliche Wirkung in moderner Form zu vermitteln, ist sie eine wichtige städtebauliche Maßnahme, die das „Städtle“ als Veranstaltungsraum stärken soll. Die Realisierung scheiterte vor 20 Jahren wieder einmal am dem Widerspruch der CDU-Fraktion in der betreffenden Gemeinderatssitzung.  Es wäre gleichzeitig eine bewusste Schickane, um den immer noch heftigen Durchfahrtsverkehr etwas zu reduzieren, die Attraktivität im und vor dem „Städtle“ zu steigern und das Brauchtum zu stärken durch die Figuren-Installationen an dieser Stahlkonstruktion und die Einbeziehung in die Hüfinger  Fasnacht. 

Sie sehen, dass in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Ansätze zur Bewahrung und zur Belebung des Hüfinger Stadtbildes und zur Veranschaulichung der bedeutenden Hüfinger Geschichte durch mich und durch die Unterstützung durch den Bügermeister erfolgt sind. Vor nunmehr 2 Jahren habe ich dem jetzigen Bürgermeister in einem Gespräch im Rathaus diese Projekte vorgestellt, die er als ehemals auswärtiger Bewerber um das Bürgermeisteramt natürlich noch nicht kennen konnten. Sie sehen, dass immer wieder auch wichtige Vorschläge von Außen an den Bürgermeister herangetragen wurden, die immer wieder von den aufeinander folgenden Bürgermeistern aufgenommen wurden und  zur Profilierung der Stadt und auch  ihres Bürgermeisters beigetragen haben.

Obgleich der Bürgermeister bei dem Gespräch einen wirklich interessierten Eindruck auf mich gemacht hat, ist bis heute keinerlei Berücksichtigung erkennbar. Statt dessen ist die Stadtverwaltung bestrebt in der Kernstadt und in allen Ortsteilen die landschaftliche  Umgebung zu Bauland umzuwidmen entgegen der allgemeinen politischen Absicht im Land. Statt dessen schockt uns vor wenigen Tagen  die jüngste Nachricht  von einem Verlust von 3 Millionen im Stadtsäckel durch eine verloren gegangene Einlage der Stadtverwaltung in einer privaten Bank. Für diesen Betrag hätten problemlos manche dieser vorgeschlagenen Elemente des Projektes realisiert werden können. Ohne jegliche Schuldzuweisung auszusprechen, schmerzt mich natürlich dieser finanzielle Verlust. Vielleicht wäre eine gewisse Offenheit gegenüber meinen Vorschlägen als gebürtiger und geschichtsbewussten Hüfinger Bürger hilfreich. Statt dessen erklärte der Bürgermeister damals: das Projekt „Brigobannis“ werde nicht weiter verfolgt,  auf Anraten wieder mal der CDU-Fraktion, wie ich annehme, obgleich auch die Realisierung der Wege und Pfade, die Rekonstruktion des Waldhauses, die gärtnerische Gestaltung des Kastells auf dem Galgenberg einmal abgesehen von den unterirdischen Schauräumen genügend Ansätze bieten, auch überschaubare Elemente des Projektes zu realisieren. Also verzichtet man auch großzügig auf die angesagten Zuschüsse des Regierungspräsidiums. 

Sie lagen voll daneben: Legendäre Energie-Zitate mit Faktencheck

Merz im Kernkraftwerk

Eva Stegen am 7. Juli 2023 im Kultur Joker

Es gibt Lügengebäude, die werden nach jedem Einsturz immer wieder neu aufgebaut und man wundert sich, wie häufig der immer gleiche Unfug durch die Medien getrieben wird. Und es gibt immer wieder Journalist:innen, die mit Chuzpe die x-fach widerlegten Lügen neu aufkochen.
Man reibt sich verwundert die Augen. Wie kann es sein, dass ein längst abgehaktes Thema einfach nicht in der Versenkung verschwindet. Ähnlich absurd, als würden die Schreibmaschine oder das Faxgerät die öffentliche Debatte beherrschen, trendet seit Wochen und Monaten das Schlagwort „Atomkraft“ in der Presse, den sozialen Medien und den Talkshows. Blackout-Propheten werden nicht müde, finstere Szenarien von Deindustrialisierung und ausgehenden Lichtern an die Wand zu malen. Das hatten wir alles schon. Unzählige Male. Legendär ist das Zitat des damaligen Ministerpräsidenten, Hans Filbinger, von 1975: „Ohne das Kernkraftwerk Wyhl werden zum Ende des Jahrzehnts in Baden-Württemberg die ersten Lichter ausgehen“. Er lag zu 100 Prozent daneben.
Über die „drohende Stromlücke“ breitete sich 2008 der damalige Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) im Chor mit den fossil-nuklearen Stromriesen quer durch die gesamte Presselandschaft aus. Deutschland könne bereits „ab 2015 dauerhaft auf Stromimporte angewiesen“ sein. Sie lagen voll daneben. Deutschland ist seit 2002 Netto-Stromexporteur. Immerhin bekannte sich Glos später zu seiner Inkompetenz: „Ich wusste damals nicht mal, wo dieses Wirtschaftsministerium genau stand. […] Ich hatte kaum eine Ahnung davon, was die Aufgaben dieses Ministeriums sind.“
Dieselben Märchen überall auf der Welt.
Auch international wird mit denselben Blackout-Ängsten Stimmung gemacht: 2007 versprach der Chef der EdF-Filiale im Vereinigten Königreich, die Briten würden schon 2017 ihren Weihnachtstruthahn mit Atomstrom aus Hinkley Point C bruzzeln. Andernfalls und ohne das AKW würden „die Lichter ausgehen“. Auch 16 Jahre später wird es immer noch keine Hinkley-Power für den Festbraten 2023 geben. Doch unterdessen wurden 10 britische Meiler für immer stillgelegt – was die Erneuerbaren locker aufgefangen haben. Bis zur – derzeit – prognostizierten Inbetriebnahme 2027 werden weitere 4 Stilllegungen folgen.
Dasselbe Spiel in Polen: Wenn das Land bis 2020 kein Atomkraftwerk bekäme, drohe „eine dauerhafte und sich ständig verschlimmernde Stromlücke“, ließen einflussreiche Lobbyisten über die Presse verbreiten. Mehr als die vier Atomruinen von Żarnowiec ist seit 1990 nicht entstanden.
Eine Stromlücken-Drohung schien dem meinungsvariablen Ministerpräsidenten von Bayern dann im Juni 2022 nicht dick genug aufgetragen. Söder halluzinierte von einer „Riesen-Stromlücke“ die wir bekommen „wenn wir die Kernenergie abschalten“. Getreu dem Motto „was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern“ hatte er seine eigenen Rücktrittsdrohungen, für den Fall, dass der Atomausstieg nicht zügig umgesetzt und das AKW Isar 2 noch nach 2022 laufe, aus seiner eigenen Wirklichkeit gelöscht. Andere erinnern sich gut an seinen 2011-er-Auftritt mit grüner Krawatte. Mittlerweile trägt er fürs Fotoshooting AKW-Arbeiter-Overall, gelbe Plastik-Schlüffkes und einen Kompetenz-suggerierenden Helm. Und posiert mit seinem ebenso kostümierten Kumpel Fritze Merz im, am und um das AKW herum. Vermutlich läuft die Show noch bis zur bayrischen Landtagswahl am 8. Oktober.

Der Trick mit der Wannenkurve
Damals, 2011, schürten die Bosse von RWE und Eon unverhohlen Ängste vor „dem Netzkollaps“, was die Bundesnetzagentur mit dem Verweis auf die über Jahre mit Bestnoten ausgezeichnete Stabilität des deutschen Netzes wieder einzufangen versuchte.
Damals nutzten die Atomlobbyisten übrigens exakt denselben Kniff, wie dieses Jahr. Als in Deutschland infolge von Fukushima 8 Atommeiler (in Worten: Acht) abgeschaltet wurden, passierte auf dem europäischen Strommarkt das, was jedes Jahr passiert: Der Strombedarf Frankreichs folgt einer wannenförmigen Kurve. Im Winter ist er hoch, wegen der vielen Elektroheizungen in schlecht isolierten Gebäuden. Ab März fällt er und geht während der langen Schul- und Betriebs-Ferien im Sommer richtig in die Knie. Alle Jahre wieder, wenn in den großen Werken die Maschinen stillstehen, drücken die AKW ihre Überschüsse zu Niedrigpreisen in das europäische Netz – solange genug Kühlwasser vorhanden und nicht große Teile der alternden Kraftwerksflotte in der Zwangspause sind. Rosinenpicker, die aus diesem immer wiederkehrenden Muster eine Alarmismus-Meldung konstruieren wollen, sollten das im September tun, so nehmen sie die kompletten Zahlen aus den französischen Ferien im Juli und August noch mit. So geschehen im Fukushima-Jahr 2011. Der Bundesverband Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft BDEW, schickte im September 2011 eine Pressemitteilung raus, die für Panik-Schlagzeilen à la „Stromimporte steigen durch Atomausstieg“ im gesamten deutschen Blätterwald sorgten. In keiner der Redaktionen war man in der Lage, einen besonders kryptischen Satz aus der Mitteilung richtig zu deuten: “Insgesamt ergibt sich aktuell ein Austauschsaldo von 4 Mrd. kWh“. Er wurde in den Fließtext unter den Alarmschlagzeilen einkopiert, ohne zu erklären, dass Deutschland – das schon zuvor von einem Stromexport-Rekord zum nächsten galoppierte – auch nach der Abschaltung von 8 Reaktorblöcken einen Stromexport-Überschuss von 4 Milliarden kWh verbuchen konnte. Das Erneuerbare-Energie-Gesetzt zeigte deutliche Wirkungen.

Blackout- und Strompreis-Alarmismus 2023
All diese Spielchen werden auch nach der Abschaltung der letzten drei deutschen Altmeiler wieder hervorgekramt. Erfrischender Weise zeigen die Future-Daten an der Strombörse schon jetzt, dass aus Deutschland im den kalten Quartalen (Q1 und Q4) wieder viel Strom exportiert wird. In Frankreich liegen die Börsenpreise im Winter deutlich sichtbar über denen in Deutschland, damit wird Geld verdient. Das mediale Geschrei geht unbeirrt und völlig faktenfrei weiter. Vorneweg die Springerpresse, in deren Redaktion man offenbar nicht in der Lage ist, energiewirtschaftliche Zahlen zu lesen. Unter der Knaller-Headline „So schmutzig ist unser Strom wirklich – Dreckschleuder Deutschland“ wurde der Wert vom 16. Juni ins Schaufenster gestellt, der belegen sollte, dass der gesamte (!) Juni eine besonders schlechte CO2-Bilanz habe. Jens Spahn, überraschend zum Energie-„Experten“ der Union mutiert, erkannte den dicken Fehler nicht sondern verhalf dem Bild-Unfug ungeprüft via Twitter zu noch mehr Reichweite.
„Die deutsche Stromerzeugung aus fossilen Quellen im ersten Halbjahr ist 2023 auf dem zweitniedrigsten Wert. Weniger fossiler Strom wurde nur im Corona-Jahr 2020 erzeugt.“ stellte Professor Bruno Burger vom Freiburger Fraunhofer-Institut ISE klar. Darüber hinaus stellt Deutschland zwei neue Rekorde für den Monat Juni auf: ein neues Minimum für die Produktion von fossilem Strom (Kohle, Öl und Gas) wurde mit 9 TWh erreicht. Und für Solar- und Windstrom wurde ein neues Maximum mit über 15 TWh erreicht.
Populismus-Fürst Söder greift unterdessen jede x-beliebige Ankündigung auf, die irgendein Land zur Atomkraft macht und kocht damit die „Wir schalten in Deutschland sichere Kernenergie ab und kaufen dafür entweder Atomstrom aus dem Ausland oder nutzen Kohle“-Legende neu auf. Da meldet der Fokus: „Frankreich will den Bau neuer Atomreaktoren beschleunigen“, was ja eigentlich Anlass sein sollte, sich johlend über den Boden zu rollen. Ach was, jetzt also noch schneller als der seit 16 Jahren in Bau befindliche EPR Flamanville? Ach nein, keinen EPR, weil der so grandios floppt, sondern der völlig neue, noch nie gebaute EPR-2? Soso, mit dem inzwischen voll verstaatlichten, hochverschuldeten Konzern EdF, dem die Fachkräfte weg erodieren und die Investoren weglaufen? Wie niedlich, das Geld dafür soll aus dem Budget für Sozialwohnungen abgeknapst werden! Man meint schon die Jubelstürme aus Russland zu hören, dessen Konzernkonglomerat Rosatom, mit über 300 Töchtern weltweit, in der gesamten atomaren Lieferkette die Finger mit im Spiel hat. Auch in Frankreich. Und in Deutschland.

Bildquellen

  • Kostümfest im AKW, Friedrich Merz und Markus Söder zelebrieren ihre Liebe zur Atomkraft in kompetenz-suggerierendem Outfit: Quelle: Twitter 04.08.2022

Mit Genehmigung von Eva Stegen und dem Kultur Joker

Blume des Jahres 2025 ist das Sumpf-Blutauge

Das Sumpf-Blutauge (Comarum palustre) ist Blume des Jahres 2025 und liebt Schlamm, um genauer zu sein, Moore, Sümpfe, Gewässerufer und Gräben. Dort ist es wichtiger Lieferant von hochwertigem Pollen und reichlich Nektar für zahlreiche Hummeln, weitere Wildbienen.

In Hüfingen steht es für die Kloake namens Behlaer Weiher, dessen Wiederherstellung 2025 in Angriff genommen wird.

Mehr zum Sumpf-Blutauge bei der Loki Schmidt Stiftung:
blume-des-jahres-2025-sumpf-blutauge

Danke an Thomas Kring für die Fotos!

Wie ist Radfahren bei uns in Hüfingen?

21.10.2024 von Wiltrud Siegfried

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. – ADFC – startet alle zwei Jahre eine Umfrage zum Radfahren vor Ort. 2024 fragt der ADFC zum elften Mal nach, wie Menschen das Radfahren bei sich vor Ort erleben. Schwerpunkt in diesem Jahr ist das Miteinander im Straßenverkehr.

Die Umfrageergebnisse können als Grundlage für Radverkehrskonzepte dienen und auch für Stadtverwaltungen und für die Kommunalpolitik eine Anregung zu Verbesserungen sein.

Je mehr Menschen für einen Ort teilnehmen, desto lebensechter wird das Ergebnis. Die Umfrageergebnisse der letzten Jahre zeigen auch, dass die Wahrnehmung der Menschen, die regelmäßig vor Ort mit dem Rad fahren, und die der verkehrspolitisch Verantwortlichen oft unterschiedlich ist.„Deshalb fragt der ADFC…“ 2024 „erstmals auch direkt in den Kommunen nach deren Mobilitätskonzepten und Maßnahmen zur Radverkehrsförderung. Für die Kommunen ist das eine Möglichkeit, ihre Fahrradförderung zu dokumentieren und zu schauen, welche Maßnahmen auf der Straße beziehungsweise bei den Bürger:innen angekommen sind oder auch nicht.“(Internetseite des ADFC)

Die Umfrage des ADFC läuft noch bis zum 30.11.2024. Damit unsere Gemeinde Hüfingen ausgewertet wird, braucht es mindestens 50 Teilnehmende. Ich fände es spannend zu erfahren, wie die Hüfinger das Radfahren wahrnehmen und möchte gerne Anregungen ins Rathaus weitergeben.

Deshalb würde es mich freuen, wenn viele Hüfingerinnen und Hüfinger an der Umfrage teilnehmen. Sie dauert ca. 10 Minuten:

https://fahrradklima-test.adfc.de

Radonvorsorgegebiet

Das es momentan wieder Thema ist hier nochmal der Beitrag vom 2.11.2022

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das mit den Sinnen nicht wahrnehmbar ist. Sammelt es sich in Innenräumen an, kann es gefährlich für die Gesundheit werden. Es ist nicht überall gleichmäßig verteilt, es gibt aber Gebiete, in denen vermehrt Radon entstehen kann. Dazu gehören Gegenden, in denen Granit- und Schiefergesteine vorkommen. In Baden-Württemberg sind das beispielsweise Teile des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb.

Im Auftrag des Bundesumweltministeriums wurde im Jahr 2001 eine deutschlandweite Kartierung der Radonkonzentration der Bodenluft durchgeführt. An 325 Messorten in Baden-Württemberg wurde in einem Meter Tiefe gemessen. Die daraus erstellte Radon-Karte dient als Orientierungshilfe dafür, welche Radonkonzentrationen regional im Boden vorkommen können.

lubw.baden-wuerttemberg.de
Radonkonzentration um Hüfingen lauf BfS

Wie man sieht, ist Hüfingen nicht im Radonvorsorgegebiet.

Wer mehr Infos will, die gibts beim Bundesamt für Strahlenschutz.

In Hüfingen sollte eigentlich der Radonwert unter 150 Bq/m3 bleiben. Es kann aber sein, dass sich aus dem Keller doch größere Mengen in die Wohnung schleichen – vor allem in den Wintermonaten.

Ergebnisse der Messungen in einer Wohnung der Hauptstrasse über 4000 Stunden

Da es große Schwankungen gibt, sollte der Wert eigentlich über mehrere Monate beobachtet werden.

Hier kommen wir zum Grund für diesen Artikel:

Falls jemand aus Hüfingen Interesse an ein paar Messungen hat, so kann ich ihm das Gerät mal ausleihen.

Radon eye Radonmessgerät

Bitte habt Verständnis dafür, dass dieses Angebot nur für Hüfingerinnen und Hüfinger gilt und auch kostenfrei ist. Bei Interesse bitte E-Mail an info at hieronymus-online.de

WALDENDZEIT

Wilhelm Bode
WALDENDZEIT
Mit einem Vorwort von Hans Joachim Schellnhuber
Hardcover, 160 Seiten
24,50 €
KJM Verlag
ISBN978-3-96194-247-3

Der Titel des in der Reihe EUROPEAN ESSAYS ON NATURE AND LANDSCAPE erschienenen neuen Buchs von Wilhelm Bode dürfte  empfindsame Waldfreunde auf Anhieb eher erschrecken als anlocken: „Endzeit“ lässt wenig Tröstliches erwarten, vielmehr Apokalyptisches. Dabei hat Wilhelm Bode, streitbarer Autor, Forstwissenschaftler und Jurist, etwas ganz anderes im Sinn: Mit forst- wie kunstgeschichtlichem Spürsinn interpretiert er Walddarstellungen von Albrecht Dürer über Caspar David Friedrich bis zu Max Ernst  und blickt zugleich auf Deutschlands waldwirtschaftliche Entwicklung zurück. Während die Romantiker den Wald zu idyllisieren begannen, hatten die deutschen Forstklassiker um Heinrich Cotta und Georg Ludwig Hartig die Altersklassenwirtschaft erfunden, einen der erfolgreichsten Exportschlager Deutschlands. Leider mit der Folge, dass der Wald im Zuge der „rationellen Forstwirtschaft“ fortan in monotone  Fichten- und Kiefern-Monokulturen umgebaut wurde – unterm Vorzeichen des Klimawandels fraglos eine fatale Erblast, wie sie in seinem Vorwort auch der Potsdamer Klimaforscher Schellnhuber beklagt. 

Einzig Caspar David Friedrich, „Ikone der Romantik“, hat die grundlegenden waldwirtschaftlichen Veränderungen im frühen 19. Jahrhundert wahrgenommen und in seinen Gemälden und Skizzen dokumentiert. Sein „Wanderer über dem Nebelmeer“, stellt nach Bodes Recherche höchstwahrscheinlich einen hochrangigen Forstbeamten dar. Wie dieser blicke auch die heutige Forstwirtschaft in den Nebel einer ungewissen Zukunft angesichts all der katastrophalen Waldschäden wie auch der Verluste an Artenvielfalt, ausgelöst durch das über 200 Jahre lang praktizierte Pflanzen und Ernten im Wald nach Ackerbauart, neuerdings noch verstärkt durch die hoch mechanisierte Holzernte und deren Bodenschäden.

Doch der Autor belässt es nicht beim Wehklagen. Er wie auch Klimaforscher Schellnhuber setzen auf ein ganz anderes Modell, auf den Dauerwald, wie er bereits in den 1920er Jahren vom Forstwissenschaftler Alfred Möller propagiert worden ist und wie er da und dort auch schon sehr viel länger als bäuerlicher Plenterwald existiert: kahlschlagsfrei und ohne Pflanzung, ertragreich und widerstandsfähig, dabei konkurrenzlos günstig im Hinblick auf die CO2-Bindung. In der Holzerzeugung, aber auch in der Waldbauwissenschaft brauche es eine „kopernikanische Wende“, einen Paradigmenwechsel weg vom Holzanbauprinzip, hin zur Dauerwaldwirtschaft. Bodes bebildertes Plädoyer sollte auch im gegenwärtig so heftig entbrannten Streit um die Novellierung des Bundeswaldgesetzes als Argumentationshilfe dienen.

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